IXPE: SpaceX startet erfolgreich das Röntgenteleskop der NASA zur Beobachtung von Schwarzen Löchern

Die Mission Imaging X-ray Polarimetry Explorer IXPE.

Die Falcon 9-Rakete von SpaceX startete am 09.12.2021 von der Kennedy Space Center in Florida, das heute gegen 1 Uhr ET die Mission Imaging X-ray Polarimetry Explorer IXPE der NASA an Bord nimmt.CNN berichtet.

Der Start wurde auch von SpaceX getwittert.

Die Mission ist eine Zusammenarbeit zwischen der NASA und der italienischen Weltraumbehörde. Sie folgt dem anderen Röntgenobservatorium der NASA.Chandra, die gestartet wurde im Jahr 1999, aber nicht so groß. Das IXPE hat drei Teleskope an Bord mit einem Fokus auf den übersehenen Aspekt der kosmischen Strahlung, der Polarisation genannt wird, berichtete CNN.

Röntgenstrahlen werden im Weltraum aus einer Vielzahl von Quellen wie kollidierenden Objekten, Magnetfeldern, hohen Temperaturen oder Explosionen erzeugt. Diese Strahlen tragen einzigartige Signaturen, die helfen können, ihre Quelle zu identifizieren, aber die Erdatmosphäre verhindert, dass sie die Oberfläche erreichenWissenschaftler schicken daher Röntgenteleskope in den Weltraum, um unser Universum und den Ursprung von Objekten darin zu verstehen.

Röntgenteleskope haben in der Vergangenheit die Helligkeit und das Farbspektrum von Himmelskörpern gemessen. Durch die Untersuchung der Polarisation der von diesen Körpern emittierten Strahlen können Wissenschaftler jedoch auch Informationen darüber gewinnen, was diese Strahlen auf ihrem Weg passiert haben, CNNgemeldet.

Die empfindlichen Polarisationsdetektoren wurden in Italien hergestellt und werden mit den Teleskopen der Mission zusammenarbeiten, um Bilder von Himmelskörpern wie Schwarzen Löchern und Neutronensternen aufzunehmen. Der CNN-Bericht sagte, dass die Wissenschaftler mit Polarisationsdaten, die mit diesen Bildern aufgenommen wurden, sein werdenin der Lage, diese kosmischen Objekte, ihre Umgebung und wie sie diese Röntgenstrahlen erzeugen, besser zu verstehen. Das IXPE wird Wissenschaftlern helfen, mehr Einblicke in Bereiche des Weltraums zu gewinnen, die wir kaum kennen, einschließlich der Gründe, warum diese Objekte kosmisches Material drehen oder verschlingen.Engadget gemeldet.

Der Start dauerte nur etwa eine Minute und die NASA hat die erfolgreiche Trennung der IXPE von der bestätigtSpaceX-Rakete.

Quelle: https://www.wissenschaft-x.com/spacex-successfully-launches-nasas-x-ray-telescope-to-observe-black-holes

Atomausstieg: Drei weitere Atomkraftwerke gehen vom Netz/Mit Brokdorf das letzte in Schleswig-Holstein/EU streitet um Zukunft der Atomenergie

Für die drei Kernkraftwerke Brokdorf (Schleswig-Holstein), Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen, Block C (Bayern) erlischt die Berechtigung zum Leistungsbetrieb zum 31. Dezember 2021. Mit Brokdorf sogar das letzte Atomkraftwerk in Schleswig-Holstein.

Im Rahmen des Ausstieges aus der Atomenergie werden am 31. Dezember drei weitere Kernkraftwerke vom Netz genommen

Ampel“-Koalition steht hinter Atomausstieg
In der „Ampel“-Koalition, die Europas grösste Volkswirtschaft seit dem 8. Dezember regiert, sind die beiden Parteien vertreten, die den Atomausstieg vor rund 20 Jahren eingeleitet hatten. Die damalige rot-grüne Koalition unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) entschied, dass in Deutschland keine Akw mehr gebaut werden dürfen und die Laufzeit der damals vorhandenen Anlagen begrenzt wird.

Eine christlich-liberale Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verlängerte 2010 die Laufzeiten wieder um durchschnittlich zwölf Jahre, Brokdorf oder Grohnde hätten dann noch bis in die 2030er Jahre Strom erzeugen dürfen. Aber unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 und der „Atomkraft, Nein Danke“-Haltung in der Bevölkerung vollzog Merkel eine Kehrtwende. Der rot-grüne Atomausstieg wurde im Endeffekt wieder in Kraft gesetzt und in einigen Punkten auch noch verschärft.

Angesichts hoher Energiepreise und auch unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes gab es in den vergangenen Monaten Forderungen aus dem In- und Ausland, die letzten sechs Atomkraftwerke besser noch nicht abzuschalten. Doch davon will die „Ampel“ nichts wissen. „Am deutschen Atomausstieg halten wir fest“, steht im Koalitionsvertrag. Stattdessen will die neue Regierung den Anteil der erneuerbaren Energien schon bis 2030 auf 80 Prozent erhöhen.

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Hurra! Die drei Kernkraftwerke Brokdorf (Schleswig-Holstein), Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen, Block C (Bayern). gehen vom Netz. Mit Brokdorf geht sogar der letzte Kernreaktor in Schleswig-Holstein vom Netz – Yeah!

Für die drei Kernkraftwerke Brokdorf (Schleswig-Holstein), Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen, Block C (Bayern) erlischt die Berechtigung zum Leistungsbetrieb zum 31. Dezember 2021. Mit Brokdorf das letzte Atomkraftwerk in Schleswig-Holstein

Christian Dauck

Abschaltung von drei weiteren Atomkraftwerken steht für Unumkehrbarkeit des Atomausstiegs

  • Stand: 29.12.2021

Im Rahmen des Ausstiegs aus der Atomenergie bis Ende 2022 werden am 31. Dezember 2021 drei weitere Atomkraftwerke vom Netz genommen. Neben dem Atomkraftwerk (AKW) Grohnde in Niedersachsen und Gundremmingen, Block C in Bayern, wird auch das AKW Brokdorf in Schleswig-Holstein nach 35 Jahren abgeschaltet.

„Mit der Abschaltung verbunden sind zugleich unermessliche Folgelasten der Atomenergienutzung, die eine dringende Mahnung darstellen. Der Nutzungszeitraum von 35 Jahren stellt nur einen Bruchteil der für Rückbau, Zwischenlagerung und Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll benötigten Zeiträumen dar. Erst ab 2050 wird in Deutschland gemäß den gesetzlichen Rahmenbedingungen ein bis Anfang der 2030er Jahre noch zu findendes Endlager zur Verfügung stehen. Dort gilt es, den Atommüll dann über eine Millionen Jahre sicher zu lagern.

Atomenergie ist angesichts der massiven Folgelasten und Restrisiken im Vergleich zu anderen Energiegewinnungsformen weder wirtschaftlich noch ökologisch verantwortbar. Deswegen gilt es das Zeitalter der Atomenergie ohne Umwege zu überwinden und beschleunigt auf Erneuerbare Energien umzusteigen. Als Industrienation hat Deutschland dabei in Europa aber auch weltweit eine Vorbildfunktion. Die Abschaltung von drei weiteren deutschen Atomkraftwerken zum Jahresende steht für die Unumkehrbarkeit des Atomausstiegs, der weltweit vorangetrieben werden muss.“

Quellen: https://www.spdfraktion.de/presse/pressemitteilungen/abschaltung-drei-weiteren-atomkraftwerken-steht-unumkehrbarkeit

https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/drei-atomkraftwerke-vom-netz-1991348

https://www.ee-news.ch/de/article/47694/deutschland-atomausstieg-geht-in-die-endrunde-brokdorf-grohnde-und-gundremmingen-ende-jahr-vom-netz

https://www.heise.de/news/Statistik-der-Woche-Fuer-drei-Kernkraftwerke-ist-zum-Jahresende-Schluss-6300240.html


EU streitet um Zukunft der Atomenergie

Die Ziele der Europäischen Union sind klar formuliert. Klimaneutral bis 2050, bis 2030 die Treibhausgas-Emissionen um 55 Prozent reduzieren. Doch welche Rolle kann die Atomkraft dabei spielen? Oder kann sie überhaupt eine Rolle spielen? Die Frage spaltet die EU.

Pro und Contra

Auf der einen Seite steht Frankreich, der entschlossenste Befürworter der Kernenergie. Zusammen mit Polen, Ungarn, Tschechien, Rumänien, der Slowakei und Slowenien macht sich das Land für einen Ausbau der Atomkraft stark. Frankreich gilt seit langem als das „Atomland“ Europas. Es liegt hinter den USA und China auf Platz drei der größten Produzenten von Atomstrom weltweit.

