Meine Autismusspektrumstörung

-Perseverance ist Fleißig bei der Arbeit und legt bald seine ersten proben auf dem Mars ab

-Artemis 1 auf dem RĂŒckweg zur Erde (11. Dezember – Der Hitzeschild wird wohl funktionieren, abwarten wie die Nasa den Flug bewerten wird.)

-Danuri hat den Mond fas erreicht (17. Dezember – super bessere Instrumente am Mond, man darf gespannt sein.)

-James Webb spult seine Aufgaben ab (hier freue ich mich auf Ergebnisse von Enceladus und die Beobachtung von Trapist 1.)

Viele Dinge auf die ich mich freue. Diese gehe ich aber nicht jeden Kilometer nach, weil die Wartezeit zu langsam vergeht. Zwischendurch bleibt Zeit fĂŒr andere schöne Dinge oder Themen (Allgemeine Politik, Gaskrise/Energiekrise usw.) So teile ich das auf. Filme/Serien/Konsolenzeit ist Standard.

Oder wenn ich in einer Kita-Praktikum Arbeite (Auf Kinder draußen aufpasse oder auf der Strasse unterwegs bin) da schaue ich nicht auf dem Handy die Raumfahrt-News. Ich weiß nicht wie das bei anderen ist aber ich kann mich von meinen Interessen auch lösen und bei der Arbeit mit Kindern ist dass auch selbstverstĂ€ndlich. Vor allem muss auch mal von den Interessen Pause sein, wenn die Arbeit Spaß macht und interessant ist geht das auch.

Und die Tageszeit ist auch nicht durchgetaktet, ich Jongliere mit Zeitfenster den um 18:42 Abendbrot essen ist Blödsinn. Ich kann auch irgendwann zwischen 18 und 20 Uhr essen. Was soll man mit der Zeit geizen viel zu mĂŒhselig, jede gesparte Minute verfliegt in der lĂ€nge des Tages. 15:40 oder 16:45 ich Find das als Autist so banal.

Tomaten mag ich gerne, optional Gurken oder Radieschen wen es eines nicht gibt. Und es wĂ€re schon ein ziemlicher Zufall gĂ€be es alles drei nicht. Und wenn, dann ist das so, es gib ein nĂ€chsten Tag, Neuer Tag-neues GlĂŒck.

Fachartikel sieht weiterhin Hinweise fĂŒr Leben in der Venus-AtmosphĂ€re/Erste private Venus-Mission (2023) hat nur fĂŒnf Minuten Zeit zur Suche nach Leben

Planet Venus.Copyright: JAXA/ ISAS/ DARTS/ Kevin M. Gill

Planet Venus.
Copyright: JAXA/ ISAS/ DARTS/ Kevin M. Gill

Boulder (USA) – Die Debatte um den potenziellen Biomarker Phosphin in der Venus-AtmosphĂ€re streiten sich die Verfechter der konservativen Lehrmeinung von einer lebensfeindlichen Venus mit jenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die ergebnisoffen die Indizien und Beweise bewerten und ĂŒberprĂŒfen wollen, bevor sie Leben in den gemĂ€ĂŸigten Wolkenschichten der Venus ausschließen. Ein aktueller Fachartikel stĂŒtzt nun den letzteren Ansatz.

In ihrem vorab via ArXiv.org veröffentlichten Artikel (und in einer zukĂŒnftigen Ausgabe The der „Aerospace MDPI Special Issue “The Search for Signs of Life on Venus: Science Objectives and Mission Designs”) erlĂ€utern Carol E. Cleland von der University of Colorado und Paul B. Rimmer von der britischen University of Cambridge, dass sie in der Detektion von mehreren Anomalien in der Venus-AtmosphĂ€re durchaus Belege fĂŒr bislang unbekannte Prozesse und Systeme sehen, die außerhalb des bisherigen Bildes von der Zusammensetzung der Venus-AtmosphĂ€re anzusiedeln sind.

Konkret untersuchen die beiden Forschenden die Detektion von Ammoniak und Phosphin der AtmosphĂ€re unseres höllischen Nachbarplaneten, geben eine Übersicht ĂŒber mögliche Interpretationen und Konsequenzen dieser Nachweise und stellen fest: „Diese Anomalien widersprechen der Annahme und dem Glauben, dass die Venus kein Leben beherbergen könnte.“

„In unserem Artikel diskutieren wir zwei von mehreren Anomalien in der AtmosphĂ€re der Venus und zeigen, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft auf diese Anomalien in der gleichen Art und Weise reagiert, wie sie auch schon zuvor auf anomale PhĂ€nomene reagiert hat – PhĂ€nomene, die fĂŒr das, wofĂŒr sie schlussendlich tatsĂ€chlich standen, zuvor nicht anerkannt worden waren, die aber danach wichtige wissenschaftliche Entdeckungen vorwegnahmen.“

Hintergrund
Phosphin ist ein MolekĂŒl aus einem Phosphor- und drei Wasserstoffatomen, die normalerweise nicht zusammenkommen. Es erfordert enorme Energiemengen, beispielsweise in den extremen Umgebungen von Jupiter und Saturn, die Atome mit genĂŒgend Kraft zu zerschlagen, um ihre natĂŒrliche Abneigung zu ĂŒberwinden. TatsĂ€chlich wurde Phosphin bereits in den 1970er Jahren in den AtmosphĂ€ren von Jupiter und Saturn, also von großen Gasplaneten – entdeckt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das MolekĂŒl im Innern dieser Gasriesen regelrecht zusammengeballt wurde und, wie Sousa-Silva und Kollegen es beschreiben, “von gewaltigen Konvektions-StĂŒrmen in PlanetengrĂ¶ĂŸe gewaltsam erzeugt wurde.

Weitere erklĂ€ren die Autoren: „Wir sind davon ĂŒberzeugt, dass dieser Umstand ein Hinweis dafĂŒr sein kann, dass uns auch diese Venus-Anomalien zu wichtigen neuen Entdeckungen ĂŒber die planetare Umgebung der Venus und vielleicht sogar ĂŒber außerirdisches Leben fĂŒhren könnten.“

Neben der heiß debattierten Entdeckung von Phosphin untersuchen die beiden Autoren und Autorinnen auch den Nachweis von Ammoniak in sowie ein chemisches Ungleichgewicht der VenusatmosphĂ€re als potenzielle Biomarker, also Hinweise fĂŒr Leben. Auch die Zusammensetzung weist ein entsprechendes chemisches Ungleichgewicht auf. Der Grund: biologisches Leben. TatsĂ€chlich sind einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Meinung, dass der Nachweis eines solchen chemischen Disequilibrums in der AtmosphĂ€re eines Felsplaneten eines der besten Anzeichen fĂŒr dortiges Leben wĂ€re.

Konkret geht es zum einen um den beobachteten Abbau von Schwefel und Wasser in den Wolken der Venus, zudem um das merkwĂŒrdige Verhalten von Schwefel in der NĂ€he der PlanetenoberflĂ€che und H20 in den Wolken, die Detektion von Sauerstoff, Wasserstoffsulfiden und Methan in den Venus-Wolken, sowie der Nichtnachweis von Sauerstoff oberhalb besagter Wolken und der Abbau von das Carbonylsulfiden unterhalb der Wolken, der Nachweis von schwefelhaltigen Wolken unterhalb der Schwefel-Wolken. Auch die mineralische Zusammensetzung der OberflĂ€che scheint nicht mit dem Zustand der tieferen AtmosphĂ€re ĂŒbereinzustimmen.

Statt vermeintlich mit bisherigen Vorstellungen nicht ĂŒbereinstimmende Ergebnisse zu ignorieren oder in Abrede zu stellen, sollten sie vielmehr mit Interesse kritisch untersucht werden, fordern die Autoren.

Abschließend bemerken Rimmer und Cleland, die tiefgreifenden Auswirkungen, die der Nachweis von Leben als ErklĂ€rung fĂŒr die Venus-Anomalien fĂŒr unser VerstĂ€ndnis von Leben haben wĂŒrde: Sollte Leben auf einer höllenartigen Welt die der Venus existieren kann, so könnte es fast ĂŒberall existieren und selbst der Beweis eines nicht-biologischen Ursprungs der Anomalien wĂ€re ein Gewinn fĂŒr unser Wissen.

Quelle: https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/fachartikel-sieht-weiterhin-hinweise-fuer-leben-in-der-venus-atmosph20221203/


Life on Venus? New paper explores possibilities

Life on Venus: Planet with colorful and mottled wavy cloud structures.
View larger. | Venus in ultraviolet. Japan’s Akatsuki spacecraft took this image on December 23, 2016. A new paper discusses various anomalies – things that are different, abnormal, peculiar, or not easily classified – and whether living things in the clouds of Venus could explain them. Is there life on Venus? Image via JAXA/ ISAS/ DARTS/ Kevin M. Gill/ Wikipedia (Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0).

Life on Venus?

We are of the opinion that several anomalies in the atmosphere of Venus provide evidence of yet-unknown processes and systems 
 The investigation of these anomalies on Venus should be open to [a] wide range of explanations, including unknown biological activity.

So begins a new paper from researchers in the U.S. and U.K. – released November 14, 2022 – related to the continuing saga of possible life in the clouds of Venus. The paper looks at how phosphine is just one of various peculiar features in Venus’ clouds that airborne microorganisms – tiny living creatures such as alien bacteria or fungi – might explain.

The researchers also consider the anomalies in context of previous assumptions about Venus’ atmosphere and past discoveries in astronomy, biology and geology.

The new paper, by Carol Cleland (University of Colorado, Boulder) and Paul Rimmer (University of Cambridge), is available on arXiv. The Aerospace (MDPI) Special Issue â€œThe Search for Signs of Life on Venus: Science Objectives and Mission Designs,” has accepted it for publication. The researchers explain:

We provide an overview of two anomalies, the tentative detection of ammonia and phosphine in Venus’s atmosphere. These anomalies fly in the face of the tacit assumption that the atmosphere of Venus must be in chemical redox equilibrium, an assumption connected to the belief that Venus is lifeless.

The discovery of phosphine

Jane Greaves and her colleagues at Cardiff University in the U.K. first announced the discovery of phosphine in the atmosphere of Venus in September 2020. The announcement ignited both excitement and skepticism among scientists.

