Tierbeobachtung aus dem All: Projekt erhält keine Daten mehr/Daten aus dem Weltraum ermöglichen Blick auf Tiere in Bewegung

Mit dem «Icarus»-Projekt erlangen Forscher wertvolle Daten zum Verhalten von Tausenden Tieren weltweit. Die dafür nötige Übertragung aus dem All kommt nun aber im Zuge des Ukraine-Kriegs zum Erliegen. Die Forschenden lassen sich davon nicht unterkriegen.

22.03.22‍

Martin Wikelski, Projektleiter von «Icarus»,

Der Ukraine-Krieg hat auch Folgen für die Wissenschaft: Das deutsch-russische Forschungsprojekt «Icarus» zur Tierbeobachtung aus dem All erhält keine Daten von der Raumstation ISS mehr. Sie gehe auch nicht davon aus, dass sie künftig noch mal Daten erhalten werden, sagte Uschi Müller, Projektkoordinatorin am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz.

Die Datenübertragung von der ISS zu den Konstanzer Forschern wurde demnach bereits Anfang März gekappt. Am 3. März hatte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Verweis auf den Krieg in der Ukraine laufende Kooperationen mit Russland für beendet erklärt. Die russische Seite kündigte die Zusammenarbeit mit dem DLR daraufhin ebenfalls auf.

Das Projekt «Icarus» stehe deshalb aber nicht vor dem kompletten Aus, sagte Müller. Es würden derzeit bereits Konzepte entwickelt, wie etwa ein deutscher Kleinsatellit die Daten der Tiere empfangen könnte. Bis eine neue Lösung gefunden ist, wollen die Forscher einen Teil der Daten händisch auslesen – etwa, wenn Vögel zu ihrem Nest zurückkehren.

Für «Icarus» (International Cooperation for Animal Research Using Space) wurden tausende Tiere mit kleinsten Sendern versehen, die ihre Daten bei deren Überflug an die ISS schicken. Damit untersuchen die Forscher etwa das Zugverhalten von Vögeln. Zu den untersuchten Arten zählten demnach Kuckucke und Küstenseeschwalben.

Quelle: https://www.badische-zeitung.de/tierbeobachtung-aus-dem-all-projekt-erhaelt-keine-daten-mehr


Daten aus dem Weltraum ermöglichen Blick auf Tiere in Bewegung

Forschende haben begonnen, die globalen Bewegungen einzelner Tiere mit einer neuen Generation von Miniatur-Sendern zu verfolgen. Damit öffnet sich eine neue Dimension in den Bemühungen, den Biodiversitätswandel zu erfassen und Gebiete für Erhaltungsmaßnahmen zu lokalisieren. Das Icarus-Projekt hat seit März 2021 die Bewegungen von Hunderten von Tieren aus 15 Arten aufgezeichnet. Angesichts der niedrigen Kosten und der geringen Größe der Sender hoffen die Forscher, das Projekt auf Tausende von Tierarten ausweiten zu können und Daten über das Leben der Tiere weltweit nahezu in Echtzeit zu liefern. Die Studie zeigt, wie dieses „Internet der Tiere“ – in Kombination mit anderen Umwelt- und Verhaltensdaten – Wissenschaftlern Aufschluss über Veränderungen in den Ökosystemen der Erde geben kann.

20. MÄRZ 2022

Globale Karte der verfolgten Tiere, wie sie vom 11. März 2021 bis zum 3. November 2021 Icarus erfasst wurden.
© Jetz et al., TREE 2022

Die Icarus-Sender, die seit März 2021 Daten sammeln, haben viele Erkenntnisse über die 15 Arten geliefert, die im Rahmen des Projekts beobachtet werden. Die geringe Größe der Tags von weniger als fünf Gramm und Solarstrombatterien haben die Beobachtung selbst kleiner Vögel über lange Zeiträume ermöglicht, wodurch unbekannte Aspekte ihrer Wanderungen aufgedeckt werden konnten. So fliegen beispielsweise Uferschnepfen nonstop von Nichtbrutplätzen in Südchile nach Mexiko oder quer durch Mittelamerika, um in Texas, USA, zu landen. Und der Kuckuck unternimmt lange Wasserüberquerungen über den Indischen Ozean von Indien nach Afrika. „Dies ist der Beginn einer Ära, in der die Bewegungen von Tieren die Gesundheit unseres Planeten überwachen können“, sagt Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Deutschland, Co-Direktor des MPYC und Initiator von Icarus. „Die ersten Daten von Icarus sind ein Beweis dafür, dass mit erhöhtem Aufwand ein globales Netzwerk von Tieren als Botschafter möglich ist.“ 

Die Daten liefern jedoch mehr als nur fehlende Details über das Leben einzelner Tiere – sie geben einen Einblick in die Art und Weise, wie Daten über Tierbewegungen, wenn sie in großem Maßstab gesammelt werden, ein lebendiges Bild der Umweltveränderungen auf dem Planeten ergeben können. „Anstatt Sensoren in der Erdumlaufbahn zu verwenden, die Bilder von der Oberfläche des Planeten für die spätere Auswertung einfangen, suchen sich die Tiere durch unzählige individuelle Bewegungsentscheidungen ihre bevorzugten Bedingungen und erfassen die Qualität und den Zustand der Ökosysteme in Echtzeit“, so Wikelski. So werden die Wissenschaftler nicht nur in der Lage sein, Gebiete zu identifizieren, die für das Überleben der Tiere wichtig sind, sondern auch Gebiete, in denen die biologische Vielfalt durch menschliche Eingriffe oder Wilderei bedroht sein könnte, wenn die vorgesehenen Wanderrouten blockiert sind. 

Bei den meisten der bisher markierten Tiere handelt es sich um Vögel, die Forscher sind jedoch der Meinung, dass aufgrund der rapiden Entwicklung immer kleinerer Sender eines Tages viel mehr Reptilien, Säugetiere und sogar Insekten mit den Sensoren ausgestattet werden könnten. Nachdem die Technologie jetzt zur Verfügung steht, ist das Max Planck Yale Center dabei, Mittel zu beschaffen, die zum Kauf weiterer Sensoren (derzeit etwa 300 Dollar pro Stück) eingesetzt werden und Forschern in verschiedenen Teilen der Welt zugutekommen sollen, um das System zu nutzen und zu erweitern, Freiwillige zu schulen und Plattformen für den Informationsaustausch zu integrieren. „Unser Traum ist eine permanente Schar von etwa 100.000 Tierbotschaftern, die uns Menschen dabei helfen, Veränderungen auf diesem Planeten zu messen, zu verstehen und ihnen entgegenzuwirken“, sagte Walter Jetz, Hauptautor der Studie, Co-Direktor des Zentrums und Professor für Ökologie, Evolutionsbiologie und Umwelt an der Yale University.

Neue Satelliten

Icarus (International Cooperation for Animal Research Using Space) ist eine Kollaboration internationaler Wissenschaftler unter der Leitung der Max-Planck-Gesellschaft. Es stützt sich auf Freiwillige, die an Tieren Sensoren mit einem Gewicht von weniger als fünf Gramm anbringen. Die Sensoren zeichnen nicht nur GPS-Daten auf, sondern können auch andere Informationen über die Bedingungen liefern, denen ein Tier ausgesetzt ist, wie etwa die Temperatur. Die Daten der Sensoren werden von Antennen im Weltraum erfasst und dann an Computer auf dem Boden übertragen. Die erste Antenne des Projekts, die sich an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) befindet, soll bald durch weitere Empfänger in der Umlaufbahn ergänzt werden. Die Gruppe arbeitet daran, ihre weltraumgestützten Datenerfassungsgeräte massiv auszubauen. Geplant sind u. a. ein Mikrosatellit und ein größeres 2-Satelliten-System.  

