Lecks an Nord-Stream-Pipelines: Sehr Starke Hinweise auf Sabotage/Ich schließe mich der Meinung der MilitĂ€rexperten an

FĂŒr mich sind das sehr stark Hinweise, Russland seinen eigenen Gaspipelines sabotiert um Unruhe und steigende Preise auf dem Energiemarkt zu provozieren. Und um außerdem spĂ€ter nach einer Untersuchung die Ukraine zu beschuldigen, um den RĂŒckhalt/UnterstĂŒtzung der EU-Bevölkerung zu Sanktionen und den beistand zur Ukraine zu schwĂ€chen. Russland wĂŒrde von dieser Sabotage sogar Doppelt profitieren, mehr als VerbĂŒndete der Ukraine. Ein altbewĂ€hrtes mittel im Krieg, dafĂŒr ist es unwichtig ob Sie in Betrieb sind oder nicht, ein lohnendes Kriegsziel sind Pipelines immer. Das war nie und nimmer Zufall, das war gewollt und absichtlich.

Das nötige Personal (MilitĂ€r/Söldner) und Mittel (Technische AusrĂŒstung) stehen nur Staaten zur VerfĂŒgung. Ich schließe mich der Meinung der MilitĂ€rexperten an: einem russischen Sabotageakt. Auch die Uhrzeit spricht viel fĂŒr eine „Geplante False-Flag Operation“. Alles spricht gegen einen Zufall. Dem Kremlsprecher sollte man nicht all zu viel glauben schenken, Putin kann den ĂŒber seine „Spezial-Operation völlig im Dunkeln lassen.

Das sind Kriegshandlungen seitens Russland. Letztendlich wird das nur Russland schaden (Wirtschaftlich und Politisch) und Europa wird unabhÀngiger von Russland. Auf langer Sicht wird Europa bzw. die EU diesen Energiekrieg gewinnen.

WĂŒrde mich nicht wunder wenn die USA (CIA) auch zu einen russischen Sabotageakt kommt. Gut möglich das sich das nicht aufklĂ€ren lĂ€sst aber eine „Sabotage“ war es allemal.

Christian Dauck

Stand: 27.09.2022 18:54 Uhr

Sind die Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 durch Sabotage entstanden? Nicht nur Polen und die Ukraine sind davon ĂŒberzeugt. Seismologen registrierten an den betreffenden Stellen ErschĂŒtterungen, die auf Explosionen hindeuten könnten.

Nach dem Auftreten von insgesamt drei Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 sind Berichte ĂŒber schwere ErschĂŒtterungen in den betroffenen Regionen bekannt geworden, die die Debatte ĂŒber Sabotageakte verschĂ€rfen. Ein Seismograph auf der dĂ€nischen Insel Bornholm habe zweimal ein Beben registriert – in der Nacht zum Montag um 02.04 Uhr frĂŒh sĂŒdöstlich von Bornholm, die zweite um 19.04 Uhr am Montagabend, teilte das deutsche Forschungszentrum GFZ. Es gebe keine Hinweise auf Erdbeben.

Das schwedische Nationale Seismische Netzwerk habe zwei Ereignisse mit „massiven Energiefreisetzungen“ in der NĂ€he der dĂ€nischen Insel Bornholm aufgezeichnet, sagte Peter Schmidt, Seismologe an der UniversitĂ€t Uppsala, der Nachrichtenagentur AFP. Die Ursache „kann nur eine Explosion sein“. Ähnlich Ă€ußerte sich Bjorn Lund vom Schwedischen Seismologischen Zentrum der UniversitĂ€t Uppsala. Er sagte dem Sender SVT: „Es gibt keinen Zweifel, dass das Explosionen waren.“

Nach den AusschlĂ€gen auf den MessgerĂ€ten habe es ein Rauschen gegeben, sagte ein GFZ-Sprecher. Er könne nicht sagen, ob das ausströmendes Gas sein könnte. Der Druckabfall bei Nord Stream 2 war erstmals am Montagnachmittag gemeldet worden, der bei Nord Stream 1 am frĂŒhen Abend – kurz nach der zweiten der beiden registrierten ErschĂŒtterungen.

Aus den beiden Pipelines von Russland nach Deutschland tritt derzeit an drei Stellen in der NÀhe von Bornholm Gas aus. Die dÀnische Marine veröffentlichte auf Twitter ein Video, worin Luftblasen auf einer FlÀche von mehr als einem Kilometer Radius an der MeeresoberflÀche zu sehen sind.

Schweden und DÀnemark richten KrisenstÀbe ein

Wegen der Gefahr fĂŒr die Schifffahrt richteten dĂ€nische Behörden Sperrzonen ein. Nach Angaben der dĂ€nischen Energiebehörde können Schiffe den Auftrieb verlieren, wenn sie in das Gebiet hineinfahren. Zudem bestehe möglicherweise eine EntzĂŒndungsgefahr. Außerhalb der Zone gebe es keine Gefahr, auch nicht fĂŒr die Einwohner von Bornholm und der kleinen Nachbarinsel ChristiansĂž.

In den betroffenen LĂ€ndern wird unterdessen an Lösungen gearbeitet. Sowohl in Schweden als auch in DĂ€nemark wurden KrisenstĂ€be einberufen. Als man von den Lecks erfahren habe, sei das Krisenmanagement zusammengerufen worden, an dem mehrere Ministerien und Behörden beteiligt seien, sagte die schwedische Außenministerin Ann Linde der Zeitung „Aftonbladet“. Der dĂ€nische Außenminister Jeppe Kofod habe sie kontaktiert, virtuelle Treffen seien am Abend geplant.

Karte von Bornholm mit den Pipelines Nordstream 1 und 2

Bundesinnenministerium: Nehmen BeschĂ€digungen „sehr ernst“

Auch das Bundesinnenministerium ließ ĂŒber einen Sprecher mitteilen, man nehme die BeschĂ€digungen an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 „sehr ernst“. „Wir sind hierzu innerhalb der Bundesregierung, mit den deutschen Sicherheitsbehörden und mit unseren dĂ€nischen und schwedischen Partnern im engen Kontakt.“ Der Betreiber der Nord-Stream-1-Trasse erklĂ€rte, man veranlasse derzeit Untersuchungen.

Der Schaden an den Gasleitungen ist derweil wohl grĂ¶ĂŸer als gedacht. Der „Spiegel“ berichtet, die Leitungen seien ĂŒber eine grĂ¶ĂŸere LĂ€nge aufgerissen. Anders sei der „explosionsartige Druckabfall“ in den Pipelines nicht zu erklĂ€ren, zitiert das Blatt Regierungskreise. Es könne sich demnach um einen Anschlag handeln, der Verunsicherung auf den europĂ€ischen GasmĂ€rkten provozieren solle. Zwar wird aktuell durch keine der Pipelines Gas geliefert, der Gaspreis stieg angesichts der Verunsicherung aber. Laut „Spiegel“ werden derzeit die Sicherheitskonzepte anderer Pipelines und Gasversorgungsanlagen mit Hochdruck ĂŒberprĂŒft.

Karte mit der Nordstream Pipeline, Russland, Deutschland, DĂ€nemark, Schweden und Bornholm

Karte mit der Nordstream Pipeline, Russland, Deutschland, DĂ€nemark, Schweden und Bornholm

Fieberhafte Ermittlungen

Zu einer möglichen Ursache der Lecks lagen von offizieller Seite bislang allerdings keine belastbaren Angaben vor. Es verdichten sich jedoch Anzeichen, die einen Sabotageakt vermuten lassen. In Polen, Russland und DĂ€nemark wird ein gezielter Anschlag auf die europĂ€ische Gasinfrastruktur als Ursache fĂŒr die als beispiellos geltenden SchĂ€den an beiden Pipelines fĂŒr denkbar gehalten.

„Ein Zufall ist kaum vorstellbar“, sagte DĂ€nemarks Regierungschefin Mette Frederiksen. Der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki sprach von einem „Sabotageakt“. Noch seien nicht alle Details bekannt, aber es handle sich „wahrscheinlich um die nĂ€chste Eskalationsstufe der Situation in der Ukraine“. Der ukrainische PrĂ€sidentenberater Mychailo Podoljak schrieb auf Twitter: „Das großflĂ€chige ‚Gasleck‘ an Nord Stream 1 ist nichts anderes als ein von Russland geplanter Terroranschlag und ein Akt der Aggression gegenĂŒber der EU.“

Auch aus Sicht deutscher Sicherheitskreise spricht vieles fĂŒr Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, wĂŒrde angesichts des Aufwands nur ein staatlicher Akteur infrage kommen, hieß es.

In Moskau will die Regierung einem Sprecher zufolge keine Variante ausschließen. Auch der Betreiber von Nord Stream 2 ist skeptisch: Dem Sprecher Ulrich Lissek zufolge sind die Leitungen so verlegt, dass eine gleichzeitige BeschĂ€digung mehrerer Leitungen etwa durch einen einzelnen Schiffsunfall höchst unwahrscheinlich ist.

MilitÀrexperte vermutet russischen Sabotageakt

Der norwegische MilitĂ€rwissenschaftler und Marineoffizier Tor Ivar Strömmen hĂ€lt einen russischen Sabotageakt fĂŒr die wahrscheinlichste ErklĂ€rung fĂŒr die Lecks. „Ein Leck an drei verschiedenen Orten mit so großer Entfernung dazwischen kann nur die Folge eines vorsĂ€tzlichen Akts oder von Sabotage sein“, sagte Strömmen der Nachrichtenagentur AFP.

Zugleich komme einzig Russland fĂŒr ihn als Verantwortlicher infrage. „Lecks an Gaspipelines sind extrem selten“, sagte Strömmen weiter. Die Nord-Stream-Leitungen seien zudem recht neu, im Fall von Nord Stream 2 sogar sehr neu. Da bleibe eigentlich nur Sabotage als ErklĂ€rung. „Ich sehe nur einen möglichen Akteur und das ist Russland“, fĂŒhrte der Offizier aus.

Moskau wolle die Verantwortung fĂŒr die Einstellung seiner Gaslieferungen nicht ĂŒbernehmen. Dasselbe Muster sei schon zu beobachten gewesen, als von russischer Seite der Betrieb von Nord Stream 1 unter Verweis auf nötige Wartungsarbeiten eingestellt wurde. „In Wirklichkeit geht es bei all dem um die Nutzung von Energie als Waffe“, sagte Strömmen weiter. Russland versuche, die europĂ€ischen LĂ€nder zu verunsichern. „Ziel ist es, Europa zu spalten und es dazu zu bringen, Druck auf die Ukraine auszuĂŒben, um einen Waffenstillstand oder einen Frieden zu den von den Russen gewĂŒnschten Bedingungen zu erreichen.“

AUDIO
Druckabfall bei Nordstream-Pipelines – Bundesnetzagentur prĂŒft

Quelle: https://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio-144899.html


Drei Lecks an Nord-Stream-Pipelines: Hinweise auf Detonationen

Stand: 27.09.2022 18:05 Uhr

An den beiden Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 sind nach dĂ€nischen Behördenangaben insgesamt drei Lecks entdeckt worden. Offenbar sind die Leitungen stark beschĂ€digt. Die Ursachensuche lĂ€uft. Es gibt Hinweise auf Detonationen unter Wasser. Russland zeigte sich „extrem besorgt“. MV-MinisterprĂ€sidentin Schwesig fordert vollstĂ€ndige AufklĂ€rung.

Zwei Lecks befinden sich an Nord Stream 1 nordöstlich der Insel Bornholm, eins an der neueren Leitung Nord Stream 2 sĂŒdöstlich der Insel, wie die dĂ€nische Energiebehörde am Dienstag mitteilte. Im Falle von Nord Stream 1 befinde sich das eine Leck in dĂ€nischen und das andere in schwedischen GewĂ€ssern, bei dem von Nord Stream 2 in dĂ€nischen. Da keine der Erdgasleitungen in Betrieb ist, haben die VorfĂ€lle derzeit keine Auswirkung fĂŒr Europas Energieversorgung. In DĂ€nemark und Schweden wurden KrisenstĂ€be einberufen. Wegen der Lecks hat die zustĂ€ndige dĂ€nische Schifffahrtsbehörde nahe der dĂ€nischen Insel Bornholm Sperrzonen fĂŒr den Schiffsverkehr eingerichtet.

„Das ist ein richtig großes Loch“

Karte mit den Positionen der Gaslecks © NDR Foto: NDR

Die Gaslecks traten in der Gegend rund um Bornholm auf.

Nach Angaben der dĂ€nischen StreitkrĂ€fte haben sich ĂŒber den Lecks Blasenteppiche mit Durchmessern von 200 Metern und einem Kilometer gebildet. Aus dem Leck an Nord Stream 2 ströme derzeit „richtig, richtig viel Gas“, sagte der Leiter der dĂ€nischen Energiebehörde, Kristoffer Böttzauw, der Zeitung „Berlingske“ am Dienstag. Dies bedeute, dass das Wasser Ă€ußerst aufgewĂŒhlt sei. Angesichts dieser Menge Gas könne es sich nicht um einen kleinen Riss in der Pipeline handeln. „Das ist ein richtig großes Loch“, sagte Böttzauw demnach.

Druckabfall in drei Röhren festgestellt

In der Nacht zu Montag war zunĂ€chst in einer der beiden Röhren der nicht genutzten Pipeline Nord Stream 2 ein starker Druckabfall festgestellt worden. Am Montagabend meldete der Betreiber dann auch einen Druckabfall in beiden Röhren von Nord Stream 1. Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) und Bundesnetzagentur teilten ĂŒbereinstimmend mit, man stehe miteinander und mit den betroffenen Behörden im Austausch, um den Sachverhalt aufzuklĂ€ren. „Aktuell kennen wir die Ursachen fĂŒr den Druckabfall nicht“, hieß es. Nach Angaben eines Sprechers von Nord Stream 2 wird noch tagelang Erdgas in die Ostsee strömen.

Schwesig: „Vorfall muss vollstĂ€ndig aufgeklĂ€rt werden“

Nach Angaben des fĂŒr die technische Sicherheit in Deutschland zustĂ€ndigen Bergamts Stralsund hat sich der Druck in den Leitungen entsprechend der Wassertiefe auf einem niedrigen Niveau eingestellt. „Am Ereignisort liegt die Nord-Stream-2-Leitung in einer Tiefe von 70,1 Meter, die beiden Nord-Stream-Leitungen in einer Tiefe von ca. 88 Meter“, hieß es. Die Behörde schĂ€tzt das Risiko von FolgeschĂ€den als niedrig ein. „Eine weitere Schadensausbreitung dĂŒrfte aus technischer Sicht – nach gegenwĂ€rtigem Stand – unwahrscheinlich sein“, teilte das Bergamt mit. Zur Ursache sowie zu Art und Umfang möglicher Reparaturen Ă€ußerte sich das Bergamt nicht. ZunĂ€chst mĂŒsse der Schaden analysiert werden. Gleiches gelte fĂŒr mögliche Folgen fĂŒr die technischen Anlagen am Anlandepunkt der Pipelines im vorpommerschen Lubmin. Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) teilte mit, die Landesregierung sehe die aktuelle Entwicklung mit großer Sorge. Die VorfĂ€lle mĂŒssten vollstĂ€ndig aufgeklĂ€rt werden. „Das liegt in der ZustĂ€ndigkeit DĂ€nemarks und der Bundesregierung.“

Medien: Kampfflugzeuge entdeckten Blasen an der WasseroberflÀche

Nach Angaben eines Nord-Stream-Sprechers sind die Leitungen so verlegt, dass eine gleichzeitige BeschĂ€digung mehrerer Leitungen etwa durch einen einzelnen Schiffsunfall höchst unwahrscheinlich ist. WĂ€hrend des Genehmigungsverfahrens der Pipelines wurden auch HavariefĂ€lle wie etwa ein Unfall mit einem Schiffsanker berechnet. Demnach wĂŒrde so ein Schadensfall weniger als einmal in 100 Millionen Jahren eintreten. Wie die dĂ€nische Zeitung „Jyllands-Posten“ unter Berufung auf das dĂ€nische MilitĂ€r berichtete, wurde das Leck an Nord Stream 2 von dĂ€nischen F-16-Kampfjets entdeckt. Sie wurden demnach von Bornholm aus in die Luft geschickt, um das Gebiet zu fotografieren. Dabei hĂ€tten sie aus dem Wasser aufsteigende Blasen entdeckt.