And the debate of phosphine’s origins – or if it’s even actually there at all – is still ongoing. After all, on Earth, phosphine in the air is associated with life processes. So scientists, who are understandably fascinated by the possibility of life processes on Venus, have published several additional papers since the original discovery.

The subsequent papers are both pro and con on the subject of whether phosphine exists in Venus’ clouds, and, if so, whether it indicates life.

More anomalies

While phosphine is the most recent anomalous discovery in Venus’ atmosphere, there’s also other weird chemistry going on there, chemistry that could even point to life signs, or, as scientists say, potential biosignatures. This includes the presence of ammonia, and the fact that Venus’ atmosphere is seemingly somehow in what scientists call redox (chemical) disequilibrium.

On Earth, biological life causes chemical disequilibrium in our atmosphere. The current paper focuses on the ammonia (NH3), phosphine and redox disequilibrium (redox indicates a specific kind of chemical disequilibrium).

Scientists say that finding chemical disequilibrium in the atmosphere of a rocky exoplanet would be one of the best possible signs of life on that planet. But what about Venus? Cleland and Rimmer note that:

Few astrobiologists anticipated finding such evidence on Earth’s next-door neighbor, Venus.

The paper notes other strange features as well:

Anomalous phenomena observed in the atmosphere of Venus include the depletion of sulfur and water in the clouds of Venus, the strange behavior of SO2 [sulphur] near the surface and H2O in the clouds, the detection of O2 [oxygen], H2S [hydrogen sulphide] and CH4 [methane] in the clouds and non-detection of O2 [oxygen] above the clouds 
 the depletion of OCS [carbonyl sulphide] below the clouds, the detection of phosphorous clouds below sulfur clouds and a host of phenomena in the surface mineralogy: the mineral composition does not appear to be in equilibrium with the lower atmosphere.

The researchers present their case that at least some of these anomalies might be explained by biological processes.

The strange case of ammonia

The presence of ammonia is one of the most interesting Venusian anomalies. According to the current standard understanding of Venus’ atmosphere, it shouldn’t be there.

The Soviet Venera 8 probe found evidence of ammonia in 1972. The data suggested its presence at concentrations of 100-1000 ppm (parts per million), at an altitude of between 19 and 28 miles (30 and 45 km). Some other scientists dismissed the findings, however. They said that the data were “inconsistent with the observed abundances of other gases in the Venus atmosphere.” Ammonia shouldn’t be in Venus’ atmosphere. Otherwise, it would mean that the planet’s atmosphere must be in disequilibrium.

That’s a big deal, since on Earth, at least, the presence of life is what causes a similar atmospheric disequilibrium.

Later, in 1978, the Pioneer Venus multiprobe also found signs of ammonia. However, in light of the previous dismissal, these findings were either ignored or just not noticed, the researchers behind the current paper say. So, if the ammonia is there, then is the disequilibrium caused by microorganisms or unknown abiotic (non-life) chemical reactions?

The phosphine debate now

The Venusian phosphine is still a subject of much debate. Greaves and her colleagues made the initial observations using the Atacama Large Millimeter/sub-millimeter Array (ALMA) and the James Clerk Maxwell Telescope (JCMT). In a new paper, announced on November 21, 2022, Greaves and her team maintain that the phosphine is really there. The paper, available on arXiv, discusses an analysis of Venus’ atmosphere with data from the Stratospheric Observatory For Infrared Astronomy (SOFIA) telescope. Based on their discussion on six phosphine results, they say:

We suggest Venusian phosphine is indeed present, and so merits further work on models of its origins.

Recent re-analysis of data from the old Pioneer Venus mission also supports the existence of the phosphine.

Phosphine above Venus’ clouds?

Other scientists say that if the phosphine is there, it must be above the clouds, not in them. But if so, it would be even more unstable, and need to be constantly replenished somehow. Known chemical processes, both biological and non-biological, would have a hard time explaining phosphine above the clouds. And indeed, Cleland and Rimmer say:

If there is observable [phosphine] above the clouds of Venus, we are left with two explanations: life-as-we-don’t-know-it and nonlife-as-we-don’t-know-it. Both of these possibilities should be seriously considered, and neither should be clearly favored over the other until there’s more data. Instead, more predictions should be made, and more data should be gathered, especially in situ data from upcoming missions.

Scientists have proposed some possible non-biological explanations for the phosphine, such as volcanoes. But so far, none of them adequately explain all the observations.

Inset with group of small objects consisting of 4 attached spheres, with a planet in the background.
View larger. | Artist’s illustration of the molecule phosphine in Venus’ atmosphere. Phosphine is one of the key anomalies discussed in the new paper. Image via ESO/ M. Kornmesser/ L. Calçada & NASA/ JPL/ Caltech.

Anomalies in scientific discovery

The researchers argue that anomalies – phenomena that are surprising or unexpected – should be acknowledged, not ignored. They are also not just “failed predictions” as often described, but play central roles in the process of scientific discovery. As the paper says:

While a failed prediction may eventually be recognized as anomalous, many anomalies do not represent failed predictions. Anomalies are surprising because they fall outside the scope of expectations (articulated in prediction and explanation) induced by widely accepted theoretical frameworks.

So, with Venus as a test case, what is the best way forward for researchers? Cleland said:

We can best explore astrobiologically by roaming widely and keeping a sharp eye out for anomalous order of any kind 
 Such anomalous order will indicate either an interesting nonbiological process that we need to learn about† or that we have at last found new life.

Biological anomalies on Venus: What if?

If any of these anomalies really are the result of life, it would have a profound effect on our understanding of how life evolves on planets. If life can exist on a hellish a world as Venus, where else might it be? Confirmation of such life would open up a universe of possibilities. But even if these anomalies are non-biological in origin, that would still expand our scientific knowledge overall.

Bottom line: Is there life in Venus’ atmosphere? Researchers in the U.S. and U.K. make the case for ammonia, phosphine and other potential biological anomalies on Venus.

Quelle: https://earthsky.org/space/life-on-venus-new-paper-explores-possibilities/


Erste private Venus-Mission hat nur fĂŒnf Minuten Zeit zur Suche nach Leben

Die kostengĂŒnstige Mission von Rocket Lab, die bereits 2023 starten soll, wird kurz sein, könnte aber die Suche nach außerirdischer Biologie verĂ€ndern.

Rocket Lab-Venus-Mission
(Bild: Rocket Lab)

WĂ€hrend die Covid-Pandemie Ende 2020 in vollem Gange war, gab es eine kurze Ablenkung und die Aufmerksamkeit der interessierten Öffentlichkeit richtete sich auf unseren Nachbarplaneten Venus. Astronomen hatten in den Wolken der Venus eine verblĂŒffende Entdeckung gemacht: ein Gas namens Phosphin, das auf der Erde durch biologische Prozesse erzeugt wird. Spekulationen kursierten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bemĂŒhten sich zu verstehen, was sie da sahen.

Nun könnte eine Mission, die im nĂ€chsten Jahr gestartet werden soll, endlich die Frage beantworten, die die Astronomen seither beschĂ€ftigt: Könnte mikrobielles Leben das Gas ausstoßen?

Obwohl spĂ€tere Studien den Nachweis von Phosphin in Frage stellten, hat die erste Studie das Interesse an der Venus neu entfacht. In der Folge wĂ€hlten die NASA und die EuropĂ€ische Weltraumorganisation (ESA) drei neue Missionen aus, die zu dem Planeten reisen und unter anderem untersuchen sollen, ob die Bedingungen auf der Venus in der Vergangenheit Leben ermöglicht haben könnten. Auch China und Indien haben PlĂ€ne, Missionen zur Venus zu schicken. „Phosphin hat uns alle daran erinnert, wie schlecht [dieser Planet] charakterisiert ist“, sagt Colin Wilson von der UniversitĂ€t Oxford, einer der stellvertretenden leitenden Wissenschaftler der europĂ€ischen Venus-Mission EnVision.

Die meisten dieser Missionen wĂŒrden jedoch erst in den spĂ€teren 2020er oder 2030er Jahren Ergebnisse liefern. Die Astronomen wollten aber jetzt Antworten. Und wie es der Zufall wollte, war dies auch bei Peter Beck, dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer des neuseelĂ€ndischen Unternehmens Rocket Lab, der Fall. Beck, der seit langem von der Venus fasziniert ist. An ihn trat eine Gruppe von MIT-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einer Idee heran: Eine kĂŒhne Mission mit einer Rakete des Unternehmens sollte schon viel frĂŒher nach Leben auf der Venus suchen – mit einem Start im Jahr 2023. Ein Ersatzstartfenster steht im Januar 2025 zur VerfĂŒgung.

Phosphin hin oder her: Wenn es auf der Venus Leben gibt, dann möglicherweise in Form von Mikroben in winzigen SchwefelsĂ€uretröpfchen, die hoch ĂŒber dem Planeten schweben. WĂ€hrend die OberflĂ€che weitgehend unwirtlich erscheint, mit Temperaturen, die heiß genug sind, um Blei zu schmelzen, und einem Druck, der dem am Boden der Ozeane auf der Erde Ă€hnelt, sind die Bedingungen in 45 bis 60 Kilometern Höhe ĂŒber dem Boden in den Wolken der Venus deutlich gemĂ€ĂŸigter.

„Ich hatte immer das GefĂŒhl, dass die Venus einen schweren Stand hat“, sagt RocketLab-CEO Beck. „Die Entdeckung von Phosphin war der Auslöser. Wir mĂŒssen auf die Venus, um nach Leben zu suchen.“

Die Einzelheiten der Mission, der ersten privat finanzierten Reise zu einem anderen Planeten, wurden jetzt veröffentlicht. Rocket Lab hat ein kleines Mehrzweck-Raumschiff namens Photon entwickelt, das die GrĂ¶ĂŸe eines Esstisches hat und zu mehreren Orten im Sonnensystem geschickt werden kann. Im Juni wurde eine bereits eine Photon-Mission zum Mond fĂŒr die NASA gestartet. Bei der nun geplanten Venus-Mission wird ein weiteres Photon-Raumschiff eingesetzt, um eine kleine Sonde in die AtmosphĂ€re des Planeten zu werfen.

