Capstone – kleine Raumsonde, große Mondmission

Die Nasa schickt ihre Mini-Raumsonde Capstone zum Mond. Dort soll sie nicht nur die Umlaufbahn der zukünftigen Lunar-Gateway-Raumstation testen.

Capstone ist unterwegs. Um 11:55 Uhr Mitteleuropäischer Zeit ist die Nasa-Sonde gestartet und auf den Weg zum Mond. Für die kleine Raumsonde Capstone ist es ein weiter Weg. Zwar sind die Erde und ihr Trabant im Mittel circa 384.400 Kilometer voneinander entfernt – dennoch wird Capstone etwa 1,5 Millionen Kilometer hinter sich legen, um den Mond zu erreichen. Gestartet wird sie mit einer nur 12,5 Tonnen schweren Electron, der kleinsten Rakete, die jemals für eine Mondmission verwendet wurde.

Was die großen Aufgaben für die kleine Raumsonde der US-Raumfahrtbehörde Nasa sind und warum die Mission ein Wegweiser ist, erzählt Elwood Agasid von der Nasa golem.de im Interview. Er ist der Programm-Manager für kleine Raumfahrzeug-Technologien (Small Spacecraft Technology Program) bei der Behörde und arbeitet mit seinem Team an Lösungen für zukünftige Mond- und Marsmissionen. Wobei der Fokus bei Capstone auf den bevorstehenden Artemis-Mondmissionen liegt.

„Bei dieser speziellen Mission wird es sich mehr oder weniger um einen Wegweiser für das Lunar Gateway handeln“, erzählt Agasid. Die Raumsonde ist gerade einmal so groß wie ein Mikrowellenherd – ohne Solarmodule sind das knapp 23 mal 23 Zentimeter im Grundmaß und 34 Zentimeter in der Höhe.

Ein ganz besonderer Orbit für Capstone und das Gateway

Nach ihrer Ankunft am Mond soll sie den Near-Rectilinear Halo Orbit (eine nahezu rechtwinklige Halo-Umlaufbahn, kurz NRHO) einnehmen. Diese Umlaufbahn steht von der Erde aus gesehen senkrecht zum Mond und wird mittlerweile nur noch Halo-Orbit genannt.

Auf dem NRHO begegnet die Raumsonde dem mondnächsten Punkt ungefähr alle sieben Tage. Durch dessen Gravitation wird sie auf eine Flugbahn gelenkt, auf der sie sieben Tage später erneut dem mondnächsten Punkt begegnet und wieder durch die Gravitation genau zur richtigen Stelle gelenkt wird. Von oben betrachtet sieht die Flugbahn deshalb fast wie ein Rechteck aus, dessen Ecken auf der Ellipse der Mondumlaufbahn liegen.

Laut dem Nasa-Experten befindet sich diese Umlaufbahn „an einer Art Lagrange-Punkt und nutzt die Schwerkraft der Erde und des Mondes, um diese Umlaufbahn zu halten.“ Dadurch benötigen Missionen wie Capstone oder später auch die fliegende Mondraumstation Lunar Gateway weniger Treibstoff – weil kleine Änderungen der Geschwindigkeit in der Nähe der Gleichgewichtspunkte zwischen der Schwerkraft von Erde und Mond schon einen großen Effekt auf die Flugbahn haben können.

Gateway, Capstone und die Halo-Umlaufbahn

Der mondnächste Punkt befindet sich mit einem Abstand von knapp 1.600 Kilometern über der Mondoberfläche an dessen Nordpol. „Die geringere Höhe ist ein guter Ort, um die Stationsbesatzung auf die Mondoberfläche zu bringen. Jeder Ab- und Aufstieg muss zeitlich abgestimmt werden“, so Agasid. Nach ungefähr einer Woche wird das Gateway wieder am Nordpol vorbeifliegen. Wenn Capstone den Südpol des Mondes passiert, wird die Raumsonde ungefähr 70.000 Kilometer von dessen Oberfläche entfernt sein.

„Dies ist ein optimaler Orbit für die Station, da das Gateway dort eine kontinuierliche Sicht für Kommunikationszwecke zur Erde hat“, sagt der Programm-Manager und erklärt: „Es handelt sich um eine sehr stabile Umlaufbahn, der schon seit geraumer Zeit untersucht wird. Alleine schon wegen der Treibstoffersparnis und der Tatsache, dass das Gateway für einige Zeit dort betrieben werden kann, ist es eine optimale Umlaufbahn.“

Capstone, dessen Akronym für Betrieb und Navigationsexperiment des autonomen cislunaren Ortungssystems (Cislunar Autonomous Positioning System Technology Operations and Navigation Experiment) steht, soll jedoch nicht nur diese stark-elliptische Umlaufbahn für das Gateway testen.

Capstone und der ballistische Mondtransfer

Um zur Halo-Umlaufbahn zu gelangen, wird Capstone circa vier bis fünf Monate benötigen. Im Gegensatz dazu wird das Orion-Raumschiff nur ungefähr fünf Tage brauchen. Jedoch soll Capstone einen ballistischen Mondtransfer durchführen und nicht auf dem direkten Weg zum Mond fliegen. „Es dauert zwar eine Weile, den Mond mit diesem ballistischen Mondtransfer zu erreichen. Dafür wird nicht so viel Treibstoff benötigt, weil das Raumfahrzeug die Schwerkraft der Sonne, der Erde und des Mondes nutzt.“

Beim ballistischen Einfangen handelt es sich um eine energiearme Methode für ein Raumfahrzeug, um eine Umlaufbahn um einen entfernten Planeten oder Mond zu erreichen. Statt direkt zum Mond zu fliegen, dort die Triebwerke zu zünden und schnell in den Mondorbit zu bremsen – ansonsten fliegt die Sonde vorbei -, müssen die Triebwerke von Capstone beim ballistischen Mondtransfer nur minimal beansprucht werden. Das Verfahren wurde 1991 erstmals von der japanischen Raumsonde Hiten demonstriert.

Viel Treibstoff kann Capstone mit einem Gesamtgewicht von circa 25 Kilogramm nicht mit sich führen. Nur ungefähr 20 Prozent davon, also ungefähr fünf Kilogramm, sind Treibstoff. In Zukunft sollen auch Frachter zum Lunar Gateway den ballistischen Mondtransfer nutzen, um mit wenig Treibstoffmengen in den Halo-Orbit zu gelangen.

Das Lunar Gateway: Der Wegweiser für Mondlandungen

Mit dem Lunar Gateway will die Nasa gemeinsam mit ihren Partnern, zu denen auch die europäische Raumfahrtbehörde Esa gehört, eine Raumstation in der Mondumlaufbahn platzieren – quasi eine Internationale Raumstation nur wesentlich kleiner. Während die ISS die Ausmaße eines Fußballfeldes umfasst, soll das Gateway nur ungefähr ein Drittel der Größe einnehmen.

Eine Illustration des Lunar Gateway – einer zukünftigen Raumstation, die den Mond umkreisen soll.

Die ersten beiden Module der Mini-Raumstation Gateway sollen voraussichtlich Ende 2024 mit einer Falcon-Heavy-Trägerrakete vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX in die Mondumlaufbahn gebracht werden. Dort soll aus Wohn- und Logistik-Modul Halo (Habitation and Logistics Outpost) und das Energie- und Antriebselement PPE (Power and Propulsion Element) zur Raumstation Lunar Gateway verbunden werden.

In Zukunft sollen Astronautinnen und Astronauten mit dem Orion-Raumschiff an das Gateway andocken und einen Zwischenstopp einlegen. Sobald das Gateway auf seiner siebentägigen Reise den mondnächsten Punkt erreicht, kann beispielsweise das Starship HLS (Human Landing System) Menschen auf die Mondoberfläche bringen. Somit ist das Gateway eine Art bewohnbare Bushaltestelle für Crew-Missionen zum Mond oder darüber hinaus.

Das Missionsziel von Capstone

Zurück zu Capstone: Nach dem Einschwenken in den Halo-Orbit soll das Raumfahrzeug Kontakt mit der Mondsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) aufnehmen. Diese befindet sich bereits seit 2009 in der Mondumlaufbahn und hatte die Aufgabe, die gesamte Mondoberfläche zu kartieren.

Laut dem Nasa-Manager befindet sich an Bord von Capstone „einiges an Hardware und auch eine Software, die Cislunar Autonomous Positioning System genannt wird, und diese Technologie wird den bestehenden Lunar Reconnaissance Orbiter nutzen, um eine Querverbindung herzustellen.“ Um mit dieser Querverbindung die Entfernung zwischen den Raumsonden zu messen, soll ein Hochfrequenzsignal zwischen ihnen hin- und hergeschickt werden.

„Dann kann Capstone die Geschwindigkeit und das zurückgesendete Signal betrachten und damit seine Position relativ zum Lunar Reconnaissance Orbiter bestimmen.“ Das alles geschieht autonom und ohne eine Verbindung zur Erde. Momentan werden nämlich alle Missionen vom Boden aus gesteuert, sagt Agasid. Mit Capstone soll somit ein vom Boden unabhängiges Navigations- und Kommunikationsnetz getestet werden.

Die Hauptmission soll ungefähr sechs Monate andauern. Anschließend gibt es laut Agasid die Möglichkeit, die Raumsonde weitere zwölf Monate zu nutzen. „Wissenschaftler sagen gerne, je mehr Daten man erhält, desto besser sehen die Zahlen und Statistiken aus. Und das wäre unser zweites Ziel.“

Capstone steht zum Start bereit

Doch zunächst musste die Capstone-Mission vom neuseeländischen Raumhafen in Māhia Peninsula am Launch Complex 1 erfolgen. Das Startfenster öffnete sich am 13. Juni und hätte sich am 27. Juli wieder geschlossen. Das war auch nötig. Aber nach mehreren Verzögerungen gelang der Start der speziell für diese Mission modifizierten Elektron-Rakete.

