„Splash down“ geglückt: Mondkapsel „Orion“ ist zurück auf der Erde

Die Nasa-Mission „Artemis 1“ ist erfolgreich beendet. Die unbemannte Kapsel wässerte wie geplant um 18.40 Uhr MEZ sicher im Pazifik.

Die Raumkapsel „Orion“ der Mondmission «Artemis 1» ist am Sonntag um 18.40 Uhr MEZ westlich der Halbinsel Niederkalifornien im Pazifik gewässert. Die unbemannte Kapsel soll nun in den Hafen von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien gebracht werden.

Nach fast einem Monat im All war dieser „Splash Down“, wie traditionell die Wässerungen von Raumschiffen der Nasa im Gegensatz zum Touchdown an Land genannt werden, der letzte große Test für „Artemis 1“. Es werden noch ausführliche Analysen folgen, doch insgesamt gilt die Mission bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa schon jetzt als großer Erfolg. 

Fast genau um 18 Uhr deutscher Zeit hieß es von der Nasa: „Das europäische Service-Modul hat seinen Job getan“. In diesem Moment trennte sich jene Einheit inclusive ihrer Solarsegel von der Besatzungs-Kapsel namens Orion. Kurz darauf folge der Einsatz eines Steuertriebwerks, von dem man eigentlich ausgegangen war, dass er nicht notwendig sein würde.

Mit rund 40.000 Kilometern pro Stunde trat «Orion» laut Nasa in die Atmosphäre der Erde ein. Von dieser wurde sie dann auf rund 480 Kilometer pro Stunde abgebremst. Dabei musste das Hitze-Schutzschild von «Orion» Temperaturen von rund 2800 Grad Celsius standhalten. Einen „höllischen Wiedereintritt“ nannte der Nasa-TV-Kommentator diese Phase des Fluges.

Es gab mehrere Manöver, bei denen die Ausrichtung der Kapsel geändert wurde, um entstehende Hitze besser abzuführen und die Bremswirkung zu verbessern. Orion durchlief zwei „Black-out-Phasen“ bei großer Hitze und hoher Geschwindigkeit, während derer kein Funkkontakt möglich war. Um 18.32 Uhr gab es erste Kamerabilder von der Kapsel, die noch mit dem Zehnfachen der Schallgeschwindigkeit unterwegs war.

Mithilfe dreier Haupt-Fallschirme, die sich gegen 18.38 Uhr öffneten, wurde «Orion» schließlich weiter abgebremst und schlug mit etwas mehr als 30 Kilometern pro Stunde auf dem Wasser auf.

Artemis-1 war die erste Mondmission mit einer für Raumreisen von Menschen ausgelegten Kapsel seit 50 Jahren. Damals, im Dezember 1972, waren die beiden Amerikaner Gene Cernan und Jack Schmitt mit Apollo 17 die letzten Menschen, die den Mond betraten. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den «Apollo»-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.

Schon vor der Landung hatte Nasa-Chef Bill Nelson die «Artemis»-Testmission als «außergewöhnlichen Erfolg» bezeichnet. Mit dem nach der griechischen Göttin des Mondes benannten Programm «Artemis» sollen in den kommenden Jahren wieder US-Astronauten auf dem Mond landen, darunter erstmals eine Frau und eine nicht-weiße Person.

Auf einen ersten bemannten Flug («Artemis 2») um den Mond herum soll ein weiterer bemannter Flug inklusive Mondlandung («Artemis 3») folgen.

Testflug ohne Besatzung

Gestartet war «Artemis 1» – nach Kostenexplosionen und immer neuen Verschiebungen – als Sorgenkind. Aber nach dem Start am 16. November mit der Rakete «Space Launch System» vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida lief der Flug dann weitgehend glatt und die geplanten Meilensteine konnten abgehakt werden: Vorbeiflug am Mond, Einschwenken in die Umlaufbahn des Mondes, Ausschwenken aus der Umlaufbahn des Mondes, weiterer Vorbeiflug am Mond.

Auch die Europäische Raumfahrtagentur Esa und Raumfahrtagenturen mehrerer anderer Länder sind an «Artemis» beteiligt. Die Esa steuerte jenes Europäische Servicemodul (ESM) bei, das auch Strom, Wasser und Luft liefert und das Raumschiff auf der richtigen Temperatur hielt. Die Antriebs- und Versorgungseinheit wurde, wie schon erwähnt, bei der Rückkehr vom Besatzungsmodul abgetrennt werden um in der Atmosphäre zu verglühen. 

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wissen/artemis-mondmission-orion-kapsel-kehrt-nach-fast-einem-monat-im-all-auf-die-erde-zuruck-9013600.html

Wer darf mitlesen? Bundesregierung sucht Haltung zur Chatkontrolle

  • Die EU-Kommission will Facebook, WhatsApp und andere Anbieter verpflichten, private Kommunikation auf Hinweise zu Kindesmissbrauch zu scannen.
  • Abgeordnete von SPD, Grünen und FDP sowie Justizminister Buschmann lehnen die „Chatkontrolle“ strikt ab.
  • Das Bundesinnenministerium findet in den Plänen der Europäischen Union dagegen auch positive Aspekte.
  • Noch ist es der Koalition nicht gelungen, sich auf eine Position festzulegen. Die Union drückt aufs Tempo.

Darf ein Staat sich Einblick in die private Kommunikation seiner Bürgerinnen und Bürger verschaffen, um dort Darstellungen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder aufzuspüren? Sollen WhatsApp, Signal, Facebook, Telegram und andere Anbieter dafür Text- und Bildnachrichten durchleuchten?

Über dieses Thema wird gerade in Europa diskutiert. Anlass sind die Pläne der Europäischen Kommission zur sogenannten Chatkontrolle. Auch die deutsche Bundesregierung will dazu bald eine gemeinsame Haltung finden – doch die ist bisher nicht in Sicht.

Chatkontrolle: Das sind die Pläne der EU-Kommission

Im vergangenen Mai hat die EU-Kommission den Entwurf für eine Verordnung vorgestellt, mit der sie gegen sexualisierte Gewalt gegen Kinder vorgehen will. Innen-Kommissarin Ylva Johansson will es Sicherheitsbehörden zum Beispiel erleichtern, kinderpornografisches Material aufzuspüren. Konkret sieht der Entwurf unter anderem vor:

  • Die EU will soziale Netzwerke und Messenger wie WhatsApp, Signal, Facebook oder Instagram verpflichten, die private Kommunikation ihrer Nutzerinnen und Nutzer zu scannen: Sie sollen dort gezielt nach Darstellungen sexueller Gewalt gegen Kinder suchen. Dazu müssten sie wahrscheinlich die Verschlüsselung von privaten Nachrichten umgehen oder aussetzen.
  • Ein neues EU-Zentrum soll die technischen Möglichkeiten für dieses Scannen schaffen und verdächtige Inhalte prüfen.
  • Bekämpfen will die EU nicht nur den Austausch von Fotos und Videos, sondern auch das sogenannte Grooming. Dabei erschleichen sich Erwachsene im Internet das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen, um sie sexuell zu belästigen. Deswegen müssten die Anbieter auch Textnachrichten durchleuchten.
  • Anbieter sollen zudem die Möglichkeit bekommen, den Zugang von Minderjährigen zu bestimmten Apps komplett zu beschränken. Kinder und Jugendliche sollen Programme, die für sie gefährlich werden können, dann gar nicht mehr nutzen können.

