SpaceX: Marsrakete besteht Flugtest

Starship-Prototyp SN5: Erfolgreicher Startversuch in Boca Chica
 Foto: youtube/ SpaceX

Man kann sagen, es läuft bei SpaceX. Erst am Sonntag meldete das US-Raumfahrtunternehmen die sichere Landung von zwei US-Astronauten, die an Bord einer SpaceX-Kapsel zur Internationalen Raumstation ISS geflogen waren. Nun kann die Firma von Elon Musk über einen weiteren Erfolg berichten: Der Prototyp der Marsrakete „Starship“ hat einen Flugtest bestanden.

Das Unternehmen postete am Mittwoch auf Twitter ein Video des Testflugs im texanischen Boca Chica. Das Modell SN5 stieg dabei innerhalb von weniger als einer Minute in die Höhe und landete anschließend sicher wieder auf dem Boden. „Der Mars wird wahrscheinlicher“, schrieb SpaceX-Gründer Elon Musk.



Es handelte sich um den bislang größten Prototyp der geplanten 120 Meter langen „Starship“-Rakete, mit der das Unternehmen eines Tages Menschen zum Mars bringen will. Frühere Prototypen waren teilweise während Bodentests explodiert. Der Raketenvorläufer sollte bei dem Test eine Höhe von 150 Metern erreichen. Ob das gelang, war zunächst unklar. SpaceX gab bislang keine Details zu dem Testflug bekannt.

Basis auf dem Mond

„Wir werden zum Mond fliegen, wir werden eine Basis auf dem Mond haben. Wir werden zum Mars fliegen“, hatte Musk am Sonntag nach der Landung der beiden US-Astronauten gesagt.

Bob Behnken und Doug Hurley waren Ende Mai vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus gestartet. Es war nach fast neunjähriger Pause das erste Mal, dass Astronauten von den USA aus zur ISS geflogen sind: Seit 2011 waren die Amerikaner beim Personentransport komplett abhängig von Dienstleistungen der Russen. Außerdem war es der erste „Splashdown“, also die erste Wasserlandung einer US-Raumkapsel, seit 45 Jahren.



In einer weiteren Hinsicht markierte die Mission sogar eine regelrechte Zeitenwende: Es war das erste Mal, dass US-Astronauten von einem privaten Raumfahrtunternehmen befördert wurden. SpaceX hatte zuvor nur Fracht zur ISS transportiert.

Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/spacex-prototyp-der-mars-rakete-starship-besteht-flugtest-a-61ec267f-75eb-46a5-816a-c320e9d35242

Insight auf dem Mars: Die Mole wird vergraben

Wie angekündigt wurden die Aktivitäten im August wieder aufgenommen und damit begonnen die Mole mit der Schaufel am Roboterarm zu begraben. Ich bin gespannt wie es sich weiter entwickelt, wäre schön wenn es doch noch mit den „Marsmaulwurf“ klappt. Die Daten hätte ich echt gerne weil es total spannend und interessant ist mehr über die Bodenbeschaffenheit zu erfahren. Wir werden in den nächsten tagen sicherlich mehr erfahren bzw. sehen. Das aktuelle Bild vom Sol 598 am 2 August 2020, sieht schon mal vielversprechend aus.

Das Maulwurf-Team wird jetzt allerdings erst einmal eine Pause einlegen. Wir werden die mit dem Vorhaben zusammenhängenden Fragen besprechen und den Roboterarm in der Zeit für andere wissenschaftliche Aktivitäten zur Verfügung stellen. Wenn alles gut geht, werden wir unsere Aktivitäten voraussichtlich im August wieder aufnehmen.

Unglaublich wie schnell die Zeit vergangen ist aber gleich mit Anfang August hab ich nicht nun wirklich nicht gerechnet. Eine tolle und schöne Überraschung an diesem Tag.

Hier das aktuelle Bild:

Sol 598 – 2 August 2020
Sol 577 11 Juli 2020

Logbuch-Eintrag vom 7. Juli 2020

Am Samstag, 20. Juni 2020 (Sol 557 Marszeit) haben wir den im vorigen Logbuch-Eintrag angekündigten Free-Mole-Test beendet. Das Ergebnis entsprach leider nicht unseren optimistischsten Erwartungen, war aber auch nicht völlig überraschend: Der Maulwurf, unsere HP³-Wärmesonde auf der NASA-Mission InSight, begann wieder auf der Stelle zu „hüpfen“ – und das, nachdem er noch am 13. Juni beziehungsweise Sol 550 ohne direkte Unterstützung durch die Schaufel am Roboterarm des Landers einige vielversprechende Fortschritte gemacht hatte…

Wir können die Bewegung des Maulwurfs weder direkt auf Bildern verfolgen, da die Schaufel den Blick versperrt, noch haben wir direkte Messdaten, die die Bewegung der Sonde dokumentieren. Stattdessen müssen wir die Situation anhand der Bewegung des Sensoren- und Versorgungskabels unseres Maulwurfs beurteilen oder, genauer gesagt, anhand der Verschiebungen von Markierungen auf dem Kabel relativ zum Bildhintergrund.

Quelle: NASA/JPL-Caltech

Der Free-Mole-Test hatte bereits am Samstag, 13. Juni 2020 (Sol 550) begonnen, aber die damaligen Anzeichen dafür, dass sich der Maulwurf während 125 Hammerschlägen vorwärts in die Tiefe bewegte, waren nicht ausreichend eindeutig. Die Animation oben zeigt, wie die Schaufel zunächst weiter nach unten geht und in den Boden gedrückt wird – so, wie ich es schon in meinem vorigen Blogbeitrag näher beschrieben hatte. Dabei drückt die Schaufel auf das hintere Ende der Sonde. In der Mitte des Videos hört die Schaufel auf, sich zu bewegen und die Staubpartikel in der Schaufel kommen sichtlich zur Ruhe. Dabei bewegt sich das Kabel um einige Millimeter nach rechts!

Beides, die zur Ruhe gekommenen Staubpartikel und die gleichzeitige Bewegung des Kabels, ließen den Schluss zu, dass sich der Maulwurf von der Schaufel weg und von selbst vorwärts bewegt hatte. Bestärkt wurden wir durch die Daten des Neigungsmessgeräts im Maulwurf, das eine leichte Aufrichtung der Sonde anzeigte. Auch das circa einen Meter entfernte Seismometer zeichnete eine Veränderung in der Frequenzcharakteristik der aufgezeichneten Hammerschläge auf.

Die Bewegung des Kabels kehrte sich etwas später für eine kurze Weile um, bevor sich es sich weiter nach rechts bewegte. Dann folgte wieder eine sehr kleine Bewegung nach links, bevor es sich wieder vorwärts bewegte. Eine sorgfältige Analyse der Bilder zeigte: Die Netto-Vorwärtsbewegung des Kabels (und auch des Maulwurfs?) betrug zwei bis drei Millimeter. Die Bruttobewegung könnte drei- bis fünfmal so groß gewesen sein.

Als das Team die Bilder analysierte, waren alle zufrieden, dass der Maulwurf sich offenbar vorwärts bewegt hatte! Wegen der – wenn auch kleinen – Rückwärtsbewegungen waren wir uns allerdings einig, dass wir mindestens einen weiteren Hämmer-Zyklus beobachten müssten, um sicher sagen zu können, dass der Maulwurf nun tief genug im Boden steckte, um von selbst „graben“ zu können. Nun, sagen wir, fast allein zu „graben“, denn mit der Schaufel sorgten wir immer noch für eine indirekte Unterstützung. Ihr Druck auf die Oberfläche erhöht die Reibung auf die Hülle unseres Marsmaulwurfs.

Wie sehr wir dem Maulwurf auf diese Weise helfen würden, war allerdings nicht vorherzusagen, da wir die mechanischen Eigenschaften des Marsbodens nicht ausreichend genau kennen. Soviel ist klar: Solange der Maulwurf nicht vollständig im Boden, sondern teilweise in seiner Grube stecken würde, ist die Unterstützung zumindest vorteilhaft. Erst ab einer Tiefe von 10 bis 20 Zentimetern würde die Unterstützung selbst unter idealen Bedingungen nicht mehr wirksam sein – und dann voraussichtlich auch nicht mehr nötig.
Eine Woche später, am Sonntag, 21. Juni 2020, prüften wir die neuen Bilder des Hämmerns vom Vortag (siehe Sol 557, Animation unten). Wir stellten fest, dass das Kabel sich hin und her bewegte und dann fünf bis sechs Millimeter nach links. Der Maulwurf war damit einen Großteil seiner Vorwärtsbewegung von Sol 550 wieder zurückgegangen!

Quelle: NASA/JPL-Caltech

Offenbar hatte es nicht gereicht, den Maulwurf einige Zentimeter tiefer im Boden zu haben, selbst mit Unterstützung durch Schaufeldruck auf den Boden nicht. Die in der Mitte des Videoclips einsetzende Bewegung der Staubkörner lässt darauf schließen, dass der Maulwurf wieder an die Schaufel herangekommen war und von unten auf die Unterseite schlug. Wahrscheinlich hat die Schaufel ihn daran gehindert, wie bei früheren Versuchen (z.B. an Sol 322), aus dem Boden zu kommen.

Das Ergebnis des Free-Mole-Tests bestätigt unsere frühere Vermutung, dass die verhärtete Bodenkruste außergewöhnlich dick ist und ziemlich robust sein muss. Aus der ersten Rückwärtsbewegung des Maulwurfs (an Sol 322) und der Beobachtung, dass er nicht weiter als 20 Zentimeter aus dem Boden kam, hatten einige von uns (darunter auch ich) geschlossen, dass die harte Krustenschicht etwa 20 Zentimeter dick sein würde. 40 Zentimeter beträgt die Länge des Maulwurfs, minus 20 Zentimeter, also der Länge, die er herausgekommen war, entspricht eben 20 Zentimetern. Die jetzt vorliegenden Beobachtungen stehen jedenfalls nicht im Widerspruch zu dieser Überlegung.

Wie machen wir weiter?

Als nächstes werden wir den Roboterarm des InSight-Landers zurückzuziehen und mit Hilfe der Instrument Deployment Camera auf dem Arm die Maulwurfsgrube im Inneren stereoskopisch abbilden. Wir müssen wissen,

  • wie tief der Maulwurf wirklich im Boden ist (er sollte etwa einen Zentimeter unter der Oberfläche sein),
  • ob sich die Morphologie der Grube verändert hat und
  • ob der Sand, den wir am Boden der Grube gesehen hatten, noch vorhanden oder weiter in die Tiefe gerutscht ist.

 
Je nachdem, was die Bilder offenbaren, wollen wir anschließend prüfen, ob wir die Grube mit Sand füllen können, um die notwendige Reibung zu gewährleisten. Dabei werden wir wahrscheinlich wieder durch Druck der Schaufel helfen. Da der Sand flexibler als das feste Krustenmaterial ist, kann die Kraft effektiver übertragen werden. Darüber hinaus könnte die Schaufel wieder verhindern, dass der Maulwurf widrigenfalls aus dem Boden kommt.