Diese Sonde wird derzeit von einem Team von weniger als 30 Personen unter der Leitung von Sara Seager am MIT entwickelt. Sie soll bereits im Mai 2023 starten und in fĂŒnf Monaten die Venus erreichen. Ankunft also im Oktober 2023. Mit weniger als 10 Millionen Dollar ist die von Rocket Lab, dem MIT und nicht nĂ€her genannten UnterstĂŒtzern finanzierte Mission risikoreich, aber kostengĂŒnstig – nur zwei Prozent des Preises, den die NASA fĂŒr jede der Venus-Missionen veranschlagt.

„Dies ist das Einfachste, Billigste und Beste, was man tun kann, um eine große Entdeckung zu machen“, sagt Seager.

Die Sonde ist klein, wiegt nur ca. 20 Kilogramm und misst 38 Zentimeter im Durchmesser, etwas grĂ¶ĂŸer als ein Basketballkorb. Ihr kegelförmiges Design ist an der Vorderseite mit einem Hitzeschild versehen, der die Hauptlast der intensiven Hitze abfĂ€ngt, die entsteht, wenn die Sonde – die vom Photon-Raumschiff vor der Ankunft freigesetzt wird – mit 40.000 Kilometern pro Stunde in die VenusatmosphĂ€re eintritt.

Im Inneren der Sonde befindet sich ein einziges Instrument, das nur ein Kilogramm wiegt. Es gibt keine Kamera an Bord, die Bilder aufnehmen könnte, wĂ€hrend die Sonde durch die Venuswolken stĂŒrzt – es fehlt schlicht die Funkleistung oder die Zeit, um viel zur Erde zurĂŒck zu senden. „Wir mĂŒssen mit den Daten, die wir zurĂŒcksenden, sehr, sehr sparsam umgehen“, sagt Beck.

Es geht den Forscherinnen und Forschern jedoch nicht um Bilder, sondern vielmehr um eine Nahaufnahme der Wolken der Venus. Dazu dient ein autofluoreszierendes Nephelometer, ein GerĂ€t, das Tröpfchen in der VenusatmosphĂ€re mit einem ultravioletten Laser bestrahlt, um die Zusammensetzung der MolekĂŒle in ihnen zu bestimmen. Beim Abstieg der Sonde wird der Laser durch ein kleines Fenster nach außen strahlen. Er wird komplexe MolekĂŒle – möglicherweise auch organische Verbindungen – in den Tröpfchen anregen, sodass sie fluoreszieren.

„Wir werden nach organischen Partikeln im Inneren der Wolkentröpfchen suchen“, sagt Seager. Eine solche Entdeckung wĂ€re kein Beweis fĂŒr Leben – organische MolekĂŒle können auf eine Weise entstehen, die nichts mit biologischen Prozessen zu tun hat. Aber wenn sie gefunden wĂŒrden, wĂ€re das ein Schritt „in Richtung einer möglichen Bewohnbarkeit der Venus“, meint Seager.

Direkte Messungen in der AtmosphĂ€re sind der einzige Weg nach den Arten von Leben zu suchen, von denen wir glauben, dass sie auf der Venus noch existieren könnten. Raumsonden in der Umlaufbahn können uns viel ĂŒber die allgemeinen Merkmale des Planeten sagen, aber um ihn wirklich zu verstehen, mĂŒssen wir Sonden schicken, die ihn aus der NĂ€he untersuchen. Der Versuch des Rocket Lab und des MIT ist der erste, bei dem es um Leben geht, wenngleich die Sowjetunion und die USA bereits im 20. Jahrhundert Sonden zur Venus schickten.

Die Mission wird nicht selbst nach Phosphin suchen, weil ein entsprechendes Instrument nicht in die Sonde passen wĂŒrde, sagt Seager. Aber das könnte eine Aufgabe fĂŒr die DAVINCI+-Mission der NASA sein, die im Jahr 2029 starten soll.

Die Rocket Lab-MIT-Mission wird nur kurz sein. Die Sonde wird nur fĂŒnf Minuten Zeit haben, um ihr Experiment in den Wolken der Venus durchzufĂŒhren und ihre Daten per Funk an die Erde zurĂŒckzusenden, wĂ€hrend sie auf die OberflĂ€che stĂŒrzt. Falls die Sonde so lange durchhĂ€lt, könnten unter den Wolken weitere Daten aufgenommen werden. Eine Stunde nach Eintritt in die VenusatmosphĂ€re wird die Sonde auf dem Boden aufschlagen. Die Kommunikation wird wahrscheinlich schon vorher abreißen.

Jane Greaves, die die erste Studie ĂŒber Phosphin auf der Venus leitete, sagt, sie freue sich auf die Mission: „Ich bin sehr aufgeregt.“ Und sie fĂŒgt hinzu, dass sie eine „große Chance“ hat, organisches Material zu entdecken, was „bedeuten könnte, dass es dort Leben gibt“.

Seager hofft, dass dies nur der Anfang ist. Ihr Team plant zukĂŒnftige Missionen zur Venus, die die Ergebnisse dieses ersten Einblicks in die AtmosphĂ€re weiterverfolgen können. Eine Idee ist, Ballons in den Wolken zu platzieren, wie die sowjetischen Vega-Ballons in den 1980er Jahren, mit denen lĂ€ngere Untersuchungen durchgefĂŒhrt werden könnten.

„Wir brauchen mehr Zeit in den Wolken“, sagt Seager – idealerweise mit etwas GrĂ¶ĂŸerem, das mehr Instrumente an Bord hat. „Eine Stunde wĂŒrde ausreichen, um nach komplexen MolekĂŒlen zu suchen und nicht nur deren Abdruck zu sehen.“

Diese erste Mission könnte zeigen, welche Rolle private Unternehmen in der Planetenforschung spielen können. WĂ€hrend Agenturen wie die NASA weiterhin milliardenschwere Maschinen ins All schicken, können Rocket Lab und andere eine Nische fĂŒr kleinere Fahrzeuge fĂŒllen, vielleicht als schnelle Reaktion auf Entdeckungen wie Phosphin auf der Venus.

Könnte dieser kleine, aber mĂ€chtige Versuch der erste sein, der Beweise fĂŒr außerirdisches Leben im Universum findet? „Die Chancen sind gering“, sagt Beck. „Aber es ist einen Versuch wert.“

Quelle: https://www.heise.de/hintergrund/Erste-private-Venus-Mission-hat-nur-fuenf-Minuten-Zeit-zur-Suche-nach-Leben-7248411.html

Bericht: Twitter-Moderation verstĂ€rkt automatisiert, Verstecken statt Löschen

Laut einem Medienbericht setzt Twitters Moderatorenteam verstÀrkt auf automatisches Erkennen regelwidriger Inhalte. Gelöscht werden soll aber seltener.

Nach der Übernahme durch Elon Musk und dessen Firmenumbau setzt der Kurznachrichtendienst Twitter inzwischen verstĂ€rkt auf Automation beim Moderieren von Inhalten. Nutzer-Postings, die möglicherweise Regeln der Plattform verletzen, will das Unternehmen hauptsĂ€chlich automatisch erkennen und eine ÜberprĂŒfung durch Menschen seltener einsetzen. Außerdem sollen fragwĂŒrdige Inhalte kĂŒnftig seltener gelöscht und stattdessen besser versteckt (also etwa nicht mehr vorgeschlagen) werden und schwieriger auffindbar sein. Das sagte die VizeprĂ€sidentin fĂŒr Vertrauen und Sicherheit bei dem Unternehmen, Ella Irwin, der Nachrichtenagentur Reuters.

Beim Thema Kindesmissbrauch will Twitter zudem vermehrt Hashtags mit einem thematischen Bezug dazu zu verhindern sowie Suchergebnisse zu diesem Thema auszusortieren. Das wolle man auch dann durchsetzen, wenn dabei eine eigentlich harmlose Verwendung bestimmter SchlĂŒsselwörter unbeabsichtigt eingeschrĂ€nkt werde, sagte Irwin gegenĂŒber Reuters.

In einem Interview am Donnerstag sagte sie zudem, die grĂ¶ĂŸte VerĂ€nderung (seit der Übernahme durch Musk) sei die vollstĂ€ndige BefĂ€higung des Teams (fĂŒr Inhaltemoderation), schnell und möglichst aggressiv vorzugehen. Nachdem Musk zahlreiche gesperrte Konten wieder freigegeben hatte – darunter von Ex-US-PrĂ€sident Trump –, hatten Beobachter einen Anstieg regelwidriger Inhalte beobachtet, etwa den Gebrauch rassistischer Schimpfwörter. Das hatte der Plattform zeitweise einen beschĂ€digten Ruf und einen RĂŒckgang von Werbeeinnahmen eingetragen, weil Musks Willen angezweifelt worden war, gegen regelwidrige Inhalte vorzugehen.

Um das Thema Moderation von Twitter-Inhalten ging es auch bei einem Treffen zwischen Musk und dem französischen StaatsprĂ€sidenten Emmanuel Macron bei dessen USA-Besuch. Dabei sagte Musk eine deutliche VerstĂ€rkung zu bei dem BemĂŒhen, Inhalte zu prĂŒfen und zugleich die Redefreiheit zu bewahren. Irwin berichtete Reuters davon, dass Musk das Moderationsteam von Twitter mehrfach aufforderte, bei seinen Eingriffen weniger darĂŒber nachzudenken, wie sich das auf das Nutzerwachstum oder die Einnahmen des Unternehmens auswirken könne.

Macron selbst twitterte ĂŒber sein Treffen mit Musk, er habe mit dem Firmeninhaber eine „klare und ehrliche Diskussion“ gefĂŒhrt. Musk habe sich dazu bekannt, gegen terroristische und gewalttĂ€tige, extremistische Inhalte vorzugehen und Kinder online besser zu schĂŒtzen.

Quelle: https://www.heise.de/news/Bericht-Twitter-Moderation-verstaerkt-automatisiert-Verstecken-statt-Loeschen-7365474.html

Webb und Keck Telescope schließen sich zusammen, um Wolken auf dem Saturnmond Titan zu verfolgen

Anmerkung des Herausgebers: Dieser Beitrag hebt Daten von Webb Science in Progress hervor, die noch nicht den Peer-Review-Prozess durchlaufen haben.