EU-Kommissarin Johannsson weist auf den hohen Handlungsbedarf hin: Allein 2021 seien rund 85 Millionen Missbrauchsdarstellungen entdeckt worden. Dass sexualisierte Gewalt gegen Kinder entschiedener bekämpft werden muss, würde wohl jeder unterschreiben. Doch Kritikerinnen und Kritiker sehen in den EU-Plänen einen zu massiven Eingriff in die Privatsphäre. Diese Kritik ist in Deutschland nicht nur von Bürgerrechtsorganisationen zu hören, sondern auch von Parteien aus den Bundesländern und von Datenschützern.

Viel Widerstand von SPD, Grünen und FDP

„Eine europäische Koordination der Strafverfolgungsbehörden ist grundsätzlich sinnvoll. Auch ein EU-Zentrum könnte man so ausgestalten, dass es eine gute Sache wird“, sagt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Tobias Bacherle, Obmann seiner Fraktion im Digital-Ausschuss. Eine Hintertür bei den Messengern einzubauen, würde aus seiner Sicht aber eine neue Sicherheitslücke schaffen. „Damit würde man eine Technologie entwickeln und marktreif machen, die auch auf andere Themen umprogrammiert oder von anderen Staaten eingefordert werden könnte“, sagt Bacherle. „Private Kommunikation muss privat bleiben. Auch Opfer müssen zum Beispiel geschützt kommunizieren können.“

Die SPD-Abgeordnete und Innen-Politikerin Carmen Wegge hält ein europäisches Vorgehen bei dem Thema ebenfalls für sinnvoll. Trotzdem müsse die Verhältnismäßigkeit gewährleistet sein. „Beim aktuellen Vorschlag der EU-Kommission ist das aus meiner Sicht nicht der Fall“, so Wegge. Mit der umstrittenen Verordnung bestehe die Gefahr einer Architektur, „die in den Messengern aktiv Schwachstellen einbaut und eine anlasslose Überwachung von privater Kommunikation an- und ausschaltbar werden lässt“.

Der FDP-Europa-Abgeordnete Moritz Körner sieht auch das Scannen von Textnachrichten kritisch: „Dies würde das Ende des digitalen Briefgeheimnisses für die EU-Bürger bedeuten“, schreibt er auf seiner Homepage.

Auch Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat sich gegen das Vorhaben aus Brüssel ausgesprochen. Digitale Bürgerrechte sind aus seiner Sicht keine Bürgerrechte zweiter Klasse. „Ich bin sehr skeptisch, was diesen neuen Entwurf angeht – sowohl rechtlich, aber gerade auch politisch.“ Die Vertraulichkeit privater Kommunikation mache diese erst wirklich frei. „Deshalb lehnen wir generelle flächendeckende Überwachungsmaßnahmen privater Korrespondenz gerade auch im digitalen Raum ab“, so Buschmann.

Innenministerin Nancy Faeser: „Rechtsstaatliche Balance halten“

Neben dem Justizressort sehen auch die Bundesministerien für Familie sowie für Verkehr und Digitales die EU-Pläne kritisch. Die Federführung bei dem Thema hat allerdings das Bundesinnenministerium. Dort sieht man die Sache offenbar differenzierter.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will eine „rechtsstaatliche Balance“ halten: Auch sie lehnt es ab, dass verschlüsselte private Kommunikation anlasslos kontrolliert werden kann. „Das halte ich für nicht vereinbar mit unseren Freiheitsrechten.“ Sie findet allerdings auch positive Aspekte an den Vorschlägen der EU. „Insgesamt haben wir einen sehr wichtigen Kommissionsvorschlag, den wir gemeinsam vorantreiben wollen, um diese entsetzliche Kriminalität wirksam einzudämmen.“

Faeser hat ihr Ziel folgendermaßen formuliert: „Wir werden erstmals europäische Instrumente schaffen, um Onlineplattformen in die Pflicht zu nehmen, damit Missbrauchsdarstellungen entdeckt, gelöscht und die Täter verfolgt werden.“ Wie genau das aussehen könnte, ist bisher aber unklar.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums weist auf Anfrage unserer Redaktion zudem darauf hin, dass einige Maßnahmen schon jetzt von den Anbietern auf freiwilliger Basis umgesetzt werden. Aus Sicht des Ministeriums liefern diese Maßnahmen immer wieder wichtige Ansätze für Ermittlungen. Die rechtliche Basis ist eine befristete Verordnung, die im August 2024 ausläuft. „Der Kommissionsentwurf strebt eine rechtssichere und dauerhafte Rechtsgrundlage im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern an“, so der Sprecher.

Die Kritiker der Chatkontrolle sind überzeugt, dass ein größerer Erfolg beim Kampf gegen Missbrauchsdarstellungen auch ohne neue Eingriffsmöglichkeiten des Staates möglich wären. „Mehr Daten allein helfen der Sache noch nicht“, sagt der Grünen-Abgeordnete Bacherle. Die Sicherheitsbehörden müssten Daten auch verarbeiten und auswerten, um festzustellen, ob es sich um strafbare Inhalte oder unproblematische Amateurfotos handelt. „Das Bundesinnenministerium hat bisher nicht gesagt, was den Sicherheitsbehörden für eine effektivere Strafverfolgung fehlt.“

Mehrheiten auf EU-Ebene unklar

Für die Verhandlungen auf europäischer Ebene braucht die deutsche Bundesregierung eine gemeinsame Position. Diese Position suchen die Ministerien gerade. Die Opposition drückt aufs Tempo. Er begrüße die Zielrichtung des EU-Vorstoßes, teilt Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, mit. Die Union hat auch bei einem anderen umstrittenen Thema – der Vorratsdatenspeicherung – nicht so große Datenschutzbedenken wie die Ampel-Parteien.

Allerdings sieht auch Throm noch technischen und rechtlichen Klärungsbedarf. In der vergangenen Sitzung des Innenausschusses im Bundestag habe man die Bundesregierung um eine Stellungnahme gebeten, sagt er. Die Ampel-Koalition habe den Tagesordnungspunkt aber abgesetzt.“Offenbar, weil die Bundesregierung bei diesem Thema selbst noch keine abgestimmte Position hat.“

Die Verhandlungen im Europäischen Rat werden im Januar weitergehen. Ob die Kommissionspläne dort durchfallen oder bestätigt werden, ist noch offen. Das Veto eines einzelnen Staates könnte die Chatkontrolle nicht stoppen, entschieden wir per Mehrheit. Als erstes EU-Mitgliedsland hat sich Anfang November Österreich klar gegen die Pläne der EU-Kommission gestellt. Der EU-Unterausschuss des Nationalrats sprach sich mit großer Mehrheit gegen das Gesetzesvorhaben aus. Auch Polen, die Niederlande und Finnland gelten als skeptisch.

Quelle: https://web.de/magazine/politik/mitlesen-bundesregierung-sucht-haltung-chatkontrolle-37543324


Doma GIF - Find & Share on GIPHY
Die Union hat auch bei einem anderen umstrittenen Thema – der Vorratsdatenspeicherung – nicht so große Datenschutzbedenken wie die Ampel-Parteien.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will eine „rechtsstaatliche Balance“ halten: Auch sie lehnt es ab, dass verschlüsselte private Kommunikation anlasslos kontrolliert werden kann. „Das halte ich für nicht vereinbar mit unseren Freiheitsrechten.“ Sie findet allerdings auch positive Aspekte an den Vorschlägen der EU. „Insgesamt haben wir einen sehr wichtigen Kommissionsvorschlag, den wir gemeinsam vorantreiben wollen, um diese entsetzliche Kriminalität wirksam einzudämmen.“

Die Opposition drückt aufs Tempo. Er begrüße die Zielrichtung des EU-Vorstoßes, teilt Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, mit. Die Union hat auch bei einem anderen umstrittenen Thema – der Vorratsdatenspeicherung – nicht so große Datenschutzbedenken wie die Ampel-Parteien.

