EU-LISA: Wer ist ein „Risiko“? Ab 2023 wird die visumfreie EU-Einreise schwieriger

Nach langer Zeit hab ich mal wieder geschaut was EU-LISA macht. Denn da war doch was…. EU-Lisa ist die englische Abkürzung für „Europäische Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“. Ihre Aufgaben sind Betrieb und Sicherung von Datenbanken für Polizei und Einwanderungsbehörden. In diesem Monat hat die EU die Aufgaben von EU-Lisa und ihren 130 Mitarbeitern massiv erweitert. Die Behörde, die bisher nur Datenbank-Nerds interessierte, wird zum zentralen Element der Überwachung von Einwanderern, Einreisenden und allen, die die Polizei im Schengen-Raum sucht.

Die Daten sollen zusammen geschlossen werden, indem sie mit einer gemeinsamen Suchmaske durchsuchbar gemacht werden. Das verbirgt sich hinter dem sperrigen Schlagwort „Interoperabilität“, die Kommission, Rat und Europaparlament derzeit final aushandeln. Das Ziel ist eine Art Super-Google für den Sicherheitsapparat. Über ein einziges Portal sollen befugte Beamte nicht nur die drei Datenbanken abfragen können, die derzeit in Straßburg betrieben werden.

Hinzukommen sollen ein Register für Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern (Entry-Exit-System); eines für Personen, die ohne Visum einreisen dürfen (Etias, analog zum US-amerikanischen Esta); und eines, in dem steht, wer zu welchen Strafen verurteilt worden ist. „Bis jetzt war es für Strafverfolger schwierig, alle Punkte zu verbinden“, sagt eine Sprecherin der Kommission. Bald könnten die verschiedenen Systeme „miteinander reden“. Es soll nie wieder zu einem Versagen wie im Fall von Anis Amri kommen. Vor seinem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz war er bei einer Eurodac-Anfrage der deutschen Polizei nicht aufgetaucht, obwohl er in Italien ins System hätte eingespeist werden sollen.

Die EU-Behörden Frontex und eu-LISA entwickeln gerade das automatische „Risikoprüfungssystem“ ETIAS für die Einreise in die EU. Der Algorithmus, der die Kategorisierung vornimmt, wird zum Teil mit früheren Entscheidungen von Grenzbeamten trainiert.

Ich mag unsere EU-LISA kurz LISA als Fan der Elektronischen Strafverfolgung mit BigData und Künstlichen Intelligenz sehr und freue mich wenn Sie mit Ihren neuen Upgrades (vielleicht schon 2023) an den Start geht. EU-LISA genießt meine absolute Hochachtung und Respekt, eine Maschine.

Nicht aber das menschliche pedant zu EU-Lisa das hier in Polizei und Justiz sitzt. Lisa ist ständig auf der lauer nach Verbrechern, unermüdlich, 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr, anders als das menschliche pedant zu ihr in der Strafverfolgung, das im Büro sitzt und wartet, gemütliche Sonntagnachmittag Spaziergänge macht und gemütliche Kaffeefahrten.

Mein Dank und Hochachtung gilt allen die EU-LISA noch besser machen: wie Politiker und Politikerinnen, Frontex usw. , Menschen die LISA Warten und Betreuen sprich am laufen halten. Dazu gehört auch die Verwaltung der Europäische Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts. Diese Mensche machen einen großartigen Job und sind engagiert ganz, anders als die Polizei/Justiz auf Landesebene in den EU-Mietgliedstaaten.

Die EU und ihre Mietgliedstaaten sollten die Fähigkeiten von EU-LISA voll ausschöpfen.

Ja, EU-LISA gehört die Zukunft in der Strafverfolgung, Risikoprüfung Migration usw. Ich hoffe das solche Systeme wie LISA auch ihren weg auf auf Landesebene in den EU-Mietgliedstaaten finden werden. Schön und super wie EU-LISA immer mächtiger und intelligenter wird. Ich bin gespannt wie sich „LISA“ weithin in dieser Welt behaupten und Entwickeln wird.

Christian Dauck – Fan von Künstliche Intelligenz und BigData in der Strafverfolgung/Polizei/Justiz

Ab 2023 wird die visumfreie EU-Einreise schwieriger

25.10.2022

Die EU-Behörden Frontex und eu-LISA entwickeln gerade das automatische „Risikoprüfungssystem“ ETIAS für die Einreise in die EU. Der Algorithmus, der die Kategorisierung vornimmt, wird zum Teil mit früheren Entscheidungen von Grenzbeamten trainiert.

Länder wie die USA und Australien setzen bereits Systeme wie ESTA und ETA ein, um Einreiseanträge von Menschen aus visumfreien Ländern mit (potenziell fehlerhaften) staatlichen Datensätzen abzugleichen. Anders als diese wird beim Europäischen Reiseinformations- und -genehmigungssystem ETIAS ein Algorithmus eingesetzt. Die Gesetzgeber*innen behaupten, dass dadurch Menschen identifiziert werden könnten, die ein (vage definiertes) Risiko darstellen, indem sie entweder die öffentliche Gesundheit und Sicherheit gefährden würden oder möglicherweise illegal einreisen wollen. ETIAS soll im November 2023 in Kraft treten. Expert*innen der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex erwarten, dass in Zukunft um fünf Prozent der Reisenden automatisch als Risiko klassifiziert und an der Einreise gehindert werden.

Risikoprüfungen: Gehört eu-LISA die Zukunft?

Forschungseinrichtungen und NGOs wie Access Now setzen sich dafür ein, automatisierte Risikoprüfungssysteme wie ETIAS zu verbieten. Sie wenden dagegen ein, dass die Beurteilung von Personen aufgrund festgelegter Kriterien wie Nationalität oder Bildungsstand das Recht auf Nicht-Diskriminierung und Gleichbehandlung verletze. Es ärgert sie besonders, dass der AI Act-Entwurf in seiner jetzigen Fassung ETIAS und ähnliche Systeme aus seinem Geltungsbereich ausnimmt, wenn Nicht-EU-Bürger*innen überprüft werden. Gleichzeitig werden aber darin strenge Auflagen für den Fall formuliert, dass EU-Bürger*innen vom Einsatz dieser Technologien betroffen sind. 

Wenn es nach dem Grenzschutz geht, sind die mit ETIAS eingeführten Bestimmungen erst der Anfang. Mit eu-LISA schafft die EU ein technisch vorgehendes Pendant zu Frontex. Die Europäische Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts soll zur Migrationskontrolle und zu Sicherheitsprüfungen eingesetzte Datenbanken mit Daten über Nicht-EU-Bürger*innen miteinander vernetzen. 

Die Agentur veranstaltete nun im Oktober 2022 eine Konferenz in Tallinn, wo sich ihr Hauptsitz befindet. Uku Särekanno, stellvertretender Geschäftsführer bei Frontex, sagte dort, dass KI-Risikoprüfungen und KI-Profiling bei der EU-Grenzkontrolle in Zukunft eine große Rolle spielen könnten. Wenn die EU großen US-amerikanischen Konzernen wie Google gegenüber wettbewerbsfähig bleiben wollte, sei eu-LISA in der besten Position, um entsprechende Technologien zu entwickeln. Särekanno sagte weiter, dass die Agentur wahrscheinlich die einzige Behörde in Europa sei, die über solch eine gewaltige Menge an Daten verfüge, die wissenschaftlich ausgewertet werden könnten. Die Reaktionen des Publikums (darunter Menschen, die sich als „IT-Systemmanager*innen“ vorstellten) fielen gemischt aus. Während manche begeistert waren („Europa schafft damit endlich ein Einsatzfeld für KI!“), waren andere skeptisch („Und noch ein EU-Gremium.“).

Neben der Entwicklung von ETIAS bestehen bereits weitere Pläne. Ein Algorithmus soll „risikobehaftete“ Visumsanträge melden, daneben sollen Tools entwickelt werden, die die Risikokategorien ermitteln. In einem 2020 veröffentlichten eu-LISA-Bericht wird bestätigt, dass die Agentur Forschung dazu betreibt, wie sie Künstliche Intelligenz in ihre IT-System integrieren könnte. Darin wird vorgeschlagen, dass eu-LISA das Speichern von Trainingsdaten verwaltet und die sich daraus ergebende Entwicklung von Strafverfolgungstools übernimmt – in Übereinstimmung mit dem erklärten Ziel der EU, die KI-Entwicklung nach Maßgabe der gemeinsamen europäischen Werte stattfinden zu lassen. 

Folge politischer Entwicklungen

Eu-LISA wurde vor zehn Jahren gegründet, als Verwaltungsinstanz für Eurodac (eine Datenbank, in der die Fingerabdrücke von Asylsuchenden gesammelt wurden) und das Schengener Informationssystem (mit dem Nicht-EU-Bürger*innen überwacht wurden, die als Straftäter bekannt oder verdächtig waren oder Einreiseverboten unterlagen). Seither wächst der Einfluss der Agentur: Sie hat neue Datenbanken eingeführt, in denen Reisende mit Visum und Reisende aus visumfreien Ländern verzeichnet sind. Gleichzeitig arbeitet sie an einem Überwachungssystem für die Ein- und Ausreise aller Nicht-EU-Bürger*innen. Niovi Vavoula, die an der Queen Mary University in London über Migration und Sicherheit doziert, meint, dass eu-LISA systematisch den Eindruck erwecke, dass weiterhin Sicherheitslücken bestünden, um immer neue Systeme einführen zu können.

Niovi Vavoula zufolge ist das Wachstum von eu-LISA nicht durch die Ein- und Ausreisepraxis, sondern rein politisch zu erklären. Die Ausweitung des Mandats von eu-LISA und steigende Ausgaben für privatwirtschaftliche Produkte und Dienstleistungen seien durch den seit 2015 stattfindenden Rechtsruck in der Migrationspolitik der EU zu erklären, der wiederum durch den Druck bedingt sei, mit ähnlichen Initiativen in den USA und Australien Schritt zu halten.

Die Industrie stellt sich vor

Bei der eu-LISA-Konferenz in Tallinn zeigte ein Unternehmen, das seine Riskoprüfungssoftware verkaufen wollte, einen Clip: Ein sorgenfreies junges Paar schlendert durch einen leeren Flughafen, bevor die Gesichter der beiden gescannt werden.  Ein eu-LISA-Vertreter sagte mir, dass er nicht wolle, dass sein Gesicht gescannt wird und seine Daten auf diese Art verwendet werden. Deshalb habe er in den letzten Jahren auch manche Dating-Apps nicht genutzt. Aber er würde bei eu-LISA einen Beitrag dazu leisten, dass die Grenzen für EU-Bürger*innen offen bleiben. Er könne allerdings nicht sagen, warum es ETIAS gibt, da die entsprechende Bestimmung bereits existiert habe, als er zu eu-LISA stieß.

Auf dieselbe Frage antwortete mir ein Entwickler – dessen Athener IT-Unternehmen zu den privatwirtschaftlichen Auftragnehmern von eu-LISA gehört: „Für die meisten hier geht es bei ETIAS nur ums Geld.“ Er erwarte, dass sein Unternehmen weiterhin mit Aufträgen versorgt werde: „Jetzt gerade ist ETIAS eine Lösung, so wie vor zehn Jahren eu-LISA eine Lösung war. In zehn Jahren wird ETIAS zu einem Problem geworden sein und es wird neue Lösungen geben. So läuft es auf dem Gebiet der Sicherheit eben.”

Frontex und seine fünf Prozent 

In Warschau stellt die von Frontex verwaltete Zentraleinheit von ETIAS aktuell Personal ein, um rund um die Uhr alle ETIAS-Anträge überprüfen zu können, die als „potenzielles Risiko“ eingestuft wurden. Frontex unterstützt eu-LISA ebenso dabei, den Meldealgorithmus weiterzuentwickeln. Die fünf Prozent der Anträge, von denen die Behörde erwartet, dass sie als Risiko aussortiert werden, werden automatisch für eine Einzelfallprüfung ausgewählt. 