Deutschland hat hingegen nach dem Reaktorunfall von Fukoshima 2011 den Atomausstieg bis 2022 beschlossen. Dann werden die letzten Reaktoren vom Netz gehen. Unterstützt wird Deutschland unter anderem von Österreich und Luxemburg. Auch Belgien hat einen Atomausstieg beschlossen – bis 2025.

Derzeit sind etwa 110 Reaktoren in der EU in Betrieb, etwa ein Viertel der Atomkraftwerke weltweit.

Während Deutschland in einem Jahr alle Atomkraftwerke vom Netz haben will, plant Frankreich den Bau neuer Meiler. Der Streit spielt zurzeit vor allem auf europäischer Ebene. Vereinfacht gesagt, gehen Frankreich und seine Unterstützer davon aus, dass die europäischen Klimaziele nur mit Einsatz von Atomreaktoren erreicht werden können, denn die Kernenergie verursacht geringe CO2-Emissionen.

Deutschland und die anderen Atomgegner verweisen vor allem auf die Risiken der Endlagerung von Atommüll. Der Atommüll müsse für eine Million Jahre sicher gelagert werden. Auch bei Klimaschutzorganisationen wie WWF und Greenpeace stößt der Versuch auf Widerstand, Atomstrom als grün einzustufen. Die Risiken würden immer noch „systematisch unterschätzt“.

Debatte in Brüssel

Das Thema wird zusätzlich brisanter durch eine Neuerung, die Kritiker als heikel einstufen: Die EU-Kommission arbeitet momentan an der sogenannten Taxonomie – einem Klassifizierungssystem für nachhaltige Investitionen. Durch die Taxonomie sollen Bürger und Investoren klare Informationen über nachhaltige Finanzprodukte erhalten. Nach dem geplanten Klassifizierungssystem würde die Atomenergie eine Art grünes Label bekommen. Die mögliche Einstufung von Atomkraft als nachhaltige Energieform sorgt für Kritik. Debatte dauert schon einige Monate an.

Laut internationaler Atomenergiebehörde (IAEA) verursacht Kernenergie 40 Mal weniger Treibhausgasemissionen als ein effizientes Gaskraftwerk. Frankreich übte zuletzt erheblichen Druck aus, um Atomkraft als umweltfreundliche Energie einzustufen.

Deutschland lehnt es ab, Atomkraft in die Taxonomie aufzunehmen. Österreich hat sich bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel ebenfalls gegen ein „grünes“ Label für die Atomkraft ausgesprochen. „Österreich positioniert sich ganz klar gegen Atomenergie“, sagte der österreichische Kanzler Karl Nehammer vor Weihnachten mit Blick etwa auf den umweltschädlichen radioaktiven Müll, der bei der Kernspaltung entsteht.

Länder wie Frankreich oder Polen wollen Atomkraft und Gas als klimafreundlich kennzeichnen, um diese Energiequellen zu fördern. „Sie haben niedrige Emissionen, die Atomenergie sogar null Emissionen, wir brauchen sie“, sagte der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki.

Inzwischen gilt es als wahrscheinlich, dass bestimmte Gas- und Atomkraftwerke zumindest vorübergehend in der Taxonomie gelistet werden.

Wenn Ende 2022 im letzten deutschen AKW die Lichter ausgehen, strahlt der über Jahrzehnte angehäufte Atommüll in großen Mengen weiter. Expertinnen und Experten erwarten bis 2080 rund 10 500 Tonnen hoch radioaktiver Abfälle aus Brennelementen. Sie sollen irgendwann in einem Endlager ruhen, das offiziell bis 2031 gefunden sein soll.

Eine Entscheidung der EU-Kommission wird in Kürze erwartet.

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/159651/5110172

#OlafSchummelt: Umweltschützer:innen warnen vor ausstehender Entscheidung von Bundeskanzler Scholz

Demnächst wird die EU-Kommission ihren Vorschlag für die sogenannte Taxonomie verabschieden. Es geht dabei um die Frage, was in Europa künftig als grüne Investition gilt. Dabei könnte sogar Gas als „nachhaltig“ deklariert werden. Auf Twitter machen Nutzer:innen dagegen nun mobil.

Olaf Scholz ist noch nicht lange im Amt, schon stehen wichtige Entscheidungen in Sachen Klimaschutz an. Noch dieses Jahr (spätestens aber im Januar) soll darüber entschieden werden, was als nachhaltige Investition gilt.

Hierfür entwirft die EU gerade eine sogenannte Taxonomie. Diese soll festlegen, unter welchen Voraussetzungen Investitionen den Anforderungen aus dem Pariser Klimaabkommen sowie den Umweltzielen der Europäischen Union gerecht werden. Die Taxonomie soll künftig als Grundlage dienen, um grüne Finanzprodukte zu bewerten. Unternehmen könnten sie nutzen, um über die eigene Nachhaltigkeit zu berichten. Gilt zum Beispiel Atomkraft oder Erdgas als nachhaltige Energie, dann ist es möglich, dass grüne Fonds diese im Portfolio enthalten. Investitionen in die Bereiche Atomkraft und Gas könnten von Banken als „nachhaltige Investitionen“ bezeichnet und beworben werden.

Atomkraft und Gas sind grüne Energien? Nein, denn bei der Förderung von Erdgas wird Methan freigesetzt und bei der Nutzung von Gas und Atomenergie entsteht CO2. Hinzu kommen ungeklärte Fragen der Lagerung von Atommüll sowie Sicherheitsprobleme bei Atomkraftwerken. Beide Energieformen sind kaum grün und kommen nicht für „nachhaltige Investitionen“ in Frage.

#olafschummelt: Umweltschützer:innen mahnen Kanzler zur Einhaltung der Klimaziele

Dies Jahr kündigte die bisherige Verfechterin des „Green Deal“ – Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen – an, Gas und Atomkraft als Formen für „nachhaltige Energie“ in die überarbeitete Taxonomie aufnehmen zu wollen.

Bundeskanzler Olaf Scholz ist in der Angelegenheit bislang still. Es gibt noch keine Aussage zur EU-Taxonomie: weder Zustimmung noch Ablehnung. In den sozialen Netzwerken, vor allem Twitter, häufen sich jedoch Kommentare zu Scholz‘ Schweigen. Dem Bundeskanzler wird unterstellt, Greenwashing zu betreiben, indem er Atomkraft und Gas voraussichtlich als nachhaltig und zukunftsträchtig einschätzt (mit allen daraus resultierenden Vorteilen und Finanzspritzen für diese Branchen).

Jetzt rufen Nutzer:innen auf Twitter dazu auf, die Entscheidung zu verhindern und machen ihrem Ärger über die Pläne Frau von der Leyens sowie über die erwartete Zustimmung des Bundeskanzlers Luft.

So schreibt ein User: „#olafschummelt zeigt ein Dilemma: Atomkraft und Erdgas sind deswegen momentan nicht vom europäischen Markt zu denken, weil sie Jahrzehnte wider besseren Wissens unter Lobbyeinflüssen massiv gefördert wurden. Jetzt haben wir den Salat – und fossile Lobby lässt die Korken knallen.“

Streit um die Einstufung von Atomkraft

Im Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition ist festgehalten, dass Gas als Übergangslösung notwendig sein wird. Anders ließe sich eine Versorgungssicherheit in Deutschland mittelfristig nicht gewährleisten. Auf längere Sicht bleibt die Energiewende das gemeinsame Ziel und der wachsende Strombedarf soll künftig zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien gedeckt werden.

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Kernenergie keine Zukunft geben: Petition jetzt unterschreiben!

Ein Skandal: Einstufung von Kernenergie als Grüne Energie. Petition jetzt unterschreiben! https://www.change.org/p/eu-kommissionschefin-ursula-von-der-leyen-und-eu-kommissar-frans-timmermans-super-gau-f%C3%BCr-europas-energiewende-stoppt-das-greenwashing-von-atomkraft-und-gas

Christian Dauck

Die Bewertung von Erdgas und Atomstrom ist dabei innerhalb der EU umstritten. Verschiedene Länder wollen, dass auch Kernenergie als „grüne Energie“ eingestuft wird, darunter Frankreich. Dies käme den aktuellen Bestrebungen Frankreichs sehr entgegen, denn Präsident Macron plant aktuell den Ausbau der Kernenergie in Frankreich. Der Wunsch: Neue Atomkraftwerke sollen (in Frankreich) gebaut und die EU-Finanzierung dafür erleichtert werden.

