Hayabusa-2 bringt wertvolle Fracht aus dem All

Die japanische Sonde Hayabusa-2 hat Asteroid Ryugu besucht und kehrt nun zurück. An Bord: eine Kapsel mit kostbaren Gesteinsproben. Am Wochenende sollen sie in der australischen Wüste landen.

Am 6. Dezember 2020 Ortszeit soll eine helle Feuerkugel den Nachthimmel über Australien erleuchten. Nicht etwa eine Sternschnuppe wird dann ihr feuriges Ende in der Erdatmosphäre finden, sondern die Rückkehrkapsel der japanischen Asteroidensonde Hayabusa-2 für ihre Landung mit rasender Geschwindigkeit in die Lufthülle eintreten. An Bord befinden sich wenige Gramm eines kostbaren Materials, nämlich Gestein des kleinen Asteroiden Ryugu. Auf dieses warten Wissenschaftler weltweit seit Jahren mit großer Spannung, auch in Deutschland wollen Teams das Gestein im Detail erforschen.

Schöner Artikel von Tilmann Althaus – Tilmann Althaus ist Redakteur bei »Sterne und Weltraum. Nicht nur wissenswert sondern auch mit eine Portion Spannung. So das man auch denn nicht sachkundigen Erwachsenen, Jugendliche und Kinder, mitreißen kann.

Ich bin Optimistisch das wir diesmal mehr Material von Hayabusa 2 bekommen. Die Forscher können sich freuen: „Weihnachtsgeschenke für alle ist dabei“. Die Ausbeute von Hayabusa 1 war nüchtern, das machte es schwierig damit zu arbeiten und Analysieren. Es wird bei Hayabusa 2 hoffentlich besser. Mit schnellen Ergebnissen ist aber nicht zurechen auch nicht das alle Forscher sofort was abbekommen. Japan der den größten teil der Mission trägt, hat erstmal exclusiv rechte an den Proben. Diese Abmachung ist in der Raumfahrtforschung aber normal. Wissenschaftliche Arbeiten brauchen auch ihre Zeit bis zur Veröffentlichung.

Die Proberückgabe von Hayabusa 2 und Change 5 bei den Pflegeeltern zu erleben ist viel schöner und ganz anders als ,alleine Zuhause und bei den leiblichen Eltern, wo man sich nicht wohl gefühlt hat. Man kann diese dinge erstmals auch genießen.

Christian Dauck

Die Ankunft der Gesteinsproben ist der vorläufige krönende Abschluss der Mission Hayabusa-2, die in den Jahren 2018 und 2019 für rund 500 Tage den nur etwa 950 Meter großen Himmelskörper aus unmittelbarer Nähe erkundete. Aber die Sonde, deren japanischer Name Wanderfalke bedeutet, beschränkte sich nicht nur auf passive Beobachtung, im Gegenteil: Sie setzte mehrere kleine Landesonden ab, darunter MASCOT, einen Lander, der in Deutschland und Frankreich entwickelt und gebaut wurde. Das Gerät erkundete rund 17 Stunden lang das Gestein von Ryugu direkt auf der Oberfläche und lieferte erste Informationen über dessen Zusammensetzung – sie haben neugierig gemacht. Regelrecht rabiat wurde Hayabusa-2, als sie Ryugu mit einem rund 2,5 Kilogramm schweren Projektil aus Kupfer beschoss. Es riss einen Krater von rund 17 Meter Durchmesser in den Asteroiden, verstreute Gestein in alle Richtungen und legte dabei frisches Oberflächenmaterial frei.

Vor dem Flug von Hayabusa-2 hatten die Planetenforscher angenommen, dass das Gestein von Ryugu einem bestimmten Meteoritentyp sehr ähnlich sei, nämlich den »kohligen Chondriten«. Der Asteroid war von der Erde mit Teleskopen als ein kohlenstoffhaltiger Himmelskörper vom C-Typ ermittelt worden. Doch schon jetzt ist bekannt, dass sein Gestein keinem der vielen tausend Meteoriten in den bisherigen Sammlungen gleicht. Es ist ausgesprochen fragil und brüchig, hat eine sehr geringe Dichte und würde keinesfalls einen Eintritt als Meteorit in unserer Atmosphäre überstehen. Somit wächst die Spannung, woraus es nun wirklich besteht und wie seine Feinstruktur beschaffen ist. Insgesamt zweimal entnahm Hayabusa-2 Gesteinsmaterial vor Ryugu, darunter auch in dem künstlich gesprengten Krater. Es ist deswegen so interessant, weil es weitgehend aus unveränderter Urmaterie aus der Urzeit unseres Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren besteht. Aus ihm lassen sich Rückschlüsse auf die Entstehung der Planeten und der Sonne ziehen. Diese Informationen sind auf der Erde durch die geologische Aktivität längst verwischt.

Asteroid (162173) Ryugu
© JAXA, UNIVERSITY OF TOKYO, KOCHI UNIVERSITY, RIKKYO UNIVERSITY, NAGOYA UNIVERSITY, CHIBA INSTITUTE OF TECHNOLOGY, MEIJI UNIVERSITY, UNIVERSITY OF AIZU AND AIST (AUSSCHNITT)Asteroid (162173) Ryugu | Der Asteroid (162173) Ryugu erhielt Ende Juni 2018 Gesellschaft von der Sonde Hayabusa-2 der japanischen Weltraumbehörde JAXA. Von Juni 2018 bis November 2019 sammelte sie mit ihren Instrumenten Daten und Bilder. Diese Aufnahme entstand am 30. Juni 2018 mit ONC-T, der »Optical Navigation Camera – Telescopic«, aus einer Distanz von 20 Kilometern.

Die Untersuchung von Ryugu geschieht aber nicht nur aus rein wissenschaftlicher Neugier. Vielmehr gehört der Himmelskörper zu den erdnahen Asteroiden und ist als potenziell gefährliches Objekt eingestuft, das heißt, er könnte eines fernen Tages auf der Erde einschlagen. Für die berechenbare Zukunft ist dies aber ausgeschlossen. Die Untersuchungen von Hayabusa-2 zeigen jedoch, dass Ryugu nicht wie ursprünglich erwartet ein kompakter Felsbrocken, sondern eine sehr lockere Ansammlung von Gesteinsbrocken aller Größen ist – also eine fliegende Geröllhalde. So ein Gebilde lässt sich nicht einfach mit einigen Atombomben von seinem Kollisionskurs abbringen. Da müssen andere, noch zu entwickelnde Verfahren her, falls sich einmal die Notwendigkeit ergeben sollte.

