Astrobiologie: NASA-Raumsonde OsirisRex setzt auf Asteroid auf

Die NASA-Raumsonde Osiris-Rex hat erfolgreich auf dem Asteroiden „Bennu“ aufgesetzt. Der wahrscheinlich aufgesammelte Staub soll nach der Rückkehr in zwei Jahren Antworten auf die großen Fragen liefern.

OsirisRex: Probeentnahme (Animatiom)

Großer Applaus bei der NASA. Ihr Raumschiff Osiris-Rex hat erfolgreich auf dem Asteroiden „Bennu“ aufgesetzt und wahrscheinlich Staub und kleine Steine eingesammelt. Rund 330 Millionen Kilometer entfernt kreist der Felsbrocken mit einem Durchmesser von nur 500 Metern um die Sonne.

NASA-Raumsonde „Osiris-Rex“ sammelt erfolgreich Proben
tagesschau 09:00 Uhr, 21.10.2020

„Alles läuft nach Plan, sieht wirklich gut aus.“ Über vier Jahre hat der Chefwissenschaftler dieser Mission, Dante Lauretta, auf diesen Moment gewartet. Zwei Jahre war das Raumschiff unterwegs, zwei Jahre hat es den Asteroiden umkreist, Fotos gemacht, untersucht, was man aus der Entfernung untersuchen kann. Und die meiste Zeit musste der die Kontrolle abgeben.

„Es kalkuliert selbst, wo der richtige Weg ist und entscheidet selbständig.“

Nachsteuern unmöglich

Die Entfernung von der Erde ist so groß, dass das Signal mehr als seine Viertelstunde benötigt, um anzukommen, spontan nachzusteuern ist also praktisch unmöglich. Wenn Nachrichten und Bilder auf der Erde ankommen, stammen sie aus der Vergangenheit. Aber Osiris-Rex hat schon so viel an Information geliefert, dass das Wissen über Asteroiden neu geschrieben werden muss, sagt Dante Lauretta.

Und dies scheint passiert zu sein: Osiris-Rex, was übrigens die Anfangsbuchstaben für verschiedene wissenschaftliche Aufgaben der Sonde sind, ist langsam auf den Asteroiden hinabgeflogen. Ein ausgestreckter Arm hat für einige Sekunden aufgesetzt und mit gepresstem Stickstoff Sand und kleine Steine aufgewirbelt, die dann mit einer Art Korb aufgefangen wurden. Dann zündeten die Raketen und brachten das Raumschiff wieder in sichere Entfernung.

„Wir wissen jetzt nicht genau, wie es weitergeht. Wir wissen nur, dass wir Kontakt mit der Oberfläche hatten.“

Proben in zwei Jahren auf der Erde

Die offene Frage: Wurde genug Material eingesammelt? 60 Gramm sollten es mindestens sein, bis zwei Kilogramm könnten transportiert werden. Das wird in den nächsten Tagen geklärt und entschieden, ob man noch einmal hinabfliegen muss. In zwei Jahren jedenfalls sollen die Proben auf der Erde landen und untersucht werden.

„Warum sind wir hier? Warum kann man auf der Erde leben? Wie ist Leben entstanden?“

Große Fragen an ein wenig Sand. Aber: Bennu stammt aus der Anfangszeit unseres Sonnensystems vor etwa 4,5 Milliarden Jahren. Was immer die Sonde zurückbringt, soll helfen, zu entschlüsseln, wie unser Lebensraum entstanden ist. Und: Tragen Asteroiden wie Bennu Wasser oder Kohlenstoff in sich, das bei Einschlägen auf die Erde transportiert worden sein könnte und damit half, Leben entstehen zu lassen? Was Bennu auch auszeichnet: Er ist auf möglichem Kollisionskurs mit der Erde. In 150 Jahren kommen sich beide zumindest extrem nah.

Erfolgreiche Mission: „Osiris-Rex“ auf Asteroiden aufgesetzt
Arthur Landwehr, ARD Washington (Audio)
21.10.2020 06:55 Uhr

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/nasa-mission-asteroid-101.html

Toll, das alles so gut geklappt hat. Am 21.10 sollen Bilder der Probeentnahme veröffentlicht werden. Vielleicht hat man auch schon ein Video, in den kommende tagen wird sowas meistens dann aber nachgereicht.

Wenn die Erfolgsmeldungen nach solchen Aktionen in den Medien erscheinen weiß das Missions-Team eigentlich nur das die Programmierten Befehle ausgeführt wurden. Mit Spannung werden die Daten der Raumsonde erwartet

Spannend auch die Frage ob man nun tatsächlich was hat und wie viel, dazu soll in den nächsten Tagen (am Samstag/Sonntag) ein Spin-Manöver ausgeführt werden um das veränderte Trägheitsmoment zu messen. Vielleicht geben die Bilder ja schon einen kleinen hinweiß. Außerdem kann man sehen wie sich das Geröll bei de Probeentnahme verhält.

Mal schauen ob man nochmal eine Probeentnahme macht oder sich auf den Heimflug vorbereitet, in ein paar tagen weiß man das.

Mit den Asteroiden Bennu haben wir einem echten „heißen“ Kandidaten der uns ein paar Astrobiologie-Fragen beantworten könnte auf die wir Astrobiologie-Fans und Wissenschafter seit so vielen Jahren warten. Und uns wahrscheinlich auch neue fragen stellen wird.

Das ist die erste Asteroiden-Probeentnahmen für die Nasa, damit das aller erste mal und Neuland für die Raumfahrtagentur.

Christian Dauck

Tuesday, Oct. 20: NASA to Broadcast OSIRIS-REx Asteroid Sample Collection Activities

NASA’s OSIRIS-REx mission readies itself to touch the surface of asteroid Bennu
NASA’s OSIRIS-REx mission readies itself to touch the surface of asteroid Bennu.Credits: NASA/Goddard/University of Arizona

NASA will broadcast coverage of a first for the agency as its Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer (OSIRIS-REx) mission attempts to collect a sample of asteroid Bennu on Tuesday, Oct. 20, at 6:12 p.m. EDT.

Live coverage of the spacecraft’s descent to the asteroid’s surface for its “Touch-And-Go,” or TAG, maneuver, which will be managed by Lockheed Martin Space near Denver, will begin at 5 p.m. on NASA Television and the agency’s website.

Beginning with an orbit departure maneuver around 1:50 p.m., the full sequence of the complicated engineering feat will be covered on @OSIRISREx, and media and the public can ask questions using the hashtag #ToBennuandBack.

In addition to the broadcast Tuesday, Oct. 20, briefings and social media activities will cover the mission and asteroid science on Monday, Oct. 19.

OSIRIS-REx, which is about the size of a 15-passenger van, is currently orbiting the asteroid Bennu 200 million miles from Earth. Bennu contains material from the early solar system and may contain the molecular precursors to life and Earth’s oceans. The asteroid is about as tall as the Empire State Building and could potentially threaten Earth late in the next century, with a 1‐in‐2,700 chance of impacting our planet during one of its close approaches. OSIRIS-REx is now ready to take a sample of this ancient relic of our solar system and bring its stories and secrets home to Earth.