Die Bewegungen in Raum und Umwelt, die Heimatgebiete und Migrationskorridore auf Grundlage dieser neuen Daten können im Digital Museum of Animal Lives (animallives.org), einer Initiative des internationalen Max Planck-Yale Center for Biodiversity Movement and Global Change (MPYC), eingesehen werden.

Quelle: https://www.mpg.de/18465412/icarus-daten

Total super! EU-Taxonomie: Umweltorganisationen machen Druck auf Bundesregierung/ Deutschland sollte sich der Klage vor dem EuGH anschließen

Umwelt- und Klimaorganisationen lassen nicht locker: Sie fordern die Ampel auf, die geplante Einstufung von Atomkraft und Gas als nachhaltig abzulehnen und sich einer Klage vor dem EuGH anzuschließen.

AKW Gundremmingen abgeschaltet
Atomkraft: Die EU-Kommission will den Energieträger als nachhaltig einstufen. 
Den kompletten Brief finden Sie: https://network.bellona.org/content/uploads/sites/5/2022/01/22-01-10_Verb%C3%A4ndebrief-EU-Taxonomie_BK-Scholz.pdf

Eine Gruppe Umwelt- und Klimaorganisationen fordert die Bundesregierung auf, der von der EU-Kommission geplanten Einstufung von Atomkraft und Erdgas als nachhaltige Technologien entschieden entgegenzutreten.

„Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, wir zählen auf Sie“, heißt es in einem offenen Schreiben von 13 Organisationen an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), das dem Handelsblatt vorliegt. „Stoppen Sie das Greenwashing schmutziger und gefährlicher Technologien, die der Vergangenheit angehören, und ebnen Sie den Weg zur Klimaneutralität – auf europäischer wie auf nationaler Ebene.“

Toll dieser Druck und wie sich endlich widerstand gegen die EU-Taxonomie formiert.

Die Organisationen, darunter der Deutsche Naturschutzring (DNR), Germanwatch und WWF, fordern die Bundesregierung auf, im Europäischen Rat gegen die Aufnahme von Atomkraft und Gas zu stimmen und sich der von Österreich und Luxemburg geplanten Klage vor dem Europäischen Gerichtshof anzuschließen. „Setzen Sie sich für eine Erweiterung der Klage auch gegen die Aufnahme von Erdgas ein.“

Die EU-Länder haben bis zum 21. Januar Zeit, um auf den Entwurf der EU-Kommission zu reagieren. Der Zeitraum wurde verlängert – ursprünglich war der 12. Januar Stichtag.

Bei der Taxonomie handelt es sich um ein Klassifizierungssystem für nachhaltige Finanzprodukte – quasi eine in Brüssel erarbeitete Liste aller ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten. Bislang war aber offen geblieben, ob Investitionen in Atomkraft und Gas als nachhaltig gelten. Seit Jahren wird über das Thema gestritten. In der Silvesternacht 2021 schickte die EU-Kommission dann die Mitteilung heraus, derzufolge Atomkraft und Erdgas als grüne Investitionen eingestuft werden sollen.

Stringente Kriterien für den Zubau von Erdgas-Kraftwerken

Ein Fehler, sagen die Umweltverbände. Damit Deutschland und Europa die Klimaziele erreichen könnten, müsse die Nutzung fossiler Energieträger schnellstmöglich beendet statt ausgebaut werden, heißt es in dem am Dienstag versandten Schreiben der 13 Organisationen. Auch wenn für einen begrenzten Übergangszeitraum Erdgas Teil des Energiemixes sein werde, sei eine Einstufung des Energieträgers als nachhaltig falsch.

In dem an Scholz und fünf Bundesminister gerichteten Brief fordern die Verbände die Bundesregierung auf, stringente Kriterien für den im Koalitionsvertrag angekündigten Zubau von Erdgas-Kraftwerken auf nationaler Ebene auszuarbeiten.
Die Klassifizierung von Atomkraft und Erdgas als nachhaltig ist kaum zu verhindern. Dafür müssten sich mindestens 20 EU-Staaten zusammenschließen, die mindestens 65 Prozent der Gesamtbevölkerung in der EU vertreten. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat eine Stellungnahme der Bundesregierung angekündigt. Rechtlich bindend wird diese allerdings nicht sein. 

Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/nachhaltige-energietraeger-eu-taxonomie-umweltorganisationen-machen-druck-auf-bundesregierung/27962494.html?ticket=ST-2900694-HLfWplBQD3GhMtKxne3u-ap3

Jetzt unterschreiben. EU-Taxonomie: Nein zu Atom und Gas/Soll am Dienstag, 11. Januar an die Bundesregierung übergeben werden

BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Bürgerbewegung Finanzwende, Greenpeace, IPPNW, Nabu, Umweltinstitut und Uranium Network rufen mit ihren Unterstützer*innen die Ampel-Regierung dazu auf, die Taxonomie-Pläne der EU-Kommission zu verhindern. Diese sehen vor, Investitionen in Atomkraft und Erdgas als nachhaltig einzustufen. Das Bündnis sieht hierdurch die Energiewende bedroht und den Klimaschutz Europas massiv gefährdet. Denn Investitionen würden so statt in Erneuerbare Energien und CO2-freie Flexibilitätsoptionen in fossile und atomare Technologien umgelenkt. Nach Einschätzung des Bündnisses unterlaufen die Pläne zudem den Grundgedanken der Taxonomie als eine Art Nachhaltigkeitslabel. „Wenn auch klimaschädliche und hochriskante Energieträger als nachhaltig gelten, wird das ganze Label entwertet – das hätte eine fatale internationale Signalwirkung“, warnt das Bündnis.

Die Organisationen fordern daher gemeinsam mit ihren Unterstützer*innen die Ampel-Regierung auf, im EU-Ministerrat gegen den Vorschlag der EU-Kommission zu stimmen. Wenn nötig müsste, so das Bündnis, die Ampel vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

Antje von Broock, Bundesgeschäftsführerin für Politik und Kommunikation beim BUND: „Gas und Atom sind nicht nachhaltig. Diesen Etikettenschwindel der EU darf die deutsche Bundesregierung nicht mitmachen. Nur mit einem Nein gegen Atomkraft und Gas als nachhaltige Technologien in der EU-Taxonomie bleibt Olaf Scholz glaubwürdig. Seine Regierung muss eine Stimme für Nachhaltigkeit und umweltverträglichen Fortschritt sein. Statt in veraltete ‚Dinosaurier‘-Technologien zu investieren, braucht es Investitionen in wirklich nachhaltige erneuerbare Energien.“

Christoph Bautz, Geschäftsführender Vorstand von Campact: „Olaf Scholz darf nicht länger lavieren, sondern muss ein klares Nein Deutschlands zu den Taxonomie-Plänen der EU-Kommission formulieren. Andernfalls fließen Milliarden Euro in hochriskante und klimaschädliche Atomkraft- und Gasprojekte. Scholz hat sich im Wahlkampf als Klimakanzler präsentiert – jetzt muss er dies auch einlösen.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe: „Die Bundesregierung muss die Taxonomie in ihrer jetzigen Form ablehnen. Atomkraft und fossiles Gas passen nicht zum klimapolitischen Versprechen ihres Koalitionsvertrages. Deshalb muss sie alle Hebel in Bewegung setzen, um dieses katastrophale Regelwerk zu stoppen. Enthaltung ist keine Haltung.“