„Sie verfügt über eine verlängerte Stufe namens Photon, die zusätzlichen Treibstoff mit sich führt“, so Agasid. Mit diesem zusätzlichen Treibstoff soll das Capstone-Raumschiff in eine Flugbahn gebracht werden, von der es zum Mond aufbrechen kann. „Etwa sechs bis sieben Tage nach dem Start wird die Capstone-Sonde von der Photon-Raketenstufe von Rocket Lab getrennt, um sein eigenes Antriebssystem zu zünden.“

Für das ballistische Einfangmanöver auf dem Weg zum Mond sollen die Triebwerke mehrmals zünden. Zuerst um die Geschwindigkeit der Raumsonde zu erhöhen und später, um leichte Korrekturmanöver durchzuführen.

Ob es nach dieser Mission weitere Capstone-Raumsonden geben wird, ist noch unklar. Das Lunar Gateway und die Frachtflüge zum Mond und der Raumstation sehen zumindest ähnlich aus. Und später soll am Mond und auch am Mars ein Kommunikations- und Navigationsnetzwerk errichtet werden. Die Frage ist nur: Wird zuerst ein amerikanisches oder chinesisches Satellitennetzwerk den Mond umkreisen? 

Quelle: https://www.golem.de/news/nasa-capstone-kleine-raumsonde-grosse-mondmission-2206-165924.html


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Lunar Gateway, SLS und Co: Endlich geht es mal voran und nicht nur immer Lippenbekenntnisse. Super!

Hurra! Der Start von Capstone und der erfolgreiche Test von SLS am Pad, endlich läuft es mal gut für das Mond Projekt Artemis. Endlich geht es mal voran und nicht nur immer Lippenbekenntnisse (leere Versprechungen). Super!

Christian Dauck

Die NASA erklärt den Artemis 1-Mondmissionstest für erfolgreich und beginnt mit den Vorbereitungen für den Start

Artemis 1 muss keine weitere „nasse Generalprobe“ durchführen, bevor sie abhebt.

Die Mondrakete Artemis 1 der NASA nähert sich der Startrampe 39B im Kennedy Space Center der Agentur in Florida für eine entscheidende „nasse Generalprobe“. (Bildnachweis: NASA/Ben Smegelsky)

Die letzte „nasse Generalprobe“ von Artemis 1 war nicht perfekt, aber sie war gut genug, um die NASA-Mondmission in einigen Monaten auf Kurs zu halten.

Die Rakete des Artemis 1 Space Launch System (SLS) und die Orion-Kapsel hüllten am Montag (20. Juni) das nasse Kleid ein – eine etwa 50-stündige Reihe von Betankungstests und Countdown-Simulationen. Die Mitglieder des Missionsteams bemerkten während des Betankungsvorgangs ein Wasserstoffleck, aber sie haben jetzt entschieden, dass es nicht ernst genug war, um eine Überholung zu erfordern.

„Die NASA hat die Daten der Probe überprüft und festgestellt, dass die Testkampagne abgeschlossen ist. Die Agentur wird SLS und Orion nächste Woche zum Vehicle Assembly Building (VAB) in Kennedy zurückrollen, um die Rakete und das Raumschiff für den Start vorzubereiten und ein entdecktes Leck zu reparieren während der letzten Probe“, schrieben Beamte der Agentur heute in einem Update(öffnet in neuem Tab)(23. Juni). („Kennedy“ ist das Kennedy Space Center der NASA in Florida, kurz KSC.)

„Die NASA plant, SLS und Orion für den Start Ende August auf die Plattform zurückzubringen“, fügten sie hinzu. „Die NASA wird ein bestimmtes Startdatum festlegen, nachdem die mit dem Leck verbundene Hardware ersetzt wurde.“

Das kommende Rollback zum VAB wird das zweite für den Artemis 1 Stack sein. Die NASA rollte die SLS und die Orion Ende April zur Reparatur von KSCs Pad 39B, nachdem drei separate Betankungsversuche im Nassanzug Anfang des Monats durch technische Probleme versenkt worden waren. 

Eines dieser Probleme war ein Wasserstoffleck, aber es war an einer anderen Stelle als der, die während der letzten Operationen mit nassen Kleidern auftauchte. 

Die NASA wird morgen (24. Juni) um 11 Uhr EDT (1500 GMT) während einer Pressekonferenz die bevorstehenden Rollback-, Reparaturarbeiten und Startpläne erörtern, sagten Vertreter der Agentur in der heutigen Aktualisierung. Sie können diese Pressekonferenz hier auf Space.com ansehen, mit freundlicher Genehmigung der NASA.

Artemis 1 wird die erste Mission für die SLS und für das Artemis-Programm der NASA sein , das darauf abzielt, bis Ende der 2020er Jahre eine nachhaltige, langfristige menschliche Präsenz auf dem Mond zu etablieren. Artemis 1 wird einen unbemannten Orion auf eine etwa einmonatige Reise um den Mond schicken und möglicherweise den Weg für einen ersten bemannten Artemis-Flug im Jahr 2024 und eine bemannte Mondlandung ein oder zwei Jahre später ebnen.

Quelle: https://www.space.com/artemis-1-moon-mission-wet-dress-rehearsal-success

NASA: Riesenrakete SLS bei „feuchter Generalprobe“ komplett betankt

Die NASA hat den bislang wichtigsten Test ihrer Mondrakete am Montag fast abgeschlossen. Der Countdown wurde aber 20 Sekunden früher abgebrochen als vorgesehen.

(Bild: NASA/Ben Smegelsky)

Die NASA hat den wichtigen Test der Mondrakete SLS am Montag 29 Sekunden vor dem Ende des Countdowns abgeschlossen – 20 Sekunden früher als geplant. Damit ist auch der insgesamt vierte Versuch nicht voll gelungen, aber erstmals ist die Rakete im Rahmen der „feuchten Generalprobe“ komplett vollgetankt worden.

Erreicht habe man immerhin den finalen Teil des Countdowns, bei dem in rascher Abfolge viele sicherheitsrelevante Aktivitäten ablaufen, erklärt die NASA. Als Nächstes müssen nun die dabei gesammelten Daten ausgewertet werden, um festzustellen, ob die Rakete bereit ist für einen richtigen Start Richtung Mond.

Bei der sogenannten „feuchten Generalprobe“ spielt die NASA das gesamte Prozedere durch, das vor einem echten Start einer Rakete nötig ist, hauptsächlich das Betanken mit Flüssigtreibstoff – daher der Name. Erst kurz vor dem nicht mehr umkehrbaren Zünden der Triebwerke wird abgebrochen. Ganz bis dahin kam die NASA jetzt nicht, trotzdem ist es deutlich besser gelaufen, als in den vorherigen Anläufen.

Gleich zu Beginn des bislang umfangreichsten Tests musste ein defektes Stickstoffventil an einer Ersatzleitung ausgewechselt werden. Diese wurde danach als Hauptleitung verwendet. Später entdeckten die Verantwortlichen ein Wasserstoffleck an einer Schnellkupplung, schreibt die NASA. Ein Erwärmen und Abkühlen des betroffenen Bauteils habe das Problem nicht gelöst.

Deshalb habe man die Datenverarbeitung angepasst, damit das Leck keinen Abbruch verursacht. So habe man so weit in den Countdown vordringen wollen wie möglich. Den habe man dann bei einer Restzeit von 10 Minuten wieder aufgenommen und mehrere sicherheitskritische Operationen ausführen können. Wie genau die NASA den Test bewertet, soll am heutigen Dienstag bekannt gegeben werden.

Das Space Launch System ist die Basis für die geplanten bemannten Flüge der NASA zum Mond – sie wird seit Jahren entwickelt. Lange wurde davon ausgegangen, dass sie bei ihrer Fertigstellung die stärkste Rakete der Geschichte sein würde. Der Platz könnte ihr aber streitig gemacht werden. SpaceX hat eine eigene Riesenrakete in einem Bruchteil der Zeit entwickelt und plant schon im Juli deren ersten Flug ins All.

Während ein Start der SLS mindestens 4,1 Milliarden US-Dollar kostet – was bei der NASA als „unhaltbar“ gilt –, dürften Starts des Starships deutlich günstiger werden. Bei ihrem ersten Start soll die SLS die unbemannte Raumkapsel Orion zum Mond schießen, den die Raumkapsel dann mehrere Tage umkreisen soll. Wann das so weit ist, könnte nun klarer werden.

Quelle: https://www.heise.de/news/NASA-Riesenrakete-SLS-bei-feuchter-Generalprobe-komplett-betankt-7146371.html

Die Megarakete Artemis 1 der NASA steht dieses Wochenende vor einem großen Test für den Start um den Mond

Die NASA hat für den kommenden Test einige Dinge repariert und verbessert. Außerdem möchte man Transparenter sein. Mal schauen wie es diesmal wird.


Die „nasse Generalprobe“ von Artemis 1 soll am Samstag (18. Juni) beginnen.