Am Samstagmorgen, dem 5. November, wachte ein internationales Team von Planetenwissenschaftlern mit großer Freude ĂŒber die ersten Webb-Bilder von Titan, dem grĂ¶ĂŸten Saturnmond, auf. Hier beschreiben Principal Investigator Conor Nixon und andere Mitglieder des Teams des Guaranteed Time Observation (GTO) -Programms 1251 , die Webb zur Untersuchung der AtmosphĂ€re und des Klimas von Titan verwenden, ihre ersten Reaktionen auf das Sehen der Daten.

Titan ist der einzige Mond im Sonnensystem mit einer dichten AtmosphĂ€re, und es ist auch der einzige Planetenkörper außer der Erde, der derzeit FlĂŒsse, Seen und Meere hat. Im Gegensatz zur Erde besteht die FlĂŒssigkeit auf der OberflĂ€che von Titan jedoch aus Kohlenwasserstoffen, einschließlich Methan und Ethan, nicht aus Wasser. Seine AtmosphĂ€re ist mit dichtem Dunst gefĂŒllt, der sichtbares Licht verdeckt, das von der OberflĂ€che reflektiert wird.

Wir hatten jahrelang darauf gewartet, Webbs Infrarot-SichtgerĂ€t zu verwenden, um Titans AtmosphĂ€re zu untersuchen, einschließlich seiner faszinierenden Wettermuster und seiner gasförmigen Zusammensetzung, und auch durch den Dunst zu sehen, um Albedo-Merkmale (helle und dunkle Flecken) auf der OberflĂ€che zu untersuchen. Die AtmosphĂ€re von Titan ist unglaublich interessant, nicht nur wegen ihrer Methanwolken und StĂŒrme, sondern auch wegen dessen, was sie uns ĂŒber die Vergangenheit und Zukunft von Titan sagen kann – einschließlich der Frage, ob sie schon immer eine AtmosphĂ€re hatte. Wir waren absolut begeistert von den ersten Ergebnissen.

Teammitglied Sebastien Rodriguez von der Universite Paris CitĂ© war der erste, der die neuen Bilder sah, und alarmierte den Rest von uns per E-Mail: â€ž Was fĂŒr ein Aufwachen heute Morgen (Pariser Zeit)! Viele Benachrichtigungen in meiner Mailbox! Ich ging direkt zu meinem Computer und begann sofort, die Daten herunterzuladen. Auf den ersten Blick einfach außergewöhnlich! Ich glaube, wir sehen eine Wolke!“ Webb Solar System GTO-Projektleiterin Heidi Hammel von der Association of Universities for Research in Astronomy (AURA) hatte eine Ă€hnliche Reaktion: „Fantastisch! Ich liebe es, die Wolke und die offensichtlichen Albedo-Markierungen zu sehen. Freue mich also auf die Spektren! Herzlichen GlĂŒckwunsch, alle!!! Vielen Dank!“

So begann ein Tag hektischer AktivitĂ€t. Durch den Vergleich verschiedener Bilder, die von Webbs Nahinfrarotkamera (NIRCam) aufgenommen wurden, bestĂ€tigten wir bald, dass ein heller Fleck, der auf der Nordhalbkugel von Titan sichtbar war, tatsĂ€chlich eine große Wolke war. Kurz darauf bemerkten wir eine zweite Wolke. Das Erkennen von Wolken ist aufregend, weil es lang gehegte Vorhersagen von Computermodellen ĂŒber das Klima auf Titan bestĂ€tigt, dass sich wĂ€hrend des SpĂ€tsommers, wenn die OberflĂ€che von der Sonne erwĂ€rmt wird, leicht Wolken auf der mittleren Nordhalbkugel bilden wĂŒrden.

Bilder des Saturnmondes Titan nebeneinander, aufgenommen von Webbs Nahinfrarotkamera am 4. November 2022. Das linke Bild mit der Bezeichnung „untere AtmosphĂ€re und Wolken“ zeigt verschiedene Rotschattierungen, von fast schwarz bis fast weiß.  Drei helle Flecken sind gekennzeichnet.  Der Punkt am Rand bei 11 Uhr ist mit „Wolke A“ gekennzeichnet.  Ein grĂ¶ĂŸerer, heller Punkt bei 1 Uhr ist mit „Wolke B“ gekennzeichnet.  Ein fast weißer, sichelförmiger Fleck entlang der Unterseite von etwa 5 bis 7 Uhr ist mit „Atmospheric Haze“ gekennzeichnet.  Das rechte Bild mit der Bezeichnung „AtmosphĂ€re und OberflĂ€che“ ist in Weiß-, Blau- und Brauntönen gehalten.  Die Wolken A und B sind helle Flecken an denselben Orten wie im linken Bild.  Wolke A um 11 Uhr ist ziemlich klein und subtil.  Wolke B bei 1 Uhr ist heller und erscheint grĂ¶ĂŸer als im linken Bild.  Drei OberflĂ€chenmerkmale sind gekennzeichnet: Dunkler Fleck in der NĂ€he von Wolke A mit der Aufschrift „Kraken Mare.  „Dunkler Fleck im mittleren unteren rechten Quadranten mit der Aufschrift „Belet“.  Heller Fleck direkt am Rand bei etwa 4 Uhr mit der Aufschrift „Adiri“.
Bilder des Saturnmondes Titan, aufgenommen vom NIRCam-Instrument des James-Webb-Weltraumteleskops am 4. November 2022. Links: Bild mit F212N, einem 2,12-Mikron-Filter, der fĂŒr die untere AtmosphĂ€re von Titan empfindlich ist. Die hellen Flecken sind markante Wolken auf der Nordhalbkugel. Rechts: Zusammengesetztes Farbbild mit einer Kombination von NIRCam-Filtern: Blau=F140M (1,40 Mikron), GrĂŒn=F150W (1,50 Mikron), Rot=F200W (1,99 Mikron), Helligkeit=F210M (2,09 Mikron). Mehrere markante OberflĂ€chenmerkmale sind gekennzeichnet: Kraken Mare gilt als Methanmeer; Belet besteht aus dunklen SanddĂŒnen; Adiri ist ein helles Albedo-Merkmal. Laden Sie die Version in voller Auflösung vom Space Telescope Science Institute herunter . Bildnachweis: NASA, ESA, CSA, A. Pagan (STScI). Wissenschaft: Webb Titan GTO-Team.

Dann erkannten wir, dass es wichtig war, herauszufinden, ob sich die Wolken bewegten oder ihre Form Ă€nderten, was Informationen ĂŒber die Luftströmung in Titans AtmosphĂ€re liefern könnte. Also wandten wir uns schnell an Kollegen, um an diesem Abend Folgebeobachtungen mit dem Keck-Observatorium in Hawaii anzufordern. Unser Webb-Titan-Teamleiter Conor Nixon vom Goddard Space Flight Center der NASA schrieb an Imke de Pater von der University of California, Berkeley, und an Katherine de Kleerbei Caltech, die ĂŒber umfangreiche Erfahrung mit Keck verfĂŒgen: „Wir haben gerade unsere ersten Bilder von Titan von Webb erhalten, die letzte Nacht aufgenommen wurden. Sehr aufregend! Wir glauben, dass es eine große Wolke ĂŒber der nördlichen Polarregion in der NĂ€he von Kraken Mare gibt. Wir haben uns ĂŒber eine schnelle Reaktion auf eine Folgebeobachtung auf Keck gewundert, um eine Entwicklung in der Cloud zu sehen?“

Nach Verhandlungen mit den Keck-Mitarbeitern und Beobachtern, die bereits fĂŒr den Abend mit dem Teleskop eingeplant waren, stellten Imke und Katherine schnell eine Reihe von Beobachtungen in die Warteschlange. Das Ziel war, Titan von seiner StratosphĂ€re bis zur OberflĂ€che zu untersuchen, um zu versuchen, die Wolken einzufangen, die wir mit Webb gesehen haben. Die Beobachtungen waren ein Erfolg! Imke de Pater kommentierte: „Wir waren besorgt, dass die Wolken verschwunden sein wĂŒrden, als wir uns zwei Tage spĂ€ter mit Keck den Titan ansahen, aber zu unserer Freude gab es Wolken an denselben Positionen, die aussahen, als hĂ€tten sie ihre Form verĂ€ndert.“

Nebeneinander liegende Bilder der AtmosphĂ€re und der OberflĂ€che des Saturnmondes Titan, aufgenommen von Webb (links) und Keck (rechts).  Beide Bilder sind in verschiedenen Weiß-, Blau- und Brauntönen gehalten.  Links: Webb NIRCam-Bild, aufgenommen am 4. November 2022. Drei Merkmale sind gekennzeichnet: Ein heller Fleck am Rand bei 11 Uhr ist mit „Wolke A“ gekennzeichnet.  Ein grĂ¶ĂŸerer, heller Punkt bei 1 Uhr ist mit „Wolke B“ gekennzeichnet.  Ein dunkler Fleck im mittleren unteren rechten Quadranten ist mit „Belet“ gekennzeichnet.  Rechts: Keck NIRC-2-Bild, aufgenommen am 6. November 2022. Dieselben drei Merkmale sind gekennzeichnet.  Sie befinden sich relativ zueinander in denselben Positionen, scheinen sich jedoch leicht nach rechts verschoben oder gedreht zu haben.  Wolke A erscheint etwas grĂ¶ĂŸer als auf dem Webb-Bild vom 4. November.  Wolke B erscheint etwas kleiner.  Belet, ein dunkles Merkmal, befindet sich jetzt nĂ€her am östlichen Rand der sichtbaren HemisphĂ€re.
Entwicklung der Wolken auf Titan ĂŒber 30 Stunden zwischen dem 4. und 6. November 2022, gesehen von Webb NIRCam (links) und Keck NIRC-2 (rechts). Titans hintere HemisphĂ€re, die hier zu sehen ist, dreht sich von links (MorgendĂ€mmerung) nach rechts (Abend), von der Erde und der Sonne aus gesehen. Wolke A scheint sich ins Sichtfeld zu drehen, wĂ€hrend Wolke B sich entweder aufzulösen scheint oder sich hinter Titans Glied bewegt (in Richtung der von uns abgewandten HemisphĂ€re). Wolken sind auf Titan oder der Erde nicht langlebig, daher sind die am 4. November gesehenen möglicherweise nicht die gleichen wie die am 6. November. Das NIRCam-Bild verwendete die folgenden Filter: Blau = F140M (1,40 Mikrometer), GrĂŒn = F150W (1,50 Mikrometer), Rot=F200W (1,99 Mikrometer), Helligkeit=F210M (2,09 Mikrometer). Das verwendete Keck-NIRC-2-Bild: Rot = He1b (2,06 Mikrometer), GrĂŒn = Kp (2,12 Mikrometer), Blau = H2 1-0 (2,13 Mikrometer).Laden Sie die Version in voller Auflösung vom Space Telescope Science Institute herunter . Bildnachweis: NASA, ESA, CSA, WM Keck Observatory, A. Pagan (STScI). Wissenschaft: Webb Titan GTO-Team.