Quelle: DLR

Das Füllen der Grube wird keine leichte Aufgabe sein und kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Dies war auch der Grund, warum wir den Free-Mole-Test ohne vorherige Befüllung der Grube durchgeführt haben. Eine Schätzung des Volumens der Grube vor dem letzten Hämmern ergab, dass 300 Kubikzentimeter Sand zum Befüllen nötig sein werden. Dieses Volumen kann man erreichen, indem man insgesamt etwa 40 Zentimeter mit der Schaufel „zusammenkratzt“. Diese hat eine Breite von sieben Zentimetern und die Sandschicht ist nach unseren Beobachtungen etwa einen Zentimeter dick.

Das Maulwurf-Team wird jetzt allerdings erst einmal eine Pause einlegen. Wir werden die mit dem Vorhaben zusammenhängenden Fragen besprechen und den Roboterarm in der Zeit für andere wissenschaftliche Aktivitäten zur Verfügung stellen. Wenn alles gut geht, werden wir unsere Aktivitäten voraussichtlich im August wieder aufnehmen.

Quelle: https://www.dlr.de/blogs/alle-blogs/das-logbuch-zu-insight.aspx


Instrument

Das Konzept dieses Künstlers, das den InSight Mars Lander der NASA zeigt, der vollständig für die Untersuchung des tiefen Inneren des Mars eingesetzt wurde.
KÜNSTLERKONZEPT VON INSIGHT LANDER AUF MARS InSight ist die erste Mission, die sich der Untersuchung des tiefen Inneren des Mars widmet. Die Ergebnisse werden das Verständnis dafür fördern, wie sich alle felsigen Planeten, einschließlich der Erde, gebildet und entwickelt haben.

Die Temperatur auf dem Mars messen

Das Wärmestrom- und physikalische Eigenschaftenpaket, kurz HP 3 , gräbt sich bis zu fünf Meter in die Marsoberfläche. Das ist tiefer als alle vorherigen Arme, Schaufeln, Bohrer oder Sonden davor. Wie bei der Untersuchung der Wärme, die aus einem Automotor austritt, wird die Wärme gemessen, die aus dem Inneren des Mars kommt, um festzustellen, wie viel Wärme aus dem Körper des Planeten fließt und woher die Wärme stammt. Dies hilft Wissenschaftlern festzustellen, ob sich der Mars aus dem gleichen Material wie Erde und Mond gebildet hat, und gibt ihnen einen kleinen Einblick in die Entwicklung des Planeten.

Technische Daten

HauptberufHP 3 misst die Temperatur des Mars und zeigt, wie viel Wärme noch aus dem Inneren des Planeten fließt.
OrtBeim Start auf dem Landerdeck montiert. Bei der Landung nimmt der Arm des Landers HP 3 auf und legt ihn auf die Oberfläche. Der Maulwurf hämmert sich dann unter die Oberfläche.
MasseEtwas mehr als 6,5 Pfund (ungefähr 3 Kilogramm).
LeistungMaximal 2 Watt beim Graben unter der Oberfläche.
VolumenInsgesamt etwa 5 Liter (20 Liter).
Datenrückgabe350 Megabit im Verlauf der Mission.

„Wir wissen, dass das Innere des Mars nicht so warm ist wie das der Erde, aber wir haben nie die Temperatur des Planeten gemessen. HP 3 misst die Temperatur des Mars, sagt uns, wie viel Wärme den Planeten verlässt und ob sich Erde und Mars aus dem Planeten gebildet haben Das gleiche Zeug. Das ist der Schlüssel, um nicht nur etwas über den Mars zu lernen, sondern auch darüber, wie sich alle felsigen Planeten des Sonnensystems gebildet und entwickelt haben. „- Tilman Spohn, Principal Investigator

Wie es funktioniert

Wie bei der Untersuchung der Wärme, die aus einem Automotor austritt, wird HP 3 die vom Mars ausgehende Wärme untersuchen, um zu beleuchten, was die Wärme erzeugt. Es wird Wissenschaftlern zeigen, ob Erde und Mars aus demselben Material bestehen und wie Wärme im Mars fließt.

Wie Hitze dem Mars entweicht

Planeten haben Wärme in sich und einige, wie zum Beispiel die Erde, sind heißer als andere, wie zum Beispiel der Mars. Heiße Elemente, die in dem Material vorhanden waren, das den Planeten zuerst gebildet hat, und Energie, die beim Prozess der Planetenbildung übrig bleibt, sind der Brennstoff, der diese Wärme erzeugt. Es entstehen Magnetfelder, Berge und Bewegungen in der Kruste, die Beben verursachen. HP 3 untersucht die vom Mars entweichende Wärme, um festzustellen, wie schnell der „Motor“ des Planeten läuft und was ihn antreibt.

HP 3 vergräbt sich bis auf fast 5 Meter, um sicherzustellen, dass seine Messungen von den Änderungen in den Jahreszeiten nicht beeinflusst werden. Alle 50 Zentimeter gibt die Sonde einen Wärmeimpuls ab und ihre Sensoren beobachten, wie sich der Wärmeimpuls mit der Zeit ändert. Wenn das Krustenmaterial wie Metall ein guter Wärmeleiter ist, fällt der Puls schnell ab. Wenn es sich um einen schlechten Leiter wie Glas handelt, fällt der Puls langsam ab. Dies zeigt Wissenschaftlern, wie schnell die Temperatur mit der Tiefe ansteigt und wie Wärme im Mars fließt.

Sind Erd- und Marsgeschwister?

Wissenschaftler vermuten, dass der Mars aus demselben planetbildenden Material wie Erde und Mond geboren wurde. Mithilfe der Messungen der Wärmestromsonde können Sie feststellen, ob dies der Fall ist. Wie der Treibstoff des Mars, seine wärmeerzeugenden Elemente, heute auf dem Planeten verteilt ist, ist noch offen. Die Informationen von InSights Wärmestromsonde und Seismometer zusammen können zur Beantwortung dieser Frage beitragen.

Quelle (aus dem Englischen automatisch übersetzt):

https://mars.nasa.gov/insight/spacecraft/instruments/hp3/

SPACEX: Starship übersteht Triebwerkstest

SpaceX plant nun den ersten Aufstieg des Raumfahrzeugs.

Erfolgreicher Triebwerkstest des Starship: Vier Vorgänger wurden zerstört.

Erfolgserlebnis für SpaceX: Der fünfte Prototyp des Starship hat einen Triebwerkstest unbeschadet absolviert. Zuvor waren vier Prototypen bei Tests zerstört worden.

SpaceX begeistert mich immer wieder. Wie die sich da in die Entwicklung reinhängen ist bemerkenswert. Und wie gut immer alles Dokumentiert ist: Entwicklung, Bau, Start ihrer Raumfahrzeuge. Man weiß immer was SpaßeX macht. Wie sich SpaceX in all den Jahren gemausert bzw. entwickelt hat, ist immer wieder beeindruckend.

SpaceX macht vor allem die bemannte Raumfahrt interessant, Mars aber vor allem der Mond sind greifbarer als jemals zuvor.

Christian Dauck
Starship – Künstlerische Darstellung

„Starship SN5 hat gerade einen statischen Triebwerkstests in voller Länge abgeschlossen“teilte SpaceX-Chef Elon Musk per Twitter mit. Ein Foto lieferte er später nach.

Der Test fand auf dem SpaceX-Gelände in Boca Chica im Süden des US-Bundesstaates Texas statt. Dabei war der Prototyp nur mit einem Raptor-Triebwerk ausgestattet. In der finalen Version wird das Starship sechs Raptor-Triebwerke haben. Es soll von der Trägerrakete Super Heavy ins All gebracht werden.

Bisher waren die Tests mit dem Starship wenig erfolgversprechend verlaufen: Die vier Vorgänger wurden zerstört. Beim ersten versagten schlechte Schweißnähte am Deckel bei Drucktests. Der zweite Starship-Prototyp wurde ebenfalls bei einem Drucktest zerstört. Grund war ein Konstruktionsfehler. Nummer drei überstand zwar den Drucktest, fiel dann aber einem Bedienungsfehler zum Opfer. Zuletzt explodierte Starship vier Ende Mai wegen eines defekten Ventils.

Nach dem erfolgreichen Test kündigte Musk an, dass SpaceX bereits den ersten Flugtest mit dem Starship vorbereitet: „Bald“ wird es demnach einen Aufstieg bis in 150 Meter Höhe geben. Das hatte im August vergangenen Jahres der Starhopper geschafft. Das ist eine deutlich kleinere, experimentelle Version des Starship.

Mit dem Starship will SpaceX in Zukunft zum Mond und zum Mars fliegen. Die erste Mondumrundung hat der Japaner Yusaku Maezawa gebucht. Der Milliardär und Kunstsammler will den Flug mit mehreren Künstlern zusammen antreten.

Quelle:https://www.golem.de/news/spacex-starship-uebersteht-triebwerkstest-2007-149983.html

Bemannter Testflug der Crew Dragon vor Abschluss

Crew Dragon (rechts) an der ISS

Die Landung der Crew Dragon ist der letzte schritt für SpaceX und Crew Dragon, um von der Nasa die Zertifizierung für bemannte Raumflüge zu erhalten. Um künftig regelmäßig Astronauten zur ISS fliegen zu dürfen.

Geplant sei, dass die beiden Astronauten die ISS am 1. August mit dem Crew-Dragon-Raumschiff verlassen, schrieb Bridenstine in einer Mitteilung auf Twitter. Am 2. August sollen sie auf der Erde ankommen.

Behnken und Hurley waren Ende Mai mit dem Crew Dragon, der den Namen Endeavour erhalten hat, zur ISS geflogen. Es ist der erste Flug des Raumschiffs mit Besatzung. Im vergangenen Jahr flog der Crew Dragon zum ersten Mal zu der Raumstation, allerdings noch unbemannt.

Gebaut wurde der Crew Dragon von SpaceX. Das US-Raumfahrtunternehmen soll künftig von den USA aus Besatzungen zur ISS und von dort wieder zurück zur Erde transportieren. Seit dem Ende des Spaceshuttle-Programms vor neun Jahren sind die USA darauf angewiesen, dass ihre ISS-Besatzungen mit russischen Sojus-Raumschiffen zur ISS fliegen. Deshalb hat die Testmission mit Behnken und Hurley eine große Bedeutung für die Nasa.


Termine auf NASA TV der kommenden Events, die live übertragen werden.

