Quanten-Cloud soll den Kampf gegen COVID-19 unterstützen

Das Forschungszentrum Jülich hat sich gemeinsam mit mehreren anderen internationalen Forschungseinrichtungen und Unternehmen einer Initiative des kanadischen Quantencomputerherstellers D-Wave Systems Inc. angeschlossen, um Forscherinnen und Forscher bei der Entwicklung von Lösungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu unterstützen. D-Wave verschafft Nutzern, die zu COVID-19 forschen, auf diese Weise ab sofort freien Zugang zu Quantencomputersystemen.

Auf so eine Meldung hab ich gewartet. Auf so eine Idee muss doch jemand kommen, ich kann doch nicht der einzige sein. Immer mal wieder nach gegoogelt (Quantencomputer) und da ist sie (Schmunzel). Freut mich sehr als Asperger-Autist.

D-Wave: Anwender erhalten heute freien Zugang zu Quantencomputern von D-Wave

Bei der Umsetzung helfen Ingenieurteams der beteiligten Partner, zu denen neben dem Forschungszentrum Jülich auch Cineca,DensoKyocera CorporationKyocera Communication SystemsMDR CorporationMenten AINEC Solution Innovators Ltd.OTI Lumionics, das QAR-Lab der LMU MünchenSigma-i, die Universität Tōhoku und Volkswagen gehören.

Die Initiative geht auf eine Forderung der kanadischen Regierung nach sektorübergreifenden Lösungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zurück. Anwender erhalten damit ab heute freien Zugang zu Quantencomputern von D-Wave über den Quanten-Cloud-Service „Leap“, der in 35 Ländern Nordamerikas, Europas und Asien verfügbar ist.

Ziel ist es insbesondere, hybride quanten-klassische Berechnungen auf D-Waves Quantencomputern und konventionellen digitalen Superrechnern durchzuführen, um verschiedene Probleme im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise anzugehen. Potenzielle Anwendungen sind die Analyse neuer Diagnosemethoden in der Medizin, die hochaufgelöste Modellierung der Ausbreitung des Virus sowie eine Optimierung der Logistik, beispielsweise von Versorgungsketten und Abläufen in Krankenhäusern.

Alan Baratz, CEO von D-Wave, sagt: „Wir durchleben eine beispiellose Krise, die fast jede Branche und Bevölkerung betrifft. Für eine Reaktion auf diese Pandemie sind Kreativität und neue Ansätze zur Lösung von Problemen erforderlich. Indem wir die Expertise unserer Kunden und Partner mit dem hybriden Quantencomputing kombinieren, haben wir, so glauben wir, eine potenziell leistungsstarke Ressource geschaffen, mit der Einzelpersonen, Organisationen und Regierungen auf der ganzen Welt flexibel und kooperativ Lösungen entwickeln können.“ D-Wave, seine Partner und Kunden verfügten über signifikante Expertise auf dem Gebiet des Quantencomputing. „Unser Ziel ist es, die Rechenkapazitäten über die Grenzen einzelner Disziplinen, Branchen und Regionen hinweg zu erweitern und dazu beizutragen, dass das Fachwissen aus der Community in der komplexen und dynamischen COVID-19-Situation zum Tragen kommt.“

Das Jülich Supercomputing Centre (JSC) arbeitet mit D-Wave seit Oktober 2019 im Rahmen der Jülicher Nutzer-Infrastruktur für Quantencomputing, kurz: „Juniq“, zusammen. Die Quantencomputing-Plattform wurde gegründet, um deutschen und europäischen Nutzern Zugang zu einer Reihe verschiedener Quantencomputer zu verschaffen. Das erste dieser Systeme ist ein Quantenannealer von D-Wave, der damit erstmals für europäische Nutzer über den Quanten-Cloud-Service Leap von D-Wave verfügbar wird.

Professor Kristel Michielsen vom Jülich Supercomputing Centre, erläutert, warum gerade Quantencomputer-System wie das von D-Wave im Einsatz gegen den Virus nützlich sein könnten: „Hybride quantenklassische Computersimulationen scheinen ein vielversprechender Ansatz zu sein, um die Lösung komplexer Probleme in der Pharmakologie und Epidemiologie, wie sie etwa in der gegenwärtigen COVID-19-Krise auftreten, zu beschleunigen.“ Zu Vorgehen erläutert sie: „Um die Leistung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und Optimierung effizient auszuschöpfen, integrieren wir das D-Wave-System in unsere modulare Supercomputer-Umgebung, sodass es in einem hybriden Modus gemeinsam mit klassischen Supercomputern genutzt werden kann.“

IBM: Cloud-Zugriff ab 1. April 2020 auf die weltweit größte Gruppe von IBM Quantenrechnern

Bereits zum 1. April 2020 erhalten interessierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen durch die Fraunhofer-Gesellschaft über die Cloud-Zugriff auf die weltweit größte Gruppe von IBM Quantenrechnern, die derzeit 15 Systeme umfasst und im US-Bundesstaat New York installiert ist. IBM bietet im Rahmen der getroffenen Vereinbarung Fraunhofer zudem technische Unterstützung und Hilfe bei der Nutzung des IBM Q Systems.

Kann sich die Fraunhofer-Gesellschaft ein beispiel dran nehmen, ist doch eine gute Idee wenn man schon über die Cloud Zugang zu Quantencomputern hat.

Lehren aus Corona für Mensch und Wirtschaft?!

Weltweite Corona-Krise: Neu, aber nicht beispiellos

Tolle Artikel wie ich finde. Die sollten zum Nachdenken und umdenken anregen. Der Mensch ist selbstverantwortlich für Pandemien und Epidemien: Menschen dringen durch Rodung immer weiter in Urwälder vor, holzen Sie ab. Exotische Tiere werden rücksichtslos verspeist und auf märkten gehandelt. Nicht nur die Wirtschaft ist rücksichtslos auch die Luftfahrtbranche, maximaler Profit ging über alles, so lange man im nationalen und internationalen Luftverkehr konnte.

Corona-Lehre: Auf die Wissenschaftler hören!

Seit der Coronavirus-Krise sind Wissenschaftler gefragte Interviewpartner. Wir erwarten Hilfe von ihnen, Lösungen des Problems. Aber sind wir bereit, den Empfehlungen der Wissenschaftler zu folgen? Klimaforscher würden hier mit einem lauten „Nein“ antworten.

Ein Kommentar von „Spiegel“-Redakteurin Annette BruhnsWir sind zerbrechlicher, als wir dachten, meint „Spiegel“-Redakteurin Annette Bruhns.

Schon mal etwas vom West-Nil-Fieber gehört? Eine Stechmücke überträgt das Virus. Es befällt hauptsächlich Vögel, aber auch Säugetiere. Bei Menschen verläuft die Krankheit zu 80 Prozent beschwerdefrei. Jeder fünfte Infizierte entwickelt grippeähnliche Symptome, ein Prozent erkrankt schwer. Bei ihnen kann West-Nil-Fieber sogar tödlich enden.

Das Coronavirus ist uns auf die Pelle gerückt

Sind Sie noch da? Vor ein paar Wochen noch hätten Sie jetzt wohl abgeschaltet. Ein tropisches Virus mit verschwindend geringer Mortalität – was ging uns das schon an? Selbst als China im Januar die Millionenstadt Wuhan absperrte, hielten wir Seuchen aller Art für sehr ferne, um nicht zu sagen mittelalterliche Gefahren.

Jetzt ist uns Corona auf die Pelle gerückt. Das Virus ist nicht mehr in China, Iran, Italien – sondern im Johanneum-Gymnasium in Lüneburg oder im Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Johannes B. Kerner und Friedrich Merz sind infiziert, die Mutter einer lieben Freundin liegt danieder. Völlig unbemerkt von den meisten ist auch das West-Nil-Virus weltweit auf dem Vormarsch. Sogar in Deutschland infizieren sich inzwischen Menschen mit dem Fieber, gegen das es keine Impfung gibt. Ein Grund dafür: die Erderwärmung. Ein weiterer, vermuteter Grund: Gen-Mutationen. Ein dritter: die Globalisierung.

Auch andere tropische Viren verbreiten sich

Den Sprung über den Atlantik schaffte das West-Nil-Virus wahrscheinlich über in die USA eingeschmuggelte tropische Vögel. 1999 kam es zum großen Vogelsterben in einem New Yorker Zoo. Anwohner bekamen Fieber, sieben Menschen starben. Inzwischen infizieren sich alljährlich Hunderttausende, schätzen Ärzte, der Großteil von ihnen freilich unbemerkt. Für 167 Betroffene in den USA endete die Infektion vorletztes Jahr indes tödlich. Auch unter Griechen, Italienern und Rumänen wütet das Vogelvirus. Im Jahr 2018 wurden europaweit 180 Todesfälle durch West-Nil-Fieber registriert.

Nicht nur Klimaforscher halten die steigenden Temperaturen für eine Ursache der hierzulande neuen Seuche. Vor einem halben Jahr schlugen Virologen vom Bernhard-Nocht-Institut Alarm. Von Stechmücken übertragene Krankheiten, forderten die Hamburger Forscher, müssten dringend auch nördlich der Alpen überwacht werden. Mit der Ankunft der Asiatischen Tigermücke in Bayern verbreiten sich neben dem West-Nil-Virus nämlich auch andere tropische Viren. Frankreich zum Beispiel hat schon Fälle von Zika gemeldet. Ein Zika-Ausbruch versetzte in Brasilien vor fünf Jahren Schwangere in Panik: Babys von Infizierten kamen missgebildet zur Welt.

Der Klimawandel nimmt Fahrt auf

Auf vielen Kontinenten ist die Lage längst viel fiebriger als bei uns. Der Klimawandel lässt nicht nur die Erde glühen, sondern dehnt die Verbreitungsgebiete vieler Erreger aus – etwa von Malaria, Denguefieber, Gelbfieber. Oder von Bilharziose, eine von Würmern übertragene Krankheit, die vor allem in Afrika in stehenden Gewässern lauert. Inzwischen bedroht sie immer mehr südostasiatische Reisbauern. Chinesische Forscher haben schon vorsorglich ausgerechnet, was der Klimawandel für die dortigen Nassreiskulturen bedeutet: Bei einer durchschnittlichen Erderwärmung von 1,6 Grad könnte sich die lebensgefährliche Wurmkrankheit auf acht Prozent des chinesischen Staatsgebiets ausdehnen.

Der Klimawandel nimmt Fahrt auf. Dieser auffallend milde Winter könnte in Norddeutschland sogar einen neuen Wärmerekord aufstellen. Und es wird so weitergehen, prophezeien Deutschlands staatliche Meteorologen: In den nächsten fünf Jahren erwartet uns demnach noch mehr Trockenheit. Bei der Bekanntgabe dieser Prognose am Dienstag klang Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdiensts, eher wie ein „Fridays-for-Future“-Aktivist. „Die Menschheit hat die Sturmglocken bisher noch nicht hören wollen“, sagte Adrian. Er warb dafür, jetzt endlich an den Stellschrauben für weniger Kohlendioxid-Emissionen zu drehen.  

Forscher kennen auch Lösungen

Meine Hoffnung ist, dass wir aus Corona lernen. Dass wir endlich auf die Wissenschaftler hören. Denn die Forscher warnen ja nicht bloß, sie kennen auch Lösungen. Die Länder, die von Anfang an auf ihre Virologen gehört haben – allen voran Taiwan und seine rund 24 Millionen Einwohner -, werden aller Voraussicht nach die Pandemie am besten überstehen.

Eigentlich wissen wir doch alle, was zu tun ist. So, wie wir jetzt solidarisch zu Hause bleiben müssen, damit sich unsere Mütter und Väter nicht anstecken, genauso müssen wir solidarisch sein mit unseren Kindern. Und auch nach Corona weniger Auto fahren, weniger fliegen, weniger konsumieren. Ja, das sind schlechte Aussichten für unser Wirtschaftswachstum, unseren Wohlstand, unser gewohntes Lebensgefühl. Aber Vorsicht ist eben nicht nur die Mutter des Porzellans. Auch wir sind zerbrechlicher, als wir dachten.

Anmerkung der Redaktion: Liebe Leserin, lieber Leser, die Trennung von Meinung und Information ist uns besonders wichtig. Meinungsbeiträge wie dieser Kommentar geben die persönliche Sicht der Autorin/des Autors wieder. Kommentare können und sollen eine klare Position beziehen. Sie können Zustimmung oder Widerspruch auslösen und auf diese Weise zur Diskussion anregen. Damit unterscheiden sich Kommentare bewusst von Berichten, die über einen Sachverhalt informieren und unterschiedliche Blickwinkel möglichst ausgewogen darstellen sollen.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/info/Kommentar-Die-Lehren-aus-der-Coronavirus-Krise,corona1192.html

Ist der Mensch lernfähig?

Ausgerechnet ein Tier, das wir fast ausgerottet haben, könnte der Überbringer der Corona Seuche sein. Das ist grausame Ironie – und ein Lehrstück über Ursache und Wirkung.