Jorge Silva Rodrigues, der die ETIAS-Zentraleinheit als Projektverantwortlicher für Frontex aufbaut, erklärt mit einem hypothetischen Beispiel, wie der Algorithmus funktionieren würde: „Wäre ETIAS in der Hochphase der Corona-Pandemie eingesetzt worden, hätten wir in den Anträgen pandemiespezifische Fragen gestellt. Eine Person aus einem Land mit hoher Inzidenz wäre automatisch gemeldet worden.“

Niovi Vavoula ist von diesem Beispiel verblüfft. Sie hatte in der ETIAS-Zentraleinheit letztes Jahr mit Frontex-Angestellten einen Datenschutz-Workshop durchgeführt, da diese Angestellten bald sehr weitreichende Befugnisse haben werden. Dabei hatte sie den Beamten erklärt, dass sie Pandemiedaten nicht verwenden dürfen, um den Algorithmus zu trainieren. Die ETIAS-Bestimmung lasse lediglich die Erhebung „epidemischer Risiken“ zu, die von „pandemischen Risiken“ zu unterscheiden sind. Es sei irritierend, dass ein hochrangiger Beamter wie Rodrigues ein Beispiel gibt, das so keinesfalls anwendbar ist.

Um zu entscheiden, welche Charakteristika als Risikofaktoren eingestuft werden, wird Frontex auf Daten von EU-Mitgliedstaaten zurückgreifen – vor allem auf Daten des Grenzschutzes, d.h. die auf in der Vergangenheit von Grenzschutzbeamten getroffenen Entscheidungen, wann Menschen aus visumfreien Ländern ein Risiko darstellen.

Da die gegenwärtige Grenzschutzpraxis allerdings sehr kontrovers beurteilt wird, wäre es mehr als bedenklich, wenn damit ein Algorithmus trainiert werden soll. Grenzschutzbeamten verschiedener EU-Mitgliedsstaaten wird vorgeworfen, gegen Menschen aus visumfreien Ländern wie Albanien oder Serbien gewalttätig geworden zu sein. Im Frühjahr 2022 wurden polnische und ukrainische Beamte beschuldigt, vor dem Krieg in der Ukraine flüchtende Menschen afrikanischer, nahöstlicher und südasiatischer Herkunft an der Grenze aufgehalten und eingeschüchtert zu haben. Einige Mitgliedstaaten führen noch nicht einmal Buch über die Kriterien, auf deren Basis Menschen aus visumfreien Ländern abgewiesen werden. Für Niovi Vavoula ist das kein gutes Zeichen: “Ich befürchte, dass der Mangel an statistischen Daten dazu führen könnte, dass stattdessen anekdotische Auskünfte von Grenzschutzbeamten ein Bild von den Geschehnissen an der Grenze vermitteln sollen.“

Quelle: https://algorithmwatch.org/de/risiko-visumfreie-eu-einreise-schwieriger/


Reisen in Zukunft – Smart Borders

Mit dem „Smart-Borders-Programm“ der Europäischen Union (EU) soll der Außengrenzschutz effektiver gestaltet, modernisiert und digitalisiert werden. Das umfasst neue Prozesse vor Reiseantritt für visumbefreite Drittstaatsangehörige sowie Anpassungen bestehender Kontrollprozesse beim Grenzübertritt, was die Sicherheit für Bürgerinnen und Bürger der EU erhöht.

Hintergrund und Ziele

Steigende Zahlen von Migranten und Reisenden veranlassten die EU im Jahr 2016 den Außengrenzschutz zu reformieren und den Informationsaustausch zwischen den EU-Mitgliedstaaten zu verbessern.

Das entstandene „Smart-Borders-Programm“ wird in den EU-Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene umgesetzt

In Deutschland wurde hierfür die „Nationale Projektgruppe Smart Borders“ unter Leitung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat gebildet. Darin arbeitet die Bundespolizei gemeinsam mit dem Bundesverwaltungsamt, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, dem Bundeskriminalamt und dem Informationstechnikzentrum Bund an der Umsetzung der europäischen Vorgaben.

Neuerungen

Das Europäische Einreise- und Ausreisesystems (Entry-Exit System – EES) beinhaltet die Einführung biometrischer Identifizierungsmerkmale. Damit lässt sich erfolgreich der Identitätsmissbrauch vorbeugen. In persönlichen Dossiers werden biografische und biometrische Daten sowie Ein- und Ausreisedaten einer touristischen oder geschäftlichen Reise (Kurzaufenthalt) gespeichert. Durch das EES wird der Grenzkontrollstempel weitestgehend abgelöst.

Die teilautomatisierte Grenzkontrolle – die bereits an 14 großen Verkehrsflughäfen in Deutschland angeboten wird – ist ebenfalls Teil des Programms.

Mit dem Europäischen Reiseinformations- und Genehmigungssystem (European Travel Information and Authorisation System – ETIAS) werden visumbefreite Drittstaatsangehörige im Vorfeld einer touristischen oder geschäftlichen Reise (Kurzaufenthalt) verpflichtet, eine Genehmigung zu beantragen. Das ETIAS-System gleicht die Informationen der Reisenden automatisiert mit anderen europäischen Informationssystemen ab. Dadurch sollen unerlaubte Einreisen erheblich erschwert und terroristische und schwere Straftaten verhindert werden. Durch den „Vorab-Check“ einer Person vor der Einreise, wird das europäische Grenzmanagements verbessert und unterstützt.

Beide Systeme, EES und ETIAS, werden an allen Schengen-Außengrenzen eingeführt. Für Deutschland ist dies lediglich an den Luft- und Seegrenzen relevant.

Eine weitere Neuerung ist die EU-Interoperabili­tät. Die bestehenden und neuen europäischen Informationssysteme werden dabei miteinander vernetzt. Dies erleichtert die Überprüfung biometrischer Daten in unterschiedlichen Datenbanken und damit die Identitätsprüfung. Mehrfachidentitäten werden einfacher erkannt und der Identitätsbetrug effektiv bekämpft. Fachlich und technisch wird dies in den bestehenden Grenzkontroll- und Binnenfahndungsprozess integriert.

Durch Neuerungen im Visa-Informationssystem (VIS) werden die bestehenden Einträge von Drittstaatsangehörigen mit Kurzeitvisa um die Angaben zu Inhabern nationaler Aufenthaltstitel, sogenannter D-Visa, erweitert.

Welche Vorteile ergeben sich?

Mehr Sicherheit:

  • Bekämpfung von Identitätsbetrug und Missbrauch von Reisedokumenten
  • Reduzierung illegaler Migration
  • Bekämpfung von Terrorismus und schweren Straftaten
  • Sichere, prozessgesteuerte und digital unterstützte Ein- und Ausreise
  • Erleichterungen für Vielreisende
  • Wirksamere Personenkontrollen und Identitätsfeststellungen

Mehrwert für die grenzpolizeiliche Kontrolle

  • Stärkung der europäischen Vernetzung im Außengrenzschutz
  • Konsolidierung der Datenbanken von europäischen Sicherheitssystemen
  • Steigerung der digitalen Fähigkeiten im Grenzkontrollprozess
  • Verbesserte Identifizierung von Reisenden durch die Erfassung biometrischer Daten unter Einhaltung nationaler und europäischer datenschutzrechtlicher Vorgaben

as Einreise-/Ausreisesystem (EES) wird erhebliche Auswirkungen auf die Grenzkontrollen im Schengen-Raum haben. Laut eu-Lisa sind EES und ETIAS „die einflussreichsten elektronischen Reisesysteme, die weltweit eingesetzt werden.”

Aber was ist der Unterschied zwischen EES und ETIAS, und was bedeuten sie für Reisende?

Sowohl das EES als auch ETIAS werden zur Sicherheit der Schengener Grenzen beitragen. EES und ETIAS werden die Grenzkontrollsysteme modernisieren und die europäischen Reiseziele noch sicherer machen.

EES wird 2023 in Betrieb genommen. Das heißt vor ETIAS im November 2023. Lesen Sie weiter, um mehr über das Einreise-/Ausreisesystem zu erfahren, wie es sich von ETIAS unterscheidet und wie es sich auf zukünftige Reisen nach Europa auswirken wird.

WAS IST DAS EES?

Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) wird von der EU eingeführt. Das System wird die Einreise, die Ausreise und die verweigerte Einreise von Drittstaatsangehörigen registrieren, die über die Schengen-Außengrenzen nach Europa einreisen.

Das EES wird andere Grenzkontrollsysteme bei der Bewältigung des Zustroms und der Erfassung von Daten über Reisende in die und aus den Schengen-Ländern der EU unterstützen. Sie gilt für Bürger aus Nicht-EU-Ländern, die sich kurzzeitig in der EU aufhalten. Ein Kurzaufenthalt ist ein Aufenthalts von weniger als 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen.

Zusammen mit anderen europäischen Grenzregelungen wie dem ETIAS und dem Visa-Informationssystem (VIS) usw. wird das EES die Grenzkontrollverfahren verbessern und beschleunigen sowie eine bessere Aufdeckung gestohlener Identitäten ermöglichen und Staatsangehörige identifizieren, die ihre zulässige Aufenthaltsdauer überschreiten.

WAS SIND DIE ZIELE VON EUROPAS EES?

Das allgemeine Ziel des Einreise-/Ausreisesystems für Europa ist die Modernisierung der Grenzverwaltung. Die EES wird dies erreichen durch:

Smartere Grenzen – Automatisierung der Besucherkontrollen Zentralisierte Registrierung – Verkehr über die Schengen-Grenzen

Durch effizientere und besser kontrollierte Grenzübertritte wird das EES die Sicherheit erhöhen und dazu beitragen, schwere Straftaten zu verhindern. Es wird auch dazu beitragen, die Zahl der Aufenthaltsüberschreitungen im Schengen-Raum zu reduzieren.

WELCHE DATEN SAMMELT DAS EINREISE-/AUSREISESYSTEM?

Um ihre Sicherheitsziele zu erreichen, werden die folgenden Informationen von EES gesammelt:

  • Vollständige Namen
  • Reisepassnummer
  • 4 x Fingerabdrücke
  • Foto

Der Zugriff auf diese Daten wird auf Europol und die für die Grenz- und Visabehörden zuständigen Behörden beschränkt. Auch Ermittlungsbehörden werden in der Lage sein, Informationen über Grenzübertritte und Reiseverläufe abzurufen.

DAS EIN-/AUSREISESYSTEM UND BIOMETRISCHE TECHNOLOGIEN

Zur Erhöhung der Grenzsicherheit werden biometrische Technologien eingesetzt. Bei der ersten Kontrolle werden vier Fingerabdrücke abgenommen und mit bereits im EES oder VIS gespeicherten Daten abgeglichen.

Wenn der Reisende noch keine Akte hat, wird eine angelegt. Das Passfoto wird mit dem Live-Gesichtsbild abgeglichen. Wenn der Reisende das nächste Mal eine Grenze überschreitet, kann er dies mit seinem Gesicht tun.

Dies ist schneller und sicherer als das Abstempeln des Passes. Das Abstempeln der Pässe ist zeitaufwändig und fälschungsanfällig. Mit den neuen eGates und Selbstbedienungskiosken wird der Identitätsbetrug reduziert.

WIE UNTERSCHEIDET SICH EES VOM EUROPÄISCHEN ETIAS?

Das EES ist ein Programm zur Erfassung der Ein- und Ausreise aller Drittstaatsangehörigen nach Europa, das den derzeitigen Passstempel ersetzen soll. Es wird die Grenzkontrollen für die Grenzschutzbeamten erleichtern und die Einreise von Nicht-EU-Bürgern beschleunigen, die dann Zugang zu Selbstbedienungskiosken haben werden, ähnlich wie sie derzeit für EU-Bürger zur Verfügung stehen.

Der Visa Waiver ist eine Reisegenehmigung für Europa und wird vom Europäischen Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS ausgestellt. Er gilt nur für von der Visumpflicht befreite Drittstaatsangehörige, die nach Europa reisen. Es soll spätestens November 2023 vollständig implementiert werden.

ETIAS ähnelt dem US-amerikanischen ESTA und wird es Europa ermöglichen, effizienter zu kontrollieren, wer in die EU reist und um Einreise bittet. Es handelt sich um ein Visa Waiver System für Europa, das es den berechtigten Bürgern ermöglicht, durch Ausfüllen eines einfachen Online-Formulars die entsprechende Reisegenehmigung für Europa zu erhalten.

ETIAS UND EES SAMMELN ANDERE INFORMATIONEN

Ein weiterer Unterschied zwischen EES und dem ETIAS für Europa besteht in den Informationen, die im Rahmen der beiden Verfahren gesammelt werden.

Bei der Beantragung von ETIAS vor einer Reise nach Europa muss der Reisende ein Online-Antragsformular ausfüllen, in dem personenbezogene Daten, Kontaktinformationen, Passdaten und einige grundlegende Sicherheitsfragen abgefragt werden.

Andererseits erfasst das EES biometrische Daten, einschließlich des Gesichtsbildes und der Fingerabdrücke, jedes Reisenden bei der Ein- und Ausreise aus der Europäischen Union.