Mit Wildblumen, die die Aussicht umgeben, kommt die Mondrakete Artemis 1 der NASA – die auf dem Raupentransporter 2 der Agentur getragen wird – am 6. Juni 2022 auf der Startrampe 39B im Kennedy Space Center der Agentur in Florida an.
Die Mondrakete Artemis 1 der NASA erreicht am 6. Juni 2022 die Startrampe 39B im Kennedy Space Center der Agentur in Florida. (Bildnachweis: NASA/Ben Smegelsky)

Die Space Launch System (SLS)-Rakete, die die Artemis 1-Mondmission der NASA fliegen wird, befindet sich an diesem Wochenende für eine wichtige Testreihe auf dem Pad.

NASA-Beamte telefonierten am Mittwoch (15. Juni) mit Reportern, um vor diesen Tests, die zusammen eine Startsimulation umfassen, die als „nasse Generalprobe“ bekannt ist, ein Update zu geben. 

Der Artemis-1 -Stack – die SLS und eine Orion-Crew-Kapsel – wurde am 6. Juni zum historischen Launch Complex 39B im Kennedy Space Center (KSC) der NASA in Florida ausgerollt , die am Samstag (18. Juni) beginnen soll.

Artemis 1 wird der erste Start für die SLS sein und einen unbemannten Orion um den Mond und zurück schicken. Dies ist das zweite Mal, dass Artemis 1 für eine nasse Generalprobe am Pad ist, eine Startsimulation, bei der die Rakete betankt und die Prozeduren eines tatsächlichen Countdowns durchlaufen werden, bis hin zu T-10 Sekunden. 

Die NASA versuchte Anfang April, das nasse Kleid aufzuführen, und versuchte, die SLS über mehrere Tage hinweg drei Mal zu tanken. Aber das Team von Artemis 1 beschloss, den Artemis-Stapel Ende April zurück in das Vehicle Assembly Building (VAB) von KSC zu rollen, nachdem ein Wasserstoffleck und andere Probleme das Betanken der Rakete verhinderten und letztendlich jeden Versuch schrubbten.

Im Laufe von etwa einem Monat konnten die Teams des Kennedy Space Center (KSC) der NASA in Florida die notwendigen Reparaturen am SLS-Fahrzeug und den zugehörigen Bodensystemen durchführen und einige Upgrades durchführen, die ursprünglich für später geplant waren die nasse Generalprobe.

„Wir haben einige Dinge in der Gegend repariert, in der wir das [Wasserstoff]-Leck gesehen haben“, sagte Jim Free, stellvertretender Administrator für Exploration Systems Development bei der NASA, während des Anrufs am Mittwoch. 

Die Zeit im VAB bot den Technikern auch die Chance, den Verladebetrieb für SLS zu verbessern. Unter Verwendung von „Know-how aus den [Space] Shuttle-Tagen“, sagte Free, konnten Teams im VAB bestimmte Verfahren zum Befüllen der kryogenen Treibstofftanks der Rakete aktualisieren und automatisieren. 

Free lobte die Teams von Exploration Ground Systems sowie andere NASA-Büros, die sich auf Artemis konzentrieren, für ihre hervorragende Planung, „so viel wie möglich von den Startzeiten [dieses Jahres] einzusparen, damit wir das Fahrzeug in Gang bringen und verstehen können, wie es funktioniert. “ Free betonte, dass SLS immer noch ein neues Fahrzeug ist, und während die Beamten auf einen Startversuch der Artemis 1 Ende August hoffen, muss dem Start eine erfolgreiche nasse Generalprobe vorausgehen. 

„Dies ist der erste Schritt, um uns zurück zum Mond zu bringen“, sagte Free. „Dieser Start hat sehr spezifische Ziele. Es ist ein Flugtest. Wir wollen den Hitzeschild bei Mondwiedereintrittsgeschwindigkeiten testen, wir wollen sicherstellen, dass wir das Fahrzeug bergen, und wir wollen sicherstellen, dass die Systeme im Orbit funktionieren, damit wann Wenn wir zu [Artemis] 2 kommen, sind wir zuversichtlich, die Crew auf [ Orion ] zu setzen.“

Der Artemis-1-Stack hat die vergangene Woche auf Pad 39B verbracht, um Validierungstests unterzogen zu werden, so Charlie Blackwell-Thompson, Artemis Launch Director beim Exploration Ground Systems Program bei KSC, der ebenfalls am Mittwoch teilnahm. Mehrere Tage nach der Rückkehr von Artemis 1 zum Pad arbeiteten die Teams daran, die Dienste und Konnektivität zwischen der mobilen SLS-Startplattform und den Befehls- und Kontrollsystemen im Startkontrollzentrum der NASA zu bestätigen. 

Am vergangenen Wochenende führten die Teams auch Booster-Wartungsverfahren durch und schlossen das hypergolische Betanken des hydraulischen Antriebsaggregats des Boosters ab, das die Schubvektorsteuerung der Rakete während des Fluges bereitstellt. Blackwell-Thompson sagte, dass das System „innerhalb der 30-Sekunden-Marke“ der kommenden nassen Generalprobe getestet werden soll. 

„Unser Pad-Flow ist im Wesentlichen abgeschlossen“, sagte Blackwell-Thompson, „abgesehen von unseren nassen Vorbereitungen für die Generalprobe, die jetzt in vollem Gange sind.“ Weitere Nasskleidungsvorbereitungen umfassten den Abschluss von Booster- und Triebwerksinspektionen, das Absenken der Triebwerkswartungsplattform von der Rakete weg und schließlich den Abschluss von Vorbereitungsarbeiten an den Flüssigsauerstoff- und Flüssigwasserstoffsystemen, die einer vollständigen Abschaltung des Starts vorausgingen Fahrzeug. 

„Das nächste Power-Up wird im Rahmen unserer nassen Generalprobe stattfinden“, sagte Blackwell-Thompson. Sie wies darauf hin, dass am Freitag (17. Juni) ein Pre-Test-Briefing für Bodenteams stattfinden wird, mit der Erwartung, dass das nasse Kleid am nächsten Tag beginnt. Die Probe selbst wird auf knapp 48 Stunden geschätzt und wird das Fahrzeug durch mehrere Start-Countdown-Simulationen, Halte- und Abbruchsituationen führen. 

NASA-Beamte hoffen, dass eine erfolgreiche nasse Generalprobe Artemis 1 für ein verfügbares Startfenster Ende August auf Kurs halten wird, betonten jedoch, dass sie sich darauf konzentrieren, zuerst das nasse Kleid fertigzustellen. Unter Berücksichtigung der Mondpositionierung hat die NASA einen Zeitplan möglicher Startfenster für die Mission Artemis 1 veröffentlicht, die sich bis 2023 erstreckt. 

Quelle: https://www.space.com/artemis-1-moon-rocket-wet-dress-rehearsal-preview


SLS auf Pad mit Moon
Die NASA sagt, es sei bereit für den vierten Übungs-Countdown des Space Launch System im Launch Complex 39B, der für den 20. Juni geplant ist. Bildnachweis: NASA/Ben Smegelsky

Die NASA bereitet sich auf einen vierten Versuch vor, einen Betankungstest durchzuführen und den Countdown ihres Weltraumstartsystems vor einem Start zu üben, frühestens in der zweiten Augusthälfte.

Während eines Anrufs mit Reportern am 15. Juni sagten Beamte der Agentur, sie seien bereit, mit einer nassen Generalprobe (WDR) der SLS im Launch Complex 39B fortzufahren. Der Test beginnt am 18. Juni um 17:00 Uhr Ostküstenzeit mit einem „Ruf an die Stationen“. ein T-0 um 14:40 Uhr Eastern an diesem Tag.

Das Gesamtvorgehen des WDR wird ähnlich aussehen wie drei Versuche, den Test im April zu absolvieren. Dazu gehört das Herunterzählen bis T-33 Sekunden, das Recycling und dann das Herunterzählen bis etwa T-10 Sekunden, das Anhalten kurz bevor die Triebwerke der Kernstufe zünden würden.

Die drei früheren Versuche erreichten nie das Endstadium des Countdowns und stießen auf eine Reihe technischer Probleme. Die NASA rollte die SLS zurück zum Vehicle Assembly Building (VAB), um Reparaturen durchzuführen , darunter den Austausch eines Helium-Rückschlagventils in der oberen Stufe der Rakete und die Behebung eines Wasserstofflecks in der Bodenausrüstung.

Die NASA verfeinerte auch Verfahren zum Laden von Treibmitteln in die Kernstufe, nachdem sie sowohl mit flüssigem Sauerstoff (LOX) als auch mit flüssigem Wasserstoff auf Probleme gestoßen war. „Wir haben beim Laden einige Dinge mit LOX und Wasserstoff gesehen“, sagte Jim Free, stellvertretender NASA-Administrator für die Entwicklung von Explorationssystemen. „Unser Team war in der Zeit, die wir damals im VAB hatten, in der Lage, diese Verfahren zu automatisieren, von denen wir wissen, dass sie uns helfen werden.“

Die Änderungen sollen Druckschwankungen verhindern, die bei früheren Versuchen beim Laden aufgetreten sind, sagte Charlie Blackwell-Thompson, Artemis-Startdirektor. „Einiges davon wurde auch beim letzten Mal demonstriert, aber wir konnten einiges davon automatisieren, und dann können wir uns auch andere Möglichkeiten ansehen, wie wir dies tun könnten“, sagte sie.

Die NASA versprach auch, mehr Echtzeitinformationen für den kommenden WDR bereitzustellen. Während der drei Versuche im April veröffentlichte die Agentur nur gelegentlich Blog-Posts und Tweets und sagte, sie könne aufgrund von Exportkontrollbedenken keine detaillierteren technischen Informationen bereitstellen, obwohl die Agentur solche Informationen während des Shuttle-Programms bereitstellte.