Ursachenforschung angeblich schwierig

Die Ursachenforschung gestalte sich fĂŒr die Nord Stream 2 AG sehr schwierig, hieß es von Nord Stream. Man stehe unter Sanktionen, verfĂŒge kaum noch ĂŒber Personal und Gelder seien eingefroren. In Lubmin (Kreis Vorpommern-Greifswald), wo die Pipeline in Deutschland anlandet, sei kein Personal der Nord Stream 2 AG.

Kremlsprecher: „Eine noch nie dagewesene Situation“

Die Gaslecks sind nach Ansicht des polnischen Regierungschefs Mateusz Morawiecki auf Sabotage zurĂŒckzufĂŒhren. „Wir kennen heute noch nicht die Details dessen, was da passiert ist, aber wir sehen deutlich, dass ein Sabotogeakt vorliegt“, sagte Morawiecki am Dienstag im polnischen Goleniow bei Stettin, wo er an der Eröffnung der Gaspipeline Baltic Pipe teilnahm. Dieser Sabotageakt sei „wahrscheinlich die nĂ€chste Stufe der Eskalation, mit der wir es in der Ukraine zu tun haben“. „Jetzt kann keine Variante ausgeschlossen werden“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die Frage, ob Sabotage der Grund sein könne fĂŒr den Druckabfall. Man sei „extrem besorgt“, so Peskow. „Dies ist eine noch nie dagewesene Situation, die dringend untersucht werden muss.“ Auch aus Sicht deutscher Sicherheitskreise spricht vieles fĂŒr Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, wĂŒrde angesichts des Aufwands nur ein staatlicher Akteur infrage kommen, hieß es am Dienstag. Zwar wird aktuell durch keine der Pipelines Gas geliefert, der Gaspreis stieg angesichts der Verunsicherung aber.

DĂ€nemark: Zufall schwer vorstellbar – Erdstoß an Havariestelle gemessen

Die drei Lecks befĂ€nden sich in einigem Abstand zueinander, sagte die dĂ€nische MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen am Dienstag bei einem Besuch im polnischen Goleniow bei Stettin, wo sie der Einweihung der Gaspipeline Baltic Pipe beiwohnte. Es sei daher schwer vorstellbar, dass es sich um Zufall handle. Nach Angaben des Portals volcanodiscovery.com wurde genau an der Stelle nordöstlich von Bornholm, wo zwei der drei Lecks auftraten, am Montag ein Erdstoß der Magnitude 2,2 festgestellt. Es bestehe kein Zweifel daran, dass es sich um Sprengungen oder Explosionen handele, sagte der Seismologe Björn Lund vom Schwedischen Seismologischen Netzwerk (SNSN) am Dienstag dem schwedischen Rundfunksender SVT. Es habe am Montag zwei deutliche Detonationen in dem Gebiet gegeben, berichtete der Sender unter Berufung auf das Netzwerk – eines in der Nacht um 2.03 Uhr und ein zweites um 19.04 Uhr am Abend.

Nicht in Betrieb, aber bislang mit Gas gefĂŒllt

Der Doppelstrang der Pipeline Nord Stream 2 verlĂ€uft 1.230 Kilometer von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland. Sie ist fertiggestellt und bisher mit Gas gefĂŒllt, allerdings wurde durch sie nie Erdgas importiert. Die Bundesregierung hatte das Genehmigungsverfahren im Februar kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine auf Eis gelegt und auch danach betont, dass eine Inbetriebnahme nicht in Frage komme.

Umwelthilfe: Leck keine Bedrohung fĂŒr Meeresumwelt

Ein Leck an der Gaspipeline hĂ€tte nach EinschĂ€tzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) wenig Auswirkungen auf die Meeresumwelt in der Ostsee. Erdgas sei Methan, welches sich teilweise im Wasser löse und nicht giftig sei, sagte ein DUH-Sprecher. Je grĂ¶ĂŸer die Wassertiefe, in der Gas frei werde, desto höher sei der Anteil des Treibhausgases, der sich im Wasser löse. Die möglichen Auswirkungen auf Flora und Fauna sieht die Umwelthilfe als beschrĂ€nkt an. Selbst im Falle einer Explosion unter Wasser gĂ€be es nur lokale Effekte. Der Sprecher betonte hingegen, dass austretendes Methan fĂŒr das Klima sehr schĂ€dlich sei.

DUH-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sascha MĂŒller-Kraenner befĂŒrchtet derweil eine grĂ¶ĂŸere Havarie und sieht die Schuld auch bei den Behörden: „Jetzt rĂ€cht sich, dass die zustĂ€ndigen deutschen Behörden, das Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie und das Bergamt Stralsund, wĂ€hrend des Genehmigungsverfahrens weder auf eine umfassende KlimavertrĂ€glichkeitsprĂŒfung der Pipeline noch auf eine unabhĂ€ngige Überwachung ihrer Sicherheit gedrungen haben.“

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Drei-Lecks-an-Nord-Stream-Pipelines-Hinweise-auf-Detonationen,nordstream810.html

Reaktionen auf Italien-Wahl „Kein gutes Zeichen fĂŒr Europa“/Absolute Mehrheit fĂŒr RechtsbĂŒndnis

Ich finde es klasse, da arbeiten die Gehirnzellen der Politiker/rinnen mal ordentlich und sind beschĂ€ftigt, Herrlich – Köstlich! Das hat in der spĂ€ten Nacht aber ganz schön weh getan. Ich hab so viele Fragen an die EU und der Bundesregierung:

  • Hat Manfred Weberschon zum Rechtsruck gratuliert?
  • Wann kommt Melonie zum Treffen nach Deutschland?
  • Wie werden treffen mit den Kollegen aus Italien und unseren Außenministerin und Innenministerien ?
  • Kommt jetzt endlich mal die Strompreisbremse EU-weit und die Gasbremse in Deutschland? Wie lange dauert es noch bis man die Liste der Lippenbekenntnisse zu den Maßnahmen abgearbeitet habt? Kein Gas aus Russland ist ja gut und Richtig, nur dann muss man auch den steigenden Gas und Strom Preisen entgegnen wirken.
  • Waffen und Finanzelle Hilfe ist gut und richtig, aber dann muss auch Geld da sein fĂŒr eine Gas und Strompreisbremse da sein.
  • Klar das BĂŒrger genervt sind und sich rechts anschließen, wenn die EU stĂ€ndig auf der einen Seite hilft aber die andere (wir und andere) bekommen nichts. Da wird endlos geredet und doch kommt da nichts aber fĂŒr die Ukraine ist aus heiterem Himmel Millionen an Geld da und hier und der EU wird dann ĂŒber die Finanzierung von Strompreisbremse und Gaspreisbremse finanziert.
  • Ich finde die Hilfe fĂŒr die Ukraine uns Sanktionen gegen Russland der Politiker gut, nur dann muss ich als auch mal den Arsch hoch bekommen und nicht nur Energie-Konzerne verstaatlichen, das versteht sonst auch der Politisch-GutmĂŒtigste BĂŒrger nicht mehr was Bundesregierung und EU den ganzen Tag a 7 Tage die Woche machen. Der eine Hilft beim Wahlkampf eines Mitte-Rechts-BĂŒndnis die andere schwadroniert was von einem Instrumentenkasten gegen Italien. Fangt doch einfach mal an euch um die BĂŒrger/rinnen zu kĂŒmmern und den hohen Energiepreisen entgegen zu wirken.
  • Mich stört die große AbhĂ€ngigkeit von Russland in „Energie“ und „Raumfahrt“, wie man sich da an Russland rangeschmissen hat, widerlich und dumm – nur um Russland stĂ€ndig zu gefallen. Hoffentlich hat man inzwischen was draus gelernt. EU und Bundesregierung hĂ€tten viel frĂŒher Sanktionen gegen Russland erlassen mĂŒssen, wie Kohle und Öl Embargos. Nadelstiche gleich nach dem Angriff der Krim wĂ€ren richtig gewesen, stattdessen hat man Putin immer weiter austesten lassen wie weit er gehen kann.
  • Eine EU weite Strompreisbremse und auf nationale Ebene eine Gaspreisbremse ist in 2 Wochen möglich. Vielleicht sollten Politiker/rinnen wĂ€hren der Arbeit weniger Twittern und die Medien-Termine fĂŒr Lippenbekenntnisse reduzieren. Der grĂ¶ĂŸte Knaller ist ja die kippelnde Gasumlage von der man ja seit Monaten gesprochen hat, da wurde geredet und in den Medien geschwafelt und jetzt komm das vielleicht gar nicht, das fast man sich echt am Kopf – Wie jetzt: Die ganzen Monate verschwendet fĂŒr nichts-Was machen die da den ganzen Tag.

Ich kann die Italiener verstehen. Vor allem in der Migrationspolitik. Bist Erstaufnahmeland und darf erstmal sehen wie du damit klar kommst. Nervt total wenn der Deutsche BĂŒrger und andere aus der Mitte der EU da lauthals schreien nimmt die doch alle auf, die denken nur bis zu Nasenspitze. WĂ€ren wir an der stelle Italiens wĂŒrde das viele so gar nicht gefallen.

Ist natĂŒrlich hier fĂŒr die BĂŒrger gemĂŒtlich: Italien ist erstmal weit weg und dann sind ja auch noch Österreich, Schweiz und Frankreich dazwischen. Klar da kann man sich schön AuslĂ€nder freundlich geben im Internet, die negativen folgen kommen bei einem selber ja nicht an. Überhaupt ist das EU-Recht zu Migrationspolitik/Erstaufnahme vollkommen altbacken/ungerecht und stammt aus einer Zeit wo Deutschland eine EU-Grenze hatte, nur deshalb hat man dem ĂŒberhaupt zu gestimmt. Diese Grenze ist ja immer weiter nach außen gewandert, und Italien, Spanien, Griechenland sind ja mal nun auch nicht politisch/wirtschaftlich Deutschland wo uns allen gut geht.

Das war Rechtsruck mit sehr langer Ansage an die EU und EU-Partner.

Stand: 26.09.2022 13:18 Uhr

Nach dem Sieg der italienischen Rechten herrscht in BrĂŒssel Katerstimmung. Bei Themen wie Migration und Minderheitenrechte könnte es kĂŒnftig schwer werden. Dennoch gibt sich die EU-Spitze kĂ€mpferisch.

Den meisten in BrĂŒssel fĂ€llt es am Tag nach den Parlamentswahlen in Italien schwer, einen guten Morgen zu wĂŒnschen. Erste Hochrechnungen lassen keinen Zweifel daran, dass die drittgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft in der EU kĂŒnftig von einem rechten BĂŒndnis regiert wird. Die BrĂŒder Italiens unter Giorgia Meloni könnten zusammen mit der rechten Lega unter Matteo Salvini und der Forza Italia von Silvio Berlusconi auf rund 43 Prozent der Stimmen kommen.

Geese: Italien steht nichts Gutes bevor

Die GrĂŒnen-Europaabgeordnete Alexandra Geese hat ĂŒber 20 Jahre in Italien gelebt und ist besorgt: „Das ist kein gutes Zeichen fĂŒr Europa, insbesondere, weil Frau Meloni den Umbau Italiens in eine PrĂ€sidentialdemokratie angekĂŒndigt hat. Ihr Vorbild ist Orban, der Ungarn von einer Demokratie in eine Autokratie umgewandelt hat. Und daraus kann man schon erschließen, dass uns fĂŒr Italien nichts Gutes bevorsteht.“

Geeses Parteifreundin Terry Reintke, ebenfalls Mitglied des EuropĂ€ischen Parlaments, sieht eine Mitverantwortung fĂŒr den wahrscheinlichen Wahlsieg Melonis bei den Konservativen: Man dĂŒrfe nicht zulassen, dass die sich die Wahlergebnisse in Italien nun schönredeten, schreibt sie auf Twitter.

Weber unterstĂŒtzt Berlusconi

Manfred Weber, Vorsitzender der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, war kurz vor den Wahlen nach Italien gereist, um Silvio Berlusconi offen zu unterstĂŒtzen. Berlusconi, viermaliger MinisterprĂ€sident, verurteilt unter anderem wegen Steuerbetrugs, machte sich kĂŒrzlich die Worte von Russlands Staatschef Putin zu eigen, indem er sagte, Putin sei zu der „Spezialoperation“ gedrĂ€ngt worden. 

Weber Ă€ußerte sich am Morgen noch nicht zum Ausgang der Wahlen. CDU-Mitglied und außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, Michael Gahler, erklĂ€rte im Deutschlandfunk, die Forza Italia sei die Partnerpartei der Konservativen und stehe fĂŒr einen Kurs der Mitte: „Ich habe die Forza Italia ja auch viele Jahre lang im Parlament bei uns in der Fraktion erlebt und insbesondere mit ihren fĂŒhrenden Leuten wie Antonio Tajani, der zehn Jahre Kommissar war und der zweieinhalb Jahre ParlamentsprĂ€sident war. Mit ihm fahren wir einen Kurs der Mitte. Und das ist jetzt die Aufgabe von Tajani, wenn er denn in Italien bleibt und eine Funktion ĂŒbernimmt, dass hier der Gesamtkurs des Landes nicht nach rechts und antieuropĂ€isch abdriftet.“

Folge der Sparpolitik?

Der Linken-Co-Vorsitzende Martin Schirdewan sieht den Rechtsruck in Italien als das Ergebnis jahrelanger KĂŒrzungspolitik, ausgehend auch von der ehemaligen italienischen Regierung unter Mario Draghi: „Eine stĂ€ndig wachsende Ungleichheit in der Gesellschaft, die Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge, KĂŒrzungen im Sozialbereich, also kurz: Die absolute Dominanz des Marktes ĂŒber das Gemeinwesen hat die Axt an den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft auch in Italien aber in vielen europĂ€ischen Staaten gelegt und genau das bildet den NĂ€hrboden, auf dem die extreme Rechte erfolgreich gedeiht.“

Populismus gegen BrĂŒssel

Noch fĂ€llt es in BrĂŒssel schwer, genau abzuschĂ€tzen, wie das BĂŒndnis und Giorgia Meloni kĂŒnftig regieren wird. In ihren Reden kritisierte die 45-JĂ€hrige immer wieder die EU, sprach wörtlich von „BĂŒrokraten aus BrĂŒssel“, positionierte sich gegen Einwanderung aus afrikanischen LĂ€ndern, der sie mit einer Seeblockade gegen Boote aus Nordafrika beikommen will. Sie sprach sich gegen grundsĂ€tzliche Schwangerschaftsunterbrechungen und gegen die, wie sie es nennt, „LGBT-Lobby“ aus.

Außerdem will sie das nationale Gesetze ĂŒber EU-Recht stellen – ganz im Stile der Regierungen in Ungarn und Polen. Gegen beide LĂ€nder laufen deshalb bereits einige Rechtsstaatsverletzungsverfahren.

Von der Leyen kÀmpferisch

Angesprochen auf mögliche Sanktionen, sollte Italien Ă€hnliche Verletzungen begehen, sagte EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag vor Studentinnen und Studenten an der UniversitĂ€t Princeton: Wenn die Dinge in eine schwierige Richtung gehen wĂŒrden, habe die EU-Kommission Werkzeuge, so von der Leyen.

Gemeint ist der sogenannte Rechtsstaatsmechanismus, der bisher gegen Ungarn angewendet werden soll. Dem Land droht eine KĂŒrzung von mehreren Milliarden Euro Fördergeldern. Auch Italien erwartet noch Gelder aus dem Corona-Hilfsfonds. Allerdings kann der Mechanismus bisher nur angewendet werden, wenn Gelder missbrĂ€uchlich verwendet wurden. Als Mittel gegen – aus BrĂŒsseler Sicht – unliebsame Regierungen eignet er sich nicht. Auch wenn es nun die am weitesten rechts stehende Regierung ist, die es in Europa seit dem zweiten Weltkrieg gegeben hat.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-reaktionen-wahl-italien-meloni-101.html


Wahlergebnis in Italien: Absolute Mehrheit fĂŒr RechtsbĂŒndnis

Stand: 26.09.2022 13:56 Uhr

Nach AuszĂ€hlung fast aller Wahlkreise ist klar: Der Wahlerfolg fĂŒr das Rechtsaußen-BĂŒndnis ist noch etwas grĂ¶ĂŸer als zunĂ€chst angenommen. Jubel gab es aber auch bei der FĂŒnf-Sterne-Bewegung.

Sie ist bereit – das ist die Botschaft Giorgia Melonis nach dem Erdrutschsieg der italienischen Rechten. „Von den Italienern hat es in dieser Parlamentswahl einen klaren Auftrag geben. Einen klaren Auftrag fĂŒr eine Mitte-Rechts-Regierung unter FĂŒhrung der Fratelli d’Italia“, so Meloni.

