Petition Unterstützen! Keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke – Energiewende vorantreiben

Am 17. März 2011 wurde das Kernkraftwerk Isar 1 (links) vom Netz genommen. Isar 2 soll am 31. Dezember 2022 stillgelegt werden. Derzeit gibt es Forderungen, den Betrieb weiterzuführen.

Berlin/Moosburg – pm (02.08.2022) Medien berichteten über Forderungen aus der Politik nach einer Verlängerung der Laufzeit der drei noch im Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke´. Damit soll die drohende Gaskrise durch den Ukrainekrieg abgemildert werden. Die Moosburger Elektrotechnikerin, Brigitte Hauke, hat jetzt eine Initiative gestartet in der sie die Bundesregierung auffordert, den beschlossenen Atomausstieg umzusetzen und die drei AKWs planmäßig abzuschalten.

Sie fordert mehr Engagement bei der Umsetzung der Energiewende durch zügigen Abbau der bestehenden bürokratischen Hemmnisse oder einer solaren Baupflicht für neue Gebäude und Parkplätze.

Brigitte Hauke, Initiatorin der Petition erläutert: „Seit Wochen geistert die Diskussion über eine Laufzeitverlängerung der letzten 3 deutschen Atomkraftwerke durchs Land und das macht mich wütend. Denn die Diskussion lenkt davon ab, dass wir endlich mit aller Kraft die Energiewende umsetzen müssen. Die zahlreichen bürokratischen Hemmnisse für erneuerbare Energien müssen umgehend abgebaut werden.

Derzeit werden 13 Prozent des deutschen Stroms mit Gaskraftwerken erzeugt und sechs Prozent mit Atomkraft. Aber diese sechsProzent können nicht einfach mit den Gaskraftwerken verrechnet werden, denn damit die Kernkraftwerke mit den vorhandenen Brennstäben weiterlaufen könnten, müsste deren Leistung gedrosselt werden. Eine Laufzeitverlängerung der drei Atomkraftwerke über den 31.12.2022 hinaus, um eine Gasknappheit im Winter abzufangen, wäre noch nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Hintergrund: Derzeit sind noch drei Atomkraftwerke in Deutschland am Netz: Emsland in Niedersachsen, Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg. Nach gültiger Rechtslage müssten diese bis zum 31.12.2022 stillgelegt werden. Aufgrund der drohenden Gaskrise fordern insbesondere Politiker:innen der Union, aber auch der FDP, die Laufzeit über den 31.12.2022 hinaus zu verlängern.

Aktuell tragen die drei Kernkraftwerke zu ca. 6 Prozent der deutschen Stromproduktion bei, erneuerbare Energien zu fast 50 Prozent und Gaskraftwerke zu 13 Prozent. Mit den bestehenden Brennstäben können nach Expertenmeinung die Atomkraftwerke über den 31.12.2022 hinaus betrieben werden, allerdings nur mit reduzierter Leistung.

Mehr Strom kann damit allerdings nicht produziert werden. Ein solcher „Streckbetrieb“ wird inzwischen auch von einigen GRÜNEN Politiker:innen für akzeptabel gehalten. Neue Brennstäbe könnten aber erst in einem Jahr zur Verfügung stehen und damit nicht zur Lösung der drohenden Gaskrise im kommenden Winter beitragen.

Link zu Petition: https://innn.it/KeineLaufzeitverl%C3%A4ngerung

Letzte Runde für die Koalitionsgespräche im Kieler Landeshaus

Stand: 21.06.2022 15:34 Uhr

Ministerpräsident Günther und die Grünen sind optimistisch, dass der fertige Koalitionsvertrag morgen vorgestellt werden kann. Dass die schwarz-grüne Koalition noch scheitern könnte, glaubt von den Verantwortlichen niemand.

Die Politiker von CDU und Grünen sind zuversichtlich, dass sie am Mittwoch einen Koalitionsvertrag vorlegen können. Am Mittag war in Kiel die sogenannte Steuerungsgruppe mit jeweils vier Politikern beider Parteien zusammengekommen. Es gehe um Detailfragen und Formulierungsfehler, die nun in dem über 200 Seiten langen Koalitionsvertrag geklärt werden müssten, so Aminata Touré von den Grünen. „Wir haben alle strittigen Punkte geklärt. Heute geht es noch einmal darum, den Text komplett durchzugehen.“ Sie gehe davon aus, dass die Verhandlungen im Laufe des Tages abgeschlossen werden können. Ähnlich äußerte sich Daniel Günther vor dem Beginn der Verhandlungen am Vormittag: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die letzten Brocken heute noch zur Seite räumen werden. Wir sind gut davor und ich bin wirklich optimistisch.“

Generelle Unsicherheit beim Thema Einnahmen

Ein wichtiger Punkt soll heute noch die Priorisierung der politischen Bereiche sein, also was mit wie viel Geld finanziert werden soll. Das sei sehr wichtig, betonte Karin Prien (CDU). Für die bisherige und möglicherweise auch künftige Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) ist die Finanzplanung insgesamt ein schwerer Brocken: „Wir haben eine Steuerschätzung, von der wir nicht wissen, ob sie im November noch trägt. Wir haben einen Herbst, der möglicherweise Corona-Herausforderungen mit sich bringt. Wir haben einen laufenden Ukraine-Krieg mit massiven Folgen für unser Land. Wir haben steigende Zinsen. Das heißt, wir haben eine große Unsicherheit bei der Einnahmesituation, bei der Preisentwicklung und deshalb ist die Zukunft schwer vorhersehbar und stellt uns vor große Herausforderungen.“ Günther meint zur finanziellen Lage, dass „die Bäume nicht in den Himmel wachsen“, daher müsse man Prioritäten setzen.

Das letzte Wort haben die Parteien Anfang nächster Woche

Der Vertrag soll, wenn alles geklärt wurde, morgen vorläufig unterzeichnet werden. Das letzte Wort haben dann jeweils die Parteitage von CDU und Grünen am kommenden Montag. Offenkundig sind mittlerweile auch die künftigen Zuschnitte der Ministerien geklärt. Auf die Frage danach sagte Heinold: „Wir haben die Dinge, die zu einen sind, geeint“. Die Details kämen am Mittwoch.

Acht statt sieben Ministerien?

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen die Zuständigkeiten für Landwirtschaft und Umwelt nach langer Zeit wieder getrennt werden. Und es zeichnet sich ab, dass die Zahl der Ministerien von sieben auf acht steigt. Die Grünen werden mit Heinold und dem bisherigen Staatssekretär Tobias Goldschmidt weiter die Ressorts Finanzen und Umwelt führen. Vom Ex-Koalitionspartner FDP übernehmen sie ein neu zugeschnittenes Sozialministerium, für dessen Führung offenbar Aminata Touré bereitsteht.

Die CDU besetzt mit den bisherigen Ressortchefinnen Karin Prien und Sabine Sütterlin-Waack weiter die Bereiche Bildung und Inneres, dazu absehbar wie bisher Justiz und neu die Wirtschaft. Für das Amt des Justizministers wird jedoch Claus Christian Claussen nicht mehr antreten, wie das Ministerium heute bekannt gab. Er werde sich auf sein Mandat als Abgeordneter der CDU-Landtagsfraktion konzentrieren. Ein weiteres Ministerium könnte die Bereiche Wissenschaft und Gesundheit zusammenführen.

Ministerpräsidenten-Wahl bereits terminiert

Wenn die Parteien dem Vertrag zustimmen, wird dieser kommenden Dienstag final unterzeichnet. Dann könnte sich in acht Tagen, so ist es bereits von der CDU beantragt, Daniel Günther im Landtag erneut zum Ministerpräsidenten wählen lassen.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Letzte-Runde-fuer-die-Koalitionsgespraeche-im-Kieler-Landeshaus,koalitionsgespraech110.html


Schwarz-Grüne-Koalition in Schleswig-Holstein weitestgehend in trockenen Tüchern

CDU und Grüne in Schleswig-Holstein steuern den Abschluss ihrer Verhandlungen über eine gemeinsame Regierung an. In Kiel treffen sich am Dienstag (21.06.) die Spitzen beider Parteien, um noch offene Punkte zu klären. Diese betrafen bis Montag (20.06.) auch den Finanzrahmen für die künftige Arbeit und den Zuschnitt der Ministerien.