Noch keine Entscheidung zur Taxonomie

Bislang ist die Taxonomie nicht verabschiedet, doch bereits bis Ende 2021 (oder spätestens im Januar 2022) soll dies erfolgen. Es bleiben also nur noch wenige Tage. Wie hinsichtlich „nachhaltiger Investitionen“ – also der Einstufung als „grüne Branchen“ oder „grüne Energie“ – entschieden wird, hat weitreichende Folgen. Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland, meint:

„Die Folgen einer unglaubwürdigen und nicht wissenschaftsbasierten Taxonomie wären verheerend. (…) EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gefährdet ihren eigenen Green Deal – zusammen mit den EU-Klimazielen und der Führungsrolle der EU bei nachhaltigen Finanzen. Sie ist kurz davor, ein glaubwürdiges Instrument zur Finanzierung der Transformation für politische Interessen zu opfern.“

MATTHIAS KOPP (LEITER SUSTAINABLE FINANCE, WWF DEUTSCHLAND)

Quelle: https://utopia.de/news/olaf-schummelt-umweltschuetzerinnen-warnen-vor-entscheidung-von-bundeskanzler-scholz/

James-Webb-Teleskop: Erfolgreicher Start einer besonderen Mission

Nach 30 Jahren Entwicklungszeit und mehreren Anläufen ist das James-Webb-Teleskop an Bord einer Ariane-5-Rakete ins Weltall gestartet. Am Ziel soll der „Hubble“-Nachfolger aber erst in vier Wochen ankommen.

Nach jahrzehntelanger Planung ist das teuerste jemals in der Raumfahrtgeschichte gebaute Weltraumteleskop erfolgreich ins All gestartet. Das James Webb Space Telescope (JWST) startete vom europäischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus. Es befindet sich an Bord einer Ariane-Trägerrakete. Der Weg bis zum etwa 1,5 Millionen Kilometer entfernten Zielorbit dauert etwa vier Wochen.

Mit dem gemeinsam von Weltraumbehörden in Europa, den USA und Kanada gebauten Weltraumteleskop sollen die ältesten Galaxien des Weltalls erkundet werden. Mit einem 25 Quadratmeter großen Spiegel und hochsensiblen Infrarotoptiken soll es Blicke bis weit zurück in die Vergangenheit des Universums ermöglichen: bis zur Geburt der ersten Sterne und Galaxien kurz nach dem Urknall. Es ist etwa hundertmal sensibler als sein Vorgänger „Hubble“. Sein Spiegel misst 6,5 Meter im Durchmesser und muss gefaltet werden, um überhaupt in die Ariane-5-Rakete zu passen.

Teures Wissenschaftsprojekt

Das James-Webb-Teleskop wurde laut Betreiberangaben rund 30 Jahre lang entwickelt und kostete etwa zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro). Ursprünglich sollte es bereits Anfang der 2000er-Jahre in Betrieb gehen. Immer neue Probleme verzögerten das Vorhaben jedoch jahrelang, die Kosten verdreifachten sich.

Techniker, die die Spiegelbaugruppe des "James Webb"-Teleskops im Goddard Space Flight Center der NASA anheben.  | Uncredited/NASA/AP/dpa

Der Spiegel des Teleskops hat einen Durchmesser von 6,5 Metern… Bild: Uncredited/NASA/AP/dpa

Das James-Webb-Teleskop wird für den Transport in der Ariane-5-Rakete vorbereitet | via REUTERS

…und passt nur zusammengefaltet in die Spitze der Ariane-5-Rakete. Bild: via REUTERS

Auch der nun erfolgte Start der Rakete musste mehrfach verschoben werden. Die erste Verzögerung wurde auf einen Unfall während der Startvorbereitungen Ende November zurückgeführt, die zweite auf ein Kommunikationsproblem.

Benannt ist das Teleskop nach James Webb, der die NASA in den 1960er-Jahren leitete.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/james-webb-teleskop-105.html

Neue Studie zur Venus: Lebensformen könnten Ammoniak in der Atmosphäre erklären

Künstlerische Darstellung möglicher Lebensformen in der Venus-Atmosphäre (Bild: J. Petkowska/MIT)

Auch weil sie nicht so gut erforscht wird, gibt uns die Venus Rätsel auf. Ungeklärte Anomalien könnten auf Lebensformen zurückgehen, sagt nun eine Hypothese.

Bisher nicht geklärte Anomalien in der Atmosphäre der Venus könnten durch simple Lebensformen erklärt werden, die sich in den Wolken der lebensfeindlichen Welt gewissermaßen einen eigenen Lebensraum schaffen. Das ist die Hypothese eines Forschungsteams, die jetzt der Fachwelt vorgestellt wird. Die vier berufen sich dabei auf einen möglichen Nachweis von Ammoniak in der Atmosphäre in den 1970er-Jahren.

Sollte es die Verbindung dort tatsächlich geben, gäbe es nach unserem Verständnis keinen chemischen Prozess auf dem Planeten, bei dem es entstehen könnte, schreiben sie. Stattdessen könnten Lebensformen das Gas produzieren, damit den Säuregehalt der Atmosphäre lokal verringern und kleine Regionen so lebenswert machen. Von der Erde seien solche Lebensformen bekannt, die extrem saure Umgebungen mit Ammoniak lebensfreundlich machen.

Die Gruppe um William Bains vom Massachusetts Institute of Technology erklärt, dass die Atmosphäre der Venus in Teilen weiterhin ein Rätsel bleibe, mit einer Reihe von Anomalien. Dazu gehörten das unerwartete Vorhandensein von molekularem Sauerstoff, sowie schwer zu erklärende Verteilungen von Schwefeldioxid und Wasser. Ihre Hypothese würde nun all das erklären, versichern sie. Dazu nehmen sie an, dass ein möglicher Nachweis von Ammoniak durch die Sonden Venera 8 und Pioneer Venus bestätigt wird. Das Gas würde sich dann in Tropfen von Schwefelsäure lösen und den extremen Säuregehalt deutlich verringern. An einigen Stellen in der Atmosphäre könnte der pH-Wert von extrem lebensfeindlichen -11 auf etwa 0 steigen – immer noch sehr sauer, aber unter Umständen lebenswert.

„Ammoniak sollte es auf der Venus nicht geben“, erklärt Koautorin Sara Saeger. Dort sei einfach zu wenig Wasserstoff vorhanden. Jedes Gas, das nicht in den Kontext seiner Umgebung passe, sei aber automatisch verdächtig, von Leben zu stammen. Dass das Ammoniak – sollte es das Gas dort geben – von Leben stammt, sei die plausibelste Erklärung, erläutert das Team. Bei den effizientesten biologischen Prozessen zur Herstellung von Ammoniak entstehe auch molekularer Sauerstoff, dessen Vorhandensein sich erklären ließe. Auch die anderen Anomalien würden dadurch nachvollziehbar. Gleichzeitig sei aber ihre Hypothese nicht ohne schwierig zu erklärende Elemente, gestehen sie ein. So gebe es dort fast kein Wasser, aber alle uns bekannte Lebensformen bräuchten das. Ein Vorteil ihres Vorschlags sei aber, dass er vor Ort überprüft werden könnte. Dazu bräuchte es nur Sonden.

Die Hypothese zu möglichem Leben auf der Venus rückt einmal mehr in den Fokus, wie sträflich der innere Nachbarplanet der Erde in den vergangenen Jahren zugunsten des Mars vernachlässigt wurde. Während dort jede Menge Sonden kreisen und Rover unterwegs sind, wird die Venus aktuell nur von der japanischen Sonde Akatsuki aus dem Orbit erforscht. Venus Express der ESA hat bereits 2014 ihre Arbeit eingestellt. Im September 2020 hatten Berichte für Aufregung gesorgt, denen zufolge in der Atmosphäre der Venus Spuren eines Moleküls gefunden worden waren, das auf biologische Prozesse schließen lässt. Inzwischen ist das wieder vom Tisch, aber für Sonden vor Ort gebe es trotzdem jede Menge zu erforschen. Die Hypothese zu möglichen Lebensräumen in den Venuswolken ist nun im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen.

Quelle: https://www.heise.de/news/Venus-Lebensformen-koennten-Ammoniak-in-der-Atmosphaere-erklaeren-6301714.html


Könnten säureneutralisierende Lebensformen bewohnbare Nischen in den Wolken der Venus machen?

