Möglicher Schlammvulkan auf dem Mars: Zhurong fährt zu astrobiologisch interessanten zielen

Das am 11. Juni 2021 von der China National Space Administration (CNSA) veröffentlichte Foto zeigt ein Selfie von Chinas erstem Mars-Rover Zhurong mit der Landeplattform.  (CNSA/Handout über Xinhua)

Das am 11. Juni 2021 von der China National Space Administration (CNSA) veröffentlichte Foto zeigt ein Selfie von Chinas erstem Mars-Rover Zhurong mit der Landeplattform. (CNSA/Handout über Xinhua)

Chinas Mars-Rover Zhurong – die erste Weltraumsonde des Landes, die den Roten Planeten erkundet – hat sich erneut auf den Weg der wissenschaftlichen Erkundung gemacht, nachdem er fast einen Monat lang den Sonnenausfall sicher überstanden hatte, währenddessen die Sonde den Kontakt zur Erde verlor und sich auf seine eigenen intelligenten autonomen Systeme. 

Das erfolgreiche „Überleben“ von Zhurong sowie die wertvollen Daten, die während dieser Zeit gewonnen wurden, die eine Premiere in der chinesischen Luft- und Raumfahrtgeschichte darstellten, sind unschätzbare Erfahrungen für zukünftige Weltraummissionen, einschließlich der zum Jupiter und der Marsprobengewinnungsmission. Experten festgestellt.

Die gute Nachricht kam am Freitag vom China Lunar Exploration Project der China National Space Administration und kündigte an, dass der Marsorbiter Tianwen-1 und der Rover Zhurong nach einer sicheren Passage durch eine Zeit des Sonnenausfalls ihre wissenschaftliche Erkundung fortsetzen werden.

Ende September kam es bei der Kommunikation zwischen der Sonde und der Erde zu Ausfällen aufgrund von Störungen durch die Sonnenstrahlung, die durch ein als Sonnenausfall bekanntes Phänomen verursacht wurden, wenn die Erde und der Mars auf beiden Seiten der Sonne in fast einer geraden Linie fallen Leitung. 

Der Verlust des Kontakts mit dem Fernreisenden beunruhigte viele chinesische Internetnutzer, deren Ängste und Vorfreude wie alle Eltern kämpften, die ihre Kinder in ein fernes Land verabschieden – besorgt über das Unbekannte, aber auch Vertrauen in seine Fähigkeiten. 

Um die Sicherheit der Sonde während des „Blackouts“ zu gewährleisten, hat das Bodenkontrollteam seine Erkundungsaufgaben eingestellt und eine Reihe von Maßnahmen vorbereitet, wie z dass es Risiken im Voraus abkratzen kann. 

Die Sonde hat auch die Fähigkeit, ihr eigenes Betriebssystem zu steuern und kann während eines Solarausfalls selbststeuernd bleiben und die Kommunikation mit dem Boden nach Ablauf dieser Zeit wieder aufnehmen. 

Foto: Mit freundlicher Genehmigung der China Aerospace Science and Technology Corporation

Foto: Mit freundlicher Genehmigung der China Aerospace Science and Technology Corporation

Während die Kommunikationsverbindungen blockiert sind, konnten chinesische Forschungsstipendiaten den Status von Orbiter und Rover verfolgen und beobachten und mithilfe vieler internationaler Institutionen aus Europa, Australien, Russland und Südafrika wertvolle Daten aus erster Hand gewinnen. 

Jiao Weixin, Professor für Weltraumwissenschaften an der Peking-Universität, glaubte, dass die Erfahrung Chinas Fähigkeiten zur Erforschung des Weltraums getestet hat, sowohl die Sicherheit der Sonde aufrechtzuerhalten als auch ihre Beobachtung fortzusetzen, wenn die Bodenkontrolle die Expedition nicht unterstützen kann. 

„Solarausfälle sind ein häufiges Phänomen, wenn wir Himmelskörper im Sonnensystem erforschen, insbesondere mit dem Mars und anderen sonnennahen Himmelskörpern. Die erfolgreichen Erfahrungen beim ersten Versuch unseres Landes haben unsere umfangreiche Vorbereitungsarbeit voll und ganz bewiesen, die Chinas weiterhin helfen wird zukünftigen Weltraummissionen, einschließlich der zum Jupiter“, sagte Jiao der Global Times am Freitag. 

Pang Zhihao, ein in Peking ansässiger Weltraumexperte und pensionierter Forscher der China Academy of Space Technology, sagte der Global Times am Freitag, dass mit der erfolgreichen Mondproben-Bergungsmission von Chang’e-5 und der Tianwen-1-Mission, die mehreren Herausforderungen standhielt, In den nächsten Jahren, etwa 2028 bis 2030, ist eine Mission zur Probengewinnung auf dem Mars auf einen Schlag zu erwarten.

In seinem nächsten Kapitel wird Zhurong sein Abenteuer auf dem Roten Planeten fortsetzen und südlich des Landeplatzes zu einem Gebiet mit mutmaßlichen Schlammvulkanen reisen, die vom Tianwen-1-Orbiter entdeckt wurden. 

Das Gebiet wurde zuvor von keinem anderen Land genau untersucht, und viele glaubten, es könnte Beweise für die Existenz von Wasser oder Leben enthalten, die durch Eruptionen der Schlammvulkane aus dem Boden geholt worden sein könnten, sagte Jiao. 

Der am 23. Juli 2020 gestartete und am 15. Mai dieses Jahres auf der Marsoberfläche gelandete chinesische Orbiter Tianwen-1 befindet sich seit über 450 Tagen im Orbit. Der Zhurong-Rover hat auch mehr als 150 Tage gearbeitet und damit seine erwartete Lebensdauer von 90 Tagen deutlich überschritten.

Quelle: https://www.globaltimes.cn/page/202110/1237041.shtml


Ein von Zhurong aufgenommenes Panoramabild, das bei der Ankündigung des Endes der Sonnenkonjunktion veröffentlicht wurde. (Bildnachweis: CNSA/PEC)

Chinas Orbiter Tianwen 1 und der Rover Zhurong sind nach einem Kommunikationsausfall, der durch die Störung der von der Erde gesendeten Funksignale durch die Sonne verursacht wurde, wieder auf dem Mars aktiv.

Tianwen 1 und Zhurong waren seit Mitte September etwa einen Monat im Standby-Modus. Da die Erde und der Mars auf gegenüberliegenden Seiten der Sonne kreisen und alle drei Körper fast perfekt ausgerichtet sind, wurde die Kommunikation mit dem Roten Planeten effektiv durch die Interferenz der geladenen Teilchen unseres Sterns blockiert.

Das China Lunar Exploration angekündigt (Chinese) am Donnerstag (21. Oktober) , dass der Orbiter und Rover gestellt Kommunikation hatten und wieder aufgenommen Wissenschaft und Explorationsaktivitäten. 

Sowohl Tianwen 1 als auch Zhurong sind früher als zunächst erwartet aktiv , da die Raumsonde voraussichtlich bis Ende Oktober außer Reichweite der Kommunikation sein würde. Diese Schätzung war wahrscheinlich konservativ, da dies das erste Mal war, dass China die Mars-Raumsonde während einer einmal alle 26 Monate stattfindenden Sonnenkonjunktion betrieben hat. (Tianwen 1 ist Chinas erste Roter Planet-Mission.)

Zhurong hatte insgesamt 3.878 Fuß (1.182 Meter) zurückgelegt, bevor er für die Sonnenkonjunktion in den Standby-Modus wechselte, sagte Sun Zezhou, Chefdesigner von Tianwen 1 bei der China Academy of Space Technology (CAST), Anfang dieses Monats gegenüber chinesischen Medien. Zhurong landete am 14. Mai in Utopia Planitia und rollte eine Woche später auf die Oberfläche, nachdem er seit Februar nach der Ankunft von Tianwen 1 auf dem Mars im Orbit geblieben war.

Zhurong gab auch einen Panoramablick auf seine Umgebung zurück, bevor er in den Standby-Modus wechselte, und zeigte das Gebiet, das es erkunden wird.

Die Dinge werden sich in den kommenden Wochen sowohl für Tianwen 1 als auch für Zhurong ändern. Anfang November wird der Orbiter seine Rolle als dedizierter Relaissatellit für Zhurong beenden , da der Rover seine Hauptmission abgeschlossen hat . Tianwen 1 hat Zhurongs Position einmal an jedem Marstag oder Sol überquert, um Daten vom Rover zur Erde zu übermitteln, aber es wird jetzt seine Umlaufbahn verschieben, um mit seiner Suite von sieben Wissenschaften mit der globalen Kartierung und Analyse der Marsoberfläche und des Marsuntergrunds zu beginnen Instrumente. 

Während Tianwen 1 weiterhin Relaisdienste bereitstellen wird, könnte auch ein europäischer Satellit einspringen, um Zhurongs Daten über Hunderte von Millionen Kilometern im Weltraum zu übertragen. Der 2003 gestartete Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) plant, im November eine Reihe von fünf Tests mit Zhurong durchzuführen. 

Mars Express werde versuchen, Daten von Zhurong zu empfangen und die Informationen dann an die Erde weiterzuleiten, sagte James Godfrey, Mars Express Operations Manager bei der ESA, gegenüber Space.com. Mars Express wird jedoch keine Befehle an Zhurong senden können, da die Fähigkeiten des Rovers zum Senden von Nachrichten auf Kanäle beschränkt sind, die Mars Express nicht überwachen kann.

In der Zwischenzeit wird Zhurong seine Reise nach Süden von der Landeplattform fortsetzen, die es sicher an die Oberfläche gebracht hat.

Ein neuer Artikel, der in Earth and Planetary Science Letters über geomorphologische Explorationsziele unter der Leitung von Ye Binlong von der University of Hong Kong und Qian Yuqi von der China University of Geosciences veröffentlicht wurde, identifiziert faszinierende Ziele für die Analyse durch Zhurong. Dazu gehören Schlammvulkane und Strukturen, die möglicherweise durch Bewegungen von unterirdischem Wasser und Eis gebildet wurden.

Das bodendurchdringende Radar von Zhurong soll „grundsätzlich neue Perspektiven“ auf potenzielles unterirdisches Wassereis des Mars bieten, behaupten die Autoren. Unterirdisches Wasser hätte nicht nur Auswirkungen auf potenzielles Leben, sondern wäre auch eine strategische natürliche Ressource für die zukünftige Marserkundung mit Besatzung. Der Perseverance-Rover der NASA sucht auch mit seinem eigenen bodendurchdringenden Radar nach Wasserreserven unter der Marsoberfläche.

Ein Preprint Wissenschaft Papier über Zhurong Fortschritte so enthüllt weit , dass der Rover die etwa 33 ft im Durchschnitt bedeckt ist (10 Meter) und bis zu 66 Fuß (20 Meter) pro Sol für die ersten 60 Sole, je nach Gelände und Wissenschaft Aufgaben, Außerdem werden die Aspekte der Routenplanung und des autonomen Fahrens von Zhurongs Betrieb detailliert beschrieben. 

Das Papier enthüllt auch einige der Merkmale im Landebereich und Felsen, die Anzeichen von Verwitterung aufweisen. Erwarten Sie, dass Zhurong weiterhin neue Bilder, Erkenntnisse und wissenschaftliche Daten zurückgibt, während es schnelle Fortschritte im Süden macht.

Quelle: https://www.space.com/china-tianwen-1-mars-orbiter-rover-radio-blackout-ends


Warum der Landeplatz des chinesischen Mars-Rovers Geologen begeistert

Bild von THEMIS, The Thermal Emission Imaging System Instrument an Bord.
Ein Falschfarbenbild von Zhurongs Landeplatz; das Bild ist eine Zusammenstellung von Bildern, die von den NASA-Raumsonden Mars Odyssey und Mars Reconnaissance Orbiter aufgenommen wurden. Wärmere Merkmale, wie felsige Oberflächen, die nachts Wärme speichern, erscheinen röter; staubige Oberflächen, die kühler sind, erscheinen blaugrün. Ein konisches Merkmal oben links könnte ein Schlammvulkan sein. Bildnachweis: NASA/ASU

Von großem Interesse für Wissenschaftler ist ein kegelförmiges, kegelförmiges Merkmal, das in Luftbildern etwa drei Kilometer nordwestlich von Zhurongs Position zu sehen ist: Dies könnte ein Vulkan sein, der aus Lava oder Schlammschlämmen gebildet wurde.

Auf der Erde werden Schlammvulkane mit der Produktion von Methan durch Bakterien in Verbindung gebracht. Ihre Anwesenheit auf dem Mars könnte helfen, die rätselhaft großen Mengen an Methan zu erklären, die zuvor in der Marsatmosphäre nachgewiesen worden waren, sagt Michalski, aber „es ist ein langer Weg“.

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Toll das man nun doch hinfährt. Möglicher Schlammvulkan auf dem Mars, klar das dass untersucht werden muss. Auch wenn es was anderes ist, trotzdem hinfahren und nach schauen.

Zhurong fährt zu astrobiologisch interessanten zielen. Möglicher Schlammvulkan auf dem Mars, man fährt jetzt doch hin um es zu untersuchen.

Christian Dauck

Um herauszufinden, was das ist, würde Long gerne ein laserbasiertes System sehen, das an Zhurongs Spektrometer gebunden ist, um die Gesteine ​​​​zu zappen und ihre Zusammensetzung zu analysieren, sowie bodendurchdringendes Radar, um Strukturen unter der Oberfläche zu untersuchen Oberfläche.

Alfred McEwen, ein Planetenwissenschaftler an der University of Arizona in Tucson und leitender Forscher des HiRISE-Bildgebungsinstruments im MRO, sagt, dass der narbige Kegel auch auf seiner Liste der zu untersuchenden Objekte „Nummer eins“ sein würde. Aber Zhao sagt, dass der Kegel außer Reichweite von Zhurong sein könnte. Ziel der Mission sei es, in den nächsten drei Monaten mehrere hundert Meter zurückzulegen, sagt sie – obwohl der Rover noch länger aktiv bleiben könnte.