Im Laufe des Vormittags, nach AuszĂ€hlung fast aller Wahlkreise, wurde deutlich: Der Wahlerfolg fĂŒr das RechtsbĂŒndnis ist sogar noch etwas grĂ¶ĂŸer als zunĂ€chst angenommen. Laut Zahlen des Innenministeriums kommt die Wahlallianz aus Melonis Fratelli d’Italia – zu deutsch: BrĂŒder Italiens -, der Lega Matteo Salvinis und Silvio Berlusconis Forza Italia auf rund 44 Prozent der Stimmen. Damit erreicht die Rechte die absolute Mehrheit sowohl in der Abgeordnetenkammer als auch im Senat.

Wurzeln im Faschismus

Meloni hat in ihrer Siegesrede deutlich gemacht, dass fĂŒr sie eine politische Zeitenwende begonnen hat – und prĂ€sentierte sich vor ihren AnhĂ€ngern und den Medien bereits als kĂŒnftige MinisterprĂ€sidentin. „Wir werden es fĂŒr alle machen. Wir werden es fĂŒr alle Italiener machen, mit dem Ziel dieses Volk zu einigen,“ verspricht die 45-JĂ€hrige schon jetzt.

Gleichzeitig aber machte Meloni deutlich, dass dieser Erfolg fĂŒr sie auch ein Erfolg ihrer politischen Familie ist. Die mögliche kĂŒnftige Regierungschefin Italiens hat ihre Parteiarbeit vor 30 Jahren im neofaschistischen MSI begonnen – und sich von diesen politischen Wurzeln nie komplett distanziert.

In der Wahlnacht dankte Meloni allen Mitstreitern, die, wie sie, ihre politische Arbeit bereits in den VorgĂ€ngerorganisationen der Fratelli d’Italia, begonnen haben und ergĂ€nzt: „Das ist fĂŒr viele Menschen sicherlich eine Nacht des Stolzes, der Erlösung, der Umarmungen, der TrĂ€nen, der Erinnerungen.“

Matteo Salvini, Silvio Berlusconi und Giorgia Meloni im Wahlkampf gemeinsam auf der BĂŒhne (22.09.2022) | REUTERS
Matteo Salvini von der Lega, Silvio Berlusconi von der Forza Italia und Wahlsiegerin Giorgia Meloni von den Fratelli d’Italia im Wahlkampf gemeinsam auf der BĂŒhne. Die Fratelli d’Italia sind in dem BĂŒndnis die mit Abstand stĂ€rkste Partei.

IdentitÀt, Stolz, Nation

Nationalstolz und nationale IdentitĂ€t sind seit Jahrzehnten Kernpunkte fĂŒr die italienische Rechte. Meloni versprach, dies wĂŒrde unter ihr als Regierungschefin kĂŒnftig eine wichtige Rolle spielen. „Das große Ziel, das wir uns im Leben und als politische Kraft gegeben haben, war, dass die Italiener wieder stolz sein können, Italiener zu sein und die Trikolore-Fahne zu schwenken,“ so Meloni.

Mit rund 26 Prozent – ebenfalls etwas mehr als in den ersten Hochrechnungen vorhergesagt – sind Melonis Fratelli d’Italia nun im mit Abstand stĂ€rksten BĂŒndnis die mit Abstand stĂ€rkste Partei. Sowohl Salvinis Lega als auch Berlusconis Forza Italia sind auf den Status kleiner Juniorpartner abgerutscht.

Die Lega verliert fast die HĂ€lfte ihrer WĂ€hlerschaft und kommt nur noch auf rund neun Prozent. Trotzdem möchte Salvini in der neuen Regierung gerne Innenminister werden. Berlusconi trĂ€umt vom Amt des SenatsprĂ€sidenten, muss aber akzeptieren, dass das Wahlergebnis Meloni zur unumstrittenen Chefin im RechtsbĂŒndnis macht. Berlusconis Forza Italia kommt nur noch auf gut acht Prozent.

Die große Verliererin

Die große Verliererin der Wahl ist die Demokratische Partei, die am Ende sogar unter der 20-Prozent-Marke bleibt. Vizeparteichefin Deborah Serracchiani sprach mit Blick auf den Erfolg des RechtsbĂŒndnisses von einem traurigen Abend fĂŒr Italien.

Die Fraktionschefin im Senat, Simona Malpezzi, blicke am Vormittag bereits nach vorne: „Es gibt diese Wahlergebnisse, die sagen, dass die von Giorgia Meloni angefĂŒhrte Rechte eine solide Mehrheit im Parlament bekommt und daher regieren wird. Wir sind erste Partei der Opposition – und unsere Arbeit beginnt dort.“ Am Mittag kĂŒndigte Parteichef Enrico Letta dann seinen RĂŒckzug von der Parteispitze an.

Jubelstimmung herrscht dagegen bei der FĂŒnf-Sterne-Bewegung, deren Zusammenarbeit mit der Demokratischen Partei nach dem Sturz der Regierung Draghi zerbrochen war. Jetzt feiern die FĂŒnf Sterne einen fulminanten Erfolg im SĂŒden des Landes, wo sie in allen Regionen stĂ€rkste Kraft wurden, noch vor dem RechtsbĂŒndnis.

Die vom ehemaligen MinisterprĂ€sidenten Giuseppe Conte angefĂŒhrte Partei hatte im Wahlkampf auf ein klar linkspopulistisches Programm gesetzt, in dem unter anderem die Ausweitung des BĂŒrgergelds versprochen wurde. Das kam vor allem im Ă€rmeren SĂŒden des Landes gut an. Landesweit erreichten die FĂŒnf Sterne knapp 16 Prozent,

RechtsbĂŒndnis gewinnt in Italien

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/wahl-italien-121.html

Italien vor Rechtsruck: „Mache ich euch Angst?“

Bin mal gespannt was da kommt: Steigende Gas und Strom kosten, Russland Sanktionen. Auch ein wichtiger Standort fĂŒr die Raumfahrt der EU. Raumfahrt dĂŒrfte diese Wahlen kaum beeinflussen, aber wer aufgepasst hat weiß das unser EU-Mars-Rover (Fertig gebaut und Startbereit fĂŒr eigentlich September 2022) nach dem Russland-Ukraine Krieg in einer Einrichtung in Turin eingelagert wurde. Zukunft des EU-Mars-Rover ungewiss und der hat erheblich Steuergelder gekostet. DĂŒrfte wohl nicht jeden WĂ€hler gefallen neben Russland Sanktionen, Steigende Gas und Strom kosten.

Italien ist neben der kommenden Wahl in Niedersachsen (09.09.2022) also ein echter Stimmungstest fĂŒr die EU, seit dem Russland-Ukraine Krieg. Ab dem 25.09 wissen wir wie Italien-Tickt.

Christian Dauck
Forza-Italia-Chef Silvio Berlusconi und die Vorsitzende der rechtsextremen Partei Fratelli d’Italia (BrĂŒder Italiens), Giorgia Meloni. 

Rom (dpa) – „Mache ich euch Angst?“, fragt Giorgia Meloni von der BĂŒhne herab in die Menge. „Nein!“, schreien die Leute auf der Piazza del Popolo in Rom. Meloni lĂ€chelt. Dann wird auch sie lauter und zĂ€hlt auf, warum nicht ihre AnhĂ€nger, aber viele andere Landsleute und vor allem Europa mit großen Sorgen den Wahlen am Sonntag entgegenblicken.

Das RechtsbĂŒndnis rund um Meloni ist klarer Favorit, nur noch eine RiesenĂŒberraschung kann den Sieg verhindern. Mit den Populisten, Nationalisten, Orban-Freunden, Putin-Fans, EU-Skeptikern, Law-and-Order-Politikern, MigrationsbekĂ€mpfern, Abtreibungsgegnern und LGBT-Feinden steht das Land vor einem harten Richtungswechsel.

Nach gut eineinhalb Jahren unter dem allseits geachteten Mario Draghi und dessen Vielparteienregierung kippt Italien heftig nach rechts, das legen alle Umfragen nahe. Und Meloni hat gute Chancen, die 68. Regierung in der Geschichte der Republik seit dem Zweiten Weltkrieg anzufĂŒhren. Die 45-JĂ€hrige wĂ€re die erste Frau in dem Amt.

Italienische Version von Trumps „Make America Great Again“

„Bereit, um Italien wieder aufzurichten“, steht auf Stickern, Bussen, Plakaten und FlugblĂ€ttern von Melonis Partei Fratelli d’Italia, den BrĂŒdern Italiens. Es klingt wie die italienische Version von Donald Trumps „Make America Great Again“. Kritiker fĂŒrchten, Meloni könnte das EU-Kernland Ă€hnlich verĂ€ndern und isolieren wie Trump als PrĂ€sident der USA. Dabei erlebte Italien gerade unter Draghi einen wirtschaftlichen Aufschwung und fĂŒhlte sich ebenbĂŒrtig mit Deutschland und Frankreich. „Der Spaß ist vorbei!“, sagte Meloni in Richtung EU.

Die favorisierte Rechte stellt sich teils offen gegen BrĂŒssel, europĂ€ische Gesetze etwa sollen den nationalen wieder unterstellt werden. Meloni ist befreundet mit Ungarns Regierungschef Viktor Orban. Ihre Partei stimmte im Europaparlament in Straßburg gegen einen Bericht, wonach Ungarn keine vollwertige Demokratie mehr ist.

EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen deutete am Donnerstag an, ihre Behörde habe „Werkzeuge“, sollte Italien Ă€hnlich wie Ungarn oder Polen GrundsĂ€tze der EuropĂ€ischen Union missachten. Dies sei eine „schĂ€bige Drohung“, schimpfte Lega-Chef Matteo Salvini, einer der VerbĂŒndeten Melonis, der Kommentar sei „ekelhaft und arrogant“.

Beschimpfungen ĂŒberwiegen gegenĂŒber Sachthemen

Das ist ungefĂ€hr die Tonart, in der der kurze Sommerwahlkampf in dem Mittelmeerland nach dem RĂŒcktritt von Draghi im Juli spielte. Beschimpfungen und Unterstellungen ĂŒberwogen gegenĂŒber Sachthemen. Das lag vor allem an der Polarisierung, die die lange geschlossen auftretende Rechte provozierte. Mitte-Links um die Sozialdemokraten konzentrierte sich in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend darauf, vor Meloni und Co. zu warnen und die Rechte als Katastrophe fĂŒr Italien darzustellen. Laut Umfragen liegen die Linken weit zurĂŒck.

Die Fratelli-Spitzenkandidatin will Mittelmeermigranten mit einer Seeblockade vor Afrika abwehren, ist gegen Adoptionen durch homosexuelle Paare und schimpfte bereits gegen eine angebliche „LGBT-Lobby“ – das KĂŒrzel LGBT steht fĂŒr Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Menschen. Außerdem will sie das Abtreibungsrecht „erweitern“ – Kritiker sagen: einschrĂ€nken. Aber auch ihre Partner machen vielen Sorgen: Lega-Chef Salvini und Silvio Berlusconi von Forza Italia.

Weil die beiden Rechtspopulisten enge Verbindungen zu Russland und Wladimir Putin hatten, befĂŒrchten manche ein Einknicken Italiens beim gemeinsamen EU-Vorgehen gegen Moskau. Berlusconi sorgte erst am Donnerstagabend fĂŒr einen Eklat, als er sagte, Putin sei zu dem Einmarsch in die Ukraine „gedrĂ€ngt“ worden. Außerdem behauptete der 85-JĂ€hrige, sein langjĂ€hriger Freund im Kreml habe in Kiew eine Regierung von anstĂ€ndigen Leuten“ installieren wollen.

Salvini war bis Kriegsausbruch ein glĂŒhender AnhĂ€nger Putins und hatte sich sowohl auf dem Roten Platz in Moskau als auch im Europaparlament ein T-Shirt mit dem Gesicht Putins ĂŒbergestreift. Die aktuellen Sanktionen des Westens gegen Moskau will er beenden, denn diese schadeten laut Salvini den EuropĂ€ern mehr als den Russen.

Als einstiger Shootingstar ist der einstige Innenminister in den vergangenen Monaten von Meloni rechts ĂŒberholt und weit abgehĂ€ngt worden. Das war auch Donnerstagabend auf der Piazza del Popolo sichtbar, auf der neben Meloni alle anderen Redner wie Statisten wirkten. Berlusconi, jahrelang das Gesicht von Mitte-Rechts in Italien, musste gar als erster von allen Parteichefs reden. Die Stimmung war wie bei einem Rockkonzert, wenn eine der ersten Vorbands schon am spĂ€ten Nachmittag auftritt und die meisten Zuhörer noch am GetrĂ€nkestand herumstehen.

Meloni: „Italien hat keine Angst!“

Meloni ist die AnfĂŒhrerin, ihre Fratelli stellten die meisten Fans auf dem Platz. Dass die „BrĂŒder Italiens“ eine Nachfolgepartei der Faschisten in Italien ist und Meloni „stolz“ darauf, in dem Parteilogo eine lodernde Flamme zu haben – die viele an den faschistischen Diktator Benito Mussolini erinnert – beunruhigt im Ausland mehr als in Italien. Dass die Finanzvorhaben der Rechten, darunter Steuersenkungen oder der Vorschlag zu weiteren Schuldenaufnahmen, laut Experten kaum zu realisieren sind, geht in den emotionalen Debatten oft unter.

Meloni kommt auf der Piazza del Popolo langsam an das Ende ihrer Rede. Sie hat gegen Corona-Maßnahmen des Gesundheitsministeriums gewettert, eine Verfassungsreform notfalls ohne breiten Konsens angekĂŒndigt und den Bau neuer GefĂ€ngnisse fĂŒr Diebe, Dealer, Mafiosi und Vergewaltiger versprochen. Dann sagt sie, die Rechten seien bereit fĂŒr den Sieg und die Regierung: „Italien hat keine Angst!“

© dpa-infocom, dpa:220923-99-872062/2

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/wahlen-italien-vor-rechtsruck-mache-ich-euch-angst-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220923-99-872062


Wahlkampfhilfe fĂŒr Berlusconi

In Italien ist Wahlkampf – und CSU-Vize Weber unterstĂŒtzt öffentlich den umstrittenen Ex-Regierungschef Berlusconi. Das sorgt nicht nur bei anderen Parteien, sondern auch in der Union fĂŒr Irritation.

Von Helga Schmidt, ARD-Studio BrĂŒssel

Das Wahlkampfvideo könnte harmonischer nicht sein. Großes Orchester im Hintergrund, eine Villa in der Lombardei, alte Mauern umrankt von Weinreben. Silvio Berlusconi und Manfred Weber Seite an Seite,  Berlusconi hakt sich unter bei dem CSU-Politiker. Zwischen uns passt kein Blatt, könnte der Regisseur sich dabei gedacht haben. 

Die Musik steigert sich ĂŒber ein Crescendo zum Höhepunkt. „Guten Abend!“ ruft Berlusconi dem italienischen Wahlvolk zu. „Ich freue mich, Ihnen Manfred Weber vorzustellen!“ Bewunderung schwingt in seiner Stimme mit,  auch Ergriffenheit. „Unseren PrĂ€sidenten, den PrĂ€sidenten der wichtigsten europĂ€ischen Parteienfamilie. Der EuropĂ€ischen Volkspartei.“

Dass Berlusconi sich ĂŒber die UnterstĂŒtzung des Christsozialen freut, ĂŒberrascht nicht. Der zu GefĂ€ngnisstrafen verurteilte Ex-MinisterprĂ€sident kann seriöse FĂŒrsprecher gebrauchen. Aber warum engagiert sich der Vorsitzende der EuropĂ€ischen Volkspartei fĂŒr den inzwischen 85-JĂ€hrigen? Weil er ein erfahrender Politiker sei, erklĂ€rt Manfred Weber im gemeinsamen Wahlkampfvideo. „Ein WĂ€chter der pro-europĂ€ischen Politik in Italien.“

Viele Strafverfahren – und die Bunga-Bunga-Partys

Einige Tage nach den Dreharbeiten, Weber ist zurĂŒck in BrĂŒssel. Es gibt Kritik an seiner UnterstĂŒtzung fĂŒr Berlusconi, auch aus den eigenen Reihen. Im GesprĂ€ch mit Journalisten verteidigt Weber seinen Kurs. Völlig normal sei das doch, Berlusconis Forza Italia zu unterstĂŒtzen, schließlich sei sie Teil der christdemokratischen Parteienfamilie. „Wir teilen dieselben Grundwerte“, sagt Weber und zĂ€hlt auf: : „Pro-europĂ€isch, Pro-Ukraine, Pro-transatlantisch, alles basierend auf dem Rechtsstaat.“

Allzu innige Treue zum Rechtsstaat wĂŒrde Berlusconi sich vermutlich selbst nicht nachsagen. UnzĂ€hlige Strafverfahren wegen Korruption, Betrug und BilanzfĂ€lschung, einmal lautet das Urteil auf vier Jahre GefĂ€ngnis. Aber die werden verkĂŒrzt, wegen seines hohen Alters sind es am Ende nur ein paar Monate Sozialdienst. Dass andere Strafverfahren im Sande verlaufen, dafĂŒr lĂ€sst Berlusconi als MinisterprĂ€sident seine AnwĂ€lte sorgen – damit Prozesse verjĂ€hren oder Gesetze im Nachhinein geĂ€ndert werden.