Nachdem wir die Keck-Daten erhalten hatten, wandten wir uns an atmosphĂ€rische Modellierungsexperten, um bei der Interpretation zu helfen. Einer dieser Experten, Juan Lora von der Yale University, bemerkte: „In der Tat aufregend! Ich bin froh, dass wir das sehen, da wir fĂŒr diese Saison ein gutes StĂŒck WolkenaktivitĂ€t vorhergesagt haben! Wir können nicht sicher sein, dass die Wolken am 4. und 6. November die gleichen Wolken sind, aber sie sind eine BestĂ€tigung fĂŒr saisonale Wettermuster.“

Das Team sammelte auch Spektren mit dem Nahinfrarot-Spektrographen (NIRSpec) von Webb, der uns Zugang zu vielen WellenlĂ€ngen verschafft, die fĂŒr bodengestĂŒtzte Teleskope wie Keck durch die ErdatmosphĂ€re blockiert sind. Diese Daten, die wir noch analysieren, werden es uns ermöglichen, die Zusammensetzung der unteren AtmosphĂ€re und der OberflĂ€che von Titan auf eine Weise zu untersuchen, die selbst die Raumsonde Cassini nicht konnte, und mehr darĂŒber zu erfahren, was das helle Merkmal verursacht, das ĂŒber dem SĂŒdpol zu sehen ist.

Wir erwarten weitere Titan-Daten von NIRCam und NIRSpec sowie unsere ersten Daten von Webbs Mid-Infrared Instrument (MIRI) im Mai oder Juni 2023. Die MIRI-Daten werden einen noch grĂ¶ĂŸeren Teil des Spektrums von Titan offenbaren, einschließlich einiger WellenlĂ€ngen, die wir haben noch nie vorher gesehen. Dies wird uns Informationen ĂŒber die komplexen Gase in Titans AtmosphĂ€re sowie entscheidende Hinweise geben, um zu entschlĂŒsseln, warum Titan der einzige Mond im Sonnensystem mit einer dichten AtmosphĂ€re ist.

MaĂ«l Es-Sayeh , Doktorand an der Universite Paris CitĂ©, freut sich besonders auf diese Beobachtungen: „Ich werde die Daten von Webb in meiner Doktorarbeit verwenden, daher ist es sehr aufregend, nach jahrelangen Simulationen endlich die echten Daten zu erhalten . Ich kann es kaum erwarten zu sehen, was nĂ€chstes Jahr in Teil zwei kommt!“

Über die Autoren

    • Conor Nixon ist ein Planetenwissenschaftler am NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland, und dient als leitender Forscher des Webb Cycle 1 Guaranteed Time Observation Program 1251 .
    • Co-Ermittlerin Heidi Hammel ist Planetenforscherin. Sie ist VizeprĂ€sidentin fĂŒr Wissenschaft bei AURA und leitet die JWST Solar System Science Group.
    • Co-Forscher SĂ©bastien Rodriguez ist Planetenwissenschaftler am Institut de Physique du Globe de Paris an der Universite Paris CitĂ© in Frankreich.
    • Imke de Pater ist emeritierte Professorin fĂŒr Astronomie an der University of California, Berkeley, und leitet das Keck Titan Observing Team.
    • Katherine de Kleer ist Assistenzprofessorin fĂŒr Planetenwissenschaften und Astronomie am Caltech in Pasadena, Kalifornien, und Mitglied des Keck Titan Observing Teams.
    • Juan Lora ist Assistenzprofessor fĂŒr Erd- und Planetenwissenschaften an der Yale University in New Haven, Connecticut.
    • MaĂ«l Es-Sayeh ist Doktorand der Planetenwissenschaften am Institut de Physique du Globe de Paris der Universite Paris CitĂ© in Frankreich. 

– Margaret W. Carruthers, BĂŒro fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit, Space Telescope Science Institute

Quelle: https://blogs.nasa.gov/webb/2022/12/01/webb-keck-telescopes-team-up-to-track-clouds-on-saturns-moon-titan/?utm_source=TWITTER&utm_medium=NASAWebb&utm_campaign=NASASocial&linkId=191975399


Cool! Freue mich schon auf Daten vom Saturnmond Enceladus. Ob wir da wohl auch Daten vom „Webb Science in Progress“ bekommen?! WĂŒrde mir sehr gefallen. Das James Webb Teleskop ist klasse.

Dear Christian,

The observations are now being planned to take place in October, November and in December. Several orbital restrictions and observatory operational and scheduling restrictions will define on which specific dates the different observing blocks will take place.

At this stage, the MRS observations are not being planned, and will take place once the issues with the instrument are resolved.

Best,
Geronimo


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Dr. Geronimo Villanueva (he/him)
Planetary Systems Laboratory
NASA – Goddard Space Flight Center

Grazer Weltrauminstitut: Meilenstein bei der Suche nach außerirdischem Leben

Es wĂ€re womöglich die grĂ¶ĂŸte wissenschaftliche Entdeckung der Geschichte, und wenn es nach der ehemaligen Wissenschaftschefin der Nasa, Ellen Stofan, geht, könnte es bereits in wenigen Jahren so weit sein. Sie prognostizierte bei einer Podiumsdiskussion 2015, dass es bereits 2025 starke Hinweise auf Leben im All geben sollte, mit definitiven Beweisen in den folgenden Dekaden.

Es handelte sich um eine kĂŒhne Prognose, die eine mehrjĂ€hrige Verzögerung des James-Webb-Teleskops noch nicht einkalkuliert hatte. Die VerspĂ€tung kann getrost zu ihrer Prognose hinzuaddiert werden, denn auch wenn Webb nicht die einzige Möglichkeit ist, Leben im All zu entdecken, kommt ihm doch eine SchlĂŒsselrolle zu. Mit dem neuen Teleskop, das im Infrarotbereich arbeitet, lassen sich die AtmosphĂ€ren fremder Planeten in nie dagewesener QualitĂ€t analysieren.

Das Spektrum des Planeten Wasp-39b. Der „Peak“ des Schwefeldioxids ist gut erkennbar. Wer genau hinsah, konnte ihn schon in der ersten Veröffentlichung zur Entdeckung von CO2 in der AtmosphĂ€re des Planeten entdecken.

In der ersten Phase der Veröffentlichungen spektakulĂ€rer, bunter HimmelsphĂ€nomene gingen die sonderbaren, gezackten Kurven der Exoplanetenanalysen Webbs beinah unter. Doch sie demonstrierten bereits die erhoffte FĂ€higkeit des Teleskops, detaillierte Untersuchungen von fernen Planeten durchzufĂŒhren.

Doch nachdem bereits im August beim 700 Lichtjahre entfernten Planeten Wasp-39b, der als eine Art Modellsystem fĂŒr die Forschungen mit Webb fungiert, erstmals Kohlendioxid in der AtmosphĂ€re eines Exoplaneten festgestellt wurde, entdeckten die Forschenden nun neben Natrium, Kalium, Wasser, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid auch einen seltsamen Ausschlag der Kurve, der die Existenz von Schwefeldioxid belegt, wie eine internationale Forschungskooperation unter Mitwirkung von Patricio Cubillos, Ludmila Carone und Katy Chubbzur vom Institut fĂŒr Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz nun in Fachjournalen erschienenen Studien darlegte.

Webb ist fĂŒr diese Forschung deshalb so effektiv, weil es eine große Bandbreite an WellenlĂ€ngen im Infraroten bis hin zum sichtbaren Spektrum abdeckt. „Das ist ein Novum und ein großer Schritt vorwĂ€rts in der Geschichte der Exoplanetenforschung. Denn so eine große Abdeckung in hoher Auflösung erlaubt es uns, die Chemie von Exoplaneten-AtmosphĂ€ren in ihrer Gesamtheit zu erfassen“, sagt Carone. Deshalb gelang auch die Auflösung des ĂŒberraschenden „Peaks“ in der Kurve neben dem bereits bekannten Signal fĂŒr CO2. „Man sah auf einmal ein MolekĂŒl mehr als erwartet“, zeigt sich auch IWF-Direktorin Christiane Helling begeistert.

Woher stammt das Schwefeldioxid?

Das stellte aber erstmal ein RÀtsel dar. Schwefeldioxid wÀre in einer AtmosphÀre wie jener der Venus zu erwarten, die von Kohlendioxid dominiert wird. In einer AtmosphÀre mit viel Wasserstoff und Helium sollte sich Schwefeldioxid gar nicht bilden.

Genau nach solchen widersprĂŒchlichen Signalen sucht die Forschung. Kann die Existenz einer Chemikalie in der AtmosphĂ€re nicht durch normale physikalische Prozesse erklĂ€rt werden, mĂŒssen andere ErklĂ€rungen in Betracht gezogen werden, etwa die Existenz von Leben. Fallen alle andern ErklĂ€rungen weg, muss die ĂŒbriggebliebene, wie unwahrscheinlich sie auch wirken mag, die Wahrheit sein, um es in den Worten von Sherlock Holmes zu sagen.

Die Erde ist ein solcher Fall: Die großen Mengen von molekularem Sauerstoff, etwa 21 Prozent, sind durch planetare Prozesse nicht erklĂ€rbar. Sauerstoff ist hoch reaktiv und wĂŒrde schnell durch Oxidation aus der AtmosphĂ€re gebunden.