Gespräche sollen zügig beendet werden

Am Abend sollen die Gespräche im wesentlichen zum Ende gebracht werden. Die Vorstellung des Koalitionsvertrages ist für Mittwochnachmittag (22.06.) geplant, nach einem weiteren Treffen der Hauptverhandlungsgruppe. Spitzenvertreter beider Parteien hatten sich wiederholt zuversichtlich gezeigt, dass auch die letzten Fragen gelöst und der Zeitplan eingehalten werden können. Riesengroße Baustellen gebe es nicht mehr, sagte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) vor den Runden am Montag. Gesprächsbedarf habe noch bei Klimazielen und Windenergie bestanden.

Beide Parteien zeigen sich optimistisch

Auch die Verhandlungsführerinnen der Grünen, Monika Heinold und Aminata Touré, äußerten sich optimistisch. Im innenpolitischen Bereich sei eine deutliche Handschrift der CDU zu erkennen, sagte Touré. Trotzdem gebe es Ausgewogenheit zwischen den jeweiligen Interessen, einen Ausgleich zwischen Bürgerrechten und eine Stärkung der Sicherheitsinstitutionen. Beide Parteien arbeiteten sehr lösungsorientiert, sagte Finanzministerin Heinold. Auch bei den künftigen Ressortzuschnitten sei man auf gutem Weg.

Daniel Günther könnte schon nächste Woche wiedergewählt werden

Da die Arbeitsgruppen sehr erfolgreich gewesen seien, gebe es nur wenige offene Punkte, sagte CDU Fraktionschef Tobias Koch. „Von großen Knackpunkten zu sprechen, wäre übertrieben.“ Es gebe keine unüberwindbaren Hindernisse. Das letzte Wort zum Zustandekommen der Koalition haben beide Landesparteitage am nächsten Montag (27.06.). Zwei Tage darauf könnte Daniel Günther (CDU) zum Ministerpräsidenten wiedergewählt werden.

Quelle: https://www.radiohamburg.de/aktuelles/hamburg/Schwarz-Gr%C3%BCne-Koalition-in-Schleswig-Holstein-weitestgehend-in-trockenen-T%C3%BCchern-id698919.html

Regelung für Neuwagen: EU für Verbrenner-Verbot ab 2035

Heute den ganzen Tag die Abstimmung auf Twitter verfolgt. Toll, nach dem es am Vormittag bei der Abstimmung sehr Emotional wurde und hohe Wellen schlug. Hätte ich damit jetzt nicht gerechnet, um so schöner die Eilmeldung. Das beste kommt halt immer zum Schluss. Hab so gehofft und gebangt, es sah ja auch Mittwoch und heute im laufet des Tages überhaut nicht danach aus.

Einfach Super und sehr Mutig – Klasse! Trotz des starken drucks aus der Lobby und Pseudo-Wissenschaftler. Bis zum endgültigen Abschluss des EU-Gestezgebungsverfahren ist es noch ein langer Weg, aber bis hierhin ein schöner Teilerfolg. , Das musste ja irgendwann mal passieren – das sollten Autofahrer (mit Verbrennern) jetzt nicht verwundert sein. Jetzt wissen Nutzer und die Automobilbranche wo die Reise hingeht, E-Mobilität!


EILMELDUNG: Tolle Neuigkeiten von den #Fitfor55- Abstimmungen

🎉

@Europarl_DEstimmt für den Ausstieg aus 100 % neuen Autos mit Verbrennungsmotor bis 2035! 15 % der gesamten Treibhausgasemissionen der EU stammen aus dem Straßenverkehr. Die Reduzierung dieser Emissionen ist unerlässlich, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen!



Regelung für NeuwagenEU für Verbrenner-Verbot ab 2035

Ab dem Jahr 2035 sollen keinen neuen Autos mit Verbrennermotoren verkauft werden. Dann sollen nur mehr Autos und Transporter angeboten werden, die keine Treibhausgase ausstoßen. Das hat das EU-Parlament beschlossen.

Das EU-Parlament will den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 verbieten. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte in Straßburg dafür, dass Hersteller ab Mitte des nächsten Jahrzehnts nur noch Autos und Transporter auf den Markt bringen dürfen, die keine Treibhausgase ausstoßen. Bevor eine solche Regelung in Kraft treten kann, muss das Parlament noch mit den EU-Staaten darüber verhandeln.

EU-Staaten wollen sich Ende des Monats positionieren

Ende des Monats wollen die EU-Staaten ihre Position zu dem Verbot für den Verkauf von Benzin- und Dieselautos festlegen. Dann müssen die beiden EU-Institutionen noch einen Kompromiss finden, damit es in Kraft treten kann. Deutschland hat sich schon zum Ausstiegsdatum 2035 bekannt.

Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hatte im Namen der Bundesregierung im März in Brüssel gesagt, man stehe hinter dem Ziel, bis 2035 mit Verbrennungsmotoren bei Autos und Transportern abzuschließen. Auch mehrere große Auto-Hersteller, darunter Mercedes und Ford, hatten im November auf der Weltklimakonferenz in Glasgow einen Verkaufsstopp für Verbrenner in den führenden Märkten ab 2035 gefordert.

Nach der Abstimmung sagte der deutsche Grünen-Abgeordnete Michael Bloss: „Damit haben wir uns für die Zukunft des Automobilstandort Europa entschieden.“ Künftig würden die besten Elektroautos und neuesten Batterien aus Europa kommen.

Kritik von der CDU

Die Abgeordneten sprachen sich auch dafür aus, dass keine klimafreundlichen synthetischen Kraftstoffe angerechnet werden können. Mit diesen könnte ein klassischer Verbrenner klimaneutral betrieben werden. Kritiker befürchten jedoch, dass es davon schon zu wenig für Luft- und Schifffahrt gibt, die weniger leicht als Autos oder Transporter elektrisch betrieben werden können.

Kritik kam von der CDU. „Grüne, Liberale und Sozialdemokraten setzen leider lieber alles auf die Karte Elektromobilität“, sagte der CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke. Er fürchtet nach eigenen Worten um die Wettbewerbsfähigkeit Europas und zahlreiche Arbeitsplätze. Er räumte aber ein: „Das Verbrennerverbot 2035 wird wohl nicht mehr zu verhindern sein.“

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-verbrenner-101.html

Unwetter in Deutschland: Drei Tornados und Dutzende Verletzte/Das Wetter wird immer extremer

Das Wetter wird immer extremer

Mit ein Grund warum ich bei der SH-Wahl die Grünen gewählt habe.

Klimawandel und extremeres Wetter sind kein Schmu. Deshalb braucht es die Grünen in einer Koalition, in SH, NRW und anderswo in Deutschland.

Es könnte und alles Treffen, das können in 5 oder 10 Jahren mein Dorf sein, oder das Nachbardorf. Anfangs sind es nur die Bäume im Wald die durch einen Sturm fallen, irgendwann vielleicht mal das eigene Haus. Tornados sind kein Phänomen mehr die es nur in den USA gibt.

Ob beim spazieren gehen, in den Nachrichten oder der Raumfahrt (Wetter- und Erdbeobachtung), man sieht die extremen Wetter-Auswirkungen. Tornados, Überschwemmungen in NRW, ein passender Ort für die größte Erdbeobachtungskonferenz die Anfang nächster Woche startet.

Deshalb sind Klimaschutz und der Ausbau der erneuerbaren Energie wichtig. Es braucht Grüne Koalitionen Bundesweit für Fortschritt und kein weiter so.

Die beiden unteren Videos, unheimlich und faszinierend zugleich.


Unwetter in Deutschland: Drei Tornados und Dutzende Verletzte

Stand: 21.05.2022 10:34 Uhr

Die schweren Unwetter haben besonders in Nordrhein-Westfalen Verwüstung hinterlassen. In Paderborn wurden 43 Menschen verletzt, im Westerwald starb ein Mann. Der Deutsche Wetterdienst spricht von mindestens drei Tornados.