Wie der Faden durch ein Nadelöhr

Damit die Probenkapsel überhaupt wieder die Erde erreichen kann, müssen die Missionskontrolleure der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA ein wahres Bravourstück der Weltraumnavigation hinlegen. Es ist nämlich sehr schwierig, von Ryugu aus nach einem Flug von mehr als einer Milliarde Kilometer und einer Flugzeit von rund einem Jahr durch das Sonnensystem zu unserem Planeten zurückzufinden und die Kapsel punktgenau über Australien in die Erdatmosphäre zu bugsieren. Die Aufgabe ähnelt der Anstrengung, mit Boxhandschuhen einen Faden in eine Nähnadel einzufädeln.

Die Rückkehrkapsel von Hayabusa in Australien
© JAXA / ISIS (AUSSCHNITT)Die Rückkehrkapsel von Hayabusa-1 in Australien | Etwa so groß wie eine Langspielplatte war die Rückkehrkapsel der japanischen Raumsonde Hayabusa-1, die im Juni 2010 in der australischen Wüste weich am Fallschirm landete. An Bord befanden sich winzige Staubpartikel des Asteroiden Itokawa. Die Kapsel von Hayabusa-2 ist baugleich und enthält Material vom Asteroiden Ryugu.

Um nach Australien zu gelangen, wird Hayabusa-2 auf Kollisionskurs gehen müssen. Rund zwölf Stunden vor dem Aufschlag soll die Sonde die Rückkehrkapsel abwerfen, um sich selbst kurze Zeit später mit einem Schubmanöver der Bordtriebwerke vor dem Verglühen in der Atmosphäre zu retten. So soll die Sonde unseren Planeten in etwa 200 Kilometer Abstand passieren und dabei versuchen, mit ihren Kameras die Landekapsel als glühende Sternschnuppe in der Atmosphäre zu fotografieren. Die Landung der Kapsel am Fallschirm auf dem Luftwaffenstützpunkt Woomera im Outback Australiens ist wiederum am 5. Dezember zwischen 18 und 19 Uhr unserer Zeit vorgesehen, dann herrscht dort noch Nacht. Eine Landung in Australien ist sehr viel einfacher als im gebirgigen und dicht besiedelten Japan, so dass die JAXA schon im Jahr 2010 die Kapsel der Vorgängersonde Hayabusa-1 mit der freundlichen Erlaubnis der australischen Regierung dort niedergehen ließ.

Mit der Ablieferung ihrer Fracht wird der Flug von Hayabusa-2 jedoch noch lange nicht vorbei sein. Derzeit plant die JAXA, die Raumsonde noch bis zum Jahr 2031 zu betreiben und zwei weitere Asteroiden aus der Nähe zu erkunden. Der Wanderfalke wird seine scharfen Augen also auch weiterhin im Sonnensystem offen halten.

Quelle: https://www.spektrum.de/news/hayabusa-2-bringt-asteroidengestein-aus-dem-all/1799360

Hayabusa 2: Kap­sel mit As­te­roi­den­pro­ben lan­det am Wo­chen­en­de in Aus­tra­li­en

Großes Finale der japanischen Mission Hayabusa 2. Danach geht die Reise für die Sonde noch weiter.

  • Mit großer Spannung werden das Abtrennen der Kapsel, ihr Flug durch die Atmosphäre, die Landung in der australischen Wüste und ihre Bergung dort erwartet.
  • Erstmalige Analyse von Material des erdbahnkreuzenden Asteroiden Ryugu.
  • Hayabusa2 ist eine der komplexesten Missionen der Raumfahrtgeschichte – und setzt ihre Reise fort zu einem weiteren erdnahen Asteroiden.
  • Die Ereignisse können bei der japanischen Raumfahrtagentur JAXA bei einer Pressekonferenz am 4. Dezember ab 8 Uhr MEZ, in einem Livestream zur Abtrennung der Landekapsel am 5. Dezember ab 5:30 Uhr MEZ, in einem Livestream zur Landung am 5. Dezember ab 18 Uhr MEZ sowie bei einer Pressekonferenz nach der Landung am 6. Dezember ab 8:30 Uhr MEZ verfolgt werden.
  • Das DLR berichtet unter #AsteroidLanding in den Sozialen Medien.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Exploration des Sonnensystems, Asteroiden

Erstmals werden am Abend des 5. Dezember 2020 (MEZ) Proben von einem erdbahnkreuzenden Asteroiden zurück auf der Erde erwartet. Bereits im Februar und Juli 2019 hatte die Sonde Hayabusa2 der japanischen Raumfahrtagentur JAXA in zwei außergewöhnlichen Touchdown-Manövern Material des Asteroiden Ryugu eingesammelt: viereinhalb Milliarden Jahre alte Fragmente aus der frühesten Zeit des Sonnensystems. Nun wird sie diese Proben, sicher verstaut in einer Landekapsel, nach insgesamt 5,25 Milliarden zurückgelegten Reisekilometern, im Vorbeiflug an der Erde abstoßen. Das Landegebiet liegt in der Nähe von Woomera in Südaustralien. Als Teil der Mission erkundete im Oktober 2018 der deutsch-französische Lander MASCOT Ryugus Oberfläche und zeigte einen fragilen kosmischen ‚Schutthaufen‘ mit viel Geröll, Steinen, aber fast ohne Staub. Nach dem Abtrennen des Probencontainers setzt die Sonde Hayabusa2 ihre Forschungsreise fort und steuert 2031 einen weiteren erdnahen Asteroiden an. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird voraussichtlich ab 2022 an der Analyse der Ryugu-Proben mitwirken.