Quelle: https://www.nature.com/articles/d41586-021-01340-0

James Webb Teleskop in Französisch-Guayana angekommen: Montage/Bau abgeschlossen – Startvorbereitungen beginnen

ESA begrüßt Webb in Französisch-Guayana zum Start auf Ariane 5. Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Quelle: ESA.

Oktober 2021 – Das James-Webb-Weltraumteleskop ist sicher im Hafen von Pariacabo in Französisch-Guayana angekommen. Die ESA wird nun in enger Zusammenarbeit mit der NASA diese einmalige Mission für ihren Start mit der Ariane 5 vom europäischen Weltraumbahnhof im Dezember 2021 vorbereiten.

Startbereiche für Vega, Ariane 5 und Ariane 6 auf dem europäischen Weltraumbahnhof Kourou im Juli 2021. (Bild: ESA/S. Corvaja)

Nur wenige Missionen in der Weltraumforschung wurden mit so viel Spannung erwartet wie das James-Webb-Weltraumteleskop (Webb). Als das nächste große Observatorium für die Weltraumforschung nach Hubble soll Webb unbeantwortete Fragen über das Universum klären und einen tieferen Einblick in unsere Ursprünge gewähren: von der Entstehung der Sterne und Planeten bis zur Geburt der ersten Galaxien im frühen Universum.

Jeder Start erfordert eine akribische Planung und Vorbereitung. Für Webb begann dieser Prozess vor etwa 15 Jahren. Seine Ankunft im Hafen von Pariacabo ist ein wichtiger Meilenstein in der Startkampagne der Ariane 5.


Webb kam aus Kalifornien an Bord der MN Colibri an, die durch den Panamakanal nach Französisch-Guayana fuhr. Der flache Fluss Kourou wurde eigens ausgebaggert, um eine freie Durchfahrt zu gewährleisten, und das Schiff folgte der Flut, um den Hafen sicher zu erreichen.

MN Colibri mit JWST an Bord manövriert im Hafen Pariacabo. (Bild: ESA/CNES/Arianespace)

Obwohl das Teleskop nur sechs Tonnen wiegt, ist es im zusammengeklappten Zustand mehr als 10,5 m hoch und fast 4,5 m breit. Es wurde in zusammengeklapptem Zustand in einem 30 m langen Container verschifft, der mit der Zusatzausrüstung mehr als 70 Tonnen wiegt. Dies ist eine so außergewöhnliche Mission, dass ein schweres Gelenkfahrzeug an Bord von MN Colibri gebracht wurde, um Webb vorsichtig zum Weltraumbahnhof zu transportieren.

Das James Webb Space Telescope ist sicher im Hafen von Pariacabo in Französisch-Guayana angekommen. (Bild: ESA/CNES/Arianespace)

Die Vorbereitungsanlagen des Weltraumbahnhofs sind bereit für die Ankunft von Webb. Als zusätzlicher Schutz vor Verunreinigungen sind die Reinräume mit zusätzlichen Wänden aus Luftfiltern ausgestattet und ein spezieller Vorhang wird Webb nach der Montage auf der Rakete einhüllen.

An dieser Startkampagne sind mehr als 100 Spezialisten beteiligt. Die Teams werden getrennt arbeiten, um das Teleskop und die Trägerrakete vorzubereiten. Anschließend werden sie als ein Team das Teleskop und die Rakete für den bedeutsamen Start zusammenbringen.

Wenn Webb am Weltraumbahnhof ankommt, wird es in einer speziellen Vorbereitungsanlage für Raumfahrzeuge ausgepackt, wo es untersucht wird, um sicherzustellen, dass es von seiner Reise unbeschädigt und in gutem Zustand ist.

Parallel zu den Webb-Vorbereitungen werden die Teile der Ariane-5-Rakete aus Europa im Integrationsgebäude der Trägerrakete zusammengeführt.

Webb und Ariane 5: eine perfekte Verbindung. (Grafik: ESA)


Europas leistungsstarkes und äußerst zuverlässiges Arbeitstier für schwerste Lasten kann auf eine hervorragende Erfolgsbilanz von mehr als 100 Starts und drei Jahrzehnten zurückblicken. Die geräumige Verkleidung der Ariane 5 mit einem Durchmesser von 5,4 m und einer Höhe von 17 m bietet genügend Platz für die zusammengeklappten Komponenten des Webb-Teleskops, den Sonnenschutz und die Spiegel.

Die Ariane 5 ist gut für Wissenschaftssatelliten geeignet und kann nachweislich Missionen zum zweiten Lagrange-Punkt (L2) durchführen. Die Ariane 5 wird Webb direkt auf einen Kurs in Richtung L2 bringen, wo es nach vier Wochen ankommt. L2 ist viermal weiter entfernt als der Mond von der Erde.

Zeitplan für den Webb-Start. (Animation: ESA)


Die Ariane 5 ist aufgrund einiger spezieller Merkmale perfekt für Webb geeignet. Dazu gehört die Anpassung der Entlüftungsöffnungen an der Basis der Verkleidung, die während des Fluges vollständig aufgedrückt werden. Die Nutzastverkleidung – der Nasenkonus der Rakete – wird Webb vor der Akustik beim Start und während seiner Reise durch die Erdatmosphäre schützen. Die Entlüftungsöffnungen ermöglichen einen extrem gleichmäßigen Druckabbau der Verkleidung vom Bodendruck zum Vakuum während des Fluges.

Webb zusammengefaltet. (Bild: NASA/Chris Gunn)


Um eine Überhitzung der Webb-Elemente zu vermeiden, wird die Ariane 5 ein speziell entwickeltes Rollmanöver durchführen, damit alle Teile des Satelliten gleichmäßig der Sonne ausgesetzt sind.

Eine Zusatzbatterie wird die Oberstufe nach dem Absetzen des Teleskops mit Energie versorgen, um sie sicher von Webb zu entfernen.

Arianespace betreibt eine Reihe von Raketen im europäischen Weltraumbahnhof: Ariane 5, Vega und Sojus. Dieser Startplatz ist von Dschungel umgeben und erstreckt sich über 690 km2. Es ist aus mehreren Gründen ein idealer Standort für den Start von Raketen.

Erstens können die hier nur 5 Grad nördlich des Äquators gestarteten Raketen vom „Schleudereffekt“ aufgrund der Geschwindigkeit der Erdrotation profitieren, was ihre Leistung erhöht, da sie sich beim Start bereits mit über 300 m/s bewegen.

Start des Weltraumteleskops JWST – Abwurf der Nutzlastverkleidung – Illustration. (Bild: ESA/ATG medialab)


Außerdem bietet der offene Ozean im Osten und Norden eine große Auswahl an möglichen Startflugbahnen weg von bewohnten Gebieten.

Und schließlich ist die Gefahr von Wirbelstürmen oder Erdbeben in dieser Region sehr gering, was bei solch heiklen Operationen wichtig ist.

„Webb ist ein hervorragendes Beispiel für internationale Teamarbeit und Kooperation. Wir heißen Webb und unsere Partner auf dem europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana willkommen, um dieses Abenteuer mit einem aufregenden Start an Bord der Ariane 5 fortzusetzen und die vielen wissenschaftlichen Durchbrüche von Webb zu teilen“, sagte Daniel Neuenschwander, Direktor für Raumtransport bei der ESA.

In Zusammenarbeit mit ihren Partnern war die ESA für die Entwicklung und Qualifizierung der Ariane-5-Anpassungen für die Webb-Mission sowie für die Beschaffung des Startdienstes verantwortlich.

Das Webb-Teleskop ist ein internationales Joint Venture zwischen der NASA, der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Canadian Space Agency (der kanadischen Raumfahrtbehörde CSA).

Quelle: https://www.raumfahrer.net/esa-jwst-webb-in-franzoesisch-guayana/


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Nur wenige Missionen in der Weltraumforschung werden mit so viel Spannung erwartet wie das James-Webb-Weltraumteleskop (Webb).

Als das nächste große Observatorium für die Weltraumforschung nach Hubble soll Webb unbeantwortete Fragen über das Universum klären und einen tieferen Einblick in unsere Ursprünge gewähren: von der Entstehung der Sterne und Planeten bis zur Geburt der ersten Galaxien im frühen Universum.

Unter Raumfahrt-begeisternden und Raumfahrt-Nerds der wichtigste und mit größter Spannung erwartende Start in diesem Jahr.

Für jeden ist etwas an Wissenschaft dabei. Ursprünglich sollte es schon 2007 starten, aber es kam zu immensen Verzögerungen und Kostensteigerungen. Zwischenzeitlich hatte der US-Kongress einen Kostendeckel von etwa 9 Milliarden US-Dollar festgelegt, der wurde aber auch gerissen. Für die letzten Verzögerungen war dann die Corona-Pandemie verantwortlich, zuletzt konnte der Zeitplan aber größtenteils gehalten werden.

Jeder Start erfordert eine akribische Planung und Vorbereitung. Für Webb begann dieser Prozess vor etwa 15 Jahren. Seine Ankunft im Hafen von Pariacabo ist ein wichtiger Meilenstein in der Startkampagne der Ariane 5.

Nach dieser sehr langen Zeit und vielen Kostensteigerungen beginnt jetzt offiziell die Starkampange mit ihren Vorbereitungen und schlussendlich der Start. Ein wichtiger Meilenstein, nach all den Jahren ist das James Webb endlich fertig.



Chrisitan Dauck

Neue Möglichkeiten mit Weltraumteleskop „James Webb“

Wissenschaftler hoffen auf einen Blick zurück in die Frühzeit des Weltalls nach dem Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren. Auf Bilder von Sternen, die älter sind als unser Sonnensystem und vielleicht nicht mehr existieren.

Möglicherweise gar Hinweise auf eine zweite Erde, einen blauen Planeten. Forscher erwarten mit dem für Herbst geplanten Start des „James Webb Space Telescope“ (JWST) völlig neue Erkenntnisse. „Es wird einfach gigantische neue Fenster eröffnen und neue Möglichkeiten“, sagt der Direktor für Wissenschaft bei der europäischen Raumfahrtbehörde Esa, Günther Hasinger.

Der Start des rund zehn Milliarden Dollar teuren Projekts der amerikanischen und kanadischen Weltraumagenturen Nasa sowie der Esa war immer wieder verschoben worden. Nun soll das gigantische Teleskop, quasi als Paket verpackt, im Herbst an Bord einer Ariane Trägerrakete starten und mit seinen vier Infrarot-Instrumenten weitaus tiefer ins All fliegen als sein Vorgänger, das seit mehr als 30 Jahren arbeitende Weltraumteleskop „Hubble“.

Dies aber birgt ein Risiko: Während „Hubble“ in 500 Kilometern Höhe mit Shuttle-Flügen mehrfach repariert und gewartet wurde, geht das beim „James Webb Space Telescope“ in 1,5 Millionen Kilometer Entfernung nicht mehr. Das Teleskop mit seinem 6,5 Meter großen Spiegel und einem Tennisplatz-großen Sonnenschutz braucht Hasinger zufolge mehr als 130 Einzelmechanismen, um sich zu entfalten. „Es ist ein sehr, sehr kompliziertes Spiel, was da ablaufen muss, bis alles entfaltet ist.“ Er vergleicht das mit einem Schmetterling: „Die Raupe verpuppt sich, und dann bricht die Puppe auf, und der Schmetterling entfaltet sich.“

Dieser Prozess beginnt bereits auf dem Weg zum Ziel. „Es gibt im Sonnensystem fünf Punkte, an denen sich die Schwerkraft gegeneinander aufhebt“, sagt Hasinger. Der Zielort sei einer davon. Dort, mit Erde und Sonne im Rücken und mit dem Sonnensegel geschützt vor Wärmeeinstrahlung, könnten die Instrumente mit ihren Messungen in unterschiedlichen Infrarotwellen beginnen. Dafür werden sie teils runtergekühlt. „Es wird das erste kalte Teleskop. Wenn man Infrarotstrahlen messen will, das ist ja Wärmestrahlung, dann muss das Teleskop selber sehr kalt sein“, sagt Hasinger.

Bis zu ersten Untersuchungen werde es ungefähr sieben Monate dauern. Erste Bilder werde man voraussichtlich im kommenden Juli sehen, glaubt Hasinger. Ein vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg mitentwickeltes Instrument, eine Kombination aus Kamera und Spektograf, ist nach Angaben des Instituts so empfindlich, dass es eine brennende Kerze auf einem Jupitermond nachweisen könnte.

„Dichte Molekülwolken mit viel Staub und Gas sind die Entstehungsgebiete neuer Sterne und Planeten. Der Staub absorbiert jedoch das uns vom Sehen her vertraute sichtbare Licht, und wir könnten deshalb deren innere Regionen nur schwer oder überhaupt nicht detailliert studieren“, sagt Klaus Jäger von dem Max-Planck-Institut. Für das längerwellige Infrarotlicht ist Staub ein viel geringeres Hindernis. „Beobachtungen im Infrarot erlauben uns daher, quasi in diese Bereiche hineinzusehen beziehungsweise die Infrarotstrahlung aus dem Inneren zu empfangen.“

Mit dem Teleskop sind Hasinger zufolge eine Tiefendurchmusterung des frühen sich ausbreitenden Universums und auch eine Absuche der Sternenentstehungsgebiete geplant. „Aber dann wird auch ein Großteil an Beobachtungszeit an die extrasolaren Planeten gehen.“ Das Teleskop könne die Atmosphäre solcher Exoplaneten auf Moleküle untersuchen, die möglicherweise auf biologische Aktivität hinweisen. „Ob das gelingt oder nicht, hängt natürlich davon ab, ob wir die richtigen Planeten finden.“

Die Stärke des Teleskops liege in der Spektroskopie – also dass man von jedem Punkt am Himmel einen chemischen Fingerabdruck nehmen kann. „Ein Bild ist ja wunderschön anzuschauen. Was wir mit „James Webb“ bekommen ist eben, in jedem einzelnen Bildelement können wir auch noch 1000 andere Informationen ablesen“, sagt Hasinger. Etwa ob irgendwo Wasser überhaupt möglich sei. Interessant seien natürlich erdnahe Planeten. „Man möchte ja irgendwann mal einen Planeten finden, der möglichst erdähnlich ist und wo Wasser existiert und der nah genug ist, dass vielleicht zukünftige Generationen auch mal dahin fliegen können.“

So könnte möglicherweise eine Erde 2 gefunden werden. Das Teleskop „wird möglicherweise Charakterisierungen machen können, ob es da Sauerstoff gibt oder Ozon oder mögliche andere Biomoleküle“. Möglich sei das in einer Distanz bis 1000 Lichtjahre. Zur Dimension: Ein Lichtjahr beschreibt die Entfernung, die Licht in einem Jahr zurücklegt – fast 9,5 Billionen Kilometer. Von der rund 150 Millionen Kilometer entfernten Sonne braucht Licht zur Erde etwa acht Minuten.

