Bundesregierung zur Corona-Lage: Sehr gute Pressekonferenz der Bundesregierung

Sehr gute Pressekonferenz der Bundesregierung, ich bin völlig einer Meinung mit unseren Regierungssprecher Herrn Seibert.

Vor allem verstehe ich nicht die Aufregung um das Beherbungsverbot, den mit einem Negativ-Test darf man ja reisen. Da hindert der Staat und die Länder einen ja letztendlich nicht daran. Und für die die unter Quarantäne sind änder sich ja auch nichts, die dürfen ja so oder so nicht reisen.

Mal schauen was sich Mittwoch ergibt.

Christian Dauck

Bundes Regierungssprecher Herrn Seibert

Bundesregierung zur Corona-Lage„Die Zeit jetzt ist entscheidend“

Steigende Zahlen, zahlreiche Hotspots, mehr Krankenhausaufenthalte: Die Bundesregierung nennt die Corona-Lage in Deutschland ernst. Die gute Nachricht ist aber, dass man noch gegensteuern könne, so Regierungssprecher Seibert.

Die Bundesregierung ist besorgt über die steigenden Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Deutschland. „Die Lage ist ernst“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert bei einer Pressekonferenz nach der Sitzung des Corona-Kabinetts. Deutschland sei am Beginn der zweiten Welle. Teilweise gebe es bereits wieder mehr schwer verlaufende Fälle, in denen auch die Intensivstationen der Krankenhäuser genutzt werden müssten. „Alle in der Bundesregierung sind sich darüber einig: Jetzt ist die Zeit, in der sich entscheidet, ob wir uns erfolgreich gegen diese Entwicklung stemmen können.“

Das Ziel müsse bleiben, die Kontakte der Infizierten nachzuverfolgen und Ansteckungsketten zu unterbrechen. In diesem Zusammenhang verteidigte Seibert die starke Orientierung an den Neuinfektionszahlen. Sie bildeten zwar nicht das gesamte Infektionsgeschehen ab, seien aber das Maß für die Leistungsfähigkeit der Gesundheitsämter.

Streitthema Beherbergungsverbot

Am Mittwoch trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder. „Nur, wenn alle entschlossen sind, gemeinsam zu handeln, werden wir gegensteuern können“, sagte dazu Seibert. Die gute Nachricht sei aber, dass man nicht ohnmächtig und das Gegensteuern noch möglich sei.

Thema bei dem Treffen wird auch das umstrittene Beherbergungsverbot sein. Seibert verwies darauf, dass Kanzleramtschef Helge Braun die umstrittenen Beherbergungsverbote als „echte Notfallmaßnahme“ gerechtfertigt hatte. Es handele sich bei dem Beherbergungsverbot allerdings um Maßnahmen der Länder, betonte der Regierungssprecher. Die Bundeskanzlerin werde sich die Argumente aller Seiten anhören. Dann werde man darüber zu diskutieren haben, was im Sinne der Hauptaufgabe, das Infektionsgeschehen nicht außer Kontrolle geraten zu lassen, das richtige Vorgehen sei.

Verständnis für Fragen der Bürger

Die Bundesregierung habe nach Aussage Seiberts Verständnis dafür, dass Bürger dazu Fragen hätten. Er nannte es zugleich „nicht vollkommen unverständlich“, wenn sich eine Region mit „ganz, ganz niedrigem Fallaufkommen“ schützen wolle.

Die meisten der 16 Bundesländer hatten sich darauf verständigt, dass Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner nur dann in einem Hotel beherbergt werden dürfen, wenn sie einen aktuellen Corona-Test vorlegen. Diese Regelung wird als unverhältnismäßig kritisiert. Es wurde auch darauf verwiesen, dass Reisende Testkapazitäten in Anspruch nehmen können, die anderweitig gebraucht werden.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regierungs-pk-corona-101.html

Neue Corona-Maßnahmen/ Herbsturlauber/Gehe erstmal nicht zur Arbeit

Aufgrund der hohen Infektionszahlen und der sich veränderten Entwicklung möchte ich mein kommen zur Arbeit Erstmal absagen. Mir ist es wichtig erstmal die Situation abzuwarten und bis Donnerstag zu beobachten wie sich das noch entwickelt und was die Bundesländer dagegen unternehmen.

Als ich mit der Arbeit im August angefangen habe, gab es Bundesweit ca. 300 Neuinfektionen und die erste Welle war am abflachen. Die aktuellen Zahlen sind mir zu hoch.

Christian Dauck

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist stark gestiegen. Kanzlerin Merkel und die Bürgermeister der größten Städte haben deshalb neue Maßnahmen vereinbart. Dazu zählen Sperrstunden ebenso wie der Einsatz der Bundeswehr.

Die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut (RKI) sollen künftig Experten in Corona-Hotspots schicken. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bürgermeister der elf größten deutschen Großstädte vereinbart. Die Unterstützung sei sinnvoll und geboten, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

Spätestens wenn dieser Sieben-Tage-Wert auf 50 Infektionen steigt, sollen die Städte außerdem umfangreichere Beschränkungen einführen. Dazu gehört etwa die Erweiterung der Maskenpflicht auf den öffentlichen Raum, wenn dort der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. Genannt werden auch Sperrstunden und Alkoholbeschränkungen für Gastronomiebetriebe sowie weitergehende Beschränkungen der Teilnehmerzahlen von Veranstaltungen und privaten Feiern.

„Alles wird zurückkommen: Feiern, Ausgehen, Spaß“

„Mir ist sehr wohl bewusst, dass die Maßnahmen, die jetzt nötig sind, wehtun“, sagte die Kanzlerin nach dem Video-Gespräch mit den Bürgermeistern. So träfen etwa Sperrstunden die Gastronomie hart, die es ohnehin schwer habe. Und die Einschränkung von Hochzeiten und anderen Feiern greife tief in das Privatleben der Menschen ein. Ihre oberste Priorität sei jedoch, wenn irgendmöglich, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben nicht wieder so herunterfahren zu müssen wie im Frühjahr.

Merkel appellierte insbesondere an junge Menschen, die Corona-Regeln ernst zu nehmen: „Denken auch Sie einmal an das, was Ihnen am wichtigsten ist!“ Dazu zählten sicherlich die Gesundheit der eigenen Familie oder auch Ausbildungschancen, die aber von einer starken Wirtschaft abhängig seien. „Alles wird zurückkommen: Feiern, Ausgehen, Spaß ohne Corona-Regeln“, sagte die Kanzlerin. Aber nun gelte es zunächst, Masken zu tragen, Abstand zu halten, die Corona-App zu nutzen und regelmäßig zu lüften.