Und dann die Bunga-Bunga-Partys. Ein harmloses Wort fĂŒr Sex Ă€lterer Herren mit MinderjĂ€hrigen. Die 17-jĂ€hrige Ruby galt als Berlusconis Favoritin, der Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen. Zuletzt ging es um Zeugenbestechung und Falschaussagen, die italienische Staatsanwaltschaft fordert sechs Jahre Haft fĂŒr Berlusconi.

Weber: „Er glaubt an Europa“

Warum bekommt solch ein Mann Wahlkampfhilfe fĂŒr sein politisches Comeback vom Chef der europĂ€ischen Christdemokraten? Ein Politiker, den die Justiz in einem der wenigen zu Ende gefĂŒhrten Prozesse fĂŒr sechs Jahre aus dem Verkehr zog und ihm strikt verbot, in dieser Zeit irgendein öffentliches Amt zu ĂŒbernehmen?  „Er glaubt an Europa“, versucht Weber eine Antwort. Dazu komme, dass Berlusconi ja auch „als GeschĂ€ftsmann weiß, wie wichtig Europa ist“.

Das stimmt. Sein erstes großes Geld machte Berlusconi im ImmobiliengeschĂ€ft. Dann wurde er zum Tycoon eines Medien-Imperiums. Schon in den 80er-Jahren expandierte er auf den europĂ€ischen Medienmarkt, mit „La Cinq“ nach Frankreich und bis 1992 mit „Tele 5“ nach Deutschland.

„Europa braucht eine stabile Mitte-Rechts-Regierung in Rom“, erklĂ€rt Weber mit Blick auf die Wahlen in zwei Wochen. Als Vertreter der Mitte sieht Weber seinen Parteifreund Berlusconi.  TatsĂ€chlich stehen die beiden anderen Koalitionspartner noch deutlich rechts von Berlusconi.  Die nationalistische Lega von Matteo Salvini und die BrĂŒder Italiens mit Giorgia Meloni an der Spitze, denen Kritiker ein ungeklĂ€rtes VerhĂ€ltnis zum Faschismus vorwerfen.

Skepsis bei Unionspolitikern

Das BĂŒndnis mit den Ultra-Nationalisten sehen einige Unionspolitiker nicht so gelassen wie ihr Parteichef Weber. „In meinen Augen können Menschen wie Frau Meloni und Herr Salvini keine Partner fĂŒr Christdemokraten sein“, sagt Dennis Radtke, CDU-Europaabgeordneter, im GesprĂ€ch mit dem ARD-Studio BrĂŒssel. „Weil sie unsere Werte nicht teilen, sondern sie mit FĂŒĂŸen treten“ Der CDU-Politiker aus dem Ruhrgebiet sieht die Gefahr, dass die RadikalitĂ€t der BrĂŒder Italiens durch geschickte Rhetorik und Marketing verhĂŒllt wird. „Ähnlich wie bei Le Pen“, so Radtke, „man ist abgegangen von den ganz schrillen Tönen.“ Aber die VerĂ€nderung der Tonlage Ă€ndere nichts „am postfaschistischen Kern dieser Partei“.

Die Strategie scheint die WĂ€hler zu ĂŒberzeugen. Melonis BrĂŒder liegen  in dem DreierbĂŒndnis zwei Wochen vor der Wahl deutlich vorn,  mit 24 Prozent Zustimmung. Salvinis Lega folgt mit 13 Prozent, deutlich dahinter Berlusconis Forza Italia mit acht Prozent.

Beer: „Nicht unterstĂŒtzenswert“

Heftig fĂ€llt die Kritik an Webers Kuschelkurs mit Berlusconi außerhalb der Unions-Reihen im EuropĂ€ischen Parlament aus. „Ich bin ziemlich erschĂŒttert“, sagt Jens Geier, Vorsitzender der SPD-Gruppe, „dass eine christdemokratische Partei zum demokratischen Feigenblatt von einem rechtsextremen BĂŒndnis wird.“ Geier sieht „riesengroße Probleme“ auf die EU zukommen, wenn Italien von dem DreierbĂŒndnis regiert wird.

Geier erinnert daran, dass Silvio Berlusconi seit 2019 Mitglied des EuropĂ€ischen Parlaments ist – allerdings gehöre der Italiener zu den Abgeordneten, die am hĂ€ufigsten die Sitzungen schwĂ€nzen. TatsĂ€chlich ist auf Berlusconis Abgeordneten-Seite in der Rubrik „Neueste AktivitĂ€ten“ eine schriftliche Anfrage vom 14. MĂ€rz verzeichnet. Berlusconi wollte damals von der Kommission wissen, was sie angesichts der hohen Ölpreise zum Schutz der Transportbranche zu tun gedenkt. Danach folgten keine weiteren AktivitĂ€ten.

„Nicht unterstĂŒtzenswert“ findet die VizeprĂ€sidentin des Parlaments, die FDP-Politikern Nicola Beer,  den Chef und Erfinder der Forza Italia. Und die GrĂŒnen halten Webers Kurs mindestens fĂŒr „befremdlich“.  Berlusconi sei ein zwielichtiger Politiker, der sich „mehrfach wegen Korruption und anderer AffĂ€ren verantworten musste“, stellt GrĂŒnen-Sprecher Rasmus Andresen fest.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/italien-berlusconi-weber-101.html

Juno der NASA fĂŒhrt einen nahen Vorbeiflug an Jupiters Icy Moon Europa durch

Die Juno-Raumsonde der NASA machte bei ihrem 37. nahen Vorbeiflug an Jupiter eine entfernte Begegnung mit dem Jupitermond Europa.  Dieses Bild der JunoCam des Raumfahrzeugs wurde in einer Entfernung von etwa 51.000 Meilen (82.000 Kilometer) aufgenommen.
Dieses Bild von Jupiters Mond Europa wurde am 16. Oktober 2021 vom JunoCam-Imager an Bord der Juno-Raumsonde der NASA aus einer Entfernung von etwa 51.000 Meilen (82.000 Kilometer) aufgenommen.
 Quelle: Bilddaten: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS. Bildbearbeitung: Andrea Luck CC BY
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WĂ€hrend sich die Raumsonde dem Mond naht, wird erwartet, dass sie wertvolle Wissenschaft – und bemerkenswerte Bilder – fĂŒr die bevorstehende Europa-Clipper-Mission der NASA liefert.

Am Donnerstag, den 29. September um 2:36 Uhr PDT (5:36 Uhr EDT) wird die Juno-Raumsonde der NASA bis auf 222 Meilen (358 Kilometer) an die OberflĂ€che des eisbedeckten Jupitermondes Europa herankommen. Es wird erwartet, dass das solarbetriebene Raumschiff einige der Bilder mit der höchsten Auflösung, die jemals von Teilen der OberflĂ€che Europas aufgenommen wurden, sowie wertvolle Daten ĂŒber das Innere des Mondes, die OberflĂ€chenzusammensetzung und die IonosphĂ€re zusammen mit seiner Wechselwirkung mit Jupiters MagnetosphĂ€re sammeln wird.

Solche Informationen könnten zukĂŒnftigen Missionen zugute kommen, einschließlich des Europa Clipper der Agentur , der 2024 starten soll, um den eisigen Mond zu untersuchen. â€žEuropa ist ein so faszinierender Jupitermond, dass er im Mittelpunkt seiner eigenen zukĂŒnftigen NASA-Mission steht“, sagte Scott Bolton, Principal Investigator bei Juno vom Southwest Research Institute in San Antonio. â€žWir freuen uns, Daten bereitzustellen, die dem Team von Europa Clipper bei der Missionsplanung helfen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse ĂŒber diese eisige Welt liefern können.“

Die NASA hat die Mission ihrer Raumsonde Juno zur Erforschung des Jupiter verlÀngert.  Die erweiterte Mission umfasst 42 zusÀtzliche Umlaufbahnen.
Junos erweiterte Mission umfasst VorbeiflĂŒge an den Monden Ganymed, Europa und Io. Diese Grafik zeigt die Umlaufbahnen des Raumfahrzeugs um Jupiter – mit „PJ“ fĂŒr Perijove oder Punkt der nĂ€chsten AnnĂ€herung an den Planeten bezeichnet – von seiner Hauptmission in Grau bis zu den 42 Umlaufbahnen seiner erweiterten Mission in Blau- und Violetttönen.
 Quelle: NASA/JPL-Caltech/SwRI
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Mit einem Äquatordurchmesser von 3.100 Kilometern ist Europa etwa 90 % so groß wie der Erdmond. Wissenschaftler glauben, dass ein salziger Ozean unter einer kilometerdicken EishĂŒlle liegt, was Fragen zu möglichen Bedingungen aufwirft, die das Leben unter der OberflĂ€che Europas unterstĂŒtzen könnten.

Der nahe Vorbeiflug wird die Flugbahn von Juno verĂ€ndern und die Zeit, die benötigt wird, um den Jupiter zu umkreisen, von 43 auf 38 Tage verkĂŒrzen. Seit Galileo am 3. Januar 2000 bis auf 218 Meilen (351 Kilometer) an Europa herangekommen ist, wird dies die nĂ€chste NASA-Raumsonde sein . Außerdem markiert dieser Vorbeiflug die zweite Begegnung mit einem galilĂ€ischen Mond wĂ€hrend der erweiterten Mission von Juno . Die Mission erkundete Ganymed im Juni 2021 und plant, sich Io in den Jahren 2023 und 2024 zu nĂ€hern.

Die Datenerfassung beginnt eine Stunde vor der grĂ¶ĂŸten AnnĂ€herung, wenn das Raumschiff 51.820 Meilen (83.397 Kilometer) von Europa entfernt ist.

„Die relative Geschwindigkeit zwischen Raumfahrzeug und Mond wird 14,7 Meilen pro Sekunde (23,6 Kilometer pro Sekunde) betragen, also schreien wir ziemlich schnell vorbei“, sagte John Bordi, stellvertretender Juno-Missionsleiter am JPL. â€žAlle Schritte mĂŒssen wie am SchnĂŒrchen laufen, um unsere geplanten Daten erfolgreich zu erfassen, denn kurz nach Abschluss des Vorbeiflugs muss das Raumschiff fĂŒr unsere bevorstehende AnnĂ€herung an Jupiter neu ausgerichtet werden, was nur 7 Âœ Stunden spĂ€ter geschieht.“

Die gesamte Instrumenten- und Sensorausstattung des Raumfahrzeugs wird fĂŒr die Europa-Begegnung aktiviert. Junos Jupiter Energetic-Particle Detector Instrument (JEDI) und seine Radioantenne mit mittlerer VerstĂ€rkung (X-Band) werden Daten ĂŒber Europas IonosphĂ€re sammeln. Seine Experimente Waves, Jovian Auroral Distributions Experiment (JADE) und Magnetometer (MAG) werden Plasma im Nachlauf des Mondes messen, wĂ€hrend Juno Europas Wechselwirkung mit Jupiters MagnetosphĂ€re erforscht.

MAG und Waves werden auch nach möglichen Wasserfahnen ĂŒber Europas OberflĂ€che suchen. â€žWir haben die richtige AusrĂŒstung, um die Arbeit zu erledigen, aber um eine Wolke einzufangen, ist viel GlĂŒck erforderlich“, sagte Bolton. â€žWir mĂŒssen genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, aber wenn wir so viel GlĂŒck haben, ist es sicher ein Homerun.“

Innen und außen

Das Mikrowellenradiometer (MWR) von Juno wird in die Wassereiskruste Europas blicken und Daten ĂŒber ihre Zusammensetzung und Temperatur erhalten. Dies ist das erste Mal, dass solche Daten gesammelt werden, um die eisige HĂŒlle des Mondes zu untersuchen.

DarĂŒber hinaus erwartet die Mission, wĂ€hrend des Vorbeiflugs vier Bilder des Mondes im sichtbaren Licht mit JunoCam (einer öffentlichen Kamera) aufzunehmen. Das Juno-Wissenschaftsteam wird sie mit Bildern frĂŒherer Missionen vergleichen und nach VerĂ€nderungen in den OberflĂ€chenmerkmalen Europas suchen, die in den letzten zwei Jahrzehnten aufgetreten sein könnten. Diese Bilder im sichtbaren Licht haben eine erwartete Auflösung von besser als 0,6 Meilen (1 Kilometer) pro Pixel.

Obwohl sich Juno in Europas Schatten befinden wird, wenn sie dem Mond am nĂ€chsten ist, wird Jupiters AtmosphĂ€re genug Sonnenlicht reflektieren, damit Junos Imager fĂŒr sichtbares Licht Daten sammeln können. Die Sternenkamera der Mission (als Stellar Reference Unit bezeichnet ) wurde entwickelt, um Bilder von Sternenfeldern aufzunehmen und nach hellen Sternen mit bekannten Positionen zu suchen, um Juno bei der Orientierung zu helfen. Sie wird ein hochauflösendes Schwarzweißbild der OberflĂ€che Europas aufnehmen. In der Zwischenzeit wird der Jovian Infrared Auroral Mapper (JIRAM) versuchen, Infrarotbilder seiner OberflĂ€che zu sammeln.

Junos Nahaufnahmen und Daten von seinem MWR-Instrument werden die Europa Clipper-Mission informieren, die nach ihrer Ankunft in Europa im Jahr 2030 fast 50 VorbeiflĂŒge durchfĂŒhren wird. Europa Clipper wird Daten ĂŒber die AtmosphĂ€re, die OberflĂ€che und das Innere des Mondes sammeln – Informationen, die Wissenschaftler nutzen werden um den globalen unterirdischen Ozean Europas, die Dicke seiner Eiskruste und mögliche Schwaden, die möglicherweise unterirdisches Wasser in den Weltraum entlĂŒften, besser zu verstehen.

Quelle: https://www.jpl.nasa.gov/news/nasas-juno-will-perform-close-flyby-of-jupiters-icy-moon-europa

James-Webb: Erste Mars-Aufnahmen des Weltraumteleskops

Anmerkung des Herausgebers: Dieser Beitrag hebt Daten von Webb Science in Progress hervor, die noch nicht den Peer-Review-Prozess durchlaufen haben.

Warum sehen Webbs Marsbilder so anders aus?
Webb wurde gebaut, um schwaches Licht von fernen Galaxien zu erkennen, aber der Mars ist extrem hell!
Spezielle Techniken wurden verwendet, um zu vermeiden, dass Webb mit Licht ĂŒberflutet wird.
*Bilder stammen von Webb Science in Progress und wurden noch nicht von Experten begutachtet
Neue Beobachtungen des Teleskops mĂŒssen ihren Weg von den Rohdaten zur veröffentlichten, von Experten begutachteten Wissenschaft finden.
Peer Review ist ein seit langem etabliertes QualitĂ€tskontrollsystem, bei dem Experten neue Entdeckungen prĂŒfen, bevor sie von der wissenschaftlichen Gemeinschaft akzeptiert werden. Peer-Review gewĂ€hrleistet QualitĂ€t und genaue wissenschaftliche Ergebnisse – und das ist uns wichtig, wenn wir teilen, was Webb entdeckt hat.
Wir können einige Daten vor der Peer-Review melden, aber wir werden dies immer vermerken, wenn wir dies tun. Ab dem 19. September teilen wir mindestens alle zwei Wochen neue Webb-Daten.
ÜberprĂŒfen Sie den Webb-Blog, um auf dem Laufenden zu bleiben! https://blogs.nasa.gov/webb/

Das James-Webb-Weltraumteleskop der NASA nahm am 5. September seine ersten Bilder und Spektren des Mars auf. Das Teleskop, eine internationale Zusammenarbeit mit der ESA (European Space Agency) und der CSA (Canadian Space Agency), bietet mit seiner Infrarotempfindlichkeit eine einzigartige Perspektive auf unseren Nachbarplaneten , die Daten ergÀnzen, die von Orbitern, Rovern und anderen Teleskopen gesammelt werden.