Mit dem Teleskop sollen die ersten nach dem Urknall entstandenen Galaxien beobachtet werden, hatte Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen Anfang Juni gesagt. Demnach soll es einen Blick in die Vergangenheit vor 13,5 Milliarden Jahren bieten – um einiges weiter zurück als sein Vorgänger „Hubble“.

„Es wird uns so viel Neues zeigen, dass wir mit den Ohren schlackern“, sagt Hasinger. „James Webb“ arbeite im infraroten, „Hubble“ im optischen und ultravioletten Bereich. Es wäre ideal, wenn Hubble noch möglichst lange arbeiten würde. „Denn dann bekäme man das gesamte Band des Regenbogens.“

Für das nach dem früheren Nasa-Chef James Edwin Webb benannte Teleskop rechnet Hasinger mit einer Lebensdauer von zehn Jahren. Dann gehe ihm quasi der Treibstoff aus. Für das seit rund 25 Jahren entwickelte Projekt habe die Nasa anfangs mit Kosten von rund 500 Millionen Dollar gerechnet. „Da haben sich die damaligen Wissenschaftler und Ingenieure einfach sehr, sehr stark verschätzt“, sagt Hasinger.

Der Nutzen des Zehn-Milliarden Dollar-Projekts liegt für Hasinger dennoch auf der Hand. „Der Mensch als solcher ist ja neugierig und versucht immer, alles in seiner Umgebung zu verstehen.“ Es gehe um die Frage, wo kommen wir her und wo gehen wir hin. „Es ist die Frage, wie ist das Universum entstanden und wie wird es sich weiter entwickeln? Wie ist die Galaxie, das Sonnensystem, das Leben entstanden?“

Jäger sagt: „Eines steht aber meiner Meinung nach schon fest und ist eine Erfahrung aus vielen anderen Meilensteinprojekten: Wir werden mit „JWST“ Entdeckungen machen, von denen wir jetzt noch nichts ahnen!“

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/wissen/wissenschaft-neue-moeglichkeiten-mit-weltraumteleskop-james-webb-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-210816-99-856327


James-Webb-Weltraumteleskop sicher in Französisch-Guayana angekommen

Zwei Monate vor dem geplanten Start ist das Weltraumteleskop James Webb am Startplatz eingetroffen. Es hat eine 16-tägige Reise hinter sich.

Das Weltraumteleskop James Webb ist sicher in Französisch-Guayana angekommen und kann nun für den Start ins All vorbereitet werden. Das für den Transport genutzte Schiff MN Colibri hat den Hafen von Pariacabo erreicht und damit die nicht ungefährliche, über 9000 Kilometer lange Passage von Kalifornien durch den Panamakanal sicher beendet, berichtet die Europäische Weltraumagentur. Verpackt ist das etwa sechs Tonnen schwere Weltraumteleskop demnach in einem 30 Meter langen Container, der aufgrund von zusätzlichem Equipment insgesamt über 70 Tonnen wiegt. Mit schwerem Gerät wurde er nun vom Schiff geholt.

Nach der Ankunft soll das Weltraumteleskop nun in einem riesigen Reinraum im Weltraumbahnhof Kourou ausgepackt und auf mögliche Beschädigungen hin untersucht werden. Dann wird es für den Start vorbereitet. Parallel dazu erfolgen die Arbeiten an der dafür genutzten Rakete des Typs Ariane 5, erklärt die ESA.

Mehr als 100 Spezialisten seien damit nun beschäftigt. Insgesamt bleiben dafür nun etwas mehr als zwei Monate, als Starttermin wurde der 18. Dezember festgelegt. Dann wird es noch einmal etwa einen Monat brauchen, bis es seinen geplanten Einsatzort am sogenannten Lagrange-Punkt L2 erreicht. Ungefähr sechs Monate nach dem Start soll das Weltraumteleskop dann seine wissenschaftliche Arbeit aufnehmen.

Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) ist der Nachfolger für das Weltraumteleskop Hubble und ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der kanadischen CSA. Ursprünglich sollte es schon 2007 starten, aber es kam zu immensen Verzögerungen und Kostensteigerungen. Zwischenzeitlich hatte der US-Kongress einen Kostendeckel von etwa 9 Milliarden US-Dollar festgelegt, der wurde aber auch gerissen. Für die letzten Verzögerungen war dann die Corona-Pandemie verantwortlich, zuletzt konnte der Zeitplan aber größtenteils gehalten werden. Vor dem Transport zum Startplatz gab es unter anderem die Sorge, dass Piraten das Instrument entwenden könnten. Die Schiffsfahrt erfolgte deshalb unter ziemlicher Geheimhaltung.

Christian Dauck: Na so Super-Geheim war die fahrt ja nun nicht, ich zum Beispiel wusste schon Anfang September das die MN-Colibri das Schiff sein wird was James-Webb transportiert
Christian Dauck: Auch fährt Sie ja dicht an der Küste, wo es zahlreiche Bodenstationen gibt die das Transponder-Signal empfangen. AIS „Automatic Identification System“ ist ein UKW-basiertes System zur Übertragung der eigenen Schiffsposition, von Kurs und Geschwindigkeit, sowie vieler weiterer Daten wie Schiffsname, Flaggenstaat, MMSI-Nummer, Art des Schiffes, Schiffslänge, etc. Wie beim Radar können umliegende Schiffe beobachtet und so Kollisionen vermieden werden. Die Reichweite beträgt etwa 30 Seemeilen. Alle Schiffe über 300 BRT sind mit einem AIS-Sendeempfänger ausgerüstet. Auch bei Yachten wird das System immer beliebter. Die Daten werden auch von Landstationen empfangen, und zentral zusammengeführt. Die Uni Syros stellt die Daten über MarineTraffic zur Verfügung. OpenSeaMap betreibt eine eigene solche Landstation am Main-Donau-Kanal.
Christian Dauck: Immer auf den laufenden wo das Objekt der Begierde ist. Dank Twitter bzw. Soziales-Netzwerk

Quelle: https://www.heise.de/news/James-Webb-Weltraumteleskop-sicher-in-Franzoesisch-Guayana-angekommen-6215882.html

Nach Ampel-Sondierungen: Rot-grün-gelbe Zuversicht

SPD, Grüne und FDP haben sondiert – jetzt fehlt noch die offizielle Zustimmung von Grünen und FDP zu Koalitionsverhandlungen. Während die Beteiligten weiter Optimismus verbreiten, zeichnet sich eine Personaldebatte ab.

Nach den Sondierungen zwischen SPD, Grünen und FDP zur möglichen Bildung einer Ampel-Koalition sind einige inhaltliche Gräben zwischen den Parteien vorerst überbrückt – und die Parteien verbreiten Zuversicht, dass die angestrebte Regierungsbildung gelingt.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz setzt auf eine langfristige Perspektive für ein Ampel-Bündnis mit Grünen und FDP. „Wir wollen nicht nur jetzt professionelle Ampel-Verhandlungen führen, sondern gemeinsam dann auch so gut regieren, dass wir wiedergewählt werden“, schrieb Scholz auf Twitter. Das gelinge, wenn die künftige Bundesregierung den Bürgerinnen und Bürgern zeige: „Da ist ein Aufbruch, die treffen die richtigen Entscheidungen für unsere Zukunft.“ Am Freitagabend hatte Scholz in den tagesthemen das Ziel bekräftigt, vor Weihnachten eine neue Regierung gebildet zu haben.

„Wir haben Vertrauen aufgebaut“

Auch Grünen-Co-Chef Robert Habeck gab sich mit Blick auf eine Regierungsbildung weiter zuversichtlich. Er sagte am Freitagabend im ZDF, dass ein Scheitern der Koalitionsverhandlungen „jetzt wirklich ’ne Überraschung wäre“. Er gehe davon nicht mehr aus. Konflikte gebe es aber noch einige.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte dem „Handelsblatt“: „Wir haben in den Sondierungen die Grundvoraussetzung für eine Ampel-Koalition geschaffen: Wir haben Vertrauen aufgebaut.“ Regierungsbildungen seien immer ein Geben und Nehmen, sagte Dreyer, die selbst in Rheinland-Pfalz ein Ampel-Bündnis anführt. „Insgesamt haben wir viel von dem erreichen können, was wir uns vor der Wahl vorgenommen haben.“

Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP hatten am Freitag ein gemeinsames Papier zum Ergebnis ihrer Sondierungsgespräche vorgelegt und für Koalitionsverhandlungen plädiert. Kritik an dem Papier gibt es besonders bei der Frage, wie die darin skizzierten Vorhaben finanziert werden sollen. Der SPD-Vorstand votierte noch am Freitag einstimmig für Verhandlungen. Bei den Grünen soll ein Kleiner Parteitag an diesem Sonntag entscheiden, die FDP-Führung dann am Montag.

FDP wirbt für Lindner als Finanzminister

Bereits vor der offiziellen Entscheidung ihrer Parteigremien über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen warben führende FDP-Politiker erwartungsgemäß für ihren Parteichef Christian Lindner als Bundesfinanzminister. Der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, nannte Lindner als Favoriten für das Finanzressort. Er könne sich niemand besseren für diese Aufgabe vorstellen, sagte Buschmann dem „Spiegel“.

Der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Kubicki machte ebenfalls deutlich, dass er Lindner für den idealen Kandidaten halte. „Wer Zweifel daran hat, dass das alles gelingt – die Finanzierung der Vorhaben ohne Steuererhöhung und ohne neue Schulden – der muss doch wollen, dass Christian Lindner Finanzminister wird, um zu dokumentieren, dass das funktioniert. Ansonsten hätte die FDP die Torte im Gesicht“, sagte er dem NDR. Es sei jedoch bislang weder über die Ressortverteilung noch die Ressortzuschnitt gesprochen worden. Wer die besetzt, solle erst am Schluss der Verhandlungen entschieden werden, erklärte Kubicki. SPD und Grüne haben sich zu Personalfragen bislang noch nicht öffentlich geäußert.

„Es ist machbar“

Kubicki äußerte sich zudem optimistisch, dass die Verhandlungen mit SPD und Grünen gelingen werden. Das Aushandeln der Einzelheiten auf Grundlage des Sondierungspapiers werde nicht einfach, aber „es ist machbar“, so der FDP-Politiker. „Ich habe eine so gute Stimmung, eine so gute Herangehensweise, professionell, in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht erlebt.“

FDP-Generalsekretär Volker Wissing betonte im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ den Wert der bisherigen Zwischenergebnisse nach den Sondierungen. „Wir haben klare Richtungsentscheidungen getroffen, mit denen nun die Chance besteht, Gesellschaft, Wirtschaft und Staat zu modernisieren“, sagte Wissing.

SPD, Grüne und FDP stellen „Reform- Fortschritts, Modernisierung-Koalition“ vor

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ampel-koalition-105.html


Ampelpläne zu Mindestlohn, Steuern, Klimaschutz – Auf dieses Papier haben sich SPD, Grüne und FDP geeinigt

Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP haben sich auf ein erstes gemeinsames Sondierungspapier verständigt. Hier sind die wichtigsten Punkte im Überblick.

Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP haben sich auf ein gemeinsames Sondierungspapier geeinigt – und empfehlen damit den Eintritt in die Verhandlungen zu einer Ampelkoalition. In ihrer Vereinbarung, die dem SPIEGEL vorliegt, pochen sie auf eine »umfassende Erneuerung unseres Landes«. Dabei, so betonen die Sondierenden, gehe es nicht um die »Profilierung einzelner Akteure«. Folgende Punkte haben SPD, Grüne und FDP festgelegt:

Moderner Staat und Digitalisierung

Als ersten Punkt formulieren die Parteispitzen einen modernen Staat und »digitalen Aufbruch«. Die Beschleunigung von bürokratischen Verfahren war ein wichtiges Wahlkampfthema fast aller Parteien – nun wollen SPD, Grüne und FDP diese Pläne umsetzen. Sie setzen sich dabei ein ehrgeiziges Ziel: »Im ersten Jahr der Regierung (sollen) alle notwendigen Entscheidungen getroffen und durchgesetzt werden, um private wie staatliche Investitionen schnell, effizient und zielsicher umsetzen zu können. Unser Ziel ist es, die Verfahrensdauer mindestens zu halbieren.« Gesetze sollen einem »Digitalisierungscheck« unterzogen werden.

Klimaschutz und sozial-ökologische Marktwirtschaft

Als wichtigsten Punkt hat SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz in seinem Statement nach den Gesprächen den Klimaschutz betont. Im Sondierungspapier heißt es dazu, als Ampelkoalition wolle man noch 2022 »ein Klimaschutz-Sofortprogramm mit allen notwendigen Gesetzen, Verordnungen und Maßnahmen« auf den Weg bringen.