Gastbeitrag von Judith Schalansky

or vier Wochen stand ich lange vor einem Schaufenster in der Amsterdamer Nieuwe Spiegelstraat. Es gehörte einem Antiquitätenhaus, das sich auf den Handel mit Raritäten aus aller Welt, von Fernost bis Amerika, vor allem aber auf den mit präparierten Tieren spezialisiert hat. Zu sehen waren knochenbleiche Steinkorallen, ein Falke mit einer golden-purpurnen Haube, die mich an die Auslagen der Fetisch-Shops in der Berliner Motzstraße erinnerte, ein Litzaffenweibchen mit Sturmfrisur und Baby auf dem Rücken sowie ein viktorianischer gläserner Kasten mit 100 ausgestopften Kolibris, die, klein wie Schmetterlinge, in allen erdenklichen Farben schillernd, zu einem stummen Frühlingskonzert auf den Ästen versammelt saßen. Der Anblick war schwer auszuhalten, weil sich in die Schaulust das Gefühl der Verzweiflung darüber mischte, dass der Mensch fähig war, diese Schönheit selbst um den Preis des Todes zu bewahren.

Ich wollte mich gerade abwenden, als ich etwas abseits im Halbdunkeln ein etwa dackelgroßes Schuppentier entdeckte, das einen wie gedrechselt aussehenden Baumstamm hochkletterte. Seine verhornten Schuppen glänzten wie die von Fichtenzapfen und hatten die nachgedunkelte Farbe eines antiken Möbelstücks, seine Füße krallten sich in das Holz, sein rüsselartiger Mund war staunend geöffnet und die winzigen Knopfaugen fixierten einen fernen, unbestimmbaren Punkt.Aktuelles zum Coronavirus – zweimal täglich per Mail oder Push-Nachricht

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Ich hatte den Vormittag über einige Interviews zu meinem Buch „Verzeichnis einiger Verluste“ gegeben, die sich allesamt zu Gesprächen über den Tod, das Artensterben und den Sinn des Lebens auswuchsen.

Nachdem eine der Journalistinnen mir die Frage gestellt hatte, ob ich glaube, der Mensch sei lernfähig, sah ich hinter den bodentiefen Fenstern des mit Stofftapeten bezogenen Grachtensaals des Goethe-Instituts hinaus auf das Wasser, wo gerade eine große Raubmöwe immer wieder ihren Schnabel in ein Stück Styropor hackte. Ist der Mensch lernfähig, fragte ich mich jetzt, als ich auf das Schild unterhalb des Schuppentiers blickte. Dort war zu lesen, dass das Tier aus den afrikanischen Regenwäldern und das Objekt, zu dem es nach seinem gewaltsamen Tod und seiner feinfühligen Präparation geworden war, aus einer belgischen Privatsammlung stammte.

Was auf einem chinesischen Markt gehandelt wird, geht die ganze Welt an

Mir fielen die Lesereisen ein, die mich im Frühjahr zum ersten Mal nach Turin, Bologna und Tokio führen sollten. Die Reise nach Peking und Shanghai waren ein paar Tage zuvor abgesagt worden. „Es ist sicherer, wenn Sie zu Hause bleiben“, hatte mir die Veranstalterin geschrieben. Vier Wochen später gilt dieser Ratschlag für die ganze westliche Welt.

„In China ist ein Sack Reis umgefallen“ ist ein geläufiger Ausdruck für ein unwichtiges Ereignis. In der kurzgeschlossenen Welt gilt er nicht länger. Ob in britischen Ställen BSE auslösendes Fleischmehl an Rinder verfüttert wird oder auf einem fernöstlichen Markt eine Kobra oder eine Fledermaus geschlachtet wird, ist sehr wohl für die Menschheit der ganzen Welt von Bedeutung. Letztere Tiere galten als die ersten Verdächtigen für den Ursprung des aus dem Tierreich stammenden Virus, zumal Fledermäuse eine ganze Reihe von Coronaviren beherbergen, ohne dass dies ihre Gesundheit beeinträchtigen würde. Mittlerweile vermutet man, dass ausgerechnet ein Malaiisches Schuppentier jener Zwischenwirt gewesen ist, der das zu SARS-CoV-2 mutierte Coronavirus auf Menschen übertragen haben muss. Es stammt nicht, wie jenes, das ich im Schaufenster sah, aus Zentralafrika, sondern aus den südostasiatischen Regenwäldern, wo es niemals hätte gefangen genommen werden, so wie es auf keinem Markt der Welt hätte feilgeboten werden dürfen, da jeglicher Handel mit diesen Tieren oder deren Körperteilen verboten ist. Denn die einzelgängerisch und nachtaktiv lebenden Insektenfresser sind vom Menschen so stark bejagt, dass viele Populationen zusammengebrochen sind, und niemand weiß, wie viele Individuen der acht vom Aussterben bedrohten Unterarten überhaupt noch existieren. Schuppentiere sind die am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere weltweit. Allein im Jahr 2018 wurden 62 Tonnen geschmuggelte Schuppen sichergestellt. Dementsprechend hoch sind die Schwarzmarktpreise, da ihr Fleisch als Delikatesse und ihre Schuppen in der traditionellen chinesischen Medizin als Wundermittel gelten.

Es bedarf keiner ausgeprägten Neigung zum schwarzen Humor, um die grausame Ironie wahrzunehmen, die darin liegt, dass ausgerechnet ein scheues, wehrloses Säugetier, das durch menschliche Bejagung kurz vor seiner Auslöschung steht, Überbringer einer Seuche sein soll, die allein bisher Zehntausende von Toten gefordert hat und etwa ein Viertel der Weltbevölkerung in die eigenen vier Wände verbannt.

Es ist lebensnotwendig, die ganze Welt als Organismus zu begreifen

Es erinnert uns daran, dass auch wir verwundbar sind, ein Säugetier, das mit seinen acht Milliarden Exemplaren für ein Virus nichts anderes ist als ein weiterer, idealer Wirt. Bei drohender Gefahr rollt sich das Schuppentier ein. Nichts anderes tun wir gerade. In diesen Wochen wird klar, dass die größere Herausforderung des Lebens darin besteht, die Welt nicht zu erobern, sondern verdammt nochmal zu Hause zu bleiben, vorausgesetzt natürlich man hat eins.

Sicherlich liegt es daran, dass ich in der DDR geboren bin, dass mir leere Supermarktregale, rationierte Lebensmittel, lange Schlangen und geschlossene Grenzen ebenso vertraut sind wie die aktuelle Erfahrung, dass sich beinahe über Nacht alles ändern kann, dass es möglich ist, Geschäfte, Schulen und Zoologische Gärten zu schließen, die Olympischen Spiele ebenso in eine vage Zukunft zu verschieben wie den wöchentlichen Töpferkurs meiner Mutter, und dass die Zeitungen auf einmal titeln: „Afrika schottet sich von Europa ab.“

Als Kind träumte ich immer davon, einmal bei meinen Großeltern eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten zu werden, damit wir endlich die vielen Vorräte, die sie angehäuft hatten, aufessen würden. Die Erfahrung des Krieges hatte bei ihnen dafür gesorgt, von allem, was es zu kaufen gab, so viel zu bunkern, wie nur in den Kühlschrank, in den Keller und in die Hohlräume der Sitzgarnitur auf der Veranda passte. Dort stapelten sich die Konserven mit Pfirsichen und Aprikosen, die nur zu Feiertagen geöffnet wurden. Leider schneiten wir nie ein, also blieben die Vorräte unberührt.

Diesen Winter hat es in Berlin gar nicht geschneit. Den Winter, so scheint es, gibt es nur noch in den Bergen, in Kinderbüchern und auf holländischen Gemälden. Vielleicht kehrt er wieder, wenn wir diese Zeit der Krise nicht nur als Verzicht und Verlust erleben. Die reine Luft über Wuhan und das klare Wasser Venedigs sind starke Bilder, die das der Styropor pickenden Möwe überlagern. Ist der Mensch lernfähig?

Ein Virus, das alle Menschen heimsuchen kann, lehrt uns einmal mehr, wie unerlässlich, ja lebensnotwendig es ist, die Welt als einen Organismus zu begreifen.

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/kultur/coronavirus-schuppentier-china-1.4862197

Aus früheren Pandemien gelernt?

Spanische Grippe, Asiatische Grippe, SARS – in den vergangenen 100 Jahren versetzten gleich mehrere Pandemien die Welt in Aufregung. Können die Lehren aus der Geschichte im Kampf gegen das Coronavirus helfen?

Von Gábor Paál, SWR

Die Spanische Grippe ist bis heute die größte Pandemie der Neuzeit. Weltweit starben rund 50 Millionen Menschen. Deshalb – und weil sie jetzt 100 Jahre zurück liegt – drängen sich Vergleiche auf: Gibt es Parallelen zwischen der heutigen Situation und damals?

Auf den ersten Blick kaum. Vielmehr fallen die Unterschiede auf: 1918 tobte der Erste Weltkrieg. Die Grippe traf somit auf eine Welt, die ohnehin geschwächt war. Sie breitete sich auch anders aus. Anders als ihr Name vermuten lässt, hat sie ihren Ursprung nicht in Spanien, sondern höchstwahrscheinlich in den USA. Soldaten brachten sie nach Europa, wo sie sich mit der Kriegsfront ausbreitete.

Die Grippe verlief auch anders: Die Inkubationszeit war deutlicher kürzer als beim neuartigen Coronavirus, und der Grippe fielen vor allem die 20- bis 40-Jährigen zum Opfer. Vor allem aber: Man wusste kaum etwas. Nicht einmal der Erreger war bekannt. Lange vermutete man ein Bakterium als Auslöser der Krankheit. Dass es Virus war, entdeckten Mediziner erst Jahre nach der Pandemie. Doch schon damals war bekannt: Die Krankheit ist ansteckend, sie überträgt sich durch Kontakte.

Spanische Grippe: Unterschiede bei der Eindämmung

Auch das Konzept der Quarantäne war keineswegs neu. Das Wort geht schließlich darauf zurück, dass Venedig während der Pest im 14. Jahrhundert die aus dem Osten ankommenden Handelsschiffe 40 (ital.: quaranta) Tage isolierte. Seitdem wurde es immer wieder eingesetzt, um die Ausbreitung von Epidemien wenn nicht zu verhindern, so doch zu verlangsamen.

Und deshalb lohnt sich der Vergleich mit der Spanischen Grippe doch. Denn heute ist klar: Damals waren die Länder zu zögerlich. „In Mannheim hat man 1918 überlegt, ob man die Kinos und Theater schließen lässt“, sagt der Heidelberger Medizinhistoriker Wolfgang U. Eckart. „Man hat dann davon abgesehen mit der Begründung: ‚Die Leute müssen doch irgendwas haben, um sich zu belustigen. Der Krieg ist schon fürchterlich, und jetzt noch die Grippe, das können wir ihnen nicht auch noch nehmen.'“ Auch die Schulen traute man sich nicht zu schließen.

Aus dem mutmaßlichen Ursprungsland der Spanischen Grippe, den USA, gibt es einen eindrücklichen Beleg für die Wirksamkeit drastischer Maßnahmen. In Philadelphia fand zum Herbstbeginn noch eine große Militärparade statt. 200.000 Bürger und Armeeangehörige füllten die Straßen und Plätze. Drei Tage später waren die Krankenhäuser in Philadelphia überfüllt, innerhalb einer Woche starben fast 5000 Menschen.

Anders in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Zwei Tage nach dem Bekanntwerden der ersten Fälle schloss die Stadt Schulen, Kindergärten und Kirchen. Öffentliche Ansammlungen von mehr als 20 Personen wurden untersagt. Die Ausbreitung wurde dadurch zwar nicht verhindert, aber die Infektionsrate deutlich verlangsamt und die Zahl der Toten im Verhältnis zur Einwohnerzahl um die Hälfte reduziert. Dies ergab ein rückblickende Studie aus dem Jahr 2007 in der Fachzeitschrift PNAS.

Asiatische Grippe: Beschwichtigung kostete Zehntausende Leben

Wie wenig aus diesen Beispielen gelernt wurde, zeigte sich in den Jahren 1957/58. Damals grassierte die aus China stammende Asiatische Grippe, die zweitgrößte Pandemie des 20. Jahrhunderts nach der Spanischen Grippe. Sie erreichte im Frühsommer 1957 Deutschland. Im Archiv von Radio Bremen findet sich aus dieser Zeit ein Interview mit dem dortigen Gesundheitsamt. Der ärztliche Leiter erklärt, es sei „keinerlei Grund zur Unruhe“ gegeben. „Schon die Bezeichnung ‚Asiatische Grippe‘ halte ich für eine Dramatisierung.“

Die Beschwichtigungspolitik rächte sich. Vier Monate später sah die Lage nämlich schon ganz anders aus. Das belegt ein ausführlicher Hintergrundbericht, der damals im Süddeutschen Rundfunk lief, und den das SWR2 Archivradio kürzlich publizierte. Im Oktober 1957 waren die Infektionsraten mittlerweile in die Höhe geschossen, Ärzte und Krankenschwestern mit Hausbesuchen völlig überlastet.

Und die Präventionsmaßnahmen? Die Schulen blieben offen, der Unterricht fiel etwa in Heidelberg nur aus, wenn mehr als die Hälfte einer Klasse erkrankt war. Der Radiobericht gab auch Hinweise zur Vorbeugung: Nicht etwa Händewaschen wurde empfohlen, sondern das „Gurgeln mit Wassersuperoxid“ sowie das Einnehmen „formalinfreisetzender Tabletten“.