Nach zehn Tagen weitere Beschränkungen möglich

Merkel und die Bürgermeister beschlossen außerdem, dass die deutschen Metropolen ihre Ordnungsämter so entlasten sollen, dass sie die Beschränkungen kontrollieren können. Bund und Länder sollen kurzfristig darüber beraten, wie auch Bundespolizei und Länderpolizeien helfen können. Kommt der Anstieg der Infektionszahlen in den Hotspots nicht spätestens nach zehn Tagen zum Stillstand, seien weitere Beschränkungen unvermeidlich.

An dem Gespräch mit Merkel nahmen die Oberbürgermeister und Bürgermeister von Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart teil.

Mehr als 4500 neue Corona-Fälle an einem Tag

Zuvor hatte das Robert-Koch-Institut mitgeteilt, dass die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages auf 4516 gestiegen sei. Davon habe Nordrhein-Westfalen mit mehr als 1000 den größten Anteil verzeichnet, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils etwa 650 Neuansteckungen.

Nach Angaben des RKI müssen derzeit auch wieder mehr Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Deren Zahl betrage mittlerweile 487, davon müssten 239 beatmet werden. Elf weitere Menschen starben nach RKI-Angaben mit oder an einer Corona-Infektion. Seit Beginn der Pandemie haben sich 314.660 Menschen in Deutschland mit dem Virus angesteckt.

Großstädte besonders betroffen

Die Infektionszahlen steigen derzeit in allen Bundesländern, besonders betroffen sind aber die Großstädte. Zuletzt hatten Berlin, Bremen und Frankfurt am Main die kritische Grenze von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Auch München vermeldet einen starken Anstieg, Köln und Essen lagen zuletzt noch knapp unter der Schwelle.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-merkel-massnahmen-101.html


Regeln in BundesländernWas gilt wo für Herbsturlauber?

Ob Alpen oder Ostsee: Für Herbsturlauber aus innerdeutschen Corona-Risikogebieten wird es problematisch. Wo man hinfahren und übernachten kann, wo Quarantäne gilt – das ist vielerorts unterschiedlich. Ein Überblick.

Urlaub in Deutschland sei ja auch sehr schön, warben Ministerpräsidenten aus Süd und Nord sowie der Gesundheitsminister noch vor wenigen Wochen mit Blick auf die Herbstferien. Auslandsreisen sollten hingegen vermieden werden, da Deutschland quasi umzingelt ist von Corona-Risikogebieten. Inzwischen hat sich die Situation auch innerhalb Deutschlands drastisch verschärft. Die Zahl der Neuinfektionen steigt massiv, vor allem in größeren Städten aber auch nach so genannten Superspreading-Events wie Hochzeiten oder Familienfeiern.

Mehrere Bundesländer wollen Urlauber aus diesen Hotspot-Regionen lieber nicht bei sich haben – Beherbergungsverbot lautet der sperrige Begriff dafür. Folge: Herbstferien an der Ostsee oder in den Alpen gestalten sich nun schwierig, zumal es keine bundesweit einheitlichen Regeln gibt. Wo man hinfahren und übernachten kann, wo Quarantäne gilt, ist vielerorts unterschiedlich.

Ein Überblick:

Die Mehrheit der Bundesländer beschloss am Mittwochabend, dass innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Coronatest vorweisen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Dazu gehören laut Robert Koch-Institut derzeit: die vier Berliner Bezirke Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg, außerdem Bremen, der Landkreis Vechta in Niedersachsen, Esslingen in Baden-Württemberg und die Städte Hamm, Hagen und Remscheid in Nordrhein-Westfalen. Laut Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Donnerstagnachmittag hat inzwischen sogar die Stadt Berlin insgesamt den Wert überschritten. Auch die Stadt Frankfurt am Main meldete eine Überschreitung der Warnstufe.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/corona-reisen-deutschland-101.html

Lehren aus Corona für Mensch und Wirtschaft?!

Weltweite Corona-Krise: Neu, aber nicht beispiellos

Tolle Artikel wie ich finde. Die sollten zum Nachdenken und umdenken anregen. Der Mensch ist selbstverantwortlich für Pandemien und Epidemien: Menschen dringen durch Rodung immer weiter in Urwälder vor, holzen Sie ab. Exotische Tiere werden rücksichtslos verspeist und auf märkten gehandelt. Nicht nur die Wirtschaft ist rücksichtslos auch die Luftfahrtbranche, maximaler Profit ging über alles, so lange man im nationalen und internationalen Luftverkehr konnte.

Corona-Lehre: Auf die Wissenschaftler hören!

Seit der Coronavirus-Krise sind Wissenschaftler gefragte Interviewpartner. Wir erwarten Hilfe von ihnen, Lösungen des Problems. Aber sind wir bereit, den Empfehlungen der Wissenschaftler zu folgen? Klimaforscher würden hier mit einem lauten „Nein“ antworten.

Ein Kommentar von „Spiegel“-Redakteurin Annette BruhnsWir sind zerbrechlicher, als wir dachten, meint „Spiegel“-Redakteurin Annette Bruhns.

Schon mal etwas vom West-Nil-Fieber gehört? Eine Stechmücke überträgt das Virus. Es befällt hauptsächlich Vögel, aber auch Säugetiere. Bei Menschen verläuft die Krankheit zu 80 Prozent beschwerdefrei. Jeder fünfte Infizierte entwickelt grippeähnliche Symptome, ein Prozent erkrankt schwer. Bei ihnen kann West-Nil-Fieber sogar tödlich enden.

Das Coronavirus ist uns auf die Pelle gerückt

Sind Sie noch da? Vor ein paar Wochen noch hätten Sie jetzt wohl abgeschaltet. Ein tropisches Virus mit verschwindend geringer Mortalität – was ging uns das schon an? Selbst als China im Januar die Millionenstadt Wuhan absperrte, hielten wir Seuchen aller Art für sehr ferne, um nicht zu sagen mittelalterliche Gefahren.