Eine neue Studie zeigt, dass es theoretisch möglich ist. Die Hypothese könnte bald mit geplanten Venus-Missionen getestet werden.

Eine neue Studie zeigt, dass es theoretisch möglich ist. Die Hypothese könnte bald mit geplanten Venus-Missionen getestet werden. Jennifer Chu | MIT Nachrichtenbüro Veröffentlichungsdatum: 20. Dezember 2021

Biosphärendarstellung aus der Luft
Künstlerische Vorstellung der Luftbiosphäre in den Wolkenschichten der Venusatmosphäre. 
In diesem Bild befindet sich hypothetisches mikrobielles Leben in den Wolken der Venus in schützenden Wolkenpartikeln und wird von Winden um den Planeten getragen.

Es ist schwer, sich eine unwirtlichere Welt als unseren nächsten planetarischen Nachbarn vorzustellen. Mit einer kohlendioxiddichten Atmosphäre und einer Oberfläche, die heiß genug ist, um Blei zu schmelzen, ist die Venus eine verbrannte und erstickende Ödnis, in der das Leben, wie wir es kennen, nicht überleben könnte. Die Wolken des Planeten sind ähnlich feindselig und bedecken den Planeten mit Tröpfchen von Schwefelsäure, die ätzend genug sind, um ein Loch durch die menschliche Haut zu brennen.

Und doch unterstützt eine neue Studie die seit langem bestehende Idee, dass, wenn Leben existiert, es in den Wolken der Venus ein Zuhause finden könnte. Die Autoren der Studie vom MIT, der Cardiff University und der Cambridge University haben einen chemischen Weg identifiziert, durch den das Leben die saure Umgebung der Venus neutralisieren und eine sich selbst erhaltende, bewohnbare Tasche in den Wolken schaffen könnte.

In der Atmosphäre der Venus haben Wissenschaftler seit langem rätselhafte Anomalien beobachtet – chemische Signaturen, die schwer zu erklären sind, wie zum Beispiel geringe Sauerstoffkonzentrationen und nichtsphärische Partikel im Gegensatz zu den runden Tröpfchen von Schwefelsäure. Am rätselhaftesten ist vielleicht die Anwesenheit von Ammoniak, einem Gas, das in den 1970er Jahren versuchsweise entdeckt wurde und das nach allen Berichten nicht durch einen auf der Venus bekannten chemischen Prozess hergestellt werden sollte.

In ihrer neuen Studie modellierten die Forscher eine Reihe chemischer Prozesse, um zu zeigen, dass, wenn Ammoniak tatsächlich vorhanden ist, das Gas eine Kaskade chemischer Reaktionen auslösen würde, die umgebende Schwefelsäuretröpfchen neutralisieren und auch die meisten der beobachteten Anomalien erklären könnten Die Wolken der Venus. Was die Ammoniakquelle selbst betrifft, so schlagen die Autoren vor, dass die plausibelste Erklärung biologischen Ursprungs ist und nicht eine nichtbiologische Quelle wie Blitze oder Vulkanausbrüche.

Wie sie in ihrer Studie schreiben, deutet die Chemie darauf hin, dass „das Leben seine eigene Umgebung auf der Venus schaffen könnte“.

Diese verlockende neue Hypothese ist überprüfbar, und die Forscher stellen eine Liste chemischer Signaturen für zukünftige Missionen zur Messung in den Venuswolken zur Verfügung, um ihre Idee entweder zu bestätigen oder zu widerlegen. 

„Kein Leben, von dem wir wissen, dass es in den Venuströpfchen überleben könnte“, sagt die Mitautorin der Studie, Sara Seager, Professorin für Planetenwissenschaften der Klasse von 1941 am Department of Earth, Atmospheric and Planetary Sciences (EAPS) des MIT. „Aber der Punkt ist, dass vielleicht etwas Leben da ist und seine Umgebung so verändert, dass es lebenswert ist.“

Zu den Co-Autoren der Studie gehören Janusz Petkowski, William Bains und Paul Rimmer, die mit dem MIT, der Cardiff University und der Cambridge University verbunden sind.

Lebensverdächtig

„Life on Venus“ war letztes Jahr ein Trend, als Wissenschaftler wie Seager und ihre Co-Autoren über den Nachweis von Phosphin in den Wolken des Planeten berichteten. Auf der Erde ist Phosphin ein Gas, das hauptsächlich durch biologische Wechselwirkungen produziert wird. Die Entdeckung von Phosphin auf der Venus lässt Raum für die Möglichkeit des Lebens. Seitdem ist die Entdeckung jedoch vielfach umstritten.

„Der Phosphin-Nachweis wurde unglaublich umstritten“, sagt Seager. „Aber Phosphin war wie ein Tor, und es gab dieses Wiederaufleben bei den Leuten, die die Venus studierten.“

Inspiriert, genauer hinzusehen, begann Rimmer, Daten vergangener Missionen zur Venus zu durchsuchen. In diesen Daten identifizierte er Anomalien oder chemische Signaturen in den Wolken, die seit Jahrzehnten unerklärt waren. Außer dem Vorhandensein von Sauerstoff und nichtsphärischen Partikeln umfassten die Anomalien unerwartete Mengen an Wasserdampf und Schwefeldioxid.

Rimmer schlug vor, dass die Anomalien durch Staub erklärt werden könnten. Er argumentierte, dass Mineralien, die von der Venusoberfläche und in die Wolken geschwemmt wurden, mit Schwefelsäure interagieren könnten, um einige, wenn auch nicht alle, der beobachteten Anomalien zu erzeugen. Er zeigte, dass die Chemie überprüft wurde, aber die physikalischen Voraussetzungen waren nicht machbar: Eine riesige Menge Staub müsste in die Wolken aufgewirbelt werden, um die beobachteten Anomalien zu erzeugen.

Seager und ihre Kollegen fragten sich, ob die Anomalien durch Ammoniak erklärt werden könnten. In den 1970er Jahren wurde das Gas von den Sonden Venera 8 und Pioneer Venus versuchsweise in den Wolken des Planeten entdeckt. Die Anwesenheit von Ammoniak oder NH 3 war ein ungelöstes Rätsel.

„Ammoniak sollte nicht auf der Venus sein“, sagt Seager. „Es ist Wasserstoff daran gebunden, und es gibt sehr wenig Wasserstoff. Jedes Gas, das nicht in seine Umgebung gehört, ist automatisch verdächtig, vom Leben gemacht zu werden.“

Bewohnbare Wolken

Wenn das Team davon ausgehen würde, dass Leben die Quelle von Ammoniak ist, könnte dies die anderen Anomalien in den Venuswolken erklären? Auf der Suche nach einer Antwort modellierten die Forscher eine Reihe chemischer Prozesse.

Sie fanden heraus, dass, wenn das Leben auf die effizienteste Weise Ammoniak produzieren würde, die damit verbundenen chemischen Reaktionen auf natürliche Weise Sauerstoff liefern würden. Einmal in den Wolken vorhanden, würde sich Ammoniak in Schwefelsäuretröpfchen auflösen und die Säure effektiv neutralisieren, um die Tröpfchen relativ bewohnbar zu machen. Das Einbringen von Ammoniak in die Tröpfchen würde ihre vormals runde, flüssige Form in eine eher nichtkugelige, salzartige Aufschlämmung verwandeln. Sobald sich Ammoniak in Schwefelsäure aufgelöst hat, würde die Reaktion auch das umgebende Schwefeldioxid lösen.

Das Vorhandensein von Ammoniak könnte dann tatsächlich die meisten der großen Anomalien erklären, die in den Venuswolken zu sehen sind. Die Forscher zeigen auch, dass Quellen wie Blitze, Vulkanausbrüche und sogar ein Meteoriteneinschlag chemisch nicht die Menge an Ammoniak produzieren können, die zur Erklärung der Anomalien erforderlich ist. Das Leben jedoch könnte.

Tatsächlich stellt das Team fest, dass es Lebensformen auf der Erde gibt – insbesondere in unseren eigenen Mägen – die Ammoniak produzieren, um eine ansonsten stark saure Umgebung zu neutralisieren und bewohnbar zu machen.

„Es gibt sehr saure Umgebungen auf der Erde, in denen Leben lebt, aber es ist nichts mit der Umgebung auf der Venus zu vergleichen – es sei denn, das Leben neutralisiert einige dieser Tröpfchen“, sagt Seager.