Angesichts dieser unzureichenden Maßnahmen hatte auch die Asiatische Grippe leichtes Spiel. Innerhalb eines Jahres starben in Deutschland daran geschätzt 30.000 Menschen. Erstaunlicherweise findet sich aus dieser Zeit in den deutschen Rundfunkarchiven nur eine Handvoll Hörfunkberichte zum Thema. Die reinen Nachrichtensendungen wurden damals allerdings auch kaum archiviert.

Coronavirus: Pandemiepläne greifen

Der große Unterschied zu heute ist: Das Virus ist bekannt. Es gibt Pandemiepläne, die jetzt greifen – und auf die Besonderheiten des neuen Virus angepasst werden. Es gibt einen Test, wenn er auch nur in begrenztem Umfang zur Verfügung steht. Es gibt die Grundlage für Impfstoffe. Denn seit der SARS-Epidemie 2003 ist klar, dass sich jederzeit ein neues, modifiziertes Virus entwickeln kann. So steht es auch in einer Risikoanalyse der Bundesregierung von 2012.

Manche Nutzer in den sozialen Medien schließen aus diesem Bericht, die Regierung sei gewarnt gewesen und habe nichts unternommen. Tatsächlich aber folgen die jetzigen Maßnahmen ziemlich genau den Plänen, die seit Jahren in den Schubladen liegen. In der Risikoanalyse lautete die Empfehlung: „Die antiepidemischen Maßnahmen beginnen, nachdem zehn Patienten in Deutschland an der Infektion verstorben sind. Die Anordnung der Maßnahmen geschieht in den Regionen zuerst, in denen sich Fälle ereignen.“

Gemessen daran setzten die ersten Maßnahmen sogar früh ein: Denn den zehnten Corona-Todesfall verzeichnete Deutschland am Sonntag. Es scheint: Inzwischen sind die Lehren aus den früheren Pandemien hierzulande durchaus angekommen.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/pandemien-historisch-corona-101.html

Coronavirus: Einschränkungen des öffentlichen Lebens trotz Supercomputer Weltweit.

Das man sowas erlebt: Die Landesgrenzen zu Frankreich, Österreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz werden ab Montag, 8 Uhr geschlossen werden. Bahn schränkt Regionalverkehr ein. Kita und Schulschließungen. Unglaublich, wir haben doch Computer usw. Das ist nicht hinnehmbar.

Coronavirus: Einschränkungen des öffentlichen Lebens trotz Supercomputer Weltweit

Man muss sich das mal vorstellen: Auch wenn Supercomputer an dem Virus arbeiten: Die Kinder können nicht in die Kita, Schüler nicht in die Schule, Länder müssen sich abschotten (Grenzen schließen). Man kommt morgens nicht mit dem öffentlichen Verkehrsmittel rechtzeitig zu Arbeit usw. Ich mag das so nicht hinnehmen, es muss sich was ändern.

Die Corona-Epidemie sollte vor allem ein Weckruf an Forscher, Technologieunternehmen und Politiker sein, sich noch mehr für die Qantencomputer-Technologie einzusetzen. Es kann nach der Corona-Epedemie nicht zur Tagesordnung zurückgegangen werden, die Qantencomputer-Technologie muss voran getrieben werden.

Vielleicht ist das einzig gute an der Corona-Epidemie das Sie genau das erreichen wird. Nicht nur die Computertechnologie davon profitiert sondern auch andere Bereiche in der Forschung/Wissenschaft.

Antikörper aus dem Arbeitsspeicher

Die internationale Zusammenarbeit der Supercomputerzentren weltweit wird von allen Experten gelobt. Chinesische und amerikanische Computerwissenschaftler arbeiten hier mit ihren europäischen Kollegen eng zusammen.

Die hier beteiligten Wissenschaftler haben zwei Wünsche an die Politik: Dort möge man ihre Prognosen, die die Ausbreitungswege angehen, ernster nehmen. Und den Simulationsforschungen für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen sollte nicht wieder – wie nach dem Sars-Ausbruch vor einigen Jahren nach Bewältigung der unmittelbaren Krise – der Geldhahn zugedreht werden.

Eine Pressemitteilung von IBM:

Im Rahmen der Zusammenarbeit wird ein IBM Q System One Quantencomputer in einem Rechenzentrum der IBM Deutschland bei Stuttgart installiert. Das System soll zu Jahresbeginn 2021 in Betrieb gehen und wird das erste seiner Art in Europa sein. Fraunhofer plant, etablierte Partner aus Forschung und Industrie unter dem Dach einer Forschungsinfrastruktur von Fraunhofer-Instituten zusammenzubringen, die als Kompetenzzentren in einem zentral koordinierten nationalen Fraunhofer-Kompetenznetzwerk für Quantencomputing zusammenarbeiten.

Dieses hat sich die Weiterentwicklung und den Transfer anwendungsorientierter Quantencomputerstrategien unter vollständiger Datenhoheit nach europäischem Recht zum Ziel gesetzt und wird zunächst mit Kompetenzzentren in sechs Bundesländern vertreten sein – Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Aktuell sind über zehn Fraunhofer-Institute auf verschiedenen Feldern der Quantentechnologie aktiv.

Bereits zum 1. April 2020 erhalten interessierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen durch die Fraunhofer-Gesellschaft über die Cloud Zugriff auf das US-amerikanische IBM Quantum Computation Center, das derzeit 15 Systeme umfasst und im US-Bundesstaat New York installiert ist. IBM bietet im Rahmen der getroffenen Vereinbarung getroffenen Fraunhofer zudem technische Unterstützung und Hilfe bei der Nutzung der IBM Quantum Systeme.

Wegweisende Initiative zum angewandten Quantencomputing

Die Unterzeichnung der Kooperation folgt der gemeinsamen Ankündigung aus dem September 2019, eine wegweisende Initiative zum angewandten Quantencomputing für deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen aller Größenordnungen zu realisieren. Dabei unterstützen die Kooperationspartner das Ziel der deutschen Bundesregierung, die Quantentechnologie von der Grundlagenforschung hin zu marktfähigen Anwendungen zu entwickeln. Dafür investiert diese in den kommenden zwei Jahren beinahe eine Milliarde Euro.

„Entsprechende Forschungsinfrastrukturen sollen die Weiterentwicklung und Verbreitung der Quantencomputer-Technologie in Deutschland strategisch fördern. Die größten finanziellen Anteile steuern aktuell die beteiligten Länder Baden-Württemberg und Bayern bei.“

„Eine zentrale Forschungsfrage ist, welche konkreten Anwendungsszenarien sich für die Berechnung mit einem Quantencomputer eignen, wie sich Algorithmen dafür entwickeln und in einfache Applikationen übersetzen lassen. Quantencomputing hat das Potenzial, die komplexen Systeme in Wirtschaft und Industrie zu analysieren, molekulare und chemische Wechselwirkungen zu entflechten, komplizierte Optimierungsprobleme zu bewältigen und künstliche Intelligenz deutlich leistungs-fähiger zu machen«, erklärt Fraunhofer-Präsident Prof. Reimund Neugebauer. »Solche Fortschritte könnten die Tür zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und enormen Verbesserungen zum Beispiel bei Lieferketten, der Logistik und der Modellierung von Finanzdaten sowie Probleme aus den klassischen Ingenieurswissenschaften öffnen.“

„Im Rahmen unserer  Kooperation wird die Fraunhofer-Gesellschaft ein wichtiges, europäisches Mitglied des weltweiten IBM Q Network, einem Zusammenschluss von über 100 Unternehmen, Startups, akademischen Einrichtungen und Forschungslaboren, die daran arbeiten, Quantencomputing voranzubringen und dessen praktische Anwendungen in Wirtschaft und Wissenschaft zu erforschen,“ erläutert  Gregor Pillen, General Manager IBM DACH. „Bereits in Kürze können interessierte Konzerne, Mittelständler und Forschungseinrichtungen über das Fraunhofer-Kompetenznetzwerk Zugriff zu Quantentechnologie bekommen, bevor dann der Quantencomputer aus unserem Rechenzentrum ans Netz geht.”

„Heute ist eine lang ersehnte Vision Wirklichkeit geworden. Diese Vereinbarung eröffnet Europa eine weitere Chance, bei der Weiterentwicklung einer vielversprechenden Technologie eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Und Deutschland spielt hier durch die geplante Zusammenarbeit eines breit angelegten Ökosystems aus wissenschaftlichen, öffentlichen und privaten Institutionen eine führende Rolle. Es darum geht, die Zukunft unserer europäischen Gesellschaft mitzugestalten, indem komplexe Probleme wie der Klimawandel und Gesundheitsfragen mit Hilfe von Quantcomputing angegangen werden. Ein denkwürdiger Meilenstein für unsere Region“, sagt Martin Jetter, Senior Vice President & Chairman IBM Europe. 

„Der Aufbau des ersten physischen Quantencomputers auf europäischem Boden ist ein starkes Signal für den Forschungsstandort Deutschland. Für die weitere Förderung eines international sichtbaren Ökosystems im Bereich der Quantentechnologien ist dieser Schritt von großer Bedeutung“, sagt Dr. Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramtes.

„Der Quantencomputer ist für unser Land ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die entscheidenden Zukunftstechnologien frühzeitig und erfolgreich mitzuprägen. Deutschland im Allgemeinen und Baden-Württemberg im Besonderen werden hierdurch zum Zentrum der Quantentechnologie in Europa. Damit erschließen wir unserer Wirtschaft und unserer Wissenschaft in den Bereichen Mobilität, Maschinenbau, Medien, Medizin sowie im Finanz- und Energiesektor ein riesiges Forschungs- und Experimentierfeld. Als Ministerpräsident freue ich mich natürlich sehr, wenn solche wegweisenden Standortentscheidungen in diesen Zukunftstechnologien zu Gunsten Baden-Württembergs ausgehen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Quantencomputing bietet enormes Potenzial für viele Anwendungsfelder, zum Beispiel in der Logistik, bei der Erforschung neuer Materialien, für Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit.“ Bayern werde sich deshalb mit einem leistungsstarken Kompetenzzentrum unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC in Garching an dieser Initiative der Fraunhofer-Gesellschaft beteiligen. Ein Schwerpunkt wird dabei das Zusammenspiel von Quantencomputing und IT-Sicherheit sein. Aiwanger weiter: „Wir wollen das Quantencomputing als neue Schlüsseltechnologie noch weiter für unsere Unternehmen erschließen.“

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sagt: „Der Aufbau des Quantencomputers in Baden-Württemberg ist ein großartiger Erfolg und eine enorme Chance für Wirtschaft und Wissenschaft in unserem Land. Als Land der Hidden Champions und führende Innovationsregion in Europa bieten wir ideale Voraussetzungen – und eine Vielzahl an Anwendungsgebieten, für die das Quantencomputing in der Praxis nützlich werden wird. Die enorme Rechenleistung eröffnet völlig neue Möglichkeiten, um wesentliche wirtschaftsrelevante Fragestellungen künftig in kürzester Zeit, anstatt in Jahren zu lösen. Als Landesregierung stellen wir daher 40 Millionen Euro bereit, um gemeinsam mit IBM und der Fraunhofer-Gesellschaft frühzeitig die nötigen Fachkompetenzen in der Industrie aufzubauen. Die Einrichtung des Kompetenzzentrums in Baden-Württemberg ist ein wichtiger Schritt, damit wir die Chancen des Quantencomputing in Zukunft optimal nutzen können.“
 

Das System IBM System Q One

Das IBM System Q One ist dahingehend optimiert, die Qualität, Stabilität, Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit von Multi-Qubit-Anwendungen sicherzustellen. Aufgrund dieser Faktoren und des daraus resultierenden hohen Quantum Volumes (eine Maßzahl für die Leistungsfähigkeit eines Quantenrechners) ermöglicht das IBM System Q One modernste Forschungsarbeiten für konkrete Anwendungsszenarien in Wissenschaft und Industrie.

IBM stellt bereits seit 2016 Quantencomputer über die Cloud für jedermann kostenlos zur Verfügung. Stand heute haben mehr als 200.000 Nutzer bereits die Möglichkeit genutzt, auf speziellen Algorithmen basierende Signale an die Rechner zu schicken. Die entsprechende Software namens Qiskit wurde mehr als 300.000-mal heruntergeladen und über 200 wissenschaftliche Arbeiten zu Experimenten auf der Plattform veröffentlicht.

Das Fraunhofer-Kompetenznetzwerk für Quantencomputing:

https://www.iaf.fraunhofer.de/de/medien/KQC-anmeldung.html

Über IBM und IBM Q

https://www.ibm.com/ibm

https://www.ibm.com/quantum-computing

Über die Fraunhofer-Gesellschaft
Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 72 Institute und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. Mehr als 26.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzielen das jährliche Forschungsvolumen von 2,6 Milliarden Euro. Davon fallen 2,2 Milliarden Euro auf den Leistungsbereich Vertragsforschung. Rund 70 Prozent dieses Leistungsbereichs erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft mit Aufträgen aus der Industrie und mit öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Internationale Kooperationen mit exzellenten Forschungspartnern und innovativen Unternehmen weltweit sorgen für einen direkten Zugang zu den wichtigsten gegenwärtigen und zukünftigen Wissenschafts- und Wirtschaftsräumen.