Webbs einzigartiger Beobachtungsposten fast eine Million Meilen entfernt am Sonne-Erde-Lagrange-Punkt 2 (L2) bietet einen Blick auf die beobachtbare Scheibe des Mars (der Teil der sonnenbeschienenen Seite, der dem Teleskop zugewandt ist). Infolgedessen kann Webb Bilder und Spektren mit der spektralen Auflösung aufnehmen, die erforderlich ist, um kurzfristige PhĂ€nomene wie StaubstĂŒrme, Wettermuster, jahreszeitliche VerĂ€nderungen und in einer einzigen Beobachtung Prozesse zu untersuchen, die zu unterschiedlichen Zeiten (Tag, Sonnenuntergang und nachts) eines Marstages.

Weil er so nah ist, ist der Rote Planet eines der hellsten Objekte am Nachthimmel, sowohl in Bezug auf sichtbares Licht (das menschliche Augen sehen können) als auch auf Infrarotlicht, das Webb erkennen soll. Das stellt besondere Herausforderungen an das Observatorium, das gebaut wurde, um das extrem schwache Licht der entferntesten Galaxien im Universum aufzuspĂŒren. Webbs Instrumente sind so empfindlich, dass das helle Infrarotlicht vom Mars ohne spezielle Beobachtungstechniken blendet und ein PhĂ€nomen verursacht, das als „DetektorsĂ€ttigung“ bekannt ist. Astronomen stellten sich auf die extreme Helligkeit des Mars ein, indem sie sehr kurze Belichtungen verwendeten, nur einen Teil des Lichts maßen, das auf die Detektoren traf, und spezielle Datenanalysetechniken anwandten.

Webbs erste Bilder des Mars, die von der Near-Infrared Camera (NIRCam) aufgenommen wurden, zeigen eine Region der östlichen HemisphĂ€re des Planeten bei zwei verschiedenen WellenlĂ€ngen oder Farben des Infrarotlichts. Dieses Bild zeigt links eine OberflĂ€chen-Referenzkarte der NASA und des Mars Orbiter Laser Altimeter (MOLA) mit ĂŒberlagerten Sichtfeldern der beiden Webb NIRCam-Instrumente. Die Nahinfrarotbilder von Webb sind rechts abgebildet.

Die Helligkeit entspricht der Jahreszeit und der Tageszeit, wobei die hellste Region als Subsonnenpunkt bezeichnet wird.  Ausnahme ist das dunklere (orange) Hellas-Becken innerhalb der helleren (gelben) subsolaren Region.  Siehe Textbeschreibung.
Webbs erste Bilder des Mars, aufgenommen von seinem NIRCam-Instrument am 5. September 2022 [Guaranteed Time Observation Program 1415]. Links: Referenzkarte der beobachteten MarshemisphĂ€re von der NASA und dem Mars Orbiter Laser Altimeter (MOLA). Oben rechts: NIRCam-Bild, das 2,1 Mikron (F212-Filter) reflektiertes Sonnenlicht zeigt und OberflĂ€chenmerkmale wie Krater und Staubschichten enthĂŒllt. Unten rechts: Simultanes NIRCam-Bild, das ~4,3-Mikrometer (F430M-Filter) emittiertes Licht zeigt, das Temperaturunterschiede mit Breitengrad und Tageszeit sowie eine durch atmosphĂ€rische Effekte verursachte Verdunkelung des Hellas-Beckens zeigt. Der hellgelbe Bereich liegt gerade an der SĂ€ttigungsgrenze des Detektors. Bildnachweis: NASA, ESA, CSA, STScI, Mars JWST/GTO-Team

Das NIRCam-Bild mit kĂŒrzerer WellenlĂ€nge (2,1 Mikrometer) [oben rechts] wird von reflektiertem Sonnenlicht dominiert und zeigt daher OberflĂ€chendetails, die denen in Bildern mit sichtbarem Licht [links] Ă€hneln. Auf diesem Bild sind die Ringe des Huygens-Kraters, das dunkle Vulkangestein von Syrtis Major und die Aufhellung im Hellas-Becken zu sehen.

Das NIRCam-Bild mit lĂ€ngerer WellenlĂ€nge (4,3 Mikrometer) [unten rechts] zeigt thermische Emission – Licht, das vom Planeten abgegeben wird, wenn er WĂ€rme verliert. Die Helligkeit von 4,3-Mikron-Licht hĂ€ngt von der Temperatur der OberflĂ€che und der AtmosphĂ€re ab. Die hellste Region auf dem Planeten ist dort, wo die Sonne fast ĂŒber dem Kopf steht, weil es im Allgemeinen am wĂ€rmsten ist. Zu den Polarregionen hin, die weniger Sonnenlicht erhalten, nimmt die Helligkeit ab, und von der kĂŒhleren Nordhalbkugel, die zu dieser Jahreszeit Winter erlebt, wird weniger Licht abgestrahlt.

Die Temperatur ist jedoch nicht der einzige Faktor, der die Lichtmenge von 4,3 Mikron beeinflusst, die Webb mit diesem Filter erreicht. Wenn das vom Planeten emittierte Licht die MarsatmosphĂ€re passiert, wird ein Teil von Kohlendioxid (CO 2 )-MolekĂŒlen absorbiert. Das Hellas-Becken – die grĂ¶ĂŸte gut erhaltene Einschlagstruktur auf dem Mars mit einer Ausdehnung von mehr als 2.000 Kilometern – erscheint aufgrund dieses Effekts dunkler als die Umgebung.

„Das ist eigentlich kein thermischer Effekt bei Hellas“, erklĂ€rte der Hauptforscher Geronimo Villanueva vom Goddard Space Flight Center der NASA , der diese Webb-Beobachtungen entwickelt hat. â€žDas Hellas-Becken liegt in geringerer Höhe und hat daher einen höheren Luftdruck. Dieser höhere Druck fĂŒhrt aufgrund eines als Druckverbreiterung bezeichneten Effekts zu einer UnterdrĂŒckung der thermischen Emission in diesem bestimmten WellenlĂ€ngenbereich [4,1–4,4 Mikrometer]. Es wird sehr interessant sein, diese konkurrierenden Effekte in diesen Daten auseinanderzuhalten.“

Villanueva und sein Team veröffentlichten auch Webbs erstes Nahinfrarotspektrum des Mars und demonstrierten Webbs FĂ€higkeit, den Roten Planeten mit Spektroskopie zu untersuchen .

WĂ€hrend die Bilder Helligkeitsunterschiede zeigen, die ĂŒber eine große Anzahl von WellenlĂ€ngen von Ort zu Ort auf dem Planeten zu einem bestimmten Tag und zu einer bestimmten Uhrzeit integriert sind, zeigt das Spektrum die subtilen Helligkeitsvariationen zwischen Hunderten von verschiedenen WellenlĂ€ngen, die reprĂ€sentativ fĂŒr den Planeten als Ganzes sind. Astronomen werden die Merkmale des Spektrums analysieren, um zusĂ€tzliche Informationen ĂŒber die OberflĂ€che und AtmosphĂ€re des Planeten zu sammeln.

Die Grafik mit dem Titel „Mars Atmosphere Composition, NIRSpec Fixed Slit Spectroscopy“ zeigt das Spektrum von 1-5-Mikrometer-Licht, das vom Mars reflektiert und emittiert wird, mit einem 4,3-Mikrometer-NIRCam-Bild im Hintergrund.  Die Daten werden als weiße Linien in einem Diagramm der Helligkeit gegen die WellenlĂ€nge des Lichts in Mikrometern aufgetragen.  Eine violette Linie steht fĂŒr ein am besten passendes Modell.  Das Spektrum zeigt eine Gesamtabnahme der Helligkeit von 1–3 Mikron und eine Zunahme von 3–5 Mikron.  Einzelheiten des Spektrums umfassen zahlreiche Spitzen und TĂ€ler.  Sieben Merkmale sind gekennzeichnet: fĂŒnf sind mit Kohlendioxid CO 2 gekennzeichnet, eines mit Wasser H 2 O und eines mit Kohlenmonoxid CO. Die Kohlendioxidmerkmale erscheinen als markante TĂ€ler unterschiedlicher Tiefe und Breite.  Einige der Funktionen ĂŒberschneiden sich.
Webbs erstes Nahinfrarotspektrum des Mars, aufgenommen vom Nahinfrarot-Spektrographen (NIRSpec) am 5. September 2022 als Teil des Guaranteed Time Observation Program 1415 ĂŒber 3 Schlitzgitter (G140H, G235H, G395H). Das Spektrum wird von reflektiertem Sonnenlicht bei WellenlĂ€ngen kĂŒrzer als 3 Mikrometer und thermischer Emission bei lĂ€ngeren WellenlĂ€ngen dominiert. Eine vorlĂ€ufige Analyse zeigt, dass die spektralen EinbrĂŒche bei bestimmten WellenlĂ€ngen auftreten, bei denen Licht von MolekĂŒlen in der MarsatmosphĂ€re absorbiert wird, insbesondere von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Wasser. Andere Details geben Auskunft ĂŒber Staub, Wolken und OberflĂ€chenmerkmale. Durch die Konstruktion eines am besten passenden Modells des Spektrums, beispielsweise unter Verwendung des Planetary Spectrum Generator, können HĂ€ufigkeiten bestimmter MolekĂŒle in der AtmosphĂ€re abgeleitet werden. Bildnachweis: NASA, ESA, CSA, STScI, Mars JWST/GTO-Team

Dieses Infrarotspektrum wurde durch Kombinieren von Messungen aus allen sechs hochauflösenden Spektroskopiemodi des Nahinfrarot-Spektrographen (NIRSpec) von Webb erhalten. Die vorlĂ€ufige Analyse des Spektrums zeigt einen reichen Satz spektraler Merkmale, die Informationen ĂŒber Staub, Eiswolken, welche Art von Gestein auf der OberflĂ€che des Planeten und die Zusammensetzung der AtmosphĂ€re enthalten. Die spektralen Signaturen – einschließlich tiefer TĂ€ler, die als Absorptionsmerkmale bekannt sind – von Wasser, Kohlendioxid und Kohlenmonoxid lassen sich mit Webb leicht erkennen. Die Forscher haben die Spektraldaten aus diesen Beobachtungen analysiert und bereiten ein Papier vor, das sie bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift zur Peer-Review und Veröffentlichung einreichen werden.

In Zukunft wird das Mars-Team diese bildgebenden und spektroskopischen Daten verwenden, um regionale Unterschiede auf dem Planeten zu untersuchen und nach Spurengasen in der AtmosphÀre zu suchen, darunter Methan und Chlorwasserstoff.

Diese NIRCam- und NIRSpec-Beobachtungen des Mars wurden im Rahmen von Webbs Cycle 1 Guaranteed Time Observation (GTO) Sonnensystemprogramm unter der Leitung von Heidi Hammel von AURA durchgefĂŒhrt.

– Von Margaret Carruthers, Space Telescope Science Institute

Quelle: https://blogs.nasa.gov/webb/2022/09/19/mars-is-mighty-in-first-webb-observations-of-red-planet/

Juno-FlyBy an Europa: Wissenschaftliche Ziele

Der erste Exo-Ozean Auf den ersten Blick wirken die Monde des Jupiters trostlos: bestialisch kalt und hart gefroren. Es brauchte Jahrzehnte der Forschung, bis man auf dem Mond Europa den ersten Ozean außerhalb der Erde entdeckte. Auf ihm ruht eine enorme Hoffnung. Europa ist den Astronomen schon ĂŒber 400 Jahren bekannt. Dennoch brauchte es Jahrhunderte des wissenschaftlichen Fortschritts, viele Jahre von Beobachtungen und mehrere Raumsonden, unter die Eisschicht zu blicken. Unter mehreren Kilometern Eis könnte es von Leben wimmeln.

Hier die Wissenschaftliche Ziele beim FlyBy am Eismond Europa. Wenn man das vor 2 Jahren gelesen hat und jetzt merkt das es nur noch ein Katzensprung zum Ziel ist. Schon wieder 2 Jahre um.

Bei FlyBys an interessanten orten fĂŒr die Astrobiologie und mögliches leben, werde ich total wehmĂŒtig. Die Sonde kommt dem Mond immer nĂ€her, Schaltet im rechtzeitigen Moment die Instrumente ein und nimmt in der kurzen Zeit die Ihr bleibt so viel wie Möglich auf, und schon verlĂ€sst Sie wieder das Objekt der Begierde. Zwischen beiden liegt nur ein Wimpernschlag. Toll das sich das bald Ă€ndert mit Europa Clipper und JUICE. Ob auf dem Mars oder jetzt mit James Webb -Teleskop, die suche nach möglichen lebensfreundlichen Planeten und Lebenszeichen (Mikroorganismen) ist im vollem Gange. Auch der Bau von zukĂŒnftigen Tricorder (Instrumente) fĂŒr Raumsonden ist im vollem Gange, fast tĂ€glich kommen dazu interessante Artikel im Bereich Astrobiologie:

https://astrobiology.com/astrobiology-general https://astrobiology.com/tricorder


Mit dem Mikrowellenradiometer könnte die Dicke der Eiskruste Europas untersucht werden, das Spektrometer wĂŒrde die Konzentration von Wassereis, Kohlendioxid und organischen MolekĂŒlen auf 40 Prozent der MondoberflĂ€che bestimmen. Die JunoCam kann Bilder von Europa mit einer Auflösung von immerhin 1 – 2 km aufnehmen. Zusammen mit der Star-Tracker Kamera wĂŒrde sie nach Hinweisen auf von der OberflĂ€che ausgehenden WasserfontĂ€nen (Eis-Geysire) suchen. Die anderen Instrumente sollen nach Partikeln fahnden, die in den möglichen FontĂ€nen aus Europa herausgeschleudert werden.


Der Besuch in Europa wĂŒrde Wissenschaftlern einen Vorgeschmack darauf geben, was mit der Europa Clipper-Mission der NASA und der ESA Mission JUICE kommt.

Das Mikrowellenradiometer von Juno wĂ€re in der Lage, die Dicke der globalen EishĂŒlle Europas zu untersuchen, die einen Ozean aus flĂŒssigem Wasser bedeckt. „Wir werden sehen, wo das Eis dĂŒnn und wo dick ist“, sagte Bolton.

Die Spektrometer von Juno wĂŒrden auch Konzentrationen von Wassereis, Kohlendioxid und organischen MolekĂŒlen auf 40 Prozent der OberflĂ€che Europas kartieren, sagte Bolton.

Der JunoCam-Imager wĂ€re in der Lage, Bilder von Europa mit einer OberflĂ€chenauflösung von 0,6 bis 1,2 Meilen (1 bis 2 Kilometer) aufzunehmen, weit hinter den Details zurĂŒck, die auf den Europa-Karten der Galileo-Raumsonde sichtbar sind. Aber JunoCam wĂŒrde die schĂ€rfsten Ansichten von Europa seit mehr als 20 Jahren liefern.

Bilder von JunoCam und Junos Sternentracker-Kameras wĂŒrden nach Hinweisen auf WasserfontĂ€nen suchen, die von der OberflĂ€che Europas ausbrechen. Die anderen Instrumente des Raumfahrzeugs wĂŒrden so eingestellt, dass sie nach Partikeln suchen, die von Europa in den möglichen FontĂ€nen aufgewirbelt werden. Anzeichen fĂŒr mögliche Eis-Geysire auf Europa wurden vom Hubble-Weltraumteleskop entdeckt.

Quelle: https://spaceflightnow.com/2020/10/12/juno-team-planning-close-flybys-of-jupiters-moons/

Quelle: https://www.lpi.usra.edu/opag/meetings/opag2020fall/presentations/Bolton_6011.pdf

Juno: FlyBy am Eismond Europa am 29 Septemper, in einem abstand von ca. 320 km

Perseverance macht entscheidenden Fund – „Mit den richtigen Werkzeugen am richtigen Ort“

Der Nasa-Rover „Perseverance“ erforscht den Mars seit Februar 2021 – und hat bereits organisches Material gefunden. © NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

In einem Flussdelta auf dem Mars macht der Nasa-Rover „Perseverance“ einen entscheidenden Fund. Doch nun mĂŒssen die Forschenden erst einmal geduldig sein.

Pasadena – Als die US-Raumfahrtorganisation Nasa eine Region namens Jezero-Krater als Landeplatz fĂŒr den Rover „Perseverance“ auf dem Mars auswĂ€hlte, hatten die Verantwortlichen bereits einen Plan: Sie wollten mithilfe des Roboters eine Gegend erkunden, die auf Aufnahmen, die vorab von Raumsonden gemacht wurden, wie ein Flussdelta aussah. Bereits seit Juli 2022 erforscht „Perseverance“ nun das Delta – und liefert nun besonders wichtige Proben.

