Roskosmos: Putin entlässt Dmitri Rogosin

Für leitende Position in besetzten Gebieten: Putin beruft Roskosmos-Chef Rogosin ab

Roskosmos-Chef Rogosin und Präsident Putin
Vertraute: Dmitri Rogosin (li.), bisher Chef der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos, und Russlands Präsident Wladimir Putin

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos Dmitri Rogosin von seinen Aufgaben entbunden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine Dekret aus dem Kreml.

Oppositionellen Medien zufolge soll Rogosin neue Aufgaben erhalten und für die besetzten Gebiete in der Ukraine zuständig werden. Das berichtet unter anderem das unabhängige Portal „Meduza“.

Demnach  soll Rogosin derzeit der einzige Kandidat für die Leitung Präsidialverwaltung der besetzten Gebiete sein. 

Neuer Roskosmos-Chef wird dem Dekret zufolge Vize-Ministerpräsident Juri Borisow. Er war bisher für den „militärisch-industriellen Komplex“ zuständig. Zu diesem gehört in Russland auch die Raumfahrt.

Quelle: https://www.stern.de/politik/ausland/ukraine-news–putin-beruft-roskosmos-chef-rogosin-ab—position-in-besetzenden-gebieten-32542576.html

15:22 Uhr

Putin besetzt Schlüsselpositionen neu

Knapp fünf Monate nach Kriegsbeginn sind wichtige Positionen innerhalb der russischen Führungsebene neu besetzt worden. Präsident Wladimir Putin hat Industrieminister Denis Manturow zum Vizeregierungschef ernannt und den bisher für die Rüstungsindustrie zuständigen Vizeregierungschef Juri Borissow per Erlass zum neuen Generaldirektor der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos gemacht.

Borissow hatte in den vergangenen Wochen die Umstellung der Wirtschaft auf die Bedürfnisse der Kriegsführung in die Wege geleitet. So können nun Betriebe zur Erfüllung von Staatsaufträgen verpflichtet und deren Angestellte zu Überstunden und Urlaubsverzicht gezwungen werden. Manturow soll nach seiner Ernennung die staatliche Rüstungskommission leiten.

Quelle: https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-freitag-153.html#Putin-besetzt-Schluesselpositionen-neu



Nach immer schrilleren Attacken wackelt Stuhl des Roskosmos-Chefs

Dmitri Rogosin, der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, ist seit dem Ausbruchs des Krieges immer wieder durch aggressive Aussagen gegen den Westen aufgefallen. Doch offenbar ist das seinen Vorgesetzten selbst in Zeiten einer aufgeheizten Stimmung zu viel.Rogosin gilt als treuer Soldat des russischen Despoten Wladimir Putin, entsprechend hat er auch kein Hehl daraus gemacht, was er vom Krieg gegen die Ukraine und den Sanktionen des Westens hält. Allerdings waren die Aussagen Rogosins immer wieder irritierend und verstörend, vor allem deshalb, weil dem Westen und Russland in der Raumfahrt und dem Betrieb der Internationalen Raumstation nichts anderes übrigbleibt als zusammenzuarbeiten.

Immer wieder Provokationen

Der Roskosmos-Chef hat aber seit dem Ausbruch des Krieges unter anderem darüber fantasiert, dass die ISS über westlichem Territorium abstürzen könnte. Diese regelrecht groteske Aussage hat für viel Irritation gesorgt, denn eigentlich bemühten sich die Verantwortlichen auf beiden Seiten um die Erhaltung von Normalität im All und auf der ISS.Infografik: Die Raumstation ISS in ZahlenDie Raumstation ISS in ZahlenDoch zuletzt gab es erneute Provokationen, so hatten die drei ISS-Kosmonauten einen bizarren Propaganda-Auftritt mit den Flaggen der nicht anerkannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk im Osten der Ukraine. Es ist bis heute nicht klar, wer das angeordnet hat, es ist aber denkbar, dass Rogosin dafür verantwortlich war, möglicherweise sogar im Alleingang.