Nach den schweren Unwettern am Freitag hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) drei Tornado-Verdachtsfälle bestätigt. In Paderborn, Lippstadt und im Ortsteil Lütmarsen der Stadt Höxter sind demnach Tornados aufgetreten.

Im Osten von Nordrhein-Westfalen haben die Tornados Dutzende Verletzte und Millionenschäden hinterlassen. Auch in anderen Landesteilen kam es zu heftigen Unwettern. In Rheinland-Pfalz starb ein 38-Jähriger.

Nur kleinräumig aufgetreten

Die Tornados haben sich im Zusammenhang mit besonders starken Gewittern gebildet und seien nur kleinräumig aufgetreten, erläuterte ein DWD-Sprecher. Bislang gibt es keine Angaben zu den Windgeschwindigkeiten.

Über die drei bestätigten Tornados hinaus gab es offenbar noch weitere Verdachtsfälle in Ratingen bei Düsseldorf und im Sauerland. Diese müssen aber noch geprüft werden.

Verletzte und Millionenschäden nach Unwetter

Paderborn am stärksten betroffen

Innerhalb kurzer Zeit habe es am Freitag teilweise Niederschläge von 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter gegeben, so der DWD-Sprecher. An manchen Stellen sei auch Hagel aufgetreten. Insgesamt seien die Gewitter aber schnell durchgezogen.

Paderborn war am Freitag am stärksten von dem Unwetter betroffen. Dort gab es 43 Verletzte, zehn davon schwer. 30 von ihnen würden noch im Krankenhaus behandelt, zehn von ihnen seien schwerer verletzt, teilte die örtliche Polizei mit. Eine in Lebensgefahr schwebende Frau sei am Abend in eine Klinik nach Bielefeld verlegt worden.

Keine Verletzten in Lippstadt

Die Aufräumarbeiten in Paderborn halten an. Daran seien Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW) und andere Hilfskräfte beteiligt, teilte die Polizei mit. Auch das Polizeiaufgebot sei deutlich verstärkt worden. In einem Gewerbegebiet habe es größere Gebäudeschäden gegeben, so ein Sprecher der Polizei.

In Lippstadt gab es offenbar keine Verletzten. Der Polizei liege keine Verletztenmeldung vor, sagte ein Sprecher. Die Aufräumarbeiten gingen weiter. In der Innenstadt seien Bereiche sicherheitshalber abgesperrt.

Ein Toter im Westerwald

Auch in Rheinland-Pfalz wütete das Sturmtief. Laut der Polizei in Koblenz erlitt ein 38-Jähriger am Freitagabend in Wittgert im Westerwald einen Stromschlag im Keller von Bekannten, der nach einem schweren Gewitter unter Wasser stand. Der Mann sei nach dem Stromschlag hingefallen und dabei vermutlich mit dem Kopf aufgeschlagen. Wiederbelebungsversuche blieben laut Polizei erfolglos.

In Andernach und Neuwied kam es laut Polizei zu „extremem“ Hagel mit Hagelkörnern mit einem Durchmesser von rund fünf Zentimetern. Mehrere Dutzend Autos seien erheblich beschädigt worden. Teilweise seien Scheiben fahrender Autos zertrümmert worden, teilte die Polizei weiter mit. Wegen umgefallener Bäume waren in der Region Koblenz mehrere Straßen über Stunden gesperrt. Mehrere Autos blieben zudem in überschwemmten Unterführungen liegen.

Hütte in Mittelfranken eingestürzt

Im mittelfränkischen Landkreis Roth stürzte eine Holzhütte ein, in der einige Menschen offenbar vor dem Unwetter Schutz gesucht hatten. 14 Menschen wurden verletzt, die meisten leicht, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken mitteilte.

Ein Kind sowie eine 37-jährige Frau mussten aber schwer verletzt vom Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Die Einsturzursache der Hütte in Enderndorf am See wurde noch untersucht.

Knapp 400 Feuerwehreinsätze

Insgesamt löste das Unwetter in Mittelfranken knapp 400 Feuerwehreinsätze in Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie in den Landkreisen Nürnberger Land, Fürth und Erlangen-Höchstadt aus. Die Feuerwehr rückte vor allem wegen vollgelaufener Keller, entwurzelter Bäume und beschädigter Hausdächer an, wie sie am frühen Samstagmorgen mitteilte.

Zwischen Neuhaus und Hersbruck wurde die Bahnstrecke gesperrt, weil Bäume die Gleise blockierten. In Nürnberg-Wetzendorf fielen Bäume in eine Stromleitung. Der Störungsdienst schaltete die Leitung dann ab, um den Baum entfernen zu können. Menschen wurden nicht verletzt.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/sturmtief-nrw-paderborn-lippstadt-105.html

Vom 23. bis 27. Mai: Living Planet Symposium 2022 der ESA/Welt­größ­te Erd­be­ob­ach­tungs­kon­fe­renz findet 2022 statt

Welt­größ­te Erd­be­ob­ach­tungs­kon­fe­renz findet 2022 statt

Mit Tausenden von Wissenschaftlern und Datennutzern gehören die Living Planet Symposia der ESA zu den größten Erdbeobachtungskonferenzen der Welt. Seit Jahrzehnten spielt die Erdbeobachtung eine grundlegende Rolle dabei, unser Verständnis darüber zu erweitern, wie unser Planet funktioniert und wie er vom Klimawandel beeinflusst wird. Während die Notwendigkeit, unser Wissen weiter zu erweitern und den globalen Wandel zu überwachen, weiterhin von größter Bedeutung ist, ist die Erdbeobachtung in eine neue Ära eingetreten, in der sie eine Schlüsselrolle in einer Vielzahl von alltäglichen Anwendungen zur Verbesserung des täglichen Lebens spielt und auch für das wettbewerbsorientierte Geschäft immer relevanter wird Sektor.

Das nächste Symposium findet vom 23. bis 27. Mai 2022 im World Conference Center in Bonn, Deutschland, statt. Das Living Planet Symposium 2022 verspricht größer und umfassender zu werden als je zuvor. Auf der Veranstaltung präsentieren Wissenschaftler nicht nur ihre neuesten Erkenntnisse über die Umwelt und das Klima der Erde, die aus Satellitendaten gewonnen wurden, sondern konzentrieren sich auch auf die Rolle der Erdbeobachtung beim Aufbau einer nachhaltigen Zukunft und einer widerstandsfähigen Gesellschaft. Die Teilnehmer können auch erkunden, wie neue Technologien die Nutzung der Erdbeobachtung revolutionieren und wie Unternehmen und Wirtschaft von dieser neuen Epoche profitieren können.

Quelle: https://lps22.esa.int/frontend/index.php?page_id=18477


Hab natürlich mal im Programm-Inhalt gespickt das weit gefächert ist. Viele interessante und spannende Vorhaben sind dabei, aus weitem interessanten Spektrum – Aktueller und zukünftiger Projekte.

Session Descriptions

AtmosphereBiodiversity and EcosystemsBiosphereCarbon cycleClimateGeospace (upper atmosphere, ionosphere, space weather)Hydrology and Water CycleOceanPolar Science and CryosphereSolid EarthCalibration, validation and data quality, FRMEarth Explorer missionsEarth WatchHeritage missionsMeteorology missionsNational missions TPMNewSpace missionsSentinel missions (ESA only)Space technologiesAI and Data AnalyticsDigital TwinsEmerging TechnologiesHAPs/UAVsOpen Earth ForumManaging RisksSustainable DevelopmentNew actors, stakeholders and Commercial EOSecurityRegional InitiativesEducationEuropean and International Relations

Quelle: https://lps22.esa.int/frontend/index.php?folder_id=4294&page_id=

Darunter Aeolus und eine Nachfolgemission Aeolus 2, darunter der Digitale Erd-Zwilling (Initiative „Destination Earth), Camaliot wo ich mitmache und viel andere tolle Sachen mehr. Hoffentlich liest und hört man zu einigen Projekten was neues, wie der Status denn so ist und wie es läuft.

Gleichzeitig zum Living Planet Symposium findet die European Geosciences Union (EGU) statt.