Magdalena Senn, Referentin für nachhaltige Finanzmärkte bei der Bürgerbewegung Finanzwende: „Mit ihrem Einknicken vor nationalen Interessen erweist die EU-Kommission nachhaltigen Finanzmärkten in Europa einen Bärendienst und betreibt Greenwashing. Die Ampel-Regierung muss verhindern, dass mit den Vorschlägen der EU-Kommission das Wirrwarr verschiedener Standards weitergeht. Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa benötigen klare, einheitliche Kriterien für nachhaltige Finanzprodukte.“

Martin Kaiser, Geschäftsführender Vorstand Greenpeace Deutschland: „Wir fordern von der Bundesregierung eine klare Ablehnung der EU-Taxonomie, die Atom und Gas als nachhaltig erklärt. Falls notwendig, muss die Regierung auch dagegen klagen. Die Haltung von Scholz, Habeck und Lindner bei der EU-Taxonomie ist ein erster Lackmus-Test: Steht die Ampel in Fragen der Nachhaltigkeit für einen echten und von der Bevölkerung erwarteten Aufbruch – oder gibt es mit ihr ein ‚Weiter so‘ nach Art der alten GroKo. Jeder Euro für Atomstrom fehlt uns am Ende beim echten Klimaschutz.“

Angelika Claußen, Co-Vorsitzende der IPPNW: „Ein Nachhaltigkeitslabel für Atomenergie und Erdgas ist ein klima- und energiepolitischer Irrweg. Jeder Cent der hier investiert wird, fehlt beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Für Frankreich steht bei der Investition in den veralteten Industriezweig Atomenergie ein klares militärisches Interesse im Vordergrund: ‚Ohne zivile Atomenergie gibt es keine militärische Nutzung, und ohne die militärische Nutzung auch keine zivile Atomenergie‘ (Zitat Emmanuel Macron, 2020).“

Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Wir fordern die Bundesregierung auf, den Kommissionsentwurf abzulehnen. Denn er betreibt billiges Greenwashing, obwohl die Taxonomie ein wichtiges klima- und umweltpolitisches Instrument sein könnte. Durch die Entscheidung droht wertvolle Zeit für die klimaneutrale Transformation von Strom und Wärme verloren zu gehen.“

Hauke Doerk, Referent für Radioaktivität am Umweltinstitut München: „Die von der EU-Kommission eigens eingesetzte technische Expertengruppe hat auf wissenschaftlicher Basis Atomenergie aus der Taxonomie ausgeschlossen. Es ist absurd, die Kriterien für nachhaltige Finanzen aufzuweichen, nur weil Lobbyisten Druck machen, oder manche Länder ihre Investitionen in Atomkraft oder fossiles Gas grün anstreichen wollen.“

Günter Wippel, Mitbegründer von Uranium Network: „Der Ausschluss von Uranbergbau aus dem Delegated Act ist absolut inakzeptabel: Uranbergbau ist integraler Bestandteil der nuklearen Brennstoffkette, diesen auszuklammern führt zu einer völlig falschen Beurteilung von Atomkraft. Dies hängt auch eng mit der Illusion zusammen, einen geschlossenen Brennstoffkreislauf erreichen zu können – mit Reaktoren, die ihren Brennstoff selbst erbrüten: eine gefährliche Illusion, an der die Atomindustrie schon in der Vergangenheit gescheitert ist.“

Mehr Informationen

  • zum Eil-Appell
  • Der Eil-Appell wird am Dienstag, 11. Januar 2022, in den Vormittagsstunden an die Bundesregierung übergeben.

Quelle: https://www.bund.net/service/presse/pressemitteilungen/detail/news/buendnis-appell-zur-eu-taxonomie-nein-zu-atom-und-gas/

Protest wächst: Shell sucht an der Küste Südafrikas nach Öl und Gas/Jetzt Petition unterscheiben!

Plakate mit Aufschriften wie „Lasst unsere Meere in Ruhe“, „Rettet die Wild Coast“ und „Zur Hölle mit Shell“ haben jüngst die Strände an Südafrikas Wild Coast gefüllt. Etliche Demonstrierende versammeln sich seit Tagen an Teilen des 250 Kilometer langen Küstenstreifens am Indischen Ozean, um gegen eine Exploration des Mineralölkonzerns Shell zu protestieren. Shell will ab dem 1. Dezember vor der Küste nach Öl und Gas suchen – zum Ärger vieler Menschen, die sich für Umwelt- und Tierschutz engagieren.

Vier bis fünf Monate lang sollen 20 Kilometer vor dem Festland auf einer Fläche von gut 6000 Quadratkilometern seismische Untersuchungen stattfinden. Damit will Shell die Größe und Tiefe des Öl- und Gasaufkommens erkunden.

„Der enorme Lärm der Schallwellen Unterwasser im Rahmen der ‚seismischen Untersuchungen‘ stellen eine direkte Gefahr für Wale, Delfine, unseren berühmten King Fish und alle Arten von Meereslebewesen dar“, schrieben Aktivistinnen und Aktivisten der „Amadiba Crisis Committee“ in Südafrika auf Facebook. Durch die Untersuchungen könne Öl ins Wasser gelangen, das viele gesundheitsschädliche Stoffe freisetze, so die Aktivisten und Aktivistinnen.

Quelle: https://www.rnd.de/wissen/suedafrika-shell-sucht-an-der-kueste-nach-oel-und-gas-protest-waechst-LYA6DTH3V5GDHGTKKP435LGJGE.html


An der Wild Coast in Südafrika formiert sich der Protest gegen die von Shell geplante Suche nach Öl und Gas. Naturschützer befürchten, dass Meereslebewesen durch Schallwellen geschädigt werden.

Sorge vor allem um Wale

Entlang des Küstenstreifens sollen vier bis fünf Monate lang dreidimensionale seismische Untersuchungen stattfinden, in einem Abstand von 20 Kilometern vom Festland und auf einer Fläche von 6000 Quadratkilometern. Solche Messungen sind global das gängige Verfahren zur Erkundung von Erdöl- und Erdgas-Lagerstätten. Dabei wird der Untergrund mittels starker Schallwellen untersucht, um geologische Formationen zu erkennen sowie die Größe und Tiefe der Vorkommen festzustellen.

Tierschützer und Wissenschaftler aber befürchten, dass die Wucht der Schallwellen und der enorme Lärm unter Wasser die Lebewesen im Meer schädigt. Vor allem Wale könnten zeitweise das Gehör und damit die Orientierung verlieren. Andere Meerestiere ­seien ebenfalls gefährdet. Die Impulse aus Schallkanonen könnten die Tiere außerdem unter hohen Stress setzen. In Südafrika gebe es zu wenig Forschung über die Lärmbelastung im Meer und keine Regulierungen, geben Wissenschaftler zu bedenken.

Noch mehr sorgen sich die Gegner um die Zukunft der Wild Coast, sollte der Konzern genügend Öl oder Gas ausfindig machen. An Land muss die komplette Infrastruktur zum Abtransport gebaut werden. Wegen der starken Agulhas-Strömung, einer der schnellsten Ozeanströme auf der Welt, wird zudem ein hohes Risiko von Ölunfällen befürchtet. Die Ströme seien so stark, dass das Auslaufen von Öl nur schwer eingedämmt werden könnte.