ETIAS VOR DER REISE, EES BEI EINREISE UND ABREISE

Und schließlich wird der ETIAS-Antrag, der vor der Reise gestellt wird, es der EU ermöglichen, Reisende vor ihrer Ankunft in Europa anhand verschiedener Sicherheitsdatenbanken wie der ETIAS-Watchlist, Europol und Interpol zu überprüfen, um mögliche Bedrohungen zu erkennen. ETIAS wird nur risikofreien Reisenden gewährt.

Im Gegensatz erfasst EES Informationen, sobald der Drittstaatsangehörige in die europäische Zone einreist oder aus ihr ausreist. EES bestätigt, dass ein Reisender mit einem Visum für einen kurzfristigen Aufenthalt (Einzel- oder Doppelvisum) die zulässige Anzahl von Einreisen noch nicht ausgeschöpft hat.

ETIAS UND EES WERDEN VOR DEM BOARDEN ABGEFRAGT

Eine Ähnlichkeit zwischen den beiden Systemen besteht darin, dass Beförderungsunternehmen sowohl das ETIAS als auch das EES abfragen, bevor sie einen Passagier an Bord lassen. Fluggesellschaften, Schifffahrtsunternehmen und Reisebusse dürfen Passagiere nur an Bord lassen, wenn sie über die Betreiber-Schnittstelle das OK zum Reisen erhalten haben.

Die Beförderungsunternehmen sind dafür verantwortlich, dass die von ihnen beförderten Passagiere über ein gültiges Visum oder eine Reisegenehmigung verfügen.

WANN WIRD DAS EU EIN-/AUSREISESYSTEM EINGEFÜHRT?

Das Einreise-/Ausreisesystem sollte im Mai 2023 in Betrieb genommen werden. Dieser Termin gilt jedoch nicht mehr als realisierbar. Derzeit wird ein aktualisierter Zeitplan erstellt, das Zieldatum für das EES bleibt vor Ende 2023.

Eine EES-ETIAS-Beratergruppe trifft regelmäßig zusammen, um die eu-LISA mit Fachwissen über die EES und das ETIAS zu versorgen. Die Gruppe setzt sich aus nationalen Projektleitern zusammen und wird von der eu-LISA geleitet.

DIE MITGLIEDSTAATEN INSTALLIEREN EES-TECHNOLOGIEN AN DEN GRENZEN

Die Mitgliedstaaten bereiten sich auf das neue System vor, indem sie die Grenzübergangsstellen aufrüsten.

Das Luft- und Raumfahrtunternehmen Thales wurde von der spanischen und der französischen Regierung ausgewählt, die EES-Software zu liefern. Dazu gehören Fingerabdruck-Scanner und Gesichtserkennungssysteme. Das Projekt wird aus dem EU-Fonds für die innere Sicherheit finanziert.

Auch andere EU-Länder arbeiten an der Einführung von Dokumentenprüfung und biometrischen Technologien an den Grenzübergängen.

Bis zur Einführung von EES werden die Pässe weiterhin manuell abgestempelt.


22.04.2019

Schengen-Überwachung: EU-Parlament gibt Start für biometrische Superdatenbank

Am 16. April 2019 beschloss das EU-Parlament eine Biometrie-Superdatenbank. Mithilfe des verabschiedeten Gesetzespakets können sich nun europäische Informationssysteme zur inneren Sicherheit verknüpfen und biometrische Daten untereinander abgeglichen werden.

Für mehr Sicherheit soll der neue Beschluss des EU-Parlaments sorgen
Für mehr Sicherheit soll der neue Beschluss des EU-Parlaments sorgen(© Grecaud Paul – stock.adobe.com)

Das Ziel: europaweite Sicherheit. Einen weiteren Schritt in Richtung einer verbesserten Schengen-Überwachung ist nun mit dem vom EU-Parlament beschlossenen Projekt des Ex-Bundesinnenministers Thomas de Maizière (CDU) und EU-Sicherheitskommissars Julian King gemacht worden.

Dabei wurden zwei Verordnungsentwürfe zur Interoperabilität verabschiedet. Einmal soll es eine Verzahnung sämtlichen EU-Datenbanken in den Bereichen Sicherheit, Grenzmanagement und Migrationssteuerung geben. Zudem ist der Ausbau der biometrischen Überwachung der Bevölkerung und Einreisender geplant.

Die verschiedenen Datenbanken werden über ein Suchportal untereinander verknüpft. Zunächst werden das Schengen-Informationssystem (SIS) mit rund 80 Millionen Einträgen, das Visa-Register (VIS) oder die Eurodac-Datei, in der vor allem Fingerabdrücke von Asylbewerbern miteinander verbunden. Außerdem wird das Portal, um das Ein- und Ausreisesystem zur biometrischen Grenzkontrolle (Smart Borders) sowie das Europäische Reisegenehmigungssystem (ETIAS) erweitert. Dadurch, dass alle EU-Informationssysteme auf einem Bildschirm gleichzeitig abfragen werden können, wird der Abgleich aller vorhanden Daten erleichtert. Anwendung findet das Portal beispielsweise bei der Ausweiskontrolle durch Polizisten und Grenzhüter, wodurch ihre Arbeit vereinfacht wird.

Als weitere Ergänzung der Datenbank ist ein „Speicher für Identitätsdaten“ vorgesehen. Dieserbeschränkt sich zunächst auf Angehörige von Drittstaaten. Zu den gepeicherten „Identitätsdaten“ zählen: Geburtsdatum, Passnummer, Fingerabdrücke oder digitale Gesichtsbilder. Des Weiteren ist ein gemeinsamer Dienst für den Abgleich biometrischer Daten geplant.

Mithilfe des Dienstes können Fingerabdrücken und Gesichtsbildern in allen bestehenden Informationssysteme abgefragt werden. In der Planung wurden auch potenzielle Sicherheitslücken wie Personen, die mehrere oder falsche Identitäten verwenden, mitbedacht. Ein sogenannter „Detektor für Mehrfachidentitäten“ soll diese Lücke beseitigen.

Resultat des Beschlusses ist eine Biometrie-Superdatenbank, vor der Datenschützer bereits gewarnt haben. Die letzte Hürde des von den EU-Gremien geschürten Pakets ist der Ministerrat. Diese gilt jedoch als Formsache.

Quelle: https://www.egovernment.de/eu-parlament-gibt-start-fuer-biometrische-superdatenbank-a-822515/


Kriminalität und Migration:Neue Macht für die obskurste Behörde der EU

21. November 2018

EU-Lisa ist die englische Abkürzung für „Europäische Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“. Ihre Aufgaben sind Betrieb und Sicherung von Datenbanken für Polizei und Einwanderungsbehörden. In diesem Monat hat die EU die Aufgaben von EU-Lisa und ihren 130 Mitarbeitern massiv erweitert. Die Behörde, die bisher nur Datenbank-Nerds interessierte, wird zum zentralen Element der Überwachung von Einwanderern, Einreisenden und allen, die die Polizei im Schengen-Raum sucht.

Hier laufen die Fäden eines „smarten“ Netzes zusammen, das Europas Grenzen überwachen soll. Ohne Schlagbäume, dafür mit Serverfarmen und einer Suchmaschine. Sie soll durch die immer weiter anschwellenden Datenschätze pflügen, die am Stadtrand in Straßburg unter der Erde liegen. Mit dem gestärkten Mandat und der Vernetzung ihrer Datenpools wird EU-Lisa vom IT-Dienstleister des europäischen Sicherheitsapparates zu einem seiner unverzichtbaren Player.

Die Datenbanken helfen, die Fragen zu beantworten, die Europa spalten: Wer kommt rein? Wer muss raus? Wer wird gesucht? Die Antworten liegen im Keller des Bunkers in einer mit Zugangscode gesicherten, hell erleuchteten Halle. Die Stimme von Stephan Brandes, dem deutschen Referatsleiter des Zentrums, kämpft gegen den Lärm der Klimaanlage. Die hält die Temperatur des Raumes immer zwischen 20 und 24 Grad, damit die Server nicht überhitzen. Sie sind das Herz von EU-Lisa und surren in den mannshohen Schränken vor sich hin, die hier im Rechenzentrum aufgereiht sind: „Wir haben da drüben das SIS. Eurodac ist da vorne rechts, in den weißen Schränken. Dahinter dann VIS und dahinter wiederum BMS. Und dahinten die Netzwerkverbindungen zur Außenwelt.“ Die Abkürzungen stehen für die verschiedenen Datenbanken; BMS ist die Technik, die Fingerabdrücke abgleicht.

Gefahndet wird nach Waffen, Personen, Autos

SIS ist das Schengener Informationssystem, in das Polizisten über gesicherte Leitungen einspeisen, nach welcher Person, Waffe oder welchen Autos sie fahnden. Ihre Kollegen in anderen Schengen-Staaten – 22 aus der EU, dazu Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein – können die Meldungen im System sehen. 76 Millionen Alarmmeldungen sind in den blinkenden Plastik-Boxen im Inneren der Schränke gespeichert.

Ein paar Meter weiter stehen die Schränke von Eurodac. In dem System werden Flüchtlinge und Migranten erfasst, wenn sie einreisen. Die Eurodac-Fingerabdruckscanner stehen in „Hot Spots“ für Flüchtlinge auf griechischen Inseln ebenso wie in deutschen Flüchtlingsbehörden. Wer schon einmal in einem anderen EU-Land erfasst wurde, soll dorthin abgeschoben werden. Wie die anderen Systeme muss auch VIS, das System für Visa-Anträge, immer online sein, erklärt Zampaglione. Wenn es nicht funktioniert, „stauen sich die Menschen an den Grenzen“. Falls der Strom ausfällt, stehen im Gebäude neben dem Rechenzentrum zwei Dieselgeneratoren.

Das Back-up liegt in einem Tunnel bei Salzburg

„Dieses Gelände ist ja vielleicht sogar ein bisschen versteckt“, sagt Brandes. Straßburg ist einer von drei Standorten von EU-Lisa. Die Hauptverwaltung sitzt im estnischen Tallinn, in einem Berg bei Salzburg liegen alle Daten noch einmal als Back-up, militärisch gesichert. Sollten die Server in Straßburg ausfallen, tritt der Notfallplan in Kraft, erklärt Brandes: „Wir können alle in einen Zug oder einen Helikopter springen und alle Operationen nach Österreich verlegen.“

Was Datenschützern und Überwachungsgegnern wichtig ist: Alle Datenbanken der Sicherheitsbehörden sind voneinander getrennt. Sie zusammenzuschließen, würde der Polizei zu viel Informationsmacht verleihen. In Brandes‘ Datentresor kann man diese Trennung mit eigenen Augen sehen. Schränke von Eurodac, VIS und SIS stehen in verschiedenen Ecken des Raumes. Zampaglione sagt: „Es existieren null Verbindungen zwischen den zentralen Systemen.“ Er formt eine Null mit Daumen und Zeigefinger. „Zero.“ Aber das wird nicht so bleiben.

Kriminalität und Migration: So stellt sich die EU die Verknüpfung der Datenbanken vor.
So stellt sich die EU die Verknüpfung der Datenbanken vor. (Foto: Statewatch.org)

Denn die Verbindung wird kommen. Die Daten sollen kurzgeschlossen werden, indem sie mit einer gemeinsamen Suchmaske durchsuchbar gemacht werden. Das verbirgt sich hinter dem sperrigen Schlagwort „Interoperabilität“, die Kommission, Rat und Europaparlament derzeit final aushandeln. Das Ziel ist eine Art Super-Google für den Sicherheitsapparat. Über ein einziges Portal sollen befugte Beamte nicht nur die drei Datenbanken abfragen können, die derzeit in Straßburg betrieben werden.

Hinzukommen sollen ein Register für Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern (Entry-Exit-System); eines für Personen, die ohne Visum einreisen dürfen (Etias, analog zum US-amerikanischen Esta); und eines, in dem steht, wer zu welchen Strafen verurteilt worden ist. „Bis jetzt war es für Strafverfolger schwierig, alle Punkte zu verbinden“, sagt eine Sprecherin der Kommission. Bald könnten die verschiedenen Systeme „miteinander reden“. Es soll nie wieder zu einem Versagen wie im Fall von Anis Amri kommen. Vor seinem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz war er bei einer Eurodac-Anfrage der deutschen Polizei nicht aufgetaucht, obwohl er in Italien ins System hätte eingespeist werden sollen.