Ein mehrstufiger Prozess wandelt in dem Exoplaneten Wasp-39b Schwefelwasserstoff zu Schwefeldioxid um.

Wasp-39 b ist allerdings kein typischer Kandidat fĂŒr außerirdisches Leben. Es handelt sich um einen Gasriesen mit Ähnlichkeiten zu Saturn, der Ă€ußerst nah an seinem Stern vorbeizieht, und zwar nĂ€her als Merkur an unserer Sonne. Das geht mit hohen Temperaturen von mehreren hundert Grad einher. Wasp-39b ist also weit außerhalb der sogenannten habitablen Zone, in der mit flĂŒssigem Wasser zu rechnen ist, das als Voraussetzung fĂŒr Leben in der uns bekannten Form gilt.

ErklÀrung gefunden

TatsĂ€chlich konnten Forschende vom Institut fĂŒr Weltraumforschung eine andere ErklĂ€rung finden, die sie nun zur Publikation einreichten und als Preprint veröffentlichten. Demnach könnte Wasser eine Rolle bei der Bildung des Schwefeldioxids gespielt haben, das unter Einfluss des Sternenlichts Schwefelwasserstoff in Schwefeldioxid verwandelte. FĂŒr diese Analyse bedurfte es detaillierter AtmosphĂ€renmodelle, die zum Teil von Patricio Cubillos und Ludmila Carone vom IWF beigesteuert wurden.

Die Entdeckung von Leben auf einem fremden Planeten wurde also vorerst abgesagt. Sie ĂŒbt als mögliche Jahrhundertentdeckung auf die breite Öffentlichkeit eine besondere Faszination aus, doch fĂŒr die Forschenden ist dieser unsichere Hauptgewinn beileibe nicht das einzige Ziel. Nachdem der Prozess um die Entstehung des Schwefeldioxids geklĂ€rt ist, interessieren sie sich besonders fĂŒr den Ursprung der Ausgangssubstanz, des Schwefelwasserstoffs.

„Wir haben es hier mit Zeitzeugen aus der fernen Vergangenheit zu tun, welche es jetzt weiter zu untersuchen gilt. Das IWF wird auf jeden Fall auch bei dieser Reise in die Vergangenheit entscheidend mitwirken“, betont die IWF-Direktorin.

Angesichts der Demonstration der FĂ€higkeiten von Webb, Einblicke in komplexe chemische VorgĂ€nge in den AtmosphĂ€ren fremder Planeten zu liefern, darf man jedenfalls auf die nĂ€chsten Ergebnisse Webbs zu Exoplaneten gespannt sein. SpĂ€testens wenn, wie im Fall der Entdeckung von Gravitationswellen oder des ersten Bildes eines Schwarzen Lochs, die PrĂ€sentation „neuer, aktueller Entwicklungen“ im Forschungsgebiet angekĂŒndigt wird, lohnt es sich, die Uhrzeit fĂŒr die PrĂ€sentation in den Kalender einzutragen und ausreichende Mengen an Popcorn einzukaufen. Es könnte sich um die grĂ¶ĂŸte Entdeckung der Menschheit handeln. (Reinhard Kleindl, 26.11.2022)

Quelle: https://www.derstandard.de/story/2000141174652/grazer-weltrauminstitut-meilenstein-bei-der-suche-nach-ausserirdischem-leben

ESA und NASA: Bessere Daten ĂŒber Wetter und Klima durch neue Satelliten-Generation

Der neue Meeresbeobachtungssatellit der Nasa: SWOT.Bildrechte: NASA

Update 17. November 2022
Zwei Satelliten zur Wetter- und KlimaĂŒberwachung werden im Dezember in den Weltraum aufbrechen. WĂ€hrend der Launch des Nasa-Satelliten SWOT fĂŒr den 5. Dezember 2022 bekannt war, wurde der Start des Esa-Satelliten MTGI-1 lange Zeit nicht kommuniziert. Mittlerweile hat die Esa den Launch-Termin fĂŒr den 14. Dezember 2022 festgelegt.

Der Countdown lĂ€uft schon. Zumindest auf der Nasa-Webseite fĂŒr das neue Programm. Am 5. Dezember soll eine SpaceX-Rakete abheben und „SWOT“ ins All bringen. SWOT steht fĂŒr „Surface Water and Ocean Topography“ – und das sagt eigentlich auch schon aus, was der Satellit tun wird, nĂ€mlich Daten von WasserflĂ€chen erfassen. Er kann Salzwasser von SĂŒĂŸwasser unterscheiden und die „PegelstĂ€nde“ von Meeren, Seen und FlĂŒssen auf bis zu vier Millimeter Genauigkeit erkennen.

FĂŒr kurzfristige Erkenntnisse ist das gemeinsame Projekt der Nasa und der französischen Raumfahrtagentur CNES allerdings nicht gedacht, sondern es geht um Langzeitbeobachtungen. Schließlich kann der Satellit nicht ĂŒberall gleichzeitig sein, sondern er tastet die Regionen der Erde bei seinen Umrundungen netzartig ab. Forschern soll es so ermöglicht werden, VerĂ€nderungen der WasserstĂ€nde ĂŒberall auf der Welt im Laufe der Zeit zu verfolgen und damit Auswirkungen des Klimawandels zu messen.

Durch die Technik werden freilich gewisse Grenzen gesetzt. Das kleine BĂ€chlein am Wegesrand wird bei den Beobachtungen keine Rolle spielen. Die Instrumente von SWOT können aber laut Nasa Ozeanströmungen und -wirbel mit einem Durchmesser von 20 Kilometern und mehr erkennen und verfolgen (und sind damit fĂŒnfmal genauer als bisher). Seen mit einer FlĂ€che von mehr als sechs Hektar (zur Einordnung: der „kleine“ Heidesee in Halle ist doppelt so groß) und FlĂŒsse, die mindestens 100 Meter breit sind (die Elbe in Dresden schafft das mit rund 400 Metern locker), fallen nun ebenfalls einer „DauerĂŒberwachung“ anheim.

Kipppunkt des Klimawandels

Ozeane sind der grĂ¶ĂŸte Speicher fĂŒr atmosphĂ€rische WĂ€rme und Kohlenstoff auf unserem Planeten. Man nimmt an, dass es Strömungen und Wirbel mit einem Durchmesser von weniger als 100 Kilometern sind, in denen ein Großteil des kontinuierlichen WĂ€rmeaustauschs stattfindet. SWOT soll fĂŒr ein besseres VerstĂ€ndnis dieses PhĂ€nomens sorgen, um festzustellen, ob es eine Obergrenze fĂŒr die FĂ€higkeit der Ozeane gibt, WĂ€rme und Kohlenstoff zu absorbieren.

„SWOT kann helfen, eine der wichtigsten Klimafragen unserer Zeit zu beantworten“, sagt Nasa-Wissenschaftlerin Nadya Vinogradova Shiffer, und zwar: „Wo ist der Kipppunkt, an dem die Ozeane anfangen, enorme WĂ€rmemengen an die AtmosphĂ€re abzugeben und die globale ErwĂ€rmung zu beschleunigen, anstatt sie zu begrenzen?“

Satellit mit Blitzerfassung

WÀhrend SWOT also am 5. Dezember von Kalifornien aus ins All gebracht werden soll, steht ein anderer Satelliten-Starttermin noch nicht so genau fest. Es soll aber auch irgendwann im Dezember sein, wenn die europÀische Wetterbeobachtung ein deutliches Upgrade bekommt.

Die Esa schickt dann den ersten Vertreter der dritten Meteosat-Generation in den Erdorbit. Dieser verfĂŒgt zum einen ĂŒber mehr SpektralkanĂ€le als seine VorgĂ€nger und liefert dadurch deutlich höher aufgelöste Wetterbilder und -daten als bisher. Und zum anderen hat der Satellit einen völlig neuartigen Blitzsensor. Dieser wird mehr als 80 Prozent der ErdoberflĂ€che kontinuierlich auf Blitzentladungen ĂŒberwachen, egal ob sie zwischen Wolken und Wolken oder zwischen Wolken und Erdboden stattfinden. Dadurch sollen schwere Gewitter bereits im FrĂŒhstadium erkannt werden, was von entscheidender Bedeutung fĂŒr frĂŒhzeitige Unwetterwarnungen sein könnte. Die Detektoren des neuartigen Blitzsensors sind dabei so empfindlich, dass sie auch relativ schwache Blitze erkennen können, selbst bei Tageslicht.

Schematische Darstellung der Bauteile des MTG-I-Wettersatelliten. Der "Flexible Combined Imager" verfĂŒgt ĂŒber mehr SpektralkanĂ€le und kann im Vergleich zur aktuellen zweiten Generation von Meteosat Bilder in höherer Auflösung liefern. Der Lightning Imager bietet eine völlig neue FĂ€higkeit fĂŒr europĂ€ische Wettersatelliten. Er wird mehr als 80 % der ErdoberflĂ€che kontinuierlich auf Blitzentladungen ĂŒberwachen.

Schematische Darstellung der Bauteile des MTG-I-Wettersatelliten. Der „Flexible Combined Imager“ verfĂŒgt ĂŒber mehr SpektralkanĂ€le und kann im Vergleich zur aktuellen zweiten Generation von Meteosat Bilder in höherer Auflösung liefern.
Der Lightning Imager bietet eine völlig neue FĂ€higkeit fĂŒr europĂ€ische Wettersatelliten. Er wird mehr als 80 % der ErdoberflĂ€che kontinuierlich auf Blitzentladungen ĂŒberwachen.Bildrechte: ESA / Mlabspace

Insgesamt ist die dritte Meteosat-Generation auf mehr als 20 Jahre Betrieb ausgelegt. DafĂŒr wird man insgesamt sechs Satelliten brauchen – eine Dreiergruppe macht den Anfang und wird dann spĂ€ter (wenn ihr die „Luft“ ausgeht) durch eine neue Dreiergruppe ersetzt. Innerhalb der Dreiergruppen besteht eine Aufgabenteilung: Ein Satellit deckt mehr ErdoberflĂ€che ab und macht von jeder Region etwa alle zehn Minuten eine Aufnahme. Der zweite beschrĂ€nkt sich auf eine kleinere Region, zum Beispiel Europa, liefert dort dafĂŒr hĂ€ufiger Bilder. Und der dritte, etwas anders ausgestattete soll eine schnelle lokale Abdeckung von ausgewĂ€hlten Teilen der Erde ermöglichen – bedarfsabhĂ€ngig sozusagen.