Quelle: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/an-suedafrikas-kueste-waechst-protest-gegen-geplante-suche-von-shell-nach-oel-und-gas-17644978.html


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Shell sucht an der Küste Südafrikas nach Öl und Gas – Jetzt Petition Unterschreiben!

Wenn man in sein Email-Postfach schaut und dann spontan am Computer arbeiten muss. Bei den Shell Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter sollte man mal im Vorgarten Seismische Untersuchungen und Bohrungen machen, was glaubt ihr wie die das stören würde. Hier im TV lassen sie ihren dämlichen Grünen-Werbespot laufen – Rotzfrech!

Christian Dauck


Jetzt Petition unterscheiben! Wir lehnen die seismischen Untersuchungen von Shell und CGG an der Küste von RSA ab!

Oceans Not Oil Coalition hat diese Petition an Barbara Creecy (Minister for the Environment) und an 2 mehr gestartet.

Shell hat angekündigt, am 1. Dezember eine seismische Untersuchung auf der Suche nach Öl- oder Gasvorkommen von Morgan Bay bis Port St Johns zu starten 48 Luftgewehre durchqueren systematisch 6.011 km² Meeresoberfläche und feuern extrem laute Stoßwellenemissionen ab, die durch 3 km Wasser und 40 km in die Erdkruste unter dem Meeresboden eindringen.

Das Schiff wird rund um die Uhr arbeiten und die Luftgewehre alle 10 Sekunden abfeuern. Dabei geraten Meereslebewesen an der sensiblen Wild Coast in Panik und werden geschädigt .

Viele Meeresbewohner könnten in den kommenden Monaten betroffen sein – Wale, Delfine, Robben, Pinguine, Haie und sogar Krabben und winzige Schalentiere werden gesprengt. In einer Zeit, in der die führenden Politiker der Welt Versprechen und Entscheidungen treffen, sich von fossilen Brennstoffen zu entfernen, weil die Klimawissenschaft gezeigt hat, dass wir unsere vorhandenen Reserven nicht verbrennen können (geschweige denn nach mehr bohren), drängt die Offshore-Öl- und -Gas-Operation Phakisa immer stärker darauf, ihre Hände zu bekommen auf eine örtliche Gasversorgung. Shell muss eine Antwort darauf geben, inwiefern die Schäden, die während dieser Untersuchung und alle danach durchgeführten Explorationsbohrungen angerichtet wurden, Teil seines Energiewendeplans zur Kontrolle der globalen Erwärmung sind.

Quelle: https://www.change.org/p/shearwater-geoservices-shearwatergeo-and-shell-stop-blasting-the-wild-coast-our-voices-can-make-a-difference-and-put-an-end-to-shell-blasting-in-the-wild-coast

Corona: Faszination und sorge zugleich – Das leben findet einen Weg / Das Virus ist der Preis der Ausbeutung der Natur durch den Menschen

Ein Kommentar: Es ist interessant was für ein Überlebens-Künstler Corona ist und sich gegen Forschung, Wissenschaft und Technologie behaupten kann. Ich der sich für Astrobiologie interessiert schwankt zwischen Faszination für das Virus und der sorge über die eigenen Gesundheit sowie der Gesundheit der Menschen weltweit.

Faszinierend und interessant wie das Leben seinen Weg findet und sich der Mensch als dominierende und intelligenteste Spezies auf der Erde anpassen muss – ja (obwohl er über moderne Städte, Wirtschaft und Super-Computer verfügt) sich sogar teilweise zurück ziehen und abschotten muss vor Corona bzw. der Natur die sich wehrt ja vielleicht versucht schaden an sich auszugleichen. Das Virus ist der Preis der Ausbeutung der Natur durch den Menschen.

Die vielen Opfer/Tote sind bitter, aus der Sicht ist Corona ein Monster – aber sind wir nicht alle Monster gegenüber Natur und Tiere, da stellt sich die Frage wer das wahre Monster ist. Das Krisenmanagement der Bundesregierung und Politiker ist seit tagen desaströs egal ob alte oder neue – ein echtes komplett versagen. Man wartet viel zu lange ab, lockert andauernd und nimmt so jede Infektions-Welle mit, jedoch wie ein Surf-Anfänger total ungeschickt.

Man darf gespannt sein welche lehren Länder/Politiker aus der Epidemie zieht, wie sich: Wirtschaft, Technologie, Forschung und die Einstellung zum Klima- und Tierschutz verändern mag. Ein Wandel und ein ändern der Einstellung der Menschen ist nur zu hoffen – ist man das der Menschheit und den Opfern/Tote und überlebenden der Epidemie nicht schuldig.

Ein weiter so darf es nach der Epidemie nicht geben, die Ampelkoalition ist schon mal ein guter Anfang aber nur Lippenbekenntnisse werde nicht reichen. Eine bessere Koexistenz (Verstanden wird darunter oft das friedliche, aber unabhängige Nebeneinander zweier (mehrerer) Dinge) zwischen Mensch, Wirtschaft/Technologie, Tier und Natur muss her.

Christian Dauck -Arbeitet in einer WfbM, hat den Förderschulabschluss. Mag man bei den Kommentar gar nicht glauben. Der ist mir doch recht gut gelungen, also ich finde ihn klasse.

Coronavirus-Liveticker+++ 13:22 Leopoldina fordern Kontaktbeschränkungen und Impfpflicht +++

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt angesichts des dynamischen Corona-Infektionsgeschehens sofortige umfassende und strikte Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung. „Das Hauptproblem in Deutschland besteht in der viel zu hohen Zahl noch ungeimpfter Menschen. Dies zeigen Vergleiche mit anderen Ländern, die bisher die Ansteckungsraten durch konsequentes Impfen haben flacher halten können, sowie die entsprechende Modellierung des Robert-Koch-Instituts vom Juli 2021. Ungeimpfte sind in einen Großteil der Neuinfektionen (ca. 8-9 von 10 Ansteckungen) involviert“, schreiben die Wissenschaftler. Um die hohen Coronavirus-Infektionszahlen in der Bevölkerung deutlich zu verringern, seien ungeimpfte Personen so schnell wie möglich zu impfen. „Vollständig Geimpfte“ sollten möglichst nach 5-6 Monaten eine Auffrischungsimpfung erhalten. Zudem fordern die Wissenschaftler eine strikte Kontaktreduzierung. Diese könne auf zwei Wege erreicht werden. Zum einen durch eine vorgegebene Begrenzung in Gebieten mit hoher Inzidenz, zum anderen durch eine kontrollierte und sanktionierte 2G-Regelung.

+++ 13:07 Scholz kündigt konsequentes Handeln an +++
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz kündigt in der sich dramatisch zuspitzenden Corona-Pandemie konsequentes Handeln an. Man werde alles tun, was getan werden muss, sagt Scholz in Frankfurt beim Bundeskongress der Jusos und sprach von „wieder neuen dramatischen Herausforderungen“. Es gebe nichts, was nicht in Betracht genommen werde. Ehrgeiziges Ziel sei, dass jetzt alle Betreffenden eine Booster-Impfung zur Auffrischung bekommen. Er habe ja bereits angekündigt, dass ein Krisenstab eingesetzt werden soll. Es gebe derzeit eine enge Zusammenarbeit der künftigen und der jetzigen Regierung, sagt Scholz am Rande des Bundeskongresses.