Doch auch danach wurden die Aktionen von Rogosin immer unberechenbarer. So wollte er angeblich nicht einen Anruf seines NASA-Amtskollegen Bill Nelson annehmen, der mit ihm über den Propaganda-Auftritt sprechen wollte und gemeint: „Es gibt nichts zu besprechen. Zuerst sollten die Sanktionen aufgehoben werden.“ Vorgestern verspottete Rogosin dann via Telegram US-Präsident Joe Biden bei der Präsentation des ersten Bildes des James-Webb-Teleskops.

Wie Ars Technica berichtet, werden derzeit die Gerüchte lauter, dass Rogosin abgelöst werden könnte. Die russische Nachrichtenagentur Interfax schreibt etwa, dass der stellvertretende Ministerpräsident Juri Borissow, der für die russische Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie zuständig ist, die Leitung von Roskosmos übernehmen könnte.

Quelle: https://winfuture.de/news,130774.html

Ukraine-Krise/ExoMars: Das Schicksal des Mars-Rover entscheidet sich in wenigen Tagen

Aufgrund des geopolitischen Kontexts, der Sanktionen der Europäischen Union und der sehr starken Verschlechterung der Beziehungen zu Russland ist der für September 2022 geplante Start der ExoMars-Mission, an der Russland maßgeblich beteiligt ist, sehr unwahrscheinlich. Die Europäische Weltraumorganisation sollte während ihrer für den 15. und 16. März geplanten Ratssitzung über das Schicksal dieser Mission und die ihr zur Verfügung stehenden Alternativen entscheiden.

Der Kreuzweg geht für die ExoMars-Mission weiter. Wird die Europäische Weltraumorganisation nach ExoMars 2018, ExoMars 2020 und dann ExoMars 2022 gezwungen sein, ihr Flaggschiff-Programm erneut umzubenennen? 2024 oder sogar viel später, wenn die ESA eine radikale Entscheidung trifft!

Wenn die Verschiebung von 2018 durch Verzögerungen bei den europäischen und russischen Industrieaktivitäten sowie bei den Lieferungen im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Nutzlast erklärt wurde, war die von 2020 auf Elemente im Zusammenhang mit der Sonde wie Fallschirme , Sonnenkollektoren, russische elektronische Geräte und zurückzuführen die Entwicklung von Flugsoftware .

Da die Sonde im April starten sollte, um ihren Startplatz zu erreichen, sagte die Europäische Weltraumorganisation am 28. Februar, dass aufgrund der Sanktionen gegen Russland nach der Invasion der Ukraine ein Start im September 2022 sehr unwahrscheinlich erscheint.

Die erste groß angelegte Kooperation zwischen der ESA und Roscosmos
Um diese Aussage zu verstehen, muss man wissen, dass das ExoMars-Programm in enger Zusammenarbeit mit Russland durchgeführt wird, das das Programm nach dem Rückzug der NASA gewissermaßen gerettet hatte. 
Damals, im Jahr 2012, schloss sich die russische Weltraumbehörde dem Programm an, indem sie die Protonen 
-Trägerraketen  und wissenschaftlichen Instrumente für die Missionen 2016 und 2022 sowie für den 
Rover ExoMars 2022 , die 
Kazachok-Landeplattform,  die mit 13 wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet war, bereitstellte 
alles russisch.

Während ihrer Ratstagung, die für den 15. und 16. März angesetzt ist, sollte die Europäische Weltraumorganisation die ihr zur Verfügung stehenden Alternativen hinsichtlich der Folgemaßnahmen zu diesem Programm prüfen. Wenn eine zweijährige Verschiebung die am wenigsten schmerzhafte und am wenigsten restriktive Lösung für das Programm ist, erscheint es uns unwahrscheinlich, dass die ESA sich für einen „Alleingang“ entscheiden wird. Dies erklärt sich aus der sehr hohen Beteiligung und Teilnahme der russischen Weltraumagentur Roscosmos an dem Programm. Am 16. März beschäftigen wir uns mit dem Schicksal von ExoMars.

Zum Glück für die ESA befinden sich derzeit alle Elemente der Sonde im Turiner Werk von Thales Alenia Space. Stellen Sie sich die diplomatischen Kopfschmerzen vor, wenn ExoMars 2022 in Russland wäre!