„Dies ist ein historischer Moment für die Weltraumforschung. Ich wünsche JAXA viel Glück für dieses außergewöhnliche Landemanöver!“, sagt Prof. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. „JAXA ist seit langem einer der wichtigsten internationalen Partner des DLR. Nirgendwo wurde dies deutlicher, als im Oktober 2018 der vom DLR und den französischen Kollegen der CNES entwickelte Lander MASCOT im Rahmen der JAXA-Mission Hayabusa2 auf dem Asteroiden Ryugu landete. Ich bin mir sicher, dass nun mit der Analyse der Proben von Ryugu dank JAXA ein weiteres erkenntnisreiches Kapitel der internationalen Asteroidenforschung beginnen wird.“

Rückkehr der ersten Hayabusa-Probenkapsel
Rückkehr der ersten Hayabusa-Probenkapsel
Am 14. Juni 2010 kehrte die erste Hayabusa-Mission mit Proben vom Asteroiden Itokawa zur Erde zurück. Beim Durchqueren der Erdatmosphäre erhitzt sich die Ummantelung der Probe so stark, dass sie zu glühen beginnt und im Luftkanal Gasmoleküle ionisiert werden und in der Nacht über Südaustralien leuchten. Die Rückkehrkapsel konnte anschließend sicher im Woomera-Testgelände geborgen werden.
Credit: NASA/Ed Shilling

Auf Kollisionskurs mit der Erde

Die Abtrennung der Landekapsel von der Raumsonde Hayabusa2 wird am 5. Dezember 2020 um 6:30 Uhr (MEZ) in etwa 220.000 Kilometer Entfernung von der Erde erfolgen – das ist etwas mehr als die halbe Entfernung Erde-Mond. Kurz danach, zwischen 7:30 und 10 Uhr (MEZ), führt die Sonde ein weiteres Manöver durch, um vom Kollisionskurs mit der Erde weg und auf eine Flugbahn an ihr vorbei zu gelangen. Sobald die Probenkapsel, langsam um die eigene Achse rotierend, mit einer Geschwindigkeit von zwölf Kilometer pro Sekunde in 120 Kilometer Höhe in die Erdatmosphäre eintritt, wird sie durch die Lufthülle bei großer Hitzeentwicklung abgebremst. Sieben bis elf Kilometer über Australien wird zwischen 18:30 Uhr und 18:33 Uhr (MEZ) ein für Radar ‚sichtbarer‘ Fallschirm ausgelöst, der vordere Hitzeschild abgesprengt und die 40 Zentimeter lange Kapsel schließlich zwischen 18:47 und 18:57 Uhr (MEZ) im Woomera-Testgelände für Luft- und Raumfahrt aufsetzen. Während des Flugs am Fallschirm werden bereits Signale zur Ortung der 16 Kilogramm schweren Kapsel gesendet. Ein Bergungsteam wird dann in einem Hubschrauber über das Landegebiet fliegen, um die Kapsel anhand der Ortungssignale aufzufinden und in einem aufwendigen Ablauf zu bergen. In Australien ist es zu dieser Zeit bereits früher Morgen rund um den Sonnenaufgang.

Von der Wüste ins Labor

Nach der Bergung in der australischen Wüste, wird die Kapsel zunächst auf ihren Zustand untersucht. Anschließend werden die Proben in der noch verschlossenen Landekapsel im Flugzeug nach Japan gebracht, wo sie vom Flughafen Tokio-Haneda in ein Labor des JAXA-Forschungszentrums ISAS (Institute of Space and Astronautical Science) im nahe Tokio gelegenen Sagamihara überführt werden. Erst dort wird nach einem über Jahre entwickelten Plan an die Kapsel ein Mechanismus angebracht, ohne den die Kapsel zuvor nicht geöffnet werden kann. Die Öffnung erfolgt robotisch in einem Reinraum-Labor in einer Vakuum-Kammer, in der die Asteroidenproben in spezielle Probenbehälter umgebettet werden. Zunächst werden die einzelnen Bestandteile der auf die Erde gebrachten Asteroidenproben kuratiert und ein erstes Mal beschrieben, ehe ab Mitte 2021 mikroskopische, mineralogische und geochemische Untersuchungen stattfinden. Das DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof schafft momentan in einem neuen Labor Untersuchungsmöglichkeiten mit dem Schwerpunkt auf spektroskopischen Analysen und plant, ab 2022 an der Untersuchung von Proben mitzuwirken.

Relikt aus der Frühzeit des Sonnensystems

Der knapp einen Kilometer große Asteroid Ryugu gehört zu den ‚Near-Earth Objects‘ (NEOs), also Asteroiden oder Kometen, die der Erdbahn nahe kommen oder diese schneiden, wobei Ryugu dabei nie in unmittelbare Nähe der Erde gelangt und deshalb keine Gefahr darstellt. Bisherige Ergebnisse zeigten, dass Ryugu als Bindeglied der Planetenbildung ein Relikt aus der Frühzeit des Sonnensystems vor rund 4,5 Milliarden Jahren ist. Der kohlenstoffreiche C-Typ-Asteroid besteht durch und durch aus hochporösem Material und hat sich wahrscheinlich größtenteils aus den Bruchstücken eines durch Einschläge zertrümmerten Mutterkörpers gebildet. Die hohe Porosität und der damit verbundene geringe innere Zusammenhalt der Gesteinsbrocken sorgen dafür, dass solche Körper beim Eintritt in die Erdatmosphäre vermutlich in zahlreiche Fragmente auseinanderbrechen. Deshalb lassen sich von dieser Klasse kohlenstoffreicher Asteroiden nur sehr selten Meteoriten auf der Erde finden und analysieren, weil die Atmosphäre tendenziell einen höheren Schutz vor ihnen bietet. Doch gerade deshalb ist die Untersuchung der Ryugu-Proben auf der Erde wissenschaftlich besonders bedeutend: Die Forschenden erhoffen sich von den Untersuchungen wichtige Hinweise, wie Asteroiden dieses Typs, über deren Eigenschaften und Zusammensetzung wenig bekannt ist, im Falle einer drohenden Kollision in Zukunft abgelenkt werden könnten.

„Am Ende dieser ganz außergewöhnlichen Mission Proben von einem 4,5 Milliarden Jahre alten Asteroiden auf der Erde zu haben und sie vielleicht sogar bald in unseren DLR-Laboren untersuchen zu können, ist für uns alle ein Höhepunkt in unserem Forscherleben“, drückt Prof. Heike Rauer, Leiterin des DLR-Instituts für Planetenforschung, ihre Begeisterung für die bevorstehende Ankunft der Ryugu-Proben auf der Erde aus. „Es ist schon herausragend, was wir mit Raumsonden und Landemodulen an den Körpern des Sonnensystems herausfinden können, aber es macht einen Riesenunterschied, wenn wir Proben hier auf der Erde haben und in vielen großen Laboren untersuchen können, und zwar auch noch in ein paar Jahrzehnten, wenn die Analytik viel weiter entwickelt sein wird.

Dicht am Asteroiden Ryugu
Dicht am Asteroiden Ryugu
Am 20. Juli 2018 nahm die optische Teleobjektivkamera (ONC-T) der japanischen Hayabusa2-Sonde den Asteroiden Ryugu aus sechs Kilometern Entfernung auf. Gut erkennbar sind die zahlreichen großen Felsbrocken auf der Asteroidenoberfläche sowie der große Krater in der Bildmitte. Ein Pixel entspricht etwa 60 Zentimetern.
Credit: JAXA, University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, University of Aizu and AIST.University of Aizu, Kobe University, Auburn University, JAXA.