Welt­größ­te Erd­be­ob­ach­tungs­kon­fe­renz kommt 2022 nach Bonn

  • Das DLR ist Co-Gastgeber des „ESA Living Planet Symposiums“, das unter dem Motto „Taking the Pulse of our Planet from Space“ erstmals in Deutschland stattfindet.
  • Vom 23. -27. Mai 2022 erwarten die Europäische Weltraumorganisation ESA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mehrere tausend Teilnehmer aus der ganzen Welt.
  • Im Fokus stehen Vorträge und Aktionen zur Rolle von Erdbeobachtungsaktivitäten bei der Lösung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, nachhaltige Ökonomie oder Ernährungssicherheit.
  • Schwerpunkte: Raumfahrt, Erdbeobachtung

Das „Living-Planet“-Symposium der ESA findet alle drei Jahre mit etwa 4000 – 5000 Teilnehmenden statt, zuletzt im Mai 2019 in Mailand – mit umfassender Unterstützung durch Stadt und Universität. Vom 23.-27. Mai 2022 soll die weltweit größte Fachkonferenz im Bereich der Erdbeobachtung erstmals nach Deutschland kommen – genauer gesagt ins WCCB in Bonn. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR, die im Auftrag der Bundesregierung das deutsche Engagement in der ESA koordiniert, hat hier ihren Sitz, ebenso verschiedene UN-Sekretariate mit Fokus auf Umwelt- und Klimafragen. Die Bundesstadt am Rhein ist seit neustem auch Heimat der Europäischen Wetterbehörde EZMW, die Universitäten in Bonn und Köln haben zudem gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich im Jahr 2020 das CESOC (Center for Earth System Observations and Computanial Analysis) gegründet.

Die Beobachtung der Erde aus dem All mithilfe von Satelliten ist ein wesentlicher Baustein für dauerhaftes, aktives Umwelt- und Klima-Monitoring und daraus abzuleitende Maßnahmen für den globalen und regionalen Umwelt- und Klimaschutz.

„Deutschland gehört zur Weltspitze bei der Entwicklung und Anwendung von Erdbeobachtungstechnologien. Als starker Partner der ESA freuen wir uns sehr, Co-Gastgeber des `Living Planet Symposiums‘ zu sein. Das Symposium ist eine hervorragende Gelegenheit für den internationalen Expertenaustausch zu aktuellen, uns alle betreffende globale Herausforderungen wie Klimaschutz, Ernährungssicherheit oder auch die Umsetzung nachhaltiger Technologien, die wir mithilfe von Erdbeobachtung fokussierter angehen können“, sagt Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. „Wir möchten die Chance nutzen, die Themen der Veranstaltung mitzugestalten und wichtige umwelt- und klimapolitische Ziele im nationalen und internationalen Umfeld zu platzieren. Zugleich freue ich mich, dass rund um das Symposium viele Aktionen geplant sind, um den Nutzen und den Wert der Erdbeobachtung mithilfe von Satelliten und Satellitendaten verständlich zu machen.“

Toni Tolker-Nielsen, der kommissarische Direktor für die ESA-Erdbeobachtungsprogramme, betont: „Das anstehende Symposium wird die bisher umfassendste Veranstaltung sein. Wir werden alle möglichen Vorteile und Zukunftspotenziale der Erdbeobachtung erkunden und demonstrieren, vom Verständnis der Erdsysteme über das Aufbauen neuer Partnerschaften, um die Nutzerbasis zu erweitern und den Zugang zu Kapital zu verbessern, bis hin zur Förderung der grünen Wende, bei dem auf Erdbeobachtung basierende Dienste in die Politik integriert werden können.“

Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR unterstützt die ESA im Vorbereitungsteam, das DLR ist Co-Gastgeber der Konferenz. Weitere Informationen finden Sie hier: Living Planet Symposium 2022.

Quelle: https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2021/02/20210531_erdbeobachtungskonferenz-kommt-2022-nach-bonn.html

Gesetz zur Beschleunigung der Energiewende vorgelegt: Per Gesetz zu grünerem Strom – „Zu Wasser, zu Land, auf dem Dach“

Mehr Wind- und Solarkraft – das soll in Deutschland schneller gehen, auch um unabhängiger zu werden in Sachen Energie. Helfen soll das „Osterpaket“. Doch nicht alle kommen damit schon auf einen grünen Zweig.

Robert Habeck ist mächtig stolz, er spricht von einem „Osterpaket“: Rund 600 Seiten umfassen die von seinem Ministerium erarbeiteten Gesetzesänderungen, in deren Mittelpunkt der Ausbau der erneuerbaren Energien steht. Mit dabei sind Änderungen an Gesetzen, die so schöne Namen haben wie: Erneuerbare-Energien-Gesetz, Windenergie-auf-See-Gesetz, Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz.

All das klingt technisch, dient aber einem großen Ziel: Auf dem Weg zur Klimaneutralität soll bereits im Jahr 2035 die Stromversorgung in Deutschland nahezu ausschließlich aus erneuerbaren Energien erfolgen – heute liegt der entsprechende Anteil bei 42 Prozent.

Habecks „Osterpaket“ soll Deutschland auf unabhängigen Klimapfad bringen

Durch den Ukraine-Krieg habe das Gesetzespaket aber eine ganz aktuelle Bedeutung gewonnen, sagt Habeck. Der Krieg zeige, dass Energiepolitik auch Geopolitik sei – schließlich berühre die energiepolitische Abhängigkeit von Russland auch die deutschen Sicherheitsinteressen. Das „Osterpaket“ sei eine Antwort, denn es gehe darum, sich zunächst unabhängig von russischen Energieimporten zu machen und dann von fossilen Energieimporten, also Kohle, Öl und Gas, insgesamt.

Verfahren sollen einfacher werden

Im Zentrum des Pakets stehen Verfahrensvereinfachungen für den Bau neuer Windkraft- und Solaranlagen.  „Was wir tun“, so Habeck, „ist die Rechtsauslegung einfacher zu machen.“ Dabei hilft ein juristischer Begriff: Die Nutzung erneuerbarer Energien wird als im „überragenden öffentlichen Interesse“ definiert und als Dienst an der öffentlichen Sicherheit. Durch diese Definition kann gegen den Bau von Solar- und Windanlagen nicht mehr so leicht Einspruch erhoben werden wie bisher.

Noch nicht Teil des „Osterpakets“ sind Maßnahmen, um das von der Bundesregierung angestrebte Ziel zu erreichen, Windkraft auf zwei Prozent der Fläche zu produzieren. Habeck will dazu den Konsens mit den Ländern suchen, aber Konflikten dabei nicht aus dem Weg gehen: „Wenn in Zeiten wie diesen Windkraftplanung politisch verhindert wird, dann passt das nicht in die politische Landschaft. Und entsprechend werden wir eine Verhinderungsplanung abstellen“, sagt Habeck, wobei der Schutz berechtigter Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern gewahrt bleibe: „Es ist klar, dass man nicht neben einer Windkraftanlage schlafen soll.“

Die Wirtschaft zieht es zu den Windparks

Ein kritischer Punkt sind Abstandsregeln, die den Neubau von Windrädern erschweren – Beispiel: die „10H-Regel in Bayern“, die einen Mindestabstand vom Zehnfachen der Höhe von Windrädern zu Gebäuden vorsieht. Ob er diese Regel konkret aushebeln will, sagt Habeck nicht. Von ihm aus könne es auch 20H- oder 30H-Regeln geben, so Habeck locker, doch das Zwei-Prozent-Ziel beim Ausbau der Windenergie müsse erreicht werden.

Nach Ansicht des grünen Ministers zeigt aber auch die Ansiedelung wichtiger Unternehmen in der jüngsten Zeit, dass die Wirtschaft auf die Nähe zu großen Windparks setze. Viele Politiker würden dadurch verstehen, dass das Vorhandensein erneuerbarer Energien einen Wettbewerbs- bzw. Standortvorteil für ihre Region darstelle.