Quelle: (Übersetzng-Googel) https://www.futura-sciences.com/sciences/actualites/exploration-robotique-mars-sort-rover-exomars-va-jouer-quelques-jours-97074/

Spannend und interessant wie sich ESA wohl entscheiden mag:

-Start im September 2022 mit Russland

-Start um 2 Jahre verschieben, um dann mit Russland zu starten oder

– In den nächsten 2 Jahren eine eigene Mars-Landeplatform zu Entwickeln mit einen Start von Kourou (Französisch-Guayana).

1. März 2022:Letzte Woche deutete Großbritannien, einer der größten ESA-Mitgliedstaaten, an, dass eine künftige Weltraumkooperation mit Russland möglicherweise nicht möglich sei. Am Freitag teilte  das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit,  dass alle „bestehenden, langjährigen Wissenschaftskooperationen mit Russland mit sofortiger Wirkung eingestellt“ und alle „laufenden und geplanten Aktivitäten eingefroren und einer kritischen Prüfung unterzogen werden“. Deutschland leistet den größten Beitrag zum ESA-Budget.

 ExoMars zielte auf ein 12-tägiges Startfenster ab, das am 20. September eröffnet wird. Aufgrund der Ausrichtung der Umlaufbahnen von Erde und Mars können Raumfahrzeuge problemlos nur alle 26 Monate zum Roten Planeten starten.

Derzeit wird das Raumfahrzeug in Turin, Italien, getestet; es sollte im April nach Russland reisen.

Weil der Rover im April von Europa zum Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan muss (für einen Start im September 2022) muss die ESA in wenigen eine Entscheidung zum ExoMars Rover und dem Programm treffen.

Christian Dauck

Icarus startet erstes globales Forschungsprojekt

Die wissenschaftliche Pilotphase des erdumspannenden Tierbeobachtungssystems beginnt.

Eins meiner absoluten Lieblingsprojekte hat die mehrmonatige Testphase abgeschlossen. Mit „Icarus“ (International Cooperation for Animal Research Using Space) wollen die Wissenschaftler beispielsweise mehr über die Wanderrouten von Tieren herausfinden – etwa um Schutzzonen anzupassen, Klimaschutz – die folgen des Klimawandels zu dokumentieren oder auch Epidemien vorzubeugen. Zudem könnte „Icarus“ als Frühwarnsystem für Naturkatastrophen dienen: Schon länger gibt es Hinweise darauf, dass Tiere sich vor Ereignissen wie schweren Erdbeben auffällig verhalten, etwa unruhig werden.

Später noch mehr Projekte wären super: Haie, Pinguine usw. Und die Technik auf Satelliten bringen um die Abdeckung weiter zu herhöhen, um ein erdumspannendes Netz aufzubauen. Um auch Daten aus den Polarregionen zu erfassen.

„Die Datenübertragung vom Boden zur ISS funktioniert 10 bis 15 Mal besser als gedacht.“ Das höre ich gerne.

10. SEPTEMBER 2020

Mit dem satellitengestützten System zur Tierbeobachtung wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das kollektive Wissen der Tiere auf der Erde erforschen. Das Kooperationsprojekt der Max-Planck-Gesellschaft, der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat eine mehrmonatige Testphase erfolgreich abgeschlossen, in der die Tier-Sender sowie die Systemkomponenten am Boden und an Bord der Internationalen Raumstation ISS geprüft wurden. Ab Mitte September beginnt nun das erste Kontinent-übergreifende wissenschaftliche Pilotprojekt. Dabei wollen die Icarus-Wissenschaftler mehrere tausend Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika mit kleinen Sendern auf ihren Rücken vom Weltraum aus begleiten. Das Icarus-Projekt wurde gemeinsam mit 24 weiteren Kooperationsprojekten des Wettbewerbs „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder ausgezeichnet.