+++ 12:12 Verdacht auf Omikron-Variante auch in Tschechien +++
Auch in Tschechien besteht der Verdacht, dass die Omikron-Variante des Coronavirus aufgetreten ist. Wie das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit mitteilt, ist eine Person betroffen, die sich in Namibia aufgehalten hat. Weitere Tests würden noch unternommen.

Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/13-22-Leopoldina-fordern-Kontaktbeschraenkungen-und-Impfpflicht–article21626512.html


Einschätzung von EU-BehördeOmikron – große Sorgen, viele Fragen

Stand: 27.11.2021 00:20 Uhr

Neben der WHO stuft auch die europäische Gesundheitsbehörde ECDC die neue Omikron-Variante als „besorgniserregend“ ein. Sie befürchtet Folgen für den Impfschutz. BioNTech und Moderna prüfen, ob ihre Vakzine angepasst werden müssen.

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sorgt sich um mögliche Auswirkungen der neuen Corona-Variante Omikron auf den Impfschutz. B.1.1.529 sei die am stärksten abweichende Variante, die bislang während der Pandemie in umfassenden Zahlen entdeckt worden sei, teilte die in Stockholm ansässige Behörde in einer Einschätzung zur Bedrohungslage durch die neue Virus-Variante mit. Dies wecke ernsthafte Sorgen, dass sie die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.

Wahrscheinlichkeit für Verbreitung in Europa hoch

Laut ECDC verfügt Omikron verglichen mit dem Ursprungsvirus über eine große Anzahl Genmutationen. Es gebe zwar noch größere Unsicherheiten hinsichtlich der Übertragbarkeit, der Wirksamkeit der Impfstoffe und des Wiederansteckungsrisikos. Dennoch hält die Behörde die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Einschleppung und Verbreitung der Variante im Europäischen Wirtschaftsraum für hoch.

Wegen dieser Unsicherheiten sei ein vorsorglicher Ansatz wichtig, schrieb die EU-Behörde. Es werde dringend zur verstärkten Umsetzung von nicht-pharmazeutischen Interventionen (NPI) geraten. Zu solchen Maßnahmen zählen zum Beispiel Abstand halten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Reisen von und in betroffene Gebiete sollten vermieden werden. „Zu diesem Zeitpunkt müssen wir basierend auf unseren Erfahrungen mit vorherigen Varianten proaktiv sein und vorsorglich Maßnahmen umsetzen, um Zeit zu gewinnen, bis wir mehr Erkenntnisse gewinnen“, erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon.

Impfstoffhersteller prüfen Variante

Die Impfstoffhersteller BioNTech und Moderna kündigten bereits an, die neue Variante im Labor zu überprüfen. Spätestens in zwei Wochen sei mit Erkenntnissen zu rechnen, teilte BioNTech mit. Dann werde sich zeigen, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich sei, sollte sich diese Variante international verbreiten. „Wir können die Besorgnis von Experten nachvollziehen und haben unverzüglich Untersuchungen zur Variante B.1.1.529 eingeleitet“, sagte ein Sprecher. Die Variante unterscheide sich deutlich von bisher beobachteten Varianten, da sie zusätzliche Mutationen am Spike-Protein habe. Noch ist Experten zufolge unklar, ob die neue Variante gefährlicher ist als die derzeit vorherrschende Delta-Variante.

Anpassung soll innerhalb von sechs Wochen möglich sein

Gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer hat BioNTech nach eigenen Angaben schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer sogenannten „Escape-Variante“ den mRNA-Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen. Erste Chargen des angepassten Impfstoffs könnten dem Unternehmen zufolge innerhalb von 100 Tagen ausgeliefert werden. Dafür seien klinische Studien mit „variantenspezifischen Impfstoffen“ gestartet worden, um Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit zu erheben. Diese könnten im Fall einer Anpassung bei den Behörden als Musterdaten vorgelegt werden. Als „Escape-Variante“ wird eine Virus-Variante bezeichnet, die sich der Wirkung der derzeit verfügbaren Impfstoffe entzieht.

Der Impfstoffhersteller Moderna testet bereits drei vorhandene Covid-19-Booster-Kandidaten gegen die Omikron-Variante. Das Unternehmen kündigt zudem einen neuen variantenspezifischen Impfstoffkandidaten an.

International Besorgnis ausgelöst

Die neue Variante hatte international Besorgnis ausgelöst. Bis Freitag wurde sie auch in Belgien, Hongkong und Israel nachgewiesen. Das ECDC stufte ebenso wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Omikron als „besorgniserregend“ ein. Diese Einstufung ist laut WHO-Definition ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt.

Deutschland und die Europäische Union reagierten daher mit Flugverboten und der Einstufung Südafrikas als Virusvariantengebiet.

Corona-Fälle bei Südafrika-Reisenden in Amsterdam

In Amsterdam kamen allerdings noch Flüge aus Südafrika an. Dutzende Passagiere sind nach Einschätzung niederländischer Behörden dabei mit dem Coronavirus infiziert. Es sei allerdings noch nicht geklärt, ob es sich dabei um die neue Virusvariante B.1.1.529 handele, zitierte die Zeitung „De Telegraaf“ die Gesundheitsbehörden.

Die niederländische Regierung hatte am Freitagmorgen bereits alle Flugreisen aus dem südlichen Afrika verboten. Reisende, die bereits auf dem Weg waren, wurden bei Ankunft getestet und danach in Quarantäne geschickt.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich unterdessen besorgt, dass die neue Variante auch Deutschland erreichen könnte. „Wenn das passieren würde, dann hätten wir ein riesiges Problem. Denn es ist nichts schlimmer, als eine besonders gefährliche Variante in eine laufende Welle hineinzubekommen“, so Lauterbach in den tagesthemen.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/corona-variante-omikron-101.html


Südafrika-Rückkehrer in HessenErster Omikron-Verdacht in Deutschland

Stand: 27.11.2021 11:32 Uhr

In Hessen gibt es laut Sozialminister Klose einen „hochgradigen Verdacht“, dass ein positiv getesteter Reiserückkehrer mit der neu entdeckten Coronavirus-Variante Omikron infiziert ist. Auch die Behörden in den Niederlanden sind alarmiert.

Gestern hatte die Weltgesundheitsorganisation die neue, erstmals in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante Omikron als „besorgniserregend“ eingestuft. Heute nun gibt es Grund zur Sorge, dass ein erster Fall in Deutschland aufgetreten sein könnte. Hessens Sozialminister Kai Klose twitterte, es bestehe der „hochgradige Verdacht“, dass ein Reiserückkehrer aus Südafrika mit der neuen Virusvariante infiziert sein könnte.

Bei der Person seien „mehrere für Omikron typische Mutationen“ gefunden worden, sie wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung des Untersuchungsmaterials sei aber noch nicht abgeschlossen.

Positive Coronatests bei Reisenden aus den Niederlanden

Auch in den Niederlanden ist die Gesundheitsbehörde GGD alarmiert. Sie forderte alle Personen, die seit dem vergangenem Montag aus dem südlichen Afrika eingereist sind, auf, sich umgehend auf das Coronavirus testen zu lassen.

Am Flughafen Schiphol wurden am Freitag 61 Flugpassagiere aus Südafrika positiv auf das Coronavirus getestet. Außerdem habe es 531 negative Coronatests gegeben. Die positiv Getesteten wurden in einem Quarantänehotel untergebracht und es wird nun untersucht, ob sie sich mit der Omikron-Variante infiziert haben.