August 1, Saturday

9:10 a.m. (15:10 Uhr MESZ) – SpaceX Crew Dragon DM-2 Farewell Ceremony on the International Space Station (All Channels)
5:15 p.m. (23:15 Uhr MESZ) – Continuous coverage begins for the SpaceX Crew Dragon DM-2 undocking from the ISS and Aug. 2 Splashdown . Hatch closure scheduled at appx. 5:45 p.m. EDT (23:45 Uhr MESZ); undocking scheduled at 7:34 p.m. EDT (01:34 Uhr MESZ); splashdown on Aug. 2 scheduled at 2:42 p.m (20:42 Uhr MESZ). EDT – Hawthorne, Calif. and Johnson Space Center (All Channels)

August 2, Sunday

(SpaceX Crew Dragon DM-2 Splashdown coverage continues with splashdown scheduled at 2:42 p.m. EDT, 20:42 Uhr MESZ)
5 p.m. (23:00 Uhr MESZ) – Post-SpaceX Crew Dragon DM-2 Splashdown News Conference (time subject to change) (All Channels)

August 4, Tuesday

4:30 p.m. (22:30 Uhr MESZ) – SpaceX Crew Dragon DM-2 Crew News Conference (All Channels)“ (EDIT: MESZ-Zeiten in das Zitat eingefügt)

Samstag, 01. August 2020

9:10 Uhr (15:10 Uhr MESZ) – SpaceX Crew Dragon DM-2 Abschiedszeremonie auf der Internationalen Raumstation (Alle Kanäle)
17:15 Uhr (23:15 Uhr MESZ) – Kontinuierliche Berichterstattung für die SpaceX Crew Dragon DM-2 Abkopplung von der ISS und Landung. Schließung der Luken geplant um 17:45 Uhr EDT (23:45 Uhr MESZ); Abdocken um 19:34 Uhr MESZ (01:34 Uhr MESZ); Landung am 2. August um 14:42 Uhr (20:42 Uhr MESZ). EDT – Hawthorne, Calif. und Johnson Space Center (Alle Kanäle)

Sonntag, 02. August 2020

SpaceX Crew Dragon DM-2 Landung (Wasserung) – Splashdown geplant um 14:42 Uhr EDT, 20:42 Uhr MESZ)
17.00 Uhr (23:00 Uhr MESZ) – Newskonferenz SpaceX Crew Dragon DM-2 Landung (Zeit kann geändert werden) (Alle Kanäle)

Dienstag, 04. August 2020

16:30 Uhr (22:30 Uhr MESZ) – SpaceX Crew Dragon DM-2 Crew Newskonferenz (Alle Kanäle)“

Quelle: https://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/schedule.html

* Vorübergehende Zeiten, das ganze ist wohl vom Wetter abhängig (auch wegen der Wasserung), Zeiten können noch geändert werden.


NASA and SpaceX Remain GO for Splashdown

NASA astronauts Bob Behnken and Doug Hurley. Photo credit: SpaceX

Following a comprehensive review of the latest weather forecast in the areas surrounding each of seven potential splashdown locations, NASA and SpaceX have decided to move forward with plans to bring NASA astronauts Robert Behnken and Douglas Hurley home to Earth with a splashdown off the Florida coast on Sunday, Aug. 2, aboard the SpaceX Crew Dragon “Endeavour” spacecraft.

Teams will continue to closely monitor Tropical Storm Isaias and evaluate impacts to weather around the Florida peninsula, including the potential splashdown sites in the Gulf of Mexico and along the state’s Atlantic coast. NASA and SpaceX will make a decision on a primary splashdown target approximately 6 hours before undocking Saturday.

Undocking remains scheduled for approximately 7:34 p.m. EDT Saturday, Aug. 1, and splashdown at 2:42 p.m. EDT on Sunday. This will mark the first return of a commercially built and operated American spacecraft carrying astronauts from the space station, and it will wrap up NASA’s SpaceX Demo-2 mission after more than two months at the International Space Station.

The Crew Dragon spacecraft carrying Hurley and Behnken lifted off from NASA’s Kennedy Space Center in Florida on May 30 and arrived at the space station the following day. The Demo-2 test flight is helping NASA certify SpaceX’s crew transportation system for regular flights carrying astronauts to and from the orbiting laboratory. SpaceX is readying the hardware for the first rotational mission, which would occur following NASA certification.

More details about the return can be found in the Top 10 Things to Know for NASA’s SpaceX Demo-2 Return and the splashdown weather criteria fact sheet.

Quelle: https://blogs.nasa.gov/commercialcrew/2020/07/30/nasa-and-spacex-remain-go-for-splashdown/

Astrobiologie:“Perseverance“Start zum Mars geglückt

Es ist die fünfte und bislang anspruchsvollste Mars-Mission der NASA: Der Mars-Rover „Perseverance“ soll nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten suchen. Abgehoben hat er erfolgreich – in sieben Monaten soll er landen.

Das wird super! Mit „Perseverance“ werden wir der Suche nach möglichen vorhandenen Leben sowie vergangenen Leben ein großen schritt näher kommen. Auch die bemannte Raumfahrt zum Mars kommt ein stück näher.

„Dies ist anders als jeder Roboter, den wir zuvor zum Mars geschickt haben, weil er den Zweck der Astrobiologie hat“, sagte der NASA-Administrator Jim Bridenstine in einem Interview mit Reuters. „Wir versuchen, Beweise für das alte Leben in einer anderen Welt zu finden.“

Voraussetzung ist natürlich dabei das die Landung klappt, um die Wissenschaftlichen Experimente nutzen zu können. Daumen sind natürlich gedrückt. Jetzt heiß es 7 Monate warten, der Flug zum Mars wird ziemlich unspektakulär verlaufen.

Christian Dauck
Curiosity Has Landed 2012, damals Live gesehen. Februar 2021 dann hoffentlich wieder so.

Eine Atlas-V-Trägerrakete mit dem Mars-Rover „Perseverance“ an Bord ist planmäßig vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus gestartet. Die Mission auf der Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars ist die bislang ehrgeizigste Mission der US-Raumfahrtbehörde NASA zum Roten Planeten.

Die Rakete habe sich von der ersten Stufe getrennt und werde von der zweiten Stufe in den Orbit getragen, twitterte die NASA kurz nach dem Start. Eine zweite Zündung werde sie in Richtung Mars steuern.

Für die Reise sind sieben Monate veranschlagt. Wenn alles nach Plan läuft, landet „Perseverance“ im Februar auf dem Mars, 480 Millionen Kilometer entfernt von der Erde. Dort soll der Rover dann nach Hinweisen auf früheres mikroskopisches Leben in einem ehemaligen Flussbett suchen und mithilfe eines Buggys ab 2026 vielversprechende Gesteinsproben sammeln.

Rover inklusive Mini-Hubschrauber

„Perseverance“ ist der fünfte und technisch anspruchsvollste Mars-Rover der USA. Das Fahrzeug ist unter anderem mit einem Roboterarm und rund 20 Kameras ausgestattet sowie zum ersten Mal mit einem Mini-Hubschrauber. Die NASA hofft, dass dieser tatsächlich als erster Helikopter auf einem anderen Planeten fliegen wird.

Die vom „Perseverance“ auf dem Mars eingesammelten Gesteins- und Bodenproben sollen im Jahr 2031 von einer späteren Mission in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumagentur ESA zurück zur Erde gebracht werden.

Es ist die dritte und letzte Mars-Mission in diesem Sommer. Vergangene Woche waren bereits die Raumsonde „Hoffnung“ der Vereinigten Arabischen Emirate und das chinesische Raumschiff „Fragen an den Himmel“ samt Mars-Roboter gestartet. Bislang sind die USA das einzige Land, dem eine erfolgreiche Landung auf dem Mars geglückt ist.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/usa-marsmission-103.html


NASA-Mission – Nächster Halt: Mars

1000 Kilo schwer und so groß wie ein Kleinwagen: Der Mars-Rover „Perseverance“ soll heute von Cape Canaveral zu seiner Mission zum Roten Planeten aufbrechen. Im Gepäck hat er sogar einen kleinen Hubschrauber.

Es soll der bislang größte und gescheiteste Rover sein, den die US-Raumfahrtbehörde NASA jemals zum Mars geschossen hat: „Perseverance„. Der neue Mars-Rover soll am Donnerstag um 7:50 Uhr Ortszeit an Bord einer Atlas-V-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abheben. Er soll nach Spuren mikrobakteriellen Lebens suchen, zudem Klima und Geologie des Planeten erkunden. Läuft alles nach Plan, landet „Perseverance“ im Februar auf dem Mars, 480 Millionen Kilometer entfernt von der Erde.

Als Landeplatz für „Perseverance“ (deutsch etwa: Ausdauer, Beharrlichkeit) haben die Wissenschaftlerinnen und Forscher den Jezero Krater ausgewählt, ein ausgetrocknetes Flussdelta. Der Krater ist etwa 45 Kilometer breit und vor gut drei Milliarden Jahren ausgetrocknet. Man hofft, dort Spuren zu finden, die auf Organismen auf dem Mars hindeuten.

Landung in Krater geplant

„Das ist für mich der aufregendste Teil der Mission: in dem Flussdelta zu landen, das so vielversprechend ist. Wir wollen nicht nur Bilder sehen und Zahlen bekommen, sondern wir wollen Proben in den besten Laboren auswerten, die uns zur Verfügung stehen – hier auf der Erde“, sagt Thomas Zurbuchen, Wissenschaftsdirektor der NASA.

„Perseverance“ soll Gesteins- und Bodenproben nehmen, diese in kleine Röhrchen verpacken und dann bereit legen – für eine Folgemission auf den Mars, die die Proben einsammeln und zur Erde bringen wird. Diese Mission könne jedoch frühestens 2026 starten.

Geräusche des Roten Planeten

Der neue Mars-Rover hat unter anderem sieben wissenschaftliche Instrumente an Bord, dazu 23 Kameras. Zwei Mikrofone ermöglichen es erstmals, die Geräuschkulisse auf dem Roten Planeten zu hören. Und „Perseverance“ bringt noch jemanden mit: „Ingenuity“ heißt ein kleiner Hubschrauber, der im Bauch des Rovers mitreist. Entwickelt wurde er am Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena – nicht ohne Schwierigkeiten, wie Matt Wallace erzählt: „Wir haben unendlich viel ausprobiert: wie passt der Hubschrauber in den Rover? Wie kommt er da wieder raus, wenn der Rover auf dem Mars landet? Und wie kann er auf dem Mars fliegen? Es war nicht einfach.“

Um auf dem Mars abheben zu können, muss das Gerät leicht und schnell sein. „Ingenuity“ wiegt gerade mal 1800 Gramm und seine Rotorblätter drehen sich mit 3000 Umdrehungen pro Minute rund zehnmal schneller als bei einem Helikopter auf der Erde.