Rechenkapazitäten für die Forschung am Coronavirus bzw. Krankheiten spenden/ Quantencomputer:Inbetriebnahme voraussichtlich 2021

Was kann man tun, außer im Büro und zu Hause hocken, sich die Hände waschen und die Nachrichten verfolgen? Nun, wer (quasi) aktiv etwas gegen das Coronavirus tun will, der kann dem Aufruf von Wissenschaftlern der Universität Stanford folgen. Denn diese bitten derzeit Unterstützer auf der ganzen Welt, ihnen Rechenkapazität für die Forschung an Therapien gegen das neuartige Coronavirus zur Verfügung zu stellen.

FOLDING @ HOME-UPDATE ZU SARS-COV-2 (10. MÄRZ 2020)

Dies ist ein Update zu den Bemühungen von Folding @ home, Forschern auf der ganzen Welt dabei zu helfen, den globalen Kampf gegen COVID-19 aufzunehmen .

Nach anfänglichen Qualitätskontrollen und begrenzten Testphasen hat das Folding @ home-Team eine erste Welle von Projekten veröffentlicht, in denen potenziell druggierbare Proteinziele aus SARS-CoV-2 (dem Virus, das COVID-19 verursacht) und dem zugehörigen SARS-CoV-Virus (für das) simuliert werden Weitere Strukturdaten sind verfügbar) für die vollständige Produktion auf Folding @ home. Vielen Dank an die große Anzahl von Folding @ home-Spendern, die uns bisher im Beta- oder Advanced-Modus unterstützt haben.

Diese erste Welle von Projekten konzentriert sich auf ein besseres Verständnis, wie diese Coronaviren mit dem menschlichen ACE2-Rezeptor interagieren, der für den Viruseintritt in menschliche Wirtszellen erforderlich ist, und wie Forscher in der Lage sein könnten, sie durch das Design neuer therapeutischer Antikörper oder kleiner Moleküle, die möglicherweise stören, zu stören ihre Interaktion.

Wir hoffen, in den kommenden Tagen einige der neuen strukturbiologischen und biochemischen Daten nutzen zu können, die von Forschern auf der ganzen Welt, die daran arbeiten, diese Viren und Strategien zu ihrer Bekämpfung zu verstehen, schnell veröffentlicht werden. Diese Arbeit wurde größtenteils von Preprint-Servern wie bioRxiv und chemRxiv verbreitet , die darauf abzielen, die Forschung anderen Forschern und der Öffentlichkeit schnell zur Verfügung zu stellen, damit andere Wissenschaftler sie umfassend bewerten und sofort darauf aufbauen können. Wir haben auch mehrere neue Kooperationen mit anderen Labors geschlossen, in denen wir hoffen, dass Folding @ home wertvolle Unterstützung bei den COVID-19-Forschungsbemühungen bietet.

Während wir die Simulationsdatensätze schnell für andere zur Verwendung oder Analyse freigeben werden, möchten wir nach alternativen Konformationen und versteckten Taschen innerhalb der vielversprechendsten Wirkstofftargets suchen, die nur in der Simulation und nicht in statischen Röntgenstrukturen zu sehen sind. Wir hoffen, dass diese Strukturen – sobald sie durch neu auftretende zusammengesetzte Screening-Daten validiert wurden – dazu beitragen können, die virtuellen Screening-Kampagnen oder das Targeting neuer Taschen zu steuern, für die noch keine atomistischen Strukturen verfügbar waren.

Nachfolgend finden Sie kurze Beschreibungen der Projekte. Beachten Sie, dass alle Eingabedateien hier auf GitHub verfügbar gemacht werden, damit andere Forscher Folgendes nutzen können:

https://github.com/foldingathome/coronavirus

Dieses Repository wird sich in den kommenden Tagen weiterentwickeln, wenn wir weitere Projekte und Dokumentationen hinzufügen. Wir werden Datensätze mit Strukturen auf öffentlich verfügbaren Servern veröffentlichen, sobald wir nützliche Daten zu melden haben.

Alle Projekte verwenden den neuen GPU-beschleunigten Core22, der auf der Open-Source- OpenMM- Engine für biomolekulare Simulationen basiert . Quelle: https://foldingathome.org/2020/03/10/covid19-update/

„Verteiltes Rechnen“ und „Quantencomputer“

Habe mich den Projekten Folding@home und Rosetta@home angeschlossen. Zumal ich schon vor 20 Jahren auf die Projekte und der Software gestoßen bin und sehr begeistert von der Idee war. Installation hat 5 Minuten gedauert und Angemeldet bin ich auch bei beiden Projekten.

Ich werde es auch nach der Corona-Pandemie im Hintergrund auf den PC laufen lassen. Übrigens wäre es jetzt toll für die Forschung Quantencomputer zunutzen, wird höhste Zeit.

Die Wissenschaftler erhoffen sich von Quantencomputern Durchbrüche in vielen rechenintensiven Disziplinen, etwa bei der Erforschung neuer Medikamente, bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz oder auch für die Optimierung von Lieferketten in der Logistik.

Und das funktioniert so: Gewillte Nutzer können ihre Computer über ein kleines Programm an „folding@home“ (FAH) teilnehmen lassen. Via so genanntem „Distributed Computing“ kann der eigene Rechner dann an der Erforschung des Andock-Prozesses des Virus am menschlichen Körper teilnehmen lassen. Das Komplizierte daran ist, dass das Spike-Protein, mit dem der Virus an Lungenzellen andockt, ständig eine Proteinfaltung („protein folding“) durchmacht und so permanent neue Formen annimmt.

Für Mac, Windows & Linux

Mit der folding@home-Software, die man am eigenen Rechner installiert, sollen ungenutzte CPU- und GPU-Rechenkapazitäten für die Forschung zugänglich gemacht werden. Als Nutzer kann man festlegen, ob der Computer nur verwendet wird, wenn man ihn gerade selbst nicht verwendet, oder ob nebenbei gerechnet werden kann. Verfügbar ist das kostenlose Programm für Linux, Windows und MacOS.

Insgesamt erhoffen sich die Stanford-Wissenschaftler, Erkenntnisse für ein Gegenmittel zu gewinnen. Die Software für verteiltes Rechnen (man sieht es ihr an) gibt es schon seit vielen Jahren – und wurde bisher schon dafür eingesetzt, um bei der Entwicklung von Therapien für Krankheiten helfen, die durch Proteinfaltung ausgelöst wurden. Insofern passt der jetzige Einsatz rund um COVId-19 sehr gut.

IBM Q System One: Fraunhofer holt Quantencomputer nach Baden-Württemberg

Der Quantencomputer IBM System One soll in Deutschland in der Nähe von Stuttgart aufgestellt werden. In diesem Jahr wird es aber nichts mehr.

IBM Q System One: Fraunhofer holt Quantencomputer nach Baden-Würtemberg
IBM Q System One

Die Fraunhofer Gesellschaft und der Computerkonzern IBM haben eine Vereinbarung unterschrieben, um die Forschung zu Quantencomputern in Deutschland voranzutreiben. Dafür soll ein IBM-Quantencomputer der Serie „Q System One“ im Rechenzentrum des Konzerns in Ehningen bei Stuttgart stationiert werden. Es wird nach Angaben von Fraunhofer das erste seiner Art in Europa sein. Unter dem Dach der Fraunhofer Gesellschaft sollen Technologie, Anwendungsszenarien und Algorithmen erforscht werden. Außerdem soll in Wirtschaft und Wissenschaft in Deutschland Kompetenz aufgebaut und damit internationale Wettbewerbsvorteile hergestellt werden.

Mit dem Konzept der Quantencomputer reagiert die Branche auf die Tatsache, dass die bislang übliche Entwicklung von Hochleistungscomputern an ihre physikalischen Grenzen stößt. Während bei herkömmlichen Computern Bits jeweils den Zustand Null oder Eins annehmen, können bei Quantencomputern die Qbits gemäß der Quantenmechanik mehrere Zustände gleichzeitig darstellen – ein Paradox, das auch heute noch für Physiker eine große Herausforderung darstellt. Die Zustände der Qbits sind zudem sehr flüchtig und ändern sich schon allein bei der Betrachtung. Das Q-System One soll dagegen in der Lage sein, die Quantenzustände länger stabil zu halten und somit auch die kommerzielle Nutzung zu ermöglichen.

Quantencomputer können theoretisch um ein Vielfaches schneller und leistungsfähiger sein als herkömmliche Rechner. Noch sind sie aber eher Forschungsobjekte, eine kommerzielle Nutzung gab es bislang nicht.

Das System in Ehningen soll Anfang 2021 in Betrieb genommen werden. Dort befindet sich auch die IBM-Zentrale für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Wissenschaftler erhoffen sich von Quantencomputern Durchbrüche in vielen rechenintensiven Disziplinen, etwa bei der Erforschung neuer Medikamente, bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz oder auch für die Optimierung von Lieferketten in der Logistik.

IBM hatte seinen „Q System One“ im Januar 2019 als ersten auch kommerziell nutzbaren Quantencomputer vorgestellt. Die Anlage besteht aus einer Kühl- und Leitungseinheit, der Cryostat, die wie ein Kandelaber aussieht. An dessen unteren Ende befindet sich der Quantenchip. Dahinter steht eine schrankgroße Steuereinheit, mit der die Signale zu den Qubits geschickt und auch wieder ausgelesen werden.

Die Fraunhofer Gesellschaft und IBM hatten bereits 2019 vereinbart, den Q System One nach Deutschland zu bringen. Damals war jedoch unklar, wo der Standort des Quantencomputers sein soll. 

Folding@home: Coronavirus-Forschung – Stanford-Wissenschaftler bitten um Rechenressourcen

Wissenschaftler der Stanford University benötigen für ihre Coronavirus-Forschung viel Rechenkapazität, die über Distributed Computing erzielt werden soll.

Coronavirus-Forschung: Stanford-Wissenschaftler bitten um Rechenressourcen

Wissenschaftler der Gruppe folding@home (FAH) der US-amerikanischen Stanford University suchen weltweit Unterstützer, die Rechenkapazität für die Forschung an neuen Therapien gegen das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) bereitstellen. Helfer können dazu eine Software herunterladen und installieren, die bei komplexen Berechnungen zum Coronavirus helfen soll.

Die Rechenkapazität der am Projekt teilnehmenden Rechner wird nach Angaben der Forscher dazu verwendet, um den Prozess der Infektion im menschlichen Körper über das Andocken des Virus über Proteine genauer zu entschlüsseln. Wie die Stanford Wissenschaftler beschreiben, dockt das aktuell grassierende Coronavirus über ein Spike-Protein, das sich an der Oberfläche des Virus befindet, an Lungenzellen an. Das Protein verändere sich allerdings ständig über Proteinfaltung (protein folding) und nehme dabei unterschiedliche Formen an. Um gegebenenfalls Antikörper und damit entsprechende Impfstoffe herstellen zu können, sei es notwendig, die unterschiedlichen Formen des Spike-Proteins zu kennen.

Um computergenerierte Modelle der Proteinstrukturen zu erstellen sei „viel Rechenpower“ notwendig, die über das vernetzte Rechnen (Distributed Computing) mit der folding@home-Software generiert wird. Die Software verwendet auf den Rechnern lediglich ungenutzte CPU- und GPU-Rechenpower, heißt es. Interessierte können die Software des folding@home-Projektes von der Website der Gruppe herunterladen. Die Software ist für Linux, Windows und MacOS verfügbar.

Das folding@home-Projekt wurde nach Angaben von FAH 2000 gestartet. Das Projekt für verteiltes Rechnen an der Stanford University soll bei der Entwicklung von Therapien für Krankheiten helfen, die durch protein folding ausgelöst werden.

Wissenschaftler arbeiten verschärft daran, einen Coronavirus-Impfstoff zu finden. Doch du musst nicht nur tatenlos rumsitzen und abwarten, sondern kannst dabei auch helfen.

Während viele nicht mehr wissen, wie sie sich richtig verhalten sollen und wie hoch die Gefahr um die gefürchtete Krankheit wirklich ist, arbeiten Forscher auf Hochtouren daran, einen Coronavirus-Impfstoff zu finden. Du selbst musst dabei nicht völlig untätig sein, sondern kannst sogar mithelfen, ein Heilmittel gegen das Virus zu finden.

Projekt Folding@home: (oft auch kurz F@H oder FAH) ist ein verteiltes Computerprojekt für die Krankheitsforschung, das die Proteinfaltung, die rechnergestützte Entwicklung von Medikamenten und andere Arten von Molekulardynamik simuliert. Das Projekt nutzt die ungenutzten Verarbeitungsressourcen von Hunderttausenden von Personalcomputern, die sich im Besitz von Freiwilligen befinden, die die Software auf ihren Systemen installiert haben.