Der Behörde zufolge müssen die positiv getesteten Passagiere, die Symptome aufweisen, sieben Tage in Quarantäne bleiben, die Infizierten ohne Symptome fünf Tage. Die negativ Getesteten, die in den Niederlanden bleiben, sollen sich zu Hause isolieren. Alle anderen könnten „ihre Reise fortsetzen“, erklärte die GGD.

In Belgien bereits nachgewiesen

Die neue Variante wurde bislang in Belgien, Hongkong und Israel nachgewiesen. In Tschechien besteht ein Verdachtsfall bei einer Person, die sich in Namibia aufgehalten hat. Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC stufte Omikron als „besorgniserregend“ ein. Diese Einstufung ist ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Deutschland und die Europäische Union hatten gestern Flugverbote ausgesprochen und Südafrika und sieben weitere afrikanische Staaten als Virusvariantengebiete eingestuft. Fluggesellschaften dürfen von heute an im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen aus den fraglichen Ländern einfliegen, zudem gilt eine 14-tägige Quarantäne nach Einreise. Auch Großbritannien, die USA, Kanada und Russland reagierten mit Einreisebeschränkungen.

Hohe Viruslast bei Infizierten in Hongkong

Die zwei in Hongkong bestätigten Omikron-Infizierten weisen offenbar eine sehr schnell ansteigende Viruslast auf. Die PCR-Tests der zwei Männer, die wenige Tage zuvor noch negativ ausfielen, enthielten einen Ct-Wert von 18 und 19. „Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren“, schreibt der Epidemiologe Eric Feigl-Ding, der lange Zeit an der Universität Harvard forschte. Es sehe so aus, als ob die Variante dem Impfschutz tatsächlich entgehen könnte, so Feigl-Ding weiter.

Laut Angaben der Hongkonger Regierung wurde die Omikron-Variante des Coronavirus von einem Reisenden aus Südafrika eingeschleppt, der sich seit seiner Ankunft am 11. November in einem Quarantäne-Hotel befand. Am 13. November wurde er dann positiv getestet. Es wird davon ausgegangen, dass der Mann trotz strenger Isolation einen 62-Jährigen im gegenüberliegenden Zimmer des Quarantäne-Hotels angesteckt hat, möglicherweise, weil er keinen ausreichenden Mundschutz trug, als er an seiner Hoteltür Essen entgegennahm.

Viele junge Menschen in Südafrika betroffen

In Johannesburg sind die Forscher angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante unter jüngeren Menschen besorgt. Es gebe eine „deutliche Veränderung im demografischen Profil“ der Patienten mit Covid-19, berichtete Rudo Mathivha, Leiterin der Intensivstation des Baragwanath-Krankenhauses im Johannesburger Stadtteil Soweto. Junge Leute in ihren Zwanzigern und jene um die Ende 30 kämen mit mäßigem bis schwerem Krankheitsverlauf, einige müssten intensivmedizinisch versorgt werden. Rund 65 Prozent seien nicht geimpft, die meisten anderen hätten eine Teilimpfung erhalten.

Sie befürchte eine Überlastung des öffentlichen Gesundheitssystems angesichts der steigenden Fallzahlen, erklärte Mathivha. Es müssten dringend Vorkehrungen getroffen werden, damit Kliniken für den möglichen Ansturm von Intensivpatienten gerüstet seien.

Reicht der Impfschutz?

Auch hierzulande stellt die Omikron-Variante die Forschenden vor neue Fragen. Die Münchner Virologin Ulrike Protzer sagte im Deutschlandfunk, die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 könne dazu führen, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde. Auf die Frage, ob aktuelle Corona-Impfstoffe noch ausreichend gegen die neue Variante wirken, sagte die Virologin, möglich sei, dass Antikörper das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren können. Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper – das reiche dann aus, um auch Viren von Varianten „wegzuneutralisieren“.

Wenn die Impfung eine Weile her sei, könnten Auffrischungsimpfungen das Immunsystem „hochpushen“. Sie riet zugleich dazu, Booster-Impfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, könne man jetzt noch nicht sagen.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/corona-variante-omikron-103.html

Icarus startet erstes globales Forschungsprojekt

Die wissenschaftliche Pilotphase des erdumspannenden Tierbeobachtungssystems beginnt.

Eins meiner absoluten Lieblingsprojekte hat die mehrmonatige Testphase abgeschlossen. Mit „Icarus“ (International Cooperation for Animal Research Using Space) wollen die Wissenschaftler beispielsweise mehr über die Wanderrouten von Tieren herausfinden – etwa um Schutzzonen anzupassen, Klimaschutz – die folgen des Klimawandels zu dokumentieren oder auch Epidemien vorzubeugen. Zudem könnte „Icarus“ als Frühwarnsystem für Naturkatastrophen dienen: Schon länger gibt es Hinweise darauf, dass Tiere sich vor Ereignissen wie schweren Erdbeben auffällig verhalten, etwa unruhig werden.

Später noch mehr Projekte wären super: Haie, Pinguine usw. Und die Technik auf Satelliten bringen um die Abdeckung weiter zu herhöhen, um ein erdumspannendes Netz aufzubauen. Um auch Daten aus den Polarregionen zu erfassen.

„Die Datenübertragung vom Boden zur ISS funktioniert 10 bis 15 Mal besser als gedacht.“ Das höre ich gerne.

10. SEPTEMBER 2020

Mit dem satellitengestützten System zur Tierbeobachtung wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das kollektive Wissen der Tiere auf der Erde erforschen. Das Kooperationsprojekt der Max-Planck-Gesellschaft, der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat eine mehrmonatige Testphase erfolgreich abgeschlossen, in der die Tier-Sender sowie die Systemkomponenten am Boden und an Bord der Internationalen Raumstation ISS geprüft wurden. Ab Mitte September beginnt nun das erste Kontinent-übergreifende wissenschaftliche Pilotprojekt. Dabei wollen die Icarus-Wissenschaftler mehrere tausend Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika mit kleinen Sendern auf ihren Rücken vom Weltraum aus begleiten. Das Icarus-Projekt wurde gemeinsam mit 24 weiteren Kooperationsprojekten des Wettbewerbs „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder ausgezeichnet.

Ein Sojus-Kapsel nähert sich der ISS, im Vordergrund ist die stabförmige Icarus-Antenne zu sehen. Roskosmos

Icarus hat Mitte März 2020 seinen Testbetrieb aufgenommen. Während der technischen Testphase wurde unter anderem die Kommunikation zwischen dem Icarus-System und den Tier-Sendern simuliert sowie die Signalstärke und Übertragungszeit der Antenne überprüft.  Nachdem alle Tests erfolgreich absolviert sind, kann nun der wissenschaftliche Betrieb beginnen. „Die Datenübertragung vom Boden zur ISS funktioniert zehn bis 15-mal besser als gedacht“, erklärt der Mit-Initiator und Leiter von Icarus, Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz/Radolfzell und Professor an der Universität Konstanz. „Nun können wir mit unseren Forschungsprojekten loslegen.“

Herzstück von Icarus sind vier Gramm schwere Sender, die selbst auf kleinen Tieren wie Singvögeln angebracht werden können. Diese Messgeräte im Miniaturformat besitzen verschiedene Sensoren, die fortlaufend Verhaltens- und Gesundheitsdaten der Tiere erfassen. Auch Umweltbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Luftdruck können diese Sender aufzeichnen. Die Daten werden von einer Empfangsstation auf der ISS entschlüsselt und an die Bodenstation in Moskau übermittelt. Von dort laufen alle Daten in der Movebank zusammen, einer globalen Datenbank für Tierbewegungen.