Die Barriere zwischen Datenbanken wird aufgeweicht

Die geplante Suche wird ein mächtiges Werkzeug für Polizisten, aber sie kratzt auch an der Barriere, die die Datengier der Staaten bislang in Schach hielt: Die Trennung von Datenbanken, insbesondere jener für Migrationskontrolle einerseits (Eurodac und VIS) und Strafverfolgung andererseits (SIS und Strafregister). Bislang gilt: Für jede Datenbank gibt es eigene Regeln. Die Polizei soll nicht unkontrolliert Informationen über jeden Asylbewerber abgreifen können.

Die neue Suchfunktion wird sich für solche Grenzen nur noch am Rande interessieren. Gibt ein Polizist etwas in die Suche ein, soll er künftig Treffer aus allen Systemen erhalten.

Für den Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko (Linke) ist das ein Dammbruch: „Aus bürger- und datenschutzrechtlicher Perspektive ist das Vorhaben brachial. Fingerabdrücke und Gesichtsbilder würden mit Personendaten in einer einzigen Datei gespeichert, diese wären dann durchsuchbar.“

Die Sprecherin der Kommission widerspricht: „Die Datenbanken werden immer noch getrennt voneinander sein.“ Auch Referatsleiter Stephan Brandes sagt: „Es gibt Leute, die glauben, dass wir alle Daten aus allen Richtungen in einen großen Big-Brother-Datentopf werfen. Aber das bedeutet ‚Interoperabilität‘ gar nicht.“ Es gehe lediglich um eine Suchfunktion. Allerdings steht im Vorschlag der Kommission relativ deutlich, ein „gemeinsamer Container für Identitäts- und Biometrie-Daten von Drittstaats-Angehörigen“ sei einzurichten.

Was macht die Polizei mit ihrem neuen Werkzeug? Raphael Bossong von der Stiftung Wissenschaft und Politik ist einer der wenigen Wissenschaftler, die sich mit der komplizierten Materie beschäftigt haben. Der Politikwissenschaftler sagt: Unklar bleibe, „ob die Verhältnismäßigkeit stimmt und wie der rechtlich schwammige Begriff von ’schweren Verbrechen‘ dann konkret ausgelegt wird“. Denn nur für die Aufklärung solcher Verbrechen ist die Suchfunktion eigentlich vorgesehen.

Das Meijers-Komitee, ein europäisches Expertengremium für Immigration und Kriminalitätattestierte dem Plan im Februar Mängel. Es sei unklar, wie mutmaßlich Kriminelle und Unschuldige in diesem System voneinander getrennt werden sollen. Nur damit EU-Bürger sich sicherer fühlten, würden Drittstaatler besonders stark durchleuchtet – selbst wenn es keine Anzeichen dafür gebe, dass sie kriminell sind. Der Abgeordnete Hunko sagt: „Mich besorgt die Macht, die EU-Lisa als Hüterin des neuen zentralen ‚Datentopfes‘ erhält.“ Vor einer Woche hat der Europäische Rat EU-Lisa das Mandat zur Umsetzung der Interoperabilität erteilt. Das unsichtbare Netz über Europa ist wieder etwas dichter geworden.

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/digital/fluechtlinge-eurodac-eu-datenbanken-migration-ueberwachung-kriminalitaet-1.4219070-2

Bundestag: Antrag der Linksfraktion zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern abgelehnt

Die Linksfraktion ist mit ihrer Forderung gescheitert, eine Stellungnahme des Bundestages gegenüber der Bundesregierung zur geplante EU-Verordnung zur Festlegung von Vorschriften für die Prävention und Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu erwirken.

Super das man die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Inneres und Heimat angenommen hat.

Gegen einen entsprechenden Antrag (20/2336) stimmten am Donnerstag, 19. Januar 2023, alle übrigen Fraktionen des Hauses. Der Ausschuss für Inneres und Heimat hatte eine Beschlussvorlage (20/4963) zur Abstimmung vorgelegt. Gemäß Artikel 23 Absatz 3 des Grundgesetzes gibt die Bundesregierung dem Bundestag Gelegenheit zur Stellungnahme vor ihrer Mitwirkung an Rechtsetzungsakten der Europäischen Union. Kommt eine entsprechende Stellungnahme zustande berücksichtigt die Bundesregierung diese bei den Verhandlungen. 

Antrag der Linksfraktion

Die Linksfraktion forderte die Bundesregierung auf, sich in den Verhandlungen auf EU-Ebene und in bilateralen Gesprächen mit anderen Mitgliedsstaaten gegen die geplante EU-Verordnung zur Festlegung von Vorschriften für die Prävention und Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern einzusetzen. Die Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern solle mit Maßnahmen verfolgt werden, die effektiv seien und keinen Verstoß gegen die Europäische Grundrechtecharta darstellten, hieß es in dem Antrag der Abgeordneten. Dies betreffe Methoden wie Chatkontrolle, Netzsperren, Upload-Filter oder Altersverifizierungen für Messenger.

Darüber hinaus solle sich die Bundesregierung für ein „klares Verbot aller Varianten von Client-Side-Scanning“, also die Durchsuchung und eventuell Ausleitung von Kommunikation auf Endgeräten von Nutzern, einsetzen, sofern diese nicht anlassbezogen seien oder ohne aktive Einwilligung Betroffener geschehen. (lbr/hau/19.01.2023)

Quelle: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2023/kw03-de-praevention-kindesmissbrauch-927034

Chatkontrolle: Termine 2023

Die Europäische Kommission hat 2020 ein Gesetz auf den Weg gebracht, das es erlaubt, alle privaten Chats, Nachrichten und E-Mails verdachtslos und flächendeckend auf verbotene Darstellungen Minderjähriger und Anbahnungsversuche (Kontaktaufnahme zu Minderjährigen) zu durchsuchen. 

Das heißt: Facebook Messenger, Gmail & Co dürfen jede Kommunikation auf verdächtiges Text- und Bildmaterial scannen. Und zwar vollautomatisiert, durch den Einsatz von sog. ‘Künstlicher Intelligenz’ – ohne, dass ein Verdacht vorliegen muss. 

8. Mai, 22. Juni, 5. Juli, 20. Juli, 6. September, 22. September, 5. Oktober, 19. Oktober, 3. November, 24. November 2022: Der Gesetzesentwurf wurde in der Ratsgruppe “Strafverfolgung” diskutiert.

28. September 2022: Ratsworkshop zu Durchsuchungstechnologien

10. Oktober 2022: Der Vorschlag wurde präsentiert und diskutiert im führenden Ausschuss (LIBE) – Videoaufzeichnung

16. November 2022: Ratstreffen (Altersverifikation und Verschlüsselung)

30. November 2022: Erstes treffen der Schattenberichterstatter des Europäischen Parlaments

8. – 9. Dezember 2022: Tagung des des Rates „Justiz und Inneres“ in Brüssel

14. Dezember 2022: Treffen der Schattenberichterstatter: Anhörungen

10. Januar 2023: Treffen der Schattenberichterstatter: Anhörungen

24. Januar 2023: Treffen der Schattenberichterstatter: Anhörungen

Ungebildete Gegner der EU-Chatkontrolle: Ihr habt doch auch von Kivi und E-Evidence gehört oder?! Digitale Freiheit ist eine Illusion!

Ungebildete Gegner der EU-Chatkontrolle: Ihr kennt doch auch Kivi und E-Evidence oder?! Est ist erstaunlich was es alles gibt und wie KI (Künstliche Intelligenz) in der Strafverfolgung immer mehr Fuß fasst undder Austausch von Beweismitteln Landesweit ausgebaut wird.

Von Kivi hab ich anfangs auch nicht viel gehört. Landesmedienanstalten setzen KI ein hieß es immer und hab die Nachrichten weiter überflogen. Denn Landesmedienanstalten das sind doch die, die sich vorwiegen mit Ferngesehen und TV beschäftigen, aber weit gefehlt.

Warum Protest gegen die EU-Chatkontrolle? Wo ihr doch schon jetzt alle bereit seit euch von einer KI überwachen zulassen und das eure Daten Landesweit abgefragt und weiter gegen werden dürfen.

Warum so fixiert auf die EU-Chatkontrolle und Sie Negativ machen? Denkt ihr wirklich es braucht euch für Digitale-Bildung: das ihr mir (Autist, Förderschulabschluss, WfBM) und andere was beibringen könnt. Ich halte euch Gegner der EU-Chatkontrolle für ziemlich Digital-Ungebildet. Ihr startet ein Aufschrei gegen die Chatkontrolle aber gegen Kivi und E-Evidence höre ich von euch nichts. Das ist lug und Betrug an der Zivilgesellschaft, in und außerhalb der EU.

Diese müsst ihr ja für ziemlich dumm halten, es gibt so viel mehr als die EU-Chatkontrolle – irgendwelche KIs suchen schon heute bzw. jetzt nach Strafbaren Inhalten und Nutzerdaten fließen zwischen Strafverfolgungsbehörden schon jetzt über Ländergrenzen hinweg. Was ihr nicht wollt gib es in irgendeiner anderen Form schon – Diese überwachte digitalen Welt ist jetzt schon da und kommt nicht erst morgen, übermorgen oder in 3 Jahren mit der EU-Chatkontrolle. Auch ihr Akzeptiert diese überwachte digitalen Welt mit KIs und Weitergabe eurer Daten, sonst würde ihr kein Internet nutzen. Sie ist allgegenwärtig und da!

Schlusswort

Sei der Wiederstand noch so groß. KI wird sich schlussendlich immer mehr in der Strafverfolgung etablieren (direkt und indirekt), offline und online. Das ist super. Ich freue mich auf diese interessante und spannende Zukunft der KI-Strafverfolgung, in der Analogen und Digitalen Welt. Digitale Freiheit ist eine Illusion!

KI findet tausende rechtswidrige und jugendgefährdende Inhalte im Internet

Die Landesmedienanstalten suchen mit neuer Software nach Rechtsverstößen im Internet – und finden derzeit mehr potenziell Illegales, als sie bearbeiten können.

Innerhalb eines Jahres hat KIVI 20.685 Funde gemeldet, von denen 14.907 geprüft wurden. In 6766 Fällen stellten die Medienwächter einen Verstoß gegen deutsche Gesetze fest. Davon betrafen 692 Verstöße den politischen Extremismus und 67 Delikte den Bereich Gewalt und Menschenwürdeverstöße. Pro Monat resultiere das in zirka 30 Strafanzeigen, die sich meist auf mehrere Verstöße beziehen.

Es gehört zu den Aufgaben der 14 Landesmedienanstalten in Deutschland, Rechtsverstöße in Medien zu bekämpfen. Bis vor wenigen Jahren waren sie fast ausschließlich mit TV- und Radio-Inhalten beschäftigt. Mittlerweile weiten sie ihre Kontrollfunktion auf das Internet aus.

Tobias Schmid, Direktor der nordrhein-westfälischen Landesanstalt für Medien, treibt diese Bemühungen der Medienwächter am aktivsten voran. Er hat YouTube- und Instagram-Influencern blaue Briefe geschickt, wenn sie in ihren Videos Schleichwerbung machten. Schmid war es auch, der gegen das Pornoportal xHamster Netzsperren angeordnet hat, weil es den Jugendschutz nicht mit einem zertifizierten Verfahren sicherstellt.

Bereits 2017 hat die Landesmedienanstalt NRW ihre Initiative „Verfolgen statt nur löschen“ in die Welt gesetzt. Das Projekt hat zum Ziel, dass Inhalte wie Beleidigungen und Verleumdungen von den Betreibern sozialer Netzwerke nicht nur gelöscht oder gesperrt werden, sondern dass auch die Täter strafrechtlich verfolgt werden.

Die Anfänge waren allerdings bescheiden. „Die Idee, mit sieben studentischen Hilfskräften Inhalte im Internet zu regulieren, hat etwas Sozialromantisches“, sagt Schmid heute. Gleichwohl schlossen sich immer mehr Landesbehörden der Initiative an. Im Frühjahr 2020 beschlossen sie, ein System zu entwickeln, das automatisch auf die Suche nach illegalen Inhalten geht.