Was die Kosten für das „Osterpaket“ angeht, gibt sich Habeck bedeckt: Den Steuerzahler würde es nur wenig kosten. Allerdings sollen über den Klimafonds der Regierung, der erst kürzlich mit 60 Milliarden Euro aus Corona-Schulden aufgefüllt wurde, verschiedene Fördermaßnahmen laufen. Auch die Abschaffung der EEG-Umlage beim Strompreis ab 1. Juli wird aus diesem Topf finanziert.

Es geht nicht von heute auf morgen

Die Klimaziele, das gibt Habeck zu, ließen sich nur mittelfristig verbessern. Schließlich würde der Bau neuer Windanlagen – Stand heute – vier bis acht Jahre dauern. Insofern sei das „Osterpaket“ mit den Verfahrensvereinfachungen die Voraussetzung dafür, „dass wir auf der Strecke der nächsten acht Jahre besser, schneller und umfänglicher vorankommen.“ Die Politik könne nur die Rahmenbedingungen liefern, am Ende müssten die Anlagen vor Ort genehmigt, gebaut und errichtet werden. Wobei auch Kapazitätsgrenzen im Handwerk und Lieferengpässe einem schnellen Ausbau Grenzen setzen dürften.

Die FDP will „konstruktiv“ nachbessern

Die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren wird auch von den anderen Parteien begrüßt. Habecks Koalitionspartner FDP aber hat zu einzelnen Punkten Vorbehalte angemeldet. Der aktuelle Entwurf sei „noch weit davon entfernt, im Bundestag eine Mehrheit zu finden“, erklärt Vizefraktionschef Lukas Köhler. Die FDP habe im Kabinett zugestimmt, damit nicht unnötig Zeit verloren gehe: „Wir wollen das Prozedere nicht aufhalten, sondern konstruktiv gemeinsam mit dem Koalitionspartner dafür sorgen, dass das Gesetz im Parlament noch mal verbessert wird.“

Einer der Kritikpunkte: Die FDP hält das Ziel, den Stromverbrauch bis 2035 komplett auf erneuerbare Energien umzustellen, nicht für realisierbar. Außerdem habe man in der Koalition vereinbart, marktwirtschaftliche und innovative Instrumente beim Ausbau der Erneuerbaren zu stärken, statt neue Subventionsprogramme einzuführen. Auch die endgültige Abschaffung der EEG-Umlage sowie das Auslaufen der EEG-Förderung müssten noch klarer geregelt werden, so der FDP-Politiker Köhler.

Nach Einschätzung von Grünen-Minister Habeck können die Differenzen überbrückt werden. Er sei sich sicher, „dass sich das gut auflösen lässt“. Dass es nicht bereits vor der Kabinettssitzung zu einer Einigung gekommen sei, das sei allein der aktuellen Lage geschuldet – und damit wiederum der Geopolitik.

Osterpaket von Wirtschaftsminister Habeck zum Ausbau der erneuerbaren Energien

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/osterpaket-energie-101.html


Habeck: „Das Osterpaket ist der Beschleuniger für die erneuerbaren Energien “Kabinett verabschiedet mit Osterpaket zentrale Gesetzesnovelle für Beschleunigung des Erneuerbaren-Ausbaus

Einleitung

Das Bundeskabinett hat heute auf Vorschlag von Vizekanzler und Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck das sogenannte Osterpaket verabschiedet. Dabei handelt es sich um die größte energiepolitische Gesetzesnovelle seit Jahrzehnten. Mit dem Osterpaket werden verschiedene Energiegesetze umfassend novelliert, um so den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen und konsequent voranzutreiben.

Robert Habeck hierzu: „Das Osterpaket ist der Beschleuniger für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wir werden den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch innerhalb von weniger als einem Jahrzehnt fast verdoppeln. Wir verdreifachen die Geschwindigkeit beim Erneuerbaren Ausbau – zu Wasser, zu Land und auf dem Dach. Die erneuerbaren Energien liegen künftig im öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Sicherheit. Das ist entscheidend, um das Tempo zu erhöhen. Insgesamt schaffen wir mit dem Osterpaket die Voraussetzungen für die Energiesicherheit und die Energiesouveränität Deutschlands. Zugleich legt es die Grundlagen dafür, dass Deutschland klimaneutral wird.“

Habeck erklärte weiter: „Das Osterpaket ist Teil unserer Agenda und ist in den letzten Monaten unter Hochdruck erarbeitet worden. Es hat angesichts des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine nun eine doppelte Dringlichkeit erhalten. Zum einen spitzt sich die Klimakrise zu. Zum anderen zeigt der Einmarsch Russlands, wie wichtig es ist, aus den fossilen Energien auszusteigen und den Ausbau der Erneuerbaren konsequent voranzutreiben. Das tun wir beherzt und konsequent.“

Das heute vom Bundeskabinett verabschiedete Osterpaket wird nun dem Deutschen Bundestag zugeleitet und geht in einem nächsten Schritt in das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren. Es handelt sich um ein Artikelgesetz, welches auf über 500 Seiten folgende Einzelgesetze umfasst:

  • das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG),
  • das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG),
  • das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG),
  • das Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG),
  • das Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz (NABEG)
  • weitere Gesetze und Verordnungen im Energierecht.

Welche Maßnahmen beinhaltet das Osterpaket konkret?

  • Es wird als Herzstück des Pakets der Grundsatz verankert, dass die Nutzung erneuerbarer Energien im überragenden öffentlichen Interesse liegt und der öffentlichen Sicherheit dient. Der Ausbau der erneuerbaren Energien an Land und auf See wird auf ein völlig neues Niveau gehoben. Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs aus Erneuerbaren bezogen werden.
  • Es werden umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um den Erneuerbaren Ausbau voranzutreiben. So werden neue Flächen für den Ausbau der Photovoltaik bereitgestellt, die Beteiligung der Kommunen bei Wind an Land und Photovoltaik ausgeweitet, windschwache Standorte verstärkt erschlossen und die Rahmenbedingungen für den Ausbau von Photovoltaikdachanlagen verbessert.
  • Der Ausbau der Windenergie auf See soll zukünftig auf zwei gleichberechtigte Säulen gestellt werden. Neben der Ausschreibung von bereits voruntersuchten Flächen werden zukünftig auch bisher nicht voruntersuchte Flächen ausgeschrieben.
  • Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netze wird beschleunigt, indem Hemmnisse abgebaut und Planungs- und Genehmigungsverfahren verschlankt werden.
  • Der Bundesbedarfsplan für den Ausbau der Übertragungsnetze wird aktualisiert und es werden neue Projekte aufgenommen, damit die Netze mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien Schritt halten können.
  • Mit der Abschaffung der EEG-Umlage werden zugleich die Regelungen für den Eigenverbrauch und die Privilegierung der Industrie enorm vereinfacht und ein großer Beitrag zur Entbürokratisierung des Energierechts geleistet.
  • Es werden die Rechte der Endkunden und die Aufsichtsmöglichkeiten der Bundesnetzagentur über Energielieferanten gestärkt, um die Strom- und Gasverbraucher zukünftig noch besser zu schützen.

Ein Überblickspapier zum Osterpaket und die Gesetzentwürfe finden Sie hier.

Quelle: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/04/20220406-habeck-das-osterpaket-ist-der-beschleuniger-fur-die-erneuerbaren-energien.html

Erfolgreich gestartet: Start des deutschen Hyperspektralsatelliten EnMAP

Der Hyperspektralsatellit EnMAP wird die Erdoberfläche in 242 spektralen Kanälen beobachten. © DLR

Heute Abend ist es soweit: Der deutsche Hyperspektralsatellit EnMAP wird um 18:24 Uhr unserer Zeit von Cape Canaveral aus in die Erdumlaufbahn starten. Er soll künftig hochauflösende Daten zum Zustand von Gewässern, Böden und anderen Biosystemen liefern, kann aber auch Mineralien und Schadstoffe aufspüren. Möglich wird dies durch Infrarotoptiken, die die Erdoberfläche in 242 spektralen Kanälen abbilden. Bisher waren Daten in dieser Qualität von Satelliten nicht verfügbar.