Die Verhandlungen im Europäischen Rat werden im Januar weitergehen. Ob die Kommissionspläne dort durchfallen oder bestätigt werden, ist noch offen. Das Veto eines einzelnen Staates könnte die Chatkontrolle nicht stoppen, entschieden wir per Mehrheit.

Bei der Bundestagswahl muss ich wohl wieder CDU gewählt werden, gerade bei der Sicherheit ist mir diese Partei am liebsten. Mal schauen wie sich das mit der Chatkontrolle entwickelt, spannend und interessant.

Es gibt zwar auch Kritiker und Skeptiker aber ohne die wäre es auch zu einfach bzw. zu langweilig, wo bleibt denn da der Spaß wenn die tollen strengen/scharfen Sicherheitsgesetze auf dem Silbertablett kommen.

Christian Dauck

Meine Autismusspektrumstörung

-Perseverance ist Fleißig bei der Arbeit und legt bald seine ersten proben auf dem Mars ab

-Artemis 1 auf dem Rückweg zur Erde (11. Dezember – Der Hitzeschild wird wohl funktionieren, abwarten wie die Nasa den Flug bewerten wird.)

-Danuri hat den Mond fas erreicht (17. Dezember – super bessere Instrumente am Mond, man darf gespannt sein.)

-James Webb spult seine Aufgaben ab (hier freue ich mich auf Ergebnisse von Enceladus und die Beobachtung von Trapist 1.)

Viele Dinge auf die ich mich freue. Diese gehe ich aber nicht jeden Kilometer nach, weil die Wartezeit zu langsam vergeht. Zwischendurch bleibt Zeit für andere schöne Dinge oder Themen (Allgemeine Politik, Gaskrise/Energiekrise usw.) So teile ich das auf. Filme/Serien/Konsolenzeit ist Standard.

Oder wenn ich in einer Kita-Praktikum Arbeite (Auf Kinder draußen aufpasse oder auf der Strasse unterwegs bin) da schaue ich nicht auf dem Handy die Raumfahrt-News. Ich weiß nicht wie das bei anderen ist aber ich kann mich von meinen Interessen auch lösen und bei der Arbeit mit Kindern ist dass auch selbstverständlich. Vor allem muss auch mal von den Interessen Pause sein, wenn die Arbeit Spaß macht und interessant ist geht das auch.

Und die Tageszeit ist auch nicht durchgetaktet, ich Jongliere mit Zeitfenster den um 18:42 Abendbrot essen ist Blödsinn. Ich kann auch irgendwann zwischen 18 und 20 Uhr essen. Was soll man mit der Zeit geizen viel zu mühselig, jede gesparte Minute verfliegt in der länge des Tages. 15:40 oder 16:45 ich Find das als Autist so banal.

Tomaten mag ich gerne, optional Gurken oder Radieschen wen es eines nicht gibt. Und es wäre schon ein ziemlicher Zufall gäbe es alles drei nicht. Und wenn, dann ist das so, es gib ein nächsten Tag, Neuer Tag-neues Glück.

Fachartikel sieht weiterhin Hinweise für Leben in der Venus-Atmosphäre/Erste private Venus-Mission (2023) hat nur fünf Minuten Zeit zur Suche nach Leben

Planet Venus.Copyright: JAXA/ ISAS/ DARTS/ Kevin M. Gill

Planet Venus.
Copyright: JAXA/ ISAS/ DARTS/ Kevin M. Gill

Boulder (USA) – Die Debatte um den potenziellen Biomarker Phosphin in der Venus-Atmosphäre streiten sich die Verfechter der konservativen Lehrmeinung von einer lebensfeindlichen Venus mit jenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die ergebnisoffen die Indizien und Beweise bewerten und überprüfen wollen, bevor sie Leben in den gemäßigten Wolkenschichten der Venus ausschließen. Ein aktueller Fachartikel stützt nun den letzteren Ansatz.

In ihrem vorab via ArXiv.org veröffentlichten Artikel (und in einer zukünftigen Ausgabe The der „Aerospace MDPI Special Issue “The Search for Signs of Life on Venus: Science Objectives and Mission Designs”) erläutern Carol E. Cleland von der University of Colorado und Paul B. Rimmer von der britischen University of Cambridge, dass sie in der Detektion von mehreren Anomalien in der Venus-Atmosphäre durchaus Belege für bislang unbekannte Prozesse und Systeme sehen, die außerhalb des bisherigen Bildes von der Zusammensetzung der Venus-Atmosphäre anzusiedeln sind.

Konkret untersuchen die beiden Forschenden die Detektion von Ammoniak und Phosphin der Atmosphäre unseres höllischen Nachbarplaneten, geben eine Übersicht über mögliche Interpretationen und Konsequenzen dieser Nachweise und stellen fest: „Diese Anomalien widersprechen der Annahme und dem Glauben, dass die Venus kein Leben beherbergen könnte.“

„In unserem Artikel diskutieren wir zwei von mehreren Anomalien in der Atmosphäre der Venus und zeigen, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft auf diese Anomalien in der gleichen Art und Weise reagiert, wie sie auch schon zuvor auf anomale Phänomene reagiert hat – Phänomene, die für das, wofür sie schlussendlich tatsächlich standen, zuvor nicht anerkannt worden waren, die aber danach wichtige wissenschaftliche Entdeckungen vorwegnahmen.“

Hintergrund
Phosphin ist ein Molekül aus einem Phosphor- und drei Wasserstoffatomen, die normalerweise nicht zusammenkommen. Es erfordert enorme Energiemengen, beispielsweise in den extremen Umgebungen von Jupiter und Saturn, die Atome mit genügend Kraft zu zerschlagen, um ihre natürliche Abneigung zu überwinden. Tatsächlich wurde Phosphin bereits in den 1970er Jahren in den Atmosphären von Jupiter und Saturn, also von großen Gasplaneten – entdeckt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Molekül im Innern dieser Gasriesen regelrecht zusammengeballt wurde und, wie Sousa-Silva und Kollegen es beschreiben, “von gewaltigen Konvektions-Stürmen in Planetengröße gewaltsam erzeugt wurde.

Weitere erklären die Autoren: „Wir sind davon überzeugt, dass dieser Umstand ein Hinweis dafür sein kann, dass uns auch diese Venus-Anomalien zu wichtigen neuen Entdeckungen über die planetare Umgebung der Venus und vielleicht sogar über außerirdisches Leben führen könnten.“

Neben der heiß debattierten Entdeckung von Phosphin untersuchen die beiden Autoren und Autorinnen auch den Nachweis von Ammoniak in sowie ein chemisches Ungleichgewicht der Venusatmosphäre als potenzielle Biomarker, also Hinweise für Leben. Auch die Zusammensetzung weist ein entsprechendes chemisches Ungleichgewicht auf. Der Grund: biologisches Leben. Tatsächlich sind einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Meinung, dass der Nachweis eines solchen chemischen Disequilibrums in der Atmosphäre eines Felsplaneten eines der besten Anzeichen für dortiges Leben wäre.