Hayabusa2 fliegt weiter zu einem schnell rotierenden Asteroiden

Die Reise von Hayabusa2 geht weiter
Nach dem Abtrennen des Probenbehälters wird Hayabusa2 auf einen neuen Kurs, an der Erde vorbei gebracht. Während die Kapsel Kurs auf Australien genommen hat (im Hintergrund) wird die japanische Asteroidensonde auf Kurs zu dem 40 Meter kleinen Asteroiden 1998 KY26 gesteuert, den sie voraussichtlich 2031 erreichen und untersuchen wird.
Credit: DLR (CC-BY 3.0)

Da zum Zeitpunkt des Vorbeiflugs von Hayabusa2 an der Erde noch etwa die Hälfte des Treibstoffs, das Edelgas Xenon, für das Ionentriebwerk vorhanden sein ist, kann Hayabusa2 weiter auf einer Umlaufbahn um die Sonne verbleiben und 2031 noch einen weiteren Asteroiden besuchen, den nur 40 Meter großen und extrem schnell rotierenden erdnahen Asteroiden 1998 KY26. Ein Objekt mit diesen Eigenschaften wurde bisher noch nie von einer Raumsonde besucht. Die Forschenden erwarten, dass diese vergleichenden Beobachtungen die bereits gewonnenen Erkenntnisse aus der Hayabusa2-Mission vertiefen werden. Bis 2031 soll die Raumsonde mit zwischenzeitlich zwei weiteren Erdvorbeiflügen zur Bahnanpassung ihr Ziel erreichen.

Hayabusa2 startete am 3. Dezember 2014 vom japanischen Tanegashima Space Center und erreichte im Sommer 2018 den Asteroiden Ryugu. Am 3. Oktober 2018 erkundete der deutsch-französische Lander MASCOT mit drei Hüpfern in drei Asteroidentagen Ryugus Oberfläche. Mit zwei Touchdown-Manövern sammelte die Muttersonde anschließend Proben, die nun auf der Erde landen. Die Vorgängermission Hayabusa brachte bereits 2010 insgesamt 1500 Partikel des Asteroiden Itokawa zurück zur Erde.

Quelle: https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2020/04/20201203_kapsel-mit-asteroidenproben-landet-am-wochenende-in-australien.html

Asteroidenforschung: Raumsonde Hayabusa-2 auf dem Heimflug zur Erde

Noch 14 Tage bis zur Ankunft bei der Erde.

Ein Päckchen mit Asteroidenmaterial zu Nikolaus: Am 6. Dezember 2020 soll die Kapsel mit Proben des Asteroiden Ryugu auf der Erde ankommen.

Nachdem die japanische Raumsonde Hayabusa 2 im Jahr 2019 den Asteroiden Ryugu besucht und Proben genommen hat, ist sie auf dem Weg zurück zur Erde. Im Dezember soll sie ankommen und im Vorbeiflug an der Erde eine Rückkehrkapsel mit Hitzeschutzschild und Fallschirm über Australien abwerfen.

Die Wissenschaftler erhoffen sich von dem Material Erkenntnisse über die Frühzeit unseres Sonnensystems: Der Asteroid Ryugu ist etwa 4,5 Milliarden Jahre alt, also fast so alt wie das Sonnensystem, und besteht aus wenig verändertem Material. 

Aber der Wanderfalke, so die deutsche Übersetzung des Namens, hat noch Treibstoff in den Tanks der Ionentriebwerke, um weitere Asteroiden zu besuchen. Bis 2031 soll die Sonde zwei weitere Asteroiden untersuchen. 

NASA’s OSIRIS-REx Spacecraft Collects Significant Amount of Asteroid Bennu

wo days after touching down on asteroid Bennu, NASA’s OSIRIS-REx mission team received on Thursday, Oct. 22, images that confirm the spacecraft has collected more than enough material to meet one of its main mission requirements – acquiring at least 2 ounces (60 grams) of the asteroid’s surface material.

Captured on Oct. 22, this series of three images shows that the Touch-and-Go Sample Acquisition Mechanism (TAGSAM) head on NASA’s OSIRIS-REx spacecraft is full of rocks and dust collected from asteroid Bennu. The image series also shows that some of these particles are slowly escaping the sampler head. Analysis by the OSIRIS-REx team suggests that bits of material are passing through small gaps where the head’s mylar flap is slightly wedged open. The mylar flap (the black bulge visible in the 9 o’clock position inside the ring) is designed to keep the collected material locked inside, and these unsealed areas appear to be caused by larger rocks that didn’t fully pass through the flap. Based on available imagery, the team suspects there is plentiful sample inside the head, and is on a path to stow the sample as quickly as possible.
The images were taken by the spacecraft’s SamCam camera as part of the sample verification procedure following the spacecraft’s Oct. 20 sample collection attempt.The TAGSAM system was developed by Lockheed Martin Space to acquire a sample of asteroid material in a low-gravity environment.
Credit: NASA/Goddard/University of Arizona

The spacecraft captured images of the sample collector head as it moved through several different positions. In reviewing these images, the OSIRIS-REx team noticed both that the head appeared to be full of asteroid particles, and that some of these particles appeared to be escaping slowly from the sample collector, called the Touch-And-Go Sample Acquisition Mechanism (TAGSAM) head. They suspect bits of material are passing through small gaps where a mylar flap – the collector’s “lid” – is slightly wedged open by larger rocks.

The team believes it has collected a sufficient sample and is on a path to stow the sample as quickly as possible. They came to this conclusion after comparing images of the empty collector head with Oct. 22 images of the TAGSAM head after the sample collection event.

“Bennu continues to surprise us with great science and also throwing a few curveballs,” said Thomas Zurbuchen, NASA’s associate administrator for science at the agency’s headquarters in Washington. “And although we may have to move more quickly to stow the sample, it’s not a bad problem to have. We are so excited to see what appears to be an abundant sample that will inspire science for decades beyond this historic moment.”

The images also show that any movement to the spacecraft and the TAGSAM instrument may lead to further sample loss. To preserve the remaining material, the mission team decided to forego the Sample Mass Measurement activity originally scheduled for Saturday, Oct. 24, and canceled a braking burn scheduled for Friday to minimize any acceleration to the spacecraft.