Hyperspektralkameras sehen das, was wir nicht sehen: Sie können Übermalungen in Gemälden sichtbar machen oder verborgene Texte in historischen Manuskripten enthüllen. Aber auch unsichtbare Methanaustritte oder Schadstoffe helfen diese Optiken aufzuspüren. Möglich wird dies, weil diese Kameras einen anderen Wellenbereich des Lichts als unsere Augen abdecken und diesen in seine spektralen Kanäle aufschlüsseln. Weil verschiedene Materialien das Licht je nach Spektralbereich verschieden stark reflektieren, werden Unterschiede dabei deutlich.

Hyperspektraler Blick aus dem All

Genau dies soll nun erstmals auch ein deutscher Satellit leisten. Der Hyperspektralsatellit EnMAP (Environmental Mapping and Analysis Program) verfügt über zwei hochauflösende Spektrometer, mit denen er Strahlung im sichtbaren und infraroten Wellenbereich zwischen 420 und 2.450 Nanometern aufzeichnet und in 242 spektrale Kanäle zerlegt. Bisher wurde eine vergleichbare Sensorik nur vom Flugzeug aus eingesetzt.

Am 1. April 2022 gegen 18:24 Uhr unserer Zeit wird der EnMAP-Satellit in den Orbit starten. An Bord einer Falcon-9-Rakete von SpaceX wird er von Cape Canaveral aus ins Weltall gebracht. In 650 Kilometer Höhe wird der Hyperspektralsatellit seinen Beobachtungsposten in einer sonnensynchronen Umlaufbahn beziehen.

Neuer Blick auf Gewässer, Böden, Vegetation oder Gase

Der EnMAP-Satellit tastet die Erdoberfläche mit einer Auflösung von rund 30 Metern ab und kann dabei jeden Punkt der Erde senkrecht von oben aus anvisieren. Aus diesen Messdaten lassen sich präzise Aussagen über Zustand und Veränderungen der Erdoberfläche ableiten. „Aus den Ergebnissen lassen sich zum Beispiel physikalische, chemische und biologische Parameter von Böden ableiten. Eine Frage könnte sein, wieviel Kohlenstoff die Böden binden. Oder ob aus einer Pipeline Methan entweicht“, erklärt Peter Reinartz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

EnMAP wird neben der Landfläche auch die Küstengebiete und Binnengewässer unter die Lupe nehmen. Der Satellit sieht dabei Details, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben. Wie unter einem Mikroskop macht sein Hyperspektralinstrument zum Beispiel Schadstoffe in Seen und Küstengewässern sichtbar und lässt sie quantitativ genau bestimmen. „Der Umweltsatellit EnMAP ist absolut faszinierend – im Grunde ist er eine Kombination aus einem Speziallabor und einem Mikroskop, das in 650 Kilometer Höhe um die Erde fliegt“, sagt Marco Fuchs von OHB, der Firma, die den Satelliten konstruiert hat.

Quelle: https://www.scinexx.de/news/kosmos/start-des-deutschen-hyperspektralsatelliten-enmap/

EnMap: Start Freitag am 01.04.2022 auf Falcon 9 (Transporter 4)

EnMap

Erster deutscher Hyperspektralsatellit zur Klima/Umwelt Überwachung startet am Freitag 01.04.2022 auf Falcon 9 (Transporter 4). Die Transporter 4 Mission ist eine spezielle mitfluggelegenheit in der mehrere Satelliten unterschiedlicher Kunden mitgenommen werden.

Wichtig zu wissen wenn man speziell in Foren der Raumfahrt unterwegs ist oder auch in die Startkalender schaut, EnMap als Einzelstart taucht (sucht man vergebens) da nämlich nicht auf sondern ist unter „Transporter 4“ zu finden. Auch gibt es in den Forums einen EnMap und Transporter 4 Thread, wobei letzteres so der Launch-Thread ist.

Das Startdatum ist Definitiv kein Aprilscherz. Das Startdatum ist natürlich trotzdem immer unter Vorbehalt das Wetter und Technik mitspielen. Auch muss SpaceX noch den Hot-Fire Test machen.

Tierbeobachtung aus dem All: Projekt erhält keine Daten mehr/Daten aus dem Weltraum ermöglichen Blick auf Tiere in Bewegung

Mit dem «Icarus»-Projekt erlangen Forscher wertvolle Daten zum Verhalten von Tausenden Tieren weltweit. Die dafür nötige Übertragung aus dem All kommt nun aber im Zuge des Ukraine-Kriegs zum Erliegen. Die Forschenden lassen sich davon nicht unterkriegen.

22.03.22‍

Martin Wikelski, Projektleiter von «Icarus»,

Der Ukraine-Krieg hat auch Folgen für die Wissenschaft: Das deutsch-russische Forschungsprojekt «Icarus» zur Tierbeobachtung aus dem All erhält keine Daten von der Raumstation ISS mehr. Sie gehe auch nicht davon aus, dass sie künftig noch mal Daten erhalten werden, sagte Uschi Müller, Projektkoordinatorin am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz.

Die Datenübertragung von der ISS zu den Konstanzer Forschern wurde demnach bereits Anfang März gekappt. Am 3. März hatte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Verweis auf den Krieg in der Ukraine laufende Kooperationen mit Russland für beendet erklärt. Die russische Seite kündigte die Zusammenarbeit mit dem DLR daraufhin ebenfalls auf.

Das Projekt «Icarus» stehe deshalb aber nicht vor dem kompletten Aus, sagte Müller. Es würden derzeit bereits Konzepte entwickelt, wie etwa ein deutscher Kleinsatellit die Daten der Tiere empfangen könnte. Bis eine neue Lösung gefunden ist, wollen die Forscher einen Teil der Daten händisch auslesen – etwa, wenn Vögel zu ihrem Nest zurückkehren.

Für «Icarus» (International Cooperation for Animal Research Using Space) wurden tausende Tiere mit kleinsten Sendern versehen, die ihre Daten bei deren Überflug an die ISS schicken. Damit untersuchen die Forscher etwa das Zugverhalten von Vögeln. Zu den untersuchten Arten zählten demnach Kuckucke und Küstenseeschwalben.

Quelle: https://www.badische-zeitung.de/tierbeobachtung-aus-dem-all-projekt-erhaelt-keine-daten-mehr


Daten aus dem Weltraum ermöglichen Blick auf Tiere in Bewegung

Forschende haben begonnen, die globalen Bewegungen einzelner Tiere mit einer neuen Generation von Miniatur-Sendern zu verfolgen. Damit öffnet sich eine neue Dimension in den Bemühungen, den Biodiversitätswandel zu erfassen und Gebiete für Erhaltungsmaßnahmen zu lokalisieren. Das Icarus-Projekt hat seit März 2021 die Bewegungen von Hunderten von Tieren aus 15 Arten aufgezeichnet. Angesichts der niedrigen Kosten und der geringen Größe der Sender hoffen die Forscher, das Projekt auf Tausende von Tierarten ausweiten zu können und Daten über das Leben der Tiere weltweit nahezu in Echtzeit zu liefern. Die Studie zeigt, wie dieses „Internet der Tiere“ – in Kombination mit anderen Umwelt- und Verhaltensdaten – Wissenschaftlern Aufschluss über Veränderungen in den Ökosystemen der Erde geben kann.