Tobias Schmid, der Direktor der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt, hat sich die Rechtsdurchsetzung im Netz auf die Fahnen geschrieben., Bild: Landesmedienanstalt NRW
Tobias Schmid, der Direktor der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt, hat sich die Rechtsdurchsetzung im Netz auf die Fahnen geschrieben.(Bild: Landesmedienanstalt NRW)

Die Idee, künstliche Intelligenz einzusetzen, lag nahe. Das neue Werkzeug hat den Namen KIVI erhalten, wobei das „VI“ für das lateinische Wort vigilare steht, also für „überwachen“. Um das System zusammenzustellen, kombinierte der beauftragte Dienstleister Condat eine Reihe verschiedener Systeme. Für die Bilderkennung kamen zum Beispiel die neuronalen Netze VGG19 und Inception V4 zum Einsatz, die mit eigenen Daten auf ihre neuen Aufgaben trainiert wurden. Texte analysiert das System ebenfalls mit einem neuronalen Netz (DenseNN) sowie mit dem einfacheren Naive-Bayes-Verfahren. Konkret sucht KIVI unter anderem nach Gewaltdarstellungen, Volksverhetzung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen.

Für das Training kommen sowohl Positiv- als auch Negativbeispiele zum Einsatz. Als allgemeines Negativmaterial hat Condat zum Beispiel Daten aus Googles Open-Images-Datensatz an das System verfüttert. Die KI werde laut Landesmedienanstalt auch durch tägliches Feedback, ob sich ein gefundener Verdacht bestätigt hat oder nicht, weitertrainiert.

Im Bereich Pornografie verzichtet Condat auf eine eigene Erkennung und bindet stattdessen den Amazon-Dienst Rekognition ein, der nach Angaben der Medienwächter im Praxisbetrieb eine Erkennungsgenauigkeit von 90 Prozent erreicht. Im Bereich der Verstöße gegen die Menschenwürde und des politischen Extremismus gibt die Landesanstalt eine Erkennungsrate von knapp 40 Prozent an.

Letztlich arbeite KIVI nicht autonom, sondern diene nur der Arbeitserleichterung, betonte die federführende Landesmedienanstalt NRW zur Vorstellung der ersten Ergebnisse des Projekts im April 2022. Die Entscheidung, ob ein potenzieller Rechtsverstoß an Strafermittlungsbehörden gemeldet wird, treffe immer ein Mensch.

Die Software soll aber einen Großteil der Routinearbeit übernehmen. Sie verschlagwortet jeden Treffer automatisch und überführt ihn in ein Ticketing-System. Die Software sucht auch nach Hinweisen auf den Wohnort des jeweiligen Urhebers, um die Inhalte den zuständigen Landesbehörden zuzuteilen. Wo dies nicht möglich ist, landen die Inhalte in einem gemeinsamen Pool. Auf einem übersichtlichen Team-Dashboard ist jederzeit der aktuelle Bearbeitungsstatus der eingelesenen Inhalte einsehbar und erlaubt den direkten Absprung in die zu prüfenden Quellen.

Studentische Hilfskräfte sortieren die Treffer weiter vor. Erst nachdem Juristen die Inhalte überprüft haben, werden schließlich weitere Schritte gegen potenzielle Straftäterinnen oder Straftäter ergriffen.

KIVI soll die Arbeit nicht nur effektiver machen, sondern auch stressfreier. Statt Mitarbeiter ständig unvermittelt mit Inhalten wie Erschießungsvideos oder harter Pornografie zu konfrontieren, zeigt die Weboberfläche von KIVI Screenshots zuerst nur verschwommen an. Auf diese Weise können sich die Sachbearbeiter auf die Inhalte einstellen.

Im Jahr 2020 half noch keine KI bei der Suche nach Verstößen. KIVI soll die Arbeit der Medienwächter deutlich effektiver machen., Bild: Landesmedienanstalt NRW
Im Jahr 2020 half noch keine KI bei der Suche nach Verstößen. KIVI soll die Arbeit der Medienwächter deutlich effektiver machen.(Bild: Landesmedienanstalt NRW)

Laut der FAQ auf der Homepage der nordrhein-westfälischen Medienaufsicht durchsucht KIVI die verschiedensten Plattformen, von Twitter und YouTube bis zu Telegram und der russischen Plattform VK. Es könne „täglich mehr als 10.000 Seiten automatisch durchsuchen“. Die Medienwächter arbeiten auch daran, weitere relevante Plattformen in KIVI zu integrieren, etwa Reddit. Facebook und Instagram kann der KI-Medienwächter derzeit ebenfalls noch nicht scannen.

Innerhalb eines Jahres hat KIVI 20.685 Funde gemeldet, von denen 14.907 geprüft wurden. In 6766 Fällen stellten die Medienwächter einen Verstoß gegen deutsche Gesetze fest. Davon betrafen 692 Verstöße den politischen Extremismus und 67 Delikte den Bereich Gewalt und Menschenwürdeverstöße. Pro Monat resultiere das in zirka 30 Strafanzeigen, die sich meist auf mehrere Verstöße beziehen. Das entspreche einer Verdoppelung im Vergleich zu der Zeit vor dem Einsatz von KIVI. Wo die Polizei nichts erreicht, leiten die Medienwächter die Löschung der Inhalte ein.

Der Flaschenhals ist aber nach wie vor die menschliche Arbeit. KIVI wird täglich nur für wenige Stunden aktiviert, weil die Anstalten sonst die Flut an möglichen Verstößen nicht bewältigen könnten. Diese Zahl wollen die Medienwächter noch deutlich nach oben schrauben. So sind nun alle Medienanstalten Deutschlands an das System angeschlossen, sodass sich Mehrfachprüfungen vermeiden lassen und sich einzelne Behörden auf bestimmte Einsatzbereiche spezialisieren können.

Zudem hoffen die Medienwächter darauf, dass sich KIVI über die deutschen Grenzen hinaus verbreitet und so noch mehr Beschwerden bearbeitet werden können. Anfragen aus Frankreich, Spanien, Österreich, Belgien und Luxemburg lägen bereits vor, erklärte Schmid Anfang April.

Quelle: https://www.heise.de/news/KI-sucht-rechtswidrige-und-jugendgefaehrdende-Inhalte-im-Internet-7072959.html


Europarat: Abkommen ermöglicht grenzübergreifende digitale Beweissicherung

Provider im Gebiet des Europarats und darüber hinaus müssen künftig direkt mit Strafverfolgern aus bis zu 66 Ländern kooperieren, um digitale Spuren zu sichern.

Erstmals gibt es ein internationales Abkommen für den grenzübergreifenden Zugriff von Strafverfolgern auf Providerdaten. 22 Staaten haben am Donnerstag in Straßburg das dafür seit 2017 ausgehandelte Zweite Zusatzprotokoll zur Cybercrime-Konvention des Europarats unterzeichnet. Deutschland gehört nicht dazu und will erst später unterzeichnen.

Das Zusatzprotokoll bringe die 2001 zur Zeichnung aufgelegte Cybercrime-Konvention auf den Stand der neuesten technologischen Herausforderungen, sagte Marija Pejčinović Burić, Generalsekretärin des 46-Mitglieder starken internationalen Staatenbundes. Zu den Unterzeichnerstaaten der Cybercrime-Konvention gehören bereits 66 Staaten in aller Welt, sie alle können auch das Zusatzprotokoll unterzeichnen.

Die Cybercrime-Konvention war das erste internationale Abkommen, das internationale Standards für die Kriminalisierung von Computerstraftaten wie Datendiebstahl oder Kinderpornographie im Netz setzte. Umstritten war zur Zeit der Verabschiedung der „Hackerparagraph“, der den Unterzeichnerstaaten auferlegte, das „Eindringen in Computersysteme“ unter Strafe zu stellen.

Auch mit dem zweiten Zusatzprotokoll betritt die Cybercrime-Konvention Neuland. Erstmals verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten gemäß Artikel 7, die gesetzlichen Voraussetzungen für direkte Zugriffe von Strafverfolgungsbehörden auf die Bestandsdaten bei Providern zu schaffen. Zu Bestandsdaten gehören laut dem „Erläuternden Bericht“ grob alles, was nicht Verkehrsdaten oder Inhaltsdaten sind, es bleiben also die Art des genutzten Dienstes, die Identität, Postadresse oder Standort, Telefon- oder andere Zugangsnummer, Zahlungsinformation und mehr, sowie Informationen zu bestimmten Zeiten genutzter IP-Adressen.

Die Informationen seien für den Start von Ermittlung auch gegen Bürger im eigenen Land unverzichtbar, die ausländische Diensteanbieter nutzten. Ohne Umweg über die jeweils lokalen Behörden könnte der Zugriff auf ermittlungsrelevante Daten von durchschnittlich 9 Monaten auf 6 Wochen reduziert werden, hofft Alexander Seger, Exekutivsekretär des Vertragsbüros der Cybercrime-Konvention und Chef des Bereichs Cybercrime beim Europarat.

US-Provider bieten anders als etwa EU-Dienstleister bereits heute an, freiwillig mit Strafverfolgern zusammenzuarbeiten. Die Freiwilligkeit begünstige erhebliche Unterschiede bei der Beantwortung und eine gewisse Willkür der Provider. Was heute noch beantwortet würde, bekäme morgen vielleicht keine Reaktion mehr, beschreibt Seger die Sorge.

Wie nach dem neuen Zusatzprotokoll die Provider verpflichtet werden sollen, die Anfragen zu beantworten, muss die praktische Umsetzung noch zeigen. Grundsätzlich müssen angefragte Unternehmen, die eine Auskunft verweigern, ihre Gründe darlegen. Die anfragende Behörde kann die Angelegenheit dann zu den Partnerbehörden des jeweiligen Landes eskalieren, um den Zugriff dann gemäß Artikel 8 des Protokolls zu erzwingen. Ist das verfolgte Delikt im Zielland nicht strafbar, könnte von dort ein Nein kommen.

Die USA, von wo aktuell das Gros der freiwilligen Providerauskünfte kommt, haben in den Verhandlungen auf die Aufnahme einer Klausel gedrängt, Bestandsdaten immer zuerst bei den Providern abzufragen. Das Kalkül dafür war laut Seger, den Kanal für die Auskünfte zu Inhaltsdaten und Verkehrsdaten nach Artikel 8, beziehungsweise Eilverfahren (Artikel 9) oder die Notfallzusammenarbeit (Artikel 9) nicht zu blockieren.

Spät noch ins Protokoll aufgenommen haben die 66 Verhandlungspartner der Konvention eine Bestimmung zum direkten Zugriff auf Domaininhaberdaten. Seitdem die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) die über Jahrzehnte veröffentlichten Kontaktdaten zu Domaininhabern wegen der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) depublizierte, gibt es Streit um den Zugriff durch die Strafverfolger.

Artikel 6 des Zusatzprotokolls regelt das Zugriffsrecht nun zumindest für die Vertragsparteien des Europarats. Registrare und Registries – auch Länderregistries – sollen auf Basis der Regelung die Kontaktdaten von Domaininhabern an ausländische Strafverfolger herausgeben. Weisen sie die Anfragen zurück, soll zu einer dafür vorgesehenen nationalen Stelle eskaliert werden.

Die Diskussionen über Datenschutzfragen hätten bei der Abfassung des zweiten Protokolls die meiste Zeit eingenommen, versicherte Seger im Pressegespräch. Ein ganzer Abschnitt ist dem Datenschutz gewidmet. Die Bürgerrechtsorganisation European Digital Rights (EDRi) mahnte trotzdem, dass beispielsweise die Regeln über die Weiterverwendung der Daten zu vage seien.

Im „Erklärenden Bericht“ steht etwa, dass auch die Weitergabe im Rahmen internationaler Kooperation im Bereich der Strafverfolgung, die Nutzung für Berichte von Regierungs- und Aufsichtsbehörden, aber auch die Weitergabe an Privatkläger oder die Medien „nicht inkompatibel“ mit dem Protokoll sei.

EDRi forderte daher, das neue Protokoll dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen, um zu überprüfen, ob es mit den Grundrechten der EU harmoniere. US-Datenschutzvorkehrungen waren vor dem höchsten US-Gericht immerhin mehrfach durchgefallen.

Deutschland gehört nicht zu den Erstunterzeichnerstaaten, wie das Bundesjustizministerium bestätigte. Grund dafür ist vor allem, dass die deutsche Sprachfassung noch nicht vorgelegen habe. Zur Unterzeichnung sind die Staaten zugleich verpflichtet, weil der Inhalt des Protokolls die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Strafsachen betrifft. Die fällt in die EU-Kompetenz, und der Rat hat die Unterzeichnung am 5. April beschlossen. Der Ratsbeschluss enthält allerdings laut dem BMJ auch gewisse Absicherungen. Die EU-Staaten werden demnach von den Möglichkeiten zur Notifizierung der direkten Provideranfragen Gebrauch machen.

Quelle: https://www.heise.de/news/Europarat-Abkommen-ermoeglicht-grenzuebergreifende-digitale-Beweissicherung-7091186.html

Premiere in Hamburg: Erste digitale S-Bahn gestartet/Für die neue Bundesregierung bedeutet das fördern, fördern – ausbauen, ausbauen.