Wissenschaftler haben möglicherweise die Möglichkeit, in den nächsten Jahren mit den Venus Life Finder Missions, einer Reihe von vorgeschlagenen privat finanzierten Missionen, bei denen Seager der Hauptforscher ist und die die Entsendung von Raumfahrzeugen planen, das Vorhandensein von Ammoniak und Lebenszeichen zu überprüfen zur Venus , um ihre Wolken auf Ammoniak und andere Lebenszeichen zu messen.

„Die Venus hat anhaltende, unerklärliche atmosphärische Anomalien, die unglaublich sind“, sagt Seager. „Es lässt Raum für die Möglichkeit des Lebens.“

Diese Forschung wurde teilweise von der Simons Foundation, der Change Happens Foundation und den Breakthrough Initiatives unterstützt.

Original-Quelle: https://news.mit.edu/2021/habitable-venus-clouds-acid-neutralizing-1220

James Webb: Start wetterbedingt auf 25. Dezember verschoben/heute Rollout zur Startrampe

Das Weltraumteleskop James Webb ist bereit für den Start, muss jetzt wegen vorhergesagte widriger Wetterumstände aber noch einen Tag mehr warten. Das aktualisierte Startfenster öffnet sich deswegen nun am ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) zwischen 13:20 Uhr und 13:52 Mitteleuropäischer Zeit, teilte die US-Weltraumagentur NASA mit. Dieser neue Termin hängt aber von einer weiteren Wettervorhersage ab, die am Mittwochabend Ortszeit erstellt werden soll.

Das sensible Instrument und die Rakete des Typs Ariane 5 befinden sich in einem stabilen und sicheren Zustand, versichern die Verantwortlichen. Sie stehen noch wettergeschützt in der letzten Montagehalle auf dem Weltraumbahnhof Kourou. Eigentlich sollte das Weltraumteleskop nach jeder Menge Verspätungen an Heiligabend starten, daraus wird nun aber auch nichts.

Quelle: https://www.heise.de/news/Weltraumteleskop-James-Webb-Start-wetterbedingt-auf-25-Dezember-verschoben-6303938.html


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So schön – Rollout zur Startrampe:14 Jahre Wartezeit neigen sich dem Ende.

So schön, nach der sehr langen Wartezeit.

Total interessant und spannend! Exoplaneten, Eismonde ( zum Beispiel Enceladus) Planeten, es gibt so viele Indizien auf mögliches leben und lebensfreundlichen Bedingungen. Ich bin gespannt was uns das James Webb Teleskop für neu Erkenntnisse in der Astrobiologie bringen wird.

Christian Dauck

„Wir erwarten bahnbrechende Erkenntnisse“

Interview mit Oliver Krause vom Max-Planck-Institut für Astronomie über das James Webb Space Telescope23. DEZEMBER 2021Astronomie Astrophysik

Es ist das größte, je im All stationierte Observatorium: Am 24. Dezember soll das sechseinhalb Tonnen schwere James Webb Space Web Space Telescope vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana mit einer Rakete vom Typ Ariane 5 zu seiner Mission aufbrechen. Mehr als eine Million Kilometer von der Erde entfernt wird es seinen Beobachtungsposten beziehen und in den nächsten Jahren so tief und so scharf ins Universum spähen wie kein Fernrohr zuvor. Was sind die Besonderheiten der kosmischen Sternwarte? Und welche Technik „Made in Germany“ trägt sie an Bord? Fragen an Oliver Krause, der am Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie ein Team leitet, das maßgeblich an dem Weltraum-Teleskop mitgearbeitet hat.

Und die Beobachtung von Exoplaneten?

Als das James-Webb-Teleskop vor mehr als 25 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, waren die ersten Planeten um ferne Sterne gerade entdeckt worden. Während der vergangenen zwei Jahrzehnte ist dieses Forschungsfeld geradezu explodiert, und wir kennen mittlerweile mehrere Tausend solcher Exoplaneten. Wir stehen jetzt an der Schwelle, nach einer Epoche der Entdeckungen nun auch die Atmosphären und den Ursprung dieser Objekte im Detail zu studieren. Das JWST wird eine entscheidende Rolle spielen und chemische Zusammensetzung sowie physikalischen Bedingungen in den Gashüllen solcher fernen Welten untersuchen.

Quelle: https://www.mpg.de/18074023/james-webb-interview-krause

Start des Webb-Weltraumteleskops der NASA für den 24. Dezember bestätigt

Das James-Webb-Weltraumteleskop ist für den geplanten Starttermin am 24. Dezember um 7:20 Uhr EST bestätigt.

Gestern haben die Teams am Startplatz die Kapselung des Observatoriums in der Ariane-5-Rakete erfolgreich abgeschlossen, die es ins All bringen wird. 

Die abschließende Überprüfung der Markteinführungsbereitschaft von Webb wird am Dienstag, den 21. Dezember stattfinden, und bei Erfolg ist die Einführung für Mittwoch, den 22. Dezember geplant.

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Wir kommen dem Ziel eines Starts immer näher.

Yeah Baby! Auch am Weihnachten arbeitet die Start-Mannschaft, so gehört sich dass, denn so würde ich auch bei solchen Raumfahrt-Projekten arbeiten. Schön die Bereitschaft und den willen der beteiligten und der Start-Mannschaft zu spüren dieses Teleskop endlich zu starten.

Christian Dauck

Mars-Rover Perseverance: Organische Verbindungen und weitere Spuren von Wasser

Perseverance ist auf Marsgestein unterwegs, das in seiner Geschichte mehrmals mit Wasser interagiert hat. Das ist eine von mehreren neuen Erkenntnissen.

Die Umgebung von Perseverance 
(Bild: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS)

Das Gestein, auf dem der Mars-Rover Perseverance unterwegs, hat seinen Ursprung wohl in rotem, heißem Magma und danach mehrmals mit Wasser interagiert. Das ist eine der neuen Erkenntnisse der Mission, die die NASA nun vorstellt. Außerdem gibt es in dem Gelände, das der Rover erforscht, organische Verbindungen. Auch wenn es sich dabei nicht um Spuren von einstigem Leben handeln muss – die Verbindungen können auch durch nicht-biologische Prozesse entstehen – sei der Fund eine großartige Neuigkeit angesichts der gesammelten Bodenproben, die zur Erde gebracht werden sollen. Sollte es auf dem Mars einst Leben gegeben haben, könnten diese Spuren also erhalten geblieben sein und womöglich in den Proben enthalten sein.

Die Erkenntnisse wurden nun auf einer Veranstaltung der American Geophysical Union vorgestellt. Wie die Forscher und Forscherinnen erläutern, hatten sie sich lange gefragt, wie das Gestein im Jezero-Krater entstanden ist, im Raum standen demnach Sedimente aus dem Fluss, den der Rover noch untersuchen soll, oder eben Überreste von längst erloschenen Vulkanen. Zwischenzeitlich habe es schon die Sorge gegeben, dass wir darauf keine Antwort finden können, meint Ken Farley vom California Institute of Technology. Doch dann habe das Instrument PIXL (Planetary Instrument for X-ray Lithochemistry) Kristalle in einem Stein gefunden, die alle Zweifel ausgeräumt habe. Die ausgekühlte Lava habe dann mehrmals mit Wasser in Berührung gestanden. Bei künftigen Analysen könnte aus den Spuren eine Chronik erstellt werden.

Antworten könnten schon die Bodenproben liefern, die in wenigen Jahren von einer weiteren Mission abgeholt und zur Erde gebracht werden sollen. Hier können dann auch die organischen Verbindungen – also solche mit Kohlenstoff und Wasserstoff – untersucht werden, die das Instrument SHERLOC (Scanning Habitable Environments with Raman & Luminescence for Organics & Chemicals) gefunden hat. Dabei handle es sich nicht um Biosignaturen, versichert das Team angesichts des Begriffs „organisch“. Sollten aber einst durch biologische Prozesse solche Verbindungen auf dem Mars entstanden sein, können die die lange Zeit überstanden haben und auf ihre Entdeckung warten. Perseverance hat ferner mit einem speziellen Radar den Untergrund analysiert und gezeigt, wie sich an der Oberfläche sichtbare geologische Formationen dort fortsetzen.

Perseverance ist der Nachfolger des weiterhin aktiven NASA-Rovers Curiosity und seit dem 18. Februar auf dem Mars unterwegs. Er gleicht seinem Vorgänger Curiosity in weiten Teilen, hat aber andere Instrumente an Bord und erstmals auch einen kleinen Hubschrauber mit zum Roten Planeten gebracht. Ingenuity hat alle Erwartungen weit übertroffen und begleitet den Rover inzwischen auf seinem Weg. Er erkundet aus mehreren Metern Höhe die Umgebung. Nachdem sie zuerst die Umgebung ihre Landestelle im Jezero-Krater erforscht haben, haben sie sich inzwischen auf den Weg zu einem nahen ausgetrockneten Flussbetts gemacht, um dort nach möglichen Spuren ehemaligen Lebens zu suchen.