Analyse des Zugverhaltens

Derzeit werden für eine Pilotstudie in Memmingen 5000 Sender produziert. Die Icarus-Wissenschaftler wollen damit ab Anfang September Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika ausstatten und das Zugverhalten der Vögel und ihre Überlebensstrategien untersuchen. Weitere 16 wissenschaftliche Projekte russischer Forscher sollen in den kommenden Monaten an den Start gehen. Darüber hinaus wollen weltweit hunderte Forschergruppen mit Icarus weitere gemeinsame Studien starten.

Einige Projekte von vielen die noch kommen werden. Haie und Pinguine möchte ich noch dazu haben. Quelle: https://www.icarus.mpg.de/4296/projekte

Mit dieser neuen digitalen Technik lassen sich aber nicht nur biologische Fragen beantworten – zum Beispiel, wohin Flughunde in Afrika fliegen und wo sie dabei auf Ebola-Viren treffen; oder wo Meeresschildkröten ihre Jugendjahre verbringen und wo die meisten davon ums Leben kommen. Icarus könnte auch für die Übertragung anderer Technik- oder Umweltdaten wie Baumwachstum, Meeresströmungen oder Gletscherschmelze eingesetzt werden. Aus den kombinierten Informationen tausender Tiere entsteht eine Zusammenschau über das Leben auf der Erde, das sogenannte ´Internet der Tiere´.

Die Technik könnte aber auch unseren Alltag verändern. „Icarus schickt ohne Zutun des Menschen kleine Datenpakete überall auf der Welt hin und her – ähnlich wie es bei der immer weiter voranschreitenden Vernetzung von Alltagsgegenständen der Fall sein wird, dem sogenannten Internet der Dinge. Icarus stellt damit ein völlig neues digitales Kommunikationssystem dar“, erklärt Martin Wikelski. Die Bedeutung von Icarus wird auch durch die Auszeichnung im Rahmen des Wettbewerbs „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder am 15. September in Berlin gewürdigt.

Quelle: https://www.icarus.mpg.de/de

ICARUS: Start des wissenschaftlichen Betriebs

Weltraumbasiertes Tierbeobachtungssystem ICARUS schließt Testphase erfolgreich ab und startet den wissenschaftlichen Betrieb mit einer weltumspannenden Studie zum Zugverhalten von Amseln und Drosseln – Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz

Globale Tierwanderungen vom Weltraum aus beobachten – dies wird ab sofort für Tierverhaltensforscherinnen und -forscher aller Länder möglich sein. Das weltraumbasierte Tierbeobachtungssystem ICARUS hat zum 31. August 2020 seinen Testbetrieb auf der Internationalen Raumstation (ISS) erfolgreich abgeschlossen und nimmt im September 2020 seinen wissenschaftlichen Betrieb auf. Erstes Forschungsprojekt wird eine Studie zum Zugverhalten von über 2.000 besenderten Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika sein. Mehrere hundert Forschungsgruppen weltweit haben bereits ihr Interesse an der Nutzung von ICARUS für gemeinsame Studien im Bereich der Tierverhaltensforschung angemeldet.

Mission Icarus: Forscher enthüllen das Wissen der Tiere

ICARUS ist ein gemeinsames Projekt des Konstanzer Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz in Kooperation mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wissenschaftlicher Leiter ist Prof. Dr. Martin Wikelski, Direktor am Konstanzer Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und Honorarprofessor an der Universität Konstanz. Das ICARUS-Projekt wird am 15. September 2020 im Rahmen des Wettbewerbes „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder in Berlin ausgezeichnet werden, gemeinsam mit 24 weiteren länderübergreifenden Kooperationsprojekten.

Fünfzehnmal bessere Datenübertragung als erwartet
„Die Datenübertragung vom Boden zur ISS funktioniert zehn bis fünfzehnmal besser als gedacht“, kommentiert Martin Wikelski den erfolgreichen Abschluss der viermonatigen Testphase: „Nun können wir mit unseren Forschungsprojekten loslegen“, freut sich Wikelski, der zudem Principal Investigator am Exzellenzcluster „Centre for the Advanced Study of Collective Behaviour“ der Universität Konstanz ist. Die ICARUS-Antenne war nach 17 Jahren Vorbereitung am 15. August 2018 an der Außenseite der Internationalen Raumstation angebracht worden. Nach der ersten Inbetriebnahme 2019 musste der Testbetrieb zunächst unterbrochen werden, um einen defekten On-Board-Computer auszutauschen. Mit neuem Computer konnte die viermonatige Testphase im Frühjahr/Sommer 2020 fortgesetzt und nun erfolgreich abgeschlossen werden.

Wie ICARUS funktioniert
Herzstück von ICARUS sind vier Gramm schwere Sender, die selbst an kleinen Tieren wie Singvögeln angebracht werden können. Diese Messgeräte im Miniaturformat erfassen fortlaufend Verhaltens- und Gesundheitsdaten der Tiere. Auch Umweltbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck können die Sender aufzeichnen. Über die im Weltraum positionierte ICARUS-Antenne können die Daten der besenderten Tiere aus allen Teilen der Welt empfangen werden – auch in entlegenen, schwer zugänglichen Regionen sowie auf den Weltmeeren. Damit wird erstmals eine kontinuierliche, weltumspannende Beobachtung von Tierwanderungen möglich, die wichtige Fragen über die ökologischen Zusammenhänge unseres Planeten beantworten kann und dabei hilft, die Tiere besser zu schützen. Alle erhobenen Daten laufen in der öffentlichen, frei zugänglichen Datenbank „Movebank“ für Tierbewegungen zusammen und können auch über die kostenlose App „Animal Tracker“ empfangen werden.

Faktenübersicht:
• Das weltraumbasierte Tierbeobachtungssystem ICARUS („International Cooperation for Animal Research Using Space“) hat zum 31. August 2020 seinen viermonatigen Testbetrieb auf der Internationalen Raumstation (ISS) erfolgreich abgeschlossen. Der wissenschaftliche Betrieb wird im September 2020 aufgenommen.
• Pilotprojekt: Studie zum Zugverhalten von über 2.000 besenderten Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika.
• ICARUS ist ein gemeinsames Projekt des Konstanzer Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz in Kooperation mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
• Wissenschaftlicher Leiter: Prof. Dr. Martin Wikelski, Direktor am Konstanzer Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und Honorarprofessor an der Universität Konstanz.
• Das ICARUS-Projekt wird am 15. September 2020 im Rahmen des Wettbewerbes „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder in Berlin ausgezeichnet werden, gemeinsam mit 24 weiteren länderübergreifenden Kooperationsprojekten.
• Weitere Informationen zu ICARUS unter: https://www.uni-konstanz.de/universitaet/aktuelles-und-medien/aktuelle-meldungen/aktuelles/ICARUS–Tierbeobachtung-aus-dem-Weltraum-13449/

Quelle: https://nachrichten.idw-online.de/2020/09/10/icarus-start-des-wissenschaftlichen-betriebs/?groupcolor=1

Weltgesundheitsorganisation hat Interesse an ICARUS: Verhaltensbeobachtung von Tieren – Naturkatastrophen, Artensterben, Infektionskrankheiten

Ein satellitengestütztes System zur Beobachtung von Tieren soll bei der Erforschung von Infektionskrankheiten, der Vorhersage von Naturkatastrophen und dem Artenschutz helfen.