Konkret geht es zum einen um den beobachteten Abbau von Schwefel und Wasser in den Wolken der Venus, zudem um das merkwürdige Verhalten von Schwefel in der Nähe der Planetenoberfläche und H20 in den Wolken, die Detektion von Sauerstoff, Wasserstoffsulfiden und Methan in den Venus-Wolken, sowie der Nichtnachweis von Sauerstoff oberhalb besagter Wolken und der Abbau von das Carbonylsulfiden unterhalb der Wolken, der Nachweis von schwefelhaltigen Wolken unterhalb der Schwefel-Wolken. Auch die mineralische Zusammensetzung der Oberfläche scheint nicht mit dem Zustand der tieferen Atmosphäre übereinzustimmen.

Statt vermeintlich mit bisherigen Vorstellungen nicht übereinstimmende Ergebnisse zu ignorieren oder in Abrede zu stellen, sollten sie vielmehr mit Interesse kritisch untersucht werden, fordern die Autoren.

Abschließend bemerken Rimmer und Cleland, die tiefgreifenden Auswirkungen, die der Nachweis von Leben als Erklärung für die Venus-Anomalien für unser Verständnis von Leben haben würde: Sollte Leben auf einer höllenartigen Welt die der Venus existieren kann, so könnte es fast überall existieren und selbst der Beweis eines nicht-biologischen Ursprungs der Anomalien wäre ein Gewinn für unser Wissen.

Quelle: https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/fachartikel-sieht-weiterhin-hinweise-fuer-leben-in-der-venus-atmosph20221203/


Life on Venus? New paper explores possibilities

Life on Venus: Planet with colorful and mottled wavy cloud structures.
View larger. | Venus in ultraviolet. Japan’s Akatsuki spacecraft took this image on December 23, 2016. A new paper discusses various anomalies – things that are different, abnormal, peculiar, or not easily classified – and whether living things in the clouds of Venus could explain them. Is there life on Venus? Image via JAXA/ ISAS/ DARTS/ Kevin M. Gill/ Wikipedia (Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0).

Life on Venus?

We are of the opinion that several anomalies in the atmosphere of Venus provide evidence of yet-unknown processes and systems … The investigation of these anomalies on Venus should be open to [a] wide range of explanations, including unknown biological activity.

So begins a new paper from researchers in the U.S. and U.K. – released November 14, 2022 – related to the continuing saga of possible life in the clouds of Venus. The paper looks at how phosphine is just one of various peculiar features in Venus’ clouds that airborne microorganisms – tiny living creatures such as alien bacteria or fungi – might explain.

The researchers also consider the anomalies in context of previous assumptions about Venus’ atmosphere and past discoveries in astronomy, biology and geology.

The new paper, by Carol Cleland (University of Colorado, Boulder) and Paul Rimmer (University of Cambridge), is available on arXiv. The Aerospace (MDPI) Special Issue “The Search for Signs of Life on Venus: Science Objectives and Mission Designs,” has accepted it for publication. The researchers explain:

We provide an overview of two anomalies, the tentative detection of ammonia and phosphine in Venus’s atmosphere. These anomalies fly in the face of the tacit assumption that the atmosphere of Venus must be in chemical redox equilibrium, an assumption connected to the belief that Venus is lifeless.

The discovery of phosphine

Jane Greaves and her colleagues at Cardiff University in the U.K. first announced the discovery of phosphine in the atmosphere of Venus in September 2020. The announcement ignited both excitement and skepticism among scientists.

And the debate of phosphine’s origins – or if it’s even actually there at all – is still ongoing. After all, on Earth, phosphine in the air is associated with life processes. So scientists, who are understandably fascinated by the possibility of life processes on Venus, have published several additional papers since the original discovery.

The subsequent papers are both pro and con on the subject of whether phosphine exists in Venus’ clouds, and, if so, whether it indicates life.

More anomalies

While phosphine is the most recent anomalous discovery in Venus’ atmosphere, there’s also other weird chemistry going on there, chemistry that could even point to life signs, or, as scientists say, potential biosignatures. This includes the presence of ammonia, and the fact that Venus’ atmosphere is seemingly somehow in what scientists call redox (chemical) disequilibrium.

On Earth, biological life causes chemical disequilibrium in our atmosphere. The current paper focuses on the ammonia (NH3), phosphine and redox disequilibrium (redox indicates a specific kind of chemical disequilibrium).

Scientists say that finding chemical disequilibrium in the atmosphere of a rocky exoplanet would be one of the best possible signs of life on that planet. But what about Venus? Cleland and Rimmer note that:

Few astrobiologists anticipated finding such evidence on Earth’s next-door neighbor, Venus.

The paper notes other strange features as well:

Anomalous phenomena observed in the atmosphere of Venus include the depletion of sulfur and water in the clouds of Venus, the strange behavior of SO2 [sulphur] near the surface and H2O in the clouds, the detection of O2 [oxygen], H2S [hydrogen sulphide] and CH4 [methane] in the clouds and non-detection of O2 [oxygen] above the clouds … the depletion of OCS [carbonyl sulphide] below the clouds, the detection of phosphorous clouds below sulfur clouds and a host of phenomena in the surface mineralogy: the mineral composition does not appear to be in equilibrium with the lower atmosphere.

The researchers present their case that at least some of these anomalies might be explained by biological processes.

The strange case of ammonia

The presence of ammonia is one of the most interesting Venusian anomalies. According to the current standard understanding of Venus’ atmosphere, it shouldn’t be there.

The Soviet Venera 8 probe found evidence of ammonia in 1972. The data suggested its presence at concentrations of 100-1000 ppm (parts per million), at an altitude of between 19 and 28 miles (30 and 45 km). Some other scientists dismissed the findings, however. They said that the data were “inconsistent with the observed abundances of other gases in the Venus atmosphere.” Ammonia shouldn’t be in Venus’ atmosphere. Otherwise, it would mean that the planet’s atmosphere must be in disequilibrium.

That’s a big deal, since on Earth, at least, the presence of life is what causes a similar atmospheric disequilibrium.

Later, in 1978, the Pioneer Venus multiprobe also found signs of ammonia. However, in light of the previous dismissal, these findings were either ignored or just not noticed, the researchers behind the current paper say. So, if the ammonia is there, then is the disequilibrium caused by microorganisms or unknown abiotic (non-life) chemical reactions?

The phosphine debate now

The Venusian phosphine is still a subject of much debate. Greaves and her colleagues made the initial observations using the Atacama Large Millimeter/sub-millimeter Array (ALMA) and the James Clerk Maxwell Telescope (JCMT). In a new paper, announced on November 21, 2022, Greaves and her team maintain that the phosphine is really there. The paper, available on arXiv, discusses an analysis of Venus’ atmosphere with data from the Stratospheric Observatory For Infrared Astronomy (SOFIA) telescope. Based on their discussion on six phosphine results, they say:

We suggest Venusian phosphine is indeed present, and so merits further work on models of its origins.

Recent re-analysis of data from the old Pioneer Venus mission also supports the existence of the phosphine.

Phosphine above Venus’ clouds?

Other scientists say that if the phosphine is there, it must be above the clouds, not in them. But if so, it would be even more unstable, and need to be constantly replenished somehow. Known chemical processes, both biological and non-biological, would have a hard time explaining phosphine above the clouds. And indeed, Cleland and Rimmer say:

If there is observable [phosphine] above the clouds of Venus, we are left with two explanations: life-as-we-don’t-know-it and nonlife-as-we-don’t-know-it. Both of these possibilities should be seriously considered, and neither should be clearly favored over the other until there’s more data. Instead, more predictions should be made, and more data should be gathered, especially in situ data from upcoming missions.