Sein Hauptzweck ist die Bestimmung der Mechanismen der Proteinfaltung, d. h. des Prozesses, durch den Proteine ihre endgültige dreidimensionale Struktur erreichen, und die Untersuchung der Ursachen von Proteinfehlfaltungen. Dies ist von Interesse für die medizinische Forschung über Alzheimer, Huntington und viele Formen von Krebs, neben weiteren, anderen Krankheiten. In geringerem Umfang versucht Folding@home auch, die endgültige Struktur eines Proteins vorherzusagen und zu bestimmen, wie andere Moleküle mit ihm interagieren können, was sich auf die Entwicklung von Medikamenten auswirkt. Folding@home wird vom Pande Laboratory der Stanford University, gemeinnützig unter der Leitung von Prof. Vijay Pande entwickelt und betrieben und von verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen und Forschungslabors weltweit gemeinsam genutzt. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Folding@home

Rosetta@home: Coronavirus-Impfstoff – So kannst du bei der Suche helfen

Die Suche nach dem Coronavirus-Impfstoff geht weiter. (Symbolbild)

Das Prinzip für die Suche nach einem geeigneten Coronavirus-Impfstoff ist ziemlich einfach und vor allem nicht neu: Im wissenschaftlichen Bereich wird das verteilte Rechnen oft eingesetzt, um schneller auf Ergebnisse zu kommen. Dafür musst du dir nur einen Client auf deinem Rechner installieren. So hilfst du an den Stellen aus, wo weitere Rechenleistung benötigt wird. Solche Möglichkeiten stellen Software wie BOINC (Berkeley Open Infrastructure for Network Computing) oder Folding@Home zur Verfügung.

Stelle die Rechenleistung deines PCs zur Verfügung

Ungenutzte Rechenleistung deines Computers kann ganz einfach für die Forschung eines Coronavirus-Impfstoffes zur Verfügung gestellt werden. Dafür musst du nicht einmal aktiv etwas machen, denn die Rechnungen laufen im Hintergrund ab.

So funktioniert BOINC:

  • Du downloadest BOINC und installierst die Datei.
  • Der Assistent erleichtert die Installation.
  • Per BOINC Manager, der Client, kannst du deine Rechenzeit für verschiedene Projekte anbieten.
  • Als neuer User musst du dir vorher ein Konto anlegen.

Hast du diese Schritte erledigt, kannst du dir ein Projekt aussuchen, dass sich auch mit dem Coronavirus-Impfstoff befasst. Darunter fällt beispielsweise Rosetta@home. Wähle das Projekt einfach in deiner Liste aus. Der BOINC Manager nimmt den Kontakt zum Projektserver auf und holt sich selbstständig die Aufgaben.

Wählst du „Erweiterte Ansicht“ aus, kannst du mehr Informationen zu den Aufgaben erhalten und auch die Statistiken einsehen. Es ist nicht möglich, gezielt Aufgaben, die den Coronavirus-Impfstoff betreffen, auszuwählen. Die Aufgaben werden zugewiesen. Benötigst du die Rechenleistung deine PCs selbst, kannst du die Projekte auch pausieren oder stoppen.

Projekt Rosetta@home: ist ein nichtkommerzielles Volunteer-Computing-Projekt, das mittels der Technik des verteilten Rechnens versucht, Proteinstrukturen und Proteinbindungen aus einer Aminosäuresequenz vorherzusagen.

Dabei werden Algorithmen entwickelt und getestet, die eine zuverlässige Strukturvorhersage ermöglichen. Eine akkurate Vorhersage von Proteinstrukturen könnte sich als sehr hilfreich für die Entwicklung von Heilverfahren für beispielsweise AIDSKrebsMalariaAlzheimer und Virenerkrankungen erweisen. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rosetta@home

Fazit: Kampfansage statt Panik

Die Ausbreitung des Coronavirus ist eine ernste Sache. Dennoch sollte man sich nicht verrückt machen. Stattdessen ist die Suche nach einem Coronavirus-Impfstoff ein guter Versuch, der Krankheit den Kampf anzusagen. Trotzdem kann es noch eine Weile dauern, bis das passende Heilmittel gefunden wird. Wenn es hart auf hart kommt, könnte der Coronavirus-Horror so enden.

Entscheidung über Start des Exomars-Rovers steht bevor

Technische Probleme und Corona-Epidemie (Corona-Virus): Die Zeit wird knapp für den ExoMars-Rover

Ich persönlich rechne ich mehr mit einen Start 2020, sicher die technischen Probleme kann man lösen aber es sollen sich auch stimmen mehren die wegen der anhaltenden Corona-Epidemie (Corona-Virus) eine Verschiebung befürworten. Europäischen und russischen Teams dürfen nicht mehr reisen/einreisen, wodurch die Integrationsarbeiten praktisch nicht mehr machbar sind bzw. schleppend verlaufen.

Alle Europäischen Missionen durchlaufen bei der Integration (Fertigstellung) mehrer Standorte in Europa und viele auch Parallel: Beispiel EU den Rover und Russland das Lande Modul. Mehrere Unternehmen und Institutionen sind mit der Bereitstellung von Hardware beauftragt, wobei das französisch-italienische Luft- und Raumfahrtunternehmen Thales Alenia Space führend ist. Als beispiel die bevorstehende Überführung von Frankreich zu Italien. Italien ist ja besonder schwer von Corona betroffen.

1. Mann muss die Hardware ja jedesmal von einem EU-Land zum anderen über die Grenze bringen. 2. Mann brauch die Techniker und Ingenieure vor Ort die teilweise auch mit der Hardware mitreisen. 3. die technischen Probleme. Hinzu kommt ja das Partnerland Russland wo dann abschließend Test stattfinden werden und auch deren Techniker und Ingenieure reisen von und nach der EU.

Der Nasa-Rover Perseverance der USA wird es sehr sicher Juli 2020 schaffen. Aber die EU und auch China mit ihren Mars Rover wohl nicht mehr. Das tolle an den neuen USA und EU Mars – Rovern ist ja die Analyse organischer Verbindungen (suche nach biologischen Leben). Das gab vorher so nicht. Das suchen nach Leben wird erst mit diesen neuen zwei aktiv möglich.

Jetzt noch mal 2 Jahre warten. Nicht nur dass, die Hardware ist zu 90 fertig. Bedeutet: Der wird mit Verzögerungen knapp bis zum Herbst 2020 fertig und dann für ca. 2 Jahre eingelagert in einem Lager. Mitarbeiter frei gestellt oder arbeiten an so lange an anderen Projekten.

Finde ich besonders hart das es vor Jahre schon mal zu Verschiebungen gekommen ist. Je nach dem was auf der Konferenz besprochen wird sehe ich keine Möglichkeit noch im Juli/August 2020 zu starten, vor allem durch die Corona-Epedemie und nicht so sehr wegen den technischen Herausforderungen. Hab ich seit ich mich für Raumfahrt interessiere noch nie erlebt, selbst die Raumfahrt muss vorerst vor dem Virus kapitulieren. Sehr schade.

Seit Monaten ist unklar, ob der europäisch-russische Rover wie geplant im Sommer starten kann. Am 12. März wollen sich die Chefs von Esa und Roskosmos dazu äußern.

Wird der Marsrover Rosalind Franklin wie vorgesehen im Sommer 2020 ins All starten können? Eine Entscheidung über den weiteren Zeitplan der europäisch-russischen Mission Exomars steht offenbar bevor. Am 12. März wollen Jan Wörner, Generaldirektor der europäischen Weltraumorganisation Esa, und Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin in Moskau über den Missionsstatus beraten und sich in einer anschließenden Pressekonferenz dazu äußern, kündigte die Esa an.

Benannt nach der britischen Biochemikerin Rosalind Franklin, soll der Marsrover auf dem Roten Planeten nach möglichen Spuren von einstigem Leben suchen.

Wie berichtet, gab es im Vorjahr Schwierigkeiten mit dem Fallschirmsystem der Mission, die inzwischen aber womöglich schon behoben werden konnten. Die beiden Hauptfallschirme waren beim Öffnen wiederholt beschädigt worden. Nach einer Überarbeitung des Systems verliefen weitere Tests positiv.

Nächste Chance 2022

Die „Generalprobe“ der beiden Hauptfallschirme unter marsähnlichen Bedingungen – Tests bei niedrigem Atmosphärendruck in rund 28 Kilometer Höhe – wurde aber verschoben, wie „Space News“ berichtet: Dieser entscheidende Versuch soll nun Ende März durchgeführt werden, zitiert das Medium einen Esa-Sprecher.

Damit wird es mit den Vorbereitungen für den Start zwischen Ende Juli und Anfang August recht knapp: Für April ist die letzte allgemeine Überprüfung der Mission angesetzt, die rundum positiv ausfallen müsste, damit sich der Starttermin im Sommer einhalten ließe. Sollte sich das nicht ausgehen, müsste das nächste Startfenster im Jahr 2022 abgewartet werden. Erst dann gibt es wieder eine günstige Konstellation von Erde und Mars, die einen Flug in nur sieben bis acht Monaten möglich macht und dadurch erheblich Kosten spart. (dare, 4.3.2020)

EUROPAS ROSALIND FRANKLIN MARS ROVER HÄLT ZUR REPARATUR AN

Der europäische Marsrover wird nach seinem Umzug von Frankreich nach Italien einen „Boxenstopp“ einlegen müssen, um kleinere Reparaturen durchführen zu können.

Quellen berichten, dass das Fahrzeug derzeit in Cannes vor seinem Start im Sommer letzte Vorbereitungen trifft.

Nachrichten zufolge hat sich der Klebstoff, der die Klammern an den Faltanordnungen festhält, gelöst. Der Defekt ist im Scharniersystem aufgetreten, mit dem die Arrays während der Marsreise gefaltet werden. Experten sagen, dass dies kein großes Problem ist und behoben werden kann, wenn der Roboter „Rosalind Franklin“ auf dem Weg zum Startort durch Turin fährt.

Rosalind Franklin hat einen Codenamen ExoMars. Es ist ein Joint Venture der europäischen und russischen Raumfahrtagenturen (Esa und Roscosmos).

Nachrichtenquellen zufolge wurden mehrere Unternehmen und Institutionen mit der Bereitstellung von Hardware beauftragt, wobei das französisch-italienische Luft- und Raumfahrtunternehmen Thales Alenia Space führend ist.

Quellen enthüllen die Hardware, die erforderlich ist, um Rosalind Franklin zum Mars zu schicken und sie sanft auf der Oberfläche zu landen. Sie ist fertig und gebaut, aber es muss noch viel Arbeit geleistet werden, bevor etwas auf eine Rakete gesetzt werden kann.

Testphase für Icarus-Projekt für Tierbeobachtungen beginnt

Der Start für das Icarus-Projekt zur Tierbeobachtung aus dem All musste in der Vergangenheit mehrfach verschoben werden. Nun geht es aber einen Schritt weiter – die Testphase beginnt.

Die globale Wanderung von Tieren kann Aufschluss über bevorstehende Naturkatastrophen geben (YouTube / Max-Planck-Gesellschaft)

Ein meiner Lielingsprojekte beginnt den Testbetrieb – ICARUS (Tierbebachtung aus dem Weltraum). Ich kann es kaum abwarten bis die Forscher dann endlich damit Forschen können, voraussichtlich Anfang Juni 2020. Nicht nur für die Klimaveränderung interessant sonder auch bei der Verbreitung von Krankheitserregern, nicht nur bei Vogelgrippe oder Ebola usw. Sondern jetzt auch Aktuell bei Corona-Epidemie (Coronavirus). Aber natürlich auf für Tierschutz und Katastrophenschutz sehr interessant. Das Projekt wird wunderbar und hoffe das es sich neben den anderen Systemen durchsetzt. Später kann man es auch auf Satelliten installieren um die Abdeckung zu verbessern, dem technologischen Fortschritt und der Miniaturisierung sei dank. Noch ist es ja ein Technologie-Demonstration-Experiment auf der ISS. Aber wenn es gut läuft steht dem Projekt eine langjährige goldige Zukunft bevor.

Konstanz (dpa/lsw) – Das deutsch-russische Projekt Icarus zur Tierbeobachtung aus dem All geht in die nächste Phase: Ab Dienstag will das Team um Projektleiter Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz mit den ersten Tests für das System beginnen. Über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten wollen die Forscher unter anderem die Datenübertragung zwischen der Raumstation ISS, den Tier-Sendern und der Bodenstation testen. Nach Abschluss dieser Phase sollen Wissenschaftler weltweit mit Icarus arbeiten können.

Eigentlich hätte der Icarus-Computer auf der ISS – das Herzstück des Projekts – rund 400 Kilometer über der Erde schon im Juli funktionieren sollen. Wegen Problemen mit einem Kondensator musste er allerdings wieder auf die Erde. Im Dezember brachte eine russische Trägerrakete ihn zurück zur ISS.

Mit Icarus (International Cooperation for Animal Research Using Space) wollen die Wissenschaftler mehr über das Leben verschiedener Tierarten herausfinden. Die Forscher rüsten dafür etwa Vögel mit Mini-Sendern aus, um so unter anderem ihre Wanderungen nachverfolgen zu können. An dem Projekt sind unter anderem Roskosmos und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt. Insgesamt arbeiteten weit mehr als 100 Menschen an Icarus.

Quelle: https://www.greenpeace-magazin.de/ticker/testphase-fuer-icarus-projekt-fuer-tierbeobachtungen-beginnt

Krankheitserreger auf Reisen

Menschen reisen heute in wenigen Stunden um den Globus. Und mit ihnen gefährliche Krankheitserreger. Bakterien und Viren sind aber nicht nur blinde Passagiere in Flugzeugen und Schiffen – auch Tiere verbreiten sie rund um die Welt.