Due to the coronavirus (COVID-19) pandemic, media participation in the news conferences will be remote. Only a limited number of media will be accommodated at Lockheed Martin. Denver-area media may contact Gary Napier at gary.p.napier@lmco.com for more information. For the protection of Lockheed Martin flight operations employees, the OSIRIS-REx mission operations facilities will remain closed to all media throughout these events.

Full mission coverage and participants (all times Eastern):

Monday, Oct. 19

1 p.m. – Asteroid Science and Planetary Defense media teleconference with the following participants:

  • Lori Glaze, Planetary Science Division director, NASA Headquarters, Washington
  • Hal Levison, Lucy mission principal investigator, Southwest Research Institute, Boulder, Colorado
  • Lindy Elkins-Tanton, Psyche mission principal investigator, Arizona State University, Tempe
  • Andrea Riley, DART mission program executive, NASA Headquarters
  • Jamie Elsila, research scientist at NASA Goddard Space Flight Center, Greenbelt, Maryland

For dial-in information, media should contact Alana Johnson at alana.r.johnson@nasa.gov no later than 11 a.m. Oct. 19.

3 p.m. – OSIRIS-REx Science and Engineering televised briefing with the following participants:

  • Thomas Zurbuchen, associate administrator, Science Mission Directorate, NASA Headquarters, Washington
  • Lori Glaze, Planetary Science Division director, NASA Headquarters
  • Heather Enos, OSIRIS-REx deputy principal investigator, University of Arizona, Tucson
  • Kenneth Getzandanner, OSIRIS-REx flight dynamics manager, Goddard
  • Beth Buck, OSIRIS-REx mission operations program manager, Lockheed Martin Space, Littleton, Colorado

For phone bridge information, media should contact Lonnie Shekhtman at lonnie.shekhtman@nasa.gov no later than 1 p.m. Monday, Oct. 19.

Tuesday, Oct. 20

1:20 to 6:30 p.m. – Live stream animation displaying OSIRIS-REx’s sample collection activities in real time. The animation commences with the spacecraft’s slew into position for the Orbit Departure Maneuver and runs through the entire sequence of TAG events, concluding after the spacecraft’s back-away burn. Event will be broadcast on the mission’s website.

5 to 6:30 p.m. – Live broadcast from Lockheed Martin of OSIRIS-REx’s descent to the surface of Bennu and attempt at sample collection.

Hosted by Dante Lauretta, OSIRIS-REx principal investigator at the University of Arizona, and Michelle Thaller, science communicator at Goddard, the broadcast will cover milestones in the last 90 minutes leading up to TAG and spacecraft back-away. It will include perspectives from team members and science leaders about the mission’s challenges and accomplishments.

A clean feed of the Mission Support Area during TAG is planned to run on NASA’s media channel.

Wednesday, Oct. 21

5 p.m. – Post-sampling news conference – and release of new images – with the following participants:

  • Dante Lauretta, OSIRIS-REx principal investigator, University of Arizona, Tucson
  • Rich Burns, OSIRIS-REx project manager, NASA’s Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland
  • Sandra Freund, OSIRIS-REx mission operations manager, Lockheed Martin Space, Littleton, Colorado

For phone bridge information, media should contact Lonnie Shekhtman at lonnie.shekhtman@nasa.gov no later than 1 p.m. Oct. 21.

6:15 to 6:45 p.m. – A NASA Science Live episode will air with team members answering live questions from the public about TAG, OSIRIS-REx, and asteroid science. Use #ToBennuAndBack to participate.

Quelle: https://www.nasa.gov/press-release/nasa-to-broadcast-osiris-rex-asteroid-sample-collection-activities

Astrobiologie: Probe könnte Fragen zu den Ursprüngen von Wasser und Leben auf der Erde beantworten

OSIRIS-REx der NASA enthüllt weitere Geheimnisse von Asteroid Bennu

Die erste Asteroiden-Probenrückführungsmission der NASA weiß jetzt viel mehr über das Material, das sie in nur wenigen Wochen sammeln wird. In einer speziellen Sammlung von sechs Artikeln, die heute in den Fachzeitschriften Science and Science Advances veröffentlicht wurden , präsentieren Wissenschaftler der OSIRIS-REx-Mission neue Erkenntnisse über das Oberflächenmaterial, die geologischen Eigenschaften und die dynamische Geschichte des Asteroiden Bennu. Sie vermuten auch, dass die gelieferte Probe von Bennu anders sein könnte als alles, was wir in der Meteoritensammlung auf der Erde haben.

Diese Entdeckungen vervollständigen die wissenschaftlichen Anforderungen der OSIRIS-REx-Mission vor der Probenentnahme und bieten Einblicke in die Bennu-Probe, die Wissenschaftler für kommende Generationen untersuchen werden.

Eine der Arbeiten unter der Leitung von Amy Simon vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, zeigt, dass kohlenstoffhaltiges organisches Material auf der Oberfläche des Asteroiden weit verbreitet ist, auch am Hauptprobenort der Mission, Nightingale, wo OSIRIS-REx tätig sein wird Der erste Probenentnahmeversuch wird am 20. Oktober durchgeführt. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass hydratisierte Mineralien und organisches Material wahrscheinlich in der gesammelten Probe vorhanden sein werden.

Die OSIRIS-REx-Mission der NASA erstellte diese Bilder unter Verwendung von Falschfarben-Rot-Grün-Blau-Kompositen (RGB) des Asteroiden Bennu. 
Eine 2D-Karte und Bilder von Raumfahrzeugen wurden einem Formmodell des Asteroiden überlagert, um diese Falschfarben-Verbundwerkstoffe zu erstellen. 
In diesen Verbundwerkstoffen sehen spektral durchschnittlich und blauer als das durchschnittliche Gelände blau aus, Oberflächen, die roter als der Durchschnitt sind, erscheinen rot. 
Hellgrüne Bereiche entsprechen den Vorkommen eines Minerals Pyroxen, das wahrscheinlich von einem anderen Asteroiden, Vesta, stammt. 
Schwarze Bereiche in der Nähe der Pole zeigen keine Daten an. 
Bildnachweis: NASA / Goddard / Universität von Arizona

Diese organische Substanz kann Kohlenstoff in einer Form enthalten, die häufig in der Biologie oder in mit der Biologie verbundenen Verbindungen vorkommt. Wissenschaftler planen detaillierte Experimente mit diesen organischen Molekülen und erwarten, dass die zurückgegebene Probe dazu beitragen wird, komplexe Fragen zu den Ursprüngen von Wasser und Leben auf der Erde zu beantworten.

„Die Fülle an kohlenstoffhaltigem Material ist ein wichtiger wissenschaftlicher Triumph für die Mission. Wir sind jetzt optimistisch, eine Probe mit organischem Material zu sammeln und zurückzugeben – ein zentrales Ziel der OSIRIS-REx-Mission “, sagte Dante Lauretta, Hauptforscher von OSIRIS-REx an der Universität von Arizona in Tucson.