„Wir haben den Jezero-Krater fĂŒr die Erforschung durch ‚Perseverance‘ ausgewĂ€hlt, weil wir dachten, dort gebe es die beste Chance auf wissenschaftlich exzellente Proben“, erklĂ€rt Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen in einer Nasa-Mitteilung und ergĂ€nzt: „Jetzt wissen wir, dass wir den Rover an den richtigen Ort geschickt haben.“ Der Mars-Rover habe eine „unglaubliche DiversitĂ€t von Proben“ gesammelt, die in Zukunft von einer weiteren Mars-Mission zur Erde zurĂŒckgebracht werden sollen. „Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass dies zwei der wichtigsten Proben sind, die wir auf dieser Mission sammeln werden“, betont auch David Shuster, der sich mit der RĂŒckholung der Proben vom Mars beschĂ€ftigt.

Nasa-Rover „Perseverance“ findet organisches Material auf dem Mars

Das Delta, in dem der Mars-Rover „Perseverance“ sich befindet, entstand vor etwa 3,5 Milliarden Jahren. Es markiert die Stelle, an der in der Vergangenheit wohl ein marsianischer Fluss in einen See ĂŒberging. Der Rover „Perseverance“ untersucht derzeit das Sedimentgestein im Delta, das entstand, als Partikel verschiedener GrĂ¶ĂŸe sich in der einst nassen Umgebung absetzten. „Die Steine, die wir untersucht haben, haben die höchste Konzentration von organischer Materie, die wir wĂ€hrend der Mission bisher gefunden haben“, erklĂ€rt „Perseverance“-Projektwissenschaftler Ken Farley bei einer Nasa-Pressekonferenz. „Organische MolekĂŒle sind die Bausteine des Lebens, daher ist es sehr interessant, dass wir Gestein haben, das in einer bewohnbaren Umgebung in einem See abgelagert wurde und organisches Material enthĂ€lt.“

Die Steine, die wir untersucht haben, haben die höchste Konzentration von organischer Materie, die wir wÀhrend der Mission bisher gefunden haben.

– Ken Farley, „Perseverance“-Projektwissenschaftler –

Bereits am 20. Juli hat das „Perseverance“ Instrument SHERLOC Nasa-Angaben zufolge eine Probe genommen, in der die Forschenden eine Klasse organischer MolekĂŒle gefunden haben, die mit Sulfatmineralien verwandt sind. Sulfatmineralien, die in Sedimentgestein gefunden werden, können wichtige Informationen ĂŒber die Wasser-Umgebung liefern, in der sie entstanden sind. „Diese Beziehung deutet darauf hin, dass wĂ€hrend der Verdunstung des Sees sowohl Sulfate als auch organische Stoffe in diesem Gebiet abgelagert, konserviert und konzentriert wurden“, erlĂ€utert die SHERLOC-Wissenschaftlerin Sunanda Sharma. „Ich persönlich finde diese Ergebnisse so bewegend, weil ich das GefĂŒhl habe, dass wir zu einem sehr entscheidenden Zeitpunkt und mit den richtigen Werkzeugen am richtigen Ort sind.“

Mars: Organische MolekĂŒle in einer einst bewohnbaren Region gefunden

Unter dem Begriff „organische MolekĂŒle“ versteht die Nasa eine Vielzahl von Verbindungen, die hauptsĂ€chlich aus Kohlenstoff bestehen und in der Regel Wasserstoff- und Sauerstoff-Atome enthalten. Auch andere Elemente wie Stickstoff, Schwefel und Phosphor können darin enthalten sein. Es gibt jedoch auch chemische Prozesse, bei denen solche MolekĂŒle ohne die Mitwirkung biologischen Lebens entstehen – ein solcher Fund muss daher nicht zwangsweise ein Zeichen fĂŒr frĂŒheres Leben auf dem Mars sein. TatsĂ€chlich haben „Perseverance“ und auch sein VorgĂ€nger, der Rover „Curiosity“ bereits zuvor organisches Material auf dem Mars gefunden. Doch die Tatsache, dass es dieses Mal in einer Region gefunden wurde, in der frĂŒher nachweislich flĂŒssiges Wasser existierte und die demnach bewohnbar gewesen sein könnte, ist fĂŒr die Forschenden ein entscheidender Hinweis.

„Der Nachweis dieser Klasse von organischen Stoffen allein bedeutet zwar nicht, dass es dort definitiv Leben gab, aber diese Beobachtungen Ă€hneln einigen Dingen, die wir hier auf der Erde gesehen haben“, erklĂ€rt Sharma. „Um es einfach auszudrĂŒcken: Wenn dies eine Schatzsuche nach potenziellen Anzeichen fĂŒr Leben auf einem anderen Planeten ist, dann ist organische Materie ein Anhaltspunkt. Und wir bekommen immer stĂ€rkere Hinweise, wĂ€hrend wir uns durch das Delta bewegen.“

Nasa und Esa wollen Bodenproben vom Mars zur Erde holen

Nach solch wichtigen Funden möchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am liebsten sofort an die Arbeit gehen und das Material genau untersuchen. Doch fĂŒr eine detaillierte Erforschung des gefundenen organischen Materials mĂŒssen sich die Forschenden noch eine ganze Weile gedulden. „So fĂ€hig unsere Instrumente an Bord von ‚Perseverance‘ auch sind, weitere Schlussfolgerungen ĂŒber den Inhalt der Probe mĂŒssen abgewartet werden, bis sie zur Erde zurĂŒckgebracht wird“, sagt Farley. Die sogenannte „Mars Sample Return“-Mission, bei der die Nasa mit der europĂ€ischen Raumfahrtorganisation Esa kooperiert, soll von „Perseverance“ eingesammelte Mars-Proben mithilfe zweier kleiner Helikopter-Drohnen einsammeln und zur Erde zurĂŒckbringen – allerdings erst in den 2030er Jahren, ein genaues Datum steht noch nicht fest.

Quelle: https://www.fr.de/wissen/mars-nasa-rover-perseverance-macht-entscheidenden-fund-organisches-material-wasser-delta-91792241.html


Perseverance Rover sammelt organisch reiche Marsproben fĂŒr die zukĂŒnftige RĂŒckkehr zur Erde

Das alte Mars-Flussdelta, das Perseverance erforscht, wird dem Hype gerecht.

Die Suche des Rovers Perseverance nach Anzeichen von Leben auf dem alten Mars hat erheblich zugenommen.

In den letzten Monaten hat Perseverance die Überreste eines alten Flussdeltas im Jezero-Krater des Mars erkundet, der vor Milliarden von Jahren einen großen See beherbergte. Das Vorhandensein dieses Deltas ist einer der HauptgrĂŒnde, warum die NASA den Rover in der GrĂ¶ĂŸe eines Autos nach Jezero geschickt hat, und der Standort hat seine Rechnung bisher erfĂŒllt, sagten Mitglieder des Missionsteams.

Perseverance hat seit Anfang Juli vier Proben aus der Delta-Formation entnommen. Alle vier wurden in Felsen gebohrt, die zeigen, dass dieser Teil des Mars in der alten Vergangenheit wahrscheinlich erdĂ€hnliche Organismen unterstĂŒtzt haben könnte – und möglicherweise sogar Anzeichen eines solchen mikrobiellen Lebens bewahrt.

„Die Felsen, die wir im Delta untersucht haben, haben die höchste Konzentration an organischem Material , die wir bisher auf der Mission gefunden haben“, sagte Ken Farley, Wissenschaftler des Perseverance-Projekts vom California Institute of Technology in Pasadena, wĂ€hrend einer Pressekonferenz am Donnerstag ( 15. Sept.). 

„Und natĂŒrlich sind organische MolekĂŒle die Bausteine ​​des Lebens“, fĂŒgte Farley hinzu. â€žDas ist also alles sehr interessant, da wir Steine ​​haben, die in einer bewohnbaren Umgebung in einem See abgelagert wurden, der organische Stoffe enthĂ€lt.“

Ein Delta-Merkmal, das Perseverance kĂŒrzlich beprobt und untersucht hat, ein 3 Fuß breiter (0,9 Meter) Felsen, den das Team Wildcat Ridge nennt, ist besonders faszinierend. Wildcat ist ein feinkörniger Schlammstein, der sich wahrscheinlich am Grund des alten Sees von Jezero gebildet hat, sagten Teammitglieder. Das SHERLOC-Instrument (Scanning Habitable Environments with Raman and Luminescence for Organics and Chemicals) von Perseverance fand heraus, dass das Gestein mit organischen Stoffen gefĂŒllt ist, die rĂ€umlich mit schwefelhaltigen Mineralien, sogenannten Sulfaten, verbunden sind.  

„Diese Korrelation legt nahe, dass beim Verdampfen des Sees sowohl Sulfate als auch organische Stoffe in diesem Gebiet abgelagert, konserviert und konzentriert wurden“, sagte SHERLOC-Wissenschaftlerin Sunanda Sharma vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in SĂŒdkalifornien wĂ€hrend der Pressekonferenz am Donnerstag. 

„Auf der Erde ist bekannt, dass Sulfatablagerungen organische Stoffe konservieren und Lebenszeichen enthalten können, die als Biosignaturen bezeichnet werden“, fĂŒgte Sharma hinzu. „Das macht diese Proben und diese Reihe von Beobachtungen zu den faszinierendsten, die wir bisher in der Mission gemacht haben, und erfĂŒllt einen Teil der Aufregung, die das Team hatte, als wir uns der Deltafront nĂ€herten.“

Dieses aus mehreren Bildern zusammengesetzte Mosaik zeigt einen Felsvorsprung namens „Wildcat Ridge“, wo der Rover zwei Gesteinskerne extrahierte und einen kreisförmigen Fleck abschleifte, um die Zusammensetzung des Gesteins zu untersuchen.  (Bildnachweis: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS)

Farley und Sharma betonten jedoch, dass diese marsianischen Verbindungen nicht als Biosignaturen betrachtet werden können. Organische Stoffe können durch rein geologische Prozesse erzeugt und eingelagert werden, und die bisher von Perseverance gesammelten Daten sagen uns nicht genug ĂŒber das Ursprungsszenario, um eine Aussage zu treffen.

In der Tat wird es fĂŒr das Missionsteam sehr schwierig sein, eine solche Bestimmung allein anhand der Beobachtungen des Rovers zu treffen, sagte Farley. Schließlich ist die Aufgabe komplex und die Beweislast, die ein behaupteter Nachweis von außerirdischem Leben erfĂŒllen muss, sehr hoch.

Diese RealitĂ€t ist in das Missionsdesign von Perseverance integriert. Wenn alles nach Plan lĂ€uft, werden die Proben, die Perseverance sammelt, bereits 2033 durch eine gemeinsame Kampagne der NASA und der EuropĂ€ischen Weltraumorganisation (ESA) zur Erde zurĂŒckgebracht. Sobald die Proben hier sind, können Wissenschaftler auf der ganzen Welt sie mit einer Vielzahl von Instrumenten untersuchen, von denen viele viel grĂ¶ĂŸer und komplizierter sind als alles, was man auf einen Mars-Rover quetschen kann.

Perseverance trĂ€gt 43 Probenröhrchen, von denen 15 bereits verschlossen sind. Zwölf enthalten ausgebohrte Gesteinskerne, eine ist eine atmosphĂ€rische Probe (das Ergebnis von Perseverances erstem Gesteinsprobenahmeversuch, der nicht nach Plan verlief ) und zwei sind „Zeugenröhren“. Das Missionsteam wird die Zeugenröhrchen verwenden, um festzustellen, welche Materialien in den Marsproben, falls vorhanden, Verunreinigungen von der Erde sein könnten.

Der ProbenrĂŒckfĂŒhrungsplan sieht einen von der ESA bereitgestellten Earth Return Orbiter (ERO) und einen von der NASA gebauten Lander vor, die Ende 2027 bzw. Anfang 2028 zum Mars starten sollen. Perseverance wird zum Lander hinĂŒberfahren und seine Proben ablegen, die dann an Bord einer vom Lander getragenen Rakete von der MarsoberflĂ€che abheben. Die ERO wird die Proben in der Marsumlaufbahn einfangen und zurĂŒck zur Erde transportieren.

Beharrlichkeit, die im Februar 2021 mit dem winzigen Technologiedemonstrationshubschrauber Ingenuity gelandet ist, sollte Ende der 2020er Jahre noch gesund genug sein, um diese Probenlieferungsarbeit zu leisten, sagten NASA-Beamte. Immerhin ist der Curiosity-Rover der NASA , der den gleichen grundlegenden Körperplan und das gleiche Kernenergiesystem wie Perseverance hat, mehr als 10 Jahre nach der Landung im Gale-Krater des Roten Planeten immer noch stark.

Aber auch die NASA und die ESA haben einen Backup-Plan. Beharrlichkeit sammelt zwei Proben von jedem Gestein, das es entkernt, eine, um sie an Bord zu behalten, und eine andere, um sie in einem oder mehreren „Depots“ auf Jezeros Boden zu lagern. Wenn Perseverance also nicht in der Lage ist, die Proben selbst zu ĂŒbergeben, wird der RĂŒcklander in der NĂ€he der Probenlager landen und die Röhrchen einzeln mit zwei Hubschraubern einsammeln.

Diese Hubschrauber werden an Bord des Landers starten und Ingenuity sehr Ă€hnlich sein, das nach 31 FlĂŒgen auf dem Mars immer noch stark ist . Die Helikopter zum Sammeln von Proben mĂŒssen jedoch etwas sperriger sein als Ingenuity, da sie mit RĂ€dern ausgestattet sind, die ihnen helfen, zu den Probenröhrchen zu rollen.

Das Perseverance-Team hat bereits einen möglichen Ort fĂŒr das erste Proben-Cache-Depot ausgewĂ€hlt – einen schönen, flachen Teil von Jezeros Boden, der ein sicherer Landeplatz fĂŒr einen Lander wĂ€re. Am 19. Oktober werden die Teammitglieder ein „Go/No Go“-Meeting abhalten, bei dem festgestellt wird, ob sie bereit sind, dort Probenröhrchen abzusetzen, sagte NASA-Planetenwissenschaftschefin Lori Glaze wĂ€hrend des heutigen Briefings.

Wenn die Entscheidung „go“ lautet, wird Perseverance 10 bis 11 Probenröhrchen vor Ort zwischenspeichern, ein Vorgang, der voraussichtlich etwa zwei Monate dauern wird.

Quelle: https://www.space.com/perseverance-rover-mars-samples-rich-organics


Perseverance Rover der NASA untersucht geologisch reiches MarsgelÀnde

Der Perseverance-Rover der NASA lĂ€sst seinen Roboterarm um einen Felsvorsprung namens „Skinner Ridge“ im Jezero-Krater des Mars herum arbeiten.
Der Perseverance-Rover der NASA lĂ€sst seinen Roboterarm um einen Felsvorsprung namens „Skinner Ridge“ im Jezero-Krater des Mars herum arbeiten. Dieses Mosaik besteht aus mehreren Bildern und zeigt geschichtete Sedimentgesteine ​​vor einer Klippe im Delta sowie eine der Stellen, an denen der Rover einen kreisförmigen Fleck abgeschliffen hat, um die Zusammensetzung eines Gesteins zu analysieren.Bildnachweis: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

Der Perseverance-Rover der NASA befindet sich in seiner zweiten wissenschaftlichen Kampagne und sammelt Gesteinskernproben von Merkmalen in einem Gebiet, das von Wissenschaftlern seit langem als beste Aussichten fĂŒr die Suche nach Anzeichen fĂŒr uraltes mikrobielles Leben auf dem Mars angesehen wird. Der Rover hat seit dem 7. Juli vier Proben aus einem alten Flussdelta im Jezero-Krater des Roten Planeten gesammelt, was die Gesamtzahl der wissenschaftlich ĂŒberzeugenden Gesteinsproben auf 12 erhöht.

„Wir haben den Jezero-Krater fĂŒr Perseverance zur Erkundung ausgewĂ€hlt, weil wir dachten, dass er die besten Chancen hat, wissenschaftlich hervorragende Proben zu liefern – und jetzt wissen wir, dass wir den Rover an den richtigen Ort geschickt haben“, sagte Thomas Zurbuchen, stellvertretender NASA-Administrator fĂŒr Wissenschaft in Washington. â€žDiese ersten beiden wissenschaftlichen Kampagnen haben eine erstaunliche Vielfalt an Proben hervorgebracht, die von der Mars Sample Return-Kampagne zur Erde zurĂŒckgebracht werden können .“

Der Jezero-Krater ist 45 Kilometer breit und beherbergt ein Delta – ein uraltes fĂ€cherförmiges Gebilde, das sich vor etwa 3,5 Milliarden Jahren am Zusammenfluss eines Marsflusses und eines Sees gebildet hat. Perseverance untersucht derzeit die Sedimentgesteine ​​des Deltas, die entstanden, als sich Partikel unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe in der einst wĂ€ssrigen Umgebung ablagerten. WĂ€hrend seiner ersten wissenschaftlichen Kampagne erkundete der Rover den Kraterboden und fand magmatisches Gestein , das sich tief unter der Erde aus Magma oder wĂ€hrend vulkanischer AktivitĂ€t an der OberflĂ€che bildet.  