Ein Sojus-Kapsel nähert sich der ISS, im Vordergrund ist die stabförmige Icarus-Antenne zu sehen. Roskosmos

Icarus hat Mitte März 2020 seinen Testbetrieb aufgenommen. Während der technischen Testphase wurde unter anderem die Kommunikation zwischen dem Icarus-System und den Tier-Sendern simuliert sowie die Signalstärke und Übertragungszeit der Antenne überprüft.  Nachdem alle Tests erfolgreich absolviert sind, kann nun der wissenschaftliche Betrieb beginnen. „Die Datenübertragung vom Boden zur ISS funktioniert zehn bis 15-mal besser als gedacht“, erklärt der Mit-Initiator und Leiter von Icarus, Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz/Radolfzell und Professor an der Universität Konstanz. „Nun können wir mit unseren Forschungsprojekten loslegen.“

Herzstück von Icarus sind vier Gramm schwere Sender, die selbst auf kleinen Tieren wie Singvögeln angebracht werden können. Diese Messgeräte im Miniaturformat besitzen verschiedene Sensoren, die fortlaufend Verhaltens- und Gesundheitsdaten der Tiere erfassen. Auch Umweltbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Luftdruck können diese Sender aufzeichnen. Die Daten werden von einer Empfangsstation auf der ISS entschlüsselt und an die Bodenstation in Moskau übermittelt. Von dort laufen alle Daten in der Movebank zusammen, einer globalen Datenbank für Tierbewegungen.

Analyse des Zugverhaltens

Derzeit werden für eine Pilotstudie in Memmingen 5000 Sender produziert. Die Icarus-Wissenschaftler wollen damit ab Anfang September Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika ausstatten und das Zugverhalten der Vögel und ihre Überlebensstrategien untersuchen. Weitere 16 wissenschaftliche Projekte russischer Forscher sollen in den kommenden Monaten an den Start gehen. Darüber hinaus wollen weltweit hunderte Forschergruppen mit Icarus weitere gemeinsame Studien starten.

Einige Projekte von vielen die noch kommen werden. Haie und Pinguine möchte ich noch dazu haben. Quelle: https://www.icarus.mpg.de/4296/projekte

Mit dieser neuen digitalen Technik lassen sich aber nicht nur biologische Fragen beantworten – zum Beispiel, wohin Flughunde in Afrika fliegen und wo sie dabei auf Ebola-Viren treffen; oder wo Meeresschildkröten ihre Jugendjahre verbringen und wo die meisten davon ums Leben kommen. Icarus könnte auch für die Übertragung anderer Technik- oder Umweltdaten wie Baumwachstum, Meeresströmungen oder Gletscherschmelze eingesetzt werden. Aus den kombinierten Informationen tausender Tiere entsteht eine Zusammenschau über das Leben auf der Erde, das sogenannte ´Internet der Tiere´.

Die Technik könnte aber auch unseren Alltag verändern. „Icarus schickt ohne Zutun des Menschen kleine Datenpakete überall auf der Welt hin und her – ähnlich wie es bei der immer weiter voranschreitenden Vernetzung von Alltagsgegenständen der Fall sein wird, dem sogenannten Internet der Dinge. Icarus stellt damit ein völlig neues digitales Kommunikationssystem dar“, erklärt Martin Wikelski. Die Bedeutung von Icarus wird auch durch die Auszeichnung im Rahmen des Wettbewerbs „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder am 15. September in Berlin gewürdigt.

Quelle: https://www.icarus.mpg.de/de

ICARUS: Start des wissenschaftlichen Betriebs

Weltraumbasiertes Tierbeobachtungssystem ICARUS schließt Testphase erfolgreich ab und startet den wissenschaftlichen Betrieb mit einer weltumspannenden Studie zum Zugverhalten von Amseln und Drosseln – Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz

Globale Tierwanderungen vom Weltraum aus beobachten – dies wird ab sofort für Tierverhaltensforscherinnen und -forscher aller Länder möglich sein. Das weltraumbasierte Tierbeobachtungssystem ICARUS hat zum 31. August 2020 seinen Testbetrieb auf der Internationalen Raumstation (ISS) erfolgreich abgeschlossen und nimmt im September 2020 seinen wissenschaftlichen Betrieb auf. Erstes Forschungsprojekt wird eine Studie zum Zugverhalten von über 2.000 besenderten Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika sein. Mehrere hundert Forschungsgruppen weltweit haben bereits ihr Interesse an der Nutzung von ICARUS für gemeinsame Studien im Bereich der Tierverhaltensforschung angemeldet.