Die Autoren der Spezialsammlung haben auch festgestellt, dass Carbonatmineralien einige der geologischen Merkmale des Asteroiden ausmachen. Carbonatmineralien fallen häufig aus hydrothermalen Systemen aus, die sowohl Wasser als auch Kohlendioxid enthalten. Einige Felsbrocken von Bennu haben helle Adern, die aus Karbonat zu bestehen scheinen – einige davon befinden sich in der Nähe des Nachtigallkraters, was bedeutet, dass in der zurückgegebenen Probe möglicherweise Karbonate vorhanden sind.

Die Untersuchung der auf Bennu gefundenen Karbonate wurde von Hannah Kaplan aus Goddard geleitet. Diese Ergebnisse haben es Wissenschaftlern ermöglicht zu theoretisieren, dass Bennus Eltern-Asteroid wahrscheinlich ein ausgedehntes hydrothermales System hatte, in dem Wasser mit Bennus Elternkörper interagierte und dessen Gestein veränderte. Obwohl der Elternkörper vor langer Zeit zerstört wurde, sehen wir Hinweise darauf, wie dieser wässrige Asteroid hier einst aussah – in seinen verbleibenden Fragmenten, aus denen Bennu besteht. Einige dieser Karbonatadern in Bennus Felsbrocken sind bis zu einigen Fuß lang und einige Zoll dick, was bestätigt, dass auf Bennus Elternkörper ein hydrothermales Wassersystem im Asteroidenmaßstab vorhanden war.

m Herbst 2019 hat das Raumschiff OSIRIS-REx der NASA dieses Bild aufgenommen, das einen der Felsbrocken des Asteroiden Bennu mit einer hellen Ader zeigt, die aus Karbonat zu bestehen scheint. 
Das Bild innerhalb des Kreises (unten rechts) zeigt eine fokussierte Ansicht der Vene. 
Bildnachweis: NASA / Goddard / Universität von Arizona

Wissenschaftler haben am Standort Nightingale eine weitere bemerkenswerte Entdeckung gemacht: Sein Regolith wurde erst kürzlich der rauen Weltraumumgebung ausgesetzt, was bedeutet, dass die Mission das unberührteste Material des Asteroiden sammeln und zurückgeben wird. Nightingale ist Teil einer Population junger, spektral roter Krater, die in einer Studie von Dani DellaGiustina an der Universität von Arizona identifiziert wurden. Bennus „Farben“ (Variationen in der Steigung des Spektrums der sichtbaren Wellenlänge) sind viel vielfältiger als ursprünglich angenommen. Diese Vielfalt resultiert aus einer Kombination verschiedener Materialien, die von Bennus Elternkörper geerbt wurden, und unterschiedlicher Dauer der Exposition gegenüber der Weltraumumgebung.

Die Ergebnisse dieses Papiers sind ein wichtiger Meilenstein in einer laufenden Debatte in der planetaren Wissenschaftsgemeinschaft – wie sich primitive Asteroiden wie Bennu spektral verändern, wenn sie „Weltraumverwitterungsprozessen“ wie dem Beschuss durch kosmische Strahlung und Sonnenwind ausgesetzt sind. Während Bennu mit bloßem Auge ziemlich schwarz erscheint, veranschaulichen die Autoren die Vielfalt von Bennus Oberfläche anhand von Falschfarben-Renderings von multispektralen Daten, die von der MapCam-Kamera erfasst wurden. Das frischeste Material auf Bennu, wie das am Nightingale-Standort gefundene, ist spektral roter als der Durchschnitt und erscheint daher in diesen Bildern rot. Das Oberflächenmaterial färbt sich lebhaft blau, wenn es über einen längeren Zeitraum der Weltraumverwitterung ausgesetzt war. Da das Oberflächenmaterial über lange Zeiträume weiter wetterbeständig ist, wird es letztendlich über alle Wellenlängen heller.

Das Papier von DellaGiustina et al. unterscheidet auch zwei Haupttypen von Felsbrocken auf Bennus Oberfläche: dunkel und rau und (seltener) hell und glatt. Die verschiedenen Typen können sich in verschiedenen Tiefen im Eltern-Asteroiden von Bennu gebildet haben.

Die Bouldertypen unterscheiden sich nicht nur optisch, sie haben auch ihre eigenen einzigartigen physikalischen Eigenschaften. Das von Ben Rozitis von The Open University in Großbritannien geleitete Papier zeigt, dass die dunklen Felsbrocken schwächer und poröser sind, während die hellen Felsbrocken stärker und weniger porös sind. Die hellen Felsbrocken beherbergen auch die von Kaplan und der Besatzung identifizierten Karbonate, was darauf hindeutet, dass die Ausfällung von Karbonatmineralien in Rissen und Porenräumen für ihre erhöhte Festigkeit verantwortlich sein könnte.

Beide Felsbrocktypen sind jedoch schwächer als von Wissenschaftlern erwartet. Rozitis und Kollegen vermuten, dass Bennus dunkle Felsbrocken (der schwächere, porösere und häufigere Typ) die Reise durch die Erdatmosphäre nicht überleben würden. Es ist daher wahrscheinlich, dass die zurückgegebenen Proben des Asteroiden Bennu ein fehlendes Glied für Wissenschaftler darstellen, da diese Art von Material derzeit nicht in Meteoritensammlungen vertreten ist.

Bennu ist ein rautenförmiger Trümmerhaufen, der im Weltraum schwebt, aber es steckt mehr dahinter, als man denkt. Daten, die mit dem OSIRIS-REx Laser-Höhenmesser (OLA) – einem wissenschaftlichen Instrument der kanadischen Weltraumbehörde – erhalten wurden, haben es dem Missionsteam ermöglicht, ein digitales 3D-Geländemodell des Asteroiden zu entwickeln, das bei einer Auflösung von 20 cm im Detail und beispiellos ist Richtigkeit. In diesem Artikel unter der Leitung von Michael Daly von der York University erklären Wissenschaftler, wie eine detaillierte Analyse der Form des Asteroiden kammartige Hügel auf Bennu enthüllte, die sich von Pol zu Pol erstrecken, aber so subtil sind, dass sie vom Menschen leicht übersehen werden können Auge. Ihre Anwesenheit wurde bereits angedeutet, aber ihre volle Ausdehnung von Pol zu Pol wurde erst deutlich, als die nördliche und südliche Hemisphäre in den OLA-Daten zum Vergleich aufgeteilt wurden.

Das digitale Geländemodell zeigt auch, dass Bennus nördliche und südliche Hemisphäre unterschiedliche Formen haben. Die südliche Hemisphäre scheint glatter und runder zu sein, was nach Ansicht der Wissenschaftler darauf zurückzuführen ist, dass loses Material von den zahlreichen großen Felsblöcken der Region eingeschlossen wird.