Für den bevorstehenden Test wird es während des Tankens und des Countdowns Kommentare geben, sagte Free, zusammen mit „fantastischen“ Grafiken, obwohl die Agentur immer noch nicht den gleichen Detaillierungsgrad wie während des Shuttle-Programms veröffentlichen wird. „Wir versuchen, transparenter zu sein“, sagte er.

Selbst wenn der bevorstehende WDR wie geplant verläuft, was bei den ersten drei Versuchen nicht der Fall war, sagte Free, dass ein Start im nächsten verfügbaren Fenster, das am 26. Juli öffnet und am 10. August endet, unwahrscheinlich ist. „Diese Startphase Ende Juli/Anfang August ist für uns sehr schwer zu erreichen“, sagte er angesichts der Arbeit, die nach dem WDR erforderlich war, um das Fahrzeug zum VAB zurückzugeben, letzte Vorbereitungen zu treffen und zum Pad zurückzukehren. „Ich denke, wir sehen uns wahrscheinlich die zweite Augusthälfte an.“ Dieses Fenster öffnet am 23. August und schließt am 6. September, obwohl es am 30. August, 31. August und am 1. September keine Startmöglichkeiten gibt.

Dieser Zeitplan geht auch davon aus, dass es während des bevorstehenden Tests keine größeren Probleme gibt. „Dies ist das erste Mal, dass wir dieses Fahrzeug fliegen, und ich denke, wir müssen alles verstehen, was wir können, bevor wir uns zum Start verpflichten“, sagte er, als er gefragt wurde, ob die NASA mit einem Start fortfahren würde, auch wenn nicht alle Teile abgeschlossen wären des WDR. „Wir werden verstehen, was jede Situation ist, und sie dem Erdboden gleichmachen, bevor wir darauf drängen, uns zum Start zu verpflichten.“

Quelle: https://spacenews.com/fourth-sls-countdown-test-set-for-june-20/

Geplante Mondstation: Warten auf den Start von Capstone

Warten auf den Start von Capstone zum Mond, Capstone wird die geplante Umlaufbahn des Lunar-Gateway (Mondstation) testen. Wohl schlechtes Wetter momentan in Neuseeland, könnte der 25 Juni werden.

Die NASA, Rocket Lab und Advanced Space zielen nicht mehr auf den 13. Juni für den Start der Cislunar Autonomous Positioning System Technology Operations and Navigation Experiment oder CAPSTONE Mission zum Mond ab. Die Flugsoftware wird aktualisiert. Ein überarbeiteter Zeitplan wird so bald wie möglich zur Verfügung gestellt.

Seit der Ankunft in Neuseeland wurde CAPSTONE von Teams von Rocket Lab, Terran Orbital und Stellar Exploration erfolgreich betankt und in die Lunar Photon-Oberstufe integriert. CAPSTONE und Photon sind in der Nutzlastverkleidung eingekapselt. Quelle: https://blogs.nasa.gov/artemis/2022/06/08/capstone-mission-launch-no-longer-targeting-june-13/

Auf der Spur des Lebens: Japanische Forscher finden erstmals Aminosäuren in Asteroiden

Ursprung frühen Lebens/Woher kommt das Leben? An dieser Frage wird auch im Weltraum geforscht. Japanische Wissenschaftler tragen ein Puzzelteil zur Antwort bei. Japanische Forscher haben erstmals in Proben eines Asteroiden Aminosäuren, die fundamentale Bausteine des Lebens sind, nachgewiesen.

Eiweißbausteine sind die Voraussetzung für die Entwicklung von Leben. Die Wissenschaftler konnten diese nun in Proben eines Asteroiden nachweisen. Diese hatte die japanische Raumsonde „Hayabusa 2″ nach sechs Jahren im All zur Erde gebracht.

Japanische Forscher haben erstmals in Proben eines Asteroiden Aminosäuren, die fundamentale Bausteine des Lebens sind, nachgewiesen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag unter Berufung auf das Wissenschaftsministerium in Tokio berichtete, konnten in Proben des Asteroiden Ryugu mehr als 20 Arten von Aminosäuren nachgewiesen werden. Die japanische Raumsonde „Hayabusa 2“ hatte die Proben nach sechs Jahren im Weltall und mehr als fünf Milliarden zurückgelegten Kilometern im Dezember 2020 in einer Kapsel zur Erde zurückgebracht. Ziel der Mission ist es, den Ursprüngen des Sonnensystems und des Lebens auf der Erde genauer auf die Spur zu kommen.

„Hayabusa 2“ war im Dezember 2014 in Japan gestartet und erreichte nach fast vier Jahren sein rund 300 Millionen Kilometer entferntes Ziel. Die Sonde landete später auf Ryugu und sammelte Proben von der Oberfläche sowie erstmals auch aus einem Bereich unter der Oberfläche eines solchen Asteroiden. Ryugu gehört zu den stark kohlenstoffhaltigen Asteroiden und stammt ursprünglich aus dem äußeren Teil des Asteroidengürtels, der zwischen Mars und Jupiter die Sonne umkreist. Die Vorgänger-Sonde „Hayabusa“ (Wanderfalke) hatte im Jahr 2010 weltweit erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Material aus Frühzeit des Sonnensystems

An der „Hayabusa 2“-Mission hatte sich auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit dem gemeinsam mit der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelten Lander „Mascot“ beteiligt. Der war im Oktober 2018 auf Ryugu gelandet und hatte den aus hochporösem Material bestehenden Asteroiden erkundet, bis die Batterie ausging.

In Japan wurden die einzelnen Bestandteile der Proben vom Asteroiden Ryugu zunächst kuratiert und beschrieben. Das 4,6 Milliarden Jahre alte Material stammt aus der Frühzeit des Sonnensystems. Vergangenes Jahr wurde mit mikroskopischen, mineralogischen und geochemischen Untersuchungen begonnen. Einen Teil der Proben stellt die japanische Raumfahrtagentur Jaxa auch Forschern anderer Länder zur Verfügung.

Beschleunigten außerirdische Lebensbausteine Entwicklung auf Erde?

Bereits vor 3,9 Milliarden Jahren gab es vermutlich einfaches, einzelliges Leben auf der Erde – also quasi sofort, als die Erde kühl genug für flüssiges Wasser auf der Oberfläche war. Wie konnte Leben so schnell entstehen? Diese Frage beschäftigt Forscher schon lange. Erst kürzlich wurde mitgeteilt, dass ein Forscherteam aus Japan und den USA in drei Meteoriten sogenannte Nukleobasen nachweisen konnte – wichtige Bausteine für die Erbsubstanz DNA. Vermutlich seien diese komplexen Moleküle bereits vor der Entstehung des Sonnensystem im Weltall entstanden, erläutern die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature Communications“.

Seit langem ist bekannt, dass viele organische Stoffe im Weltall entstehen können. Aminosäuren und Zucker-Moleküle wurden etwa in Gaswolken und in zur Erde gefallenen Meteoriten nachgewiesen. Dadurch gewann die Hypothese an Gewicht, dass die schnelle Entstehung des Lebens auf der Erde durch einen Zustrom von Lebensbausteinen aus dem All angeschoben wurde.

Quelle: https://www.rnd.de/wissen/aminosaeuren-in-asteroiden-proben-japanische-forscher-finden-ursprung-fruehen-lebens-UFWGRESNW24LKHYPXP5TWIRKTY.html


Amino acids found in asteroid samples collected by Japan’s Hayabusa2 probe

More than 20 types of amino acids have been detected in samples Japan’s Hayabusa2 space probe brought to Earth from an asteroid in late 2020, a government official said Monday, showing for the first time the organic compounds exist on asteroids in space.

With amino acids essential for all living things to make proteins, the discovery could hold clues to understanding the origins of life, the education ministry said.

In December 2020, a capsule that had been carried on a six-year mission by Hayabusa2 delivered more than 5.4 grams of surface material to Earth from the Ryugu asteroid, located over 300 million kilometers away.

File photo shows the Ryugu asteroid pictured by Hayabusa2 in November 2019. (Photo courtesy of JAXA)(Kyodo)

The probe of Ryugu was aimed at unraveling the mysteries of the origin of the solar system and life. Previous analysis of the samples had suggested the presence of water and organic matter.

The full-fledged investigation of the sample was launched in 2021 by the Japan Aerospace Exploration Agency and research institutions nationwide including the University of Tokyo and Hiroshima University.

Although it is not known how amino acids arrived on ancient Earth, one theory says they were brought by meteorites, with amino acids being detected in a meteorite found on Earth. But there is also a possibility that they were attached on the ground.

Meteors that reach Earth burn up when they hit the atmosphere, and quickly become contaminated with terrestrial microorganisms.

File photo shows samples brought to Earth by the Hayabusa2 space probe from the Ryugu asteroid. (Photo courtesy of JAXA)(Kyodo)

Hayabusa2 was groundbreaking in that it collected subsurface materials not weathered by sunlight or cosmic rays, and delivered them to Earth unexposed to outside air.

Kensei Kobayashi, professor emeritus of astrobiology at Yokohama National University, said the unprecedented discovery of multiple types of amino acids on an extraterrestrial body could even hint at the existence of life outside of Earth.

A capsule used to send asteroid samples to Earth from the Japan Aerospace Exploration Agency’s Hayabusa2 space probe is displayed to the public at Sagamihara City Museum in Kanagawa Prefecture on March 12, 2021. (Kyodo)

„Proving amino acids exist in the subsurface of asteroids increases the likelihood that the compounds arrived on Earth from space,“ he said.

It also means amino acids can likely be found on other planets and natural satellites, hinting that „life could have been born in more places in the universe than previously thought,“ Kobayashi added.