Quelle: https://www.heise.de/news/Mars-Rover-Perseverance-Organische-Verbindungen-und-weitere-Spuren-von-Wasser-6297858.html

Erste Mission die nur Atmosphären von Exoplaneten untersucht: ESA wählt Airbus für Exoplaneten-Mission Ariel aus

Kennt ihr schon die „Ariel“ Mission der ESA? Ich schon lange. Missionen wie „Ariel“ und „James Webb“ sollten auch der/die nicht interessierte für Raumfahrt und Astrobiologie, kennen. Freue mich für den 200-Millionen-Euro-Vertrag für Airbus.

Ariel wird die Atmosphäre von Hunderten von Exoplaneten analysieren – Kontinuität nach CHEOPS, Synergien mit der Gaia-Mission – 200-Millionen-Euro-Vertrag mit Start im Jahr 2029. Eine Pressemitteilung von Airbus Defence and Space.

Ariel im All – künstlerische Darstellung. (Bild: Airbus)

Toulouse, 7. Dezember 2021 – Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat mit Airbus einen Vertrag über den Bau der Mission Atmospheric Remote-sensing Infrared Exoplanet Large-survey (Ariel) unterzeichnet. Ariel ist die vierte Mission mittlerer Klasse im Rahmen des ESA-Programms Cosmic Vision.

Ariel wird die Zusammensetzung von Exoplaneten, ihre Entstehung und Entwicklung untersuchen, indem es eine Reihe von etwa 1000 extrasolaren Planeten im sichtbaren und infraroten Wellenlängenbereich vermessen wird. Es ist die erste Mission, die sich der genauen Messung der chemischen Zusammensetzung und der thermischen Strukturen von vorbeiziehenden Exoplaneten widmet. Der Auftrag hat einen Wert von rund 200 Millionen Euro.

“Airbus verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Leitung bahnbrechender wissenschaftlicher Missionen, darunter JUICE, Gaia, Solar Orbiter, LISA Pathfinder und CHEOPS, auf der wir für die jüngste ESA-Wissenschaftsmission Ariel aufbauen”, sagte Jean-Marc Nasr, Leiter von Airbus Space Systems.

“Bei Airbus Toulouse, dem größten Raumfahrtstandort in Europa, verfügen wir über alle Ressourcen, Einrichtungen und Fachkenntnisse für die Entwicklung, Fertigung und Integration der Raumfahrzeuge und unterstützen die ESA aktiv bei der Entwicklung der Nutzlast. Airbus Stevenage ist vollständig in das Hauptteam für die Entwicklung der Avionik, der Hochfrequenz-Kommunikation und des elektrischen Designs der Plattform integriert, wie dies bereits bei der Entwicklung von Gaia erfolgreich der Fall war.”

Airbus wird das europäische Industriekonsortium mit mehr als 60 Unterauftragnehmern für den Bau des Satelliten leiten und der ESA Fachwissen und Unterstützung bei der Entwicklung des Nutzlastmoduls zur Verfügung stellen.

“Mit diesem Meilenstein für die Ariel-Mission feiern wir die Fortsetzung der hervorragenden Beziehungen mit unseren Industriepartnern, um Europa bis weit in das nächste Jahrzehnt und darüber hinaus an der Spitze der Erforschung von Exoplaneten zu halten”, sagte Günther Hasinger, Direktor für Wissenschaft der ESA.

Ariel Infografik. (Bild: Airbus)

Seit der ersten Beobachtung im Jahr 1995 wurden mehr als 5.000 Exoplaneten identifiziert, aber über die chemische Zusammensetzung ihrer Atmosphäre ist nur wenig bekannt. Bestehende Forschungsmissionen liefern Ergebnisse über Exoplaneten (wie der für die ESA von Airbus gebaute CHEOPS), aber Ariel wird die erste Mission sein, die sich der Untersuchung der Atmosphäre einer großen Anzahl von Exoplaneten widmet, einschließlich der Bestimmung der Hauptbestandteile der Atmosphäre und der Charakterisierung von Wolken. Die Beobachtung dieser Welten wird Einblicke in die frühen Stadien der Entstehung von Planeten und Atmosphären und ihre spätere Weiterentwicklung geben und damit zum Verständnis unseres eigenen Sonnensystems beitragen. Sie könnten uns dabei helfen herauszufinden, ob es anderswo in unserem Universum Leben gibt und ob es einen weiteren Planeten wie die Erde gibt.

Die Mission wird sich auf warme und heiße Planeten konzentrieren, von Supererden bis hin zu Gasriesen, die in der Nähe ihrer Muttersterne kreisen und die Zusammensetzung ihrer gut durchmischten Atmosphären entschlüsseln.

Nach dem Start im Jahr 2029 mit einer Ariane-6-Trägerrakete wird Ariel auf eine direkte Transferflugbahn zum zweiten Lagrange-Punkt (L2) gebracht. Dank seiner sehr stabilen thermischen und mechanischen Konstruktion wird das Raumfahrzeug in der Lage sein, Langzeitbeobachtungen desselben Planeten/Sternsystems mit einer Dauer von 10 Stunden bis zu drei Tagen durchzuführen. Die Mission wird vier Jahre dauern, wobei eine Verlängerung um mindestens zwei Jahre möglich ist.

Airbus war Hauptauftragnehmer für die ESA-Mission CHEOPS. Ziel der im Dezember 2019 gestarteten Mission ist die Charakterisierung von Exoplaneten, die nahe Sterne umkreisen. Dabei sollen bekannte Planeten im Größenbereich zwischen Erde und Neptun beobachtet und ihre Radien präzise gemessen werden, um Dichte und Zusammensetzung zu bestimmen.

Quelle: https://www.raumfahrer.net/esa-waehlt-airbus-fuer-exoplaneten-mission-ariel-aus/


ESA selects Airbus for exoplanet mission Ariel

Ariel will analyse the atmosphere of hundreds of exoplanets

Toulouse, 7 December 2021 –The European Space Agency (ESA) has signed a contract with Airbus to build the Atmospheric Remote-sensing Infrared Exoplanet Large-survey (Ariel) mission. Ariel is the fourth medium-class mission in ESA’s Cosmic Vision programme.

Ariel will study the composition of exoplanets, how they formed and how they evolve, by surveying a diverse sample of about 1000 extrasolar planets in visible and infrared wavelengths. It is the first mission dedicated to measuring precisely the chemical composition and thermal structures of transiting exoplanets. The contract is valued at around € 200 million.

“Airbus has extensive experience of leading ground-breaking science missions, including JUICE, Gaia, Solar Orbiter, LISA Pathfinder and CHEOPS, on which we are building for ESA’s latest science mission, Ariel,” said Jean-Marc Nasr, Head of Space Systems at Airbus.

“In our Toulouse facilities, the largest space site in Europe, we have all the resources, facilities and expertise to design, manufacture and integrate the spacecraft and actively support ESA with payload development. Airbus Stevenage is fully integrated in the prime team for the engineering of the avionics, Radio Frequency communication and electrical design of the platform, as successfully proven for the development of Gaia”.

Airbus will lead the European industrial consortium with more than 60 contractors for building the satellite and provide expertise and support to ESA for the development of the payload module.

“With this milestone for the Ariel mission we celebrate the continuation of the outstanding relationship with our industry partners to keep Europe at the forefront of excellence in the field of exoplanet research well into the next decade and beyond,” said Günther Hasinger, ESA’s Director of Science.

More than 5,000 exoplanets have been identified since the first observation in 1995, but little is known about the chemical composition of their atmospheres. Existing space science missions are delivering results on exoplanets (such as the Airbus-built CHEOPS for ESA), but Ariel will be the first mission dedicated to studying the atmospheres of a large number of exoplanets, including main atmospheric component determination and cloud characterisation. Observations of these worlds will give insights into the early stages of planetary and atmospheric formation, and their subsequent evolution, in turn contributing to the understanding of our own Solar System. They could help us find out whether there is life elsewhere in our universe and if there is another planet like Earth.

The mission will focus on warm and hot planets, ranging from super-Earths to gas giants orbiting close to their parent stars, taking advantage of their well-mixed atmospheres to decipher their bulk composition.