Namen von elf Millionen Menschen im Gepäck

Außerdem führt der neue Mars-Rover einen Apparat bei sich, der Kohlendioxid aus der Atmosphäre in Sauerstoff umwandeln kann, nötig für Raketenantriebe und Atemsysteme. Damit könnte diese Mission einen wichtigen Grundstein für die wohl spannendste Reise auf den Mars legen: wenn Menschen zum Roten Planeten aufbrechen. Vorerst schaffen es nur die Namen von rund elf Millionen Menschen auf den Mars, sie sind gebrannt auf drei fingernagelgroße Chips, die der Rover mitbringt. Gelingt die Landung, dann wäre „Perseverance“ bereits der fünfte Rover, den die NASA zum Mars bringt.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/usa-marsmission-101.html

Marsrover: Plutonium-Stromquelle installiert und Überprüfung der Startbereitschaft

Künst­le­ri­sche Dar­stel­lung des Mars­ro­vers Per­se­ver­an­ce der NA­SA-Missi­on Mars 2020.

Freue mich sehr über den ersten Mars-Hubschaurber (Technikdemonstration). Das wird spannend und interessant werden, fliegende Hubschauber auf den Mars könnte die Erforschung des Mars. anderer Planeten und Monde revolutionieren.

Zum Beispiel „Dragonfly“, eine zukünftige Nasa-Mission zum Saturn-Mond Titan. Dabei soll eine fliegende Drohne dem Titan erkunden.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/dragonfly-nasa-will-saturn-mond-titan-mit-drohne-erkunden-a-1274756.html

Technikdemonstrationen dienen dem Test unter realen Bedingungen, Deshalb ist der Hubschrauber erstmal ganz einfach aufgebaut um das zu testen was man schon Im Labor und anhand von Computersimulation gemacht hat. Bevor zum Beispiel einen Hubschrauber zum Mars bringt der eine tonne wiegt und mit allen möglichen Experimenten usw. ausgestattet ist.

Wenn der Test des ersten Mars-Hubschrauber gut läuft, können Entwickler und Forscher mehr Geld für zukünftige Hubschaauber-Projekte beantragen. Technikdemonstrationen sind so eine art Werbung für die Geldgeber, es ist somit einfacher Finanzmittel zu bekommen.

Neben der suche nach Leben auf den Mars freue ich mich auch über neue Kameraaufnahmen (Fallschirm-Öffnung usw.) und erstmals sogar Mikrofone die am Rover sind, mit der wir die Landung hören werden und später auch die Marsumgebung Akustisch wahrnehmen (Wetter usw.) können. Gute Öffentlichkeitsarbeit bzw. Werbung ist schließlich auch sehr wichtig – Besonder für Raumfahrtmuffel.

Solche Tonaufnahmen vom Mars können für Filmemacher, Gameentwickler, Softwareentwickler oder der Schaffung von Virtueller Realität interessant sein. Anwendungen gibt es dafür schon. Moderne Flugsimulationen am PC und Konsole setzen schon heute auf Satellitenbilder um dem Heimanwender das bemögliche Erlebnis an zu bieten. Gerade die Gamebranche ist darin bestrebt ihren Kunden zu begeistern.

Christian Dauck
Das erste Flugobjekt auf einem fremden Planeten! NASA schickt Hubschrauber zum Mars!
Mars Helicopter Attached to Perseverance Rover for July Launch
Drohne „Dragonfly“: Gibt es auf Titan Leben?
 Foto: Johns Hopkins APL

NA­SA sucht mit Ro­ver Per­se­ver­an­ce nach Spu­ren frü­he­ren Le­bens

  • Sieben wissenschaftliche Instrumente sind im Rover von der Größe eines Kleinwagens integriert.
  • Kamera wird 360 Grad Panoramen in 3D und in Farbe mit DLR-Beteiligung bei der Datenauswertung liefern.
  • 1,8-Kilogramm leichte Hubschrauberdrohne für erste Testflüge in der dünnen Marsatmosphäre an Bord.
  • Missionsziel Krater Jezero beherbergte vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren einen See.
NASA-Marsrover „Perseverance“
Künst­le­ri­sche Dar­stel­lung des Mars­ro­vers Per­se­ver­an­ce der NA­SA-Missi­on Mars 2020. Die Missi­on wird nach ih­rer Lan­dung am 18. Fe­bru­ar 2021 im Kra­ter Je­ze­ro nach An­zei­chen von Le­bens­spu­ren (so­ge­nann­ten Bio­si­gna­tu­ren) su­chen. Erst­mals wer­den auch Bo­den- und Ge­steins­pro­ben ge­sam­melt und auf der Mar­so­ber­flä­che de­po­niert wer­den, um von ei­ner spä­te­ren ge­mein­sa­men Missi­on von NA­SA und ESA in den frü­hen 2030er-Jah­ren ein­ge­sam­melt und zur Er­de ge­bracht zu wer­den. Per­se­ver­an­ce („Be­harr­lich­keit“) hat ei­ne Mas­se von 1025 Ki­lo­gramm, die auf dem Mars ei­ne Ge­wichts­kraft von knapp 350 Ki­lo­gramm ent­fal­ten. Per­se­ver­an­ce ist et­wa 3 Me­ter lang, 2,7 Me­ter breit und hat ei­nen Ro­bo­ter­arm mit ei­ner Reich­wei­te von 2,1 Me­tern. Aus et­wa 2 Me­ter Hö­he wird die Um­ge­bung mit den Ka­me­ras auf dem Mast be­ob­ach­tet wer­den.

Mit Perseverance (Beharrlichkeit), ihrem bisher komplexesten Marsrover, beginnt die NASA ein neues Kapitel bei der Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars. Der Start des neuen Rovers soll am 30. Juli 2020 um 13:50 Uhr (MESZ) mit einer Atlas-V-Trägerrakete von Cape Canaveral in Florida stattfinden. Die Landung ist für den 18. Februar 2021 im Krater Jezero geplant. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist im Wissenschaftsteam der Mission Mars 2020 vertreten und an der Auswertung der Daten und Bilder beteiligt. Ziel der Mission ist es, anhand von Gesteins- und Sedimentanalysen genauer herauszufinden, wann der Mars ideale Bedingungen für Mikroorganismen gehabt haben könnte.

Mars-Helikopter „Ingenuity“
Erst­mals in der Ge­schich­te der Raum­fahrt wird bei der Missi­on Mars 2020 ein Flug­ge­rät mit­ge­führt: Der nur 1800 Gramm schwe­re He­li­ko­pter In­ge­nu­i­ty („Ein­falls­reich­tum“) soll sich in der dün­nen Mar­sat­mo­sphä­re au­to­nom bis zu fünf Me­ter über die Lan­des­tel­le von Per­se­ver­an­ce er­he­ben und Fo­tos der Um­ge­bung ma­chen. Tests auf der Er­de ha­ben ge­zeigt, dass dies mit der ul­tra­leich­ten Hub­schrau­ber­droh­ne auch in der im Ver­gleich zur Er­de mehr als hun­dert­mal dün­ne­ren Mar­sat­mo­sphä­re mög­lich sein wird. Die Spann­wei­te der Ro­tor­blät­ter be­trägt 120 Zen­ti­me­ter, sie wer­den mit 2400 Um­dre­hun­gen pro Mi­nu­te ro­tie­ren. Die Ener­gie von 350 Watt wäh­rend der zu­nächst ge­plan­ten fünf De­mons­tra­ti­ons­flü­ge wird durch So­lar­zel­len und Li­thi­u­mio­nen­bat­te­ri­en ge­lie­fert.

Wenn der Rover Perseverance 2021 auf dem Mars landet, hat er erstmals in der Geschichte der Erkundung des Mars Behälter zum Einsammeln von Proben an Bord, die mit Bohrkernen aus einigen Zentimeter Tiefe gefüllt und für eine spätere Rücksendung zur Erde zunächst auf dem Mars deponiert werden sollen. Mittels mehrerer Folgemissionen sollen die Proben bis etwa Anfang der 2030er Jahre zur Erde transportiert werden. Insgesamt sieben wissenschaftliche Instrumente sind in den Rover von der Größe eines Kleinwagens und einer Masse von 1025 Kilogramm integriert, mit denen er die Geologie der Landestelle analysiert, nach Anzeichen früheren Lebens in Gestein und Sedimenten sucht und so die vielversprechendsten Proben für die spätere Analyse auf der Erde findet. Dazu hat die Mission Mars 2020 eine weitere Premiere im Gepäck: Eine kleine, 1,8-Kilogramm leichte Hubschrauberdrohne für erste Testflüge über der Landestelle in der dünnen Marsatmosphäre.

Marspanoramen in 3D und in Farbe

„Wir freuen uns sehr, bei dieser außergewöhnlichen Mission zum Mars im Wissenschaftsteam dabei zu sein“, sagt Nicole Schmitz vom DLR-Institut für Planetenforschung. „Besonders gespannt sind wir jetzt schon auf die ersten Bilder nach der Landung. Dann werden wir die Landestelle und das fast vier Milliarden Jahre alte Flussdelta das erste Mal aus der Perspektive der Roverkamera Mastcam-Z betrachten können.“ In die Prozessierung der Bilder der Stereokamera Mastcam-Z (Mast Camera, Zoom) fließt die langjährige Expertise der Berliner DLR-Planetenforscher ein, die sie bereits mit Kameratechnik bei den Missionen Mars ExpressDawnMASCOT/Hayabusa2 und Philae/Rosetta gesammelt haben.

„Die beiden wissenschaftlichen Augen von Perseverance zur räumlichen Orientierung und mineralogischen Analyse befinden sich am ‚Kopf‘ des Rovers auf dem markanten Mast“, erklärt Frank Preusker vom DLR-Institut für Planetenforschung. „Zusammen werden sie in der Lage sein, 360-Grad-Panoramen in 3D und in Farbe zu liefern.“ Mit maximalem Zoom kann die Kamera sogar bei einzelnen Aufnahmen Objekte von gerade einmal der Größe einer Stubenfliege über die Länge eines Fußballfeldes hinweg sichtbar machen. Die wissenschaftliche Leitung der Mastcam-Z liegt bei der Arizona State University. Der Rover Perseverance verfügt insgesamt sogar über 23 Kameras, mehr als jede andere interplanetare Mission bisher.

Gesteinsanalyse unter dem Laserstrahl

In direkter Nachbarschaft zu den beiden Augen der Stereokamera befindet sich ebenfalls auf dem Mast des Rovers das Spektrometer SuperCam, ein Instrument, das kontaktlos eine Analyse der chemischen Zusammensetzung und Mineralogie in der Umgebung des Rovers erlaubt. „Wie der Vorgänger ‚ChemCam‘ auf dem Marsrover Curiosity nutzt das Spektrometer einen gepulsten Laser, um die Geochemie von Gestein und Boden zu untersuchen. Darüber hinaus setzt es drei weitere spektroskopische Techniken und ein Mikrofon ein, um den Mineralgehalt und die Härte des Gesteins zu untersuchen“, erklärt Susanne Schröder vom Berliner DLR-Institut für Optische Sensorsysteme, die sich im Wissenschaftsteam vor allem mit der der Datenanalyse der Laser-Spektroskopie befasst. Die wissenschaftliche Leitung der SuperCam liegt beim Los Alamos National Laboratory in New Mexico und bei IRAP/CNES in Toulouse, Frankreich.