From here, the OSIRIS-Rex team will focus on stowing the sample in the Sample Return Capsule (SRC), where any loose material will be kept safe during the spacecraft’s journey back to Earth.

“We are working to keep up with our own success here, and my job is to safely return as large a sample of Bennu as possible,” said Dante Lauretta, OSIRIS-REx principal investigator at the University of Arizona in Tucson, who leads the science team and the mission’s science observation planning and data processing. “The loss of mass is of concern to me, so I’m strongly encouraging the team to stow this precious sample as quickly as possible.”

The TAGSAM head performed the sampling event in optimal conditions. Newly available analyses show that the collector head was flush with Bennu’s surface when it made contact and when the nitrogen gas bottle was fired to stir surface material. It also penetrated several centimeters into the asteroid’s surface material. All data so far suggest that the collector head is holding much more than 2 ounces of regolith.

OSIRIS-REx remains in good health, and the mission team is finalizing a timeline for sample storage. An update will be provided once a decision is made on the sample storage timing and procedures.

NASA’s Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland, provides overall mission management, systems engineering and the safety and mission assurance for OSIRIS-REx. Lockheed Martin Space in Denver built the spacecraft and is providing flight operations. Goddard and KinetX Aerospace are responsible for navigating the OSIRIS-REx spacecraft. OSIRIS-REx is the third mission in NASA’s New Frontiers Program, which is managed by NASA’s Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama, for the agency’s Science Mission Directorate in Washington.

Quelle: https://www.asteroidmission.org/?latest-news=nasas-osiris-rex-spacecraft-collects-significant-amount-of-asteroid-bennu

Astrobiologie: NASA-Raumsonde OsirisRex setzt auf Asteroid auf

Die NASA-Raumsonde Osiris-Rex hat erfolgreich auf dem Asteroiden „Bennu“ aufgesetzt. Der wahrscheinlich aufgesammelte Staub soll nach der Rückkehr in zwei Jahren Antworten auf die großen Fragen liefern.

OsirisRex: Probeentnahme (Animatiom)

Großer Applaus bei der NASA. Ihr Raumschiff Osiris-Rex hat erfolgreich auf dem Asteroiden „Bennu“ aufgesetzt und wahrscheinlich Staub und kleine Steine eingesammelt. Rund 330 Millionen Kilometer entfernt kreist der Felsbrocken mit einem Durchmesser von nur 500 Metern um die Sonne.

NASA-Raumsonde „Osiris-Rex“ sammelt erfolgreich Proben
tagesschau 09:00 Uhr, 21.10.2020

„Alles läuft nach Plan, sieht wirklich gut aus.“ Über vier Jahre hat der Chefwissenschaftler dieser Mission, Dante Lauretta, auf diesen Moment gewartet. Zwei Jahre war das Raumschiff unterwegs, zwei Jahre hat es den Asteroiden umkreist, Fotos gemacht, untersucht, was man aus der Entfernung untersuchen kann. Und die meiste Zeit musste der die Kontrolle abgeben.

„Es kalkuliert selbst, wo der richtige Weg ist und entscheidet selbständig.“

Nachsteuern unmöglich

Die Entfernung von der Erde ist so groß, dass das Signal mehr als seine Viertelstunde benötigt, um anzukommen, spontan nachzusteuern ist also praktisch unmöglich. Wenn Nachrichten und Bilder auf der Erde ankommen, stammen sie aus der Vergangenheit. Aber Osiris-Rex hat schon so viel an Information geliefert, dass das Wissen über Asteroiden neu geschrieben werden muss, sagt Dante Lauretta.

Und dies scheint passiert zu sein: Osiris-Rex, was übrigens die Anfangsbuchstaben für verschiedene wissenschaftliche Aufgaben der Sonde sind, ist langsam auf den Asteroiden hinabgeflogen. Ein ausgestreckter Arm hat für einige Sekunden aufgesetzt und mit gepresstem Stickstoff Sand und kleine Steine aufgewirbelt, die dann mit einer Art Korb aufgefangen wurden. Dann zündeten die Raketen und brachten das Raumschiff wieder in sichere Entfernung.

„Wir wissen jetzt nicht genau, wie es weitergeht. Wir wissen nur, dass wir Kontakt mit der Oberfläche hatten.“

Proben in zwei Jahren auf der Erde

Die offene Frage: Wurde genug Material eingesammelt? 60 Gramm sollten es mindestens sein, bis zwei Kilogramm könnten transportiert werden. Das wird in den nächsten Tagen geklärt und entschieden, ob man noch einmal hinabfliegen muss. In zwei Jahren jedenfalls sollen die Proben auf der Erde landen und untersucht werden.

„Warum sind wir hier? Warum kann man auf der Erde leben? Wie ist Leben entstanden?“

Große Fragen an ein wenig Sand. Aber: Bennu stammt aus der Anfangszeit unseres Sonnensystems vor etwa 4,5 Milliarden Jahren. Was immer die Sonde zurückbringt, soll helfen, zu entschlüsseln, wie unser Lebensraum entstanden ist. Und: Tragen Asteroiden wie Bennu Wasser oder Kohlenstoff in sich, das bei Einschlägen auf die Erde transportiert worden sein könnte und damit half, Leben entstehen zu lassen? Was Bennu auch auszeichnet: Er ist auf möglichem Kollisionskurs mit der Erde. In 150 Jahren kommen sich beide zumindest extrem nah.

Erfolgreiche Mission: „Osiris-Rex“ auf Asteroiden aufgesetzt
Arthur Landwehr, ARD Washington (Audio)
21.10.2020 06:55 Uhr

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/nasa-mission-asteroid-101.html

Toll, das alles so gut geklappt hat. Am 21.10 sollen Bilder der Probeentnahme veröffentlicht werden. Vielleicht hat man auch schon ein Video, in den kommende tagen wird sowas meistens dann aber nachgereicht.

Wenn die Erfolgsmeldungen nach solchen Aktionen in den Medien erscheinen weiß das Missions-Team eigentlich nur das die Programmierten Befehle ausgeführt wurden. Mit Spannung werden die Daten der Raumsonde erwartet

Spannend auch die Frage ob man nun tatsächlich was hat und wie viel, dazu soll in den nächsten Tagen (am Samstag/Sonntag) ein Spin-Manöver ausgeführt werden um das veränderte Trägheitsmoment zu messen. Vielleicht geben die Bilder ja schon einen kleinen hinweiß. Außerdem kann man sehen wie sich das Geröll bei de Probeentnahme verhält.