  • Auch ein beschleunigter Ausstieg aus der Kohleverstromung wird unter diesem Punkt erwähnt. »Idealerweise gelingt das schon bis 2030«, lautet die vorsichtige Formulierung.
  • Deutschland soll zum »zum Leitmarkt für Elektromobilität« ausgebaut werden. Ein generelles Tempolimit wird es aber nicht geben. Hier hat sich offenbar die FDP durchgesetzt. Die Grünen hatten bereits vor den Gesprächen angekündigt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen für sie verhandelbar sei.

Flexible Arbeitszeit und Erhöhung des Mindestlohns

Im ersten Regierungsjahr wollen die Parteispitzen den gesetzlichen Mindestlohn auf zwölf Euro pro Stunde erhöhen – ein wichtiges Anliegen der SPD wird hier festgehalten. Im Anschluss daran soll die Mindestlohnkommission über weitere Erhöhungsschritte beraten. Die Minijob-Grenze soll sich an einer Wochenarbeitszeit von zehn Stunden zu Mindestlohnbedingungen orientieren, schreiben die Verhandelnden. Arbeitgeber sollen dabei unterstützt werden, flexiblere Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen.

Gesetzliche Rente und das Ende von Hartz IV

»Es wird keine Rentenkürzungen und keine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geben«, verspricht das Sondierungspapier. Das System der privaten Altersvorsorge soll zudem grundlegend reformiert werden.

  • Auch an die Grundsicherung wollen die Sondierenden ran: Anstelle von Hartz IV schlagen sie vor, ein Bürgergeld einzuführen. »Das Bürgergeld soll die Würde des und der Einzelnen achten, zur gesellschaftlichen Teilhabe befähigen sowie digital und unkompliziert zugänglich sein.«
  • Bei der Krankenhausfinanzierung schlagen die Sondierenden eine Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems vor – Grüne und SPD hatten zuvor eine Abschaffung des Systems gefordert, das, wie viele Experten kritisieren, falsche Anreize schafft.
  • Pflegefachkräfte sollen mit guten Arbeitsbedingungen und besseren Löhnen gewonnen und im Ausland angeworben werden. Hierfür planen die Sondierer ein Personalbemessungssystem.
  • Eine Bürgerversicherung, wie sie Grüne und SPD gefordert hatten, wird es nicht geben.

Kinder, Familien, Bildung

Die Sondierer setzen sich zum Ziel, Länder und Kommunen dauerhaft bei der Digitalisierung des Bildungswesens zu unterstützen. Außerdem wollen sie:

  • Kinderrechte im Grundgesetz verankern,
  • Kitas und (Ganztags-)Schulen weiter fördern,
  • Bafög reformieren und elternunabhängiger gestalten.

Wirtschaft und Innovation

Unternehmen sollen bei der anstehenden sozial-ökologischen Transformation »bestmöglich« unterstützt werden – insbesondere auch Mittelstand und Handwerk. Die Beteiligung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Unternehmen soll attraktiver werden. Der Anteil der gesamtstaatlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung soll auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen. Eine Vermögensteuer, wie sie SPD und Grüne wollten, wird es nicht geben.

Bauen und Wohnen

Die Sondierer setzen sich den Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr zum Ziel, davon 100.000 öffentlich geförderte Wohnungen. Umgesetzt werden soll das durch ein »Bündnis bezahlbarer Wohnraum«. Geltende Mieterschutzregeln sollen verlängert werden, einen Mietendeckel soll es aber nicht geben. Die energetische Gebäudesanierung soll vorangetrieben, Klimaschutz bei Neubauten gestärkt werden.

Freiheit, Vielfalt und Demokratie

Die Ampelpartner wollen Vielfalt in der Gesellschaft als Chance begreifen, gerechte Teilhabe sichern und Diskriminierung klar entgegentreten. Gesetze etwa im Familienrecht sollen entsprechend angepasst werden. Jede Form der Menschenfeindlichkeit soll bekämpft werden. Genannt werden Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus, Islamismus, Linksextremismus und Queer-Feindlichkeit. Bürgerrechte sollen gestärkt werden.

Migration

Deutschland ist ein Einwanderungsland, dies soll im Staatsangehörigkeitsrecht zum Ausdruck kommen. Die Einwanderung von Fachkräften soll unter anderem durch ein Punktesystem erleichtert werden. Gut integrierte Ausländer in Deutschland sollen leichter einen sicheren Aufenthaltsstatus bekommen, auch durch den sogenannten Spurwechsel von Asylbewerbern. Gegenüber Geflüchteten wird eine humanitäre Verantwortung betont. Es soll legale Möglichkeiten zur Einreise geben, Familienzusammenführung, aber auch Abschiebungen sollen beschleunigt werden.

Sicherheit

Alle sollen sich in Deutschland sicher fühlen. Prävention soll ausgebaut, die Polizei gut ausgestattet und ausgebildet werden. Verbessert werden soll auch der Schutz vor Cyberattacken.

Außen und Verteidigung

Die EU soll stärker, demokratischer und handlungsfähiger werden. Internationales Handeln soll an den Uno-Nachhaltigkeitszielen ausgerichtet werden. Die Partner bekennen sich klar zur Nato. Die Ausrüstung der Bundeswehr soll verbessert werden, das Nato-Ziel eines BIP-Anteils von zwei Prozent für die Verteidigungsausgaben wird aber nicht genannt. Es soll eine abrüstungspolitische Offensive geben, Rüstungsexporte sollen restriktiv gehandhabt werden.

Wahlrecht

Ein neues Wahlrecht soll das Anwachsen der Zahl der Bundestagsabgeordneten verhindern. Das Wahlalter soll für Bundestag und EU-Parlament auf 16 Jahre gesenkt werden.

Quelle: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/sondierungspapier-was-die-parteispitzen-in-den-koalitionsverhandlungen-umsetzen-wollen-a-34250b7f-1045-4171-9eea-3500fe385f31

Mars Konjunktion endet: Funkverbindung mit Sonden und Rover bald möglich.

Die Nasa-Flotte auf dem Mars ist derzeit für einige Zeit nicht erreichbar: Wegen eines astronomischen Phänomens ist momentan kein Kontakt mehr möglich. Nicht mehr lange dann geht es aber weiter auf dem Mars.

Zwischen der Nasa und dem Mars-Rover „Curiosity“ wird es im Oktober 2021 zwei Wochen Funkstille geben. (Archivbild)
Zwischen der Nasa und dem Mars-Rover „Curiosity“ wird es im Oktober 2021 zwei Wochen Funkstille geben. 
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Nicht mehr lange dann beginnt für Perseverance wieder arbeitsreiche Tage. Vor allem nach der Furore sind wir großartigen Entdeckungen und Erkenntnissen auf dem Mars näher als je zuvor. Go Perseverance!

Unser Nachbarplanet Mars steht am 8Oktober genau in Richtung Sonne und ist daher am Nachthimmel nicht zu sehen aber Bald beginnt wieder Forschung auf dem Mars. 14 Tage reichen auch, wird aller höchste Zeit das Perseverance schuftet und auch weiter fährt um neue großartige Entdeckungen und Erkenntnisse zu machen. Vor allem nach der grandiosen Furore.

Update vom Dienstag, 12.10.2021: Noch bis zum 14. Oktober ist der Kontakt zwischen der US-Raumfahrtorganisation Nasa und ihren Rovern und Orbitern auf dem Mars unterbrochen. Dann wandert der rote Planet wieder hinter der Sonne hervor, die Funkverbindungen funktionieren wieder. Während der Kontakt zwischen Erde und Mars-Flotte nicht möglich ist, sorgt ein Mars-Rover auf der Erde trotzdem für Furore: Forschende haben eine Studie mit den ersten Bildern, die der Rover „Perseverance“ zur Erde schickte, veröffentlicht und berichten Bahnbrechendes: „Perseverance“ habe herausgefunden, dass der Jezero-Krater auf dem Mars einst ein See war, heißt es darin.

Astro-Einstieg
Konjunktion: Die Nasa-Flotte auf dem Mars ist derzeit für einige Zeit nicht erreichbar: Wegen eines astronomischen Phänomens ist momentan kein Kontakt mehr möglich.

Update vom Mittwoch, 06.10.2021: Bereits seit einigen Tagen hat die US-Raumfahrtorganisation Nasa keinen Kontakt mehr zu ihrer Mars-Flotte. Der Kontakt zu sämtlichen Forschungsgeräten auf dem Mars und allen Orbitern in der Umlaufbahn des roten Planeten wurde unterbrochen, da sich der Mars jetzt aus irdischer Perspektive hinter der Sonne befindet. Kommunikation, die direkt an der Sonne vorbeiführt, könnte gestört sein, sodass die Nasa sicherheitshalber den Kontakt komplett abgebrochen hat.

Sobald der Mars wieder hinter der Sonne hervorkommt, wird die Nasa den Kontakt wiederherstellen und erst einmal alle Daten von den Rovern und Orbitern herunterladen. Die Raumsonden und Rover arbeiten in dieser Zeit nämlich durchaus eingeschränkt weiter, nur kritische Funktionen wie das Bewegen von „Körperteilen“ der Rover wurde komplett eingestellt. Für die komplette Zeit hat die Nasa Anweisungen an die Rover und Orbiter geschickt, was sie nun tun sollen.

Quelle: https://www.fr.de/panorama/nasa-mars-rover-flotte-roter-planet-perseverance-curiosity-raumfahrt-funkstille-news-zr-90980129.html


Zurzeit haben Perseverance (und wir) aber erstmal Pause. Die Erde und der Mars stehen gerade auf der jeweils gegenüberliegenden Seite der Sonne (Konjunktion – genau am 8. Oktober) und die Kommunikation mit dem Rover ist deshalb bis Mitte Oktober unterbrochen. Dem Rover wurde deshalb zuvor eine Reihe von Befehlen übermittelt, sodass er in dieser Zeit wissenschaftliche Aktivitäten durchführen kann, ohne dass das Team jeden Tag überprüfen muss, ob sie erfolgreich waren. So wird Perseverance unter anderem Aufnahmen mit der Mastcam-Z machen, Wettermessungen durchführen, nach vorbeiziehenden Staubteufeln auf dem Planeten Ausschau halten sowie mit dem Mikrofon nach Umweltgeräuschen lauschen.

Diese Zeit der „Funkstille“ ist eine gute Gelegenheit für uns, die bisher gesammelten Daten mal in Ruhe zu analysieren und Pläne für die nächsten Etappen der Reise zu machen. Weiter geht’s, sobald der Mars wieder hinter der Sonne auftaucht und für uns auf der Erde sichtbar wird, sodass mit den großen 70-Meter-Antennen des Deep-Space Network der NASA der Kontakt zu Perseverance wieder aufgenommen werden kann.

Quelle: https://www.dlr.de/blogs/alle-blogs/perseverance-jetzt-wird-der-name-zum-programm.aspx

Premiere in Hamburg: Erste digitale S-Bahn gestartet/Für die neue Bundesregierung bedeutet das fördern, fördern – ausbauen, ausbauen.

Die Deutsche Bahn und der Technologiekonzern Siemens haben am Montag eine Weltpremiere gefeiert: Erstmals startete in Hamburg eine vollautomatisch fahrende, digital gesteuerte S-Bahn.

Nach Worten von Siemens-Chef Roland Busch handelt es sich um eine „Blaupause für die Digitalisierung der Schiene in Deutschland, Europa und der ganzen Welt“. Autonome Bahnen gebe es zwar schon länger. Neu sei das offene System, das mit jeder Bahn kompatibel sei, die die technischen Standards beherrsche.

Strecke liegt zwischen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle

Auf einer dafür ausgerüsteten Strecke zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle können S-Bahnen digital gesteuert durch die Stadt pendeln. Anfahren, Beschleunigen, Bremsen und Halten erledigen die eigens für den automatischen Betrieb umgebauten Züge von selbst.

Bahn will Infrastruktur ins digitale Zeitalter bringen

Bahnchef Richard Lutz (r.) macht zur Premierenfahrt ein Selfie vor dem Zug.

Das Projekt ist Teil des Vorhabens „Digitale Schiene Deutschland“, mit dem die Bahn ihre Infrastruktur bis zum kommenden Jahrzehnt generell ins digitale Zeitalter bringen will. Ein hochautomatisierter S-Bahn-Betrieb erlaube nach Darstellung der Bahn einen deutlich engeren Fahrzeugtakt auf der Schiene und helfe zudem, Energieverbrauch und Betriebskosten zu senken.

Schrittweise Ausdehnung auf das gesamte S-Bahnnetz

Das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ wird mit etwa 60 Millionen Euro zu gleichen Teilen von Hamburg, der Deutschen Bahn und Siemens finanziert. Bahnchef Richard Lutz kündigte an, dass die Technologie in Zukunft schrittweise auf das gesamte S-Bahn-Netz der Hansestadt ausgedehnt werden soll. Deutschlandweit könnte bis in die 2030er-Jahre ein Großteil der Züge und Strecken im Nah- und Fernverkehr so aufgerüstet werden.

Noch bis Freitag will sich Hamburg auf dem ITS-Weltkongress als weltweites Schaufenster für intelligente Verkehrssysteme präsentieren.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Premiere-in-Hamburg-Erste-digitale-S-Bahn-gestartet,sbahn746.html


Siemens und Deutsche Bahn setzen ersten automatisierten Zug ein

In Hamburg werden nun vier automatisierte S-Bahn-Züge eingesetzt. Ab Dezember sollen sie in Vollbetrieb gehen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (l.), DB-Chef Richard Lutz und Siemens-Chef Roland Busch auf der Premierenfahrt. Wie die Lokführerin heißt, teilte die DB dazu nicht mit. 
(Bild: DB)

Die Deutsche Bahn (DB) und Siemens haben den weltweit ersten Zug entwickelt, der im regulären Eisenbahnverkehr von allein fährt. Er wurde am heutigen Montag in Hamburg anlässlich des dort stattfindenden Weltkongresses für Intelligent Transport Systems (ITS World Congress) präsentiert. Während des Kongresses fahren vier digitale S-Bahnen automatisch auf dem 23 Kilometer langen Streckenabschnitt der S-Bahn-Linie 21 zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle. Dort fanden bereits vor einem Jahr erste Testfahrten statt.