Die Mars-2020-Landestelle im HRSC-Geländemodell

Ein Flussdelta und ein See in einem Krater

Perseverance wird im Krater Jezero landen, der sich am westlichen Rand von Isidis Planitia befindet, einem der größten Einschlagsbecken auf dem Mars, nördlich des Marsäquators bei etwa 18 Grad Breite und 77 Grad Länge gelegen. Westlich von Isidis finden sich einige der ältesten und wissenschaftlich interessantesten Landschaften, die der Mars zu bieten hat. Hochauflösende digitale Geländemodelle, die aus Daten der DLR-Stereokamera HRSC an Bord der ESA-Mission Mars Express gewonnen wurden, haben einen bedeutenden Betrag bei der Auswahl und Erforschung der Landestelle geleistet. Aus ihnen lassen sich wertvolle geologische Daten berechnen, wie das Volumen des Katers und des Deltas sowie Breite, Tiefe und Gefälle des Flusses, aber auch die Geländeneigung innerhalb der Landeellipse – eine der wichtigsten Faktoren für die Landestellenauswahl.

Mars-2020-Ziel Krater Jezero
Die­ses Bild zeigt den Nord­wes­ten des Kra­ters Je­ze­ro, dem Lan­de­platz für die Mars 2020-Missi­on der NA­SA. Die Bild­da­ten wur­den mit dem Mars Re­con­naissance Or­bi­ter (MRO) der NA­SA auf­ge­nom­men. Vor Mil­li­ar­den von Jah­ren ero­dier­ten Flüs­se Tä­ler in die Mar­so­ber­flä­che, die häu­fig in Kra­ter mün­de­ten, wie in die­ser Re­gi­on ein Fluss im Ne­ret­va Val­lis, der den Kra­ter­rand von Je­ze­ro durch­bro­chen und sei­ne mit­ge­führ­ten Se­di­men­te dort in Form ei­nes Fluss­del­tas ab­ge­la­gert hat. Die Un­ter­su­chung von Spek­t­ral­da­ten aus der Um­lauf­bahn zeigt, dass ei­ni­ge die­ser Se­di­men­te Mi­ne­ra­li­en ent­hal­ten, die auf ei­ne che­mi­sche Ver­än­de­rung durch Was­ser hin­wei­sen. Hier im Del­ta des Je­ze­ro-Kra­ters ent­hal­ten die Se­di­men­te Ton­mi­ne­ra­le und Kar­bo­na­te: Grü­ne Farb­tö­ne deu­ten auf Ma­gne­si­um­kar­bo­nat (Kie­se­rit) hin, blaue Tö­ne auf Ton­mi­ne­ra­le mit ho­hem Ei­sen- und Ma­gne­si­u­man­teil, und braun­ro­te Tö­ne auf das Ei­sen-Ma­gne­si­um-Mi­ne­ral Oli­vin. Das Bild kom­bi­niert In­for­ma­tio­nen des Com­pact Re­con­naissance Ima­ging Spec­tro­me­ter für Mars (CRISM) und der Con­text Ca­me­ra (CTX) auf MRO.

Sehr wahrscheinlich beherbergte der 45 Kilometer große Krater Jezero vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren einen See. Deutliche Anzeichen dafür liefert ein altes Flussdelta im Westen des Kraters, das wasserhaltige Minerale wie beispielsweise Tonminerale enthält. Daher stammt auch der Name des Kraters „Jezero“, der in mehreren slawischen Sprachen „See“ bedeutet. Wissenschaftler halten es für möglich, dass Flüsse, die in Jezero mündeten und durch ihn gespeist wurden organische Moleküle oder andere potenzielle Anzeichen mikrobiellen Lebens, vielleicht sogar Mikroorganismen, mit sich führten. Spuren dieses früheren Lebens könnte in den Ablagerungen des Flussdeltas oder den Seesedimenten von Jezero konserviert sein und sich heute dort finden lassen. Heute ist das flüssige Wasser auf der Oberfläche des Mars verschwunden und seine Atmosphäre auf weniger als ein Prozent des Erdatmosphärendrucks ausgedünnt.

Reger Besuch auf dem Mars

Perseverance ist mittlerweile der fünfte Rover, den die NASA zum Mars schickt. 1997 landete Sojourner im Rahmen der Mission Mars Pathfinder und sendete rund drei Monate lang Daten und Bilder vom Roten Planeten zur Erde. 2004 folgten die Zwillingsrover Spirit und Opportunity, die erstmals größere Strecken zurücklegten, bis der Marswinter 2007 die Kommunikation mit Spirit und ein Staubsturm 2018 schließlich mit Opportunity beendeten. 2012 landete der bis heute im Krater Gale aktive Rover Curiosity, der in vielerlei Hinsicht baugleich mit Perseverance ist. 2018 setzte zuletzt die Landeplattform InSight auf dem Mars auf, ein geophysikalisches Labor, das das Innere des Planeten unter anderem mit der selbsthämmernden Thermalsonde HP³ des DLR, dem „Marsmaulwurf“, erkundet. Der NASA-Rover Perseverance ist zunächst für eine Missionsdauer von einem Marsjahr (zwei Erdjahren) ausgelegt mit der Option auf eine Verlängerung der Mission.

Auch im nächsten Startfenster zum Mars im Jahr 2022 ist geplant, einen Rover von der Erde zum Roten Planeten zu schicken, der nach Spuren früheren Lebens suchen soll: Im Rahmen des ExoMars-Programms der ESA und der russischen Raumfahrtagentur Roscosmos wird der Rover Rosalind Franklin dabei unter anderem Proben aus bis zu zwei Metern Tiefe an die Marsoberfläche befördern und in seinem Inneren hochgenau nach Biosignaturen analysieren. In der Tiefe sind organische Verbindungen vor der Zerstörung durch kosmische Strahlung besser geschützt. Das DLR steuert einen wesentlichen Teil der wissenschaftlichen Nutzlast zu Rosalind Franklin bei: Eine hochauflösende Kamera auf dem Mast des Rovers wird es den Wissenschaftlern ermöglichen, verschiedene Gesteine zu interpretieren und den bestmöglichen Platz für die Bohrungen festzulegen.

Quelle: https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2020/03/20200724_nasa-mission-mars-2020-sucht-nach-spuren-frueheren-lebens.html


Plutonium-Stromquelle auf dem nächsten Marsrover der NASA installiert und Überprüfung der Startbereitschaft am Montag den 27.07.2020

Der Atomkraftgenerator für den Perseverance-Rover der NASA wurde auf dem Raumschiff auf einer Atlas 5-Rakete in Cape Canaveral installiert, und die Missionsmanager gaben am Mittwoch grünes Licht, um die Vorbereitungen für den Start des Rovers am 30. Juli in Richtung Mars fortzusetzen.

Der Multi-Mission Radioisotope Thermoelectric Generator (MMRTG) des Rovers wurde von einem Vorbereitungsgebäude in die vertikale Integrationsanlage der Atlas 5-Rakete überführt und mit einem Kran auf eine Arbeitsplattform nahe der Spitze des 60 Meter hohen (197 Fuß hohen) Hubs gehoben ) Startprogramm.

Die Techniker steckten den Stromgenerator durch eine Zugangstür in die Nutzlastabdeckung des Atlas 5 und platzierten das Gerät am hinteren Ende des Perseverance-Rovers durch eine Öffnung auf der Rückschale des Raumfahrzeugs, die den Rover und sein Landesystem während der Fahrt von der Erde zur Erde umschließt Mars.

Laut Mary MacLaughlin, einer NASA-Sprecherin, wurde die 45-Kilogramm-Einheit am Montag auf dem Rover installiert.

Nach dem Anschließen der Befestigungsschrauben und der passenden elektrischen Leitungen versorgten die Bodenteams den Rover mit dem neu installierten MMRTG.

Die Stromquelle war die letzte Hauptkomponente, die dem Perseverance-Rover vor seinem geplanten Start nächste Woche hinzugefügt wurde. Der Rover ist das Herzstück der 2,4-Milliarden-Dollar-Mission Mars 2020 der NASA.

„Zu diesem Zeitpunkt wurde das Raumschiff eingeschaltet und wird es rund um die Uhr bleiben“, sagte Dave Gruel, Manager für Montage-, Test- und Startoperationen (ATLO) für die Mission Mars 2020. „Das Startbetriebsteam wird weiterhin den Zustand des Raumfahrzeugs überwachen, um sicherzustellen, dass es zum Start geht – nichts Glamouröses, aber ein wichtiger Teil der Arbeit.“

Das vom US-Energieministerium entwickelte MMRTG wandelt Wärme aus dem natürlichen radioaktiven Zerfall von Plutonium-238 – einem speziellen Isotop von Plutonium ohne Waffenqualität – in Elektrizität um. Der Generator enthält 4,8 kg Plutoniumdioxid-Kraftstoff.

Das Gerät erzeugt zu Beginn der Mission von Perseverance etwa 110 Watt Leistung, was in etwa der Leistungsaufnahme einer Glühbirne entspricht. Die Energieeffizienz des MMRTG sinkt um einige Prozent pro Jahr.

Aktenfoto eines Plutonium-238-Pellets. Bildnachweis: Los Alamos National Laboratory

Das MMRTG lädt zwei Lithium-Ionen-Batterien auf dem Perseverance-Rover auf. Die Batterien werden den Roboter in Zeiten des Spitzenstromverbrauchs antreiben, wenn die NASA sagt, dass der Strombedarf während wissenschaftlicher Operationen auf dem Mars 900 Watt erreichen kann.

Fast 95 Prozent der vom MMRTG erzeugten Energie wird in Form von überschüssiger Wärme vorliegen. Dies wird dazu beitragen, die interne Elektronik des Perseverance Rovers bei den kalten Temperaturen auf der Marsoberfläche warm zu halten.

Die MMRTG ist die neueste in einer Reihe von Kernkraftquellen und Heizgeräten, die seit 1961 in mehr als 30 US-Weltraummissionen eingesetzt wurden.

Der 1-Tonnen-Perseverance-Rover ist ein Beinahe-Klon des Curiosity-Rovers der NASA, der 2011 gestartet und im August 2012 auf dem Mars gelandet ist. Perseverance verfügt über eine verbesserte Reihe wissenschaftlicher Instrumente, darunter verbesserte Kameras und eine Nutzlast, um die Erzeugung von Sauerstoff aus Kohlendioxid zu demonstrieren in der Marsatmosphäre eine Schlüsselfähigkeit für zukünftige menschliche Expeditionen.