Jetzt ist uns Corona auf die Pelle gerückt. Das Virus ist nicht mehr in China, Iran, Italien – sondern im Johanneum-Gymnasium in Lüneburg oder im Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Johannes B. Kerner und Friedrich Merz sind infiziert, die Mutter einer lieben Freundin liegt danieder. Völlig unbemerkt von den meisten ist auch das West-Nil-Virus weltweit auf dem Vormarsch. Sogar in Deutschland infizieren sich inzwischen Menschen mit dem Fieber, gegen das es keine Impfung gibt. Ein Grund dafür: die Erderwärmung. Ein weiterer, vermuteter Grund: Gen-Mutationen. Ein dritter: die Globalisierung.

Auch andere tropische Viren verbreiten sich

Den Sprung über den Atlantik schaffte das West-Nil-Virus wahrscheinlich über in die USA eingeschmuggelte tropische Vögel. 1999 kam es zum großen Vogelsterben in einem New Yorker Zoo. Anwohner bekamen Fieber, sieben Menschen starben. Inzwischen infizieren sich alljährlich Hunderttausende, schätzen Ärzte, der Großteil von ihnen freilich unbemerkt. Für 167 Betroffene in den USA endete die Infektion vorletztes Jahr indes tödlich. Auch unter Griechen, Italienern und Rumänen wütet das Vogelvirus. Im Jahr 2018 wurden europaweit 180 Todesfälle durch West-Nil-Fieber registriert.

Nicht nur Klimaforscher halten die steigenden Temperaturen für eine Ursache der hierzulande neuen Seuche. Vor einem halben Jahr schlugen Virologen vom Bernhard-Nocht-Institut Alarm. Von Stechmücken übertragene Krankheiten, forderten die Hamburger Forscher, müssten dringend auch nördlich der Alpen überwacht werden. Mit der Ankunft der Asiatischen Tigermücke in Bayern verbreiten sich neben dem West-Nil-Virus nämlich auch andere tropische Viren. Frankreich zum Beispiel hat schon Fälle von Zika gemeldet. Ein Zika-Ausbruch versetzte in Brasilien vor fünf Jahren Schwangere in Panik: Babys von Infizierten kamen missgebildet zur Welt.

Der Klimawandel nimmt Fahrt auf

Auf vielen Kontinenten ist die Lage längst viel fiebriger als bei uns. Der Klimawandel lässt nicht nur die Erde glühen, sondern dehnt die Verbreitungsgebiete vieler Erreger aus – etwa von Malaria, Denguefieber, Gelbfieber. Oder von Bilharziose, eine von Würmern übertragene Krankheit, die vor allem in Afrika in stehenden Gewässern lauert. Inzwischen bedroht sie immer mehr südostasiatische Reisbauern. Chinesische Forscher haben schon vorsorglich ausgerechnet, was der Klimawandel für die dortigen Nassreiskulturen bedeutet: Bei einer durchschnittlichen Erderwärmung von 1,6 Grad könnte sich die lebensgefährliche Wurmkrankheit auf acht Prozent des chinesischen Staatsgebiets ausdehnen.

Der Klimawandel nimmt Fahrt auf. Dieser auffallend milde Winter könnte in Norddeutschland sogar einen neuen Wärmerekord aufstellen. Und es wird so weitergehen, prophezeien Deutschlands staatliche Meteorologen: In den nächsten fünf Jahren erwartet uns demnach noch mehr Trockenheit. Bei der Bekanntgabe dieser Prognose am Dienstag klang Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdiensts, eher wie ein „Fridays-for-Future“-Aktivist. „Die Menschheit hat die Sturmglocken bisher noch nicht hören wollen“, sagte Adrian. Er warb dafür, jetzt endlich an den Stellschrauben für weniger Kohlendioxid-Emissionen zu drehen.  

Forscher kennen auch Lösungen

Meine Hoffnung ist, dass wir aus Corona lernen. Dass wir endlich auf die Wissenschaftler hören. Denn die Forscher warnen ja nicht bloß, sie kennen auch Lösungen. Die Länder, die von Anfang an auf ihre Virologen gehört haben – allen voran Taiwan und seine rund 24 Millionen Einwohner -, werden aller Voraussicht nach die Pandemie am besten überstehen.

Eigentlich wissen wir doch alle, was zu tun ist. So, wie wir jetzt solidarisch zu Hause bleiben müssen, damit sich unsere Mütter und Väter nicht anstecken, genauso müssen wir solidarisch sein mit unseren Kindern. Und auch nach Corona weniger Auto fahren, weniger fliegen, weniger konsumieren. Ja, das sind schlechte Aussichten für unser Wirtschaftswachstum, unseren Wohlstand, unser gewohntes Lebensgefühl. Aber Vorsicht ist eben nicht nur die Mutter des Porzellans. Auch wir sind zerbrechlicher, als wir dachten.

Anmerkung der Redaktion: Liebe Leserin, lieber Leser, die Trennung von Meinung und Information ist uns besonders wichtig. Meinungsbeiträge wie dieser Kommentar geben die persönliche Sicht der Autorin/des Autors wieder. Kommentare können und sollen eine klare Position beziehen. Sie können Zustimmung oder Widerspruch auslösen und auf diese Weise zur Diskussion anregen. Damit unterscheiden sich Kommentare bewusst von Berichten, die über einen Sachverhalt informieren und unterschiedliche Blickwinkel möglichst ausgewogen darstellen sollen.

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/info/Kommentar-Die-Lehren-aus-der-Coronavirus-Krise,corona1192.html

Ist der Mensch lernfähig?

Ausgerechnet ein Tier, das wir fast ausgerottet haben, könnte der Überbringer der Corona Seuche sein. Das ist grausame Ironie – und ein Lehrstück über Ursache und Wirkung.

Gastbeitrag von Judith Schalansky

or vier Wochen stand ich lange vor einem Schaufenster in der Amsterdamer Nieuwe Spiegelstraat. Es gehörte einem Antiquitätenhaus, das sich auf den Handel mit Raritäten aus aller Welt, von Fernost bis Amerika, vor allem aber auf den mit präparierten Tieren spezialisiert hat. Zu sehen waren knochenbleiche Steinkorallen, ein Falke mit einer golden-purpurnen Haube, die mich an die Auslagen der Fetisch-Shops in der Berliner Motzstraße erinnerte, ein Litzaffenweibchen mit Sturmfrisur und Baby auf dem Rücken sowie ein viktorianischer gläserner Kasten mit 100 ausgestopften Kolibris, die, klein wie Schmetterlinge, in allen erdenklichen Farben schillernd, zu einem stummen Frühlingskonzert auf den Ästen versammelt saßen. Der Anblick war schwer auszuhalten, weil sich in die Schaulust das Gefühl der Verzweiflung darüber mischte, dass der Mensch fähig war, diese Schönheit selbst um den Preis des Todes zu bewahren.