Die Deutsche Bahn und der Technologiekonzern Siemens haben am Montag eine Weltpremiere gefeiert: Erstmals startete in Hamburg eine vollautomatisch fahrende, digital gesteuerte S-Bahn.

Nach Worten von Siemens-Chef Roland Busch handelt es sich um eine „Blaupause für die Digitalisierung der Schiene in Deutschland, Europa und der ganzen Welt“. Autonome Bahnen gebe es zwar schon länger. Neu sei das offene System, das mit jeder Bahn kompatibel sei, die die technischen Standards beherrsche.

Strecke liegt zwischen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle

Auf einer dafür ausgerüsteten Strecke zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle können S-Bahnen digital gesteuert durch die Stadt pendeln. Anfahren, Beschleunigen, Bremsen und Halten erledigen die eigens für den automatischen Betrieb umgebauten Züge von selbst.

Bahn will Infrastruktur ins digitale Zeitalter bringen

Bahnchef Richard Lutz (r.) macht zur Premierenfahrt ein Selfie vor dem Zug.

Das Projekt ist Teil des Vorhabens „Digitale Schiene Deutschland“, mit dem die Bahn ihre Infrastruktur bis zum kommenden Jahrzehnt generell ins digitale Zeitalter bringen will. Ein hochautomatisierter S-Bahn-Betrieb erlaube nach Darstellung der Bahn einen deutlich engeren Fahrzeugtakt auf der Schiene und helfe zudem, Energieverbrauch und Betriebskosten zu senken.

Schrittweise Ausdehnung auf das gesamte S-Bahnnetz

Das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ wird mit etwa 60 Millionen Euro zu gleichen Teilen von Hamburg, der Deutschen Bahn und Siemens finanziert. Bahnchef Richard Lutz kündigte an, dass die Technologie in Zukunft schrittweise auf das gesamte S-Bahn-Netz der Hansestadt ausgedehnt werden soll. Deutschlandweit könnte bis in die 2030er-Jahre ein Großteil der Züge und Strecken im Nah- und Fernverkehr so aufgerüstet werden.

Noch bis Freitag will sich Hamburg auf dem ITS-Weltkongress als weltweites Schaufenster für intelligente Verkehrssysteme präsentieren.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Premiere-in-Hamburg-Erste-digitale-S-Bahn-gestartet,sbahn746.html


Siemens und Deutsche Bahn setzen ersten automatisierten Zug ein

In Hamburg werden nun vier automatisierte S-Bahn-Züge eingesetzt. Ab Dezember sollen sie in Vollbetrieb gehen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (l.), DB-Chef Richard Lutz und Siemens-Chef Roland Busch auf der Premierenfahrt. Wie die Lokführerin heißt, teilte die DB dazu nicht mit. 
(Bild: DB)

Die Deutsche Bahn (DB) und Siemens haben den weltweit ersten Zug entwickelt, der im regulären Eisenbahnverkehr von allein fährt. Er wurde am heutigen Montag in Hamburg anlässlich des dort stattfindenden Weltkongresses für Intelligent Transport Systems (ITS World Congress) präsentiert. Während des Kongresses fahren vier digitale S-Bahnen automatisch auf dem 23 Kilometer langen Streckenabschnitt der S-Bahn-Linie 21 zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle. Dort fanden bereits vor einem Jahr erste Testfahrten statt.

11.10.2021, Hamburg: Die S-Bahn S21 fährt zur Premierenfahrt der digitalen, automatisch fahrenden S-Bahn Hamburg in den Bahnhof Dammtor ein. Die Premierenfahrt fand im Rahmen der Eröffnung des ITS-Weltkongress für Mobilität und Logistik statt.
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Die Deutsche Bahn fängt an damit meinen hohen Ansprüchen der Digitalisierung gerecht zu werden. Für die neue Bundesregierung bedeutet das fördern, fördern-ausbauen, ausbauen.

Sieht der Zug Schnieke aus! Die rühren ja ordentlich die Werbetrommel – Sehr gut, so gehört sich das auch. Ich bin sehr zufrieden mit der Präsentation, das machen die schon richtig. Siemens und Deutsche Bahn sollen mal ordentlich auf den Putz hauen und auf sich aufmerksam machen. Das muss auch beim letzten Hinterwäldler (Einsiedler), in Gesellschaft und Politik ankommen.

Wenn ich als Bahnkunde eine Fahrkarte kaufe erwarte ich sowas, dass das Geld in solche Projekte investiert wird. Für Autonome Züge wäre ich sogar bereit mehr zu zahlen.

Christian Dauck

Der Zug wird mittels digitaler Technik über Funk gesteuert. Im Führerstand sitzt aber weiterhin ein Mensch und überwacht die Fahrt. Rangiert wird ohne Personal. Technische Basis ist der künftige europäische Standard ATO (Automatic Train Operation) kombiniert mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System).

Ab kommenden Dezember sollen die vier digitalen S-Bahnen in Hamburg im fahrplanmäßigen Einsatz fahren. Damit würde die Bahn in dem vor gut drei Jahren veröffentlichten Plan liegen. Die Technik soll auch bundesweit im Regional- und Fernverkehr genutzt werden.

Die Projektpartnerinnen DB, Siemens Mobility und die Stadt Hamburg haben insgesamt 60 Millionen Euro in das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ investiert, die Teil des DB-Programms Digitale Schiene Deutschland ist. Dabei wird von konventioneller Signaltechnik auf funkgesteuerten Bahnbetrieb umgestellt, Starten, Beschleunigen, Fahren, Ausrollen, Bremsen und Stoppen wird automatisiert.

In Hamburg biete sich die Technik wegen der täglich 750.000 Fahrgäste an, da mit ATO over ETCS dichtere Zugfolgen möglich seien und das Aufkommen vermutlich wesentlich größer wird. DB-Chef Richard Lutz meint, „mit dem automatischen Bahnbetrieb können wir unseren Fahrgästen ein deutlich größeres, zuverlässigeres und damit besseres Angebot machen – ohne einen Kilometer Gleis neu bauen zu müssen“.

Quelle: https://www.heise.de/news/Siemens-und-Deutsche-Bahn-setzen-ersten-automatisierten-Zug-ein-6214338.html

Die Deutsche Bahn fährt in die Digitale-Zukunft: Die Zukunft der Mobilität liegt auf dem Gleis/ITS Weltkongresses in Hamburg gestartet

Endlich geht es los, die Deutsche Bahn fährt in die Digitale-Zukunft: Digitale S-Bahn in Hamburg startet. In Hamburg starten heute die bundesweit ersten automatisch fahrenden S-Bahnen.

Premiere in Hamburg: Digitale S-Bahn startet beim Mobilitätskongress

Waren oder Menschen von A nach B transportieren, ohne Stau und möglichst klimaneutral. Hamburg will zeigen, was heute schon möglich ist.

In Hamburg beginnt am Montag eine Verkehrspremiere, die den öffentlichen Nahverkehr in deutschen Städten deutlich stärken soll: Der Cheflenker der Deutschen Bahn, Richard Lutz, und der neue Vorstandschef des Technologiekonzerns Siemens, Roland Busch, wollen während eines Mobilitätskongresses in der Hansestadt gemeinsam mit Bürgermeister Peter Tschentscher erstmals eine hochautomatisierte S-Bahn starten. Auf einer dafür ausgerüsteten Strecke zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle sollen S-Bahnen digital gesteuert durch die Hansestadt pendeln. Anfahren, Beschleunigen, Bremsen und Halten erledigen die eigens für den automatischen Betrieb umgebauten Züge von selbst.

Das Projekt ist Teil des Vorhabens „Digitale Schiene Deutschland“, mit dem die Bahn ihre Infrastruktur bis zum kommenden Jahrzehnt generell ins digitale Zeitalter bringen will. Ein hochautomatisierter S-Bahn-Betrieb erlaubt nach Darstellung der Bahn einen deutlich engeren Fahrzeugtakt auf der Schiene und hilft zudem, Energieverbrauch und Betriebskosten zu senken. Das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ wird mit etwa 60 Millionen Euro zu gleichen Teilen von Hamburg, der Deutschen Bahn und Siemens finanziert. Es soll später auf das gesamte S-Bahnnetz der Hansestadt ausgeweitet werden. Deutschlandweit könnte bis in die 2030er-Jahre ein Großteil der Züge und Strecken im Nah- und Fernverkehr so aufgerüstet werden.

Auf dem ITS-Weltkongress will sich die Hansestadt bis zum Freitag als weltweites Schaufenster für intelligente Verkehrssysteme präsentieren. „ITS“ steht für „Intelligent Transport Systems“. Der Kongress wird alljährlich an wechselnde Städte vergeben. Experten für Verkehr, Logistik und Digitalisierung werden diskutieren, wie gewerblicher und privater Verkehr unter den Vorzeichen von Klimakrise und steigenden Mobilitätswünschen aussehen könnten.

Im frisch renovierten Kongresszentrum CCH, den Messehallen und im Stadtgebiet zeigen rund 400 Aussteller aus aller Welt Ideen und Techniken rund um intelligente Verkehrssysteme. Dazu zählen zum Beispiel die autonom fahrenden Kleinbusse, die bereits jetzt in der Hafencity unterwegs sind, ein Pilotprojekt für den autonomen Transport von Schiffsladung zum Containerterminal oder selbstständig parkende Autos im Parkhaus.

Am Donnerstag steht der Kongress einem breiteren Publikum offen. Neben einem Bühnenprogramm mit Vorträgen können Interessierte an Diskussionen teilnehmen oder technische Live-Demonstrationen zu den Themen Mobilität, Transport und Verkehr verfolgen. Wer teilnehmen möchte, kann sich online für den ITS Public Day anmelden. Der gesamte Kongress läuft unter strengen 2G-Corona-Regeln. Das heißt, nur nachweislich Geimpfte oder Genesene sind zugelassen.

Quelle: https://www.heise.de/news/Premiere-in-Hamburg-Digitale-S-Bahn-startet-beim-Mobilitaetskongress-6213631.html


Revolution im Bahnsystem – unterwegs in die digitale Zukunft.

Was die Dampfmaschine für die industrielle Revolution war, ist die Digitalisierung für die Industrie 4.0.

Mit der Digitalen Schiene Deutschland nutzen wir diese Chance und bringen Zukunftstechnologien in das System Bahn. Künstliche Intelligenz und automatisiertes Fahren werden zur neuen Normalität auf dem Gleis.

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Seit der Ankündigung schon absolut begeistert und möchte mehr davon: In Hamburg wird 2021 erstmals in Deutschland, ein hochautomatisierter S-Bahn-Betrieb auf einer Teilstrecke, aufgenommen. Die Digitale Schiene Deutschland revolutioniert den nachhaltigen Bahnverkehr und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz. Endlich geht es los, die Deutsche Bahn fährt in die Digitale-Zukunft.

Endlich beginnt der ITS in Hamburg. Ich als Technikfreak freue mich besonders auf die Projekte der Deutschen Bahn. Als Kind hab ich schon von selbst fahrenden Zügen geträumt, so Cool und absolut Geil das es langsam anfängt Realität zu werden – Ich bin total Happy! Endlich geht es los, die Deutsche Bahn fährt in die Digitale-Zukunft

Die Digitale Schiene als Innovationstreiber – Jaa!: Die Digitale Schiene bringt einen gewaltigen Technologieschub für die gesamte deutsche Bahnbranche, aber auch über die Landesgrenzen hinaus.

Außerdem profitieren auch Arbeitnehmer von den digitalen Technologien: vielfältige Berufsfelder entstehen. Jaaa!! Solche Berufsfelder braucht es.

Ich bin ein absoluter Fan der Digitalen Schiene. Und das nicht weil Plegepapa bei der Bahn arbeitet, die Projekte hab ich schon Jahre vorher Spitz bekommen. Die Zukunft der Mobilität liegt auf dem Gleis – Jaaaaa!!!

Toll das Hamburg den Zuschlag für den ITS-Weltkongress bekommen hat. Der Norden zeig die Zukunft des Bahnfahrens. Hurra!!!

Christian Dauck

Das Fundament dafür legen wir mit der grundlegenden Modernisierung und Digitalisierung der Infrastruktur: Durch den Flächen-Rollout des European Train Control System (ETCS), Digitaler Stellwerke (DSTW) und des integrierten Leit- und Bediensystems (iLBS) wird die Leit- und Sicherungstechnik bis 2035 grundlegend erneuert. Der „Startschuss“ dafür wurde 2020 mit dem sogenannten „Starterpaket“ gegeben.