20. MÄRZ 2022

Globale Karte der verfolgten Tiere, wie sie vom 11. März 2021 bis zum 3. November 2021 Icarus erfasst wurden.
© Jetz et al., TREE 2022

Die Icarus-Sender, die seit März 2021 Daten sammeln, haben viele Erkenntnisse über die 15 Arten geliefert, die im Rahmen des Projekts beobachtet werden. Die geringe Größe der Tags von weniger als fünf Gramm und Solarstrombatterien haben die Beobachtung selbst kleiner Vögel über lange Zeiträume ermöglicht, wodurch unbekannte Aspekte ihrer Wanderungen aufgedeckt werden konnten. So fliegen beispielsweise Uferschnepfen nonstop von Nichtbrutplätzen in Südchile nach Mexiko oder quer durch Mittelamerika, um in Texas, USA, zu landen. Und der Kuckuck unternimmt lange Wasserüberquerungen über den Indischen Ozean von Indien nach Afrika. „Dies ist der Beginn einer Ära, in der die Bewegungen von Tieren die Gesundheit unseres Planeten überwachen können“, sagt Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Deutschland, Co-Direktor des MPYC und Initiator von Icarus. „Die ersten Daten von Icarus sind ein Beweis dafür, dass mit erhöhtem Aufwand ein globales Netzwerk von Tieren als Botschafter möglich ist.“ 

Die Daten liefern jedoch mehr als nur fehlende Details über das Leben einzelner Tiere – sie geben einen Einblick in die Art und Weise, wie Daten über Tierbewegungen, wenn sie in großem Maßstab gesammelt werden, ein lebendiges Bild der Umweltveränderungen auf dem Planeten ergeben können. „Anstatt Sensoren in der Erdumlaufbahn zu verwenden, die Bilder von der Oberfläche des Planeten für die spätere Auswertung einfangen, suchen sich die Tiere durch unzählige individuelle Bewegungsentscheidungen ihre bevorzugten Bedingungen und erfassen die Qualität und den Zustand der Ökosysteme in Echtzeit“, so Wikelski. So werden die Wissenschaftler nicht nur in der Lage sein, Gebiete zu identifizieren, die für das Überleben der Tiere wichtig sind, sondern auch Gebiete, in denen die biologische Vielfalt durch menschliche Eingriffe oder Wilderei bedroht sein könnte, wenn die vorgesehenen Wanderrouten blockiert sind. 

Bei den meisten der bisher markierten Tiere handelt es sich um Vögel, die Forscher sind jedoch der Meinung, dass aufgrund der rapiden Entwicklung immer kleinerer Sender eines Tages viel mehr Reptilien, Säugetiere und sogar Insekten mit den Sensoren ausgestattet werden könnten. Nachdem die Technologie jetzt zur Verfügung steht, ist das Max Planck Yale Center dabei, Mittel zu beschaffen, die zum Kauf weiterer Sensoren (derzeit etwa 300 Dollar pro Stück) eingesetzt werden und Forschern in verschiedenen Teilen der Welt zugutekommen sollen, um das System zu nutzen und zu erweitern, Freiwillige zu schulen und Plattformen für den Informationsaustausch zu integrieren. „Unser Traum ist eine permanente Schar von etwa 100.000 Tierbotschaftern, die uns Menschen dabei helfen, Veränderungen auf diesem Planeten zu messen, zu verstehen und ihnen entgegenzuwirken“, sagte Walter Jetz, Hauptautor der Studie, Co-Direktor des Zentrums und Professor für Ökologie, Evolutionsbiologie und Umwelt an der Yale University.

Neue Satelliten

Icarus (International Cooperation for Animal Research Using Space) ist eine Kollaboration internationaler Wissenschaftler unter der Leitung der Max-Planck-Gesellschaft. Es stützt sich auf Freiwillige, die an Tieren Sensoren mit einem Gewicht von weniger als fünf Gramm anbringen. Die Sensoren zeichnen nicht nur GPS-Daten auf, sondern können auch andere Informationen über die Bedingungen liefern, denen ein Tier ausgesetzt ist, wie etwa die Temperatur. Die Daten der Sensoren werden von Antennen im Weltraum erfasst und dann an Computer auf dem Boden übertragen. Die erste Antenne des Projekts, die sich an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) befindet, soll bald durch weitere Empfänger in der Umlaufbahn ergänzt werden. Die Gruppe arbeitet daran, ihre weltraumgestützten Datenerfassungsgeräte massiv auszubauen. Geplant sind u. a. ein Mikrosatellit und ein größeres 2-Satelliten-System.  

Die Bewegungen in Raum und Umwelt, die Heimatgebiete und Migrationskorridore auf Grundlage dieser neuen Daten können im Digital Museum of Animal Lives (animallives.org), einer Initiative des internationalen Max Planck-Yale Center for Biodiversity Movement and Global Change (MPYC), eingesehen werden.

Quelle: https://www.mpg.de/18465412/icarus-daten

EnMAP: Die Sichtbarkeit des Unsichtbaren – Über die Bedeutung der Hyperspektralen Fernerkundung für die Menschheit

Überschwemmungen, Unwetter, Hitzewellen – der Klimawandel ist längst für uns alle spürbar. Damit die Menschheit diesen Veränderungen begegnen kann, müssen die Ökosysteme und ihre Funktion zunächst verstanden werden. Einen entscheidenden Beitrag dazu kann die Fernerkundung aus dem Weltraum leisten. Besonders die Hyperspektraltechnologie bietet neue Möglichkeiten, das Unsichtbare sichtbar zu machen. OHB leistet als Hauptauftragnehmer für die Mission EnMAP (Environmental Mapping & Analysis Program) dafür einen entscheidenden Beitrag. Im Interview spricht das OHB-Expertenteam mit Hans-Peter Honold, Bernhard Sang und Rüdiger Schönfeld über die Bedeutung der deutschen Hyperspektralmission für die Bewältigung der Klimakrise, die Wettbewerbsfähigkeit von OHB und den Teamspirit am OHB-Zentrum für Optik und Wissenschaft.

EnMAP-Daten werden uns dabei helfen können, die Erde und ihre Ökosysteme zu verstehen. © OHB/DLR

Der Klimawandel steht offensichtlich vor der Haustür. Hat die Menschheit ein Problem?

Bernhard Sang: Der Klimawandel ist definitiv eine Herausforderung für die Menschheit. Denn: Die wachsende Bevölkerung und ihre Aktivitäten in allen möglichen Bereichen der Biosphäre stoßen an die Grenzen der verfügbaren Ressourcen. Ob das nun saubere Luft mit einem geringen Anteil klimaschädlicher Gase wie CO2 und Methan, sauberes Wasser oder landbasierte Ökosysteme wie Wald oder Landwirtschaft sind – die große Aufgabe der aktuellen und kommenden Generationen wird es sein, in all diesen Bereichen den Übergang zur ressourcenerhaltenden Bewirtschaftung zu schaffen.

Bernhard Sang, OHB-Experte für optische Missionen und Instrumente. Foto: Roman Job © OHB

Wie kann die Umweltbeobachtung aus dem Weltraum dabei helfen?

Bernhard Sang: Weltraumbasierte Umweltbeobachtung besitzt einen unschlagbaren Vorteil: die Perspektive. Man ist im All sehr weit von den zu beobachtenden Objekten entfernt, dafür erhält man aus weiter Ferne eine großräumige globale Perspektive. Da die Ökosysteme der Biosphäre allesamt mehr oder weniger global miteinander verbunden sind, kommt diesem Blickwinkel eine große Bedeutung zu. Wir Menschen lernen seit einigen Jahrzenten über diese Ökosysteme durch ein iteratives Vorgehen bestehend aus Beobachtung und Modellierung. Derartige Modelle, die meist gewisse Aspekte wie zum Beispiel den Kohlenstoffzyklus global beleuchten, werden „Digital Twin Earth“ genannt und von der Europäischen Union in ihrer Entwicklung stark vorangetrieben. Sie bilden das vorhandene Wissen ab, integrieren Daten, modellieren menschliche Aktivität und erlauben es z. B. langfristige Prognosen abzugeben wie zur Klimaentwicklung. Über die Verbesserung dieser Art Modelle und entsprechende Simulation von Szenarien wird die Menschheit lernen, das System Erde zu verstehen und daraus abgeleitet die Biosphäre nachhaltiger zu bewirtschaften. Grundlage dieser Modelle sind die globalen Daten bestimmter Umweltparameter. Diese können nur über die weltraumgestützte Beobachtung erhoben werden.

„Hyperspektraldaten können künftig dabei helfen, Wachstumszyklen von Pflanzen zu ergründen und so mehr Ertrag produzieren.“

Was macht die Hyperspektraltechnologie so bedeutsam für die Lösung von Umweltproblemen?