Ich wollte mich gerade abwenden, als ich etwas abseits im Halbdunkeln ein etwa dackelgroßes Schuppentier entdeckte, das einen wie gedrechselt aussehenden Baumstamm hochkletterte. Seine verhornten Schuppen glänzten wie die von Fichtenzapfen und hatten die nachgedunkelte Farbe eines antiken Möbelstücks, seine Füße krallten sich in das Holz, sein rüsselartiger Mund war staunend geöffnet und die winzigen Knopfaugen fixierten einen fernen, unbestimmbaren Punkt.Aktuelles zum Coronavirus – zweimal täglich per Mail oder Push-Nachricht

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Ich hatte den Vormittag über einige Interviews zu meinem Buch „Verzeichnis einiger Verluste“ gegeben, die sich allesamt zu Gesprächen über den Tod, das Artensterben und den Sinn des Lebens auswuchsen.

Nachdem eine der Journalistinnen mir die Frage gestellt hatte, ob ich glaube, der Mensch sei lernfähig, sah ich hinter den bodentiefen Fenstern des mit Stofftapeten bezogenen Grachtensaals des Goethe-Instituts hinaus auf das Wasser, wo gerade eine große Raubmöwe immer wieder ihren Schnabel in ein Stück Styropor hackte. Ist der Mensch lernfähig, fragte ich mich jetzt, als ich auf das Schild unterhalb des Schuppentiers blickte. Dort war zu lesen, dass das Tier aus den afrikanischen Regenwäldern und das Objekt, zu dem es nach seinem gewaltsamen Tod und seiner feinfühligen Präparation geworden war, aus einer belgischen Privatsammlung stammte.

Was auf einem chinesischen Markt gehandelt wird, geht die ganze Welt an

Mir fielen die Lesereisen ein, die mich im Frühjahr zum ersten Mal nach Turin, Bologna und Tokio führen sollten. Die Reise nach Peking und Shanghai waren ein paar Tage zuvor abgesagt worden. „Es ist sicherer, wenn Sie zu Hause bleiben“, hatte mir die Veranstalterin geschrieben. Vier Wochen später gilt dieser Ratschlag für die ganze westliche Welt.

„In China ist ein Sack Reis umgefallen“ ist ein geläufiger Ausdruck für ein unwichtiges Ereignis. In der kurzgeschlossenen Welt gilt er nicht länger. Ob in britischen Ställen BSE auslösendes Fleischmehl an Rinder verfüttert wird oder auf einem fernöstlichen Markt eine Kobra oder eine Fledermaus geschlachtet wird, ist sehr wohl für die Menschheit der ganzen Welt von Bedeutung. Letztere Tiere galten als die ersten Verdächtigen für den Ursprung des aus dem Tierreich stammenden Virus, zumal Fledermäuse eine ganze Reihe von Coronaviren beherbergen, ohne dass dies ihre Gesundheit beeinträchtigen würde. Mittlerweile vermutet man, dass ausgerechnet ein Malaiisches Schuppentier jener Zwischenwirt gewesen ist, der das zu SARS-CoV-2 mutierte Coronavirus auf Menschen übertragen haben muss. Es stammt nicht, wie jenes, das ich im Schaufenster sah, aus Zentralafrika, sondern aus den südostasiatischen Regenwäldern, wo es niemals hätte gefangen genommen werden, so wie es auf keinem Markt der Welt hätte feilgeboten werden dürfen, da jeglicher Handel mit diesen Tieren oder deren Körperteilen verboten ist. Denn die einzelgängerisch und nachtaktiv lebenden Insektenfresser sind vom Menschen so stark bejagt, dass viele Populationen zusammengebrochen sind, und niemand weiß, wie viele Individuen der acht vom Aussterben bedrohten Unterarten überhaupt noch existieren. Schuppentiere sind die am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere weltweit. Allein im Jahr 2018 wurden 62 Tonnen geschmuggelte Schuppen sichergestellt. Dementsprechend hoch sind die Schwarzmarktpreise, da ihr Fleisch als Delikatesse und ihre Schuppen in der traditionellen chinesischen Medizin als Wundermittel gelten.

Es bedarf keiner ausgeprägten Neigung zum schwarzen Humor, um die grausame Ironie wahrzunehmen, die darin liegt, dass ausgerechnet ein scheues, wehrloses Säugetier, das durch menschliche Bejagung kurz vor seiner Auslöschung steht, Überbringer einer Seuche sein soll, die allein bisher Zehntausende von Toten gefordert hat und etwa ein Viertel der Weltbevölkerung in die eigenen vier Wände verbannt.

Es ist lebensnotwendig, die ganze Welt als Organismus zu begreifen

Es erinnert uns daran, dass auch wir verwundbar sind, ein Säugetier, das mit seinen acht Milliarden Exemplaren für ein Virus nichts anderes ist als ein weiterer, idealer Wirt. Bei drohender Gefahr rollt sich das Schuppentier ein. Nichts anderes tun wir gerade. In diesen Wochen wird klar, dass die größere Herausforderung des Lebens darin besteht, die Welt nicht zu erobern, sondern verdammt nochmal zu Hause zu bleiben, vorausgesetzt natürlich man hat eins.

Sicherlich liegt es daran, dass ich in der DDR geboren bin, dass mir leere Supermarktregale, rationierte Lebensmittel, lange Schlangen und geschlossene Grenzen ebenso vertraut sind wie die aktuelle Erfahrung, dass sich beinahe über Nacht alles ändern kann, dass es möglich ist, Geschäfte, Schulen und Zoologische Gärten zu schließen, die Olympischen Spiele ebenso in eine vage Zukunft zu verschieben wie den wöchentlichen Töpferkurs meiner Mutter, und dass die Zeitungen auf einmal titeln: „Afrika schottet sich von Europa ab.“

Als Kind träumte ich immer davon, einmal bei meinen Großeltern eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten zu werden, damit wir endlich die vielen Vorräte, die sie angehäuft hatten, aufessen würden. Die Erfahrung des Krieges hatte bei ihnen dafür gesorgt, von allem, was es zu kaufen gab, so viel zu bunkern, wie nur in den Kühlschrank, in den Keller und in die Hohlräume der Sitzgarnitur auf der Veranda passte. Dort stapelten sich die Konserven mit Pfirsichen und Aprikosen, die nur zu Feiertagen geöffnet wurden. Leider schneiten wir nie ein, also blieben die Vorräte unberührt.