Ein weiteres Papier in der Spezialsammlung unter der Leitung von Daniel Scheeres von der University of Colorado Boulder untersucht das Schwerefeld von Bennu, das durch Verfolgung der Flugbahnen des OSIRIS-REx-Raumfahrzeugs und der Partikel, die auf natürliche Weise von Bennus Oberfläche ausgestoßen werden, bestimmt wurde. Die Verwendung von Partikeln als Schwerkraftsonden ist zufällig. Vor der Entdeckung des Partikelausstoßes auf Bennu im Jahr 2019 war das Team besorgt darüber, das Schwerefeld nur unter Verwendung von Tracking-Daten von Raumfahrzeugen auf die erforderliche Genauigkeit abzubilden. Die natürliche Versorgung mit Dutzenden von Mini-Schwerkraftsonden ermöglichte es dem Team, ihre Anforderungen bei weitem zu übertreffen und beispiellose Einblicke in das Innere der Asteroiden zu gewinnen.

Das rekonstruierte Schwerefeld zeigt, dass das Innere von Bennu nicht einheitlich ist. Stattdessen befinden sich im Asteroiden Taschen aus Material mit höherer und niedrigerer Dichte. Es ist, als ob sich in der Mitte eine Leere befindet, in die ein paar Fußballfelder passen könnten. Darüber hinaus ist die Ausbuchtung an Bennus Äquator zu gering, was darauf hindeutet, dass Bennus Rotation dieses Material loftet.

Alle sechs Veröffentlichungen in der Spezialsammlung verwenden globale und lokale Datensätze, die von der Raumsonde OSIRIS-REx von Februar bis Oktober 2019 gesammelt wurden. Die Spezialsammlung unterstreicht, dass Probenrückführungsmissionen wie OSIRIS-REx für ein umfassendes Verständnis der Geschichte und Entwicklung unserer Sonnensystem.

Die Mission ist weniger als zwei Wochen von ihrem größten Ziel entfernt – ein Stück eines makellosen, hydratisierten, kohlenstoffreichen Asteroiden zu sammeln. OSIRIS-REx wird Bennu im Jahr 2021 verlassen und die Probe am 24. September 2023 an die Erde liefern.

Das Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, bietet das gesamte Missionsmanagement, Systemtechnik sowie die Sicherheit und Missionssicherung für OSIRIS-REx. Dante Lauretta von der University of Arizona, Tucson, ist der Hauptforscher, und die University of Arizona leitet auch das Wissenschaftsteam und die Planung und Datenverarbeitung für wissenschaftliche Beobachtungen der Mission. Lockheed Martin Space in Denver baute das Raumschiff und bietet Flugbetrieb. Goddard und KinetX Aerospace sind für die Navigation des OSIRIS-REx-Raumfahrzeugs verantwortlich. OSIRIS-REx ist die dritte Mission im New Frontiers Program der NASA, das vom Marshall Space Flight Center der NASA in Huntsville, Alabama, für das Science Mission Directorate der Agentur in Washington verwaltet wird.

Quelle: https://www.asteroidmission.org/?latest-news=nasas-osiris-rex-unlocks-more-secrets-from-asteroid-bennu

BepiColombo: Das wichtigste zum Venus FlyBy – Erste „Mertis“ Messungen ab 13.10

Die Venus ist zwar nicht das Ziel der Forschungssonde „BepiColombo“. Doch sie fliegt am 15. Oktober in nur 10.000 Kilometer Entfernung an diesem Planeten vorbei.

„Ein bisschen Science im Vorbeiflug“ sei das, sagt Johannes Benkhoff vom Esa-Forschungszentrum ESTEC im niederländischen Noordwijk. Er ist Projektwissenschaftler der Merkurmission.

Datum15. Oktober 2020
Nächster Ansatz03:58 UTC
Minimale Höhe10720
Betriebszeitca. 2 Tage vor und 2 nach dem nächsten Anflug
Nutzlasten betriebenMMO : MPPE, MGF, PWI
MPO : ISA, MERTIS, MGNS, MEHR, MPO-MAG, PHEBUS, SERENA, SIXS, BERM
MTM : MCAM2 / 3 

Während des Vorbeiflugs sind mehrere Instrumente und Sensoren an den beiden Wissenschaftsorbitern, aus denen die Mission besteht – dem Mercury Planetary Orbiter (MPO) und dem Mercury Magnetospheric Orbiter (Mio) – eingeschaltet.

Das Mercury Transfer Module (MTM) bietet zwei Möglichkeiten, Venus mit zwei seiner Überwachungskameras oder M-CAMs vor, während und kurz nach dem nächsten Anflug aufzunehmen.

Phosphin in der Venus-Atmosphäre?

Mit an Bord: Das DLR-Spektrometer „Mertis“. ,Mertis‘ ist für den Merkur konzipiert“, sagt Benkhoff, „aber wenn wir es beim Vorbeiflug an der Venus nutzen, dann schaut es sich eben die Wolkendecke an.“

Mithilfe von „Mertis“ könnte die Existenz von Phosphin in der Venusatmosphäre bestätigt werden. Auf der Erde entsteht diese Substanz fast ausschließlich bei organischen Prozessen.

BepiColombo hat eine geringe Chance, das Gas in einem Vorbeiflug im Oktober zu erkennen, und eine bessere Chance im nächsten August mit seinem Infrarotinstrument.

„Wie lange würde es dauern, bis Sie wissen, ob Sie den Nachweis von Phosphin in der Atmosphäre der Venus überprüfen können“
„Obwohl es äußerst schwierig sein wird, eine solche Messung durchzuführen.
Es wird auch eine Weile dauern, um die Daten zu analysieren, Wochen oder vielleicht Monate!“

Die Experimente auf „BepiColombo“ werden zwei Tage vor und zwei Tage nach der größten Annäherung an die Venus am kommenden Donnerstag, 15. Oktober, eingeschaltet sein.

Es geht um die Temperatur und die Dichte der dicken Venusatmosphäre, um die chemische Zusammensetzung und das Magnetfeld in der Umgebung des Planeten. Manche dieser Phänomene wurden zuletzt von der russischen Sonde Venera 15 gemessen – vor fast vierzig Jahren!

Jörn Helbert, of the German Aerospace Centre (DLR), a co-principle investigator of MERTIS. 
Venus-FlyBy: Frühstens an Dienstag nimmt das Instrument „Mertis“ den Wissenschaftlichen Betrieb auf.

Schwarz-Weiß Bilder der Venus

Erst kurz vor Fertigstellung der Sonde war den Ingenieuren eingefallen, dass sie ja das Venusrendezvous vielleicht mit Kameras filmen könnten, die auf dem Transfermodul befestigt wären. So wurden dort schnell noch einige Schwarz-Weiß-Kameras eingebaut.


DER VORBEIFLUG AN DER ERDE

BESSER ALS ERWARTET

Zum Beispiel gelang es dem Quecksilberradiometer und dem thermischen Infrarotspektrometer (MERTIS), einem neuartigen Instrument zur Untersuchung der Oberflächenzusammensetzung von Himmelsobjekten, Messungen des Mondes während des Vorbeiflugs auf der Erde durchzuführen. Die Oberfläche des Mondes ist jedoch viel kälter als die Oberfläche von Merkur, was die Beobachtungen besonders schwierig machte.