„Das Delta mit seinen vielfĂ€ltigen Sedimentgesteinen steht in schönem Kontrast zu den magmatischen Gesteinen – gebildet aus der Kristallisation von Magma – die auf dem Kraterboden entdeckt wurden“, sagte Ken Farley, Projektwissenschaftler von Perseverance vom Caltech in Pasadena, Kalifornien. â€žDiese GegenĂŒberstellung bietet uns ein umfassendes VerstĂ€ndnis der geologischen Geschichte nach der Entstehung des Kraters und eine vielfĂ€ltige Probenfolge. Wir haben zum Beispiel einen Sandstein gefunden, der Körner und Gesteinsfragmente trĂ€gt, die weit entfernt vom Jezero-Krater entstanden sind – und einen Schlammstein, der faszinierende organische Verbindungen enthĂ€lt.“

„Wildcat Ridge“ ist der Name eines etwa 1 Meter breiten Felsens, der sich wahrscheinlich vor Milliarden von Jahren gebildet hat, als sich Schlamm und feiner Sand in einem verdunstenden Salzwassersee absetzten. Am 20. Juli schleifte der Rover einen Teil der OberflĂ€che von Wildcat Ridge ab, um das Gebiet mit dem Instrument Scanning Habitable Environments with Raman & Luminescence for Organics & Chemicals oder SHERLOC zu analysieren .  

Die Analyse von SHERLOC zeigt, dass die Proben eine Klasse organischer MolekĂŒle aufweisen, die rĂ€umlich mit denen von Sulfatmineralien korreliert sind. Sulfatmineralien, die in Sedimentgesteinsschichten gefunden werden, können wichtige Informationen ĂŒber die wĂ€ssrigen Umgebungen liefern, in denen sie sich gebildet haben.

Was ist organische Materie?

Organische MolekĂŒle bestehen aus einer Vielzahl von Verbindungen, die hauptsĂ€chlich aus Kohlenstoff bestehen und normalerweise Wasserstoff- und Sauerstoffatome enthalten. Sie können auch andere Elemente wie Stickstoff, Phosphor und Schwefel enthalten. WĂ€hrend es chemische Prozesse gibt, die diese MolekĂŒle produzieren, die kein Leben erfordern, sind einige dieser Verbindungen die chemischen Bausteine ​​des Lebens. Das Vorhandensein dieser spezifischen MolekĂŒle wird als potenzielle Biosignatur angesehen – eine Substanz oder Struktur, die ein Beweis fĂŒr vergangenes Leben sein könnte, aber auch ohne das Vorhandensein von Leben produziert worden sein könnte.

Im Jahr 2013 fand der Marsrover Curiosity der NASA Hinweise auf organisches Material in Gesteinspulverproben, und Perseverance hat zuvor organisches Material im Krater Jezero entdeckt . Aber im Gegensatz zu dieser frĂŒheren Entdeckung wurde diese jĂŒngste Entdeckung in einem Gebiet gemacht, in dem in der fernen Vergangenheit Sedimente und Salze unter Bedingungen in einem See abgelagert wurden, in denen möglicherweise Leben existierte. Bei seiner Analyse von Wildcat Ridge registrierte das SHERLOC-Instrument die bisher hĂ€ufigsten organischen Nachweise auf der Mission.  

„In der fernen Vergangenheit wurden der Sand, der Schlamm und die Salze, aus denen heute die Wildcat-Ridge-Probe besteht, unter Bedingungen abgelagert, unter denen möglicherweise Leben hĂ€tte gedeihen können“, sagte Farley. â€žDie Tatsache, dass die organische Substanz in einem solchen Sedimentgestein gefunden wurde – das dafĂŒr bekannt ist, Fossilien des alten Lebens hier auf der Erde zu bewahren – ist wichtig. Doch so leistungsfĂ€hig unsere Instrumente an Bord von Perseverance auch sind, weitere Schlussfolgerungen bezĂŒglich des Inhalts der Wildcat-Ridge-Probe mĂŒssen warten, bis sie im Rahmen der Mars-Sample-Return-Kampagne der Agentur zur eingehenden Untersuchung zur Erde zurĂŒckgebracht wird.“

Der erste Schritt der NASA-ESA (European Space Agency) Mars Sample Return-Kampagne begann, als Perseverance im September 2021 seine erste Gesteinsprobe entkernte . Zusammen mit seinen Gesteinskernproben hat der Rover insgesamt eine atmosphÀrische Probe und zwei Zeugenröhren gesammelt davon sind im Bauch des Rovers gespeichert.

Die geologische Vielfalt der bereits im Rover transportierten Proben ist so gut, dass das Rover-Team in etwa zwei Monaten die Ablagerung ausgewÀhlter Röhren in der NÀhe der Basis des Deltas in Betracht zieht. 

Nach dem Ablegen des Caches wird der Rover seine Delta-Erkundungen fortsetzen.

„Ich habe einen Großteil meiner Karriere die Bewohnbarkeit und Geologie des Mars studiert und weiß aus erster Hand, welchen unglaublichen wissenschaftlichen Wert es hat, einen sorgfĂ€ltig gesammelten Satz Marsgestein zur Erde zurĂŒckzubringen“, sagte Laurie Leshin, Direktorin des Jet Propulsion Laboratory der NASA in SĂŒdkalifornien. „Dass wir Wochen von der Bereitstellung der faszinierenden Proben von Perseverance und nur wenige Jahre davon entfernt sind, sie zur Erde zu bringen, damit Wissenschaftler sie bis ins kleinste Detail untersuchen können, ist wirklich phĂ€nomenal. Wir werden so viel lernen.“

Quelle: https://www.nasa.gov/press-release/nasa-s-perseverance-rover-investigates-geologically-rich-mars-terrain

Kalenderwoche 39: Dart (Asteroidenabwehr), Juno (FlyBy am Eismond Europa) und vielleicht Artemis 1

Auf Crash-Kurs mit Asteroid: NASA zeigt erstes Foto des Ziels

Es wird ernst fĂŒr DART. In wenigen Wochen soll die Sonde planmĂ€ĂŸig auf ihr Ziel treffen – wortwörtlich. Am 26. September ist der Einschlag auf Dimorphos geplant.

Dimorphos und Didymos sind Doppelasteroiden. Didymos ist mit 800 Metern Durchmesser der GrĂ¶ĂŸere der beiden. Dimorphos hat 170 Meter Durchmesser und umkreist Didymos – er ist damit sein Mond.

Jetzt hat die NASA ein erstes Foto des Ziels veröffentlicht, das von DART geschickt wurde. Die Aufnahme wurde am 27. Juli 2022 gemacht und aus 243 Einzel-Fotos zusammengesetzt. So ist das Licht von Didymos zu sehen, der zum Zeitpunkt der Aufnahme mehr als 30 Millionen Kilometer entfernt war.

Diese Fotos macht die NASA um das Kamerasystem von DART zu prĂŒfen. Hier geht es nicht darum tolle Bilder zu machen – eine Ă€hnliche QualitĂ€t wie die jetzt veröffentlichten Fotos wĂŒrde man auch mit Teleskopen auf der Erde erreichen. Es geht darum zu testen, ob DART sein Ziel sehen kann und ob das System nachjustiert werden muss, bevor es los geht.

DART soll nĂ€mlich weitestgehend selbst den Zielanflug vornehmen. In den finalen Stunden vor dem Einschlag wird DART komplett autonom navigieren, ohne die Hilfe von Menschen.

Noch 3 Kurskorrekturen vor dem Einschlag

Derzeit werden alle 5 Stunden Messdaten von DART gesammelt. Auf deren Basis wird die NASA 3 Kurskorrekturen innerhalb der nĂ€chsten 3 Wochen an DART ĂŒbermitteln. Jede soll das Risiko senken, dass DART den Asteroiden verfehlt.

Das letzte Manöver wird am 25. September erfolgen, 24 Stunden vor dem Einschlag. Bis dahin sollte die Position von Dimorphos auf 2 Kilometer genau bestimmt sein. Ab hier wird DART ĂŒbernehmen und selbststĂ€ndig den Asteroiden-Mond rammen.

Die Kamera von DART wird bis zum Einschlag Fotos zur Erde ĂŒbermitteln. Außerdem wird 10 Tage vor dem Einschlag ein kleiner Cubesat freigesetzt. Er wird etwa 3 Minuten nach dem Aufprall eintreffen und Fotos vom Einschlag und dem Auswurf machen.

Kleine Änderung der Flugbahn kann reichen, um die Erde zu schĂŒtzen

Wen alles nach Plan verlĂ€uft, wird DART Dimorphos mittig und frontal treffen. Das soll seine Geschwindigkeit verlangsamen, wodurch der Orbit um Didymos enger wird. Das wiederum hat aufgrund der Gravitation eine Auswirkung auf die Flugbahn von Didymos.

Diese Abweichung der ursprĂŒnglichen Flugbahn wird voraussichtlich nur minimal sein. Im Laufe der Jahre wird sie aber immer grĂ¶ĂŸer werden. Die Idee dahinter: Wird ein Asteroid mit Crash-Kurs auf die Erde rechtzeitig entdeckt und getroffen, könnte seine Flugbahn so abgeĂ€ndert werden, dass er die Erde verfehlt. Je nach GrĂ¶ĂŸe des Asteroids mĂŒsste das dann aber mehrere Jahre bis Jahrzehnte vor dem vorausgesagten Einschlag auf der Erde passieren.

Hera untersucht, ob DART erfolgreich war

Didymos stellt jedenfalls keine Gefahr dar. Er wurde lediglich als Übungsziel gewĂ€hlt, um die Möglichkeit dieser Asteroiden-Abwehr in der Praxis zu erproben.

Erste Daten, ob der Einschlag die gewĂŒnschte Wirkung hatte, wird es vermutlich Anfang Oktober geben. PrĂ€zisere Daten soll das ESA-Raumschiff HERA liefern. Die Sonde startet 2024 und soll Didymos im Jahr 2027 erreichen. Sie wird den Einschlagskrater und die Auswirkungen auf die Flugbahn der Asteroiden erforschen.

Quelle: https://futurezone.at/science/nasa-dart-asteroid-foto-bild-didymos-weltraum-abwehr/402142617


NASA-Mondmission Artemis-1: Der nÀchste Startversuch verzögert sich weiter

Die NASA hat den geplanten Test der Abdichtungen und den nÀchsten Startversuch um mehrere Tage nach hinten verschoben. Eine wichtige Genehmigung fehlt weiter.

Die NASA hat den Test der ausgebesserten Abdichtung an der Riesenrakete SLS um vier Tage nach hinten verschoben und damit auch den nĂ€chsten Startversuch der Mondmission Artemis-1. Wie die US-Weltraumagentur jetzt mitteilte, soll der Test nun am Mittwoch, den 21. September, stattfinden, der Start könnte dann frĂŒhestens am 27. September folgen. Einen Ausweichtermin gibt es noch am 2. Oktober. All das gilt weiterhin unter der Voraussetzung, dass die NASA ĂŒberhaupt die Erlaubnis dafĂŒr erhĂ€lt, das Flugabbruchsystem der Riesenrakete lĂ€nger als vorgesehen, einzusetzen. Außerdem soll schon am 3. Oktober die nĂ€chste Crew zur Internationalen Raumstation ISS geschickt werden.

Die nĂ€chste Verschiebung wird von der US-Weltraumagentur mit einer „sorgfĂ€ltigen AbwĂ€gung mehrerer logistischer Aspekte“ begrĂŒndet. Zudem sei es von zusĂ€tzlichem Nutzen, wenn es fĂŒr den Test der neuen Abdichtungen sowie spĂ€ter fĂŒr den Start mehr Vorbereitungszeit gebe. Schließlich könne so sichergestellt werden, dass genĂŒgend Zeit und Ruhe fĂŒr die AuffĂŒllung der VorrĂ€te an Treibstoff gebe. Die Reparaturen an dem Leck seien inzwischen abgeschlossen, man arbeite jetzt an den Vorbereitungen fĂŒr den Test. Das erste Startfenster am 27. September ist demnach 70 Minuten offen, das zweite am 2. Oktober 109 Minuten.

Aktuell geht es um dritten Startversuch der riesigen Mondrakete, die ersten beiden waren aus unterschiedlichen GrĂŒnden abgebrochen worden. Zuerst war am 29. August eines der vier Raketentriebwerke laut Sensordaten nicht ausreichend heruntergekĂŒhlt worden. Es war aber wohl nur ein Sensor fehlerhaft. Beim zweiten Versuch am 3. September war dann das Leck entdeckt worden, aus dem der Wasserstoff ausgetreten ist. Deswegen war auch der zweite Startversuch Stunden vor dem Beginn des Startzeitraums abgebrochen worden. Eigentlich mĂŒsste die Rakete nun bald zurĂŒck ins Vehicle Assembly Building, das wichtige System fĂŒr einen Abbruch des Starts im Notfall ist lediglich fĂŒr 25 Tage zertifiziert. Die NASA ersucht dafĂŒr aber eine VerlĂ€ngerung.

Quelle: https://www.heise.de/news/NASA-Mondmission-Artemis-1-Der-naechste-Startversuch-verzoegert-sich-weiter-7261484.html


Die Raumsonde Juno bereitet sich auf eine enge Begegnung mit dem Eismond Europa vor

Eine NASA-Sonde wird am 29. September etwa 350 Kilometer ĂŒber der OberflĂ€che Europas schweben und detaillierte Bilder und Daten ĂŒber seine Magnetfelder und seine Eiskruste zurĂŒcksenden.

Die Raumsonde Juno wird Europa aus der NĂ€he betrachten
NASA/JPL-Caltech

Die Juno-Raumsonde der NASA ist dabei, Wissenschaftlern seit mehr als 22 Jahren den engsten Blick auf den gefrorenen Jupitermond Europa zu gewÀhren.

Die Mission wird am 29. September rund 350 Kilometer ĂŒber Europas OberflĂ€che fliegen und detaillierte Bilder sowie Daten ĂŒber das Magnetfeld des Mondes und seine Eiskruste liefern.

Das letzte Mal, dass ein Raumschiff Europa Àhnlich nahe kam, war im Januar 2000, als der Galileo-Orbiter der NASA in einer Entfernung von 351 Kilometern vorbeiflog.

„Wir haben bereits alle Vorbereitungen abgeschlossen. Wir sind wirklich gespannt. Alles ist im Plan“, sagt Scott Bolton , der leitende Ermittler der Juno-Mission.

„Unser Vorbeiflug ist ziemlich einzigartig. Der Teil von Europa, den wir sehen können, hat keine besonders hochauflösenden Daten von Galileo, also werden wir diese [Region] zum ersten Mal in sehr hoher Höhe sehen können Auflösung“, sagt er.

Alle wissenschaftlichen Instrumente von Juno werden wĂ€hrend des schnellen Durchgangs Daten erfassen, sagt Bolton. Seine Hauptkamera, JunoCam, wird eine Handvoll Weitfeldansichten erzeugen, wĂ€hrend seine Navigationskamera, bekannt als stellare Referenzeinheit, die Aufgabe haben wird, ein einzelnes, sehr hochauflösendes Bild eines kleinen, nur beleuchteten Flecks von Europas Nachtseite aufzunehmen durch das Streulicht von Jupiters Wolkenspitzen.

Die Forscher hoffen auch, den Vorbeiflug nutzen zu können, um mit dem Mikrowellenradiometer von Juno Einblicke in Europas Eispanzer zu gewinnen. Bolton vergleicht das Instrument mit einem RadargerĂ€t, „aber es ist passiv, also betrachten wir nur die Emission, die [aus Europa] kommt, anstatt ein Signal einzusenden und zu beobachten, wie es abprallt“, sagt er. Die Daten des Radiometers könnten den Wissenschaftlern Hinweise auf die Tiefe der Schale geben und aufzeigen, ob es in der gefrorenen Kruste gebrochene Regionen oder FlĂŒssigkeitsbereiche gibt.