Diesen Winter hat es in Berlin gar nicht geschneit. Den Winter, so scheint es, gibt es nur noch in den Bergen, in Kinderbüchern und auf holländischen Gemälden. Vielleicht kehrt er wieder, wenn wir diese Zeit der Krise nicht nur als Verzicht und Verlust erleben. Die reine Luft über Wuhan und das klare Wasser Venedigs sind starke Bilder, die das der Styropor pickenden Möwe überlagern. Ist der Mensch lernfähig?

Ein Virus, das alle Menschen heimsuchen kann, lehrt uns einmal mehr, wie unerlässlich, ja lebensnotwendig es ist, die Welt als einen Organismus zu begreifen.

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/kultur/coronavirus-schuppentier-china-1.4862197

Aus früheren Pandemien gelernt?

Spanische Grippe, Asiatische Grippe, SARS – in den vergangenen 100 Jahren versetzten gleich mehrere Pandemien die Welt in Aufregung. Können die Lehren aus der Geschichte im Kampf gegen das Coronavirus helfen?

Von Gábor Paál, SWR

Die Spanische Grippe ist bis heute die größte Pandemie der Neuzeit. Weltweit starben rund 50 Millionen Menschen. Deshalb – und weil sie jetzt 100 Jahre zurück liegt – drängen sich Vergleiche auf: Gibt es Parallelen zwischen der heutigen Situation und damals?

Auf den ersten Blick kaum. Vielmehr fallen die Unterschiede auf: 1918 tobte der Erste Weltkrieg. Die Grippe traf somit auf eine Welt, die ohnehin geschwächt war. Sie breitete sich auch anders aus. Anders als ihr Name vermuten lässt, hat sie ihren Ursprung nicht in Spanien, sondern höchstwahrscheinlich in den USA. Soldaten brachten sie nach Europa, wo sie sich mit der Kriegsfront ausbreitete.

Die Grippe verlief auch anders: Die Inkubationszeit war deutlicher kürzer als beim neuartigen Coronavirus, und der Grippe fielen vor allem die 20- bis 40-Jährigen zum Opfer. Vor allem aber: Man wusste kaum etwas. Nicht einmal der Erreger war bekannt. Lange vermutete man ein Bakterium als Auslöser der Krankheit. Dass es Virus war, entdeckten Mediziner erst Jahre nach der Pandemie. Doch schon damals war bekannt: Die Krankheit ist ansteckend, sie überträgt sich durch Kontakte.

Spanische Grippe: Unterschiede bei der Eindämmung

Auch das Konzept der Quarantäne war keineswegs neu. Das Wort geht schließlich darauf zurück, dass Venedig während der Pest im 14. Jahrhundert die aus dem Osten ankommenden Handelsschiffe 40 (ital.: quaranta) Tage isolierte. Seitdem wurde es immer wieder eingesetzt, um die Ausbreitung von Epidemien wenn nicht zu verhindern, so doch zu verlangsamen.

Und deshalb lohnt sich der Vergleich mit der Spanischen Grippe doch. Denn heute ist klar: Damals waren die Länder zu zögerlich. „In Mannheim hat man 1918 überlegt, ob man die Kinos und Theater schließen lässt“, sagt der Heidelberger Medizinhistoriker Wolfgang U. Eckart. „Man hat dann davon abgesehen mit der Begründung: ‚Die Leute müssen doch irgendwas haben, um sich zu belustigen. Der Krieg ist schon fürchterlich, und jetzt noch die Grippe, das können wir ihnen nicht auch noch nehmen.'“ Auch die Schulen traute man sich nicht zu schließen.

Aus dem mutmaßlichen Ursprungsland der Spanischen Grippe, den USA, gibt es einen eindrücklichen Beleg für die Wirksamkeit drastischer Maßnahmen. In Philadelphia fand zum Herbstbeginn noch eine große Militärparade statt. 200.000 Bürger und Armeeangehörige füllten die Straßen und Plätze. Drei Tage später waren die Krankenhäuser in Philadelphia überfüllt, innerhalb einer Woche starben fast 5000 Menschen.

Anders in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Zwei Tage nach dem Bekanntwerden der ersten Fälle schloss die Stadt Schulen, Kindergärten und Kirchen. Öffentliche Ansammlungen von mehr als 20 Personen wurden untersagt. Die Ausbreitung wurde dadurch zwar nicht verhindert, aber die Infektionsrate deutlich verlangsamt und die Zahl der Toten im Verhältnis zur Einwohnerzahl um die Hälfte reduziert. Dies ergab ein rückblickende Studie aus dem Jahr 2007 in der Fachzeitschrift PNAS.

Asiatische Grippe: Beschwichtigung kostete Zehntausende Leben

Wie wenig aus diesen Beispielen gelernt wurde, zeigte sich in den Jahren 1957/58. Damals grassierte die aus China stammende Asiatische Grippe, die zweitgrößte Pandemie des 20. Jahrhunderts nach der Spanischen Grippe. Sie erreichte im Frühsommer 1957 Deutschland. Im Archiv von Radio Bremen findet sich aus dieser Zeit ein Interview mit dem dortigen Gesundheitsamt. Der ärztliche Leiter erklärt, es sei „keinerlei Grund zur Unruhe“ gegeben. „Schon die Bezeichnung ‚Asiatische Grippe‘ halte ich für eine Dramatisierung.“

Die Beschwichtigungspolitik rächte sich. Vier Monate später sah die Lage nämlich schon ganz anders aus. Das belegt ein ausführlicher Hintergrundbericht, der damals im Süddeutschen Rundfunk lief, und den das SWR2 Archivradio kürzlich publizierte. Im Oktober 1957 waren die Infektionsraten mittlerweile in die Höhe geschossen, Ärzte und Krankenschwestern mit Hausbesuchen völlig überlastet.

Und die Präventionsmaßnahmen? Die Schulen blieben offen, der Unterricht fiel etwa in Heidelberg nur aus, wenn mehr als die Hälfte einer Klasse erkrankt war. Der Radiobericht gab auch Hinweise zur Vorbeugung: Nicht etwa Händewaschen wurde empfohlen, sondern das „Gurgeln mit Wassersuperoxid“ sowie das Einnehmen „formalinfreisetzender Tabletten“.