Die ersten Messungen der Mondoberfläche im thermischen Infrarotspektrum, die mit dem Mercury Radiometer und dem Thermal Infrared Spectrometer (MERTIS) an Bord der europäischen / japanischen BepiColombo-Mission durchgeführt wurden. 
Bildnachweis: DLR und Westfälische Wilhelms Universität Münster

“ Wir haben uns etwas angesehen, das am heißesten etwa 100 ° C haben kann, während wir MERTIS dazu gebracht haben, Quecksilber zu untersuchen, das über 400 ° C haben kann „, sagt Jörn Helbert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), einem Co-Mitarbeiter Hauptermittler von MERTIS. “ Außerdem werden wir Merkur aus einer Entfernung von weniger als 1000 km betrachten, während der Mond während des Vorbeiflugs 700 000 km entfernt war. „

Darüber hinaus betrachtete MERTIS den Mond über seinen Nebenhafen und nicht über den Haupthafen, der derzeit vom MTM abgedeckt wird. Trotzdem hat das Instrument einen eindeutigen Datensatz erfasst.

“ Niemand hat den Mond zuvor in diesem Spektralbereich vom Weltraum aus beobachtet“, sagt Jörn. „Es ist der erste Datensatz dieser Art und mindestens so gut, wie wir es uns erhofft hatten. „

NÄCHSTER HALT VENUS

Die Ergebnisse sind ermutigend für die bevorstehenden zwei Vorbeiflüge der Venus, eines Planeten, der seit dem Ende der Venus Express-Mission im Jahr 2015 nicht mehr von einem europäischen Raumschiff besucht wurde und derzeit nur von einer japanischen Mission namens Akatsuki umkreist wird.

BepiColombo bei der Venus. Bildnachweis: ESA / ATG medialab

“ Jetzt, da wir wissen, wozu dieses innovative Instrument in der Lage ist, können wir uns darauf konzentrieren, während der beiden Vorbeiflüge der Venus so viel wie möglich herauszuholen „, sagt Johannes. “ Gleiches gilt für die anderen Instrumente. Dadurch können wir das wissenschaftliche Potenzial der gesamten Mission auf eine Weise maximieren, die wir bei der Entwicklung nicht unbedingt vorausgesehen haben. „

BepiColombo wird am 15. Oktober zum ersten Mal in einer Entfernung von etwa 10 630 km an der Venus vorbeifahren. Der zweite Vorbeiflug des Raumschiffs auf dem Planeten im August 2021 wird ihn etwa 550 km von der Venusoberfläche entfernt näher bringen als die Umlaufbahn von Akatsuki.

“ Es gibt Instrumente, darunter MERTIS und das Ultraviolett-Spektroskop PHEBUS, mit denen Messungen an der Venus durchgeführt werden können, die wir mit keiner früheren Mission durchführen konnten „, sagt Jörn. “ Wir werden in der Lage sein, viele Daten über die dichte Atmosphäre der Venus zu erhalten, die denen der sowjetischen Missionen Venera 15 und 16 in den 1980er Jahren ähneln werden. Dies wird einen einzigartigen Vergleich liefern. „

Ich freue mich sehr auf den Venus-Fly-By. Mal schauen was und BepiColompo über die Venus erzählt. Auch wenn die Chance aufgrund der Entfernung gering ist Phosphin nachzuweisen könnten aktuelle Messergebnisse eine Venus-Mission neue anreize geben. Eine gute Chance Phosphin nachzuweisen wird wohl der 10 August 2021 beim nächsten Venus-FlyBy aus 552 km Entfernung sein. Aber die erste Chanche für eine Messung aus 10.000 Km Entfernung ist ja auch nicht schlecht. Hey, man hat zwei Versuche – das ist doch was gutes.

Christian Dauck

Noch wenige tage bis zum Swing-By-Manöver: Merkur-Sonde BepiColombo nimmt Venus ins Visier

Die Sonde nutzt auf ihrer Reise zum innersten Planeten die Anziehungskraft der Venus für Bahn- und Geschwindigkeitsänderung.

Auch wenn der Phosphin (Biomarker) nachweiß nicht auf Anhieb gelingt wird es ein interessanter und spannender Venus-Vorbeiflug. Schön ist das es da was auf der Venus gibt was Wissenschaftler sich nicht erklären können, ich mag sowas – Spannung Pur!

Christian Dauck
Bei ihrem zweiten von insgesamt neun Swing-By-Manövern wird sich die Doppelraumsonde BepiColombo am 15. Oktober um 05.57 MESZ der Venus auf 10.663 Kilometer nähern.
Illustr.: ESA/ATG medialab

Graz – Im Dezember 2025 soll die europäisch-japanische Sonde BepiColombo ihr Ziel, den Planeten Merkur, erreichen. Auf dem beschwerlichen Weg dorthin braucht es allerdings insgesamt neun Swing-By-Manöver bei anderen Planeten. Das zweite dieser Manöver steht nun unmittelbar bevor: Nachdem sich BepiColombo im vergangenen März an der Erde Schwung geholt hatte, wird sich die Sonde Mitte Oktober der Venus annähern. Die Forscher vom Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) warten gespannt auf die Daten, die die drei Messgeräte der Mission, an denen sie führend beteiligt waren, sammeln werden.about:blank

Spannung vor der Venus-Annäherung

Am 15. Oktober in den frühen Morgenstunden wird sich der Instrumententräger mit seinen beiden Satelliten MPO und MMO an Bord dem Planeten Venus auf 10.663 Kilometer annähern, um die Geschwindigkeit und Flugbahn in Richtung Merkur anzupassen. Die Venus ist ähnlich groß wie die Erde und jener Planet, der auf seiner Umlaufbahn der Erde mit einem minimalen Abstand von 38 Millionen Kilometern am nächsten kommt.

Nach jüngst vermeldeten Hinweisen auf mögliches Leben in der Atmosphäre der Venus, rückt der Planet, der sich in eine dichte Wolkendecke hüllt, noch stärker in den Blickpunkt der Astronomen.

© Bild: ESA

Mehrere Instrumente an Bord der Satelliten können auch schon bei Venus eingesetzt werden. Das Grazer IWF ist an den Magnetfeldmessgeräten (MMO-MGF und MPO-MAG) auf beiden Raumsonden beteiligt. Sie sind während der rund fünftägigen Venus-Kampagne durchgehend eingeschaltet. Aus Sicht von IWF-Wissenschafter Martin Volwerk verspricht die Flugbahn während des ersten Venus-Vorbeiflugs interessante Daten hinsichtlich der magnetischen Aktivität rund um den Planeten, auf dem Temperaturen bis zu 500 Grad herrschen.

3D-Modell des Magnetometers MMO-MGF.
Illustr.: Esa

Magnetfeld im Visier

„Wir können beobachten, wie sich die Aktivität des Magnetfeldes verändert, während sich BepiColombo dem Planeten nähert und sich dann wieder von ihm in kaum erforschte Magnetschweif-Regionen entfernt,“ hoffte Volwerk. Das Magnetometer auf dem japanischen Orbiter (MMO-MGF) wurde unter der Federführung des IWF in Kooperation mit dem japanischen Weltraumforschungsinstitut (ISAS/JAXA) und der TU Braunschweig entwickelt und gebaut.