Das Team wird sogar nach Anzeichen der Wasserdampffahnen suchen , die Studien zufolge von Europa ausgehen, obwohl Bolton betont, dass diese Merkmale „zum richtigen Zeitpunkt so ausgehen mĂŒssten, dass wir sie sehen können“.

Quelle: https://www.newscientist.com/article/2337136-juno-spacecraft-prepares-for-close-encounter-with-icy-moon-europa/

Bei der Suche nach außerirdischem Leben hat Europa als einer der Orte in unserem Sonnensystem Aufmerksamkeit erregt, der vielleicht von Mikroben bewohnt werden könnte, da ein globaler Salzwasserozean tief unter seiner EishĂŒlle entdeckt wurde. Daher schicken ESA und NASA Raumsonden zum Eismond Europa.

Über JUICE (Start 2023)

Sind wir allein im Universum oder gibt es irgendwo da draußen extraterrestrisches Leben? Und wo wĂ€re die Entstehung von Leben ĂŒberhaupt möglich?

Um diese Fragen zu beantworten, schickt die EuropÀische Weltraumagentur (ESA) die Jupiter-Sonde JUICE auf eine spannende Expedition. JUICE (Jupiter Icy Moons Explorer) wird neun Jahre durch unser Sonnensystem reisen und 2032 am Jupiter ankommen.

Das Missionsziel: Die Erkundung des Gasriesen und drei seiner grĂ¶ĂŸten Monde: Ganymed, Kallisto und Europa. Unter den Eiskrusten der Galileischen Monde vermuten die Forscher riesige unterirdische Ozeane, die lebensfreundliche Bedingungen bieten könnten.

Zur Zeit wird JUICE in einem Reinraum bei Airbus in Toulouse mit zehn hochmodernen Instrumenten bestĂŒckt, darunter Kameras, Spektrometer und einem eisdurchdringenden Radar.

Über Europa Clipper der NASA (Start 2024)

Die NASA freut sich ĂŒber ihre Raumsonde Juno, die am 29. September an Europa, dem Mond des Jupiter, vorbeifliegen wird und die engsten Ansichten der eisigen Welt seit ĂŒber 22 Jahren bietet. Juno wird etwa 350 Kilometer ĂŒber Europas OberflĂ€che herankommen und ist damit die zweite nach der Galileo-Sonde der NASA, die im Januar 2000 aus 351 Kilometern Höhe ĂŒber den Mond glitt.

Die NASA plant den Start von Europa Clipper im Oktober 2024, um Europas Ozeane zu untersuchen, in denen Wissenschaftler glauben, dass die Bedingungen fĂŒr das Leben geeignet sind. Das Missionsraumschiff, das sich derzeit in den wichtigsten Entwicklungsstadien befindet, wird 50 VorbeiflĂŒge in der NĂ€he des Mondes durchfĂŒhren, um seine AtmosphĂ€re, OberflĂ€che und sein Inneres zu untersuchen. 

Genau wie Juno wird auch dieses Raumschiff mit einer Reihe von neun wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet sein. DarĂŒber hinaus ist Europa Clipper 10 Fuß hoch und 1,50 m breit und wird, sobald es mit Solarmodulen ausgestattet ist, die LĂ€nge eines Basketballplatzes erreichen. Das Raumschiff befindet sich derzeit im Reinigungsraum der Spacecraft Assembly Facility des Jet Propulsion Laboratory (JPL), wo es in den nĂ€chsten zwei Jahren einer ultrahygienischen Montage unterzogen wird. 

Wahlen in Niedersachsen: Holen wir uns das Kernkraftwerk Emsland zum Ausstieg am 31.12.2022

Friedrich Merz und Markus Söder nerven nur noch. Aber auch Jens Spahn und FDP.

Die Behauptung durch lÀngere AKW-Laufzeiten sinke der Strompreis und Gaspreis ist eine falsche. Und halten das ganze Land damit zum Narren. Zwar hat eine lÀngere AKW Laufzeit positive Effekte auf Strompreis und Gas-Einsparung man bewegt sich da aber in einem Bereich der es gar nicht bis zum Privathaushalt und Unternehmen Schaft. Diese positive Effekte verpuffen schon am Nationalen/Internationalen Stromarkt.

Wenn das Volk und Unternehmen jetzt glaubt Friedrich Merz, Markus Söder, Jens Spahn und FDP haben mit ihren Populistischen/Querdenker verhalten recht unterliegt einem Irrtum. Niemand sollte glauben er hÀtte 50 bis 100 Euro mehr im Portemonnaie durch eine LaufzeitverlÀngerung der Atomkraftwerke.

Ganz im Gegenteil Ihr Steuerzahler zahlt noch drauf fĂŒr eine AKW-LaufzeitverlĂ€ngerung und habt selber davon nichts. Was euch Friedrich Merz, Markus Söder, Jens Spahn und FDP glaubhaft machen möchte sind Mythen und Legenden.

Es wird zu keinem Strom-Blackout kommen und Frieren im Winter werden wir auch nicht. Mit HeizgerĂ€ten im Winter zu heizen braucht es nicht. Das erzĂ€hlen euch Friedrich Merz, Markus Söder, Jens Spahn und FDP natĂŒrlich nicht, das es Ihnen Scheißegal ist und Sie die Ängste und Sorgen der Menschen brauchen um damit Wahlkampf zu machen und im Bundestag frech rum zu pöbeln. Diese denken nur an Ihren eigenen Interessen und drehen alles gesagte so um wie es ihnen am besten passt .

Die tun stĂ€ndig so als wĂ€hren die jetzigen Strompreise und Gaspreise ein Dauerzustand. 2023 ist es ĂŒberstanden und das sogar ohne eine AKW-LaufzeitverlĂ€ngerung. Hurra!

Nordstream 2 zu öffnen ist falsch das wollen nicht nur AFD-Politiker sondern auch so manch anderer Politiker. Dabei ist nur ein unabhĂ€ngiges Deutschland das selber ĂŒber seine Energie bestimmen kann stark. Gas darf nicht nur aus Russland kommen, es braucht ein Gas-Lieferanten-Mix aus unterschiedlichen Quellen und ein stetigen Ausbau der erneuerbaren Energien. Und keine AbhĂ€ngigkeit wie zum Beispiel von Russland aber vor allem nicht von Politiker die man ĂŒberhaupt nicht wĂ€hlen kann. AFD-WĂ€hler die Deutschland in der Energielieferung an an ein anderes Land ketten wollen und es abhĂ€ngig machen wollen sind fĂŒr mich keine richtigen AFDler.

Auch die teuren Waffenlieferungen sind gerechtfertigt, Deutschland sollte sich in der Weltpolitik mehr einmischen. Dieses stĂ€ndige MauerblĂŒmchen verhalten weil man doch den 2 Weltkrieg gestartet hat, nervt nur noch. Deutschland hat das recht sich mit Waffenlieferungen und militĂ€risch in Krisen mit ein zu mischen. Diese stĂ€ndige wegschauen kann man sich ĂŒberhaupt nicht leisten, die alte Generation aus Politiker/rinnen sollte Deutschland nicht stĂ€ndig in einem Weltkriegs-Trauma halten. Die jetzige Ukraine Krise zeigt ein modernes, agiles und wehr fĂ€higes Deutschland.

Niedersachsen-Wahl: WĂ€hlt GrĂŒn ihr BĂŒrger fĂŒr ein Rot-GrĂŒnes BĂŒndnis zeig den BundesbĂŒrgern das ihr schlauer seid als die Populisten/Querdenker Friedrich Merz, Markus Söder, Jens Spahn und FDP.

-fĂŒr eine Ende des Kernkraftwerk Emsland zum 31.12.2022

-fĂŒr den Ausbau den erneuerbaren Energien

-fĂŒr ein unabhĂ€ngiges Deutschland aber vor allem keine Daumenschrauben in der Energielieferung aus Russland

Den das wollen AFD, CDU/CSU, FDP euch und der Energielieferung, die Daumenschrauben anlegen, Gas und Brennelemente aus Russland. Das Deutschland nicht selber ĂŒber seine Energie bestimmen kann.

WĂ€hler in Niedersachen lass euch nicht von Populisten/Querdenker Friedrich Merz, Markus Söder, Jens Spahn und FDP fĂŒr blöd verkaufen.

Neben Fridrich Merz und seinem CDU Gesindel die so oder so Atomkraftwerke möchten und es sehr gut in den kram passt das die Menschen unter den hohen Gas und Strompreisen leiden, ist es auch Markus Söder den nur euer Atom-Kraftwerk interessiert aber nicht euer leid wie Ihr eure hohen Gas und Strompreise bezahlen sollt. Deshalb kann es nur Rot-GrĂŒn geben fĂŒr echte BĂŒrgernĂ€he in der Krise.

Und nur weil Herrn Söder keine Lust hat erneuerbaren Energien auszubauen – WindkraftrĂ€der und Stromtrassen sind ihm und sein Völkchen zu hĂ€sslich in der bayrischen Landschaft. Sollen andere BundeslĂ€nder die bereits ausgestiegen sind ihre Atomkraftwerke lĂ€nger laufen lassen – ein hĂ€ssliches Ding in der Landschaft was schön strahlt. Der grĂ¶ĂŸte Fauxpas war ja seine Idee Niedersachsen könnte doch nach Fracking-Gas fördern.

Jetzt mal ehrlich dieses verhalten ist doch Rotzfrech und zeugt von purer Intelligenzminderung. Gegen WindkraftrĂ€der und Freiluft Stromtrassen im eigenen Land aber Niedersachen kann doch bitte Fracking-TĂŒrme hoch ziehen.

Auch ein wichtiger punkt den WĂ€hler in Niedersachen beachten sollte, das wenn Sie CDU, AFD und FDP wĂ€hlen eben nicht nur ein Atomkraftwerk sondern auch gleich ein paar Gas-Fracking-TĂŒrme dazu bekommen. Dem Wahlprogramm von CDU, AFD und FDP könnt ihr nicht trauen, sicher sind nur GrĂŒne und SPD.

WÀhler in Niedersachsen wÀhlt klug am Wahltag.

Die Landtagswahl in Niedersachen ist mehr, Sie ist auch eine Wahl gegen den frechen Pöppel der nichts fĂŒr den Klimaschutz macht aber freche Forderungen an andere BundeslĂ€nder stellt AKW-Laufzeiten zu verlĂ€ngern oder sonstige absurde dinge zu tun.

Dem mĂŒssen wir die BundesbĂŒrger gemeinsam entschieden endgegentreten mit Wahlen und Protest. Politiker/rinnen in den LĂ€ndern Deutschlands zeigen das wenn Sie frech (sich in Klimaziele/Atomausstieg anderer BundeslĂ€nder einmischen) werden auch Konsequenzen haben kann – Gesellschaftliche und politische

Holen wir uns das Kernkraftwerk Emsland zum Ausstieg am 31.12.2022 Rot-GrĂŒne WĂ€hler und Atomkraftgegner sollten hier ein Zeichen setzten.

Vor allem muss sich das Volk sich endlich gegen den Pöbel aus Friedrich Merz, Markus Söder, Jens Spahn FDP und Co. zu wehr setzen. Dieses stĂ€ndige ihr werdet kein Strom und Gas haben – es reicht. Diese dummen aussagen mĂŒssen wir uns nicht lĂ€nger gefallen lassen. Es nervt nur noch, das blödes Gerede und das spielen mit den Ängsten/Sorgen der anderen BundesbĂŒrger/rinnen.

Wir die intelligenteren und psychisch stĂ€rkeren BundesbĂŒrger mĂŒssen schĂŒtzend vor den anderen BundesbĂŒrgern die sorgen und Ängste haben, stehen. Es kann in unserer Gesellschaft nicht sein das ein frecher Pöbel aus Politiker/rinnen und Co. in den Sozialen Netzwerken und TV-Kameras, Wahlveranstaltungen dauernd seine/Ihre Untergans-Phantasien Prophezeit und mit Ängsten/Sorgen der Mitmenschen spielt.

Stresstest zur Energiekrise: Zwei AKW bleiben als Notreserve

Trotz Energiekrise sollen die deutschen Atomkraftwerke nicht weiter regulÀr Strom produzieren. Allerdings bleiben zwei AKW als Notreserve bis April 2023 am Netz. Das ist das Ergebnis eines Stresstests.

Zwei der drei verbliebenen deutschen Atomkraftwerke sollen bis zum nĂ€chsten FrĂŒhjahr als Notreserve fĂŒr die Stromversorgung bereitstehen. Das ist das Ergebnis eines Stresstests, den Wirtschaftsminister Robert Habeck in Berlin vorstellte. Demnach sollen die beiden Kraftwerke Neckarwestheim 2 in Baden-WĂŒrttemberg und Isar 2 in Bayern eine „Einsatzreserve bis Mitte April 2023“ bilden. Das dritte verbliebene Kraftwerk Emsland solle wie geplant zum 31. Dezember komplett abgeschaltet werden.

Isar 2 und Neckarwestheim 2 als Reserve

Die beiden AKW Isar 2 und Neckarwestheim 2 sollten jedoch „in bestimmten Stresssituationen im Stromnetz einen zusĂ€tzlichen Beitrag zur im Stresstest identifizierten angespannten Versorgungs- und Netzsituation in SĂŒddeutschland im Winter 2022/23 leisten“ können, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. „Neue Brennelemente werden nicht geladen und Mitte April 2023 ist auch fĂŒr die Reserve Schluss“, erklĂ€rte Habeck.

Als BegrĂŒndung fĂŒhrt das Ministerium an, dass Atomkraft eine Hochrisikotechnologie bleibe und hochradioaktive AbfĂ€lle nachfolgende Generationen belasteten. „Eine pauschale LaufzeitverlĂ€ngerung wĂ€re daher auch im Hinblick auf den Sicherheitszustand der Atomkraftwerke nicht vertretbar“, so Habeck. Daher komme eine LaufzeitverlĂ€ngerung nicht infrage. Am Atomausstieg, wie er im Atomgesetz geregelt sei, werde somit festgehalten.

„Sehr hohe Versorgungssicherheit im Stromsystem“

Der zweite Stresstest, den die Netzbetreiber 50Hertz, TenneT, Amplion und TransnetBW im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums durchgefĂŒhrt haben, kommt zu dem Ergebnis, „dass stundenweise krisenhafte Situationen im Stromsystem im Winter 22/23 zwar sehr unwahrscheinlich sind, aktuell aber nicht vollstĂ€ndig ausgeschlossen werden können“. Deutschland habe eine „sehr hohe Versorgungssicherheit im Stromsystem“.

Im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine, der Strom massiv verteuert und EngpĂ€sse vor allem bei Gas ausgelöst hat, waren Stimmen nach einer AKW-LaufzeitverlĂ€ngerung immer lauter geworden. Auch die an der Regierung beteiligte FDP hatte fĂŒr einen Fortbetrieb der Atomkraftwerke geworben. FDP-Chef und Bundesfinanzminister Christian Lindner forderte noch heute den Weiterbetrieb der drei noch produzierenden Kernkraftwerke.

Union will volle Atomkraft

Unionsfraktionschef Friedrich Merz kritisierte die Entscheidung schon vorab. „Es macht keinen Sinn, jetzt ĂŒber Reserve-, Stand-by-Betriebe oder etwas Ă€hnliches zu reden“, sagte Merz, der auch CDU-Vorsitzender ist, vor einer Sitzung der CDU/CSU-Abgeordneten in Berlin. Vielmehr mĂŒsse es jetzt heißen: „Volle Kraft voraus aller drei Kernkraftwerke. Einschließlich neuer BrennstĂ€be, so dass diese Kernkraftwerke noch möglicherweise drei bis vier Jahre am Netz bleiben können, bis wir diese Krise hinter uns haben.“

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/stresstest-akw-habeck-101.html


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Der Stresstest schwĂ€cht die AKW BefĂŒrworter in der Politik. Eine tolle Pressekonferenz – Sachlich, ohne Aktionismus und Wahlkampf

Fazit des Stresstests:

  • Isar 2 und Neckarwestheim 2 als Reserve ohne Strom zu produzieren (Einsatzreserve bis Mitte April 2023), nur im Bedarfsfall.
  • Deutliche absage fĂŒr eine LaufzeitverlĂ€ngerung der in den letzten Jahren abgeschalteten AKWs
  • Kraftwerk Emsland solle wie geplant zum 31. Dezember komplett abgeschaltet werden
  • Zum Schluss noch Habeck auf eine Pressefrage: Klares Nein zur WeiterfĂŒhrung der Atomkraft – keine Beladung (Neu Bestellung) der AKWs mit Brennelementen, keine LaufzeitverlĂ€ngerung und kein Neubau von AKWs in dieser Legislaturperiode.