Mission Icarus: Forscher enthüllen das Wissen der Tiere

ICARUS ist ein gemeinsames Projekt des Konstanzer Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz in Kooperation mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wissenschaftlicher Leiter ist Prof. Dr. Martin Wikelski, Direktor am Konstanzer Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und Honorarprofessor an der Universität Konstanz. Das ICARUS-Projekt wird am 15. September 2020 im Rahmen des Wettbewerbes „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder in Berlin ausgezeichnet werden, gemeinsam mit 24 weiteren länderübergreifenden Kooperationsprojekten.

Fünfzehnmal bessere Datenübertragung als erwartet
„Die Datenübertragung vom Boden zur ISS funktioniert zehn bis fünfzehnmal besser als gedacht“, kommentiert Martin Wikelski den erfolgreichen Abschluss der viermonatigen Testphase: „Nun können wir mit unseren Forschungsprojekten loslegen“, freut sich Wikelski, der zudem Principal Investigator am Exzellenzcluster „Centre for the Advanced Study of Collective Behaviour“ der Universität Konstanz ist. Die ICARUS-Antenne war nach 17 Jahren Vorbereitung am 15. August 2018 an der Außenseite der Internationalen Raumstation angebracht worden. Nach der ersten Inbetriebnahme 2019 musste der Testbetrieb zunächst unterbrochen werden, um einen defekten On-Board-Computer auszutauschen. Mit neuem Computer konnte die viermonatige Testphase im Frühjahr/Sommer 2020 fortgesetzt und nun erfolgreich abgeschlossen werden.

Wie ICARUS funktioniert
Herzstück von ICARUS sind vier Gramm schwere Sender, die selbst an kleinen Tieren wie Singvögeln angebracht werden können. Diese Messgeräte im Miniaturformat erfassen fortlaufend Verhaltens- und Gesundheitsdaten der Tiere. Auch Umweltbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck können die Sender aufzeichnen. Über die im Weltraum positionierte ICARUS-Antenne können die Daten der besenderten Tiere aus allen Teilen der Welt empfangen werden – auch in entlegenen, schwer zugänglichen Regionen sowie auf den Weltmeeren. Damit wird erstmals eine kontinuierliche, weltumspannende Beobachtung von Tierwanderungen möglich, die wichtige Fragen über die ökologischen Zusammenhänge unseres Planeten beantworten kann und dabei hilft, die Tiere besser zu schützen. Alle erhobenen Daten laufen in der öffentlichen, frei zugänglichen Datenbank „Movebank“ für Tierbewegungen zusammen und können auch über die kostenlose App „Animal Tracker“ empfangen werden.

Faktenübersicht:
• Das weltraumbasierte Tierbeobachtungssystem ICARUS („International Cooperation for Animal Research Using Space“) hat zum 31. August 2020 seinen viermonatigen Testbetrieb auf der Internationalen Raumstation (ISS) erfolgreich abgeschlossen. Der wissenschaftliche Betrieb wird im September 2020 aufgenommen.
• Pilotprojekt: Studie zum Zugverhalten von über 2.000 besenderten Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika.
• ICARUS ist ein gemeinsames Projekt des Konstanzer Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz in Kooperation mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
• Wissenschaftlicher Leiter: Prof. Dr. Martin Wikelski, Direktor am Konstanzer Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und Honorarprofessor an der Universität Konstanz.
• Das ICARUS-Projekt wird am 15. September 2020 im Rahmen des Wettbewerbes „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder in Berlin ausgezeichnet werden, gemeinsam mit 24 weiteren länderübergreifenden Kooperationsprojekten.
• Weitere Informationen zu ICARUS unter: https://www.uni-konstanz.de/universitaet/aktuelles-und-medien/aktuelle-meldungen/aktuelles/ICARUS–Tierbeobachtung-aus-dem-Weltraum-13449/

Quelle: https://nachrichten.idw-online.de/2020/09/10/icarus-start-des-wissenschaftlichen-betriebs/?groupcolor=1