Die Ionen-Kamera (PICAM) ist ein Massenspektrometer für Ionen. Es konzentriert sich auf Messungen in Regionen, in denen ein ausreichender Ionenfluss und damit eine verwertbare Signalstärke zu erwarten ist. „Wir konnten im Vorfeld die Betriebssoftware unseres Sensors an Bord der europäischen Raumsonde aktualisieren. In dieses Update sind direkt Erkenntnisse aus dem Earth-Flyby eingeflossen und wir gehen davon aus, dass sich das sehr positiv auf die Messergebnisse auswirken wird“, erklärt Harald Jeszenszky vom Grazer PICAM-Team. PICAM wird ungefähr 28 Stunden in Betrieb sein.

Die Ionen-Kamera PICAM.

Test für die Merkur-Mission

Die Signallaufzeit zwischen den Bodenstationen auf der Erde und der im Oktober 2018 gestarteten Raumsonde beträgt mittlerweile über neun Minuten. Das macht den Venus-Vorbeiflug zu einem ersten echten Test unter jenen Bedingungen, die ab 2026 bei dem noch am wenigsten erforschten Planeten Merkur herrschen werden. Zuvor muss die Sonde aber noch ein weiteres Mal an der Venus und weitere sechs Mal am Merkur vorbei fliegen, um den Schub zu drosseln um schließlich in die richtige Umlaufbahn einzuschwenken.about:blank

An der Mission zum Planeten Merkur sind sowohl die Europäische Weltraumbehörde (ESA) als auch die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) beteiligt. Die beiden Module werden den Planeten von einander ergänzenden Umlaufbahnen aus beobachten. Insgesamt tragen sie mehr als ein Dutzend Messinstrumente. Merkur zählt – aufgrund seiner Nähe zur Sonne – zu den am wenigsten erforschten Planeten im inneren Sonnensystem. Vor BepiColombo hat es mit Mariner 10 in den Jahren 1974 und 1975 sowie dem Messenger-Orbiter von 2011 bis 2015 erst zwei erfolgreiche Merkur-Missionen gegeben. (red, APA, 7.10.2020)

Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000120550184/merkur-sonde-bepicolombo-nimmt-venus-ins-visier



Der erste BEPI VENUS FLYBYS AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Datum15. Oktober 2020
Zeit03:58 UTC und 13:57 UTC
Höhe10720 km 
Betriebszeit  ca. 2 Tage vor und 2 nach dem nächsten Anflug
Nutzlasten betriebenMMO : MPPE, MGF, PWI
MPO : ISA, MERTIS, MGNS, MEHR, MPO-MAG, PHEBUS, SERENA 
MTM : MCAM1 / 2/3, BERM

ERSTER VORBEIFLUG

Nach den Instrumententests, die während des Vorbeiflugs am 10. April 2020 durchgeführt wurden, wird der erste Venus-Vorbeiflug die erste Gelegenheit sein, Instrumente für wissenschaftliche Zwecke in einer planetarischen Umgebung einzusetzen. 

Der Vorbeiflug an der Venus findet am 15. Oktober 2020 , fast zwei Jahre nach dem Start, um 03:58:31 UTC (Closest Approach, CA) statt.

Wie Abbildung 1 zeigt, wird sich BepiColombo von Tag auf den Planeten nähern und – angesichts der rückläufigen Rotation der Venus – fast zum Zeitpunkt der Überquerung des Bugschocks auf der Abendseite am nächsten kommen.

Die minimale Höhenentfernung vom Zentrum des Planeten beträgt 16771,5 km (das entspricht 10720,5 km über der Planetenoberfläche). Die Entfernung von der Erde beträgt 1,16 AE und von der Sonne 0,71 AE.

Die scheinbare Winkelgröße des Planeten bei nächster Annäherung beträgt etwa 42 °.

Daher wird der Vorbeiflug in einer Höhe über der Oberfläche von ungefähr 2 Venusradien stattfinden, und es wird erwartet, dass das Raumschiff den Bugschock ungefähr zur CA-Zeit überquert; Die Ionopause wird stattdessen später, wenn sie sich zum ersten Mal im Heckbereich befindet, bei <10 RV (Eingang) und ein zweites Mal viel später (Ausgang) überschritten. Das Verlassen des Bugschocks wird voraussichtlich noch später erfolgen.

Die Flyby # 1-Konfiguration ist sowohl für atmosphärische als auch für ionosphärische / magnetosphärische Untersuchungen der Venus-Umgebung optimal.

Quelle: https://www.cosmos.esa.int/web/bepicolombo-flyby/venus1flyby


Die Raumsonde wird die Venus im zufälligen Vorbeiflug nach Leben durchsuchen

BepiColombo-Funktion

Es ist ein Märchenbuch, das über die Kultur hinausgeht: Sie ist ein giftiger Hölleneintopf mit einer Oberflächentemperatur, die Blei schmelzen könnte. Er ist ein halb europäischer, halb japanischer Satellit auf dem Weg zu einem anderen Ort. Trotz der Versprechungen, die er gemacht hat, trotz seiner früheren Gefühle, fühlt sich „irgendwo anders“ plötzlich sehr weit weg. Zusammen könnten sie Verbrechen bekämpfen , um die Existenz von Leben – oder zumindest Phosphin – in der Atmosphäre der Venus zu beweisen.

Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass Phosphin in der Atmosphäre der Venus nachgewiesen wurde (nur für den Fall, dass Sie dieses Bit verpasst haben). Phosphin ist eine ungewöhnliche chemische Signatur, die auf der Venus nachgewiesen werden kann, da es auf der Erde nur auf zwei Arten hergestellt wird: durch künstliche chemische Reaktionen und durch Zerfall organischer Stoffe. Außerhalb des Planeten kennen wir nur eine andere Quelle: Tief im Inneren von Gasriesen.

Es gibt einen deutlichen Mangel an Menschen, die auf unserem Schwesterplaneten fortschrittliche chemische Verfahrenstechnik betreiben, was die Nummer 1 zu sein scheint. Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist die Venus auch kein Gasriese. Das Vorhandensein von zerfallender organischer Substanz auf der Oberfläche erscheint ebenfalls unwahrscheinlich, da die Atmosphäre der Venus so dicht ist, dass es keine Asteroidenkrater gibt, die kleiner als 3 km sind. Eingehende Objekte mit einem Durchmesser von weniger als 50 m verbrennen, bevor sie den Boden erreichen. Der atmosphärische Druck der Venus ist so hoch, dass Arten von Lavaströmen entstehen, die auf der Erde nicht zu sehen sind: sogenannte „Pfannkuchen-Kuppeln“. Werfen Sie die milden Temperaturen von 471 ° C ein, und die Oberfläche ist nicht das, was Sie als „freundlich“ zum Leben bezeichnen würden. Kurz gesagt, wir haben keine gute Erklärung dafür, woher das Phosphin kommen könnte, oder sogar eine Bestätigung, dass es überhaupt existiert.