After its launch, in 2029 on an Ariane 6 launcher, Ariel will be injected onto a direct transfer trajectory to the second Lagrangian point (L2). Thanks to its very stable thermal and mechanical design, the spacecraft will be able to carry out long term observations of the same planet/star system for a duration of between 10 hours and up to three days. Its mission will last four years with a possible extension of at least two years.

Airbus was prime contractor for ESA’s mission CHEOPS. Launched in December 2019, its goal is to characterise exoplanets orbiting nearby stars, observing known planets in the size range between Earth and Neptune and precisely measuring their radii to determine density and composition.

Quelle: https://www.airbus.com/en/newsroom/press-releases/2021-12-esa-selects-airbus-for-exoplanet-mission-ariel

James-Webb-Teleskop: Die wissenschaftlichen Ziele des Teleskop

Noch wenige Tage: Es ist das größte, komplizierteste und teuerste Instrument, das die Menschheit jemals in den Weltraum gebracht hat: Das James-Webb-Weltraumteleskop ist eine Mission der Superlative. Mit seinem 25 Quadratmeter großen Spiegel und hochsensiblen Infrarotoptiken wird dieses Teleskop weiter und schärfer sehen als alle vor ihm.

Der Grund, warum das James-Webb-Teleskop primär im Infraroten arbeitet, hängt eng mit den wissenschaftlichen Zielen seiner Mission zusammen. Denn eine der Aufgaben des JWST ist es, noch weiter zurück in die Vergangenheit des Kosmos zu schauen als Hubble – zurück in die Zeit, als sich die allerersten Galaxien bildeten. „Mit Webb wollen wir erstmals Galaxien aus der Zeit direkt nach dem Urknall erkunden“, erklärt Steven Finkelstein von University of Texas. „Das war bisher mit keinem anderen Teleskop möglich.“

Das James-Webb-Teleskop soll zurückschauen bis in die Ära der Reionisierung – der Zeit, als die ersten Sterne und Galaxien entstanden.© NASA/ESA, Joyce Kang (STScI)

Der Grund: Das Universum dehnt sich seit dem Urknall immer weiter aus und das führt auch zu einer Dehnung der Strahlung, die seit Jahrmilliarden zu uns unterwegs ist. Dadurch ist das Lichtspektrum ferner Galaxien und Sterne aus dem UV- oder optischen Bereich in das langwelligere Infrarot verschoben – und genau diesen Bereich kann das Webb-Teleskop mit seinem großen Spiegel und den optischen Instrumenten abbilden.

Zurück zum Anfang

Die bisher ältesten bekannten Galaxien stammen aus der Zeit nur gut 500 Millionen Jahre nach dem Urknall. Doch wann die Bildung der ersten Galaxien begonnen hat, ist bislang unklar: „Einige Modelle besagen, dass wir mindestens 50 Galaxien aus der Zeit vor der Reichweite von Hubble finden müssten, andere prognostizieren nur eine Handvoll“, sagt Finkelstein. Das Webb-Teleskop soll erstmals zeigen, wann die ersten Sterne und Galaxien entstanden und wie sie beschaffen waren. Das könnte auch klären, wie einige Quasare und Galaxien schon zu dieser frühen Zeit so enorm massereich werden konnten.

Hinzu kommt: Dank seiner hohen Lichtausbeute und scharfen Optiken kann das neue Weltraumteleskop die fernen Sterne und Galaxien nicht nur abbilden, sondern auch ihr Lichtspektrum hochaufgelöst aufschlüsseln. Dies leisten seine beiden Spektrografen MIRI und NIRSpec, die im mittleren und nahen Infrarot arbeiten. Letzterer besitzt fast 250.000 Mikroblenden, mit denen man gezielt Strahlung nur von bestimmten Bildausschnitten einlassen kann. „Wir öffnen einfach die Mikroblenden dieses Spektrografen, um zum ersten Mal die Spektren von hunderten dieser frühen Galaxien zu untersuchen“, erklärt Mark Dickinson vom National Optical-Infrared Astronomy Research Laboratory in Arizona.

Sternenwiegen, Galaxien und Dunkle Materie

Der Blick ins Infrarote hat aber noch einen Vorteil: Viele Prozesse im Kosmos sind von dichten Staubwolken umgeben. Durch sie ist beispielsweise die Entstehung neuer Sterne und Planeten im sichtbaren Licht nicht zu erkennen, der Staub verdeckt die Sicht. Die langwelligere Infrarotstrahlung hingegen durchdringt diese Wolken. Das JWST könnte daher erstmals die frühesten Stadien der Sternbildung enthüllen und damit letztlich auch die Vorgeschichte unseres eigenen Sonnensystems.

Ein weiteres Aufgabengebiet ist der genaue Blick auf einige Galaxien in der unmittelbaren Nachbarschaft unserer Milchstraße. Diese Zwerggalaxien sind größtenteils sehr lichtschwach und daher mit normalen Teleskopen nur schwer im Detail zu beobachten. Die scharfen „Augen“ des Webb-Teleskops können jedoch die Bewegungen dieser Galaxien und ihrer Sterne präzise kartieren.
Das könnte verraten, wie solche Galaxien miteinander interagieren und wie aus ihren Verschmelzungen größere Sternenansammlungen werden.

Aus ihrer Beobachtung könnten Astronomen aber auch mehr über die Verteilung der Dunkle Materie und ihre Rolle bei der Galaxienbildung erfahren. „Wie sich Strukturen im Universum bilden, hängt von den Eigenschaften der Dunklen Materie ab“, erklärt Roeland van der Marel vom Space Telescope Science Institute (STScI) in Baltimore. Über diese soll das JWST mehr Aufschluss geben. Vielleicht klärt sich dann auch, warum einige Zwerggalaxien fast keine Dunkle Materie zu enthalten scheinen.

Fremde Welten im Blick

Besondere Hoffnung verbinden auch Planetenforscher mit dem neuen Weltraumteleskop. Denn mit ihm wird es erstmals möglich sein, die Atmosphären von Exoplaneten auf ihre Zusammensetzung hin zu analysieren – und nach chemischen Signaturen von außerirdischem Leben zu suchen. Eigens dafür gedacht ist das NIRISS-Instrument – ein Nahinfrarot-Spektrograf, der das überstrahlende Licht des Zentralsterns abschirmt. Dadurch kann er das weit schwächere Leuchten des Planeten einfangen und analysieren.

So könnte das vom JWST analysierte Lichtspektrum eines erdähnlichen Exoplaneten mit Atmosphäre aussehen.© NASA/ESA, CSA, STScI, Joseph Olmsted (STScI)

Webbs Optiken sind zudem scharf genug, um erste Fotos naher Exoplaneten zu liefern. Zu den ersten mit dem Teleskop anvisierten Zielen werden einige erdähnliche Exoplaneten in unserem nahen kosmischen Umfeld gehören, darunter auch die sieben erdgroßen Planeten des nur 40 Lichtjahre von uns entfernten Systems TRAPPIST-1. Denn von diesen Welten könnten gleich mehrere lebensfreundlich sein.

Beryllium, Gold und Eiseskälte

Der Spiegel des James-Webb-Teleskops

Herzstück des James-Webb-Weltraumteleskops und sein auffallendstes Merkmal ist der Spiegel: Aus 18 sechseckigen Teilen zusammengesetzt, hat der Primärspiegel einen Durchmesser von 6,50 Metern und eine Fläche von 25 Quadratmetern – mehr als das Fünffache des Hubble-Spiegels. Um ein optisches Instrument dieser Größe ins All zu bringen, ist einiges an innovativer Technik nötig. Die Nutzung im Infrarotbereich stellt die Technik vor weitere Herausforderungen.

Sechs Segmente des JWST-Spiegels vor dem Test in einer Kältekammer.

„Webb ist das perfekte Beispiel dafür, wie der Forscherdrang der Wissenschaft die Ingenieurskunst zu neuen Grenzen treibt“, sagt Webb-Projektmanager Bill Ochs.

Ultrasteifes Leichtgewicht

Die erste Hürde für ein Weltraumteleskop mit Spiegeln dieser Größe ist das Gewicht: Weil die Nutzlast der verfügbaren Trägerraketen begrenzt ist, müssen alle Bauteile möglichst leicht sein. Würden die Spiegel des JWST wie beim Hubble-Teleskop aus Glas mit einer Metallbeschichtung bestehen, wäre das Ganze nicht mehr transportierbar. Deshalb haben die NASA-Ingenieure ein Material ausgewählt, das schon bei Überschallflugzeugen und im Space-Shuttle zum Einsatz kam: Beryllium.