11.10.2021, Hamburg: Die S-Bahn S21 fährt zur Premierenfahrt der digitalen, automatisch fahrenden S-Bahn Hamburg in den Bahnhof Dammtor ein. Die Premierenfahrt fand im Rahmen der Eröffnung des ITS-Weltkongress für Mobilität und Logistik statt.
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Die Deutsche Bahn fängt an damit meinen hohen Ansprüchen der Digitalisierung gerecht zu werden. Für die neue Bundesregierung bedeutet das fördern, fördern-ausbauen, ausbauen.

Sieht der Zug Schnieke aus! Die rühren ja ordentlich die Werbetrommel – Sehr gut, so gehört sich das auch. Ich bin sehr zufrieden mit der Präsentation, das machen die schon richtig. Siemens und Deutsche Bahn sollen mal ordentlich auf den Putz hauen und auf sich aufmerksam machen. Das muss auch beim letzten Hinterwäldler (Einsiedler), in Gesellschaft und Politik ankommen.

Wenn ich als Bahnkunde eine Fahrkarte kaufe erwarte ich sowas, dass das Geld in solche Projekte investiert wird. Für Autonome Züge wäre ich sogar bereit mehr zu zahlen.

Christian Dauck

Der Zug wird mittels digitaler Technik über Funk gesteuert. Im Führerstand sitzt aber weiterhin ein Mensch und überwacht die Fahrt. Rangiert wird ohne Personal. Technische Basis ist der künftige europäische Standard ATO (Automatic Train Operation) kombiniert mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System).

Ab kommenden Dezember sollen die vier digitalen S-Bahnen in Hamburg im fahrplanmäßigen Einsatz fahren. Damit würde die Bahn in dem vor gut drei Jahren veröffentlichten Plan liegen. Die Technik soll auch bundesweit im Regional- und Fernverkehr genutzt werden.

Die Projektpartnerinnen DB, Siemens Mobility und die Stadt Hamburg haben insgesamt 60 Millionen Euro in das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ investiert, die Teil des DB-Programms Digitale Schiene Deutschland ist. Dabei wird von konventioneller Signaltechnik auf funkgesteuerten Bahnbetrieb umgestellt, Starten, Beschleunigen, Fahren, Ausrollen, Bremsen und Stoppen wird automatisiert.

In Hamburg biete sich die Technik wegen der täglich 750.000 Fahrgäste an, da mit ATO over ETCS dichtere Zugfolgen möglich seien und das Aufkommen vermutlich wesentlich größer wird. DB-Chef Richard Lutz meint, „mit dem automatischen Bahnbetrieb können wir unseren Fahrgästen ein deutlich größeres, zuverlässigeres und damit besseres Angebot machen – ohne einen Kilometer Gleis neu bauen zu müssen“.

Quelle: https://www.heise.de/news/Siemens-und-Deutsche-Bahn-setzen-ersten-automatisierten-Zug-ein-6214338.html

Die Deutsche Bahn fährt in die Digitale-Zukunft: Die Zukunft der Mobilität liegt auf dem Gleis/ITS Weltkongresses in Hamburg gestartet

Endlich geht es los, die Deutsche Bahn fährt in die Digitale-Zukunft: Digitale S-Bahn in Hamburg startet. In Hamburg starten heute die bundesweit ersten automatisch fahrenden S-Bahnen.

Premiere in Hamburg: Digitale S-Bahn startet beim Mobilitätskongress

Waren oder Menschen von A nach B transportieren, ohne Stau und möglichst klimaneutral. Hamburg will zeigen, was heute schon möglich ist.

In Hamburg beginnt am Montag eine Verkehrspremiere, die den öffentlichen Nahverkehr in deutschen Städten deutlich stärken soll: Der Cheflenker der Deutschen Bahn, Richard Lutz, und der neue Vorstandschef des Technologiekonzerns Siemens, Roland Busch, wollen während eines Mobilitätskongresses in der Hansestadt gemeinsam mit Bürgermeister Peter Tschentscher erstmals eine hochautomatisierte S-Bahn starten. Auf einer dafür ausgerüsteten Strecke zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle sollen S-Bahnen digital gesteuert durch die Hansestadt pendeln. Anfahren, Beschleunigen, Bremsen und Halten erledigen die eigens für den automatischen Betrieb umgebauten Züge von selbst.

Das Projekt ist Teil des Vorhabens „Digitale Schiene Deutschland“, mit dem die Bahn ihre Infrastruktur bis zum kommenden Jahrzehnt generell ins digitale Zeitalter bringen will. Ein hochautomatisierter S-Bahn-Betrieb erlaubt nach Darstellung der Bahn einen deutlich engeren Fahrzeugtakt auf der Schiene und hilft zudem, Energieverbrauch und Betriebskosten zu senken. Das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ wird mit etwa 60 Millionen Euro zu gleichen Teilen von Hamburg, der Deutschen Bahn und Siemens finanziert. Es soll später auf das gesamte S-Bahnnetz der Hansestadt ausgeweitet werden. Deutschlandweit könnte bis in die 2030er-Jahre ein Großteil der Züge und Strecken im Nah- und Fernverkehr so aufgerüstet werden.

Auf dem ITS-Weltkongress will sich die Hansestadt bis zum Freitag als weltweites Schaufenster für intelligente Verkehrssysteme präsentieren. „ITS“ steht für „Intelligent Transport Systems“. Der Kongress wird alljährlich an wechselnde Städte vergeben. Experten für Verkehr, Logistik und Digitalisierung werden diskutieren, wie gewerblicher und privater Verkehr unter den Vorzeichen von Klimakrise und steigenden Mobilitätswünschen aussehen könnten.

Im frisch renovierten Kongresszentrum CCH, den Messehallen und im Stadtgebiet zeigen rund 400 Aussteller aus aller Welt Ideen und Techniken rund um intelligente Verkehrssysteme. Dazu zählen zum Beispiel die autonom fahrenden Kleinbusse, die bereits jetzt in der Hafencity unterwegs sind, ein Pilotprojekt für den autonomen Transport von Schiffsladung zum Containerterminal oder selbstständig parkende Autos im Parkhaus.

Am Donnerstag steht der Kongress einem breiteren Publikum offen. Neben einem Bühnenprogramm mit Vorträgen können Interessierte an Diskussionen teilnehmen oder technische Live-Demonstrationen zu den Themen Mobilität, Transport und Verkehr verfolgen. Wer teilnehmen möchte, kann sich online für den ITS Public Day anmelden. Der gesamte Kongress läuft unter strengen 2G-Corona-Regeln. Das heißt, nur nachweislich Geimpfte oder Genesene sind zugelassen.

Quelle: https://www.heise.de/news/Premiere-in-Hamburg-Digitale-S-Bahn-startet-beim-Mobilitaetskongress-6213631.html


Revolution im Bahnsystem – unterwegs in die digitale Zukunft.

Was die Dampfmaschine für die industrielle Revolution war, ist die Digitalisierung für die Industrie 4.0.

Mit der Digitalen Schiene Deutschland nutzen wir diese Chance und bringen Zukunftstechnologien in das System Bahn. Künstliche Intelligenz und automatisiertes Fahren werden zur neuen Normalität auf dem Gleis.

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Seit der Ankündigung schon absolut begeistert und möchte mehr davon: In Hamburg wird 2021 erstmals in Deutschland, ein hochautomatisierter S-Bahn-Betrieb auf einer Teilstrecke, aufgenommen. Die Digitale Schiene Deutschland revolutioniert den nachhaltigen Bahnverkehr und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz. Endlich geht es los, die Deutsche Bahn fährt in die Digitale-Zukunft.

Endlich beginnt der ITS in Hamburg. Ich als Technikfreak freue mich besonders auf die Projekte der Deutschen Bahn. Als Kind hab ich schon von selbst fahrenden Zügen geträumt, so Cool und absolut Geil das es langsam anfängt Realität zu werden – Ich bin total Happy! Endlich geht es los, die Deutsche Bahn fährt in die Digitale-Zukunft

Die Digitale Schiene als Innovationstreiber – Jaa!: Die Digitale Schiene bringt einen gewaltigen Technologieschub für die gesamte deutsche Bahnbranche, aber auch über die Landesgrenzen hinaus.

Außerdem profitieren auch Arbeitnehmer von den digitalen Technologien: vielfältige Berufsfelder entstehen. Jaaa!! Solche Berufsfelder braucht es.

Ich bin ein absoluter Fan der Digitalen Schiene. Und das nicht weil Plegepapa bei der Bahn arbeitet, die Projekte hab ich schon Jahre vorher Spitz bekommen. Die Zukunft der Mobilität liegt auf dem Gleis – Jaaaaa!!!

Toll das Hamburg den Zuschlag für den ITS-Weltkongress bekommen hat. Der Norden zeig die Zukunft des Bahnfahrens. Hurra!!!

Christian Dauck

Das Fundament dafür legen wir mit der grundlegenden Modernisierung und Digitalisierung der Infrastruktur: Durch den Flächen-Rollout des European Train Control System (ETCS), Digitaler Stellwerke (DSTW) und des integrierten Leit- und Bediensystems (iLBS) wird die Leit- und Sicherungstechnik bis 2035 grundlegend erneuert. Der „Startschuss“ dafür wurde 2020 mit dem sogenannten „Starterpaket“ gegeben.

Mit der zweiten Stufe der Digitalen Schiene entfaltet das digitale Bahnsystem sein volles Potenzial: Züge, die voll automatisiert und in kürzeren Abständen fahren, die in Echtzeit intelligent und automatisiert gesteuert werden, die ihre Umwelt und ihre Position durch Sensorik erkennen – so sieht die Zukunft der Eisenbahn aus. In einer Systemarchitektur wird dafür detailliert, was einzelne Komponenten des Bahnsystems leisten müssen und wie sie zusammenarbeiten sollen. Auf dieser Grundlage werden dann zahlreiche digitale Technologien erprobt und für den Einsatz im System Bahn weiterentwickelt.

Warum wir tun, was wir tun

Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz sind der Schlüssel für eine höhere Kapazität und eine optimale Auslastung des Schienennetzes. Unser Ziel dabei ist klar: Einen attraktiveren Bahnverkehr mit mehr Zügen in einer höheren Qualität. Und das ohne einen Meter zusätzlicher Gleise. 
Damit schaffen wir die Verkehrswende: doppelt so viele Reisende auf der Schiene und mehr Güterverkehr bis 2030. So nutzt die Digitale Schiene unseren Kunden und dem Klima. Die Eisenbahn wird wieder zur Hochtechnologiebranche, mit attraktiven Arbeitsplätzen und Innovationskraft über Deutschland hinaus.

Schneller, grüner, reibungsloser – das bringt die Digitale Schiene Deutschland:

Die Digitale Schiene schafft Kapazität

Mit der Digitalen Schiene Deutschland sind mehr Züge unterwegs, ohne dass dafür neue Gleise gebaut werden: Eine einheitliche digitale Leit- und Sicherungstechnik (DLST) auf Basis von ETCS und DSTW in Verbindung mit einem neuen integrierten Leit- und Bediensystem (iLBS) und den Zukunftstechnologien des digitalen Bahnsystems bringt bis zu 35% mehr Kapazität ins Schienennetz.

Die Zuverlässigkeit steigt

Mehr Menschen und Güter erreichen künftig zuverlässiger ihr Ziel. Möglich wird das durch standardisierte technische Komponenten und weniger „Hardware“, die ausfallen kann – wie die rund 160.000 Signale, die nach der Einführung von ETCS und DSTW nicht mehr gebraucht werden. Aber auch digitale Ferndiagnosesysteme und eine weitgehend automatisierte Bearbeitung von Störungen sorgen für einen reibungsloseren Ablauf. Das Ergebnis: zuverlässigerer Gütertransport, pünktlichere Personenzüge, zufriedenere Kunden.

Höhere Effizienz im Bahnbetrieb

Die bessere Auslastung der Ressourcen, die „Virtualisierung“ störanfälliger Hardware und die optimierte Steuerung aller Abläufe machen den Bahnverkehr effizienter – und verringern den Wartungsaufwand für die Infrastruktur. Darüber hinaus erleichtert eine einheitliche, standardisierte Technik den Warenverkehr in ganz Europa.

Die Digitale Schiene als Innovationstreiber

Die Digitale Schiene bringt einen gewaltigen Technologieschub für die gesamte deutsche Bahnbranche, aber auch über die Landesgrenzen hinaus. Mit innovativen, exportfähigen Systemen kann Deutschland neue Märkte erschließen und sich weiter als Technologieführer etablieren. Außerdem profitieren auch Arbeitnehmer von den digitalen Technologien: vielfältige Berufsfelder entstehen, Arbeitsprozesse werden erleichtert und zukunftsfähige Kompetenzen gefördert.

Eine gute Umweltbilanz

Schon heute ist der Zug eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln. Aber es geht noch besser: Die Digitale Schiene schafft die Voraussetzungen für mehr Personen und Güter auf bestehenden Gleisen und weniger Verkehr auf den Straßen. Von der höheren Kapazität profitiert auch die Klimaschutzbilanz. Eine neue Organisation des Bahnbetriebs und die optimale Ausnutzung der bestehenden Ressourcen senken den Energiebedarf und schädliche CO₂-Emissionen – mehr als zehn Millionen Tonnen CO₂ jährlich kann die Eisenbahn laut Schätzungen im Jahr 2030 einsparen. Dabei entfallen allein 1,6 Millionen Tonnen auf die Maßnahmen der Digitalen Schiene Deutschland.

Quelle: https://digitale-schiene-deutschland.de/de/digitale-schiene

Digitale S-Bahn Hamburg: Erste digital gesteuerte S-Bahn im Fahrgastbetrieb

Noch effizienter und umweltfreundlicher durch die Hansestadt. 