Angesichts dieser unzureichenden Maßnahmen hatte auch die Asiatische Grippe leichtes Spiel. Innerhalb eines Jahres starben in Deutschland daran geschätzt 30.000 Menschen. Erstaunlicherweise findet sich aus dieser Zeit in den deutschen Rundfunkarchiven nur eine Handvoll Hörfunkberichte zum Thema. Die reinen Nachrichtensendungen wurden damals allerdings auch kaum archiviert.

Coronavirus: Pandemiepläne greifen

Der große Unterschied zu heute ist: Das Virus ist bekannt. Es gibt Pandemiepläne, die jetzt greifen – und auf die Besonderheiten des neuen Virus angepasst werden. Es gibt einen Test, wenn er auch nur in begrenztem Umfang zur Verfügung steht. Es gibt die Grundlage für Impfstoffe. Denn seit der SARS-Epidemie 2003 ist klar, dass sich jederzeit ein neues, modifiziertes Virus entwickeln kann. So steht es auch in einer Risikoanalyse der Bundesregierung von 2012.

Manche Nutzer in den sozialen Medien schließen aus diesem Bericht, die Regierung sei gewarnt gewesen und habe nichts unternommen. Tatsächlich aber folgen die jetzigen Maßnahmen ziemlich genau den Plänen, die seit Jahren in den Schubladen liegen. In der Risikoanalyse lautete die Empfehlung: „Die antiepidemischen Maßnahmen beginnen, nachdem zehn Patienten in Deutschland an der Infektion verstorben sind. Die Anordnung der Maßnahmen geschieht in den Regionen zuerst, in denen sich Fälle ereignen.“

Gemessen daran setzten die ersten Maßnahmen sogar früh ein: Denn den zehnten Corona-Todesfall verzeichnete Deutschland am Sonntag. Es scheint: Inzwischen sind die Lehren aus den früheren Pandemien hierzulande durchaus angekommen.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/pandemien-historisch-corona-101.html

Rechenkapazitäten für die Forschung am Coronavirus bzw. Krankheiten spenden/ Quantencomputer:Inbetriebnahme voraussichtlich 2021

Was kann man tun, außer im Büro und zu Hause hocken, sich die Hände waschen und die Nachrichten verfolgen? Nun, wer (quasi) aktiv etwas gegen das Coronavirus tun will, der kann dem Aufruf von Wissenschaftlern der Universität Stanford folgen. Denn diese bitten derzeit Unterstützer auf der ganzen Welt, ihnen Rechenkapazität für die Forschung an Therapien gegen das neuartige Coronavirus zur Verfügung zu stellen.

FOLDING @ HOME-UPDATE ZU SARS-COV-2 (10. MÄRZ 2020)

Dies ist ein Update zu den Bemühungen von Folding @ home, Forschern auf der ganzen Welt dabei zu helfen, den globalen Kampf gegen COVID-19 aufzunehmen .

Nach anfänglichen Qualitätskontrollen und begrenzten Testphasen hat das Folding @ home-Team eine erste Welle von Projekten veröffentlicht, in denen potenziell druggierbare Proteinziele aus SARS-CoV-2 (dem Virus, das COVID-19 verursacht) und dem zugehörigen SARS-CoV-Virus (für das) simuliert werden Weitere Strukturdaten sind verfügbar) für die vollständige Produktion auf Folding @ home. Vielen Dank an die große Anzahl von Folding @ home-Spendern, die uns bisher im Beta- oder Advanced-Modus unterstützt haben.

Diese erste Welle von Projekten konzentriert sich auf ein besseres Verständnis, wie diese Coronaviren mit dem menschlichen ACE2-Rezeptor interagieren, der für den Viruseintritt in menschliche Wirtszellen erforderlich ist, und wie Forscher in der Lage sein könnten, sie durch das Design neuer therapeutischer Antikörper oder kleiner Moleküle, die möglicherweise stören, zu stören ihre Interaktion.

Wir hoffen, in den kommenden Tagen einige der neuen strukturbiologischen und biochemischen Daten nutzen zu können, die von Forschern auf der ganzen Welt, die daran arbeiten, diese Viren und Strategien zu ihrer Bekämpfung zu verstehen, schnell veröffentlicht werden. Diese Arbeit wurde größtenteils von Preprint-Servern wie bioRxiv und chemRxiv verbreitet , die darauf abzielen, die Forschung anderen Forschern und der Öffentlichkeit schnell zur Verfügung zu stellen, damit andere Wissenschaftler sie umfassend bewerten und sofort darauf aufbauen können. Wir haben auch mehrere neue Kooperationen mit anderen Labors geschlossen, in denen wir hoffen, dass Folding @ home wertvolle Unterstützung bei den COVID-19-Forschungsbemühungen bietet.

Während wir die Simulationsdatensätze schnell für andere zur Verwendung oder Analyse freigeben werden, möchten wir nach alternativen Konformationen und versteckten Taschen innerhalb der vielversprechendsten Wirkstofftargets suchen, die nur in der Simulation und nicht in statischen Röntgenstrukturen zu sehen sind. Wir hoffen, dass diese Strukturen – sobald sie durch neu auftretende zusammengesetzte Screening-Daten validiert wurden – dazu beitragen können, die virtuellen Screening-Kampagnen oder das Targeting neuer Taschen zu steuern, für die noch keine atomistischen Strukturen verfügbar waren.

Nachfolgend finden Sie kurze Beschreibungen der Projekte. Beachten Sie, dass alle Eingabedateien hier auf GitHub verfügbar gemacht werden, damit andere Forscher Folgendes nutzen können:

https://github.com/foldingathome/coronavirus

Dieses Repository wird sich in den kommenden Tagen weiterentwickeln, wenn wir weitere Projekte und Dokumentationen hinzufügen. Wir werden Datensätze mit Strukturen auf öffentlich verfügbaren Servern veröffentlichen, sobald wir nützliche Daten zu melden haben.

Alle Projekte verwenden den neuen GPU-beschleunigten Core22, der auf der Open-Source- OpenMM- Engine für biomolekulare Simulationen basiert . Quelle: https://foldingathome.org/2020/03/10/covid19-update/

„Verteiltes Rechnen“ und „Quantencomputer“

Habe mich den Projekten Folding@home und Rosetta@home angeschlossen. Zumal ich schon vor 20 Jahren auf die Projekte und der Software gestoßen bin und sehr begeistert von der Idee war. Installation hat 5 Minuten gedauert und Angemeldet bin ich auch bei beiden Projekten.