Scientists have proposed some possible non-biological explanations for the phosphine, such as volcanoes. But so far, none of them adequately explain all the observations.

Inset with group of small objects consisting of 4 attached spheres, with a planet in the background.
View larger. | Artist’s illustration of the molecule phosphine in Venus’ atmosphere. Phosphine is one of the key anomalies discussed in the new paper. Image via ESO/ M. Kornmesser/ L. Calçada & NASA/ JPL/ Caltech.

Anomalies in scientific discovery

The researchers argue that anomalies – phenomena that are surprising or unexpected – should be acknowledged, not ignored. They are also not just “failed predictions” as often described, but play central roles in the process of scientific discovery. As the paper says:

While a failed prediction may eventually be recognized as anomalous, many anomalies do not represent failed predictions. Anomalies are surprising because they fall outside the scope of expectations (articulated in prediction and explanation) induced by widely accepted theoretical frameworks.

So, with Venus as a test case, what is the best way forward for researchers? Cleland said:

We can best explore astrobiologically by roaming widely and keeping a sharp eye out for anomalous order of any kind … Such anomalous order will indicate either an interesting nonbiological process that we need to learn about† or that we have at last found new life.

Biological anomalies on Venus: What if?

If any of these anomalies really are the result of life, it would have a profound effect on our understanding of how life evolves on planets. If life can exist on a hellish a world as Venus, where else might it be? Confirmation of such life would open up a universe of possibilities. But even if these anomalies are non-biological in origin, that would still expand our scientific knowledge overall.

Bottom line: Is there life in Venus’ atmosphere? Researchers in the U.S. and U.K. make the case for ammonia, phosphine and other potential biological anomalies on Venus.

Quelle: https://earthsky.org/space/life-on-venus-new-paper-explores-possibilities/


Erste private Venus-Mission hat nur fünf Minuten Zeit zur Suche nach Leben

Die kostengünstige Mission von Rocket Lab, die bereits 2023 starten soll, wird kurz sein, könnte aber die Suche nach außerirdischer Biologie verändern.

Rocket Lab-Venus-Mission
(Bild: Rocket Lab)

Während die Covid-Pandemie Ende 2020 in vollem Gange war, gab es eine kurze Ablenkung und die Aufmerksamkeit der interessierten Öffentlichkeit richtete sich auf unseren Nachbarplaneten Venus. Astronomen hatten in den Wolken der Venus eine verblüffende Entdeckung gemacht: ein Gas namens Phosphin, das auf der Erde durch biologische Prozesse erzeugt wird. Spekulationen kursierten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bemühten sich zu verstehen, was sie da sahen.

Nun könnte eine Mission, die im nächsten Jahr gestartet werden soll, endlich die Frage beantworten, die die Astronomen seither beschäftigt: Könnte mikrobielles Leben das Gas ausstoßen?

Obwohl spätere Studien den Nachweis von Phosphin in Frage stellten, hat die erste Studie das Interesse an der Venus neu entfacht. In der Folge wählten die NASA und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) drei neue Missionen aus, die zu dem Planeten reisen und unter anderem untersuchen sollen, ob die Bedingungen auf der Venus in der Vergangenheit Leben ermöglicht haben könnten. Auch China und Indien haben Pläne, Missionen zur Venus zu schicken. „Phosphin hat uns alle daran erinnert, wie schlecht [dieser Planet] charakterisiert ist“, sagt Colin Wilson von der Universität Oxford, einer der stellvertretenden leitenden Wissenschaftler der europäischen Venus-Mission EnVision.

Die meisten dieser Missionen würden jedoch erst in den späteren 2020er oder 2030er Jahren Ergebnisse liefern. Die Astronomen wollten aber jetzt Antworten. Und wie es der Zufall wollte, war dies auch bei Peter Beck, dem Geschäftsführer des neuseeländischen Unternehmens Rocket Lab, der Fall. Beck, der seit langem von der Venus fasziniert ist. An ihn trat eine Gruppe von MIT-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einer Idee heran: Eine kühne Mission mit einer Rakete des Unternehmens sollte schon viel früher nach Leben auf der Venus suchen – mit einem Start im Jahr 2023. Ein Ersatzstartfenster steht im Januar 2025 zur Verfügung.

Phosphin hin oder her: Wenn es auf der Venus Leben gibt, dann möglicherweise in Form von Mikroben in winzigen Schwefelsäuretröpfchen, die hoch über dem Planeten schweben. Während die Oberfläche weitgehend unwirtlich erscheint, mit Temperaturen, die heiß genug sind, um Blei zu schmelzen, und einem Druck, der dem am Boden der Ozeane auf der Erde ähnelt, sind die Bedingungen in 45 bis 60 Kilometern Höhe über dem Boden in den Wolken der Venus deutlich gemäßigter.

„Ich hatte immer das Gefühl, dass die Venus einen schweren Stand hat“, sagt RocketLab-CEO Beck. „Die Entdeckung von Phosphin war der Auslöser. Wir müssen auf die Venus, um nach Leben zu suchen.“

Die Einzelheiten der Mission, der ersten privat finanzierten Reise zu einem anderen Planeten, wurden jetzt veröffentlicht. Rocket Lab hat ein kleines Mehrzweck-Raumschiff namens Photon entwickelt, das die Größe eines Esstisches hat und zu mehreren Orten im Sonnensystem geschickt werden kann. Im Juni wurde eine bereits eine Photon-Mission zum Mond für die NASA gestartet. Bei der nun geplanten Venus-Mission wird ein weiteres Photon-Raumschiff eingesetzt, um eine kleine Sonde in die Atmosphäre des Planeten zu werfen.

Diese Sonde wird derzeit von einem Team von weniger als 30 Personen unter der Leitung von Sara Seager am MIT entwickelt. Sie soll bereits im Mai 2023 starten und in fünf Monaten die Venus erreichen. Ankunft also im Oktober 2023. Mit weniger als 10 Millionen Dollar ist die von Rocket Lab, dem MIT und nicht näher genannten Unterstützern finanzierte Mission risikoreich, aber kostengünstig – nur zwei Prozent des Preises, den die NASA für jede der Venus-Missionen veranschlagt.

„Dies ist das Einfachste, Billigste und Beste, was man tun kann, um eine große Entdeckung zu machen“, sagt Seager.

Die Sonde ist klein, wiegt nur ca. 20 Kilogramm und misst 38 Zentimeter im Durchmesser, etwas größer als ein Basketballkorb. Ihr kegelförmiges Design ist an der Vorderseite mit einem Hitzeschild versehen, der die Hauptlast der intensiven Hitze abfängt, die entsteht, wenn die Sonde – die vom Photon-Raumschiff vor der Ankunft freigesetzt wird – mit 40.000 Kilometern pro Stunde in die Venusatmosphäre eintritt.

Im Inneren der Sonde befindet sich ein einziges Instrument, das nur ein Kilogramm wiegt. Es gibt keine Kamera an Bord, die Bilder aufnehmen könnte, während die Sonde durch die Venuswolken stürzt – es fehlt schlicht die Funkleistung oder die Zeit, um viel zur Erde zurück zu senden. „Wir müssen mit den Daten, die wir zurücksenden, sehr, sehr sparsam umgehen“, sagt Beck.