Der Ingenuity Mars Helicopter der NASA begleitet den Perseverance Rover auch zum Roten Planeten. Nach der Landung auf dem Mars am 18. Februar 2021 wird der Rover die solarbetriebene Drohne für eine Reihe von Testflügen einsetzen. Der Ingenuity-Hubschrauber – mit sich drehenden Blättern mit einem Durchmesser von etwa 1,2 Metern – wird versuchen, das erste Drehflüglerflugzeug zu werden, das in der Atmosphäre eines anderen Planeten fliegt.

Ein Hauptziel für den neuen Marsrover der NASA ist die Sammlung von Gesteinsproben mit einem Bohrer. Die Proben werden in ultrareinen Röhrchen versiegelt, damit sie von einer zukünftigen Robotermission zur Erde zurückkehren können.

Das MMRTG für den Perseverance Rover enthält eine kleine Menge Plutonium-238, die in den letzten Jahren vom Energieministerium hergestellt wurde. Die Vereinigten Staaten stellten 1988 die Produktion von Plutonium-238 ein, und die US-Regierung kaufte das Material von 1992 bis Ende der 2000er Jahre von Russland.

Die NASA und das Energieministerium gaben 2013 bekannt, dass die Produktion von Plutonium-238 im Oak Ridge National Laboratory in Tennessee wieder aufgenommen wurde, um sicherzustellen, dass Atomkraftwerke für zukünftige Weltraummissionen verfügbar sind.

Die Dragonfly-Mission der NASA, die einen fliegenden Quadcopter zum Saturnmond Titan schicken wird, ist die nächste Sonde der Weltraumbehörde, die von einem MMRTG angetrieben wird. Der Start von Dragonfly ist für 2026 geplant.

Der thermoelektrische Multi-Mission-Radioisotop-Generator (MMRTG) für den Perseverance-Rover ist vor dem Betanken mit Plutonium abgebildet. Bildnachweis: NASA / JPL-Caltech

Die NASA-Manager haben die Teams freigegeben, um die letzten Vorbereitungen für den Start des Perseverance-Rovers während einer Überprüfung der Flugbereitschaft am Mittwoch zu treffen.

„Wir freuen uns, mit dem Abschluss der Überprüfung der Flugbereitschaft einen weiteren Meilenstein zu erreichen“, sagte Matt Wallace, stellvertretender Projektmanager für die Mission im Jet Propulsion Laboratory der NASA in Südkalifornien. „Aber wir werden unsere Köpfe durch die letzten Vorbereitungsaktivitäten und das Öffnen des Startfensters nächste Woche gesenkt halten, bis wir sicher sind, dass dieses Raumschiff sicher auf dem Weg ist. Mars ist ein harter Kunde, und wir halten nichts für selbstverständlich.

„Gegenwärtig ist auf der ganzen Linie alles grün“, sagte Wallace in einer Erklärung. „Alle, die an diesem Unterfangen beteiligt sind, vom Raumfahrzeugteam über das Trägerraketenteam bis hin zu den Mitarbeitern der Reichweite, freuen sich darauf, dass Perseverance seinen lang erwarteten Flug zum Mars beginnt.“

Viele Mitglieder der NASA- und United Launch Alliance-Teams, die sich auf den Start in der nächsten Woche vorbereiten, werden an diesem Wochenende eine Auszeit nehmen. Ingenieure und Techniker des Kennedy Space Center haben in den letzten Wochen viele Stunden und Wochenenden gearbeitet, um die Mission Mars 2020 für den Start am 30. Juli auf Kurs zu halten.

Die Mission sollte am 17. Juli starten, aber Probleme mit einer Kranvorrichtung im ULA-Montagegebäude Atlas 5, ein Leck in einer Flüssigsauerstoffleitung an der Atlas 5-Rakete und Verlangsamungen aufgrund der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie führten zu einem Rückstoß das Startdatum um 13 Tage.

Die Startphase der Mars 2020-Mission erstreckt sich bis Mitte August. Eine Verzögerung über diesen Punkt hinaus könnte dazu führen, dass die Mission zwei Jahre lang auf dem Boden bleibt, bis Erde und Mars für einen direkten Start zum Roten Planeten wieder richtig ausgerichtet sind.

Eine Überprüfung der Startbereitschaft am Montag, dem 27. Juli, wird voraussichtlich der ULA die Genehmigung erteilen, die Atlas 5-Rakete am nächsten Tag von ihrem vertikalen Hangar auf Pad 41 der Cape Canaveral Air Force Station zu übertragen.

Dies wird die Voraussetzungen für Countdown-Vorbereitungen und das Befüllen der superkalten Raketentreibstoffe der Atlas 5-Rakete am frühen 30. Juli schaffen, wenn die Mission um 7:50 Uhr MEZ (1150 GMT) ein zweistündiges Startfenster öffnet.

Der Perseverance-Rover, der in der Nutzlastverkleidung seiner Atlas 5-Rakete eingeschlossen ist, wurde am 7. Juli in Cape Canaveral auf der Trägerrakete angehoben. Bildnachweis: NASA / Kim Shiflett

Der Perseverance Rover ist die dritte von drei Mars-Missionen, die diesen Monat starten.

Der von den Vereinigten Arabischen Emiraten entwickelte Hope-Orbiter startete am Sonntag mit einer japanischen H-2A-Rakete, und der chinesische Orbiter, Lander und Rover Tianwen 1 ist am Donnerstag gestartet.

Alle drei Missionen sollen im Februar 2021 auf dem Mars eintreffen.

Quelle: https://spaceflightnow.com/2020/07/22/plutonium-power-source-installed-on-nasas-next-mars-rover/ Automatisch durch Google auf Deutsch übersetzt.

Mission Tianwen-1: China startet Rakete für seine erste Landung auf dem Mars

China will zum Mars – und auch gleich auf dem Planeten landen. Am Weltraumbahnhof Wenchang sind ein Orbiter und Landegerät gestartet. Sie sollen ihr Ziel im Februar erreichen.

China ist an Donnerstag (Ortszeit) erfolgreich zum Mars gestartet.

Damit nimmt auch China als 2 von 3 Teilnehmer offiziell beim Mars-Marathon 2020, teil.

Super, China dabei zu haben. Genauso wie bei der VAE ist es auch Chinas erstes erste interplanetare Mission. Wettbewerb, je mehr desto besser: Gut für die Erforschung des Mars und zukünftige Missionen ins Weltall.

Auch gut für die Wirtschaft sowie Unternehmen, Firmen, die an der Raumfahrtforschung und Technologie Arbeiten.

Christian Dauck
Start der chinesischen Marsmission vom Raumfahrtbahnhof in Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan

China hat eine Rakete mit einem Raumschiff zu seiner ersten Landung auf dem Mars gestartet. Die Trägerrakete vom neuen, leistungsstarken Typ „Langer Marsch 5“ hob am Donnerstag vom Raumfahrtbahnhof in Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan ab. Das fünf Tonnen schwere Raumschiff besteht aus einem Orbiter, einem Landegerät und einem Gefährt von der Größe eines Golfwagens.

Anders als andere Raumfahrtnationen will China schon bei seiner ersten unabhängigen Marsmission versuchen, auf dem Roten Planeten zu landen. Das Raumschiff soll im Februar den Mars erreichen, die Landung aber erst zwei, drei Monate danach erfolgen. Der Name „Tianwen-1“ kann mit „Fragen an den Himmel“ übersetzt werden und ist einem antiken chinesischen Gedicht entlehnt.

China’s inaugurates first Mars exploration mission Tianwen-1 in southern Hainan Province

Gelingt die Mission, wäre China nach den USA die zweite Nation, die auf dem Mars landet und einen Rover betreibt. Russland war zwar 1971 eine Landung gelungen, aber die Kommunikation brach unmittelbar nach dem Aufsetzen ab. Eine Landung auf dem Mars gilt als besonders riskant. Bisher ist nur die Hälfte aller Versuche gelungen.

Chinas Mission ist eine von drei Flügen zum Mars in diesem Sommer. Zwischen Juli und August ist der Mars der Erde am nächsten – so eine Konstellation gibt es nur alle zwei Jahre. Der chinesische Start war mit Spannung erwartet worden. Denn bei der neuen Rakete vom Typ „Langer Marsch 5“ hatte es einige Fehlschläge gegeben.

Arabische Mission und ein amerikanischer Roboter

Am Montag hatten die Vereinigten Arabischen Emirate mithilfe einer japanischen Rakete die erste arabische Marssonde ins All geschickt. Im Februar 2021 soll die Sonde nach sieben Monaten ihre Umlaufbahn um den Roten Planeten erreichen – sie soll aber nicht landen. Ziel der arabischen Mission ist es, das erste vollständige Bild des Marsklimas über ein komplettes Marsjahr zu erfassen, das 687 Tage umfasst. Die 1350 Kilogramm schwere Raumsonde soll unter anderem die Atmosphäre sowie Wetterveränderungen und den Wechsel der Jahreszeiten beobachten. 

In einer Woche wollen auch die USA ein Raumschiff starten, um mit dem etwa eine Tonne schweren Rover „Perseverence“ (Durchhaltevermögen) auf dem Mars zu landen. Der Roboter soll wie auch schon seine Vorgänger Fotos machen und Steine sammeln. „Der Rover soll nach Spuren von früherem Leben suchen, neue Technologien für die Zukunft menschlicher Exploration testen und die ersten Steinproben sammeln, die wieder zur Erde zurückgebracht werden sollen“, heißt es bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/china-startet-rakete-fuer-seine-erste-landung-auf-dem-mars-a-a0061229-9009-4b0f-b48d-274038b7bea0

Rover hat Bodenradar und Laser

An Bord der Landekapsel ist ein 240 kg schwerer, solarbetriebener Rover, etwa doppelt so schwer wie der Yutu Rover der chinesischen Mondmissionen und damit auch größer als die Rover Spirit und Opportunity, die jeweils eine Masse von 185 kg hatten. An Bord des Rovers sind neben einer Multispektralkamera mit neun Farbfiltern auch ein Magnetfeldsensor und eine Wetterstation mit Mikrofon. Dazu kommen ein Bodenradar zur Untersuchung des Untergrunds und ein Sensorpaket zur Untersuchung der Zusammensetzung von Oberfläche.

Ein Bodenradar hatten auch schon die Yutu Mondrover. Im Frequenzbereich von 55 MHz könnte es Messungen bis in eine Tiefe von 100 Meter durchführen, wenn der Untergrund aus Eis besteht. In normaler Erde sind es etwa 10 Meter. Im zweiten Frequenzbereich um 1.300 MHz reicht das Radar bis in 3 Meter tiefe Erde.

Das Sensorpaket zur Oberflächenuntersuchung besteht aus einem Laser, der Proben auf der Oberfläche in einer Entfernung von bis zu 10 Metern verdampfen kann, die normale Reichweite beträgt zwei bis fünf Meter. Damit sollen Elemente wie Silizium, Aluminium, Eisen, Magnesium, Kalzium, Natrium, Sauerstoff, Kohlenstoffe, Wasserstoff, Mangan, Titan und Schwefel nachgewiesen werden. Dazu kommt noch ein Spektrometer für nahes Infrarot im Spektralbereich von 850 bis 2.400 Nanometer.