„Digitale S-Bahn Hamburg“ – so heißt das erste zukunftsweisende Projekt der Digitalen Schiene Deutschland. Es sorgt dafür, dass im Oktober 2021 erstmals S-Bahnen im Fahrgastbetrieb digital gesteuert durch die Hansestadt pendeln. Anfahren, Beschleunigen, Bremsen, Halten: All das erledigen die hochautomatisierten Züge von selbst. Auf einer dafür ausgerüsteten, 23 Kilometer langen Strecke zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle werden in den kommenden Monaten bis zu vier Züge der Linie S21 hochautomatisiert fahren.

Digitale Technologien im Einsatz

Möglich machen dies das Zugsteuerungssystem Automatic Train Operation (ATO) und das Europäische Zugsicherungssystem European Train Control System (ETCS) – zwei Technologien, deren Zusammenspiel hier erstmals gemeinsam getestet wird. Um den digitalen Betrieb zu realisieren, werden die S-Bahnen umgerüstet: bspw. Balisenantennen, Radare oder ETCS- und ATO-Computer im Zug erlauben das hoch automatisierte Fahren. Und auch die Infrastruktur entlang der Strecke hat mit einem aufgerüsteten Stellwerk, überarbeiteter Signaltechnik und Eurobalisen ein Upgrade bekommen.

Sicher und effizient zugleich

Ein Triebfahrzeugführer ist weiterhin mit an Bord, um bei Störungen oder Unregelmäßigkeiten eingreifen zu können. Die Fahrt zum Rangiergleis, auf dem die S-Bahn wendet, erfolgt sogar vollautomatisiert. Triebfahrzeugführer und Fahrgäste steigen an der Station Bergedorf aus beziehungsweise zu.

Außerhalb des digitalisierten Abschnitts wird der Zug wieder wie gewohnt gesteuert. In Bergedorf wird eine weitere Technologie erprobt: Diese vollautomatisierte Bereitstellung geschieht auf Basis des Nokia-5G-Mobilfunknetzes.

Digitale S-Bahn Hamburg bringt Menschen schneller ans Ziel

Ein hochautomatisierter S-Bahn-Betrieb hat viele Vorteile: Auf derselben Strecke können bei höherer Kapazität deutlich mehr Züge fahren. So lässt sich der Mindestzugfolgeabstand auf unter 90 Sekunden verkürzen. Außerdem sinken durch das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ der Energieverbrauch und die Betriebskosten.  Die Technologien sollen nicht nur im Rahmen des Pilotprojektes demonstriert, sondern anschließend auch im gesamten Hamburger S-Bahnnetz ausgerollt werden. 
Diese intelligente Lösung zeigt, wie auch andere Schienennetze in Ballungszentren künftig digitalisiert werden können. Deutschlandweit könnte ein Großteil der Züge und Strecken im Nah- und Fernverkehr in den nächsten 15 bis 20 Jahren folgen.

Die „Digitale S-Bahn Hamburg“ wird mit etwa 60 Millionen Euro zu gleichen Teilen von Hamburg, der Deutschen Bahn und Siemens finanziert.

Wann ist es so weit?

Schon jetzt steht die erste hoch automatisierte S-Bahn in den Startlöchern. Die technische Umrüstung des ersten S-Bahn-Zugs wurde im Sommer 2020 abgeschlossen. Bis zum Weltkongress Intelligent Transport Systems (ITS), der im Oktober 2021 in Hamburg stattfindet, werden vier S-Bahnen für den Regelbetrieb mit Fahrgästen fertig sein. Als weltgrößte Fachmesse für intelligente Transportsysteme bietet der ITS-Kongress mit rund 12.000 Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft und Industrie eine ideale Plattform für das innovative Pilotprojekt.

Quelle: https://digitale-schiene-deutschland.de/Digitale-S-Bahn-Hamburg


Sensors4Rail bringt mehr Kapazität auf die Schiene

Moderne Sensorik am Zug ermöglicht eine exakte Ortung und Umfeldwahrnehmung. 

Sensoren haben alles im Blick: Durch das Projekt Sensors4Rail stehen Zügen genaue Informationen über das eigene Umfeld und die exakte Position zur Verfügung. Um die Position von Fahrzeugen zentimetergenau bestimmen zu können, kommen eine hochpräzise digitale HD-Karte und moderne Satellitentechnik ins Spiel: Der Zug ortet sich mithilfe von Landmarken wie Oberleitungsmasten, Bahnsteigkanten oder anderen markanten Objekten in der Bahnumgebung. Die bei der Umfeldwahrnehmung detektierten Landmarken werden dabei mit den in der HD-Karte hinterlegten Landmarken und den per Globalem Navigationssatellitensystem (GNSS) und Fahrzeugodometrie georteten Positionen abgeglichen. Damit wird die Karte zum „digitalen Zwilling“ der Schiene und ihrer unmittelbaren Umgebung.

Die Vorteile von Sensors4Rail

Die sensorbasierte Umfeldwahrnehmung unterstützt das System auch beim Erkennen und Klassifizieren von Hindernissen und Objekten im Gleisumfeld. Diese können auf der HD-Karte genau lokalisiert werden, sodass die Leitstelle künftig noch schneller und präziser reagieren kann. Zudem spielt das technologische Set-up für die Kapazitätssteigerung eine entscheidende Rolle: Die hochmodernen Sensoren am Fahrzeug stellen genaueste Informationen über das Zugumfeld und die exakte Position zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten könnten Züge zukünftig optimal gesteuert werden und beispielsweise in kürzeren Abständen fahren, was die Kapazität der Strecke erhöht. 

Eine besondere Herausforderung bei Schienenfahrzeugen im Vergleich zur Straße sind die sehr langen Bremswege. Die im Projekt verwendeten Sensortechnologien sind auf hohe Reichweiten ausgelegt, um eine frühzeitige Fahrzeugreaktion zu ermöglichen.

Gemeinsam schneller digital

Für die Realisierung sind Zukunftstechnologien aus verschiedenen Branchen notwendig. Diese Technologien zusammen mit unseren Partnern schnell ins System Bahn zu integrieren – das ist eine unserer Hauptaufgaben bei der Digitalen Schiene.

  • Die DB ist verantwortlich für Projektmanagement, Fahrzeug-Engineering, Zulassung und Safety und stellt Fahrzeuge sowie Infrastruktur.
  • Siemens Mobility unterstützt bei der Fahrzeugintegration, verantwortet die Systemtests und die Lokalisierung der Zugfrontposition mittels einer modernen Odometrie-Einheit unter Einbindung des Globalen Navigationssatellitensystem (GNSS), Fahrzeugodometrie und Landmarkenpositionen.
  • Für die Realisierung der Umfeldwahrnehmung und Objekterkennung sind die Partner Bosch Engineering (Radar, Infrarot Long-Range-, Mid-Range- und Stereokamera) und Ibeo Automotive Systems (Lidar-Sensoren) verantwortlich.
  • HERE Technologies liefert die HD-Karte in 3D, um die zentimetergenaue Verortung des Zuges auf der integrierten DB-Streckentopografie zu ermöglichen.

Sensors4Rail: Wann kommt die Sensorik zum Einsatz?

Der Einbau der neuen Technologien läuft bereits. Ein Fahrzeug der S-Bahn Hamburg wurde im Oktober 2020 mit Kamerasystem, Radar, Lidar und GNSS ausgestattet. Erste Testfahrten haben Anfang 2021 begonnen. Die Ergebnisse werden im Rahmen von Sonderfahrten auf der 23 Kilometer langen Strecke der Linie S21 zwischen Hamburg-Berliner Tor und Bergedorf auf dem ITS-Weltkongress 2021 in Hamburg präsentiert. Geplant sind Live-Animation auf Videobildschirmen im umgebauten Zug sowie die simultane Live-Übertragung auf Terminals am ITS-Messegelände.

Erfahren Sie mehr über Sensors4Rail auf der dem ITS Weltkongress 2021.

Sensors4Rail auf dem ITS Weltkongress 2021

Auf dem ITS Weltkongress 2021 in Hamburg testet die Digitale Schiene Deutschland mit den Kooperationspartnern Siemens Mobility, HERE Technologies, ibeo automotive und Bosch Engineering im branchenübergreifenden Pilotprojekt “Sensors4Rail” sensorbasierte Wahrnehmungssysteme live im Zugbetrieb während Sonderfahrten. Hochmoderne Sensoren an einem Fahrzeug der S-Bahn Hamburg stellen genaueste Informationen über das Zugumfeld und die exakte Position zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten könnten Züge zukünftig optimal gesteuert werden und beispielsweise in kürzeren Abständen fahren, was die Kapazität der Strecke erhöht.

Das Projekt Sensors4Rail live auf dem ITS erleben

Hier gibt es alle wichtigen Fakten zur Future Rail Experience Tour  auf dem ITS 2021 in Hamburg:

  • Wann: 11. – 15. Oktober 2021 
  • Wo: auf dem Messestand der Digitalen Schiene Deutschland (Standkoordinaten: Halle B5, Stand N° B5102), auf unserer Future Rail Experience Tour im Zug (Startpunkt Halle B2, Boarding Area) oder virtuell im Live-Streaming.

Das Projekt Sensors4Rail als Live-Streaming erleben

14 Augen erkennen ihr Umfeld – Hochmoderne Sensoren stellen genaueste Informationen über das Zugumfeld und die exakte Position zur Verfügung.

Die Live-Animation zeigt, was die innovative Technik im und am Zug detektiert und wie sie den Zug lokalisiert.

Die Zugfahrt mit anderen Augen sehen

Durch unser Live-Streaming Event auf LinkedIn bieten wir Ihnen die Möglichkeit, einen Teil der Future Rail Experience Tour des ITS 2021 nach Hause auf Ihren Bildschirm zu holen: Erleben Sie die Fahrt des Sonderzuges in unserer virtuellen Live-Übertragung und sehen Sie, was die digitalen Augen unseres Zuges sehen.

Zeitplan der Future Rail Experience Tour ITS 2021 – Live und virtuell per Live-Übertragung über Social Media.

Quelle: https://digitale-schiene-deutschland.de/Sensors4Rail-ITS2021

Nach Dreiergespräch: SPD, Grüne und FDP für weitere Sondierung

Stand: 07.10.2021 18:54 Uhr

Nach dem Sondierungsgespräch von SPD, Grünen und FDP zeigen sich die Parteien zuversichtlich. Zu den Inhalten wurde nichts bekannt. Es gebe aber die Bereitschaft, Hürden zu überwinden. Am Montag soll ein weiteres Gespräch stattfinden.

SPD, Grüne und FDP wollen ihre Sondierungen zur Bildung einer Bundesregierung am Montag fortsetzen. Das teilte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil nach dem ersten, gut sechsstündigen Treffen aller drei Parteien in Berlin mit.

Klingbeil lobte dabei die „ernsthafte Gesprächsatmosphäre“. In der ersten Dreierrunde seien alle Themen auf den Tisch gekommen. Man habe nicht mit „Höflichkeitsfloskeln“ angefangen. Das Wochenende solle genutzt werden, „um eine intensive Woche der Sondierungen vorzubereiten“.

Wissing: „Das heutige Gespräch macht Mut“

Auch FDP-Generalsekretär Volker Wissing bewertete die Ampel-Sondierung positiv: „Das heutige Gespräch macht Mut.“ Es werde allerdings ein schwieriger Weg, bei dem es auch Hürden zu überwinden gebe. Das Präsidium der FDP habe gleich nach der Sondierung getagt und sich einstimmig für eine vertiefte Sondierung ab Montag ausgesprochen.

Personelle Veränderungen bei der Union haben nach Wissings Worten vorerst keine Auswirkungen auf die laufenden Sondierungsgespräche mit SPD und Grünen. „Natürlich führt auch ein personeller Wechsel auch zu einer neuen Perspektive auf eine Partei. Aber für uns bleibt klar: Eine Regierungsbildung kann sich nicht an einzelnen Personen oder parteiinternen Führungsfragen entscheiden.“

Kellner: „Da ist eine Vertrauensbasis da“

Der Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sieht das Dreier-Treffen ebenfalls positiv. „Da ist eine Vertrauensbasis da“, sagt Kellner. „Natürlich ist da noch ein ganzes Stück des Weges zu gehen.“ Zwischen den Parteien sei vereinbart, dass sie weiter keine Zwischenstände ihrer Gespräche veröffentlichen.

Vorerst drei Termine veranschlagt

Nach den Angaben von Klingbeil soll nach den Beratungen am Montag am Dienstag bis Mittag weiter sondiert werden. Danach soll es eine Unterbrechung geben, da Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz in seiner Regierungsfunktion in die USA reist. Am Freitag soll es dann mit dem nächsten Sondierungsgespräch weitergehen.

Am Ende der Woche werde man dann bilanzieren, wo man stehe, so Klingbeil. Ein vereinbartes Ende der Sondierungsgespräche gebe es nicht, ergänzte Wissing.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/sondierung-spd-gruene-fdp-101.html

Perseverance: Jezero-Krater war tatsächlich ein See mit Flussdelta

Wie lebensfreundlich und wasserreich der Mars einst war, ist noch immer umstritten. Jetzt bestätigen Aufnahmen und Messdaten des NASA-Rovers Perseverance, dass zumindest im Jezero-Krater, seinem Landegebiet, bis vor rund 3,7 Milliarden Jahren ein großer See lag. Neu ist jedoch die Erkenntnis, dass dieser Kratersee zwar lange Zeit von einem gleichmäßig strömenden Fluss gespeist wurde, es dann aber einen Wechsel gab. Große Felsblöcke und gröberes Sediment deuten darauf hin, dass es in der Spätphase des Sees heftige Sturzfluten gab. Sie könnten den Übergang von der feucht-milden Frühphase des Marsklimas zu einem wechselhafteren, trockeneren Klima anzeigen.