Es geht den Forscherinnen und Forschern jedoch nicht um Bilder, sondern vielmehr um eine Nahaufnahme der Wolken der Venus. Dazu dient ein autofluoreszierendes Nephelometer, ein Gerät, das Tröpfchen in der Venusatmosphäre mit einem ultravioletten Laser bestrahlt, um die Zusammensetzung der Moleküle in ihnen zu bestimmen. Beim Abstieg der Sonde wird der Laser durch ein kleines Fenster nach außen strahlen. Er wird komplexe Moleküle – möglicherweise auch organische Verbindungen – in den Tröpfchen anregen, sodass sie fluoreszieren.

„Wir werden nach organischen Partikeln im Inneren der Wolkentröpfchen suchen“, sagt Seager. Eine solche Entdeckung wäre kein Beweis für Leben – organische Moleküle können auf eine Weise entstehen, die nichts mit biologischen Prozessen zu tun hat. Aber wenn sie gefunden würden, wäre das ein Schritt „in Richtung einer möglichen Bewohnbarkeit der Venus“, meint Seager.

Direkte Messungen in der Atmosphäre sind der einzige Weg nach den Arten von Leben zu suchen, von denen wir glauben, dass sie auf der Venus noch existieren könnten. Raumsonden in der Umlaufbahn können uns viel über die allgemeinen Merkmale des Planeten sagen, aber um ihn wirklich zu verstehen, müssen wir Sonden schicken, die ihn aus der Nähe untersuchen. Der Versuch des Rocket Lab und des MIT ist der erste, bei dem es um Leben geht, wenngleich die Sowjetunion und die USA bereits im 20. Jahrhundert Sonden zur Venus schickten.

Die Mission wird nicht selbst nach Phosphin suchen, weil ein entsprechendes Instrument nicht in die Sonde passen würde, sagt Seager. Aber das könnte eine Aufgabe für die DAVINCI+-Mission der NASA sein, die im Jahr 2029 starten soll.

Die Rocket Lab-MIT-Mission wird nur kurz sein. Die Sonde wird nur fünf Minuten Zeit haben, um ihr Experiment in den Wolken der Venus durchzuführen und ihre Daten per Funk an die Erde zurückzusenden, während sie auf die Oberfläche stürzt. Falls die Sonde so lange durchhält, könnten unter den Wolken weitere Daten aufgenommen werden. Eine Stunde nach Eintritt in die Venusatmosphäre wird die Sonde auf dem Boden aufschlagen. Die Kommunikation wird wahrscheinlich schon vorher abreißen.

Jane Greaves, die die erste Studie über Phosphin auf der Venus leitete, sagt, sie freue sich auf die Mission: „Ich bin sehr aufgeregt.“ Und sie fügt hinzu, dass sie eine „große Chance“ hat, organisches Material zu entdecken, was „bedeuten könnte, dass es dort Leben gibt“.

Seager hofft, dass dies nur der Anfang ist. Ihr Team plant zukünftige Missionen zur Venus, die die Ergebnisse dieses ersten Einblicks in die Atmosphäre weiterverfolgen können. Eine Idee ist, Ballons in den Wolken zu platzieren, wie die sowjetischen Vega-Ballons in den 1980er Jahren, mit denen längere Untersuchungen durchgeführt werden könnten.

„Wir brauchen mehr Zeit in den Wolken“, sagt Seager – idealerweise mit etwas Größerem, das mehr Instrumente an Bord hat. „Eine Stunde würde ausreichen, um nach komplexen Molekülen zu suchen und nicht nur deren Abdruck zu sehen.“

Diese erste Mission könnte zeigen, welche Rolle private Unternehmen in der Planetenforschung spielen können. Während Agenturen wie die NASA weiterhin milliardenschwere Maschinen ins All schicken, können Rocket Lab und andere eine Nische für kleinere Fahrzeuge füllen, vielleicht als schnelle Reaktion auf Entdeckungen wie Phosphin auf der Venus.

Könnte dieser kleine, aber mächtige Versuch der erste sein, der Beweise für außerirdisches Leben im Universum findet? „Die Chancen sind gering“, sagt Beck. „Aber es ist einen Versuch wert.“

Quelle: https://www.heise.de/hintergrund/Erste-private-Venus-Mission-hat-nur-fuenf-Minuten-Zeit-zur-Suche-nach-Leben-7248411.html

Bericht: Twitter-Moderation verstärkt automatisiert, Verstecken statt Löschen

Laut einem Medienbericht setzt Twitters Moderatorenteam verstärkt auf automatisches Erkennen regelwidriger Inhalte. Gelöscht werden soll aber seltener.

Nach der Übernahme durch Elon Musk und dessen Firmenumbau setzt der Kurznachrichtendienst Twitter inzwischen verstärkt auf Automation beim Moderieren von Inhalten. Nutzer-Postings, die möglicherweise Regeln der Plattform verletzen, will das Unternehmen hauptsächlich automatisch erkennen und eine Überprüfung durch Menschen seltener einsetzen. Außerdem sollen fragwürdige Inhalte künftig seltener gelöscht und stattdessen besser versteckt (also etwa nicht mehr vorgeschlagen) werden und schwieriger auffindbar sein. Das sagte die Vizepräsidentin für Vertrauen und Sicherheit bei dem Unternehmen, Ella Irwin, der Nachrichtenagentur Reuters.

Beim Thema Kindesmissbrauch will Twitter zudem vermehrt Hashtags mit einem thematischen Bezug dazu zu verhindern sowie Suchergebnisse zu diesem Thema auszusortieren. Das wolle man auch dann durchsetzen, wenn dabei eine eigentlich harmlose Verwendung bestimmter Schlüsselwörter unbeabsichtigt eingeschränkt werde, sagte Irwin gegenüber Reuters.

In einem Interview am Donnerstag sagte sie zudem, die größte Veränderung (seit der Übernahme durch Musk) sei die vollständige Befähigung des Teams (für Inhaltemoderation), schnell und möglichst aggressiv vorzugehen. Nachdem Musk zahlreiche gesperrte Konten wieder freigegeben hatte – darunter von Ex-US-Präsident Trump –, hatten Beobachter einen Anstieg regelwidriger Inhalte beobachtet, etwa den Gebrauch rassistischer Schimpfwörter. Das hatte der Plattform zeitweise einen beschädigten Ruf und einen Rückgang von Werbeeinnahmen eingetragen, weil Musks Willen angezweifelt worden war, gegen regelwidrige Inhalte vorzugehen.

Um das Thema Moderation von Twitter-Inhalten ging es auch bei einem Treffen zwischen Musk und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron bei dessen USA-Besuch. Dabei sagte Musk eine deutliche Verstärkung zu bei dem Bemühen, Inhalte zu prüfen und zugleich die Redefreiheit zu bewahren. Irwin berichtete Reuters davon, dass Musk das Moderationsteam von Twitter mehrfach aufforderte, bei seinen Eingriffen weniger darüber nachzudenken, wie sich das auf das Nutzerwachstum oder die Einnahmen des Unternehmens auswirken könne.

Macron selbst twitterte über sein Treffen mit Musk, er habe mit dem Firmeninhaber eine „klare und ehrliche Diskussion“ geführt. Musk habe sich dazu bekannt, gegen terroristische und gewalttätige, extremistische Inhalte vorzugehen und Kinder online besser zu schützen.

Quelle: https://www.heise.de/news/Bericht-Twitter-Moderation-verstaerkt-automatisiert-Verstecken-statt-Loeschen-7365474.html

Webb und Keck Telescope schließen sich zusammen, um Wolken auf dem Saturnmond Titan zu verfolgen

Anmerkung des Herausgebers: Dieser Beitrag hebt Daten von Webb Science in Progress hervor, die noch nicht den Peer-Review-Prozess durchlaufen haben.