Der Orbiter ist mit einer Reihe ähnlicher Instrumente wie der Rover ausgestattet. Neben Kameras sind auch Spektrometer für optisches und infrarotes Licht an Bord, ein Radar im Bereich von 10 bis 20 MHz und 30 bis 50 MHz sowie ein Magnetometer. Dazu kommen noch zwei Sensoren zur Messung von Teilchen im Orbit sowohl aus der Marsatmosphäre als auch des Sonnenwindes, um deren Zusammenspiel zu untersuchen und die Verlustprozesse der Marsatmosphäre zu studieren. Tianwen-1 wird im Januar am Mars ankommen, der Versuch der Landung ist dann für März oder April geplant.

Quelle: https://www.golem.de/news/raumfahrt-china-startet-groesste-marsmission-aller-zeiten-2007-149827.html

Erste Arabische Mars-Mission erfolgreich gestartet

2020: Start der Marserkundungsmissionen von VAE, CHINA und den USA

Erste Mars-Wetter und Mars-Klima Raumsonde unterwegs zum Mars.

Kurz vor Mitternacht (Mitteleuropäische Zeit – Sonntag um ca 12:58 Uhr) ist die Japanische H-IIA Trägerrakete mit der Raumsonde „Hope“ der Vereinigten Arabischen Emirate ( VAE ), erfolgreich gestartet.

Hope Mars Mission Launch

Eine Stunde nach dem Start hat sich die Raumsonde erfolgreich von der Trägerrakete gelöst.

Mit der Raumsonde „Hope“ ist die erste Raumsonde zur Beobachtung des Mars-Wetter und Mars-Klima, unterwegs.

Juli: Die Mars-Raketen kommen (Starten)

Damit beginnen die Vereinigten Arabischen Emirate ( VAE ) den Mars-Marathon 2020 zum Mars. Gefolgt von China (hoffentlich in ein paar tagen) und der USA Ende des Monats.

Das werden spannende und abwechslungsreiche Zeiten, die nächsten Monate was den Mars betrifft! Es wird viel zutun geben, so viel wie noch nie, freue mich darauf.

China greift nach dem Mars

Die Mars-Mission „Tianwen-1“ soll zwischen dem 20. und 25. Juli 2020 mit einer „Langer Marsch 5“-Rakete vom Kosmodrom Wenchang in China zum Mars aufbrechen. 

Mars-Mission: China will hoch hinaus

Noch im Juli will China seine erste Mars-Mission starten. Das Raumfahrtprogramm der Volksrepublik läuft trotz Corona-Krise auf Hochtouren – und weitgehend im Verborgenen.

In der kargen Dünenlandschaft der Wüste Gobi hat die chinesische Firma C-Space eine Weltraumstation namens „Mars Base 1“ errichtet. Angehende Astronauten und Schulklassen auf Exkursion können in den weißen Kuppelgebäuden lernen, wie der Alltag im All ausschaut – vom Tragen gasdichter Raumanzüge bis hin zur Zucht von Fadenwürmern für die Eiweißzufuhr. Selbst futuristische Space-Buggys stehen zum Fahren in der rötlichen Sandwüste bereit.

Noch im Juli sollen die Mars-Ambitionen Realität werden: China startet in den kommenden Tagen seine erste Mars-Mission. „Tianwen“ heißt das Mammutprojekt, dessen Flugdauer mehrere Monate dauern wird. Schließlich gilt es, eine Distanz von rund 55 Millionen Kilometern zu überwinden. Ziel ist es, dass ein etwa 240 Kilogramm schweren Rover auf dem Roten Planeten landen soll. Bislang ist das nur den USA gelungen. Sollte die Mission scheitern, bietet sich erst in 26 Monaten eine erneute Chance: Dann steht die Erde wieder günstig für die Flugbahn zum Mars.

Prestigeträchtiges Propagandaprojekt

Längst hat die chinesische Staatsführung ihr Weltall-Programm zur Chefsache erklärt, es untersteht dem Militär und wird streng geheim vorangetrieben. Das jährliche Budget soll laut Schätzungen über acht Milliarden US-Dollar betragen, womit es weltweit nach den Vereinigten Staaten an zweiter Stelle steht. Für die kommunistische Partei sind die Space-Ambitionen nicht nur ein wichtiger wirtschaftlicher Wachstumsmotor, sondern auch ein prestigeträchtiges Propagandaprojekt.

1970 feuerten die Chinesen ihre erste Rakete mit einem Satelliten an Bord ins All – damals noch mit Hilfe der sowjetischen Ingenieurskunst. Im Jahr 2003 gelang es der Volksrepublik dann erstmals, einen Menschen in die Erdumlaufbahn zu schießen – Astronaut Yang Liwei ist seitdem ein Star, der die Bevölkerung mit Stolz erfüllt. Der bisher größte Meilenstein Chinas erfolgte im Januar, als erstmals die Landung einer Sonde auf der erdabgewandten Seite des Mondes gelang. Seitdem hat der 140 Kilogramm schwere Kundschafter in 17 Monaten über 400 Meter zurückgelegt. Derzeit schickt zudem kein anderes Land der Welt mehr Satelliten ins All, im vergangenen Jahr gab es über 30 chinesische Starts.

Missionen zu Jupiter und Uranus sind in Planung

Die Zukunftspläne der chinesischen Raumfahrt sind ambitioniert: Missionen zu Jupiter und Uranus sind in Planung, ebenso wie die Errichtung einer Forschungsstation am südlichen Polarkreis des Monds. Gleichzeitig will man noch bis Ende 2022 die erste permanente Weltraumstation fertigstellen – sollte die ISS 2024 abdanken, würden die Chinesen über die einzige bemannte Raumstation verfügen.

Dies ist umso erstaunlicher, da es dem Reich der Mitte aufgrund nationaler Sicherheitsbedenken von Washington untersagt ist, Bauteile von US-Firmen zu integrieren. Gleichzeitig hat Peking einen strategischen Vorteil: Da es im Land keine freien Wahlen gibt, kann Präsident Xi Jinping seine Vision von China als führende Weltallmacht kontinuierlich vorantreiben, ohne Debatten über die Sinnhaftigkeit des sündhaft teuren Programms von Seiten der Zivilgesellschaft fürchten zu müssen.

Quelle: https://www.rheinpfalz.de/panorama_artikel,-mars-mission-china-will-hoch-hinaus-_arid,5087682.html


China greift nach dem Mars

In den nächsten Tagen schickt die Volksrepublik eine Sonde zu unserem Nachbarplaneten. Es ist eine sehr anspruchsvolle Mission – und ein ganz besonderes Geschenk zum 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei.

Mars und seine Monde (künstlerische Darstellung)
© DOTTEDHIPPO / GETTY IMAGES / ISTOCK (AUSSCHNITT)

Als zwei Raketenfrachter Ende Mai im Hafen der südchinesischen Insel Hainan einliefen, war klar, dass China seine wichtigste Raumfahrtmission des Jahrzehnts trotz Coronakrise nicht aufgegeben hat: eine Landung auf dem Mars. Die Schiffe lieferten eine schwere Langer-Marsch-5-Trägerrakete ans Kosmodrom Wenchang. Von dort soll die Rakete die Marssonde irgendwann in den nächsten Tagen in Richtung Roter Planet befördern.

Der Plan: Nach einer etwa acht Monate langen Reise erreicht Tianwen-1 (»Suche nach himmlischer Wahrheit«) unseren Nachbarplaneten und schwenkt für einige Wochen in eine Umlaufbahn ein. Nach einem Abbremsmanöver durch die Atmosphäre koppelt die Sonde ein Landemodul samt Überschallfallschirm ab. Mit Hilfe von Bremsraketen und einem Airbag setzt es wenig später weich auf der Oberfläche auf – und lässt dort einen Rover auf den roten Sand rollen.

Sieben Minuten Terror, mal wieder

»Die größte Herausforderung sind die sieben Minuten des Schreckens«, zitiert das staatliche Internetportal CIIC Bao Weimin, Direktor beim Hersteller der Sonde, der China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC). Bao bezog sich damit auf eine Redewendung, die die NASA im Jahr 2012 bei der Landung ihres Rovers Curiosity prägte. Sie soll das große Unbehagen der Missionsspezialisten greifbar machen, die während der rund siebenminütigen Landephase nicht eingreifen können. Schließlich brauchen Funkkommandos von der Erde deutlich länger, bis sie den Mars erreichen.

Tianwen-1
© PICTURE ALLIANCE / AP PHOTO / XINHUA / CHINESE STATE ADMINISTRATION OF SCIENCE, TECHNOLOGY AND INDUSTRY FOR NATIONAL DEFENSE (AUSSCHNITT)Tianwen-1 | Der chinesische Marslander, hier als künstlerische Darstellung zu sehen, soll einen kleinen Rover auf dem Roten Planeten absetzen.

Wohl auch aus diesem Grund hat sich China ein vergleichsweise einfaches Landegebiet ausgesucht: Es handelt sich um eine Ellipse von ungefähr 100 mal 400 Kilometer Größe in der weitgehend flachen Tiefebene Utopia Planitia, auf etwa 20 Grad nördlicher Breite. Schon eine der Viking-Sonden der NASA setzte hier in den 1970er Jahren auf.

Ziel der Mission ist, gut drei Monate lang die Marsatmosphäre zu untersuchen, seine Oberfläche zu kartografieren und die Umgebung des Landeplatzes zu erforschen. Dafür befinden sich an Bord von Lander und Rover insgesamt zwölf Instrumente. Aus der Umlaufbahn wird die Hälfte der Geräte auf dem Orbiter Bilder aufnehmen, Magnetfelder messen sowie Partikel bestimmen.

Die andere Hälfte der Experimente befindet sich auf dem etwa 240 Kilogramm schweren, sechsrädrigen Rover. Er soll die Bodenbeschaffenheit und das Wetter untersuchen. Er hat auch ein Bodenradar an Bord, zur geologischen Untersuchung der obersten Bodenschichten, sowie ein Gerät, das via Laserspektroskopie die umgebende Boden- und Gesteinszusammensetzung kontaktlos bestimmen kann.