KĂŒnstlerische Darstellung dreier Meteosat-Wettersatelliten der dritten Generation. Zwei baugleiche (MTG-I) arbeiten im Tandembetrieb: einer scannt Europa und Afrika alle zehn Minuten, der andere nur Europa, dafĂŒr alle zweieinhalb Minuten. Ein dritter Satellit mit etwas anderer Ausstattung (MTG-S) soll eine schnelle lokale Abdeckung ausgewĂ€hlter Teile der Erde ermöglichen.

KĂŒnstlerische Darstellung dreier Meteosat-Wettersatelliten der dritten Generation. Zweimal MTG-I und einmal MTG-S.Bildrechte: ESA / Mlabspace

Quelle: https://www.mdr.de/wissen/klima/esa-nasa-neue-satelliten-wetter-wasser-100.html


SĂŒdkoreas Mondmission: Position von „Danuri“ und Entfernung von der Umlaufbahn des Mondes

Mond/Entfernung zur Erde 384.400 km – die 560.000 km Entfernung von der Erde = noch ca. 175.600 km von der Mondbahn bzw. Umlaufbahn des Mondes um die Erde(siehe gepunktete Kreis-Linie), entfernt

Links:

Ofizielle „Danuri“ Website: https://www.kari.re.kr/kplo/

Wo ist „Danuri“: https://www.kari.re.kr/kplo?types=main#

Twitter:

Dawoon Jung @dirkpitt2050 (Lunar Mission engineer bei KARI) https://twitter.com/dirkpitt2050

í•œê”­í•­êł”ìš°ìŁŒì—°ê”Źì› @kari2030 (Dies ist das offizielle Twitter des Korea Aerospace Research Institute) https://twitter.com/kari2030

Perseverance: Mögliche organische Verbindungen wurden im Gestein des Marskraters gefunden

SHERLOC-Instrument von Mars 2020: Eine Nahaufnahme eines technischen Modells von SHERLOC (Scanning Habitable Environments with Raman & Luminescence for Organics & Chemicals), eines der Instrumente an Bord des Perseverance Mars Rovers der NASA. 
Bildnachweis: NASA/JPL-Caltech

Eine in Science veröffentlichte Studie analysiert mehrere Felsen, die am Grund des Jezero-Kraters auf dem Mars gefunden wurden, wo der Perseverance-Rover im Jahr 2020 gelandet ist, und enthĂŒllt eine signifikante Wechselwirkung zwischen den Felsen und flĂŒssigem Wasser. Diese Felsen enthalten auch Beweise, die mit dem Vorhandensein organischer Verbindungen ĂŒbereinstimmen.

Die Existenz organischer Verbindungen (chemische Verbindungen mit Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindungen) ist kein direkter Beweis fĂŒr Leben, da diese Verbindungen durch nichtbiologische Prozesse erzeugt werden können. Eine zukĂŒnftige Mission, die die Proben zur Erde zurĂŒckbringt, wĂ€re erforderlich, um dies festzustellen.

Die Studie, die von Forschern des Caltech geleitet wurde, wurde von einem internationalen Team durchgefĂŒhrt, dem imperiale Forscher angehörten.

Professor Mark Sephton vom Department of Earth Science & Engineering am Imperial ist Mitglied des Wissenschaftsteams, das an Rover-Operationen auf dem Mars teilnahm und die Auswirkungen der Ergebnisse berĂŒcksichtigte. Er sagte: „Ich hoffe, dass diese Proben eines Tages zur Erde zurĂŒckgebracht werden können, damit wir uns die Beweise fĂŒr Wasser und mögliche organische Stoffe ansehen und untersuchen können, ob die Bedingungen fĂŒr das Leben in der frĂŒhen Geschichte des Mars richtig waren.“

Fließendes Wasser

Beharrlichkeit hat zuvor organische Verbindungen im Delta von Jezero gefunden. Deltas sind fĂ€cherförmige geologische Formationen, die am Schnittpunkt eines Flusses und eines Sees am Kraterrand entstanden sind.

Missionswissenschaftler interessierten sich besonders fĂŒr das Jezero-Delta, weil solche Formationen Mikroorganismen konservieren können. Deltas entstehen, wenn ein Fluss, der feinkörnige Sedimente transportiert, in ein tieferes, langsamer fließendes GewĂ€sser mĂŒndet. Wenn sich das Flusswasser ausbreitet, verlangsamt es sich abrupt, lagert die Sedimente ab und fĂ€ngt und konserviert alle Mikroorganismen, die möglicherweise im Wasser vorhanden sind.

Der Kraterboden, auf dem der Rover aus SicherheitsgrĂŒnden landete, bevor er ins Delta reiste, war jedoch eher ein RĂ€tsel. In Seeböden erwarteten die Forscher Sedimentgesteine, weil das Wasser Schicht fĂŒr Schicht Sedimente ablagert. Als der Rover dort unten landete, waren einige Forscher jedoch ĂŒberrascht, auf dem Kraterboden Eruptivgestein (abgekĂŒhltes Magma) mit Mineralien darin zu finden, die nicht nur Eruptivprozesse, sondern auch signifikanten Kontakt mit Wasser aufzeichneten.

Diese Mineralien, wie Karbonate und Salze, benötigen Wasser, um in den magmatischen Gesteinen zu zirkulieren, Nischen zu schnitzen und gelöste Mineralien in verschiedenen Bereichen wie HohlrĂ€umen und Rissen abzulagern. An einigen Stellen zeigen die Daten Hinweise auf organische Stoffe innerhalb dieser potenziell bewohnbaren Nischen.

Entdeckt von SHERLOC

Die Mineralien und möglicherweise kolokalisierten organischen Verbindungen wurden mit SHERLOC oder dem Instrument Scanning Habitable Environments with Raman & Luminescence for Organics & Chemicals entdeckt.

SHERLOC ist am Roboterarm des Rovers montiert und mit einer Reihe von Werkzeugen ausgestattet, darunter einem Raman-Spektrometer, das eine bestimmte Art von Fluoreszenz verwendet, um nach organischen Verbindungen zu suchen und auch zu sehen, wie sie in einem Material verteilt sind, um Einblicke in ihre Konservierung zu geben an diesem Ort.

Bethany Ehlmann, Co-Autorin der Veröffentlichung, Professorin fĂŒr Planetenwissenschaften und stellvertretende Direktorin des Keck Institute for Space Studies, sagte: „Die mikroskopischen KompositionsabbildungsfĂ€higkeiten von SHERLOC haben unsere FĂ€higkeit, die zeitliche Ordnung des Mars zu entschlĂŒsseln, wirklich aufgeblĂ€ht vergangenen Umgebungen.“

Als der Rover auf das Delta zurollte, nahm er mehrere Proben des wasserverĂ€nderten Eruptivgesteins und speicherte sie fĂŒr eine mögliche zukĂŒnftige ProbenrĂŒckgabemission. Die Proben mĂŒssten zur Erde zurĂŒckgebracht und in Labors mit fortschrittlicher Instrumentierung untersucht werden, um das Vorhandensein und die Art organischer Stoffe und ob sie irgendetwas mit Leben zu tun haben, endgĂŒltig zu bestimmen.

Quelle: https://astrobiology.com/2022/11/possible-organic-compounds-have-been-found-in-martian-crater-rocks.html

ESA-Ministerratstreffen: ExoMars erhĂ€lt „Go“ und Budget

ExoMars-Rover Rosalind Franklin erhĂ€lt GrĂŒnes Licht und Budget um mit der Arbeit an einem Landesystem zu beginnen. Angepeiltes Startdatum 2028.

GrĂŒnes Licht fĂŒr Rosalind Franklin Rover Mission! Ich werde 2028 zum Mars

Die Mission des ExoMars-Rover Rosalind Franklin bestand ursprĂŒnglich aus einer Partnerschaft von Europa und Russland. Diese Partnerschaft bzw. der Vertrag wurde mit beginn des Angriffskrieg gegen die Ukraine gekĂŒndigt. Solche KĂŒndigungen kommen sehr sehr selten in der Raumfahrt vor, da man Differenzen in der Geo-Politik aus der Wissenschaft raus hĂ€lt.

Jetzt mĂŒssen russische Teile durch europĂ€ische Partner ersetz werden, dazu gehören die komplette Landestufe und Atombatterien am Rover. Die USA können dem Programm beitreten.

Rosalind Franklin. VollstĂ€ndig kapitalgedeckten. € 360m. Um mit der Arbeit an einem Landesystem zu beginnen.
#Exomas „hatte eine turbulente Zeit“, verschiedene Optionen wurden diskutiert, sogar „Rosalinde Lander in ein Museum zu stellen“, aber die Mission geht weiter.
– Russische Teile durch europĂ€ische Partner ersetzt – USA könnten beitreten

ExoMars-Rover Rosalind Franklin ist eine Astrobiologie Mission und enthÀlt einen Bohrer der Marsproben aus 2 Meter Tiefe nehmen kann. Studien beschreiben das es in dieser Tiefe noch wahrscheinlicher ist, mögliches Leben (Bakterien, Pilze) oder deren spuren aus der Vergangenheit (chemische Verbindungen von Muscheln, Pflanzenreste, Bakterien, Pilze), zu finden.

Neuste Studien dazu sind sehr Positiv, auch unterstreichen Sie mehrmals die Bildung von einem Meer auf dem Mars. Die EuropÀische Rover Mission könnte einen wertvollen Beitrag zu der Frage nach leben/oder vergangenes Leben auf den Mars geben.

Die USA möchten auch noch Tiefer auf den Mars Bohren, diese Mission wird aber nicht vor 2030 starten. Das Unterreicht noch mal die Bedeutung der Mission ExoMars, da Europa einen fertig gebauten Rover hat der zwischenzeitlich eine LĂŒcke in der Erforschung des Mars fĂŒllen könnte.