Mal schauen ob man nochmal eine Probeentnahme macht oder sich auf den Heimflug vorbereitet, in ein paar tagen weiß man das.

Mit den Asteroiden Bennu haben wir einem echten „heißen“ Kandidaten der uns ein paar Astrobiologie-Fragen beantworten könnte auf die wir Astrobiologie-Fans und Wissenschafter seit so vielen Jahren warten. Und uns wahrscheinlich auch neue fragen stellen wird.

Das ist die erste Asteroiden-Probeentnahmen für die Nasa, damit das aller erste mal und Neuland für die Raumfahrtagentur.

Christian Dauck

Tuesday, Oct. 20: NASA to Broadcast OSIRIS-REx Asteroid Sample Collection Activities

NASA’s OSIRIS-REx mission readies itself to touch the surface of asteroid Bennu
NASA’s OSIRIS-REx mission readies itself to touch the surface of asteroid Bennu.Credits: NASA/Goddard/University of Arizona

NASA will broadcast coverage of a first for the agency as its Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer (OSIRIS-REx) mission attempts to collect a sample of asteroid Bennu on Tuesday, Oct. 20, at 6:12 p.m. EDT.

Live coverage of the spacecraft’s descent to the asteroid’s surface for its “Touch-And-Go,” or TAG, maneuver, which will be managed by Lockheed Martin Space near Denver, will begin at 5 p.m. on NASA Television and the agency’s website.

Beginning with an orbit departure maneuver around 1:50 p.m., the full sequence of the complicated engineering feat will be covered on @OSIRISREx, and media and the public can ask questions using the hashtag #ToBennuandBack.

In addition to the broadcast Tuesday, Oct. 20, briefings and social media activities will cover the mission and asteroid science on Monday, Oct. 19.

OSIRIS-REx, which is about the size of a 15-passenger van, is currently orbiting the asteroid Bennu 200 million miles from Earth. Bennu contains material from the early solar system and may contain the molecular precursors to life and Earth’s oceans. The asteroid is about as tall as the Empire State Building and could potentially threaten Earth late in the next century, with a 1‐in‐2,700 chance of impacting our planet during one of its close approaches. OSIRIS-REx is now ready to take a sample of this ancient relic of our solar system and bring its stories and secrets home to Earth.

Due to the coronavirus (COVID-19) pandemic, media participation in the news conferences will be remote. Only a limited number of media will be accommodated at Lockheed Martin. Denver-area media may contact Gary Napier at gary.p.napier@lmco.com for more information. For the protection of Lockheed Martin flight operations employees, the OSIRIS-REx mission operations facilities will remain closed to all media throughout these events.

Full mission coverage and participants (all times Eastern):

Monday, Oct. 19

1 p.m. – Asteroid Science and Planetary Defense media teleconference with the following participants:

  • Lori Glaze, Planetary Science Division director, NASA Headquarters, Washington
  • Hal Levison, Lucy mission principal investigator, Southwest Research Institute, Boulder, Colorado
  • Lindy Elkins-Tanton, Psyche mission principal investigator, Arizona State University, Tempe
  • Andrea Riley, DART mission program executive, NASA Headquarters
  • Jamie Elsila, research scientist at NASA Goddard Space Flight Center, Greenbelt, Maryland

For dial-in information, media should contact Alana Johnson at alana.r.johnson@nasa.gov no later than 11 a.m. Oct. 19.

3 p.m. – OSIRIS-REx Science and Engineering televised briefing with the following participants:

  • Thomas Zurbuchen, associate administrator, Science Mission Directorate, NASA Headquarters, Washington
  • Lori Glaze, Planetary Science Division director, NASA Headquarters
  • Heather Enos, OSIRIS-REx deputy principal investigator, University of Arizona, Tucson
  • Kenneth Getzandanner, OSIRIS-REx flight dynamics manager, Goddard
  • Beth Buck, OSIRIS-REx mission operations program manager, Lockheed Martin Space, Littleton, Colorado

For phone bridge information, media should contact Lonnie Shekhtman at lonnie.shekhtman@nasa.gov no later than 1 p.m. Monday, Oct. 19.

Tuesday, Oct. 20

1:20 to 6:30 p.m. – Live stream animation displaying OSIRIS-REx’s sample collection activities in real time. The animation commences with the spacecraft’s slew into position for the Orbit Departure Maneuver and runs through the entire sequence of TAG events, concluding after the spacecraft’s back-away burn. Event will be broadcast on the mission’s website.

5 to 6:30 p.m. – Live broadcast from Lockheed Martin of OSIRIS-REx’s descent to the surface of Bennu and attempt at sample collection.

Hosted by Dante Lauretta, OSIRIS-REx principal investigator at the University of Arizona, and Michelle Thaller, science communicator at Goddard, the broadcast will cover milestones in the last 90 minutes leading up to TAG and spacecraft back-away. It will include perspectives from team members and science leaders about the mission’s challenges and accomplishments.

A clean feed of the Mission Support Area during TAG is planned to run on NASA’s media channel.

Wednesday, Oct. 21

5 p.m. – Post-sampling news conference – and release of new images – with the following participants:

  • Dante Lauretta, OSIRIS-REx principal investigator, University of Arizona, Tucson
  • Rich Burns, OSIRIS-REx project manager, NASA’s Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland
  • Sandra Freund, OSIRIS-REx mission operations manager, Lockheed Martin Space, Littleton, Colorado

For phone bridge information, media should contact Lonnie Shekhtman at lonnie.shekhtman@nasa.gov no later than 1 p.m. Oct. 21.

6:15 to 6:45 p.m. – A NASA Science Live episode will air with team members answering live questions from the public about TAG, OSIRIS-REx, and asteroid science. Use #ToBennuAndBack to participate.

Quelle: https://www.nasa.gov/press-release/nasa-to-broadcast-osiris-rex-asteroid-sample-collection-activities

Astrobiologie: Probe könnte Fragen zu den Ursprüngen von Wasser und Leben auf der Erde beantworten

OSIRIS-REx der NASA enthüllt weitere Geheimnisse von Asteroid Bennu

Die erste Asteroiden-Probenrückführungsmission der NASA weiß jetzt viel mehr über das Material, das sie in nur wenigen Wochen sammeln wird. In einer speziellen Sammlung von sechs Artikeln, die heute in den Fachzeitschriften Science and Science Advances veröffentlicht wurden , präsentieren Wissenschaftler der OSIRIS-REx-Mission neue Erkenntnisse über das Oberflächenmaterial, die geologischen Eigenschaften und die dynamische Geschichte des Asteroiden Bennu. Sie vermuten auch, dass die gelieferte Probe von Bennu anders sein könnte als alles, was wir in der Meteoritensammlung auf der Erde haben.