Am Samstagmorgen, dem 5. November, wachte ein internationales Team von Planetenwissenschaftlern mit großer Freude über die ersten Webb-Bilder von Titan, dem größten Saturnmond, auf. Hier beschreiben Principal Investigator Conor Nixon und andere Mitglieder des Teams des Guaranteed Time Observation (GTO) -Programms 1251 , die Webb zur Untersuchung der Atmosphäre und des Klimas von Titan verwenden, ihre ersten Reaktionen auf das Sehen der Daten.

Titan ist der einzige Mond im Sonnensystem mit einer dichten Atmosphäre, und es ist auch der einzige Planetenkörper außer der Erde, der derzeit Flüsse, Seen und Meere hat. Im Gegensatz zur Erde besteht die Flüssigkeit auf der Oberfläche von Titan jedoch aus Kohlenwasserstoffen, einschließlich Methan und Ethan, nicht aus Wasser. Seine Atmosphäre ist mit dichtem Dunst gefüllt, der sichtbares Licht verdeckt, das von der Oberfläche reflektiert wird.

Wir hatten jahrelang darauf gewartet, Webbs Infrarot-Sichtgerät zu verwenden, um Titans Atmosphäre zu untersuchen, einschließlich seiner faszinierenden Wettermuster und seiner gasförmigen Zusammensetzung, und auch durch den Dunst zu sehen, um Albedo-Merkmale (helle und dunkle Flecken) auf der Oberfläche zu untersuchen. Die Atmosphäre von Titan ist unglaublich interessant, nicht nur wegen ihrer Methanwolken und Stürme, sondern auch wegen dessen, was sie uns über die Vergangenheit und Zukunft von Titan sagen kann – einschließlich der Frage, ob sie schon immer eine Atmosphäre hatte. Wir waren absolut begeistert von den ersten Ergebnissen.

Teammitglied Sebastien Rodriguez von der Universite Paris Cité war der erste, der die neuen Bilder sah, und alarmierte den Rest von uns per E-Mail:  Was für ein Aufwachen heute Morgen (Pariser Zeit)! Viele Benachrichtigungen in meiner Mailbox! Ich ging direkt zu meinem Computer und begann sofort, die Daten herunterzuladen. Auf den ersten Blick einfach außergewöhnlich! Ich glaube, wir sehen eine Wolke!“ Webb Solar System GTO-Projektleiterin Heidi Hammel von der Association of Universities for Research in Astronomy (AURA) hatte eine ähnliche Reaktion: „Fantastisch! Ich liebe es, die Wolke und die offensichtlichen Albedo-Markierungen zu sehen. Freue mich also auf die Spektren! Herzlichen Glückwunsch, alle!!! Vielen Dank!“

So begann ein Tag hektischer Aktivität. Durch den Vergleich verschiedener Bilder, die von Webbs Nahinfrarotkamera (NIRCam) aufgenommen wurden, bestätigten wir bald, dass ein heller Fleck, der auf der Nordhalbkugel von Titan sichtbar war, tatsächlich eine große Wolke war. Kurz darauf bemerkten wir eine zweite Wolke. Das Erkennen von Wolken ist aufregend, weil es lang gehegte Vorhersagen von Computermodellen über das Klima auf Titan bestätigt, dass sich während des Spätsommers, wenn die Oberfläche von der Sonne erwärmt wird, leicht Wolken auf der mittleren Nordhalbkugel bilden würden.

Bilder des Saturnmondes Titan nebeneinander, aufgenommen von Webbs Nahinfrarotkamera am 4. November 2022. Das linke Bild mit der Bezeichnung „untere Atmosphäre und Wolken“ zeigt verschiedene Rotschattierungen, von fast schwarz bis fast weiß.  Drei helle Flecken sind gekennzeichnet.  Der Punkt am Rand bei 11 Uhr ist mit „Wolke A“ gekennzeichnet.  Ein größerer, heller Punkt bei 1 Uhr ist mit „Wolke B“ gekennzeichnet.  Ein fast weißer, sichelförmiger Fleck entlang der Unterseite von etwa 5 bis 7 Uhr ist mit „Atmospheric Haze“ gekennzeichnet.  Das rechte Bild mit der Bezeichnung „Atmosphäre und Oberfläche“ ist in Weiß-, Blau- und Brauntönen gehalten.  Die Wolken A und B sind helle Flecken an denselben Orten wie im linken Bild.  Wolke A um 11 Uhr ist ziemlich klein und subtil.  Wolke B bei 1 Uhr ist heller und erscheint größer als im linken Bild.  Drei Oberflächenmerkmale sind gekennzeichnet: Dunkler Fleck in der Nähe von Wolke A mit der Aufschrift „Kraken Mare.  „Dunkler Fleck im mittleren unteren rechten Quadranten mit der Aufschrift „Belet“.  Heller Fleck direkt am Rand bei etwa 4 Uhr mit der Aufschrift „Adiri“.
Bilder des Saturnmondes Titan, aufgenommen vom NIRCam-Instrument des James-Webb-Weltraumteleskops am 4. November 2022. Links: Bild mit F212N, einem 2,12-Mikron-Filter, der für die untere Atmosphäre von Titan empfindlich ist. Die hellen Flecken sind markante Wolken auf der Nordhalbkugel. Rechts: Zusammengesetztes Farbbild mit einer Kombination von NIRCam-Filtern: Blau=F140M (1,40 Mikron), Grün=F150W (1,50 Mikron), Rot=F200W (1,99 Mikron), Helligkeit=F210M (2,09 Mikron). Mehrere markante Oberflächenmerkmale sind gekennzeichnet: Kraken Mare gilt als Methanmeer; Belet besteht aus dunklen Sanddünen; Adiri ist ein helles Albedo-Merkmal. Laden Sie die Version in voller Auflösung vom Space Telescope Science Institute herunter . Bildnachweis: NASA, ESA, CSA, A. Pagan (STScI). Wissenschaft: Webb Titan GTO-Team.

Dann erkannten wir, dass es wichtig war, herauszufinden, ob sich die Wolken bewegten oder ihre Form änderten, was Informationen über die Luftströmung in Titans Atmosphäre liefern könnte. Also wandten wir uns schnell an Kollegen, um an diesem Abend Folgebeobachtungen mit dem Keck-Observatorium in Hawaii anzufordern. Unser Webb-Titan-Teamleiter Conor Nixon vom Goddard Space Flight Center der NASA schrieb an Imke de Pater von der University of California, Berkeley, und an Katherine de Kleerbei Caltech, die über umfangreiche Erfahrung mit Keck verfügen: „Wir haben gerade unsere ersten Bilder von Titan von Webb erhalten, die letzte Nacht aufgenommen wurden. Sehr aufregend! Wir glauben, dass es eine große Wolke über der nördlichen Polarregion in der Nähe von Kraken Mare gibt. Wir haben uns über eine schnelle Reaktion auf eine Folgebeobachtung auf Keck gewundert, um eine Entwicklung in der Cloud zu sehen?“