Da so schnell erstmal keine Mission auf den Mars zu bringen ist: Eigentlich ein GlĂŒcksfall fĂŒr die USA bzw. Nasa. Und nicht jeden Tag bieten Weltraum Organisationen einer anderen, fertige Mars-Rover an. Ist halt keine Lagerware und auch wieder einmalig in der Raumfahrt.

Wir haben nicht genau das bekommen, wonach wir gefragt haben, aber wir mĂŒssen es in einen Kontext stellen. Wir erhielten 10,3 Milliarden im Jahr 2016, 14,5 im Jahr 2019 und jetzt 16,9 Milliarden zu #CM22 , was einem Anstieg von 17 % in Kriegszeiten, Covid, einer Energiekrise, entspricht. Ein riesiger Erfolg, der zeigt, dass Europa versteht, dass SPACE LÖSUNGEN BIETET.

Auch die Budget-Erhöhung ist keine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Eine tolle und mutige Leistung der ESA-MitgliedslĂ€nder in Zeiten eines Russland/Ukraine Kriegs wo jedes Land mit seinen eigene Problemen kĂ€mpft: Hohe Lebensmittelpreise, Gaspreise, Strompreise. Und gleichzeitig Russland zum RĂŒckzug drĂ€ngen mit Waffenlieferungen/Wirtschaftlicher Hilfe fĂŒr die Ukraine und sich unabhĂ€ngiger von Russlands-Energierohstoffen machen.

Ein tolles und mutiges ESA-Ministerratstreffen in 2022 um Europa auch in diese schweren Zeiten (gebeutelt durch Corona und Krieg) in der Raumfahrt nach vorne zu bringen. Meiner Meinung nach einer der besten ESA-Ministertreffen – Auch um Europa ein stĂŒck weit unabhĂ€ngiger zu machen, dazu braucht es nicht nur Anstrengungen der Mitgliedstaaten bei der unbemannten Raumfahrt sondern auch bei der bemannten Raumfahrt – eigene Astronauten und Raketen (Ariane 6).

Das ESA-Ministerratstreffen 2022 – eine super Leistung und vor allem fĂŒr Europa der richtigen Kurs in der Raumfahrt.

Christian Dauck – Asperger-Autist, Förderschulabschluss, Interesse: Astrobiologie


EuropÀische Raumfahrtbehörde bekommt 17-Milliarden-Budget

ESA-Ministerrat: Europa will im Weltall mehr PrĂ€senz zeigen. Außerdem soll das Budget erhöht werden.

Die Mitgliedstaaten wollen die europĂ€ische Raumfahrt stĂ€rken und erhöhen dafĂŒr ihr Budget deutlich. Auch der nĂ€chste Jahrgang von Astronautinnen und Astronauten steht nun fest – fast so viele Frauen wie MĂ€nner.

Die europÀische Raumfahrtagentur Esa erhÀlt ein deutlich erhöhtes Drei-Jahres-Budget in Höhe von 16,9 Milliarden Euro. Das haben die 22 MitgliedslÀnder auf dem Esa-Ministerratstreffen in Paris entschieden.

Im Vergleich zum bisherigen Budget ist das ein Plus von 17 Prozent, aber dennoch weniger als die von der Esa angestrebte Erhöhung auf rund 18 Milliarden Euro. Alle geplanten Raumfahrt-Vorhaben ließen sich jedoch ohne Einschnitte umsetzen, sagte Esa-Chef Josef Aschbacher. Zu dem Budget der Raumfahrtagentur trĂ€gt Deutschland rund 3,3 Milliarden Euro bei, Frankreich etwa 3,2 Milliarden.

»Europa kann seine Raumfahrtambitionen erfĂŒllen, sodass es mit China und den USA mithalten kann«, sagte Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire zum Abschluss der Esa-Tagung. Das Budget ermögliche es der Esa, unabhĂ€ngig und souverĂ€n im Weltraum zu operieren, ohne Aufgaben an China oder die USA delegieren zu mĂŒssen.

Neuer Jahrgang Astronautinnen und Astronauten

Die Esa stellte außerdem die Esa-Astronautinnen und Astronauten des Jahrgangs 2022 vor – eine fast paritĂ€tische Auswahl. Auf Twitter teilt die Esa Bilder der Astronautinnen und Astronauten.

Erstmals gehört auch eine Person mit Behinderung zu den AusgewĂ€hlten, John McFall aus Großbritannien. Bei der PrĂ€sentation der neuen Generation sagte McFall, er hoffe, andere inspirieren zu können und zu zeigen, dass der Weltraum potenziell fĂŒr alle da sei.

Auch zwei Astronautinnen aus Deutschland haben es in die Auswahl geschafft: Amelie Schönenwald  und Nicola Winter .

FĂŒr fĂŒnf Astronautinnen und Astronauten startet die Ausbildung. Die Französin Sophie Adenot, der Spanier Pablo Álvarez FernĂĄndez, die Britin Rosemary Coogan, der Belgier RaphaĂ«l LiĂ©geois und der Schweizer Marco Alain Sieber bilden die neue Astronauten-Crew der europĂ€ischen Raumfahrtagentur Esa.

Grundausbildung in Köln

FĂŒr die glĂŒcklichen fĂŒnf Kandidaten lockt vor dem Weltall nun erst einmal der Rhein. Beim EuropĂ€ischen Astronautenzentrum in Köln lĂ€uft die einjĂ€hrige Grundausbildung, in der die Crew Grundlagen der Naturwissenschaften und des Ingenieurwesens erlernt, Russisch ĂŒbt und auch das Training fĂŒr WeltraumflĂŒge beginnt. Anschließend durchlaufen die Neuen die etwa einjĂ€hrige Aufbauausbildung, bei der sie besonders mit der Raumstation ISS vertraut gemacht werden und zum Beispiel an der Bodenkontrolle ihre Kolleginnen und Kollegen im All unterstĂŒtzen.

Erst in der dritten Phase der Ausbildung erhalten die Astronautinnen und Astronauten eine konkrete Mission und bereiten sich auf diese vor. Etwa anderthalb Jahre lang beschĂ€ftigen sich die kĂŒnftigen Raumfahrer dann damit, wie die Experimente ihrer Mission durchgefĂŒhrt werden und was wissenschaftlich dahintersteckt.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) hatte zum Auftakt des Treffens die Bedeutung der Raumfahrt betont – einerseits fĂŒr die Sicherheit, aber auch fĂŒr den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit. So könnten etwa Daten aus dem Weltraum fĂŒr den Umweltschutz genutzt werden.

Deutschland werde die Esa weiter stĂ€rken und sich finanziell auch weiterhin in starkem Maße an Esa-Projekten beteiligen, teilte das Wirtschaftsministerium mit. »Wir stehen insbesondere zu den Verpflichtungen gegenĂŒber unseren Partnern im Bereich Exploration«. Das schließe die Raumstation ISS ein.

Deutschland ĂŒbernimmt auf dem Treffen in Paris die FĂŒhrung des Esa-Rats fĂŒr die nĂ€chste Periode von Frankreich.

Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/esa-17-milliarden-euro-fuer-die-europaeische-raumfahrtbehoerde-zugesagt-a-4a36d0f1-ad0c-4521-b7dc-48cabb61e081

„Artemis“-Mission: Orion-Raumkapsel erreicht den Mond

Das letzte Woche gestartete Nasa-Raumschiff „Orion“ hat den Mond erreicht. Die Kapsel sauste knapp ĂŒber der MondoberflĂ€che hinweg.

Kapsel“Orion“ und der Mond: Die Sonde wird auf ihrer Mission den Erdtrabanten umkreisen. (Quelle: Youtube / Nasa)

Die Raumkapsel „Orion“ ist fĂŒnf Tage nach ihrem Start am Mond angekommen. Dort flog sie gegen 13:57 Uhr unserer Zeit nur etwa 130 Kilometer vom Mond entfernt ĂŒber dessen OberflĂ€che. Bei diesem Vorbeiflug hatte die Kapsel ihr Haupttriebwerk gezĂŒndet, um sie in die Richtung einer entfernten Umlaufbahn zu bringen. Dieses Manöver hatte die Nasa in einem Livestream ĂŒbertragen.

WĂ€hrend des Vorbeiflugs am Mond war der Kontakt zu „Orion“ fĂŒr rund 30 Minuten abgebrochen, weil sich die Raumkapsel hinter dem Erdtrabanten befand.

m 25. November wird die Raumkapsel „Orion“ dann erneut ihr Triebwerk zĂŒnden, um in die etwa 65.000 Kilometer vom Mond entfernte finale Umlaufbahn einzutreten. Dort soll „Orion“ dann mehrere Tage bleiben, bis es schließlich zurĂŒck zur Erde geht.

Landung auf der Erde am 11. Dezember

Die geplante Wasserung auf der Erde ist fĂŒr den 11. Dezember vorgesehen. Dann soll „Orion“ mit enormer Geschwindigkeit in die ErdatmosphĂ€re eintreten, bevor sie schließlich im Pazifischen Ozean vor der KĂŒste Kaliforniens aufschlĂ€gt.

Die Mission gilt als Test fĂŒr die Folgemission „Artemis 2“, bei der erstmals seit 1972 wieder Astronauten in eine Mondumlaufbahn gebracht werden sollen. Mit Artemis 3 sollen dann frĂŒhestens 2025 wieder Astronauten auf dem Mond landen.

Riesenrakete war vergangene Woche gestartet

Nach mehreren AbbrĂŒchen hatte die Nasa ihre Riesenrakete „Space Launch System“ (SLS) am vergangenen Mittwoch erfolgreich gestartet. Bei den ersten Startzeitfenstern in den Wochen zuvor hatte es zahlreiche technische Probleme gegeben.

Statt Astronauten sind mit Sensoren ausgestattete Menschenpuppen an Bord von „Orion“. Die Sensoren zeichnen die Vibrationen, Beschleunigung und Strahlungswerte auf. Getestet wird, ob eine kĂŒrzlich entwickelte Schutzweste besonders einen weiblichen Körper effektiv vor gefĂ€hrlicher Weltraumstrahlung schĂŒtzen kann.

Quelle: https://www.t-online.de/digital/zukunft/id_100083838/-artemis-1-nasa-raumkapsel-orion-erreicht-den-mond-mit-livestream.html