Aber hier könnte BepiColombo in der Lage sein, der Welt einen Gefallen zu tun. Die an Quecksilber gebundene Sonde wird am 15. Oktober 2020 an der Venus vorbeischleudern. Wenn sie zum ersten Mal vorbeifliegt, ist sie mit 10.663 km über der Oberfläche ziemlich weit entfernt. Im August 2021 wird BepiColombo jedoch viel näher sein – bis zu 550 km.

Mertis. Image by the ESA

Auf BepiColombo gibt es ein Instrument namens MERTIS (Mercury Radiometer und Thermal Infrared Spectrometer). Es wurde entwickelt, um die Oberflächenzusammensetzung von Quecksilber zu untersuchen, indem der Gehalt des von der Oberfläche reflektierten Lichts gemessen wird. Theoretisch könnte BepiColombo dieses Instrument verwenden, um in der Venusatmosphäre nach Phosphin zu suchen.

„Es gibt tatsächlich etwas im Spektralbereich von MERTIS“, sagt Jörn Helbert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Co-Leiter des MERTIS-Instruments. „Wir sehen jetzt, ob unsere Sensibilität gut genug ist, um Beobachtungen zu machen.“

Der zweite Vorbeiflug im nächsten Jahr wird voraussichtlich eine viel bessere Chance haben, Phosphin nachzuweisen als der erste. „Wir könnten möglicherweise Phosphin nachweisen“, sagte Johannes Benkhoff von der ESA, BepiColombos Projektwissenschaftler, gegenüber Forbes. „Aber wir wissen nicht, ob unser Instrument empfindlich genug ist.“

Laut den Wissenschaftlern wird dieser Nachweisversuch an der Grenze dessen liegen, wofür MERTIS entwickelt wurde, was bedeutet, dass selbst ein negatives Ergebnis nicht unbedingt bedeutet, dass Phosphin nicht vorhanden ist. BepiColombo ist jedoch das einzige Raumschiff in der Region, das ausgerüstet ist, um nach Phosphin zu suchen, und dies vor jeder Sonde, die wir von der Erde aus starten könnten.

Wenn BepiColombo nachweist, dass sich Phosphin in der Venusatmosphäre befindet, würde dies nicht automatisch bedeuten, dass das Phosphin aus einer organischen Quelle stammt. Aber es wäre eine Bestätigung dafür, dass eine chemische Reaktion, die wir nicht leicht erklären können, an einem Ort stattfindet, an dem sie nicht sein sollte. Wenn sich herausstellt, dass die Ursache das Ergebnis eines bisher unbekannten chemischen Prozesses ist – möglicherweise eines, der nur in der Umgebung der Venus vorkommt -, wäre das aufregend. Wenn sich herausstellen würde, dass es durch irgendeine Art von Leben verursacht wurde, würde dies bedeuten, dass wir nicht allein im Universum waren.

Die Chancen, dass wir mikroskopisch kleines Leben in den Wolken der Venus finden, sind gering, aber nicht Null. Viele Augen werden auf BepiColombo trainiert, wenn es im Oktober an der Venus vorbeischießt und am 10. August 2021 wieder zurückkehrt.

ÜbersetzteQuelle (Automatiesert): https://www.extremetech.com/extreme/315304-space-probe-will-search-venus-for-life-in-fortuitous-flyby

Raumfahrt: Insight und Bepicolombo

Insight: Marsmaulwurf (Mole-HP3)

Blick auf die Grube: October 3 (Samstag), 2020, Sol 659

Insight schaut mit seinen Roboterarm auf die Grube. Die neuen Bilder stimmen mich sehr Optimistisch, schon mal gut das wohl kein Metall durchschimmert. Jetzt plant das Team das weitere vorgehen.

Vorab angekündigt wurde: Noch mal Mars-Erde zusammenkratzen und damit die Grube weiter zu füllen. Und wieder von oben drücken. Muss man mal Abwarten.

Bild vom October 5 (Montag), 2020, Sol 660

Bepicolombo: Venus-Flyby

Bpicolombo: Nicht mehr lange bis zum Venus-Flyby

Nicht mehr lange bis zum Venus-Flyby am 15 Oktober.

Insight: Neues vom Marsmaulwurf

Mehr Hämmern hat die Oberseite des Maulwurfs unter die Oberfläche gebracht.
Zeit, sich einem neuen Ansatz zuzuwenden: weniger direkter Kontakt mit dem Maulwurf, mehr Schöpfen / Füllen / Herunterdrücken auf den Boden.

Wie Bereits angekündigt beginnt das Team mit ihrem neuen Ansatz: Weniger direkten Druck auf die Mole, Das Loch füllen und wieder Herunterdrücken.

Weitere Hammer-Sitzung mit weniger Druck

Offenbar hat mein eine weitere Hammer-Sitzung mit weniger Druck probiert.

InSight hat den Arm angehoben und die Schaufel eingeklappt um ein Blick in die Grube zu werfen. Damit das Team die nächsten Aktionen beraten und planen kann.

Quelle: https://mars.nasa.gov/insight/multimedia/raw-images/?order=sol+desc%2Cdate_taken+desc&per_page=50&page=0&mission=insight

Brexit-Forschung: Mit Deal oder No-Deal?

Brexit-Endspiel: Wichtige Woche für den Brexit – wieder einmal. In den nächsten Tagen dürfte klarer werden, ob die seit mehr als vier Jahren währende Saga um den britischen EU-Austritt noch ein glimpfliches Ende findet.

Eine interessante und spannende Brexit-Woche beginnt.

Ob mit oder ohne Deal, ich freue mich wenn Großbritannien die EU verlässt, und seinen eigenen Weg geht – Die Briten schaffen das.

Auch die Zeit nach dem Brexit, wird eine spannende und interessante sein.

Ich bin sehr gespannt wie sich Großbritannien wohl entwickeln mag, es ist ein tolles und spannendes Experiment. Das alles in der Feldforschung beobachten zu können ist doch total interessant finde ich – Mäuse unter der Käseglocke, nur Komplexer und anspruchsvoller.

Ich mag den Brexit sehr und möchte die Brexit-Auswirkungen sowie Veränderungen, studieren (Feldforschung).

Christian Dauck

Heute wird die EU-Kommission Großbritannien abermals drängen, das gültige Austrittsabkommen einzuhalten. Am Dienstag dann beginnt die vorerst letzte Verhandlungsrunde über den Folgevertrag, der die Handelsbeziehungen künftig regeln soll. Die wichtigsten Informationen zum Stand der Dinge:

Warum wird über den Austrittsvertrag gestritten?