Diese Entdeckungen vervollständigen die wissenschaftlichen Anforderungen der OSIRIS-REx-Mission vor der Probenentnahme und bieten Einblicke in die Bennu-Probe, die Wissenschaftler für kommende Generationen untersuchen werden.

Eine der Arbeiten unter der Leitung von Amy Simon vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, zeigt, dass kohlenstoffhaltiges organisches Material auf der Oberfläche des Asteroiden weit verbreitet ist, auch am Hauptprobenort der Mission, Nightingale, wo OSIRIS-REx tätig sein wird Der erste Probenentnahmeversuch wird am 20. Oktober durchgeführt. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass hydratisierte Mineralien und organisches Material wahrscheinlich in der gesammelten Probe vorhanden sein werden.

Die OSIRIS-REx-Mission der NASA erstellte diese Bilder unter Verwendung von Falschfarben-Rot-Grün-Blau-Kompositen (RGB) des Asteroiden Bennu. 
Eine 2D-Karte und Bilder von Raumfahrzeugen wurden einem Formmodell des Asteroiden überlagert, um diese Falschfarben-Verbundwerkstoffe zu erstellen. 
In diesen Verbundwerkstoffen sehen spektral durchschnittlich und blauer als das durchschnittliche Gelände blau aus, Oberflächen, die roter als der Durchschnitt sind, erscheinen rot. 
Hellgrüne Bereiche entsprechen den Vorkommen eines Minerals Pyroxen, das wahrscheinlich von einem anderen Asteroiden, Vesta, stammt. 
Schwarze Bereiche in der Nähe der Pole zeigen keine Daten an. 
Bildnachweis: NASA / Goddard / Universität von Arizona

Diese organische Substanz kann Kohlenstoff in einer Form enthalten, die häufig in der Biologie oder in mit der Biologie verbundenen Verbindungen vorkommt. Wissenschaftler planen detaillierte Experimente mit diesen organischen Molekülen und erwarten, dass die zurückgegebene Probe dazu beitragen wird, komplexe Fragen zu den Ursprüngen von Wasser und Leben auf der Erde zu beantworten.

„Die Fülle an kohlenstoffhaltigem Material ist ein wichtiger wissenschaftlicher Triumph für die Mission. Wir sind jetzt optimistisch, eine Probe mit organischem Material zu sammeln und zurückzugeben – ein zentrales Ziel der OSIRIS-REx-Mission “, sagte Dante Lauretta, Hauptforscher von OSIRIS-REx an der Universität von Arizona in Tucson.

Die Autoren der Spezialsammlung haben auch festgestellt, dass Carbonatmineralien einige der geologischen Merkmale des Asteroiden ausmachen. Carbonatmineralien fallen häufig aus hydrothermalen Systemen aus, die sowohl Wasser als auch Kohlendioxid enthalten. Einige Felsbrocken von Bennu haben helle Adern, die aus Karbonat zu bestehen scheinen – einige davon befinden sich in der Nähe des Nachtigallkraters, was bedeutet, dass in der zurückgegebenen Probe möglicherweise Karbonate vorhanden sind.

Die Untersuchung der auf Bennu gefundenen Karbonate wurde von Hannah Kaplan aus Goddard geleitet. Diese Ergebnisse haben es Wissenschaftlern ermöglicht zu theoretisieren, dass Bennus Eltern-Asteroid wahrscheinlich ein ausgedehntes hydrothermales System hatte, in dem Wasser mit Bennus Elternkörper interagierte und dessen Gestein veränderte. Obwohl der Elternkörper vor langer Zeit zerstört wurde, sehen wir Hinweise darauf, wie dieser wässrige Asteroid hier einst aussah – in seinen verbleibenden Fragmenten, aus denen Bennu besteht. Einige dieser Karbonatadern in Bennus Felsbrocken sind bis zu einigen Fuß lang und einige Zoll dick, was bestätigt, dass auf Bennus Elternkörper ein hydrothermales Wassersystem im Asteroidenmaßstab vorhanden war.

m Herbst 2019 hat das Raumschiff OSIRIS-REx der NASA dieses Bild aufgenommen, das einen der Felsbrocken des Asteroiden Bennu mit einer hellen Ader zeigt, die aus Karbonat zu bestehen scheint. 
Das Bild innerhalb des Kreises (unten rechts) zeigt eine fokussierte Ansicht der Vene. 
Bildnachweis: NASA / Goddard / Universität von Arizona

Wissenschaftler haben am Standort Nightingale eine weitere bemerkenswerte Entdeckung gemacht: Sein Regolith wurde erst kürzlich der rauen Weltraumumgebung ausgesetzt, was bedeutet, dass die Mission das unberührteste Material des Asteroiden sammeln und zurückgeben wird. Nightingale ist Teil einer Population junger, spektral roter Krater, die in einer Studie von Dani DellaGiustina an der Universität von Arizona identifiziert wurden. Bennus „Farben“ (Variationen in der Steigung des Spektrums der sichtbaren Wellenlänge) sind viel vielfältiger als ursprünglich angenommen. Diese Vielfalt resultiert aus einer Kombination verschiedener Materialien, die von Bennus Elternkörper geerbt wurden, und unterschiedlicher Dauer der Exposition gegenüber der Weltraumumgebung.

Die Ergebnisse dieses Papiers sind ein wichtiger Meilenstein in einer laufenden Debatte in der planetaren Wissenschaftsgemeinschaft – wie sich primitive Asteroiden wie Bennu spektral verändern, wenn sie „Weltraumverwitterungsprozessen“ wie dem Beschuss durch kosmische Strahlung und Sonnenwind ausgesetzt sind. Während Bennu mit bloßem Auge ziemlich schwarz erscheint, veranschaulichen die Autoren die Vielfalt von Bennus Oberfläche anhand von Falschfarben-Renderings von multispektralen Daten, die von der MapCam-Kamera erfasst wurden. Das frischeste Material auf Bennu, wie das am Nightingale-Standort gefundene, ist spektral roter als der Durchschnitt und erscheint daher in diesen Bildern rot. Das Oberflächenmaterial färbt sich lebhaft blau, wenn es über einen längeren Zeitraum der Weltraumverwitterung ausgesetzt war. Da das Oberflächenmaterial über lange Zeiträume weiter wetterbeständig ist, wird es letztendlich über alle Wellenlängen heller.