Nach Verhandlungen mit den Keck-Mitarbeitern und Beobachtern, die bereits für den Abend mit dem Teleskop eingeplant waren, stellten Imke und Katherine schnell eine Reihe von Beobachtungen in die Warteschlange. Das Ziel war, Titan von seiner Stratosphäre bis zur Oberfläche zu untersuchen, um zu versuchen, die Wolken einzufangen, die wir mit Webb gesehen haben. Die Beobachtungen waren ein Erfolg! Imke de Pater kommentierte: „Wir waren besorgt, dass die Wolken verschwunden sein würden, als wir uns zwei Tage später mit Keck den Titan ansahen, aber zu unserer Freude gab es Wolken an denselben Positionen, die aussahen, als hätten sie ihre Form verändert.“

Nebeneinander liegende Bilder der Atmosphäre und der Oberfläche des Saturnmondes Titan, aufgenommen von Webb (links) und Keck (rechts).  Beide Bilder sind in verschiedenen Weiß-, Blau- und Brauntönen gehalten.  Links: Webb NIRCam-Bild, aufgenommen am 4. November 2022. Drei Merkmale sind gekennzeichnet: Ein heller Fleck am Rand bei 11 Uhr ist mit „Wolke A“ gekennzeichnet.  Ein größerer, heller Punkt bei 1 Uhr ist mit „Wolke B“ gekennzeichnet.  Ein dunkler Fleck im mittleren unteren rechten Quadranten ist mit „Belet“ gekennzeichnet.  Rechts: Keck NIRC-2-Bild, aufgenommen am 6. November 2022. Dieselben drei Merkmale sind gekennzeichnet.  Sie befinden sich relativ zueinander in denselben Positionen, scheinen sich jedoch leicht nach rechts verschoben oder gedreht zu haben.  Wolke A erscheint etwas größer als auf dem Webb-Bild vom 4. November.  Wolke B erscheint etwas kleiner.  Belet, ein dunkles Merkmal, befindet sich jetzt näher am östlichen Rand der sichtbaren Hemisphäre.
Entwicklung der Wolken auf Titan über 30 Stunden zwischen dem 4. und 6. November 2022, gesehen von Webb NIRCam (links) und Keck NIRC-2 (rechts). Titans hintere Hemisphäre, die hier zu sehen ist, dreht sich von links (Morgendämmerung) nach rechts (Abend), von der Erde und der Sonne aus gesehen. Wolke A scheint sich ins Sichtfeld zu drehen, während Wolke B sich entweder aufzulösen scheint oder sich hinter Titans Glied bewegt (in Richtung der von uns abgewandten Hemisphäre). Wolken sind auf Titan oder der Erde nicht langlebig, daher sind die am 4. November gesehenen möglicherweise nicht die gleichen wie die am 6. November. Das NIRCam-Bild verwendete die folgenden Filter: Blau = F140M (1,40 Mikrometer), Grün = F150W (1,50 Mikrometer), Rot=F200W (1,99 Mikrometer), Helligkeit=F210M (2,09 Mikrometer). Das verwendete Keck-NIRC-2-Bild: Rot = He1b (2,06 Mikrometer), Grün = Kp (2,12 Mikrometer), Blau = H2 1-0 (2,13 Mikrometer).Laden Sie die Version in voller Auflösung vom Space Telescope Science Institute herunter . Bildnachweis: NASA, ESA, CSA, WM Keck Observatory, A. Pagan (STScI). Wissenschaft: Webb Titan GTO-Team.

Nachdem wir die Keck-Daten erhalten hatten, wandten wir uns an atmosphärische Modellierungsexperten, um bei der Interpretation zu helfen. Einer dieser Experten, Juan Lora von der Yale University, bemerkte: „In der Tat aufregend! Ich bin froh, dass wir das sehen, da wir für diese Saison ein gutes Stück Wolkenaktivität vorhergesagt haben! Wir können nicht sicher sein, dass die Wolken am 4. und 6. November die gleichen Wolken sind, aber sie sind eine Bestätigung für saisonale Wettermuster.“

Das Team sammelte auch Spektren mit dem Nahinfrarot-Spektrographen (NIRSpec) von Webb, der uns Zugang zu vielen Wellenlängen verschafft, die für bodengestützte Teleskope wie Keck durch die Erdatmosphäre blockiert sind. Diese Daten, die wir noch analysieren, werden es uns ermöglichen, die Zusammensetzung der unteren Atmosphäre und der Oberfläche von Titan auf eine Weise zu untersuchen, die selbst die Raumsonde Cassini nicht konnte, und mehr darüber zu erfahren, was das helle Merkmal verursacht, das über dem Südpol zu sehen ist.

Wir erwarten weitere Titan-Daten von NIRCam und NIRSpec sowie unsere ersten Daten von Webbs Mid-Infrared Instrument (MIRI) im Mai oder Juni 2023. Die MIRI-Daten werden einen noch größeren Teil des Spektrums von Titan offenbaren, einschließlich einiger Wellenlängen, die wir haben noch nie vorher gesehen. Dies wird uns Informationen über die komplexen Gase in Titans Atmosphäre sowie entscheidende Hinweise geben, um zu entschlüsseln, warum Titan der einzige Mond im Sonnensystem mit einer dichten Atmosphäre ist.

Maël Es-Sayeh , Doktorand an der Universite Paris Cité, freut sich besonders auf diese Beobachtungen: „Ich werde die Daten von Webb in meiner Doktorarbeit verwenden, daher ist es sehr aufregend, nach jahrelangen Simulationen endlich die echten Daten zu erhalten . Ich kann es kaum erwarten zu sehen, was nächstes Jahr in Teil zwei kommt!“

Über die Autoren

    • Conor Nixon ist ein Planetenwissenschaftler am NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland, und dient als leitender Forscher des Webb Cycle 1 Guaranteed Time Observation Program 1251 .
    • Co-Ermittlerin Heidi Hammel ist Planetenforscherin. Sie ist Vizepräsidentin für Wissenschaft bei AURA und leitet die JWST Solar System Science Group.
    • Co-Forscher Sébastien Rodriguez ist Planetenwissenschaftler am Institut de Physique du Globe de Paris an der Universite Paris Cité in Frankreich.
    • Imke de Pater ist emeritierte Professorin für Astronomie an der University of California, Berkeley, und leitet das Keck Titan Observing Team.
    • Katherine de Kleer ist Assistenzprofessorin für Planetenwissenschaften und Astronomie am Caltech in Pasadena, Kalifornien, und Mitglied des Keck Titan Observing Teams.
    • Juan Lora ist Assistenzprofessor für Erd- und Planetenwissenschaften an der Yale University in New Haven, Connecticut.
    • Maël Es-Sayeh ist Doktorand der Planetenwissenschaften am Institut de Physique du Globe de Paris der Universite Paris Cité in Frankreich. 

– Margaret W. Carruthers, Büro für Öffentlichkeitsarbeit, Space Telescope Science Institute

Quelle: https://blogs.nasa.gov/webb/2022/12/01/webb-keck-telescopes-team-up-to-track-clouds-on-saturns-moon-titan/?utm_source=TWITTER&utm_medium=NASAWebb&utm_campaign=NASASocial&linkId=191975399


Cool! Freue mich schon auf Daten vom Saturnmond Enceladus. Ob wir da wohl auch Daten vom „Webb Science in Progress“ bekommen?! Würde mir sehr gefallen. Das James Webb Teleskop ist klasse.

Dear Christian,

The observations are now being planned to take place in October, November and in December. Several orbital restrictions and observatory operational and scheduling restrictions will define on which specific dates the different observing blocks will take place.

At this stage, the MRS observations are not being planned, and will take place once the issues with the instrument are resolved.

Best,
Geronimo


—————————————————
Dr. Geronimo Villanueva (he/him)
Planetary Systems Laboratory
NASA – Goddard Space Flight Center