Das Ende des Podcast war interessant: Beginn des wissenschaftlichen betriebs im Spätsommer/Anfang Herbst 2020. Wikelski: „Wir brauchen die Tiere – die Weltweite Pandemie App für Tiere“. „Im Prinzip funktioniert das genauso wie eine Corona-App, nur für Tiere“, so Wikelski… Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat übrigens schon Interesse an ICARUS angemeldet. ICARUS: eins meiner Lieblingsprojekte, freue mich sehr auf den baldigen wissenschaftlichen betrieb. https://www1.wdr.de/mediathek/audio/quarks-story/audio-folge—-das-internet-der-tiere-100.html

Naturkatastrophen, Artensterben, Infektionskrankheiten – durch den Klimawandel und den massiven Eingriff des Menschen in die globale Natur- und Tierwelt werden diese Phänomene zu immer größeren Gefahren für unser gesamtes Ökosystem. Forschende weltweit arbeiten bereits an Lösungen für diese Herausforderungen. Ein Problem dabei: oftmals werden die erfassten Forschungsdaten nur lokal gespeichert, was einen Überblick über die gesamte Datenlage erschwert. Gerade in der aktuellen Pandemie zeigt sich jedoch, dass es in Zukunft immer wichtiger wird, genau dieses Wissen zu teilen, um international gegen Naturkatastrophen, Infektionskrankheiten und das Sterben zahlreicher Tier- und Pflanzenarten ankämpfen zu können.

Die internationale Kooperation ICARUS („International Cooperation for Animal Research Using Space“) will diese Wissenslücke nun schließen. Mit offen geteilten Daten über das Verhalten von Tieren und einem satellitengestützten System wollen die Forschenden die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen erleichtern. Das Projekt wird von einer Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie (MPI Radolfzell/Konstanz) und der Universität Konstanz geleitet. Außerdem wird es von der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), sowie der Europäischen Weltraumbehörde ESA unterstützt.

Minisender schicken Beobachtungsdaten an die ISS

Für das Projekt werden Tiere weltweit mit Minisendern ausgerüstet. Diese schicken ihre Messdaten dann an die Internationale Raumstation ISS. Von hier gelangen die Daten an eine Bodenstation, von wo sie an die jeweiligen Forschungsteams geschickt werden. Die Sensoren selbst sind mit einem kleinen Solarpanel, einer Batterie und einer etwa 15cm-langen Antenne ausgestattet.

Während die Sender bei größeren Tieren wie Kühen oder Schafen in Ohrmarken (die sie meist ohnehin schon tragen) oder Halsbänder eingebaut werden, werden größere Vögel wie Störche mit einem Ring am Fuß und kleinere Tiere wie Fledermäuse mit einer Art Umhang versehen, an dem der Sensor befestigt ist. Die Lebensdauer der Tiere wird, laut Martin Wikelski, dem Leiter des ICARUS-Projektes am MPI, dabei nicht negativ beeinflusst. Wie können die Beobachtungsdaten aber nun konkret bei der Vorhersage von Naturkatastrophen oder der Erforschung ökologischer Veränderungen helfen?

Sensoren messen Temperatur, Luftdruck und Gesundheit der Tiere

Die Sensoren erheben verschiedene Daten. Zum einen wird, dort wo sich das jeweilige Tier gerade befindet, die Umwelt beobachtet, also die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und der Luftdruck gemessen. So können beispielsweise ökologische Veränderungen festgestellt werden. Zum anderen messen die Sensoren den physiologischen Zustand eines Tieres. Die erfassten Daten geben beispielsweise Auskunft über das Fressverhalten, die Schritte, die Körperlage oder den Gesundheitszustand eines Tieres.

Die gesammelten Daten sollen unter anderem einen Beitrag zum Artenschutz leisten. „Im Moment ist es so, dass wir nicht verstehen, wo die ganzen Tiere verlorengehen. In Europa haben wir beispielsweise 420 Millionen Singvögel verloren, also knapp 30 Prozent unserer Biomasse an Singvögeln. Hier ist es wahnsinnig wichtig für uns zu verstehen, wo es den Tieren noch gut ging und wo es Probleme gab“, erklärt Martin Wikelski, Direktor des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie, gegenüber RESET. Bei größeren Tieren wie Gazellen oder Nashörnern kann mit den Sendern zudem beispielsweise nachverfolgt werden, wo Wilderer illegal gejagt haben. Auch bei Fischen können die Forschenden mit der Besendung großer Fischschwärme erkennen, wo es beispielsweise zu Überfischung kommt.

Nicht nur für den Artenschutz, auch für die Beobachtung der Ausbreitungswege von Infektionskrankheiten ist die Tierbeobachtung essenziell. „Im Prinzip funktioniert das genauso wie eine Corona-App, nur für Tiere“, so Wikelski. Durch die Messung der Bewegungsmuster, die Interaktionen zwischen den Tieren und nachträgliche Antikörpertests im Labor könnte mit dieser Methode langfristig also die Ausbreitung von Infektionskrankheiten frühzeitig erkannt und kontrolliert werden.

„Biocaching“ mit Animal Tracker App

Eine weitere Methode, um das Verhalten von Tieren beobachten zu können bietet die Animal Tracker App. „Wenn wir mit Hilfe der Sender sehen, dass ein Tier tot ist, gehen wir entweder selbst dahin oder schicken die Position an die Animal Tracker App“, sagt Wikelski. Hobby-Tierbeobachter*innen oder Wissenschaftler*innen, die die App installiert haben, können das Tier dann fotografieren, den Sender entfernen und ihn an die Forschenden schicken. Eine neue Form von Geocaching bzw. „Biocaching“ also, mit der verhindert wird, dass die batteriehaltigen Sensoren in der Umwelt liegen bleiben. Außerdem können die im Sender gespeicherten Daten somit für eine komplette Auswertung über das Leben eines Tieres gespeichert und die Sender wiederverwendet werden. Die Nutzer*innen der App können darüber hinaus nicht nur zur Vergrößerung der Datenlage zur Verhaltensforschung beitragen, sondern auch in Echtzeit verfolgen, auf welchen Wegen sich mit Minisendern versehene Tiere weltweit bewegen.

Offene Datenbank Movebank: Das „Internet der Tiere“

Um die erhobenen Daten möglichst vielen Menschen zur Verfügung zu stellen, werden sie frei zugänglich auf der Datenbank Movebank veröffentlicht. „Die offene Datenbank hat massive Vorteile, da wir somit globale Vergleiche machen können“, berichtet Martin Wikelski. Denn: „Das Internet der Tiere kann es nur dann geben, wenn wir die Daten der ganzen Tiere zusammenschließen, offen machen und daraus lernen.“

Tracking-Daten aus der Movebank-Datenbank

Finanziert wird die Datenbank von der Max-Planck-Gesellschaft und der Universität Konstanz. Bei der Entwicklung gab es außerdem Unterstützung von der National Science Foundation, dem Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der German Science Foundation und der NASA. Laut Website hat Movebank mittlerweile über 20.000 Nutzer*innen und Tausende Dateneigentümer von Universitäten, Regierungsbehörden und Forschungs- und Naturschutzgruppen weltweit. „Mit den Daten können wir zeigen, wie wichtig Tiere sind. Das ist dann auch das, was wir den Tieren im Gegenzug zurückgeben können“, so Wikelski.

Quelle: https://reset.org/blog/icarus-verhaltensbeobachtung-tieren-minisender-und-satelliten-07302020