Hayabusa2 left Earth in 2014 and reached its stationary position above Ryugu in June 2018 after traveling 3.2 billion km on an elliptical orbit around the Sun for more than three years.

The probe touched down on the asteroid twice the following year, collecting the first-ever subsurface samples from an asteroid.

Quelle: https://english.kyodonews.net/news/2022/06/9a7dbced6c3a-amino-acids-found-in-asteroid-samples-collected-by-hayabusa2-probe.html


JAXA to announce „major discovery“ about asteroids next spring

Dec 6, 2021 – 20:12 | AllJapan

Japan’s space agency said Monday it plans to release a paper on a „major discovery“ in the field of asteroids as early as next spring based on soil samples from an asteroid that the Hayabusa2 probe brought back to Earth in December last year.

A capsule from the probe, containing more than 5.4 grams of soil samples from the Ryugu asteroid located over 300 million kilometers from Earth, returned exactly a year ago.

The Japan Aerospace Exploration Agency plans to submit the paper on the findings to a major scientific journal, possibly within this year, Tomohiro Usui, manager of the Astromaterials Science Research Group who is leading the analysis, said at a press conference.

Photo shows soil samples from the Ryugu asteroid that the Hayabusa2 space probe brought back to Earth. (Photo courtesy of JAXA) (Kyodo)

Usui said that „unlike meteorites that are contaminated after entering Earth’s atmosphere,“ the samples could provide „information about the exact conditions in space.“

Currently, six teams in Japan are analyzing the samples based on criteria such as organic material.

Japan has handed over some of the soil samples to the U.S. National Aeronautics and Space Administration, in line with a prior agreement reached between the countries.

Quelle: https://english.kyodonews.net/news/2021/12/4a190f47d3c1-jaxa-to-announce-major-discovery-about-asteroids-next-spring.html

Südkoreas erste Mondmission schließt Weltraum-Tests ab/Transport nach Cape Canaveral Anfang Juli

Ingenieure des Korea Aerospace Research Institute untersuchen den Korea Pathfinder Lunar Orbiter am KARI-Hauptsitz in Daejeon. (Korea Aerospace Research Institute)DAEJEON – Südkorea bereitet sich darauf vor, die siebte Nation der Welt zu werden, die eine Mondsondenmission mit ihrem ersten Mondorbiter durchführt, der am 2. August starten soll.

Die erste Mondmission des Landes, die im Rahmen eines landesweiten Namenswettbewerbs den Namen „Danuri“ erhalten hat, hat die letzten Phasen der Weltraumtests abgeschlossen, einschließlich Haltbarkeitsprüfungen gegen extreme Temperaturen und elektromagnetische Wellen am Korea Aerospace Research Institute. Es wartet darauf, Anfang Juli zu seinem Startplatz in den USA – der Cape Canaveral Space Force Station in Florida – transportiert zu werden.

Danuri, eine Kombination aus den beiden koreanischen Wörtern „dal“ und „nuri“, was „Mond“ bzw. „genießen“ bedeutet, wurde Reportern am Freitag in der KARI-Zentrale in Daejeon vorgestellt, sechs Jahre nach der Entwicklung des ersten Mondes des Landes Orbiter begann im Jahr 2016.

„Mit über 60.000 Menschen (die am Namenswettbewerb teilnehmen) haben wir mit Danuri einen aussagekräftigen Namen. Wir sind 15 Jahre nach der ersten Erwähnung einer Mondsonde so weit gekommen“, sagte Präsident Lee Sang-ryool von KARI.

„Danuri wird am 3. August koreanischer Zeit mit einer SpaceX-Falcon-Rakete ins All geschossen. Sie wird am 16. Dezember in die Umlaufbahn des Mondes eintreten und ab 2023 mit der Durchführung verschiedener wissenschaftlicher Missionen und Tests beginnen.“

Die Trockenmasse des Korea Pathfinder Lunar Orbiter (KPLO) beträgt 418 Kilogramm und etwa 2 Meter Länge, Höhe und Breite, wenn alle Teile zusammengeklappt sind. Laut KARI hat das geringe Gewicht von Danuri einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mondorbitern anderer Länder, wie der japanischen Selene mit einem Gewicht von 1.984 kg und dem amerikanischen Lunar Reconnaissance Orbiter mit 1.018 kg. Laut KARI enthält Danuri sechs Nutzlasten – ein Magnetometer, eine Schattenkamera, ein Gammastrahlenspektrometer, eine polarimetrische Weitwinkelkamera, ein verzögerungstolerantes Netzwerkexperiment und einen Bildgeber für das Mondgelände. 

Nutzlasten des Korea Pathfinder Lunar Orbiter (Korea Aerospace Research Institute)Zu den Zielen von Danuri gehören die Identifizierung potenzieller Landeplätze für zukünftige Mondmissionen, das Testen der interplanetaren Internetkommunikation, die Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen der Umwelt, Topographie und Ressourcen auf dem Mond sowie die Erforschung der dunklen Seite des Mondes.

Insbesondere wird Danuri versuchen, das Musikvideo des Billboard-Hits „Dynamite“ von K-Pop-Megastar BTS zur Erde zu schicken, um die Verfügbarkeit einer Internetverbindung im Weltraum zu testen.

Danuri wird sich der angestrebten Umlaufbahn des Mondes von 100 Kilometern auf einer energieeffizienten Flugbahn namens „Ballistic Lunar Transfer“ nähern, sagten die Weltraumbehörden. Das Transferverfahren nutzt „Autobahnen“, die in verschiedenen interplanetaren Gravitationszügen existieren. 

Flugbahn des Korea Pathfinder Lunar Orbiter (Korea Aerospace Researche Institute)Da der Transferansatz die Energiemenge minimiert, die erforderlich ist, um den Kurs des Orbiters zu ändern, benötigt er die geringste Menge an Treibstoff. Daher kann die KPLO laut KARI eine so leichte Masse haben.

Kim Dae-kwan, Leiter des Monderkundungsprojekts von KARI, sagte, der Transferansatz werde Danuri bis zu 1,56 Millionen Kilometer von der Erde entfernt bringen, während der Mond nur 384.000 Kilometer von der Erde entfernt sei. Das Missionskontrollzentrum von KARI am Boden wird für die Steuerung des Orbiters unter Verwendung einheimischer Technologien mit Unterstützung der NASA-Antenne verantwortlich sein, sagte er.

Etwa 60 Weltraumexperten werden vom Moment des Starts von Danuri bis zum Eintritt in die Mondumlaufbahn im Dezember rund um die Uhr im Missionskontrollzentrum arbeiten.

Um Signale von Danuri zu empfangen, sobald es tief im Weltraum ist, hat KARI die erste Weltraumantenne des Landes – die Korea Deep Space Antenna – in Yeoju, Provinz Gyeonggi, gebaut. Der Hauptreflektor des KDSA hat einen Durchmesser von 35 Metern und eine maximale Höhe von 45 Metern über dem Boden. 

Die Korea Deep Space Antenne in Yeoju, Provinz Gyeonggi (Korea Aerospace Research Institute)Die koreanische Antenne ist mit dem Deep Space Network der NASA verbunden, das Informationen mit drei anderen Deep-Space-Antennen in Australien, Spanien und den USA austauscht. Diese Antennen, die über den ganzen Globus verteilt sind, werden die Bilder und Daten aufnehmen, die Danuri zur Erde senden wird, wenn sie den Mond 12 Mal am Tag umkreist.

Der KARI-Präsident wies darauf hin, dass die Mondmission das erste Mal für eine Hardware-Kooperation zwischen Südkorea und der NASA sei, da Danuri die von der Arizona State University entwickelte Schattenkamera tragen werde. Die Mission der Schattenkamera ist es, dauerhaft dunkle Regionen auf dem Mond zu untersuchen.

„Wenn wir durch diese (Mission) Vertrauen gewinnen, glaube ich, dass wir größere und anspruchsvollere Aufgaben bewältigen können. Abgesehen von den Artemis-Abkommen zeigt (die Zusammenarbeit), was wir in Bezug auf den Mondorbiter erreicht haben. Es könnte als Chance dienen damit wir in den tiefen Weltraum treten können“, sagte Lee.

Im Mai 2021 unterzeichnete Südkorea als 10. Land die Artemis-Abkommen, eine Reihe von Grundsätzen, die die Zusammenarbeit im Weltraum zwischen den an den Monderkundungsplänen der NASA beteiligten Nationen leiten. Seoul war auch das erste, das die Abkommen unter der Biden-Administration unterzeichnete.

Die Missionsdauer von Danuri ist für ein Jahr bis Ende 2023 geplant, wobei die Weltraumbehörden fünf oder mehr Szenarien vorbereitet haben, sobald es in die angestrebte Umlaufbahn auf dem Mond eintritt. Laut KARI könnte die KPLO in eine verlängerte Missionsphase eintreten, je nachdem, wie viel Treibstoff bis zum Ende der geplanten Dauer übrig ist. 

Beamte des Korea Aerospace Research Institute führen eine Probe für den Betrieb des Korea Pathfinder Lunar Orbiter durch. (Korea Aerospace Research Institute)

Quelle: https://m.koreaherald.com/view.php?ud=20220606000159

Weltraumteleskop James Webb: Erste komplette Farbbilder kommen am 12. Juli

Die Vorbereitung des James-Webb-Weltraumteleskops ist fast abgeschlossen, bald kann die Forschung beginnen. Am 12. Juli soll es einen ersten „Wow-Effekt“ geben.