Das Papier von DellaGiustina et al. unterscheidet auch zwei Haupttypen von Felsbrocken auf Bennus Oberfläche: dunkel und rau und (seltener) hell und glatt. Die verschiedenen Typen können sich in verschiedenen Tiefen im Eltern-Asteroiden von Bennu gebildet haben.

Die Bouldertypen unterscheiden sich nicht nur optisch, sie haben auch ihre eigenen einzigartigen physikalischen Eigenschaften. Das von Ben Rozitis von The Open University in Großbritannien geleitete Papier zeigt, dass die dunklen Felsbrocken schwächer und poröser sind, während die hellen Felsbrocken stärker und weniger porös sind. Die hellen Felsbrocken beherbergen auch die von Kaplan und der Besatzung identifizierten Karbonate, was darauf hindeutet, dass die Ausfällung von Karbonatmineralien in Rissen und Porenräumen für ihre erhöhte Festigkeit verantwortlich sein könnte.

Beide Felsbrocktypen sind jedoch schwächer als von Wissenschaftlern erwartet. Rozitis und Kollegen vermuten, dass Bennus dunkle Felsbrocken (der schwächere, porösere und häufigere Typ) die Reise durch die Erdatmosphäre nicht überleben würden. Es ist daher wahrscheinlich, dass die zurückgegebenen Proben des Asteroiden Bennu ein fehlendes Glied für Wissenschaftler darstellen, da diese Art von Material derzeit nicht in Meteoritensammlungen vertreten ist.

Bennu ist ein rautenförmiger Trümmerhaufen, der im Weltraum schwebt, aber es steckt mehr dahinter, als man denkt. Daten, die mit dem OSIRIS-REx Laser-Höhenmesser (OLA) – einem wissenschaftlichen Instrument der kanadischen Weltraumbehörde – erhalten wurden, haben es dem Missionsteam ermöglicht, ein digitales 3D-Geländemodell des Asteroiden zu entwickeln, das bei einer Auflösung von 20 cm im Detail und beispiellos ist Richtigkeit. In diesem Artikel unter der Leitung von Michael Daly von der York University erklären Wissenschaftler, wie eine detaillierte Analyse der Form des Asteroiden kammartige Hügel auf Bennu enthüllte, die sich von Pol zu Pol erstrecken, aber so subtil sind, dass sie vom Menschen leicht übersehen werden können Auge. Ihre Anwesenheit wurde bereits angedeutet, aber ihre volle Ausdehnung von Pol zu Pol wurde erst deutlich, als die nördliche und südliche Hemisphäre in den OLA-Daten zum Vergleich aufgeteilt wurden.

Das digitale Geländemodell zeigt auch, dass Bennus nördliche und südliche Hemisphäre unterschiedliche Formen haben. Die südliche Hemisphäre scheint glatter und runder zu sein, was nach Ansicht der Wissenschaftler darauf zurückzuführen ist, dass loses Material von den zahlreichen großen Felsblöcken der Region eingeschlossen wird.

Ein weiteres Papier in der Spezialsammlung unter der Leitung von Daniel Scheeres von der University of Colorado Boulder untersucht das Schwerefeld von Bennu, das durch Verfolgung der Flugbahnen des OSIRIS-REx-Raumfahrzeugs und der Partikel, die auf natürliche Weise von Bennus Oberfläche ausgestoßen werden, bestimmt wurde. Die Verwendung von Partikeln als Schwerkraftsonden ist zufällig. Vor der Entdeckung des Partikelausstoßes auf Bennu im Jahr 2019 war das Team besorgt darüber, das Schwerefeld nur unter Verwendung von Tracking-Daten von Raumfahrzeugen auf die erforderliche Genauigkeit abzubilden. Die natürliche Versorgung mit Dutzenden von Mini-Schwerkraftsonden ermöglichte es dem Team, ihre Anforderungen bei weitem zu übertreffen und beispiellose Einblicke in das Innere der Asteroiden zu gewinnen.

Das rekonstruierte Schwerefeld zeigt, dass das Innere von Bennu nicht einheitlich ist. Stattdessen befinden sich im Asteroiden Taschen aus Material mit höherer und niedrigerer Dichte. Es ist, als ob sich in der Mitte eine Leere befindet, in die ein paar Fußballfelder passen könnten. Darüber hinaus ist die Ausbuchtung an Bennus Äquator zu gering, was darauf hindeutet, dass Bennus Rotation dieses Material loftet.

Alle sechs Veröffentlichungen in der Spezialsammlung verwenden globale und lokale Datensätze, die von der Raumsonde OSIRIS-REx von Februar bis Oktober 2019 gesammelt wurden. Die Spezialsammlung unterstreicht, dass Probenrückführungsmissionen wie OSIRIS-REx für ein umfassendes Verständnis der Geschichte und Entwicklung unserer Sonnensystem.

Die Mission ist weniger als zwei Wochen von ihrem größten Ziel entfernt – ein Stück eines makellosen, hydratisierten, kohlenstoffreichen Asteroiden zu sammeln. OSIRIS-REx wird Bennu im Jahr 2021 verlassen und die Probe am 24. September 2023 an die Erde liefern.

Das Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, bietet das gesamte Missionsmanagement, Systemtechnik sowie die Sicherheit und Missionssicherung für OSIRIS-REx. Dante Lauretta von der University of Arizona, Tucson, ist der Hauptforscher, und die University of Arizona leitet auch das Wissenschaftsteam und die Planung und Datenverarbeitung für wissenschaftliche Beobachtungen der Mission. Lockheed Martin Space in Denver baute das Raumschiff und bietet Flugbetrieb. Goddard und KinetX Aerospace sind für die Navigation des OSIRIS-REx-Raumfahrzeugs verantwortlich. OSIRIS-REx ist die dritte Mission im New Frontiers Program der NASA, das vom Marshall Space Flight Center der NASA in Huntsville, Alabama, für das Science Mission Directorate der Agentur in Washington verwaltet wird.

Quelle: https://www.asteroidmission.org/?latest-news=nasas-osiris-rex-unlocks-more-secrets-from-asteroid-bennu

Proberückführung: Hayabusa 2 ist 45 Millionen Kilometer von der Erde entfernt

Hayabusa 2 tritt nach dem Rückflug vom Asteroiden den Endspurt an.

Nach Abwurf des Probenbehälters geht die Reise für Hayabusa 2 weiter…
Proberückführung: Hayabusa 2 ist 45 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Offizielle Website: https://www.hayabusa2.jaxa.jp/en/