Ich werde es auch nach der Corona-Pandemie im Hintergrund auf den PC laufen lassen. Übrigens wäre es jetzt toll für die Forschung Quantencomputer zunutzen, wird höhste Zeit.

Die Wissenschaftler erhoffen sich von Quantencomputern Durchbrüche in vielen rechenintensiven Disziplinen, etwa bei der Erforschung neuer Medikamente, bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz oder auch für die Optimierung von Lieferketten in der Logistik.

Und das funktioniert so: Gewillte Nutzer können ihre Computer über ein kleines Programm an „folding@home“ (FAH) teilnehmen lassen. Via so genanntem „Distributed Computing“ kann der eigene Rechner dann an der Erforschung des Andock-Prozesses des Virus am menschlichen Körper teilnehmen lassen. Das Komplizierte daran ist, dass das Spike-Protein, mit dem der Virus an Lungenzellen andockt, ständig eine Proteinfaltung („protein folding“) durchmacht und so permanent neue Formen annimmt.

Für Mac, Windows & Linux

Mit der folding@home-Software, die man am eigenen Rechner installiert, sollen ungenutzte CPU- und GPU-Rechenkapazitäten für die Forschung zugänglich gemacht werden. Als Nutzer kann man festlegen, ob der Computer nur verwendet wird, wenn man ihn gerade selbst nicht verwendet, oder ob nebenbei gerechnet werden kann. Verfügbar ist das kostenlose Programm für Linux, Windows und MacOS.

Insgesamt erhoffen sich die Stanford-Wissenschaftler, Erkenntnisse für ein Gegenmittel zu gewinnen. Die Software für verteiltes Rechnen (man sieht es ihr an) gibt es schon seit vielen Jahren – und wurde bisher schon dafür eingesetzt, um bei der Entwicklung von Therapien für Krankheiten helfen, die durch Proteinfaltung ausgelöst wurden. Insofern passt der jetzige Einsatz rund um COVId-19 sehr gut.

IBM Q System One: Fraunhofer holt Quantencomputer nach Baden-Württemberg

Der Quantencomputer IBM System One soll in Deutschland in der Nähe von Stuttgart aufgestellt werden. In diesem Jahr wird es aber nichts mehr.

IBM Q System One: Fraunhofer holt Quantencomputer nach Baden-Würtemberg
IBM Q System One

Die Fraunhofer Gesellschaft und der Computerkonzern IBM haben eine Vereinbarung unterschrieben, um die Forschung zu Quantencomputern in Deutschland voranzutreiben. Dafür soll ein IBM-Quantencomputer der Serie „Q System One“ im Rechenzentrum des Konzerns in Ehningen bei Stuttgart stationiert werden. Es wird nach Angaben von Fraunhofer das erste seiner Art in Europa sein. Unter dem Dach der Fraunhofer Gesellschaft sollen Technologie, Anwendungsszenarien und Algorithmen erforscht werden. Außerdem soll in Wirtschaft und Wissenschaft in Deutschland Kompetenz aufgebaut und damit internationale Wettbewerbsvorteile hergestellt werden.

Mit dem Konzept der Quantencomputer reagiert die Branche auf die Tatsache, dass die bislang übliche Entwicklung von Hochleistungscomputern an ihre physikalischen Grenzen stößt. Während bei herkömmlichen Computern Bits jeweils den Zustand Null oder Eins annehmen, können bei Quantencomputern die Qbits gemäß der Quantenmechanik mehrere Zustände gleichzeitig darstellen – ein Paradox, das auch heute noch für Physiker eine große Herausforderung darstellt. Die Zustände der Qbits sind zudem sehr flüchtig und ändern sich schon allein bei der Betrachtung. Das Q-System One soll dagegen in der Lage sein, die Quantenzustände länger stabil zu halten und somit auch die kommerzielle Nutzung zu ermöglichen.

Quantencomputer können theoretisch um ein Vielfaches schneller und leistungsfähiger sein als herkömmliche Rechner. Noch sind sie aber eher Forschungsobjekte, eine kommerzielle Nutzung gab es bislang nicht.

Das System in Ehningen soll Anfang 2021 in Betrieb genommen werden. Dort befindet sich auch die IBM-Zentrale für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Wissenschaftler erhoffen sich von Quantencomputern Durchbrüche in vielen rechenintensiven Disziplinen, etwa bei der Erforschung neuer Medikamente, bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz oder auch für die Optimierung von Lieferketten in der Logistik.

IBM hatte seinen „Q System One“ im Januar 2019 als ersten auch kommerziell nutzbaren Quantencomputer vorgestellt. Die Anlage besteht aus einer Kühl- und Leitungseinheit, der Cryostat, die wie ein Kandelaber aussieht. An dessen unteren Ende befindet sich der Quantenchip. Dahinter steht eine schrankgroße Steuereinheit, mit der die Signale zu den Qubits geschickt und auch wieder ausgelesen werden.

Die Fraunhofer Gesellschaft und IBM hatten bereits 2019 vereinbart, den Q System One nach Deutschland zu bringen. Damals war jedoch unklar, wo der Standort des Quantencomputers sein soll. 

Folding@home: Coronavirus-Forschung – Stanford-Wissenschaftler bitten um Rechenressourcen

Wissenschaftler der Stanford University benötigen für ihre Coronavirus-Forschung viel Rechenkapazität, die über Distributed Computing erzielt werden soll.

Coronavirus-Forschung: Stanford-Wissenschaftler bitten um Rechenressourcen

Wissenschaftler der Gruppe folding@home (FAH) der US-amerikanischen Stanford University suchen weltweit Unterstützer, die Rechenkapazität für die Forschung an neuen Therapien gegen das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) bereitstellen. Helfer können dazu eine Software herunterladen und installieren, die bei komplexen Berechnungen zum Coronavirus helfen soll.

Die Rechenkapazität der am Projekt teilnehmenden Rechner wird nach Angaben der Forscher dazu verwendet, um den Prozess der Infektion im menschlichen Körper über das Andocken des Virus über Proteine genauer zu entschlüsseln. Wie die Stanford Wissenschaftler beschreiben, dockt das aktuell grassierende Coronavirus über ein Spike-Protein, das sich an der Oberfläche des Virus befindet, an Lungenzellen an. Das Protein verändere sich allerdings ständig über Proteinfaltung (protein folding) und nehme dabei unterschiedliche Formen an. Um gegebenenfalls Antikörper und damit entsprechende Impfstoffe herstellen zu können, sei es notwendig, die unterschiedlichen Formen des Spike-Proteins zu kennen.