(Bild: NASA-GSFC, Adriana M. Gutierrez (CI Lab))

Die ersten wissenschaftlichen Aufnahmen und Daten des Weltraumteleskops James Webb sollen am 12. Juli veröffentlicht werden. Das teilten die Weltraumagenturen NASA, ESA und CSA mit, die das hochsensible Instrument betreiben.

Was genau es dafür ins Visier nehmen wird, sagten sie nicht, versicherten aber, dass es Farbbilder präsentiert werden sollen, die „das volle wissenschaftliche Potenzial“ des Teleskops vorführen werden. Ergänzt werden sie um spektroskopische Daten. Wissenschaftlich liege der Fokus auf dem frühen Universum, der Entwicklung von Galaxien und dem Lebenszyklus von Sternen und Exoplaneten. Nach der Anfertigung dieser Aufnahmen werde das Instrument mit der heiß ersehnten Forschungsarbeit beginnen.

„Die Veröffentlichung der ersten vollfarbigen Bilder wird einen einzigartigen Moment ermöglichen, an dem wir alle innehalten und eine Aussicht bestaunen, die die Menschheit nie zuvor gesehen hat“, meint Eric Smith von der NASA. Die angekündigten Bilder seien dann das Ergebnis „von jahrzehntelanger Hingabe, Talent und Träumen sein“ – aber auch ein neuer Anfang. Sie werden einen ersten Eindruck davon vermitteln, „wie das James-Webb-Teleskop unseren Blick auf das Universum verändern wird“, verspricht Chris Evans von der ESA.

Die Erwartungen sind also immens, aber angesichts der fehlerfreien Vorbereitung des hochsensiblen Instruments auf seine Arbeit im Weltraum waren die Erwartungen zuletzt sowieso noch einmal gestiegen. Der Astronom Klaus Pontoppidan verspricht der Öffentlichkeit jetzt den lang erwarteten „Wow-Effekt“.

Die reservierte Zeit im Cycle 1 nach Forschungszielen.(Bild: NASA and P. Jeffries (STScI))

Wie groß der Unterschied zu früheren Instrumenten ist, hatten bereits die in der Kalibrierungsphase gemachten Aufnahmen deutlich gemacht. Die ersten richtigen Bilder wurden seit Langem geplant, erklärt die ESA. Angesichts der Leistungsfähigkeit des Teleskops sei es jedoch schwierig, ihr Aussehen genau vorherzusagen. Aber natürlich gebe es Dinge, die erwartet und erhofft würden. Das für die Organisation der Forschung zuständige Space Telescope Science Institute hat derweil zusammengetragen, wie der erste Forschungszyklus (Cycle 1) aufgeteilt wurde: In rund einem Drittel der vergebenen Forschungszeit geht es demnach um Galaxien und das intergalaktische Medium, es folgen Exoplaneten und Sternphysik und unter anderem supermassive Schwarze Löcher. Sechs Prozent der Zeit sind für die Erforschung des Sonnensystems reserviert.

Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) war am 25. Dezember gestartet worden. Nachdem es sich selbst entfaltet hat, war es einen Monat später am Lagrange-Punkt L2 angekommen. Hier blickt es inzwischen abgewandt von Sonne, Erde und Mond ins All, sodass die Wärmestrahlung der Himmelskörper das Infrarotteleskop nicht stört. Ein riesiger Sonnenschutz blockt diese ab. Seine Betriebstemperatur liegt bei 40 Kelvin (- 233 Grad Celsius), ein Instrument wurde sogar auf 6,4 Kelvin oder -267 Grad Celsius heruntergekühlt. Weil vor allem beim Start alles fast ideal geklappt hat, wurde so viel Treibstoff gespart, dass das Weltraumteleskop 20 Jahre einsatzbereit sein dürfte.

Quelle: https://www.heise.de/news/Weltraumteleskop-James-Webb-Erste-komplette-Farbbilder-kommen-am-12-Juli-7130095.html


ESA: Wir freuen uns auf die ersten Bilder von Webb

Das NASA/ESA/CSA James Webb Space Telescope wird seine ersten Vollfarbbilder und spektroskopischen Daten am 12. Juli 2022 veröffentlichen.

Als das größte und komplexeste Observatorium, das jemals in den Weltraum gestartet wurde, hat Webb eine sechsmonatige Vorbereitungsphase durchlaufen, bevor es mit der wissenschaftlichen Arbeit beginnen kann, indem es seine Instrumente auf seine Weltraumumgebung kalibriert und seine Spiegel ausrichtet . Dieser sorgfältige Prozess, ganz zu schweigen von Jahren der Entwicklung neuer Technologien und der Missionsplanung, hat zu den ersten Bildern und Daten geführt: eine Demonstration von Webb in seiner vollen Kraft, bereit, seine wissenschaftliche Mission zu beginnen und das Infrarot-Universum zu entfalten.

„Diese erste Veröffentlichung wird ein bemerkenswerter Moment für die Mission sein und uns einen ersten Einblick geben, wie Webb unsere Sicht auf das Universum verändern wird“, sagte Chris Evans, ESA-Webb-Projektwissenschaftler. „Wir freuen uns darauf, die Erfahrung des Sehens zu teilen diese ersten Bilder und Spektren mit der Öffentlichkeit in ganz Europa.“

Hinter den Kulissen: Erstellen von Webbs ersten Bildern

„Während wir uns dem Ende der Vorbereitung des Observatoriums für die Wissenschaft nähern, stehen wir am Abgrund einer unglaublich spannenden Entdeckungsphase unseres Universums. Die Veröffentlichung von Webbs ersten Vollfarbbildern wird uns allen einen einzigartigen Moment bieten, innezuhalten und eine Aussicht zu bestaunen, die die Menschheit noch nie zuvor gesehen hat“, sagte Eric Smith, Webb-Programmwissenschaftler am NASA-Hauptquartier in Washington. „Diese Bilder werden der Höhepunkt von Jahrzehnten voller Hingabe, Talent und Träume sein – aber sie werden auch erst der Anfang sein.“

Die Entscheidung, was Webb zuerst betrachten sollte, war ein Projekt, das mehr als fünf Jahre dauerte und von einer internationalen Partnerschaft zwischen der NASA, der ESA, der kanadischen Weltraumbehörde und dem Space Telescope Science Institute (STScI) in Baltimore, USA, durchgeführt wurde Webbs Wissenschafts- und Missionsoperationen.

„Unser Ziel für die ersten Bilder und Daten von Webb ist es, sowohl die leistungsstarken Instrumente des Teleskops zu präsentieren als auch eine Vorschau auf die kommende wissenschaftliche Mission zu geben“, sagte der Astronom Klaus Pontoppidan, Webb-Projektwissenschaftler am STScI. „Sie werden den Astronomen und der Öffentlichkeit mit Sicherheit ein lang ersehntes ‚Wow‘ liefern.“

Sobald jedes Instrument von Webb kalibriert, getestet und von seinen Wissenschafts- und Ingenieurteams grünes Licht erhalten hat, werden die ersten Bilder und spektroskopischen Beobachtungen gemacht. Das Team wird eine Liste von Zielen durchgehen, die von einem internationalen Komitee vorab ausgewählt und priorisiert wurden, um die leistungsstarken Fähigkeiten von Webb zu nutzen. Dann erhält das Produktionsteam die Daten von Webbs Instrumentenwissenschaftlern und verarbeitet sie zu Bildern für Astronomen und die Öffentlichkeit.

„Ich fühle mich sehr privilegiert, ein Teil davon zu sein“, sagte Alyssa Pagan, Entwicklerin von Science Visuals bei STScI. „Normalerweise kann der Prozess von den Rohdaten des Teleskops bis zum endgültigen, sauberen Bild, das wissenschaftliche Informationen über das Universum vermittelt, Wochen bis zu einem Monat dauern“, sagte Pagan.

Was werden wir sehen?

Obwohl die sorgfältige Planung für Webbs erste Vollfarbbilder seit langem im Gange ist, ist das neue Teleskop so leistungsstark, dass es schwierig ist, genau vorherzusagen, wie die ersten Bilder aussehen werden.

„Natürlich gibt es Dinge, die wir erwarten und hoffen zu sehen, aber mit einem neuen Teleskop und diesen neuen hochauflösenden Infrarotdaten werden wir es einfach nicht wissen, bis wir sie sehen“, sagte Joseph DePasquale, leitender Entwickler von wissenschaftlichen Visualisierungen bei STScI.

Frühe Ausrichtungsbilder haben bereits die beispiellose Schärfe von Webbs Infrarotsicht demonstriert. Diese neuen Bilder werden jedoch die ersten in Farbe sein und die ersten, die Webbs volle wissenschaftliche Fähigkeiten zeigen. Zusätzlich zu den Bildern wird Webb spektroskopische Daten erfassen – detaillierte Informationen, die Astronomen im Licht lesen können . Das erste Bilderpaket mit Materialien wird die wissenschaftlichen Themen hervorheben , die die Mission inspiriert haben und im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen werden: das frühe Universum, die Entwicklung von Galaxien im Laufe der Zeit, der Lebenszyklus von Sternen und andere Welten. Alle Inbetriebnahmedaten von Webb – die Daten, die während der Ausrichtung des Teleskops und der Vorbereitung der Instrumente erfasst wurden – werden ebenfalls öffentlich zugänglich gemacht.

Was kommt als nächstes?

Wissenschaft! Nach der Aufnahme der ersten Bilder werden Webbs wissenschaftliche Beobachtungen beginnen und die Erforschung der wichtigsten wissenschaftlichen Themen der Mission fortsetzen. Teams haben sich bereits in einem Wettbewerbsverfahren um die Nutzung des Teleskops in dem von Astronomen als ersten „Zyklus“ oder ersten Beobachtungsjahr bezeichneten Zeitraum beworben . Die Beobachtungen werden sorgfältig geplant, um die Zeit des Teleskops so effizient wie möglich zu nutzen.