Das ist häufig kein Problem für die Tiere selbst, aber für den Menschen sind einige diese Erreger eine große Gefahr. Viele tödliche Infektionen wie Ebola, HIV oder die Grippe stammen nämlich ursprünglich von Tieren. Leben Mensch und Tier in engem Kontakt, können die Keime leicht auf den Menschen überspringen. Gerade in Asien oder Afrika leben Mensch und Tier eng zusammen, oft sogar im selben Raum. Solche Fälle sind sie besonders gefährlich und lösen oft tödliche Krankheitssymptome aus.

Als Begleiter von Zugvögeln, Meerestieren oder Huftieren legen die Erreger häufig tausende von Kilometern zurück. Sie können direkt den Menschen infizieren, wahrscheinlicher ist aber eine Übertragung auf Haustiere, denn an die domestizierten Verwandten seines ursprünglichen Wirts sind Viren und Bakterien gut angepasst. Von den Haustieren können sie dann leicht zum Menschen wechseln.

Schon seit einigen Jahren berechnen Wissenschaftler mit Computermodellen die Ausbreitung von Epidemien anhand des globalen Luftverkehrsnetzes. Aber nicht nur die Reiserouten des Menschen spielen bei der Verbreitung von Krankheiten eine Rolle, die Bewegungen der Tiere werden ebenfalls für die Prognose von Epidemien immer wichtiger.

https://www.icarus.mpg.de/13765/krankheitserreger-auf-reisen

Frühwarnsystem der Tiere

Erst bebte die Erde, dann kam die Flut: Das Seebeben am 26. Dezember 2004 vor der Küste Sumatras war nicht nur das drittstärkste jemals gemessene Beben, es löste auch einen gewaltigen Tsunami aus. Die meterhohen Wellen rissen rund um den Indischen Ozean hunderttausende Menschen in den Tod.

Heute soll ein Tsunami-Frühwarnsystem aus tausenden Messstationen die Bewohner gefährdeter Regionen vor solchen Katastrophen warnen. Das Indian Ocean Tsunami Warning and Mitigation System (IOTWS) registriert Seebeben im Indischen Ozean und informiert die Menschen zwischen Indonesien und der arabischen Halbinsel in kürzester Zeit, ob ein Tsunami droht. Ein Netz aus Messstationen im Meer und über Satellit verbundene Bojen registriert Erschütterungen und Meeresspiegelschwankungen. Das Warnsystem ist jedoch nicht nur technisch enorm aufwändig, es verschlingt auch ungeheure Summen: 50 bis 100 Millionen Dollar müssen die Länder am Indischen Ozean jedes Jahr dafür aufbringen.

An einem Frühwarnsystem ganz anderer – und einfacherer – Art arbeitet derzeit ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz. Es heißt Icarus – Internationale Kooperation zur Erforschung von Tieren mithilfe des Weltraums (International Cooperation for Animal Research Using Space).

Icarus soll die außerordentlichen Sinnesleistungen vieler Tiere – ihren sprichwörtlichen „siebten Sinn“ – für den Menschen nutzbar machen. Aus historischen Aufzeichnungen wissen wir, dass sich bereits frühere Kulturen das Wissen der Tiere zunutze machten und ihre Aktivitäten daran ausrichteten. Darüber hinaus gibt es viele Hinweise und Geschichten von Tieren, die Katastrophen ankündigen: Unruhige Vögel vor einem Vulkanausbruch, Schlangen, die vor einem Erdbeben aus ihrem Winterschlaf erwachen, oder verschwundene Erdkröten, die sich mitten in der Laichsaison vor einem schweren Beben verkriechen.

https://www.icarus.mpg.de/13789/fruehwarnsystem-der-tiere

Wissen zum Schutz der Arten

Früher war der Präriebussard (Buteo swainsoni) für die Farmer im Westen Nordamerikas im Sommer ein alltäglicher Anblick: Stundenlang saßen die Greifvögel auf den Pfosten der Weidezäune und hielten nach Beute Ausschau: Insekten und Nagetiere. Im Winter sammelten sie sich in großen Schwärmen und flogen zum Überwintern nach Argentinien. Mitte der 1990er Jahre verschwanden die Bussarde plötzlich.

Biologen statteten daraufhin einige Tiere mit Sendern aus und verfolgten sie auf ihrem Flug nach Südamerika. Den Grund für ihren Rückgang entdeckten die Forscher schließlich in den Überwinterungsgebieten in Argentinien: Die Bauern dort behandelten ihre Felder mit Pestiziden, um sie vor Insekten zu schützen. Die Präriebussarde nahmen mit den Heuschrecken auch die Pestizide auf und starben daran. Mehrere zehntausend Vögel sind Schätzungen zufolge auf diese Weise verendet. Seitdem versuchen Vogelschützer und lokale Bauern gemeinsam, den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln so zu regulieren, dass sie die Bussarde nicht mehr vergiften. Seitdem haben sich ihre Bestände wieder erholt.

Das Beispiel der Präriebussarde zeigt: Je mehr wir über eine Tierart wissen, desto besser können wir sie schützen. Das gilt besonders für Tiere, die viel unterwegs sind – also Zugvögel, Meerestiere oder manche Säugetiere. Denn auf ihren Reisen sind sie vielen Gefahren ausgesetzt, viele sterben unterwegs. Aber wie groß die Verluste sind, wo sie ums Leben kommen und wodurch, ist für die meisten Arten ungeklärt. Unzählige von ihnen fallen beispielsweise Jägern zum Opfer. Ornithologen schätzen, dass jedes Jahr hunderttausende Vögel bei ihren Zwischenstopps rund um das Mittelmeer in Ägypten, Libyen, Zypern, Malta, aber auch in Italien und Südfrankreich in Netzen gefangen oder abgeschossen werden.

Wenn die Wissenschaftler die Zugrouten gefährdeter Vogelarten kennen und wissen, wo ihre Rastplätze liegen, können entsprechende Schutzgebiete ausgewiesen werden. Für den Artenschutz und den Erhalt der Biodiversität liefert ein satellitengestütztes Telemetrie-System wie Icarus also wichtige Daten. Das Projekt wird aber auch zum Schutz von Tieren beitragen, die sich nicht auf jährliche Wanderungen begeben. Mit seinen Daten über das Verhalten und die Lebensräume einer Art zeigt Icarus, welche Lebensbedingungen eine Art zum Überleben braucht und wo entsprechend Rückzugsgebiete geschaffen werden sollten.

Darüber hinaus müssen bestehende Schutzzonen miteinander vernetzt werden, denn große zusammenhängende Lebensräume gibt es heute nur noch selten. Stattdessen liegen Naturreservate und Nationalparks meist wie Inseln in einem Meer aus Siedlungen, Straßen und Agrarflächen. Für viele Arten ist die menschliche Kulturlandschaft eine unüberwindbare Barriere. Oft sind Schutzgebiete zu klein, um alleine überlebensfähige Populationen einer Art zu beherbergen. Der fehlende Austausch lässt die Populationen zudem genetisch verarmen: Sie verlieren ihre genetische Vielfalt und laufen dadurch in Gefahr auszusterben.

Naturschützer und Wissenschaftler wollen die Schutzgebiete deshalb miteinander verbinden. Korridore stellen sicher, dass die Tiere in den einzelnen Gebieten in Kontakt bleiben. Durch sie können beispielsweise Individuen wandern, die neue Reviere suchen. Häufig sind das Jungtiere, die gerade selbständig geworden sind. So weiß man beispielsweise aus Bewegungsanalyse großer Landraubtiere wie Wölfen, Leoparden oder Pumas, dass Jungtiere immer wieder Naturreservate verlassen und viele hundert Kilometer durch für sie unwirtliches Terrain ziehen. Wanderkorridore könnten die Überlebenschancen dieser Tiere erhöhen und verhindern, dass eine Art in voneinander isolierte Gruppen zerfällt.

Das ICARUS Sytem

https://www.icarus.mpg.de/13885/wissen-zum-schutz-der-arten

Reparierter Pannen-Computer erreicht Internationale Raumstation

Mit einer Antenne und einem Computer auf der Internationalen Raumstation wollen Forscher Tierwanderungen beobachten und die Ausbreitung von Krankheiten verfolgen. Doch bislang machte die Technik Probleme.09.12.2019, 16:50 Uhr

Modell der Icarus-Antenne: Ausbreitung von Krankheitserregern verfolgen
Modell der Icarus-Antenne: Ausbreitung von Krankheitserregern verfolgen MPI für Ornithologie/MaxCine/dpa

Der Computer für das deutsch-russische Projekt Icarus ist nach gut drei Tagen Flug an der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Damit wollen Wissenschaftler Tierwanderungen weltweit dokumentierenErdbeben vorhersagen und die Ausbreitung von Krankheitserregern verfolgen.

Die Trägerrakete war am Freitag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Am Montag zeigten Live-Bilder der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, wie das Raumschiff mit dem Computer in rund 400 Kilometern Höhe über der Erde an die ISS andockte. Das Manöver sei erfolgreich verlaufen, teilte Roskosmos bei Twitter mit. An Bord seien zwei Tonnen Fracht, darunter auch Treibstoff und Ausrüstung.

Der Computer von Icarus sollte ursprünglich bereits im Juli 2019 auf der ISS hochgefahren werden. Doch die Belüftung des Gerätes (International Cooperation for Animal Research Using Space) funktionierte nicht. Es musste zurück zur Erde gebracht werden, um einen Kondensator auszuwechseln. Nach einer Testphase soll das System Wissenschaftlern nun voraussichtlich bis Anfang Juni voll zur Verfügung stehen.

Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/icarus-reparierter-computer-erreicht-internationale-raumstation-a-1300445.html

InSight: Mars bebt wie Schwäbische Alb

Der Mars bebt wie die Schwäbische Alb. Erste Ergebnisse der Mission InSight und ein neuer Plan für den Marsmaulwurf. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Quelle: DLR https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2020/01/20200224_der-mars-bebt-wie-die-schwaebische-alb.html

NASA/JPL-Caltech

Die NASA-Sonde InSight auf dem Mars.
(Bild: NASA/JPL-Caltech)

24. Februar 2020 – Der Mars ist ein seismisch aktiver Planet. Er bebt mehrmals täglich: zwar nicht besonders stark, aber doch deutlich messbar. Dies ist eines von vielen Ergebnissen der Auswertung von Messdaten der NASA-Landesonde InSight, die seit 2019 als geophysikalisches Observatorium auf der Marsoberfläche steht. In einer Serie von sechs Fachaufsätzen in den Fachmagazinen Nature Geoscience und Nature Communications, zu denen auch acht Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zahlreiche Beiträge geleistet haben, werden das Wetter und die atmosphärische Dynamik an der Landestelle, ihre geologische Umgebung, die Struktur der Marskruste so wie die Beschaffenheit und Eigenschaften der planetaren Oberfläche beschrieben.

Mit dem Seismometer SEIS (Seismic Experiment for Interior Structure), einem Experiment in der Verantwortung der französischen Weltraumagentur CNES, konnten von Februar bis September 2019 insgesamt 174 seismische Ereignisse aufgezeichnet werden. 20 dieser Marsbeben hatten eine Magnitude von 3 bis 4. Beben dieser Stärke entsprechen schwachen Beben, wie sie auf der Erde immer wieder inmitten von Kontinentalplatten auftreten, in Deutschland beispielsweise am Südrand der Schwäbischen Alb. Obwohl nur eine einzige Messstation zur Verfügung steht, konnte mit Hilfe von Modellen zur Wellenausbreitung im Marsboden der wahrscheinliche Herd zweier dieser Beben ermittelt werden: Er liegt in der Region Cerberus Fossae, einem jungen vulkanischen Gebiet etwa 1700 Kilometer östlich vom Landeplatz.

NASA/JPL-Caltech/CNES/IPGP

SEIS-Experiment zur Aufzeichnung von Marsbebenwellen.
(Bild: NASA/JPL-Caltech/CNES/IPGP)

„Wegen der höheren Schwerkraft konnte SEIS auf der Erde nur eingeschränkt getestet werden. Wir sind alle begeistert davon, wie empfindlich es tatsächlich ist“, freut sich Dr. Martin Knapmeyer vom DLR-Institut für Planetenforschung, der an der Auswertung der Daten von SEIS beteiligt ist. „Wir sehen auf dem Mars bisher eine seismische Aktivität, die deutlich stärker ist als die des Mondes. Das hatten wir auch so erwartet. Wie viel stärker sie tatsächlich ist und ob es auch stärkere Marsbeben als solche der Magnitude 4 gibt, wird sich im weiteren Verlauf der Mission noch herausstellen“, so die Einschätzung des DLR-Geophysikers. Aber schon heute können wichtige neue Aussagen zum inneren Aufbau das Planeten getroffen werden: „Ähnlich wie auf dem Mond scheint die Kruste bis in eine Tiefe von einigen Kilometern stark zerrüttet zu sein – dennoch ähneln die seismischen Signale mehr denen, die wir auf der Erde registrieren als denen, die wir vom Mond kennen. Vieles muss also noch verstanden werden. So können wir bei einigen Marsbeben nicht erklären, wodurch sie entstehen. Da betreten wir wissenschaftliches Neuland.“

Die Mission wird noch mindestens das ganze Jahr 2020 fortgeführt und liefert kontinuierlich weitere Daten. „Bisher haben wir noch keine Meteoriteneinschläge registriert. Allerdings war im Voraus klar, dass wir während der Missionsdauer nur mit einzelnen Einschlägen rechnen können.“

NASA/USGS/MOLA; DLR (nach Giardini et al., 2020)

InSight lokalisiert Marsbeben in der Region Cerberus Fossae.
(Bild: NASA/USGS/MOLA; DLR (nach Giardini et al., 2020))

InSight misst den „Puls“ des Roten Planeten
Es ist das erste Mal, dass ein Experiment zur Erfassung von Marsbeben auf unserem Nachbarplaneten solche Daten in größerem Umfang und über einen längeren Zeitraum liefert. Nach dem Mond ist der Mars erst der zweite Himmelskörper neben der Erde, auf dem natürliche Beben registriert wurden. Zwar wurde auch auf den ersten Sonden auf dem Mars, den Landeplätzen der legendären Sonden Viking 1 und 2, die im Juli 1976 gelandet waren, Instrumente für seismische Messungen eingesetzt. Diese befanden sich allerdings nicht direkt auf der Marsoberfläche, sondern auf der Landeplattform und lieferten nur „verrauschte“ Ergebnisse, die wegen störender Begleitsignale vor allem durch Wind nicht besonders aussagekräftig waren. Nach ihrem Start am 5. Mai 2018 landete InSight am 26. November desselben Jahres in der Ebene Elysium Planum, viereinhalb Grad nördlich des Äquators und 2.613 Meter unterhalb des Referenzniveaus auf dem Mars.