Mit der zweiten Stufe der Digitalen Schiene entfaltet das digitale Bahnsystem sein volles Potenzial: Züge, die voll automatisiert und in kürzeren Abständen fahren, die in Echtzeit intelligent und automatisiert gesteuert werden, die ihre Umwelt und ihre Position durch Sensorik erkennen – so sieht die Zukunft der Eisenbahn aus. In einer Systemarchitektur wird dafür detailliert, was einzelne Komponenten des Bahnsystems leisten müssen und wie sie zusammenarbeiten sollen. Auf dieser Grundlage werden dann zahlreiche digitale Technologien erprobt und für den Einsatz im System Bahn weiterentwickelt.

Warum wir tun, was wir tun

Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz sind der Schlüssel für eine höhere Kapazität und eine optimale Auslastung des Schienennetzes. Unser Ziel dabei ist klar: Einen attraktiveren Bahnverkehr mit mehr Zügen in einer höheren Qualität. Und das ohne einen Meter zusätzlicher Gleise. 
Damit schaffen wir die Verkehrswende: doppelt so viele Reisende auf der Schiene und mehr Güterverkehr bis 2030. So nutzt die Digitale Schiene unseren Kunden und dem Klima. Die Eisenbahn wird wieder zur Hochtechnologiebranche, mit attraktiven Arbeitsplätzen und Innovationskraft über Deutschland hinaus.

Schneller, grüner, reibungsloser – das bringt die Digitale Schiene Deutschland:

Die Digitale Schiene schafft Kapazität

Mit der Digitalen Schiene Deutschland sind mehr Züge unterwegs, ohne dass dafür neue Gleise gebaut werden: Eine einheitliche digitale Leit- und Sicherungstechnik (DLST) auf Basis von ETCS und DSTW in Verbindung mit einem neuen integrierten Leit- und Bediensystem (iLBS) und den Zukunftstechnologien des digitalen Bahnsystems bringt bis zu 35% mehr Kapazität ins Schienennetz.

Die Zuverlässigkeit steigt

Mehr Menschen und Güter erreichen künftig zuverlässiger ihr Ziel. Möglich wird das durch standardisierte technische Komponenten und weniger „Hardware“, die ausfallen kann – wie die rund 160.000 Signale, die nach der Einführung von ETCS und DSTW nicht mehr gebraucht werden. Aber auch digitale Ferndiagnosesysteme und eine weitgehend automatisierte Bearbeitung von Störungen sorgen für einen reibungsloseren Ablauf. Das Ergebnis: zuverlässigerer Gütertransport, pünktlichere Personenzüge, zufriedenere Kunden.

Höhere Effizienz im Bahnbetrieb

Die bessere Auslastung der Ressourcen, die „Virtualisierung“ störanfälliger Hardware und die optimierte Steuerung aller Abläufe machen den Bahnverkehr effizienter – und verringern den Wartungsaufwand für die Infrastruktur. Darüber hinaus erleichtert eine einheitliche, standardisierte Technik den Warenverkehr in ganz Europa.

Die Digitale Schiene als Innovationstreiber

Die Digitale Schiene bringt einen gewaltigen Technologieschub für die gesamte deutsche Bahnbranche, aber auch über die Landesgrenzen hinaus. Mit innovativen, exportfähigen Systemen kann Deutschland neue Märkte erschließen und sich weiter als Technologieführer etablieren. Außerdem profitieren auch Arbeitnehmer von den digitalen Technologien: vielfältige Berufsfelder entstehen, Arbeitsprozesse werden erleichtert und zukunftsfähige Kompetenzen gefördert.

Eine gute Umweltbilanz

Schon heute ist der Zug eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln. Aber es geht noch besser: Die Digitale Schiene schafft die Voraussetzungen für mehr Personen und Güter auf bestehenden Gleisen und weniger Verkehr auf den Straßen. Von der höheren Kapazität profitiert auch die Klimaschutzbilanz. Eine neue Organisation des Bahnbetriebs und die optimale Ausnutzung der bestehenden Ressourcen senken den Energiebedarf und schädliche CO₂-Emissionen – mehr als zehn Millionen Tonnen CO₂ jährlich kann die Eisenbahn laut Schätzungen im Jahr 2030 einsparen. Dabei entfallen allein 1,6 Millionen Tonnen auf die Maßnahmen der Digitalen Schiene Deutschland.

Quelle: https://digitale-schiene-deutschland.de/de/digitale-schiene

Digitale S-Bahn Hamburg: Erste digital gesteuerte S-Bahn im Fahrgastbetrieb

Noch effizienter und umweltfreundlicher durch die Hansestadt. 

„Digitale S-Bahn Hamburg“ – so heißt das erste zukunftsweisende Projekt der Digitalen Schiene Deutschland. Es sorgt dafür, dass im Oktober 2021 erstmals S-Bahnen im Fahrgastbetrieb digital gesteuert durch die Hansestadt pendeln. Anfahren, Beschleunigen, Bremsen, Halten: All das erledigen die hochautomatisierten Züge von selbst. Auf einer dafür ausgerüsteten, 23 Kilometer langen Strecke zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle werden in den kommenden Monaten bis zu vier Züge der Linie S21 hochautomatisiert fahren.

Digitale Technologien im Einsatz

Möglich machen dies das Zugsteuerungssystem Automatic Train Operation (ATO) und das Europäische Zugsicherungssystem European Train Control System (ETCS) – zwei Technologien, deren Zusammenspiel hier erstmals gemeinsam getestet wird. Um den digitalen Betrieb zu realisieren, werden die S-Bahnen umgerüstet: bspw. Balisenantennen, Radare oder ETCS- und ATO-Computer im Zug erlauben das hoch automatisierte Fahren. Und auch die Infrastruktur entlang der Strecke hat mit einem aufgerüsteten Stellwerk, überarbeiteter Signaltechnik und Eurobalisen ein Upgrade bekommen.

Sicher und effizient zugleich

Ein Triebfahrzeugführer ist weiterhin mit an Bord, um bei Störungen oder Unregelmäßigkeiten eingreifen zu können. Die Fahrt zum Rangiergleis, auf dem die S-Bahn wendet, erfolgt sogar vollautomatisiert. Triebfahrzeugführer und Fahrgäste steigen an der Station Bergedorf aus beziehungsweise zu.

Außerhalb des digitalisierten Abschnitts wird der Zug wieder wie gewohnt gesteuert. In Bergedorf wird eine weitere Technologie erprobt: Diese vollautomatisierte Bereitstellung geschieht auf Basis des Nokia-5G-Mobilfunknetzes.

Digitale S-Bahn Hamburg bringt Menschen schneller ans Ziel

Ein hochautomatisierter S-Bahn-Betrieb hat viele Vorteile: Auf derselben Strecke können bei höherer Kapazität deutlich mehr Züge fahren. So lässt sich der Mindestzugfolgeabstand auf unter 90 Sekunden verkürzen. Außerdem sinken durch das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ der Energieverbrauch und die Betriebskosten.  Die Technologien sollen nicht nur im Rahmen des Pilotprojektes demonstriert, sondern anschließend auch im gesamten Hamburger S-Bahnnetz ausgerollt werden. 
Diese intelligente Lösung zeigt, wie auch andere Schienennetze in Ballungszentren künftig digitalisiert werden können. Deutschlandweit könnte ein Großteil der Züge und Strecken im Nah- und Fernverkehr in den nächsten 15 bis 20 Jahren folgen.

Die „Digitale S-Bahn Hamburg“ wird mit etwa 60 Millionen Euro zu gleichen Teilen von Hamburg, der Deutschen Bahn und Siemens finanziert.

Wann ist es so weit?

Schon jetzt steht die erste hoch automatisierte S-Bahn in den Startlöchern. Die technische Umrüstung des ersten S-Bahn-Zugs wurde im Sommer 2020 abgeschlossen. Bis zum Weltkongress Intelligent Transport Systems (ITS), der im Oktober 2021 in Hamburg stattfindet, werden vier S-Bahnen für den Regelbetrieb mit Fahrgästen fertig sein. Als weltgrößte Fachmesse für intelligente Transportsysteme bietet der ITS-Kongress mit rund 12.000 Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft und Industrie eine ideale Plattform für das innovative Pilotprojekt.

Quelle: https://digitale-schiene-deutschland.de/Digitale-S-Bahn-Hamburg


Sensors4Rail bringt mehr Kapazität auf die Schiene

Moderne Sensorik am Zug ermöglicht eine exakte Ortung und Umfeldwahrnehmung. 

Sensoren haben alles im Blick: Durch das Projekt Sensors4Rail stehen Zügen genaue Informationen über das eigene Umfeld und die exakte Position zur Verfügung. Um die Position von Fahrzeugen zentimetergenau bestimmen zu können, kommen eine hochpräzise digitale HD-Karte und moderne Satellitentechnik ins Spiel: Der Zug ortet sich mithilfe von Landmarken wie Oberleitungsmasten, Bahnsteigkanten oder anderen markanten Objekten in der Bahnumgebung. Die bei der Umfeldwahrnehmung detektierten Landmarken werden dabei mit den in der HD-Karte hinterlegten Landmarken und den per Globalem Navigationssatellitensystem (GNSS) und Fahrzeugodometrie georteten Positionen abgeglichen. Damit wird die Karte zum „digitalen Zwilling“ der Schiene und ihrer unmittelbaren Umgebung.

Die Vorteile von Sensors4Rail

Die sensorbasierte Umfeldwahrnehmung unterstützt das System auch beim Erkennen und Klassifizieren von Hindernissen und Objekten im Gleisumfeld. Diese können auf der HD-Karte genau lokalisiert werden, sodass die Leitstelle künftig noch schneller und präziser reagieren kann. Zudem spielt das technologische Set-up für die Kapazitätssteigerung eine entscheidende Rolle: Die hochmodernen Sensoren am Fahrzeug stellen genaueste Informationen über das Zugumfeld und die exakte Position zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten könnten Züge zukünftig optimal gesteuert werden und beispielsweise in kürzeren Abständen fahren, was die Kapazität der Strecke erhöht. 

Eine besondere Herausforderung bei Schienenfahrzeugen im Vergleich zur Straße sind die sehr langen Bremswege. Die im Projekt verwendeten Sensortechnologien sind auf hohe Reichweiten ausgelegt, um eine frühzeitige Fahrzeugreaktion zu ermöglichen.

Gemeinsam schneller digital

Für die Realisierung sind Zukunftstechnologien aus verschiedenen Branchen notwendig. Diese Technologien zusammen mit unseren Partnern schnell ins System Bahn zu integrieren – das ist eine unserer Hauptaufgaben bei der Digitalen Schiene.

  • Die DB ist verantwortlich für Projektmanagement, Fahrzeug-Engineering, Zulassung und Safety und stellt Fahrzeuge sowie Infrastruktur.
  • Siemens Mobility unterstützt bei der Fahrzeugintegration, verantwortet die Systemtests und die Lokalisierung der Zugfrontposition mittels einer modernen Odometrie-Einheit unter Einbindung des Globalen Navigationssatellitensystem (GNSS), Fahrzeugodometrie und Landmarkenpositionen.
  • Für die Realisierung der Umfeldwahrnehmung und Objekterkennung sind die Partner Bosch Engineering (Radar, Infrarot Long-Range-, Mid-Range- und Stereokamera) und Ibeo Automotive Systems (Lidar-Sensoren) verantwortlich.
  • HERE Technologies liefert die HD-Karte in 3D, um die zentimetergenaue Verortung des Zuges auf der integrierten DB-Streckentopografie zu ermöglichen.

Sensors4Rail: Wann kommt die Sensorik zum Einsatz?

Der Einbau der neuen Technologien läuft bereits. Ein Fahrzeug der S-Bahn Hamburg wurde im Oktober 2020 mit Kamerasystem, Radar, Lidar und GNSS ausgestattet. Erste Testfahrten haben Anfang 2021 begonnen. Die Ergebnisse werden im Rahmen von Sonderfahrten auf der 23 Kilometer langen Strecke der Linie S21 zwischen Hamburg-Berliner Tor und Bergedorf auf dem ITS-Weltkongress 2021 in Hamburg präsentiert. Geplant sind Live-Animation auf Videobildschirmen im umgebauten Zug sowie die simultane Live-Übertragung auf Terminals am ITS-Messegelände.

Erfahren Sie mehr über Sensors4Rail auf der dem ITS Weltkongress 2021.