Diese Beobachtungen markieren den offiziellen Beginn von Webbs allgemeinen wissenschaftlichen Aktivitäten – der Arbeit, für die es konzipiert wurde. Astronomen werden Webb verwenden, um das Infrarot-Universum zu beobachten, die gesammelten Daten zu analysieren und wissenschaftliche Abhandlungen über ihre Entdeckungen zu veröffentlichen.

Über das hinaus, was bereits für Webb geplant ist, gibt es unerwartete Entdeckungen, mit denen Astronomen nicht rechnen können. Ein Beispiel: Als 1990 das NASA/ESA -Weltraumteleskop Hubble startete, war dunkle Energie völlig unbekannt. Heute ist es eines der spannendsten Gebiete der Astrophysik. Was wird Webb entdecken?

Nehmen Sie an der Feier teil

Diese streng geheime und mit Spannung erwartete Sammlung von Bildern und Spektren soll weltweit verbreitet werden. Um diese wichtige Veröffentlichung zu feiern, lädt ESA/Webb Organisationen, Institutionen und Gruppen in ganz Europa ein, Vorschläge zu machen, um die Reichweite und Wirkung dieser Produkte mit speziellen Veranstaltungen zu maximieren. Diese Produkte werden in digitalem Format bereitgestellt und wir begrüßen kreative und innovative Ideen, wie diese Bilder und Spektren mit der breiten Öffentlichkeit in ganz Europa geteilt werden können.

Weitere Informationen zur Teilnahme finden Sie in der offiziellen Ausschreibung . Bewerbungsschluss ist der 8. Juni 2022.

Quelle: https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Webb/Looking_ahead_to_Webb_s_first_images


NASA: First Images From NASA’s Webb Space Telescope Coming Soon

NASA’s James Webb Space Telescope, a partnership with ESA (European Space Agency) and the Canadian Space Agency (CSA), will release its first full-color images and spectroscopic data on July 12, 2022. As the largest and most complex observatory ever launched into space, Webb has been going through a six-month period of preparation before it can begin science work, calibrating its instruments to its space environment and aligning its mirrors. This careful process, not to mention years of new technology development and mission planning, has built up to the first images and data: a demonstration of Webb at its full power, ready to begin its science mission and unfold the infrared universe.

“As we near the end of preparing the observatory for science, we are on the precipice of an incredibly exciting period of discovery about our universe. The release of Webb’s first full-color images will offer a unique moment for us all to stop and marvel at a view humanity has never seen before,” said Eric Smith, Webb program scientist at NASA Headquarters in Washington. “These images will be the culmination of decades of dedication, talent, and dreams – but they will also be just the beginning.”

Behind the Scenes: Creating Webb’s First Images

Deciding what Webb should look at first has been a project more than five years in the making, undertaken by an international partnership between NASA, ESA, CSA, and the Space Telescope Science Institute (STScI) in Baltimore, home to Webb’s science and mission operations.

“Our goals for Webb’s first images and data are both to showcase the telescope’s powerful instruments and to preview the science mission to come,” said astronomer Klaus Pontoppidan, Webb project scientist at STScI. “They are sure to deliver a long-awaited ‘wow’ for astronomers and the public.”

Once each of Webb’s instruments has been calibrated, tested, and given the green light by its science and engineering teams, the first images and spectroscopic observations will be made. The team will proceed through a list of targets that have been preselected and prioritized by an international committee to exercise Webb’s powerful capabilities. Then the production team will receive the data from Webb’s instrument scientists and process it into images for astronomers and the public.

“I feel very privileged to be a part of it,” said Alyssa Pagan, a science visuals developer at STScI. “Typically, the process from raw telescope data to final, clean image that communicates scientific information about the universe can take anywhere from weeks to a month,” Pagan said.

What Will We See?

While careful planning for Webb’s first full-color images has been underway for a long time, the new telescope is so powerful that it is difficult to predict exactly how the first images will look. “Of course, there are things we are expecting and hoping to see, but with a new telescope and this new high-resolution infrared data, we just won’t know until we see it,” said STScI’s lead science visuals developer Joseph DePasquale.

Early alignment imagery has already demonstrated the unprecedented sharpness of Webb’s infrared view. However, these new images will be the first in full color and the first to showcase Webb’s full science capabilities. In addition to imagery, Webb will be capturing spectroscopic data – detailed information astronomers can read in light. The first images package of materials will highlight the science themes that inspired the mission and will be the focus of its work: the early universe, the evolution of galaxies through time, the lifecycle of stars, and other worlds. All of Webb’s commissioning data – the data taken while aligning the telescope and preparing the instruments – will also be made publicly available.

What’s Next?

Science! After capturing its first images, Webb’s scientific observations will begin, continuing to explore the mission’s key science themes. Teams have already applied through a competitive process for time to use the telescope, in what astronomers call its first “cycle,” or first year of observations. Observations are carefully scheduled to make the most efficient use of the telescope’s time.

These observations mark the official beginning of Webb’s general science operations – the work it was designed to do. Astronomers will use Webb to observe the infrared universe, analyze the data collected, and publish scientific papers on their discoveries.

Beyond what is already planned for Webb, there are the unexpected discoveries astronomers can’t anticipate. One example: In 1990 when the Hubble Space Telescope launched, dark energy was completely unknown. Now it is one of the most exciting areas of astrophysics. What will Webb discover?

The James Webb Space Telescope is the world’s premier space science observatory. Webb will solve mysteries in our solar system, look beyond to distant worlds around other stars, and probe the mysterious structures and origins of our universe and our place in it. Webb is an international program led by NASA with its partners, ESA (European Space Agency) and the Canadian Space Agency.

Quelle: https://www.nasa.gov/feature/goddard/2022/first-images-from-nasa-s-webb-space-telescope-coming-soon

Raumsonde DART: Mehr als die hälfte der Reisezeit geschafft

Ca. 1 Jahr Reisezeit, Asteroiden-Abwehrtest-Sonde hat mehr als die hälfte der Reisezeit zum Ziel geschafft. Bilder mit dem Hauptinstrument gibt es ca. 30 Tage vor dem Einschlag/Ankunft. Ankunft/Einschlag Ende September oder in der ersten Oktoberwoche 2022.


Raumsonde DART

NASA testet Asteroiden-Abwehr im All

Stand: 24.11.2021 07:39 Uhr

Es ist ein spektakuläres Experiment zur Asteroiden-Abwehr: In Kalifornien ist eine Rakete mit der Raumsonde DART gestartet, die auf einem Asteroiden einschlagen soll.

Was würde die Menschheit tun, wenn ein riesiger Asteroid auf die Erde zurast? Darauf fand bislang nur Hollywood eine Antwort. US-Schauspieler Bruce Willis machte sich vor gut 20 Jahren in dem Katastrophenfilm „Armageddon“ todesgewiss auf den Weg ins All, um einen Asteroiden zu sprengen. Nun versucht die Wissenschaft zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt, die Flugbahn eines Asteroiden zu verändern.

Dazu ist die kühlschrankgroße Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test) von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien zu ihrer Mission gestartet. Ziel der Sonde ist der Doppelasteroid Didymos – griechisch für „Zwilling“. Er besteht aus einem größeren Asteroiden, der der Namensgeber ist, und einem kleineren Asteroiden. Der heißt Dimorphos, hat einen Durchmesser von 160 Metern und kreist in einer Entfernung von 1,1 Kilometer als Mond um den größeren. Auf dem kleineren Asteroiden soll die DART-Sonde einschlagen.

Bild: picture alliance/dpa/NASA/AP

Aus der Umlaufbahn schubsen?

„Nächstes Jahr werden wir Ende September oder in der ersten Oktoberwoche den Asteroiden erreichen und direkt hineinfliegen, um zu erforschen, wie stark wir ihn so verschieben können“, erklärt Thomas Zurbuchen, Wissenschaftsdirektor der NASA. „Anschließend wird die ESA mit einer Sonde starten und sich den Krater ansehen, um zusätzliche Informationen über das Experiment zu erlangen.“

Gelingt es, mit solch einem Einschlag die Umlaufbahn von Asteroiden zu verändern? Kann man sie einfach wegschubsen? Und könnte man zukünftig so auch Asteroiden ablenken, die Kurs auf die Erde nehmen? Das wollen die Wissenschaftler herausfinden.

Auf der Erde muss sich wegen des Doppel-Asteroiden niemand Sorgen machen: Er dient als „Testobjekt“ und fliegt im kommenden Jahr in zehn Millionen Kilometer Entfernung an der Erde vorbei.

ESA-Sonde HERA folgt 2024

Nach dem erfolgten Einschlag der NASA-Sonde soll im Oktober 2024 die ESA-Sonde HERA – benannt nach der griechischen Göttin – in einer Folgemission zu dem Doppelasteroiden fliegen.

Michael Küppers, ESA-Projektwissenschaftler für HERA, erklärt: „Mit dem NASA-Experiment und den Beobachtungen des Doppelasteroiden von der Erde aus würde man schon sehen, wie sich die Umlaufperiode des kleinen Asteroiden um den großen ändert. Allerdings: Um dann daraus auch die Effizienz des Impulsübertrags von der Sonde auf den Asteroiden zu bestimmen, muss man die Masse des Monds kennen.“

Dazu wird die ESA-Sonde den Asteroiden mit wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras genau untersuchen. Auch zwei sogenannte CubeSats – schuhkartongroße Satelliten – sollen auf dem Asteroiden landen. „HERA misst dann die Masse von dem Asteroiden, um zu sehen, wie effizient die Bahnänderung wirklich ist. HERA wird sich auch genau den Einschlagkrater anschauen. Außerdem wollen wir die Eigenschaften von Dimorphos studieren, um die Ergebnisse des Einschlags skalieren zu können“, erklärt Küppers.