ESA/DLR/FU Berlin

Cerberus Fossae, von Vulkanismus und Tektonik geprägt.
(Bild: ESA/DLR/FU Berlin)

„Homestead Hollow“,– so taufte das InSight-Team die Landestelle, wobei homestead im Englischen eine Heimstätte (jetzt für InSight) bezeichnet und „hollow“ die geologische Bezeichnung für alte, von Sand und Staub gefüllte, flache und stark erodierte Krater ist. Homestead Hollow hat einen Durchmesser von 25 Metern. Die weitere Umgebung von InSight ist geologisch nicht besonders aufregend, aber genau das war eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der Landestelle: flach, eben, so wenig Felsen und Steine wie möglich. Die ganze Region besteht aus erstarrten Lavaströmen, die vor zweieinhalb Milliarden Jahren erstarrt sind und in der Folgezeit durch Meteoriteneinschläge und Verwitterung zu sogenanntem „Regolith“ zerkleinert wurde. Vermutlich gibt es bis in mindestens drei Meter Tiefe keine größeren Felsbrocken.

Magnetfeld überrascht
InSight, eine Mission der Discovery-Klasse der NASA, ist das erste rein geophysikalische Observatorium auf einem anderen Himmelskörper im Sonnensystem. Hauptziel ist die Untersuchung von Aufbau und Struktur des Mars, seiner thermischen Entwicklung und seinem jetzigen inneren Zustand und der aktuellen seismischen Aktivität. Kräfte und Energien im Inneren eines planetaren Körpers „steuern“ gewissermaßen über Jahrmilliarden die geologischen Prozesse, deren Ergebnisse an der Oberfläche sichtbar sind, beispielsweise Vulkanismus und tektonische Brüche in der starren Kruste. Mit SEIS und der vom DLR beigestellten Geothermiesonde HP³ (Heat Flow and Physical Properties Package) sowie einem ganzen Paket von unterstützenden Instrumenten (APSS – die Auxiliary Payload Sensor Suite, bestehend aus Barometer, Windmessgerät, Magnetometer, zwei Kameras, dem HP³-Radiometer sowie RISE, dem Rotation and Interior Structure Experiment) nimmt InSight gewissermaßen den „Puls“ des Roten Planeten, misst Ungleichmäßigkeiten in seiner täglichen Rotation und zeichnet atmosphärische Parameter sowie das Wetter, an der Landestelle auf.

Ein überraschendes Ergebnis war beispielsweise die Beobachtung, dass lokal ein Magnetfeld gemessen wurde, das zehnmal stärker ist, als es durch Beobachtungen aus dem Marsorbit vorhergesagt wurde. Dieses Magnetfeld wird durch magnetisierte Minerale im Gestein erzeugt. Die Magnetisierung stammt letztlich von einem planetenweiten Magnetfeld aus der Frühgeschichte des Mars.

Der „bewegte“ Tag eines Seismometers auf dem Mars
Noch vor dem Jahreswechsel 2018/2019 wurde das SEIS-Experiment auf der Marsoberfläche abgesetzt und nahm, geschützt vor Wind und Wetter durch seine charakteristische über das Instrument gestülpte Kuppel (genannt „Käseglocke“) sowie perfekt horizontal ausgerichtet durch ein am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen entwickeltes Nivellierungssystem, im Februar 2019 den Routine-Messbetrieb auf. Das Experiment ist so empfindlich, dass nahezu jedwede kleine Veränderung an der Landestelle als Signal aufgezeichnet wird: Bewegungen des Roboterarms, Windböen, durch die Temperaturunterschiede hervorgerufener thermaler „Stress“ im Lander, oder natürlich auch die Erschütterungen des hämmernden Marsmaulwurfs direkt nebenan. SEIS kann Erschütterungen wahrnehmen, die den Marsboden vor Ort um weniger als die Größe eines Wasserstoffatoms auslenken. Aus diesem Grund wurden der tägliche Wetterverlauf, insbesondere die Aktivität des Windes und die extremen Schwankungen der Temperaturen im Tag- und Nacht-Rhythmus sowie die Erschütterungen durch den Hammer-Mechanismus des DLR-Experiments HP³ analysiert.

DLR (CC-BY 3.0)

Tägliche Temperaturschwankungen an der InSight-Landestelle.
(Bild: DLR (CC-BY 3.0))

„Wir haben es an der Landestelle mit viel größeren Temperaturunterschieden als auf der Erde zu tun“, erklärt Dr. Nils Müller vom DLR-Institut für Planetenforschung, der die Wärmestrahlung vom Boden mit Hilfe des HP³-Radiometerexperiments analysiert hat. „Mittags erwärmt hier, nahe dem Marsäquator, die hochstehende Sonne den feinen Sand an der Oberfläche auf Temperaturen die an den meisten Tagen über dem Gefrierpunkt liegen, während die dünne Luft 10 bis 20 Grad Celsius kälter bleibt. Nachts sinken die Temperaturen aber dann bis auf minus 90 Grad Celsius und tiefer“. Tagsüber entwickelt sich infolge der Temperaturzunahme immer ein ganz charakteristisches Wettermuster mit auffrischenden und nachmittags wieder nachlassenden Winden.

Sogar die Spuren kleiner Windhosen haben die Wissenschaftler am Boden identifiziert, nachdem ihr Verlauf vom NASA-Orbiter MAVEN aus der Umlaufbahn aufgezeichnet wurde. Diese Windhosen können sogar den Marsboden ein wenig anheben, was vom Seismometer registriert wird. Das erlaubt Rückschlüsse auf Materialeigenschaften im unmittelbaren Untergrund. Nachts beruhigt sich das Wetter merklich, so dass das beste Zeitfenster für die Registrierung entfernter Marsbeben in der ersten Nachthälfte liegt, weil praktisch kein atmosphärisches Rauschen das Experiment beeinträchtigt.

HP³ liefert Ergebnisse und der Marsmaulwurf bekommt Hilfe von oben
In die bisherige wissenschaftliche Bestandsaufnahme fließen auch Messungen und Beobachtungen des DLR-Experiments HP³ ein, wie beispielsweise die Radiometerdaten und die vom bisherigen Experimentverlauf abgeleiteten Bodeneigenschaften, wobei das Hämmern des Marsmaulwurfs unter anderem als seismische Quelle zur Analyse der oberen Bodenschicht diente. Allerdings war es bisher nicht möglich, mit der selbsthämmernden Thermalsonde tiefer als 38 Zentimeter in den dortigen Marsboden mit seinen auch für den Mars ungewöhnlichen Eigenschaften einzudringen.

NASA/JPL-Caltech

Nächster Versuch der DLR-Thermalsonde HP³.
(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Im Herbst 2019 schien das Experiment auf einem guten Weg zu sein: Dem Marsmaulwurf konnte durch die Greifarm-Schaufel ein seitlicher Halt gegeben werden, was die für das Vordringen notwendige Reibung bereitstellte. „Nachdem der Maulwurf fast vollständig im Marsboden war, kam er wieder ein Stück aus dem Boden heraus. Mittlerweile ist er mit wiederholtem seitlichen Druck des Greifarms wieder ein Stück tiefer in den Boden vorgedrungen mit einer zuletzt erneuten leichteren Rückwärtsbewegung“, erklärt der wissenschaftliche Leiter des HP³-Experiments Prof. Tilman Spohn vom DLR-Institut für Planetenforschung den bisherigen Verlauf. „Nun wollen wir in den kommenden Wochen durch Druck des Greifarms von oben effektiver helfen.“ Wissenschaftler des DLR und zahlreiche Techniker und Ingenieure am Jet Propulsion Laboratory (JPL) arbeiten seit Monaten akribisch mit dem Maulwurf auf dem Mars sowie mit Simulationen, Modellen und Tests auf der Erde an einer Lösung. Im Blog erklärt Prof. Tilman Spohn die aktuelle Situation und die Möglichkeiten mit dem Marsmaulwurf doch noch tiefer in den Boden vorzudringen.

Das HP³-Instrument auf der NASA-Mission InSight
Die Mission InSight wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, Kalifornien, im Auftrag des Wissenschaftsdirektorats der NASA durchgeführt. InSight ist eine Mission des NASA-Discovery-Programms. Das DLR steuert zur Mission das Experiment HP³ (Heat Flow and Physical Properties Package) bei. Die wissenschaftliche Leitung liegt beim DLR-Institut für Planetenforschung, welches das Experiment federführend in Zusammenarbeit mit den DLR-Instituten für Raumfahrtsysteme, Optische Sensorsysteme, Raumflugbetrieb und Astronautentraining, Faserverbundleichtbau und Adaptronik, Systemdynamik und Regelungstechnik sowie Robotik und Mechatronik entwickelt und realisiert hat. Daneben sind beteiligte industrielle Partner: Astronika und CBK Space Research Centre, Magson und Sonaca, das Institut für Photonische Technologie (IPHT) sowie die Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH. Wissenschaftliche Partner sind das ÖAW Institut für Weltraumforschung und die Universität Kaiserslautern.

IPGP/Nicolas Sarter

Modell der Beschaffenheit des Untergrunds.
(Bild: IPGP/Nicolas Sarter)

Der Betrieb von HP³ erfolgt durch das Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) des DLR in Köln. Darüber hinaus hat das DLR Raumfahrtmanagement mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie einen Beitrag des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung zum französischen Hauptinstrument SEIS (Seismic Experiment for Interior Structure) gefördert. Ausführliche Informationen zur Mission InSight und zum Experiment HP³ finden Sie auf der DLR-Sonderseite zur Mission mit ausführlichen Hintergrundartikeln sowie in der Animation und der Broschüre zur Mission und über den Hashtag #MarsMaulwurf auf dem DLR-Twitterkanal.

Der leitende Wissenschaftler des HP³-Experiments Prof. Tilman Spohn berichtet im Blog über die Aktivitäten des Marsmaulwurfs: https://www.dlr.de/blogs/alle-blogs/Das-Logbuch-zu-InSight.aspx

Die Publikationen:
Banerdt, Smrekar et al. (2020) Initial results from the InSight mission on Mars, Nature Geoscience, in press, DOI : 10.1038/s41561-020-0544-y – Lognonné et al. (2020) Constraints on the shallow elastic and anelastic structure of Mars from InSight seismic data, Nature Geoscience, in press, DOI : 10.1038/s41561-020-0536-y – Giardini et al. (2020) The seismicity of Mars, Nature Geoscience, in press, DOI : 10.1038/s41561-020-0539-8 – Banfield, Spiga et al.(2020) The atmosphere of Mars as observed by InSight, Nature Geoscience, in press, DOI : 10.1038/s41561-020-0534-0 – Johnson et al. (2020) Crustal and time-varying magnetic fields at the InSight landing site on Mars, Nature Geoscience, in press, DOI : 10.1038/s41561-020-0537-x – Golombek et al.(2020) Geology of the InSight Landing Site on Mars, Nature Communications, in press, DOI : 10.1038/s41467-020-14679-1

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Der wissenschaftliche Leiter des HP3-Instruments, Tilman Spohn, ist seit April zurück in Berlin und steht in engem Austausch mit dem JPL. Er versorgt uns im Logbuch mit den neuesten Entwicklungen der InSight Mission und unserem Instruments HP3, dem #MarsMaulwurf, der sich in den Marsboden hämmert.


Logbuch-Eintrag vom 21. Februar 2020

Mars-Maulwurf Insight
Quelle: NASA/JPL-Caltech

Liebe Freunde des Mars-Maulwurfs und der InSight-Mission,

der Mars und unsere Wärmeflusssonde HP³, der „Maulwurf“, machen unser Leben weiterhin … wie soll ich sagen … interessant. Sie erinnern sich vielleicht an die Probleme, die wir im vergangenen Oktober mit dem Maulwurf hatten: Statt sich tiefer in den Marsboden zu arbeiten, bewegte er sich rückwärts, aus dem Boden hinaus. Zu Weihnachten hatten wir ihn dann wieder fast vollständig in den Boden gebracht. Noch zwei bis drei Zentimeter mehr und wir hätten das Pinning – das Drücken mit der Schaufel auf die Seitenwand des Maulwurfs für einen erhöhten „Grip“ – beenden können. Bei dieser Eindringtiefe hätte die Sonde nur noch wenige Zentimeter aus dem Boden geragt und nicht mehr genügend Oberfläche geboten, um mit der Schaufel sicher gegen den Maulwurf zu drücken. Für die erste Woche 2020 hatten wir ein letztes Pinning sowie eine Reihe Hammerschläge geplant und kommandiert.