Jezero-Krater
Jezero-Krater als See. (Bild: NASA/JPL-Caltech)

Die eingekerbten Spuren alter Flusstäler und Deltas sowie Tonminerale, die in Gegenwart von Wasser entstanden sein müssen, deuten darauf hin, dass unser Nachbarplanet Mars einst wasserreicher gewesen sein muss als heute. Wie viel Wasser es in seiner Frühzeit bis vor rund 3,7 Milliarden Jahren gab, ist allerdings strittig. Während einige Wissenschaftler große marsianische Seen und sogar Ozeane für möglich halten, sind andere skeptischer. Ihrer Ansicht nach war die Atmosphäre selbst in der Anfangszeit des Mars zu dünn und sein Klima zu kalt, um dauerhaft größere Wasserflächen zu erlauben. Sie vermuten, dass die fluvialen Relikte eher auf vorübergehende Starkregen und Sturzfluten, vielleicht auch nur auf Schmelzwasser zurückgehen. Wäre dies der Fall, würde das die Hoffnung, vielleicht noch Spuren einstigen mikrobiellen Lebens auf dem Mars zu finden, deutlich schmälern.

Um mehr über die potenziell lebensfreundliche Phase des Roten Planeten herauszufinden und gezielt nach Fossilien und anderen Lebensspuren zu suchen, ist im Februar 2021 der NASA-Rover Perseverance in einem besonders vielversprechenden Gebiet des Mars gelandet – dem rund 45 Kilometer großen Jezero-Krater. Er liegt 18 Grad nördlich des Marsäquators am Rand der gewaltigen Einschlagssenke Isidis Planitia und damit in einem Gebiet, in dem einige der ältesten Gesteinsschichten des Mars zutage treten. Der spektrale Nachweis von Karbonatgesteinen und Tonmineralen durch Orbitersonden sowie Spuren eines alten Flussdeltas sprechen dafür, dass der Krater in der Frühzeit des Planeten mit Wasser gefüllt war – in ihm könnte ein mehr als 250 Meter tiefer See gelegen haben. Doch ob diese Annahme stimmt und wie die deltaähnlichen Landschaftsformen tatsächlich entstanden sind, ließ sich aus dem Orbit allein nicht klären.

Stetige Ablagerung

Jetzt liefert Perseverance die dafür nötigen Daten. Obwohl er während seiner ersten drei Monate auf dem Mars zunächst stationär blieb und seine Umgebung nur mithilfe seiner Mastkamera und des SuperCam Remote Micro-Imager (RMI) untersuchte, liefern schon diese ersten Daten wertvolle Informationen über die Geologie und Vergangenheit dieses Gebiets. Nicolas Nangold von der Universität Nantes in Frankreich und seine Kollegen haben dafür die Bilder von zwei speziellen Formationen im Umfeld des Rovers ausgewertet. Dazu gehören der Kodiak Butte, ein isolierter, flachgipfeliger Hügel, der im südlichen Teil des Deltas aufragt, sowie mehrere Bereiche im höhergelegenen südwestlichen Teil des Flussdeltas. In diesen Formationen treten gut erkennbar verschiedene Sedimentschichten zutage, deren Struktur und Abfolge Rückschlüsse auf die Wasserstände im Gewässer, aber auch auf die Fließgeschwindigkeiten der Flüsse erlauben.

Die Perseverance-Aufnahmen zeigen, dass die unteren Sedimentschichten vorwiegend aus feinkörnigem Material bestehen, wie es für den Schwemmsand gemächlich fließender Gewässer typisch ist. Das Flussdelta, in dem der Kodiak Butte liegt, mündete demnach in den tiefen Kratersee, der zumindest in dieser Zeit keinen Ausfluss besaß. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Jezero-See zur Zeit der Delta-Entstehung geschlossen war“, schreiben Nangold und seine Kollegen. Der Wasserspiegel dieses Sees lag dabei teilweise rund 100 Meter tiefer als bisher aufgrund der Orbiterdaten angenommen. Dennoch sehen die Forscher in den neuen Aufnahmen von Perseverance klare Belege dafür, dass es im Jezero-Krater bis vor rund 3,7 Milliarden Jahren einen tiefen See gab. „Der Rover konnte damit schon einmal eine der großen Fragen beantworten – ob dieser Krater einst ein See war“, sagt Co-Autor Benjamin Weiss vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. „Bevor wir dort gelandet sind und dies nun bestätigen konnten, stand dies immer in Frage.“

Felsbrocken zeugen von Sturzfluten

Die Roverdaten enthüllen aber auch, dass es in der Geschichte des Jezero-Sees und seines Zuflusses einen dramatischen Wandel gab: In der Spätzeit des Sees muss diese Gegend heftige Sturzfluten erlebt haben. Belege dafür liefern zahlreiche bis zu einem Meter große und mehrere Tonnen schwere Felsblöcke, die im oberen, südwestlichen Teil des Deltas abgelagert wurden. Die multispektralen Aufnahmen des Rovers zeigen, dass diese Brocken nicht aus Schichtsilikaten und Olivin bestehen wie das meiste Sediment im Delta, sondern von calciumarmem Pyroxen dominiert werden. „Der Ursprung dieser Brocken muss daher entweder der Kraterrand von Jezero sein oder die freiliegenden Bereiche pyroxenreicher Kruste gut 60 Kilometer stromaufwärts vom Jezero-Krater“, berichten die Wissenschaftler. Ein so weiter Transport so schwerer und großer Steine ist aber nur möglich, wenn das Wasser mit entsprechender Wucht strömt.

Aus den Positionen der Brocken und der Struktur des Sediments schließen Nangold und seine Kollegen, dass es in der Spätzeit des Sees heftige Sturzfluten gegeben haben muss. In ihnen könnte das Wasser mit bis zu neun Metern pro Sekunde hangabwärts gerast sein. Der Durchfluss lag bei bis zu rund 3000 Kubikmetern pro Sekunde. Offenbar, so vermuten die Forscher, gab es einen Wechsel von einem gleichmäßig feuchten zu einem wechselhafteren Klima, in dem Regen nur noch sporadisch, aber heftig fiel – ähnlich wie heute in manchen Wüstengebieten der Erde. „Unsere Ergebnisse deuten auf einen zeitlichen Übergang im Energieregime der fluvialen Systeme im westlichen Delta hin – von einer anhaltend nassen Aktivität, die die zum Jezero-Krater hin abfallenden Deltaablagerungen schuf, zu Episoden mit starken Sturzfluten, die metergroße Felsbrocken über Kilometer hinweg mitreißen konnten“, schreiben Nangold und seine Kollegen.

Damit könnte der Jezero-Krater wertvolle Zeugnisse des Wandels konserviert haben, der den Mars von einer feuchten, lebensfreundlichen Welt zu einem kalten, trockenen Wüstenplaneten machte. „Zu dieser Zeit in der Planetengeschichte muss etwas sehr Grundlegendes passiert sein“, sagt Weiss. Was jedoch diesen Wandel auslöste, ist noch unbekannt.

Quelle: Nicolas Nangold (Université Nantes) et al., Science, doi: 10.1126/science.abl4051

Quelle: https://www.wissenschaft.de/astronomie-physik/mars-jezero-krater-war-tatsaechlich-ein-see/


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Perseverance: Jezero-Krater war tatsächlich ein See mit Flussdelta!
„Der Rover hat damit schon einmal eine der großen Fragen beantwortet – ob dieser Krater einst ein See war“, sagt Koautor Benjamin Weiss vom Jet Propulsion Laboratory der NASA
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Eine wichtige Frage hat der Rover bereits mit den ersten Aufnahmen, die er zur Erde schickte, beantwortet, wie die Nasa nun mitteilt. Veröffentlicht wurden die Aufnahmen und eine begleitende Studie im Fachjournal Science. „Das ist die Schlüssel-Beobachtung, die uns ein für alle Mal bestätigt, dass es einen See und ein Flussdelta am Jezero-Krater gab“, freut sich der Wissenschaftler Nicolas Mangold, der Hauptautor der Studie in einer Mitteilung der Nasa. Heute ist der Jezero-Krater, in dem „Perseverance“ im Februar 2021 gelandet ist, staubtrocken. Doch einst gab es dort Wasser, schließen Fachleute aus den Aufnahmen des Mars-Rovers. Der Jezero-Krater war demzufolge vor 3,7 Milliarden Jahren ein See, der von einem kleinen Fluss gespeist wurde.

Christian Dauck

Mars: Drastischer Wandel im Jezero-Krater

Aufnahmen des Rovers Perseverance belegen Wechsel von ruhigem Klima zu Sturzfluten
Jezero-Krater
Der Jezero-Krater und die Ablagerungen in seinem Flussdelta zeugen von drastische Wandel in der Frühzeit des Mars. © NASA/JPL/JHUAPL/MSSS/Brown University

Wie lebensfreundlich und wasserreich war der Rote Planet? Diese Frage ist noch immer nicht eindeutig beantwortet. Zwar deuten alte Flusstäler und Deltas, sowie Tonminerale darauf hin, dass der Mars einst wasserreicher gewesen sein muss als heute. Unklar ist aber, ob das Nass für langlebige Seen und vielleicht sogar Ozean reichte oder ob es doch nur vorübergehende Sturzfluten durch kurzzeitige Starkregen oder Schmelzwasser gab. Wäre letzteres der Fall, würde dies früheres Leben auf dem Mars deutlich unwahrscheinlicher machen.

Mit den Augen von Perseverance 

Jetzt liefert der Mars-Rover Perseverance neue Antworten auf diese entscheidende Frage. Denn er ist im Februar 2021 im Jezero-Krater gelandet – einer rund 45 Kilometer großen Senke, in der bis vor rund 3,7 Milliarden Jahren ein großer See gelegen haben könnte. Dafür sprechen Spuren eines Flussdeltas, sowie spektrale Nachweise von Tonmineralen und Karbonatgestein durch Orbitersonden. Doch ob diese Annahme stimmt, ließ sich aus dem Orbit allein nicht klären.

Für ihre Studie haben Nicolas Nangold von der Universität Nantes und seine Kollegen Kameraaufnahmen und Multispektralbilder des Marsrovers ausgewertet, die den westlichen Teil des Kraterdeltas zeigen. Dort liegen aufragende Gesteinsformationen, in denen verschiedene Sedimentschichten zutage treten. Ihre Struktur und Abfolge erlaubt daher Rückschlüsse auf die Wasserstände im Kratersee, aber auch auf die Fließgeschwindigkeiten der Zuflüsse.

Kratersee und ruhiger Fluss

Die Aufnahmen enthüllen: Der Jezero-Krater hat schon in der Frühzeit des Mars zwei sehr unterschiedliche Phasen durchlebt – und es gab in ihm tatsächlich einen großen See. Das belegen feinkörnige Ablagerungen in den unteren Sedimentschichten, die von ruhigem, anhaltend präsentem Wasser und einem gleichmäßig einströmenden Zufluss zeugen. Bis vor rund 3,7 Milliarden Jahren war der Jezero-Krater demnach mehr oder weniger dauerhaft geflutet.

„Der Rover hat damit schon einmal eine der großen Fragen beantwortet – ob dieser Krater einst ein See war“, sagt Koautor Benjamin Weiss vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. „Bevor wir dort gelandet sind und dies nun bestätigen können, stand dies immer in Frage.“ Zwar lag der Wasserspiegel des Jezero-Sees zumindest zeitweise rund 100 Meter tiefer als aufgrund der Orbiterdaten angenommen. Dennoch sehen die Forscher in den neuen Daten einen klaren Beleg dafür, dass das Klima des Mars in dieser Frühzeit warm und feucht genug für Gewässer war.

Verräterische Felsbrocken

Kodiak
Diese „Kodiak“ getaufte Erhebung im Flussdelta ist eine der näher untersuchten Formationen.© NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

Doch das blieb nicht so, wie die Aufnahmen von Perseverance dokumentieren. Die unteren Sedimentschichten im Jezero-Delta bestehen noch vorwiegend aus feinkörnigem Material, wie es für den Schwemmsand gemächlich fließender Gewässer typisch ist. Weiter oben jedoch wandelt sich das Bild: Dort finden sich zahlreiche bis zu einem Meter große und mehrere Tonnen schwere Felsblöcke, die nicht lokalen Ursprungs sind, wie die Forscher berichten.

Die multispektralen Aufnahmen des Rovers zeigen, dass diese Brocken nicht aus Schichtsilikaten und Olivin bestehen wie das meiste Sediment im Delta, sondern von calciumarmem Pyroxen dominiert werden. „Der Ursprung dieser Brocken muss daher entweder der Kraterrand von Jezero sein oder die freiliegenden Bereiche pyroxenreicher Kruste gut 60 Kilometer stromaufwärts vom Jezero-Krater“, berichten die Wissenschaftler.

Wechsel zu heftigen Sturzfluten

Das aber bedeutet: Die tonnenschweren Felsbrocken müssen über weite Entfernungen hinweg vom Wasser mitgerissen worden sein. „Man braucht energiereiche Sturzfluten, um so schwere und große Brocken so weit mitzureißen“, erklärt Weiss. Nach den Berechnungen der Forscher müssen bei diesen Fluten bis zu 3.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Jezero-Krater gestürzt sein. Die Wassermassen rasten dabei mit bis zu neun Metern pro Sekunde den Hang hinab.

Nach Ansicht von Nangold und seinem Team spricht dies dafür, dass sich das Marsklima um diese Zeit stark wandelte. Auf das gleichmäßig feuchte, milde Klima folgte eine Phase, in der Regen nur noch sporadisch, aber heftig fiel – ähnlich wie heute in manchen Wüstengebieten der Erde. „Unsere Ergebnisse deuten auf einen zeitlichen Übergang im Energieregime der fluvialen Systeme im westlichen Delta hin – von einer anhaltend nassen Aktivität zu Episoden mit starken Sturzfluten, die metergroße Feldbrocken über Kilometer hinweg mitreißen konnten“, schreiben die Forscher.