Bernhard Sang: Hyperspektrale Erdbeobachtung eine „vollständige“ Art der Erdbeobachtung. Hier wird nicht selektiv ein Bild aufgenommen, sondern es wird die gesamte Wechselwirkung des Sonnenlichtes mit der Erdoberfläche und der Atmosphäre kontinuierlich erfasst. Das reflektierte Licht enthält über seine Wechselwirkung mit Boden und Atmosphäre eine Menge an Informationen, die sich durch hyperspektrale Fernerkundung sehr genau erfassen lassen. So kann zum Beispiel der Gesundheitszustand einer Pflanze wesentlich genauer bestimmt werden als mit aktuellen Methoden. Da der hyperspektrale Sensor das gesamte Spektrum aufnimmt, können die Daten zu sehr verschiedenen Fragestellungen mit ein und dem gleichen Sensor bearbeitet werden. Dazu gehört die Gewässerqualität, der Waldzustand, die lokale Methankonzentration oder auch die Geologie. Es ist somit sozusagen das „Schweizer Taschenmesser“, also das Universalwerkzeug der optischen Fernerkundung.

Es gibt somit universelle Nutzungsmöglichkeiten?

Bernhard Sang: Definitiv. Eines der größten Menschheitsprobleme ist das der Ernährung. Wir verzeichnen eine wachsende Weltbevölkerung, haben aber keinen wachsenden Planeten und die Agrarflächen sind ausgeschöpft. Hyperspektraldaten können künftig dabei helfen, Wachstumszyklen von Pflanzen zu beobachten und durch verbesserte Bewirtschaftung mehr Ertrag produzieren. Neben Nahrung braucht der Mensch natürlich auch Trinkwasser. Die Daten werden uns auch helfen, die Qualität von Binnengewässern zu beurteilen sowie zum Erhalt der Bodenqualität beizutragen. Und natürlich wird der Zustand von Wäldern besser bewertet werden können. Als einer der ersten Hyperspektralsatelliten wird EnMAP die Tür öffnen für ein vertieftes Verständnis des Klimawandels und dessen Auswirkungen auf Land- und Gewässerökosysteme.

Am OHB-Zentrum für Optik und Wissenschaft haben viele Mitarbeitende etwa 15 Jahre an der Mission EnMAP gearbeitet. Was bedeutet dieses Projekt für das Team und für OHB?

Hans-Peter Honold, Projektleiter EnMAP. Foto: Roman Job © OHB

Hans-Peter Honold: EnMAP ist eine Pionierleistung. Wir haben aus einer Vision ein reales Stück Hardware geschaffen. Zu Beginn wussten wir tatsächlich nicht, was alles auf uns zukommen wird, wo wir menschliche Grenzen und die des technisch Machbaren überschreiten werden. Diese Erfahrungen haben uns gestärkt und zusammengeschweißt und dienen als Grundlage auch für andere Projekte in Oberpfaffenhofen. Unser Team hat immer als Team gearbeitet und die Mission hat viele Menschen über einen langen Zeitraum verbunden. In EnMAP haben viele Kolleg:innen eine Vision verwirklicht. Die tiefe Motivation entstand aus der Identifikation mit dem Projekt und dem Mut, loszumarschieren, ohne dass wir uns von der Komplexität der Aufgabe erdrücken ließen. Die Entwicklung dieses Satelliten hat den Standort Oberpfaffenhofen stark geprägt und definiert. Durch EnMAP wissen wir jetzt: Wir brauchen keine Angst mehr vor großen Herausforderungen haben.

„Zu Beginn wussten wir tatsächlich nicht, was alles auf uns zukommen wird, wo wir menschliche Grenzen und die des technisch Machbaren überschreiten werden.“

Was war aus technologischer Sicht die größte Herausforderung in den vergangenen Jahren?

Hans-Peter Honold: Eine große Challenge war sicherlich die komplette Entwicklung und Herstellung des Hyperspektralinstruments, das seinerseits aus Teleskop und Spektrometer besteht. Wir haben hier das erste Mal in der Geschichte des Unternehmens ein gesamtes Instrument dieser Komplexität entwickelt und das mit einer großen Entwicklungstiefe, die bis auf Einzelteilebene ging. Das war ein großer Schritt für OHB. Auf diesem Weg haben wir uns viel Wissen und Kompetenzen aneignen können, von denen jetzt schon andere Projekte profitieren.

Blick in die Zukunft: Wenn Sie sich vorstellen, es ist Anfang April 2022 und EnMAP hebt mit der Falcon-9 ab Richtung All – was glauben Sie, wird in Ihnen vorgehen?

Hans-Peter Honold: Dieser Moment wird sicher einzigartig. Für mich und viele meiner Kolleg:innen war dieses Projekt wie ein weiteres Kind, unser Baby. Wir haben lange an dieser Mission gearbeitet und jetzt lernt dieses Kind laufen, wird selbstständig. Wir müssen loslassen. Wir sind fest davon überzeugt, dass unser Baby gut performen wird, schließlich haben wir sehr viel Energie in die Erziehung investiert.

Mit EnMAP hat OHB eine komplette Technologie entwickelt und gebaut. Ist diese Mission erst der Anfang?

Dr. Rüdiger Schönfeld, Direktor Erdbeobachtungssysteme. Foto: Roman Job © OHB

Rüdiger Schönfeld: Ganz gewiss. Auch wenn es zu der Technologie von EnMAP in Teilen heute schon Weiterentwicklungen gibt, so haben wir vor allem gelernt, worauf es bei der Entwicklung solcher komplexen Instrumente und Missionen ankommt. Dieses breite Wissen hat dann den Boden dafür bereitet, dass wir von der ESA mit der Entwicklung der Nutzlast der Hyperspektralmission CHIME beauftragt wurden. Auch wenn CHIME auf den ersten Blick anders aussieht, so sind doch in sehr hohem Maße Wissen und Fähigkeiten, die im Rahmen von EnMAP erworben wurden zum Einsatz gekommen. Kurz gesagt: Ohne EnMAP gäbe es kein CHIME.

Gibt es weitere Ideen, die Kompetenzen aus EnMAP und CHIME im Wettbewerb zu platzieren?

Rüdiger Schönfeld: All das Gelernte gibt uns die Basis, Konzepte für hochperformante Lösungen zu entwickeln. So sind wir nun bereits dabei, die optischen Instrumente der nächsten Generation zu entwickeln. Des Weiteren lässt sich beispielsweise ein Mikrosatellit konzipieren, welcher annähernd die Performance des EnMAP-Sensors besitzt, noch mehr Bilder aufnehmen kann, aber nur ein Fünftel der Masse besitzt. Die zeitliche Performance lässt sich durch die Schaffung von Konstellationen verbessern. Und hier ergibt sich ein weiteres Potenzial für unseren OHB-Geschäftsbereich Digital: Downstream-Services für kommerzielle Nutzer. OHB könnte künftig ein Komplettpaket anbieten und nicht nur das Bild, sondern auch das Informationsprodukt liefern. Mittels geeigneter Algorithmen lassen sich aus den Daten Informationen gewinnen, die zur Ertragssteigerung im Bereich Land- und Forstwirtschaft beitragen, bei der Überwachung von Pipelines Lecks sichtbar machen oder bei der Suche nach Bodenschätzen helfen können.

„Wir haben mit EnMAP ein System, das sehr viele Daten produziert und sogenannte Fingerabdrücke von der Erdoberfläche generieren kann.“

EnMAP-Daten werden uns also dabei helfen können, die Erde nicht nur zu verstehen, sondern auch im Einklang mit den Ressourcen zu leben?

Rüdiger Schönfeld: Ja, so sieht es aus. Wir haben mit EnMAP ein System, das sehr viele Daten produziert und sogenannte Fingerabdrücke von der Erdoberfläche generieren kann. Vermutlich kennen wir heute noch gar nicht alle Möglichkeiten, die uns diese Daten bieten werden. EnMAP ist ja auch ein Demonstrator: Wir werden noch lernen, was für Informationen in den Daten stecken. Ich bin fest davon überzeugt, dass OHB angesichts wachsender gesellschaftlicher Aufgaben und einer zunehmenden kommerziellen Nutzung von Satelliten noch viele weitere Hyperspektralmissionen realisieren wird. Diese Kompetenz wird in der Branche bereits seit längerem wahrgenommen und stärkt unsere Reputation.

Quelle: https://www.ohb.de/magazin/enmap-die-sichtbarkeit-des-unsichtbaren