Sensors4Rail auf dem ITS Weltkongress 2021

Auf dem ITS Weltkongress 2021 in Hamburg testet die Digitale Schiene Deutschland mit den Kooperationspartnern Siemens Mobility, HERE Technologies, ibeo automotive und Bosch Engineering im branchenübergreifenden Pilotprojekt “Sensors4Rail” sensorbasierte Wahrnehmungssysteme live im Zugbetrieb während Sonderfahrten. Hochmoderne Sensoren an einem Fahrzeug der S-Bahn Hamburg stellen genaueste Informationen über das Zugumfeld und die exakte Position zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten könnten Züge zukünftig optimal gesteuert werden und beispielsweise in kürzeren Abständen fahren, was die Kapazität der Strecke erhöht.

Das Projekt Sensors4Rail live auf dem ITS erleben

Hier gibt es alle wichtigen Fakten zur Future Rail Experience Tour  auf dem ITS 2021 in Hamburg:

  • Wann: 11. – 15. Oktober 2021 
  • Wo: auf dem Messestand der Digitalen Schiene Deutschland (Standkoordinaten: Halle B5, Stand N° B5102), auf unserer Future Rail Experience Tour im Zug (Startpunkt Halle B2, Boarding Area) oder virtuell im Live-Streaming.

Das Projekt Sensors4Rail als Live-Streaming erleben

14 Augen erkennen ihr Umfeld – Hochmoderne Sensoren stellen genaueste Informationen über das Zugumfeld und die exakte Position zur Verfügung.

Die Live-Animation zeigt, was die innovative Technik im und am Zug detektiert und wie sie den Zug lokalisiert.

Die Zugfahrt mit anderen Augen sehen

Durch unser Live-Streaming Event auf LinkedIn bieten wir Ihnen die Möglichkeit, einen Teil der Future Rail Experience Tour des ITS 2021 nach Hause auf Ihren Bildschirm zu holen: Erleben Sie die Fahrt des Sonderzuges in unserer virtuellen Live-Übertragung und sehen Sie, was die digitalen Augen unseres Zuges sehen.

Zeitplan der Future Rail Experience Tour ITS 2021 – Live und virtuell per Live-Übertragung über Social Media.

Quelle: https://digitale-schiene-deutschland.de/Sensors4Rail-ITS2021

Die S-Bahn Hamburg wird digital: ATO over ETCS – Öffentliche Vorführung im Herbst 2021 zum ITS Weltkongress

Im Juli 2018 ist die Hansestadt eine zukunftsweisende Partnerschaft mit der S-Bahn Hamburg GmbH – einer Tochter der Deutschen Bahn (DB) – und Siemens Mobility eingegangen.

Die drei Partner arbeiten an dem Pilotprojekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ und realisieren damit eine Blaupause für hochautomatisiertes Fahren im Nah- und Fernverkehr in Deutschland. Das Ziel dieses außergewöhnlichen Projektes ist es, den automatisierten S-Bahnbetrieb auf einem 23 Kilometer lange Streckenabschnitt mit vier Fahrzeugen zu entwickeln und zu pilotieren. Der Abschnitt liegt zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle auf der S-Bahn-Linie 21.

Die Technologie: „ATO over ETCS“

Technische Basis für den hochautomatisierten Betrieb ist der künftige europäische Standard „ATO over ETCS“: ATO (Automatic Train Operation) arbeitet eng mit dem funkbasierten Europäischen Zugsicherungssystem ETCS Level 2 zusammen. ETCS sorgt dabei für die sichere Einhaltung von Zugabständen und die Überwachung der zulässigen Geschwindigkeiten. ATO steuert das Traktionssystem und die Bremsen des Zuges. Die Steuerung erfolgt also per Funksignal. Daten werden zwischen Zug und Streckenzentrale übermittelt.

Im hochautomatisierten Betrieb können Bahnbetreiber das Starten, Beschleunigen, Fahren, Ausrollen, Bremsen und Stoppen automatisieren. Bei allen Fahrten in dem Hamburger Streckenabschnitt befindet sich weiterhin ein Triebfahrzeugführer an Bord. Eingreifen muss dieser künftig aber nur noch dann, wenn Störungen oder Unregelmäßigkeiten auftreten.

Wie funktioniert hochautomatisiertes Fahren?

Die Vorteile: Pünktlichere Züge, ein stabiler Fahrplan und höherer Reisekomfort

Einer der Hauptvorteile von ATO over ETCS ist die erhöhte Leistungsfähigkeit des Schienennetzes durch dichtere Zugfolgen. Informationen zur aktuellen Verkehrslage werden kontinuierlich an die Fahrzeuge per Funk übertragen. Daran angepasst, kann ein Zug mit einem optimalen Geschwindigkeitsprofil gleichmäßiger und mit weniger Bremsvorgängen fahren. Das Ergebnis: pünktlichere Züge, ein stabilerer Fahrplan und höherer Reisekomfort. Die neue Technologie kann auch die Ein- und Aussteigezeiten optimieren und dadurch die Haltezeiten verkürzen. Gleichzeitig sinken Energieverbrauch und die mechanische Beanspruchung der Fahrzeuge, so verringern sich auch die operativen Kosten für den Kunden.

Die Vorteile: Pünktlichere Züge, ein stabiler Fahrplan und höherer Reisekomfort

Einer der Hauptvorteile von ATO over ETCS ist die erhöhte Leistungsfähigkeit des Schienennetzes durch dichtere Zugfolgen. Informationen zur aktuellen Verkehrslage werden kontinuierlich an die Fahrzeuge per Funk übertragen. Daran angepasst, kann ein Zug mit einem optimalen Geschwindigkeitsprofil gleichmäßiger und mit weniger Bremsvorgängen fahren. Das Ergebnis: pünktlichere Züge, ein stabilerer Fahrplan und höherer Reisekomfort. Die neue Technologie kann auch die Ein- und Aussteigezeiten optimieren und dadurch die Haltezeiten verkürzen. Gleichzeitig sinken Energieverbrauch und die mechanische Beanspruchung der Fahrzeuge, so verringern sich auch die operativen Kosten für den Kunden.

Weltdebut: Erste öffentliche Vorführung im Herbst 2021

Im Projekt Digitale S-Bahn Hamburg wird das hochautomatische Fahren mit ATO over ETCS auf der Strecke der S21 zwischen Berliner Tor und Aumühle realisiert. Das mehr als 200 Mann starke Projektteam liegt voll im Zeitplan. Das erste von vier Fahrzeugen wurde bereits umgebaut und erste Testfahrten erfolgreich absolviert: bereits im September 2020 fanden die ersten erfolgreichen ATO Testfahrten auf dem Streckenabschnitt Berliner Tor – Bergedorf/Aumühle statt.

Und die erste vollautomatische Rangierfahrt in Bergedorf vom Bahnsteig in ein Abstellgleis konnte erfolgreich im Februar 2021 absolviert werden. Das heißt: Über eine Strecke von 1.000 Metern kann ein Zug dort ganz ohne Begleitpersonal fahren.

Zum ITS Weltkongress im Oktober 2021 wird Siemens Mobility gemeinsam mit der Deutschen Bahn die zugrundeliegende Technologie „ATO over ETCS“ auf der Pilotstrecke demonstrieren. Neben dem hochautomatisierten Fahren werden im Bahnhof Bergedorf auch vollautomatische Rangierfahrten erstmals zu sehen sein. Schon jetzt wird an Plänen gearbeitet, wie diese Technik über die Pilotstrecke hinaus im Hamburger S-Bahnnetz eingesetzt werden kann.

Digitale Schiene Deutschland: Digitalisierung der S-Bahn Hamburg

Einfach nur Geil und absolut Cool, ich kann es kaum erwarten. Bin ja am überlegen zur ITS zugehen, da ich ja schon seit Jahren Heiß drauf bin. Zum ITS Weltkongress im Oktober 2021 wird Siemens Mobility gemeinsam mit der Deutschen Bahn die zugrundeliegende Technologie „ATO over ETCS“ auf der Pilotstrecke demonstrieren.

Weltdebut: Erste öffentliche Vorführung im Herbst 2021: Im Projekt Digitale S-Bahn Hamburg wird das hochautomatische Fahren mit ATO over ETCS auf der Strecke der S21 zwischen Berliner Tor und Aumühle realisiert.

Ich bin ja schon seit der ersten Ankündigung begeistert von dem Projekt. Im Oktober 2021 sollen zum ITS-Kongress, zwischen Berliner Tor und Bergedorf hochautomatisierte S-Bahnen rollen.

Christian Dauck


Ausgezeichnet: Digitale S-Bahn in Hamburg gewinnt Deutschen Mobilitätspreis

Erste automatisierte Eisenbahn in Deutschland • Fahrgäste profitieren: Technik bringt mehr Kapazität und Zuverlässigkeit bei besserer Energiebilanz • „Entscheidender Schritt für die Mobilitätswende“

Der Deutsche Mobilitätspreis geht in diesem Jahr an das Projekt Digitale S-Bahn Hamburg. Das Team von der Deutschen Bahn und Siemens Mobility bringt Deutschlands erste automatisierte Eisenbahnen auf die Schiene. In Kooperation mit der Stadt Hamburg werden zum ITS-Kongress im Oktober vier Hamburger S-Bahnen mit Fahrgästen an Bord digital gesteuert. Vorteil der seit 2018 neu entwickelten Technik: Mehr Zugangebot auf bestehenden Gleisen, bei höherer Zuverlässigkeit und niedrigerem Energieverbrauch.

Ronald Pofalla, DB-Infrastrukturvorstand: „Die Klimawende gelingt nur mit einem zuverlässigen und komfortablen Angebot auf der Schiene. Genau das erreichen wir mit der Digitalisierung der S-Bahn Hamburg: Wir machen Bahnfahren für unsere Fahrgäste besser. Ich freue mich sehr, dass das Projekt mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet wird und gratuliere dem Team zu seinem beeindruckenden Engagement und Innovationsgeist. Die neue Technik ist ein weiterer Meilenstein für die Digitale Schiene Deutschland und ein entscheidender Schritt für die Mobilitätswende.“

Dr. Anjes Tjarks, Hamburger Senator für Verkehr und Mobilitätswende: „Hamburg treibt mit dem Pilotprojekt der Digitalen S-Bahn den Bahnverkehr der Zukunft aktiv durch die Einführung innovativer Technologien voran. Die Technik ist eine Lösung, um Wachstum im S-Bahn-Netz zu ermöglichen. Langfristig wollen wir das Hamburger S-Bahn-Netz mit der Technik ausrüsten. Schon heute investiert der Senat 400 Millionen Euro in neue Züge, die bereits mit der digitalen Technik ausgeliefert werden. Herzlichen Glückwunsch an das Team für die beeindruckende Leistung.“

Michael Peter, CEO Siemens Mobility: „Ich freue mich sehr über diese prominente Auszeichnung des Projekts Digitale S-Bahn Hamburg durch den Deutschen Mobilitätspreis. Mit den erfolgreichen hochautomatisierten Testfahrten im europäischem Zugsicherungssystem (ATO über ETCS) in Hamburg haben wir in Rekordzeit einen bedeutenden Meilenstein in der Digitalisierung des deutschen Schienenverkehrs erreicht. Der automatisierte Bahnbetrieb ermöglicht eine deutlich höhere Taktung der Züge und damit eine Erweiterung der Kapazität, eine Verbesserung der Fahrplanstabilität und einen geringeren Energieverbrauch durch optimierte Fahrprofile. Hamburg ist damit Vorreiter für den digitalisierten Betrieb im deutschen Nah- und Fernverkehr.“

Das Projekt wird die digitale Zugfahrt auf einer 23 Kilometer langen Strecke im Hamburger S-Bahn-Netz zeigen. Erste Testfahrten liefen bereits erfolgreich. Basis des hochautomatisierten Betriebs ist der künftige europäische Standard ATO über dem europaweit einheitlichen Zugbeeinflussungssystem ETCS. Das Zugpersonal überwacht die Fahrt. Die Projektkosten von 60 Millionen Euro teilen sich die Stadt Hamburg, Siemens Mobility und die Deutsche Bahn.


Quelle: https://www.mobility.siemens.com/global/de/portfolio/referenzen/digitale-s-bahn-hamburg.html

https://s-bahn.hamburg/magazin/s-bahn/digitale-schiene-startet-in-hamburg-die-erste-s-bahn-ist-fertig.html

https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Ausgezeichnet-Digitale-S-Bahn-in-Hamburg-gewinnt-Deutschen-Mobilitaetspreis-6229458