Um computergenerierte Modelle der Proteinstrukturen zu erstellen sei „viel Rechenpower“ notwendig, die über das vernetzte Rechnen (Distributed Computing) mit der folding@home-Software generiert wird. Die Software verwendet auf den Rechnern lediglich ungenutzte CPU- und GPU-Rechenpower, heißt es. Interessierte können die Software des folding@home-Projektes von der Website der Gruppe herunterladen. Die Software ist für Linux, Windows und MacOS verfügbar.

Das folding@home-Projekt wurde nach Angaben von FAH 2000 gestartet. Das Projekt für verteiltes Rechnen an der Stanford University soll bei der Entwicklung von Therapien für Krankheiten helfen, die durch protein folding ausgelöst werden.

Wissenschaftler arbeiten verschärft daran, einen Coronavirus-Impfstoff zu finden. Doch du musst nicht nur tatenlos rumsitzen und abwarten, sondern kannst dabei auch helfen.

Während viele nicht mehr wissen, wie sie sich richtig verhalten sollen und wie hoch die Gefahr um die gefürchtete Krankheit wirklich ist, arbeiten Forscher auf Hochtouren daran, einen Coronavirus-Impfstoff zu finden. Du selbst musst dabei nicht völlig untätig sein, sondern kannst sogar mithelfen, ein Heilmittel gegen das Virus zu finden.

Projekt Folding@home: (oft auch kurz F@H oder FAH) ist ein verteiltes Computerprojekt für die Krankheitsforschung, das die Proteinfaltung, die rechnergestützte Entwicklung von Medikamenten und andere Arten von Molekulardynamik simuliert. Das Projekt nutzt die ungenutzten Verarbeitungsressourcen von Hunderttausenden von Personalcomputern, die sich im Besitz von Freiwilligen befinden, die die Software auf ihren Systemen installiert haben.

Sein Hauptzweck ist die Bestimmung der Mechanismen der Proteinfaltung, d. h. des Prozesses, durch den Proteine ihre endgültige dreidimensionale Struktur erreichen, und die Untersuchung der Ursachen von Proteinfehlfaltungen. Dies ist von Interesse für die medizinische Forschung über Alzheimer, Huntington und viele Formen von Krebs, neben weiteren, anderen Krankheiten. In geringerem Umfang versucht Folding@home auch, die endgültige Struktur eines Proteins vorherzusagen und zu bestimmen, wie andere Moleküle mit ihm interagieren können, was sich auf die Entwicklung von Medikamenten auswirkt. Folding@home wird vom Pande Laboratory der Stanford University, gemeinnützig unter der Leitung von Prof. Vijay Pande entwickelt und betrieben und von verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen und Forschungslabors weltweit gemeinsam genutzt. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Folding@home

Rosetta@home: Coronavirus-Impfstoff – So kannst du bei der Suche helfen

Die Suche nach dem Coronavirus-Impfstoff geht weiter. (Symbolbild)

Das Prinzip für die Suche nach einem geeigneten Coronavirus-Impfstoff ist ziemlich einfach und vor allem nicht neu: Im wissenschaftlichen Bereich wird das verteilte Rechnen oft eingesetzt, um schneller auf Ergebnisse zu kommen. Dafür musst du dir nur einen Client auf deinem Rechner installieren. So hilfst du an den Stellen aus, wo weitere Rechenleistung benötigt wird. Solche Möglichkeiten stellen Software wie BOINC (Berkeley Open Infrastructure for Network Computing) oder Folding@Home zur Verfügung.

Stelle die Rechenleistung deines PCs zur Verfügung

Ungenutzte Rechenleistung deines Computers kann ganz einfach für die Forschung eines Coronavirus-Impfstoffes zur Verfügung gestellt werden. Dafür musst du nicht einmal aktiv etwas machen, denn die Rechnungen laufen im Hintergrund ab.

So funktioniert BOINC:

  • Du downloadest BOINC und installierst die Datei.
  • Der Assistent erleichtert die Installation.
  • Per BOINC Manager, der Client, kannst du deine Rechenzeit für verschiedene Projekte anbieten.
  • Als neuer User musst du dir vorher ein Konto anlegen.

Hast du diese Schritte erledigt, kannst du dir ein Projekt aussuchen, dass sich auch mit dem Coronavirus-Impfstoff befasst. Darunter fällt beispielsweise Rosetta@home. Wähle das Projekt einfach in deiner Liste aus. Der BOINC Manager nimmt den Kontakt zum Projektserver auf und holt sich selbstständig die Aufgaben.

Wählst du „Erweiterte Ansicht“ aus, kannst du mehr Informationen zu den Aufgaben erhalten und auch die Statistiken einsehen. Es ist nicht möglich, gezielt Aufgaben, die den Coronavirus-Impfstoff betreffen, auszuwählen. Die Aufgaben werden zugewiesen. Benötigst du die Rechenleistung deine PCs selbst, kannst du die Projekte auch pausieren oder stoppen.

Projekt Rosetta@home: ist ein nichtkommerzielles Volunteer-Computing-Projekt, das mittels der Technik des verteilten Rechnens versucht, Proteinstrukturen und Proteinbindungen aus einer Aminosäuresequenz vorherzusagen.

Dabei werden Algorithmen entwickelt und getestet, die eine zuverlässige Strukturvorhersage ermöglichen. Eine akkurate Vorhersage von Proteinstrukturen könnte sich als sehr hilfreich für die Entwicklung von Heilverfahren für beispielsweise AIDSKrebsMalariaAlzheimer und Virenerkrankungen erweisen. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rosetta@home

Fazit: Kampfansage statt Panik

Die Ausbreitung des Coronavirus ist eine ernste Sache. Dennoch sollte man sich nicht verrückt machen. Stattdessen ist die Suche nach einem Coronavirus-Impfstoff ein guter Versuch, der Krankheit den Kampf anzusagen. Trotzdem kann es noch eine Weile dauern, bis das passende Heilmittel gefunden wird. Wenn es hart auf hart kommt, könnte der Coronavirus-Horror so enden.