Die Wissenschaftler wollen also herausfinden, wie übertragbar die Ergebnisse wären, wenn wirklich ein Asteroid auf die Erde zurast.

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So soll der Aufprall der DART-Sonde auf Dimorphos aussehen. Bild: picture alliance/dpa/NASA/Johns Hopkins Applied Physics Lab | Gribbsp1

Asteroiden ablenken oder sprengen

Zurzeit sind etwa 27.000 sogenannte NEOs (Near-Earth-Objects) bekannt, also erdnahe Asteroiden und Kometen. Auch Didymos gehört dazu. Allerdings besteht laut ESA-Wissenschaftler Küppers bei weniger als zehn Prozent die Gefahr, dass sie auf der Erde einschlagen. Viele von ihnen stellten zudem keine größere Gefahr dar, da sie nur ein paar Meter groß seien.

„Wenn es ein kleiner Asteroid wäre, sagen wir von der Größe eines Fußballstadions, der mit einer moderaten Geschwindigkeit fliegt, wäre Ablenkung die einfachste Idee“, sagt NASA-Wissenschaftsdirektor Zurbuchen. „Um einen großen Asteroiden abzuwehren, gibt es viele Ideen. Eine wäre, den Asteroiden zu spalten, etwa durch eine Explosion mit einer Bombe. Aber das hat noch nie jemand praktisch versucht.“

Früh auf Risiken vorbereitet sein

Welche gravierenden Folgen es haben kann, wenn ein großer Gesteinsbrocken auf der Erde einschlägt, erklärt Klimawissenschaftler Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: „Vor 66 Millionen Jahren löste ein gewaltiger Asteroiden-Einschlag ein großes Massenaussterben aus, dem vor allem auch die Dinosaurier zum Opfer fielen.“

Je besser man Risiken kenne, desto besser könne man sich vor ihnen schützen – das lehrten nicht zuletzt Klimakrise und Corona-Pandemie.

Sollte die Asteroidenabwehrmission von NASA und ESA Erfolg haben, hätte man ein Instrument an der Hand, um den Planeten Erde im Ernstfall gegen Asteroiden zu verteidigen.

NASA DART Mission soll Asteroiden aus der Bahn schießen
Arthur Landwehr, ARD Washington, 24.11.2021 · 05:26 Uhr

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/nasa-asteroiden-abwehr-dart-101.html

James Webb: Supererden sollen Rückschlüsse auf Erdentwicklung geben

Untersuchungen der Exoplaneten 55 Cancri e und LHS 3844 b mit James Webb sollen möglicherweise Rückschlüsse auf die frühe Erdentwicklung geben.

Die Illustration zeigt, wie der Exoplanet 55 Cancri e nach derzeitigen Erkenntnissen aussehen könnte. 
(Bild: NASA, ESA, CSA, Dani Player (STScI))

Die US-Weltraumbehörde NASA will nach erfolgreicher Kalibrierung der wissenschaftlichen Instrumente des James-Webb-Weltraumteleskops im ersten Jahr zwei heiße Exoplaneten untersuchen, die wegen ihrer Größe und Gesteinszusammensetzung als „Supererden“ eingestuft sind. Das teilte die NASA am Donnerstag mit.

Konkret handelt es sich um den mit Lava bedeckten Exoplaneten 55 Cancri e sowie LHS 3844 b, der als weitgehend atmosphärenlos angenommen wird. Nach Angaben der NASA soll mithilfe der hochpräzisen Spektrographen des James-Webb-Teleskops die Geologie der Planeten untersucht werden. Die NASA verspricht sich davon, neue Erkenntnisse zu der geologischen Vielfalt von Planeten in der Galaxie zu erhalten. Zugleich erhoffen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Untersuchung der beiden Supererden mögliche Rückschlüsse auf die Entwicklung von Gesteinsplaneten wie die Erde ziehen zu können.

Bei 55 Cancri e handelt es sich um einen Exoplaneten, der um den sonnenähnlichen Stern 55 Cancri A kreist und rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. 55 Canri e ist einer von zurzeit fünf bekannten Exoplaneten, die ihn umkreisen. 55 Cancri e soll nach aktuellem Stand dem Stern am nächsten sein und umkreist ihn in einer Entfernung von weniger als 1,5 Millionen Kilometern innerhalb von 18 Stunden. Auf dem Planeten geht es recht ungemütlich zu. Die Nähe zu 55 Cancri A sorgt für Oberflächentemperaturen weit oberhalb des Schmelzpunktes herkömmlicher gesteinsbildender Mineralien. Die Tagseite des Planeten ist entsprechend mit Lavaozeanen bedeckt, schreibt die NASA.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen an, dass die deutliche Nähe von 55 Cancri e zu dem sonnenähnlichen Stern dafür sorgt, dass eine Seite des Exoplaneten immer dem Stern zugewandt ist. Normalerweise sollte der heißeste Bereich dort liegen. Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Spitzer deuten jedoch darauf hin, dass das nicht der Fall ist.

Einen Erklärungsversuch dafür liefert Renyu Hu vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. Er und seine Kollegen gehen davon aus, dass der Planet eine dichte, dynamische Atmosphäre besitzt, in der Sauerstoff und Stickstoff vorherrschen. Um die Bandbreite der thermischen Emission der Tagseite des Exoplaneten zu erfassen, wollen er und sein Wissenschaftsteam mit Nahinfrarotkameras (NIRCam) und dem Mittelinfrarotinstrument (MIRI) an Bord des James Webb das thermische Emissionsspektrum der Tagseite des Planeten untersuchen. Sollte 55 Cancri e eine Atmosphäre haben, könne dies mit den Instrumenten erfasst werden. Die notwendige Empfindlichkeit und der Wellenlängenbereich, um das herausfinden zu können, seien bei den Instrumenten gegeben.

Allerdings gibt es noch einen weiteren Erklärungsansatz für die abweichende Hitze. Ihn liefert der schwedische Astronom Alexis Brandeker, der an der Universität Stockholm tätig ist. Er bringt ins Spiel, dass 55 Cancri e nicht gezeitengebunden sein könnte. Der Planet könne ähnlich wie der Merkur alle zwei Umläufe dreimal rotieren (3:2-Resonanz), sodass er einen Tag-Nacht-Zyklus haben könnte. Nach Ansicht von Brandeker wäre dies eine Erklärung dafür, warum der heißeste Teil an einer anderen Stelle liegt, als er eigentlich liegen müsste.

„Genau wie auf der Erde würde es Zeit benötigen, bis sich die Oberfläche aufheizt. Die heißeste Zeit des Tages wäre am Nachmittag und nicht sofort zur Mittagszeit“, erklärt er. Die Richtigkeit dieser Annahme will Brandeker ebenfalls mithilfe der NIRCam des James Webb nachweisen. Dazu soll auf der beleuchteten Seite des Planeten die emittierte Wärme innerhalb von vier Umläufen erfasst werden. Sollte eine 3:2-Resonanz vorliegen, sei eine Hemisphäre zweimal beobachtbar. Die Oberfläche würde sich demnach tagsüber aufheizen, schmelzen, verdampfen und eine „sehr dünne Atmosphäre“ bilden, die mit dem Weltraumteleskop nachgewiesen werden könnte. Dieser Dampf würde am Abend abkühlen, auf die Oberfläche herabregnen und zur Nacht wieder erstarren, lautet die Hypothese von Brandeker.

Anders als 55 Cancri e, aber nicht minder exotisch mutet der LHS 3844 b an. Er umkreist seinen Stern ebenfalls in geringer Nähe innerhalb von 11 Stunden. Sein Stern ist jedoch klein und eher kühl. Das deutet darauf hin, dass die Oberfläche vermutlich nicht geschmolzen ist. Es werden jedoch Temperaturen jenseits von 525 °C angenommen. Beobachtungen mit dem Spitzer-Teleskop legen nahe, dass LHS 3844 b über keine nennenswerte Atmosphäre verfügt, heißt es von der NASA.

Zwar könne die Oberfläche mit James Webb „nicht direkt abgebildet werden“. Die Oberfläche könne jedoch aufgrund der fehlenden verdeckenden Atmosphäre spektroskopisch untersucht werden. So könnten über die unterschiedlichen Spektren von Gesteinsarten die vorherrschenden Gesteine ermittelt werden, erläutert Laura Kreidberg, Leiterin der APEx-Abteilung am Max-Planck-Institut für Astronomie. Dazu wollen sie und ihr Team das thermische Emissionsspektrum der Tagseite mit MIR erfassen und die so ermittelten Spektren mit denen bekannter Gesteine wie Basalt und Granit vergleichen. Sollte es auf dem Planeten aktive Vulkane geben, ließe sich das ebenfalls nachweisen.

Kreidberg geht davon aus, dass die Ergebnisse der Beobachtungen einen Aufschluss über die anderer erdähnlicher Planeten geben können. Zudem könnten die Ergebnisse Rückschlüsse darauf geben, „wie die frühe Erde ausgesehen haben könnte, als sie so heiß war wie diese Planeten heute“.

Quelle: https://www.heise.de/news/Weltraumteleskop-James-Webb-NASA-plant-Untersuchung-von-Supererden-7123690.html