Aufstieg in die Spitzenklasse der Raumfahrt

Falls China seine Marspremiere gelingt und der Rover die Arbeit aufnimmt, wäre es nach den USA erst das zweite Land, das erfolgreich ein Fahrzeug auf dem Mars ausgesetzt hat. Raumfahrtkenner vermuten verschiedene Motive hinter dem Vorstoß zu unserem Nachbarplaneten: »Wie für uns in Europa ist Wissenschaft auch in China eine der Säulen der Gesellschaft«, sagt Bernard Foing, Wissenschaftler bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA. »Zudem soll eine Marsmission China als führende Weltraumnation bestätigen.«

Daneben geht es um innerchinesische Interessen. Die Kommunistische Partei Chinas feiert kommendes Jahr ihren 100. Geburtstag. Das erklärt nicht nur die energisch durchgezogenen Startvorbereitungen, sondern auch den Missionszeitpunkt an sich. Die Partei möchte sich gewissermaßen selbst ein Geschenk machen und gleichzeitig ihren Führungsanspruch untermauern. »Die Botschaft an die Chinesen ist ›Schaut her, wozu dieses Land in der Lage ist!‹«, sagt Foing. »China ist ein Land, das aus vielen verschiedenen Kulturen besteht. Die Mission soll nationale Einigkeit demonstrieren.«

Landestellen auf dem Mars (Höhenkarte)
© ESA / MOLA SCIENCE TEAM (AUSSCHNITT)Landungen auf dem Mars | Stand Juni 2020 haben nur US-amerikanische Sonden eine sanfte Landung auf dem Mars absolviert. Zuletzt scheiterte der europäische Minilander Schiaparelli im Oktober 2016. Verschiedene Farbtöne auf der Karte zeigen die Höhe der jeweiligen Region an (blau: Senke, rot: Erhöhung).

Der wissenschaftliche Wert der Mission ist aus Sicht der Parteiführung wohl eher nachrangig. »China möchte Weltmacht sein«, sagt Maurizio Falanga, der bis 2019 Exekutivdirektor am International Space Science Institute in Peking war. »Für mich ist das daher im Wesentlichen eine Technologiedemonstration. Die Mission führt vielleicht an einen neuen Ort und untersucht dort zum ersten Mal das Gestein. Aber ich denke nicht, dass dabei etwas revolutionär Neues herauskommen wird.«

Aus diesem Grund ist die Technik auf dem Lander auf den Erfolg der Mission fokussiert, sie ist eher betont robust als besonders modern. So verwendet der Lander bereits geflogene und damit bewährte Technologie: Konzept für Hitzeschild und Fallschirm stammen von der bemannten Shenzou-Raumkapsel, die Triebwerke vom Mondlander Chang‘e.

Mehr Wissenschaft als gedacht

Dennoch sollte man den Erkenntnisgewinn nicht unterschätzen, findet ESA-Forscher Foing: »NASA und ESA haben ein Bodenradar zwar schon aus der Marsumlaufbahn betrieben, aber noch nicht auf einem Rover«, sagt er. »Selbst wenn der Rover und seine Instrumente nicht so modern sind, wie die der US-Missionen, so fliegt Tienwen immer noch zu einem sehr interessanten Ort.« So könne es in der anvisierten Tiefebene beispielsweise verborgenes Eis im Boden geben.

Bleibt die Frage, wie groß die Chancen auf Erfolg sind. Schließlich ist der Mars eines der anspruchsvollsten Ziele in der Raumfahrt, das Risiko eines Fehlschlags entsprechend hoch. Die zahlreichen Versuche der ehemaligen Sowjetunion, in den 1970er Jahre auf dem Mars zu landen, scheiterten allesamt. Selbst Europa hat es bislang nicht geschafft, ein Landemodul intakt auf der Marsoberfläche abzusetzen – 2016 ging ein entsprechender Versuch schief.

Experten unterscheiden bei Marsmissionen zwei verschiedene Phasen: den Raketenstart von der Erde und die tatsächliche Landung. Erstere wird China wohl gut bewältigen, sagt Maurizio Falanga: »Bei Raketen kann man den Chinesen nichts mehr beibringen.« Schließlich handele es sich um 50 bis 60 Jahre Technologie, und die Erfolgsquote der Volksrepublik sei insgesamt hoch. Bei der Landung sei das Risiko hingegen deutlich größer, auch weil die Ingenieure wegen des Parteijubiläums auf einen fixen Termin hinarbeiten mussten. »Wenn Sie ausreichend getestet haben, können sie es schaffen«, findet Falanga.

Immer vorausgesetzt, China verpasst das Zeitfenster nicht: Nur wenn eine Sonde in den kommenden Wochen startet, reicht der Treibstoff ihrer Trägerrakete, um sie bis zum Mars zu befördern. Der Transit zum Roten Planeten ist daher lediglich alle zwei Jahre möglich, wenn Mars und Erde günstig zueinander stehen. Aus demselben Grund startet dieser Tage nicht nur China eine Marsmission, sondern auch die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Sollte die Landung von Tianwen-1 misslingen, wäre das wohl nicht das Ende des chinesischen Marsprogramms, vermutet Falanga. Wenn die Landung der Chinesen dagegen glückt, wird sie von noch ambitionierten Zielen abgelöst werden: Für Ende des Jahrzehnts peilt die Volksrepublik an, eine Bodenprobe zur Erde zurückzubringen. Das hat bisher nicht einmal die NASA fertig gebracht.

https://www.spektrum.de/news/china-greift-nach-dem-mars/1751918

Die Marsmission der VAE wurde wegen schlechten Wetters erneut verschoben

Ein neuer Starttermin für Juli wird innerhalb der nächsten 24 Stunden bekannt gegeben.

Die wegweisende Marsmission der VAE wurde zum zweiten bzw, dritten Mal wegen „turbulenten und instabilen“ Wetters am Startort verschoben.

Die Vereinten Arabischen Emirate wollten am Dienstag ihre Sonde „Hoffnung“ zum Mars schicken. Weil das Wetter in Japan nicht optimal ist, wurde der Termin auf Freitag verschoben. Doch auch der Termin ist nicht zu halten, teilte jetzt die UAE Space Agency mit.

Die Regenzeit (fünfte Jahreszeit) in Japan ist schon ärgerlich. Und was für eine Ironie, die Regenzeit dort stoppt momentan die erste Wetter und Klima Raumsonde für den Mars. Die Raumsonde „Hope“ soll den Mars umkreisen und dabei Wetter und Klima erforschen. Hinweise drauf geben warum der Mars durch den dortigen Klimawandel ausgetrocknet ist. Sowie zu einem besseren Verständnis des Klima auf der Erde führen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben den Start ihrer Mars-Sonde „Al-Amal“ (dt. „Hoffnung“) noch einmal verschoben, wie die UAE Space Agency und das Mohammed bin Rashid Space Center heute (15.07.) mitteilten. Nach eingehenden Beratungen mit Mitsubishi Heavy Industries habe man beschlossen, „dass der Start der Hope-Marssonde aufgrund instabiler Wetterbedingungen am Startplatz auf der Insel Tanegashima in Japan weiter verschoben wird. Ein neuer Starttermin soll in den kommenden 24 Stunden festgelegt werden.“

Die Rakete sollte ursprünglich am Dienstagabend um 22.51 Uhr mitteleuropäischer Zeit (Ortszeit Mittwoch, 5.51 Uhr) starten. Dann war der Termin für den Beginn der ersten Marsmission des arabischen Landes auf den kommenden Freitag um 10.43 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit angesetzt worden. Nun erfolgte die inzwischen dritte Verschiebung. Allerdings sind solche kurzfristigen Verzögerungen beim Start auch nicht ungewöhnlich, schließlich gilt es das Risiko zu minimieren, eine so aufwendige Mission gleich beim Abheben der Rakete scheitern zu lassen.

Christian Dauck
Teru teru bōzu (jap. 照る照る坊主, auch: てるてる坊主, Scheinen, scheinender Mönch) ist ein japanischer Brauch. Sie werden an der Dachtraufe aufgehängt. In Japan sagt man den kleinen Puppen die magische Fähigkeit nach, schönes Wetter für den kommenden Tag bewirken zu können. https://de.wikipedia.org/wiki/Teru_teru_b%C5%8Dzu

Am Mittwoch teilten die Raumfahrtbehörde der VAE und das Raumfahrtzentrum Mohammed bin Rashid mit, dass die Entscheidung, den Start am Freitag Ortszeit ( Donnerstag, 22.43 Uhr MESZ), zu verschieben, in Absprache mit Mitsubishi Heavy Industries, dem Unternehmen, das die Rakete gebaut hat, mit der die Hope-Sonde gestartet wird, einstimmig getroffen wurde.

Ein neuer Starttermin für Juli werde innerhalb der nächsten 24 Stunden bekannt gegeben.

„Es wurde beschlossen, den Start der Hope-Sonde, der ersten arabischen Mission zur Erforschung des Mars, vom 17. Juli auf einen neuen Termin im Juli zu verschieben. Der neue Termin wird innerhalb der nächsten 24 Stunden bekannt gegeben“, sagte die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate am Twitter.

Die Entscheidung wurde nach umfangreichen Treffen getroffen und „aufgrund der anhaltenden Turbulenzen und Instabilität der Wetterbedingungen auf Tanegashima Island, dem Startort für die Rakete mit der Hope-Sonde“.

Bedeckter Himmel auf Tanegashima Island, Japan, dem Startort für die Rakete mit der Hope-Sonde der VAE.  Mit freundlicher Genehmigung von Shoma Watanbe
Bedeckter Himmel auf Tanegashima Island, Japan, dem Startort für die Rakete mit der Hope-Sonde der VAE. Mit freundlicher Genehmigung von Shoma Watanbe

Das Raumschiff sollte ursprünglich am Mittwoch um 12.51 Uhr VAE-Zeit starten. Am Dienstag erhielten die Teams die „Erlaubnis“, die Rakete auf die Startrampe zu bringen, aber plötzlich begann starker Regen zu fallen, was zu der Entscheidung führte, den Start auf Freitag um 12.43 Uhr zu verschieben.

Berichten zufolge ist in weiten Teilen Japans seit mehr als einer Woche starker Regen gefallen, der Schlammlawinen und Überschwemmungen auslöste und mehrere Menschen tötete, die meisten davon auf der südlichen Hauptinsel Kyushu. Tanegashima ist Teil einer Inselgruppe südlich von Kyushu.

Noch eine Verzögerung?

Basierend auf einer Wettervorhersage der Japan Meteorological Agency wird erwartet, dass es in Süd- und Zentraljapan weiterhin heftig regnet.

Die Niederschlagsmenge wird jedoch leicht bis mäßig sein, wobei der bewölkte Himmel über der Insel Tanegashima schwebt, auf der sich TNSC befindet.

Auf eine Anfrage von Gulf News, ob diese Wetterbedingungen für den Start gut genug sind, antwortete Sharaf: „Es ist sehr schwierig, die Frage zu beantworten.“

Quelle: https://www.thenational.ae/uae/science/uae-mars-mission-postponed-again-due-to-bad-weather-1.1049427 und https://gulfnews.com/uae/science/safety-first-hope-probe-launch-rescheduled-from-july-15-to-17-1.72591407 sowie https://www.mdr.de/wissen/arabische-marsmission-hope-start-verschoben-100.html