Dieses Erdalkalimetall ist nach Lithium das zweitleichteste aller Metalle, trotzdem ist es extrem stabil. „Im Verhältnis zu seiner Masse hat Beryllium eine sehr hohe Steifigkeit“, erklärt NASA-Ingenieur Lee Feinberg, zuständig für alle optische Elemente des Teleskops. Dadurch ist Beryllium sogar sechsmal steifer als Stahl. Dank dieser Kombination von hoher Festigkeit und geringem Gewicht reicht eine Wabenstruktur aus nur millimeterfeinen Streben auf der Spiegelrückseite aus, um die hauchdünne Spiegelfläche zu stabilisieren.

Obwohl der Primärspiegel des JWST fast dreimal größer ist als der des Hubble-Teleskops, wiegt er dank des Berylliums und der extremen Leichtbauweise gut 100 Kilogramm weniger – 705 statt 825 Kilogramm.

Die Spiegelfläche und die wabenartig strukturierte Rückseite der Spiegelsegmente besteehn aus Beryllium.© AXSYS

Kaum Bewegung bei Temperaturveränderungen

Doch das Beryllium hat noch einen zweiten, fast noch wichtigeren Vorteil: Es hat eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit und reagiert gleichzeitig kaum auf Temperaturveränderungen. Für die fast nanometergenau justierte Ausrichtung der Spiegel und ihrer Krümmung ist dies eine entscheidende Eigenschaft. Während andere Metalle sich bei Erwärmung ausdehnen und beim Abkühlen wieder schrumpfen, bleibt Beryllium bei den niedrigen Temperaturen des Alls über einen breiten Bereich

Heikle Politur

Das beste Material nutzt jedoch nichts, wenn die optische Oberfläche nicht die richtige Form und Glätte hat – wie der anfangs „schiefe“ Blick des Hubble-Welttraumteleskops vor gut 30 Jahren demonstrierte. Eine Abweichung von nur vier Mikrometern in der Krümmung des Spiegels machte damals die Aufnahmen unscharf. Erst dank einer „Brille“ in Form speziell angepasster optischer Instrumente konnte Hubble wieder scharf sehen.

Entsprechend heikel ist das Polieren der Beryllium-Segmente beim JWST: Weil dieses Weltraumteleskop anders als Hubble nicht im Erdorbit kreist, sondern 1,5 Millionen Kilometer von uns entfernt am Lagrangepunkt 2, ist eine Reparaturmission nahezu unmöglich. „Das Polieren der Spiegel galt als der schwierigste und wichtigste technische Meilenstein bei der Herstellung des Teleskops“, erklärt Feinberg. Erschwerend kommt hinzu, dass das Spiegel des Teleskops aus 18 Segmenten besteht, die einzeln poliert werden, aber sich hinterher perfekt ergänzen müssen.

„Damit die Segmente des Primärspiegels wie ein einziger großer Spiegel funktionieren, müssen sie bis auf ein Zehntausendstel der Dicke eines menschlichen Haares genau ausgerichtet sein“, erklärt Feinberg. Jeweils sechs Aktuatoren auf der Rückseite der Spiegel sorgen dafür, dass diese Feinjustierung im Weltall stattfinden kann. Erst wenn der Spiegel und die gesamte Optik des Teleskops auf die endgültige Arbeitstemperatur von minus 220 bis minus 243 Grad abgekühlt sind, findet diese bis auf zehn Nanometer genaue Anpassung statt.

Sowohl die Berylliumoberfläche des Spiegels als auch der hauchdünne Goldüberzug müssen perfekt poliert und fehlerfrei sein.© NASA/Chris Gunn

Gold für den perfekten Glanz

Doch für die fertigen Spiegel fehlt noch etwas Entscheidendes: die Goldbeschichtung. Denn erst diese rund 100 Nanometer dünne Schicht des Edelmetalls sorgt dafür, dass die eingehende Infrarotstrahlung nahezu vollständig reflektiert und auf den Sekundärspiegel fokussiert werden kann. Deshalb sind sowohl die Segmente des Primärspiegels als auch der konvexe, gut sieben Meter über dem Primärspiegel sitzende Sekundärspiegel mit Gold überzogen. Insgesamt wiegt diese Beschichtung nur rund 50 Gramm – das gesamte Gold dafür würde in einen Murmel passen.

Quelle: https://www.scinexx.de/dossierartikel/zurueck-zu-den-ersten-sternen/

Weltraumteleskop: James Webb zog um, um Ariane 5 zu treffen/Auch Ariane 5 ist umgezogen

Transfert JWST (CU1) du S5B au BAF, le 07/12/2021. | JWST (CU1) transfer from S5B to BAF. 12/07/2021.

Das James Webb-Weltraumteleskop wurde am 7. Dezember 2021 in das Endmontagegebäude des europäischen Weltraumbahnhofs in Französisch-Guayana gebracht, um seine Trägerrakete Ariane 5 zu treffen.

In einem speziellen 23-Tonnen-Transportbehälter verstaut, wurde Webb während des gesamten Transfers geschützt und überwacht.

Die Ariane 5 wurde bereits am 29. November in das gleiche Gebäude verlegt. Hier ermöglichen verstellbare Plattformen den Ingenieuren den Zugang zur Trägerrakete und deren Nutzlast.

Die nächsten Schritte bestehen darin, Webb auf die obere Plattform zu heben, die so vorbereitet ist, dass Webb in die Oberbühne der Ariane 5 integriert und dann in die speziell angepasste Verkleidung der Ariane 5 eingekapselt werden kann .

Webb soll am 22. Dezember vom europäischen Weltraumbahnhof aus starten. Bodenteams haben den heiklen Vorgang des  Beladens des Raumfahrzeugs mit dem Treibstoff, mit dem es sich im Weltraum selbst steuern wird, bereits erfolgreich abgeschlossen .

Webb wird das größte und leistungsstärkste Teleskop sein, das jemals ins All geschossen wurde. Im Rahmen einer internationalen Kooperationsvereinbarung stellt die ESA den Startservice des Teleskops mit der Trägerrakete Ariane 5 bereit. Die ESA war in Zusammenarbeit mit Partnern für die Entwicklung und Qualifizierung von Ariane-5-Anpassungen für die Webb-Mission sowie für die Beschaffung des Startdienstes durch Arianespace verantwortlich.

Webb ist eine internationale Partnerschaft zwischen der NASA, der ESA und der Canadian Space Agency (CSA).

Quelle: https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2021/12/Webb_moved_to_meet_Ariane_5


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Webb wird das größte und leistungsstärkste Teleskop sein, das jemals ins All geschossen wurde.

Cool wen die ESA den Status zu James Webb aktualisiert, wo ich zu selben Zeit meinen Computer hochfahre um vor dem Wochenende 2 letzte Raumfahrt-Neuigkeiten zu veröffentlichen. War nämlich vor dem Computer-Hochfahren auch auf der Twitter Seite mit dem Smartphone und da war die oben genannte Nachricht noch nicht da. Perfektes Timing. Interessant wird dann nächste Woche – mit jedem Tag der vergeht.

Christian Dauck

Ariane 5 ist umgezogen, um James Webb zu treffen

Die  Trägerrakete Ariane 5  , die das James Webb-Weltraumteleskop starten wird,   wurde am 29. November 2021 in das Endmontagegebäude des europäischen Weltraumbahnhofs in Französisch-Guayana verlegt.

Ariane 5-Teile, die von Europa nach Französisch-Guayana verschifft wurden, wurden im Gebäude zur Integration der Trägerrakete zusammengeführt. 

Der untere Teil der Ariane 5 besteht aus der  kryogenen Hauptkernstufe  (mit Vulcain-Haupttriebwerk, Sauerstoff- und Wasserstofftanks), zwei Feststoffraketen-Boostern und dem  oberen Verbund , inklusive der kryogenen Oberstufe (mit dem HM7B-Triebwerk, Sauerstoff- und Wasserstofftanks ), die Fahrzeugausrüstungsbucht – das „Gehirn“ der Trägerrakete und alle unterstützenden Strukturen, die mit Webb auf seinem Adapter verbunden werden. 

Ein Starttisch wird verwendet, um das Ariane 5-Fahrzeug zwischen dem Trägerraketen-Integrationsgebäude, dem Endmontagegebäude und der Startrampe zu transportieren. 

Webb, jetzt betankt, wird demnächst in die Oberstufe der Ariane 5 integriert und dann in die speziell angepasste Verkleidung der Ariane 5 gekapselt  .

Quelle: https://www.esa.int/Enabling_Support/Space_Transportation/Ariane_5_moved_to_meet_Webb