Damit könnte der Jezero-Krater wertvolle Zeugnisse des Wandels konserviert haben, der den Mars von einer feuchten, lebensfreundlichen Welt zu einem kalten, trockenen Wüstenplaneten machte. „Zu dieser Zeit in der Planetengehsichte muss etwas sehr Grundlegendes passiert sein“, sagt Weiss. Was jedoch diesen Wandel auslöste, ist noch unbekannt. (Science, 2021; doi: 10.1126/science.abl4051)

Quelle: Massachusetts Institute of Technology

8. Oktober 2021

Quelle: https://www.scinexx.de/news/kosmos/mars-drastischer-wandel-im-jezero-krater/

Öl- und Gaskonzerne: Werbeverbot von Verbrenner-Autos und fossilen Brennstoffen – Jetzt unterschreiben!

Umweltaktivisten fordern ein Werbeverbot für Öl- und Gaskonzerne. Greenpeace-Klimaaktivisten protestierten daher vor einer Shell-Raffinerie und seilten sich vor dem Logo des Konzerns ab.

Greenpeace und weitere Organisationen fordern in Europa ein Werbeverbot von Verbrenner-Autos und fossilen Brennstoffen. Eine Bürgerinitiative wurde bereits gestartet.

Amsterdam/Kassel – Aktuell fordern mehr als 20 Umweltorganisationen ein europaweites Verbot von Werbung und Sponsoring durch Öl- und Gasunternehmen in Europa. „Die EU hat bereits eine Richtlinie zum Verbot grenzüberschreitender Tabakwerbung und Sponsoring“, teilte die Umweltorganisation Greenpeace in einer Erklärung mit.

„Jetzt ist es an der Zeit für ein ähnliches Gesetz gegen die Industrien, die auf fossilen Brennstoffen beruhen“, hieß es weiter. Die Mitteilung wurde im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Glasgow veröffentlicht.

Europa: Greenpeace fordert Verbote und will gegen „Greenwashing“ vorgehen

„Die fossile Industrie versucht seit Jahren, sich mithilfe von Marketingmaßnahmen so grün wie möglich darzustellen, obwohl sie es gar nicht ist“, hieß es in einer von Greenpeace in Amsterdam veröffentlichten Presseerklärung. Es sei höchste Zeit, gegen „Greenwashing“ vorzugehen. Nach Angaben der Umweltorganisation versuchten mehr als 80 Aktivistinnen und Aktivisten aus zwölf europäischen Ländern, die Zufahrt zur Ölraffinerie von Shell im Hafen von Rotterdam zu blockieren.

Die EU-Kommission wurde indes aufgefordert, den Mitgliedstaaten ein Gesetz vorzuschlagen, mit dem „jegliche direkte und indirekte Verkaufsförderung und Werbung sowie jegliche kostenlose und verkaufsfördernde Verbreitung und Sponsoringverhältnisse verboten werden sollen.“ Das Verbot soll für „alle Unternehmen und Tochterunternehmen oder Lobbyorganisationen“ in Europa gelten, „die im Zusammenhang mit Gewinnung, Raffination, Lieferung, Vertrieb oder Verkauf fossiler Brennstoffe tätig sind.“

Greenpeace startet Bürgerinitiative – Initiativen in Europa nicht bindend

Der Gesetzesvorschlag der Umweltorganisationen würde die Werbung für fossile Brennstoffe und für Fahrzeuge, die sie verwenden, gänzlich verbieten, sowie das Sponsoring durch Ölfirmen untersagen. Greenpeace kündigte an, eine Million Unterschriften von EU-Bürgern für ihr Anliegen sammeln zu wollen.

Den EU-Regeln zufolge muss sich die Kommission damit beschäftigen, wenn innerhalb eines Jahres eine Million Unterschriften zusammenkommen. Bindend sind die Bürgerinitiativen in Europa allerdings nicht.

Quelle: https://www.hna.de/welt/europa-greenpeace-verbot-klima-umweltschutz-auto-brennstoff-werbung-hna-zr-91031132.html


Verbot der Werbung für fossile Brennstoffe und des Sponsorings im Bereich fossiler Brennstoffe. Quelle: https://europa.eu/citizens-initiative/initiatives/details/2021/000004_de

Öl- und Gaskonzerne: Werbeverbot von Verbrenner-Autos und fossilen Brennstoffen – Jetzt unterschreiben! Jetzt Aktiv werden und Unterstützen auf https://banfossilfuelads.org/

#BanFossilAds: Ein neues EU-Gesetz zu Werbung für fossile Brennstoffe verbieten und Patenschaften!

Unternehmen fossiler Brennstoffe, Automobilhersteller, Fluggesellschaften und maritime Unternehmen nutzen Werbung und Sponsoring als Vorwand, um von ihrem klimaschädlichen Geschäft abzulenken, während uns ihre Aktivitäten immer tiefer in die Klima- und Menschenrechtskrise stürzen. Das muss aufhören. Jetzt haben wir die Macht, das Gesetz mit der Europäischen Bürgerinitiative zu ändern.

Handeln Sie jetzt für ein historisches Verbot von Werbung und Sponsoring für fossile Brennstoffe!

https://banfossilfuelads.org/

A new EU law toban fossil fuel advertisingand sponsorships!

Fossil fuel companies, carmakers, airlines and maritime companies use advertising and sponsorships as a smokescreen to distract attention from their climate-wrecking business, while their activities continue to plunge us deeper into the climate and human rights crises. This has to stop.

Now, we have the power to change the law with the European Citizens‘ Initiative.

Act now for a historic ban on fossil fuel ads and sponsorships!

https://banfossilfuelads.org/

Über uns

Wir sind ein Zusammenschluss von Non-Profit-Organisationen und Basisgruppen. Unser Ziel ist es, die Industrie für fossile Brennstoffe sowie Fahrzeug-, Flug- und Schifffahrtsunternehmen, die fossile Brennstoffe verwenden, rechtlich von Werbung und Sponsoring in der EU abzuhalten. Wir hoffen, dass dies letztendlich verhindern wird, dass sie Klimadesinformationen verbreiten, die den Klimaschutz verzögern. Dies wiederum wird den Einfluss der Unternehmen für fossile Brennstoffe schwächen, was dem Kampf gegen die schlimmsten Auswirkungen des Klimanotstands zugute kommt.

https://banfossilfuelads.org/about-us/

About us

We are a coalition of non-profit organisations and grassroots groups. Our aim is to legally prevent the fossil fuel industry, and vehicle, airline and maritime companies who use fossil fuels, from advertising and sponsoring in the EU. We hope this will ultimately prevent them from spreading climate disinformation, which is delaying climate action. In turn, this will weaken fossil fuel companies’ influence, benefiting the struggle to prevent the worst effects of the climate emergency.

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Was ist der Unterschied zwischen der EBI und einer regulären Petition?

Die Europäische Bürgerinitiative ist eine besondere Art von Petition, zu deren Prüfung sich die Europäische Kommission verpflichtet. Bei einer normalen Petition, auch wenn viele Menschen unterschreiben, können Politiker oder Regierungen sie manchmal einfach ignorieren.

Mit einer Europäischen Bürgerinitiative ist die Europäische Kommission gesetzlich verpflichtet, zu reagieren, wenn in weniger als einem Jahr über eine Million Menschen die EBI unterstützen und ihre Unterschriften überprüft werden. Es ist ein sehr mächtiges Werkzeug, um etwas auf die politische Agenda der EU zu setzen!

Es gibt keine Vorschriften darüber, wer eine reguläre Petition unterschreiben kann, aber damit eine Unterschrift für eine EBI gültig ist, muss die unterzeichnende Person Bürger eines EU-Landes und alt genug sein, um in diesem Land wählen zu können. Eine Europäische Bürgerinitiative muss die Unterzeichner um spezifische Informationen bitten, um die Unterschriften zu validieren.

Was müssen wir tun, um ein Verbot von Werbung und Sponsoring zu erhalten?

Wir müssen über einen Zeitraum von 12 Monaten von 1 Million Menschen unterstützt werden und gleichzeitig eine Mindestzahl von Unterzeichnern in mindestens 7 EU-Ländern erreichen. Mindestanzahlen in jedem EU-Mitgliedstaat, die Europäische Bürgerinitiativen erreichen müssen, sind verfügbarWir müssen über einen Zeitraum von 12 Monaten von 1 Million Menschen unterstützt werden und gleichzeitig eine Mindestanzahl von Unterzeichnern in mindestens 7 EU-Ländern erreichen. Mindestzahlen in jedem EU-Mitgliedstaat, die Europäische Bürgerinitiativen erreichen müssen, sind hier verfügbar .

Wozu ist die Europäische Kommission verpflichtet?

Wenn wir innerhalb von 12 Monaten 1 Million verifizierte Unterschriften sammeln, ist die Europäische Kommission verpflichtet, das neue Gesetz zu diskutieren, das wir vorlegen, um Werbung und Sponsoring für fossile Brennstoffe in Europa zu verbieten.

Bundestagswahl: Ab Sonntag Gespräche mit SPD und Union

Zum zweiten Mal haben sich Vertreter von Grünen und FDP zu Gesprächen über eine Regierungsbildung getroffen. Die Parteichefs zeigten sich danach zuversichtlich: Man sei sich der gemeinsamen Verantwortung bewusst.

Stand: 01.10.2021 14:23 Uhr

Fünf Tage nach der Bundestagswahl haben Spitzenvertreter von Grünen und FDP erneut über eine gemeinsame Beteiligung an der neuen Bundesregierung beraten. Dazu kamen FDP-Chef Christian Lindner, die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck sowie weitere Politikerinnen und Politiker zu Vorsondierungen zusammen.

Nach dem Treffen sagte Habeck, man habe eine Gesprächskultur aufgebaut, die eine sachorientierte Diskussion ermögliche. Grüne und FDP seien sich ihrer Verantwortung in dieser historisch besonderen Situation bewusst. Allerdings müsse man sehen, dass „beide Parteien für Veränderung stehen, aber nicht notwendigerweise für die gleichen Veränderungen“.

Grüne und FDP äußern sich positiv zum Verlauf der Sondierungsgespräche

Lindner sagte, der Prozess hin zu einer möglichen gemeinsamen Regierung habe „in guter Atmosphäre begonnen“, sei aber noch nicht abgeschlossen. „Wir fühlen uns gemeinsam beauftragt, in Deutschland einen neuen Aufbruch zu organisieren“, so der FDP-Chef. Er sprach von einer „großen gemeinsamen Verantwortung“. Gleichwohl gebe es „zweifelsohne Unterschiede“ zwischen den Parteien, etwa in den Bereichen des Klimaschutzes und der Finanzen.

Ab Sonntag Gespräche mit SPD und Union

Die Verhandlungsteams von Grünen und FDP hatten am Morgen in einem Bürogebäude neben dem Berliner Zoo zunächst getrennt getagt. Nach Angaben beider Delegationen kamen sie danach zu gemeinsamen Gesprächen zusammen. Es handelte sich bereits um die zweite Runde der Vorsondierungen. Die Parteispitzen hatten die Gespräche am Dienstag eingeleitet und davon ein Selfie auf Instagram gepostet.

Von Sonntag an steigen dann auch die SPD als stärkste Kraft und die Union in Gespräche mit den kleineren Parteien ein. Beide streben jeweils ein Bündnis mit Grünen und FDP an – also entweder eine Ampel-Koalition unter SPD-Führung oder ein Jamaika-Bündnis unter Führung der Union. Die SPD war mit 25,7 Prozent als stärkste Partei aus der Bundestagswahl hervorgegangen. Die Union hingegen stürzte auf ihren historischen Tiefstand von 24,1 Prozent ab.

Ampel-Koalition in Umfrage beliebter

Im ARD-Deutschlandtrend gaben 51 Prozent der Befragten an, dass ein Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP am ehesten für einen Neuanfang stehen würde. Nur 18 Prozent denken dies von einer Jamaika-Koalition unter Unions-Führung. Für 24 Prozent stehen keine der beiden Koalitionsoptionen für einen Neuanfang.

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Schauen wir mal wie es Sonntag und in den nächsten tagen weitergeht. Ampel-Koalition in Umfrage beliebter.

Christian Dauck

Die Anhängerinnen und Anhänger der Unionsparteien und der SPD trauen mehrheitlich einer Koalition unter Führung der eigenen Partei am ehesten einen Neuanfang zu. Die Anhänger der Grünen positionieren sich deutlich für eine Ampel-Koalition. Aber auch die Wähler der FDP erwarten eher von der Ampel einen Neuanfang als von Jamaika.

Scholz: Es gibt „große Schnittmengen“

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zeigte sich zuversichtlich, dass es zu einem Bündnis mit Grünen und FDP kommen werde. „Ich bin optimistisch, dass eine Ampelkoalition gelingen kann“, sagte er dem „Spiegel“. Dass Grüne und FDP zuerst untereinander sprechen, finde er „richtig“. Das sei eine Konsequenz aus den Jamaika-Erfahrungen. 2017 waren Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition von Union, FDP und Grünen geplatzt. Die FDP hatte die Gespräche abgebrochen. Scholz sagte, damals hätten die Verhandlungen den Eindruck erweckt, als gehe es ausschließlich um Union und Grüne. Nun sollten die Parteien auf Augenhöhe reden: „Echte Zuneigung entsteht, wenn man sich ernsthaft aufeinander einlässt.“

„Ob die inhaltlichen Differenzen ausgestritten werden können, ist zu diesem Zeitpunkt völlig unklar“, Matthias Deiss, ARD Berlin, zu den Sondierungen von Grünen und FDP

Zentral sei Vertrauen, so Scholz. „Denn später werden wir viele Aufgaben lösen müssen, die bei den Koalitionsverhandlungen noch gar nicht vorhersehbar waren.“ Für die Verhandlungen habe er konkrete Vorstellungen, „wie das passen könnte“, sagte Scholz. Die Gespräche sollten aber nicht über die Medien geführt werden. Es gebe „große Schnittmengen“ – als Beispiele nannte Scholz ein erstklassiges Mobilfunknetz, ein größeres und moderneres Stromnetz sowie den Ausbau von Windkraft und Solarenergie.

Aufbruch wagen – Grüne und FDP nach ersten Gesprächen in größerer Runde

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/btw21/gruene-fdp-gespraeche-103.html