Da wir jedoch vor Weihnachten einen Rückgang der Abwärtsbewegung beobachtet hatten, beschlossen wir, das Pinning der Schaufel vor Beginn des Hämmerns neu zu justieren. Um Zeit zu sparen, haben wir dabei einen anderen Ansatz als zuvor gewählt: Anstatt die Schaufel ganz vom Maulwurf zu entfernen und dann neu in Position zu bringen, lösten wir den Druck kurz und zogen ihn dann wieder an. Als wir am Sonntag, 12. Januar 2020, in den frühen Morgenstunden die aktuellen Bilder vom Mars studierten – das Hämmern erfolgte am Vortag, also am Samstag unserer Zeit oder Sol 407 auf dem Mars -, waren wir zunächst verwirrt: Wir hatten nur ein Bild. Irgendwo gab es ein Problem, das eine Verzögerung bei der Datenübertragung verursacht hatte.

Als am späten Sonntagabend endlich alle Bilder verfügbar waren, stellten wir fest, dass sich der Maulwurf wieder ein Stück nach oben gearbeitet hatte! Die detaillierten Bilder (siehe Animation) zeigten deutlich, dass er sich mit den ersten 20 Schlägen um etwa 1,5 Zentimeter tiefer gegraben hatte und sich die Bewegung dann – bedauerlicherweise -umkehrte: Der Maulwurf legte für die restlichen 110 Schläge 3,5 Zentimeter „im Rückwärtsgang“ zurück… Das ist zwar nur die Hälfte der Länge, die er während Sol 325 Ende Oktober 2019 zurückgewichen war. Dennoch: Es war äußerst ungünstig und rätselhaft. Unser Nachziehen des Pinnings war offenbar nicht erfolgreich gewesen. Aber warum bewegte sich der Maulwurf zuerst vorwärts, bevor er dann die Bewegung umkehrte?

Quelle: NASA/JPL-Caltech

Eine mögliche Erklärung für diese Beobachtung ist die Rückstoßkraft. Ihr wirken wir ja mit dem Pinning entgegen. Und sie hängt vom Widerstand des Bodens ab, in den der Maulwurf eindringt. Je härter der Boden ist, desto größer ist die Rückstoßkraft. Darüber hinaus stellten wir fest, dass der Maulwurf diesmal in fast der gleichen Tiefe anfing zurückzuweichen wie im vergangenen Oktober. Eine Erklärungsmöglichkeit besteht darin, dass wir den Druck der Schaufel, das Pinning, ausreichend für den bereits gelockerten Boden dosiert hatten. Für den „frischen“ Boden war der Druck nicht ausreichend. Außerdem könnte der Boden vor der Maulwurfspitze durch das vorherige Hämmern verdichtet worden sein. An dem Punkt, an dem der Maulwurf auf verhärteten Boden gestoßen war, setzte die Rückwärtsbewegung ein. Es ist zudem möglich, dass der stärkere Rückstoss das Pinning teilweise gelockert hat.

Nach dieser Erfahrung und nach Abwägung aller Optionen hat sich das InSight-Team jetzt entschieden, die Pinning-Technik nicht erneut anzuwenden. Nun wollen wir die Schaufel gegen die Rückenkappe des Maulwurfs drücken. Ein Grund für diese Entscheidung war, dass wir den Maulwurf ohnehin unter der Oberfläche haben wollten. Das wäre mit der Pinning-Technik nicht machbar, über ein Schieben allerdings schon.

Nach den bisherigen Erfahrungen bei der Bedienung der Schaufel wuchs darüber hinaus bei uns allen die Zuversicht, dass das Risiko einer versehentlichen Beschädigung des Kabels mit seinen Strom- und Datenleitungen das aus der Rückenkappe hinaus führt, gering genug ist. In dieser Woche wurde die Schaufel über der Rückenkappe positioniert (siehe Bild oben). Das Schieben wird in den nächsten Wochen beginnen. Zuvor werden wir die Position der Schaufel allerdings sorgfältig überprüfen und gegebenenfalls nachjustieren.

Vorher hatte das Team die Schaufel für zwei Experimente zur Vorbereitung einer möglichen Befüllung der Bohrstelle verwendet: Zunächst wurde erfolgreich gezeigt, dass der Rand der Grube mit der Schaufelspitze zum Einsturz gebracht werden kann. Der eingestürzte Kraterrand fiel in die Grube und füllte sie teilweise auf. Zweitens wurde gezeigt, dass mit der Schaufel loser Sand an der Oberfläche zusammengekratzt und in Richtung Grube bewegt werden kann. Beide Techniken können schließlich dazu verwendet werden, die Grube zu füllen. Danach könnten wir auf die Oberfläche des verfüllten Sandes drücken und so die Reibung auf den darunter liegenden, zugeschütteten Maulwurf gewährleisten.

Quelle: https://www.dlr.de/blogs/alle-blogs/Das-Logbuch-zu-InSight.aspx

Online-Abstimmung über Name für nächsten Nasa-Rover

Bis zum 27. Januar 2020 können Internet-Nutzer aus aller Welt über den künftigen Namen des neuen Mars-Rovers abstimmen.

You Can Help Name the Mars 2020 Rover! Online-Abstimmung für alle Weltweit: https://mars.nasa.gov/mars2020/participate/name-the-rover/

Bevor der nächste Mars-Rover der US-Raumfahrtorganisation Nasa im Sommer seine Reise zum roten Planeten antritt, benötigt er noch einen Namen. Bisher heißt er einfach „Mars 2020“-Rover, doch seit Monaten läuft ein Wettbewerb, bei dem US-Schüler Namen für den Rover vorschlagen durften. Rund 28.000 Schüler haben Vorschläge gemacht, aus denen neun Namen ausgewählt wurden.

Nasa sucht einen Namen für ihren Mars-Rover – jeder darf mit abstimmen

Unter diesen neun Namen, die die Nasa nun veröffentlicht hat, kann sich nun jeder Interessierte seinen Favoriten aussuchen und abstimmen. Zur Auswahl stehen folgende Namen:

  • Courage (Mut)
  • Fortitude (Kraft)
  • Tenacity (Hartnäckigkeit)
  • Ingenuity (Einfallsreichtum)
  • Promise (Versprechen)
  • Vision (Vision)
  • Clarity (Klarheit)
  • Endurance (Ausdauer)
  • Perseverance (Durchhaltevermögen)

Bis zum 27. Januar 2020 können Internet-Nutzer aus aller Welt über den künftigen Namen des neuen Mars-Rovers abstimmen, Anfang März soll der Sieger-Name bekanntgegeben werden. Der Mars-Rover soll im Sommer 2020 zum Mars starten. Dann öffnet sich ein Zeitfenster, das für Flüge zum roten Planeten perfekt ist: Mars und Erde stehen besonders günstig zueinander, so dass die Flugzeit sich deutlich reduziert. Landen soll der „Mars 2020“-Rover, der bis dahin längst einen anderen Namen tragen wird, im Februar 2021.

 Soll nach früherem Leben auf dem Mars suchen

Auf dem Mars soll der etwa eine Tonne schwere Rover, der auf dem seit 2012 aktiven Mars-Rover „Curiosity“ basiert, Spuren früheren Lebens suchen und herausfinden, ob der Mars einst überhaupt Leben beherbergen konnte. Außerdem will die Nasa herausfinden, ob es in erreichbarem geologischem Material konservierte Biosignaturen gibt. Der Rover soll Proben entnehmen, die bei einer möglichen künftigen Mission zur Erde zurückgebracht werden sollen.

Wie Geil die Technologie-Demonstrationen sind, Helikopter und Terraforming

Außerdem hat der Rover auch Technologie-Demonstrationen dabei: Ein kleiner Helikopter soll zeigen, ob ein autonomer, kontrollierter Flug in der sehr dünnen Mars-Atmosphäre möglich ist. Ein Experiment namens „MOXIE“ soll Kohlendioxid aus der Atmosphäre des Mars in Sauerstoff umwandeln. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Technologie-Demonstration, die in Vorbereitung künftiger bemannter Mars-Missionen gedacht ist.

Viele schöne und neue Experiment an Bord. Das wird so Cool. Dagegen ist das andere ja geradezu Kinderspielzeug.

Unter den zahlreichen Instrumenten, mit denen er ausgerüstet ist, befinden sich auch Mikrophone, um endlich auch Tonspuren vom Mars sammeln zu können.

Vier Missionen starten im Sommer 2020 zum Mars – auch die Nasa ist dabei

Neben dem noch namenlosen Nasa-Rover sollen im Sommer 2020 gleich drei weitere Missionen zum Mars aufbrechen. Die Europäische Raumfahrtorganisation Esa schickt mit dem Rover „Rosalind Franklin“ den letzten Teil der „ExoMars“-Mission auf die Reise zum Mars. China will erstmal mit einem Rover auf dem Mars landen, nachdem die Nation bereits viele Erfolge auf dem Mond vorweisen kann. Der Vierte im Bunde ist die Mission „Hope“ der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Es wäre die erste große Raumfahrtmission der Emirate, die pünktlich im 50. Jahr nach der Gründung der VAE auf dem Mars landen soll.

SpaceX-Fan

So langsam mutiere ich auch zum SpaceX – Fan. Ach was, ich bin ein SpaceX – Fan. Unglaublich was Elon Musk (Tesla-Gründer) da für ein unternehme auf die beine gestellt hat. Wiederverwertbarkeit von Raketen bzw. Oberstufen und Booster die wieder landen, Tests für die Bemannte Raumfahrt bestanden, Aufbau von Starlink (Starlink soll entlegene Gebiete mit Breitband-Internet versorgen und später ein weltumspannendes Internet-Netz sein das Menschen Breitband bietet).

Crew Dargon (Bemannte Raumfahrt), Starlink (Breitband-Internet), Menschen auf dem Mars bringen (Ziel)

Es ist unglaublich was das Unternehmen für Erfolge erreicht. Ich gebe es zu, ich habe SpaceX am Anfang nicht nicht ernst genommen als es in der Raumfahrt mitmischen wollte. Elon Musk, der mit SpaceX den Mars erreichen möchte nur belächelt, was für ein Träumer hab ich gedacht.

Die SpaceX Schreiber in den Internet-Foren, was gingen die mir mit ihren Hype auf die nerven, SpaceX hier SpaceX da. Alles Schnee von gestern, seit dem In-flight Abort Test bin ich auch ein großer SpaceX – Fan. Und wenn ein Unternehmen die Menschheit zum Mars bringt, dann SpaceX. SpaceX ist Grandios ich möchte das Unternehmen nicht mehr missen. Einfach nur Wow. Mittlerweile schießen die ihre Raketen ab, so schnell kann man gar nicht Zählen, Starlink wächst und wächst, damit ist das Unternehmen schon jetzt der Weltgrößte Satelitenbetreiber der Welt. Die Starlink Satelliten werden wie warme Semmeln rausgehauen bzw, ins All geschossen. Ziel des milliardenschweren Programms mit dem Namen „Starlink“ ist es, sowohl entlegene Gebiete als auch Ballungszentren mit schnellem und preiswertem Breitband-Internet zu versorgen. Im 2 Quartal 2020 dann der erste Flug von Menschen mit einer Rakete von SpaceX. Ich bin ein SpaceX – Fan und bin sehr gespannt was die Menschheit in Zukunft noch alles von SpaceX hörren und lesen wird und wie sich das Unternehmen in Zukunft weiter entwickelt

Starlink: SpaceX bringt 60 Internet-Satelliten ins All

11.11.2019: Das Starlink-Programm schreitet weiter voran: Weitere 60 Satelliten sind mit einer „Falcon 9“-Rakete ins All befördert worden.

Für ihr geplantes weltumspannendes Internet-Netz hat die private US-Raumfahrtfirma SpaceX weitere 60 Satelliten ins All gebracht. Eine „Falcon 9“-Rakete des Unternehmens von Tech-Milliardär Elon Musk startete am Montag von Cape Canaveral.

Ziel des milliardenschweren Programms mit dem Namen „Starlink“ ist es, sowohl entlegene Gebiete als auch Ballungszentren mit schnellem und preiswertem Breitband-Internet zu versorgen. Dazu will SpaceX in den kommenden Jahren nach bisherigen Plänen 12.000 Satelliten oder mehr ins Weltall bringenEine Rakete mit den ersten 60 Satelliten war im Mai gestartet.

Die jeweils über 200 Kilogramm schweren Satelliten sollen Daten von Bodenstationen erhalten und untereinander mit Hilfe von Lasern weiterleiten. Sie sollen in relativ niedrigen Umlaufbahnen fliegen und im Vergleich zu klassischer Satelliten-Kommunikation deutlich kürzere Verzögerungszeiten gewährleisten.