Die britische Regierung will mit ihrem sogenannten Binnenmarktgesetz einige Klauseln des Austrittsvertrags kassieren, der vor dem Brexit Ende Januar in Kraft gesetzt wurde. Dabei geht es um Sonderregeln für Nordirland, die eine feste Grenze zum EU-Staat Irland verhindern sollen: Die britische Provinz bleibt enger an die EU-Zollunion und den EU-Binnenmarkt gebunden als der Rest des Landes. Das würde das Vereinigte Königreich spalten, beklagt Premierminister Boris Johnson. Die EU kontert, Johnson habe den Vertrag persönlich ausgehandelt und vom Parlament ratifizieren lassen. Die Klauseln seien nötig, um den Frieden auf der irischen Insel zu wahren.

Was bedeutet der Streit für die künftigen Beziehungen?

Für Anfang 2021 ist ein Handelsvertrag geplant. Dann endet die Brexit-Übergangsphase, und Großbritannien scheidet auch aus der Zollunion und dem Binnenmarkt aus. Doch die EU sagt: Warum einen neuen Vertrag schließen mit einem Partner, der den alten nicht einhält? Sie hat London ultimativ aufgefordert, die Pläne zum Verstoß gegen das Austrittsabkommen bis Mittwoch zurückzunehmen. An diesem Montag geht es darum im sogenannten Gemeinsamen Ausschuss, einem Schlichtungsgremium. London hält bisher an seinen Plänen fest. Bleibt es dabei, werde es kein Anschlussabkommen geben, sagen EU-Diplomaten.

Was sind beim die Knackpunkte?

Die EU bietet ihrem Ex-Mitglied eine sehr enge Handelspartnerschaft: einen unbegrenzten Warenverkehr ohne Zölle. Doch fordert sie dafür gleiche Umwelt-, Sozial- und Subventionsregeln. Kurz: gleiche Wettbewerbsbedingungen unter dem Stichwort «Level Playing Field». Großbritannien will sich aber bei seinen künftigen Standards von der EU nicht reinreden lassen – Brexit-Hauptziel sei ja die Selbstbestimmung. Zudem sieht sich London am längeren Hebel beim zweiten Knackpunkt: dem Zugang für EU-Fischer zu den reichen britischen Fischgründen. Acht Verhandlungsrunden brachten keine greifbaren Ergebnisse, aber hörbaren Frust bei EU-Unterhändler Michel Barnier. Bis Freitag läuft Runde neun. Johnson hat den 15. Oktober als Frist gesetzt.

Wie stehen die Chancen, dass es doch noch klappt?

Der Brexit-Experte des European Policy Centre in Brüssel, Fabian Zuleeg, sieht schwarz. «Wir steuern klar auf einen No-Deal zu», sagte er vergangene Woche. Ähnlich äußerte sich Elvire Fabry vom Jacques Delors Institute: «Das Binnenmarktgesetz war natürlich ein Schock für alle.» Sie sei jetzt noch pessimistischer. Es gibt aber auch andere Stimmen. Von «konstruktiven Diskussionen» sprach ein britischer Regierungssprecher vorige Woche nach Treffen von EU-Unterhändler Barnier mit seinem britischen Kollegen David Frost. «Beide Seiten sehen einen breiten Handelspakt immer noch als reale Möglichkeit», orakelte die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der britische Brexit-Experte Anand Menon von der Denkfabrik UK in a Changing Europe kritisiert Johnsons Politik zwar als planlos, meint aber: «Ich glaube, der Premierminister will lieber einen Deal als keinen Deal.»

Was passiert ohne Vertrag?

Ein wirtschaftlicher Bruch ohne Abkommen bedeutet vor allem, dass beide Seiten Zölle erheben müssten. Das würde Waren teurer machen und die Abwicklung an der Grenze zäh und zeitaufwendig. Dutzende Rechtsfragen wären nicht geregelt, von der Lizenz für Lokführer bis zu Reisedokumenten für Haustiere. Der Verband Business Europe warnt vor «verheerenden Folgen für Unternehmen». Forscher des Londoner King’s College schätzen, dass ein Brexit ohne Abkommen die britische Wirtschaft dreimal so hart treffen könnte wie die Covid-19-Krise. Auch der britische Staatsminister Michael Gove meldete sich mit einem «Worst-Case»-Szenario: Im Januar könnte es Staus mit 7000 Lastwagen an der Grenze zu Frankreich geben. Das gelte aber auch mit Vertrag, denn stärker kontrolliert werden soll auch ohne Zölle.

Quelle: https://www.insuedthueringen.de/deutschlandwelt/brennpunkte/Deal-oder-No-Deal-Brexit-Zitterpartie-geht-in-naechste-Runde;art2801,7407709

Weltraumforschung:Gibt es Leben auf der Venus? / BebiColombo: Wertvoller Abstecher zur Venus

Bislang sprach wenig dafür, dass es auf der Venus Leben geben könnte. Doch zwei Forscherteams haben nun unabhängig voneinander das Gas Phosphin auf dem Planeten nachgewiesen – ein Hinweis auf biologische Prozesse.

Als Fan der Astrobiologie bin ich von dieser Meldung natürlich begeistert. Die hab ich schon Montagabend vernommen. Nur waren einige Journalisten bei ihrem Textentwurf wohl ziemlich euphorisch das man das Gefühl hatte „Man hat leben auf der Venus entdeckt“.

Ich finde das auch super, bleibe bei solchen Meldungen aber auch realistisch und entspannt. Es gibt ein möglichen Indiz bzw. Biomarker- die Forscher haben aber nicht gesagt… Trotzdem ist die Meldung natürlichbahnbrechend und könne neue Impulse in der Venus-Forschung setzten.

Christian Dauck

„Als wir in den Messergebnissen die ersten Anzeichen für Phosphin in der Venus-Atmosphäre sahen, war das für uns ein Schock“ – so erzählt es Jane Greaves, Astrobiologin an der Universität Cardiff und Leiterin des internationalen Forschungsteams, das Messungen in der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten vorgenommen hat. Dabei kamen die Wissenschaftler zu einem Aufsehen erregenden Ergebnis. Es gibt, sagt dieses Team, auf der Venus einen deutlichen Hinweis auf außerirdisches Leben: Das Gas Phosphin.

Venus

> Die Venus liegt – nach dem Merkur – der Sonne am nächsten.
> Mit einem Durchmesser von etwa 12.100 Kilometern ist die Venus etwas kleiner als die Erde.
> Die Venus hat eine sehr dichte Atmosphäre, die zu mehr als 96 Prozent aus Kohlenstoffdioxid besteht.

Venus – ein unwirtlicher Planet

Die Venus ist nicht jene Art Planet, auf dem man zuallererst nach außerirdischem Leben suchen würde. Auf ihrer Oberfläche ist es über 400 Grad heiß. Am Boden herrscht ein alles zerquetschender Druck von rund 90 bar. Die Venus-Atmosphäre besteht zu 95 Prozent aus dem Treibhausgas Kohlendioxid und die Wolken der Venus bestehen aus Tröpfchen ätzender Schwefelsäure.

Doch genau dort, in den hochliegenden Wolkenschichten, könnten sich Lebensformen verbergen. In 50 Kilometer Höhe herrschen nur noch angenehme 30 Grad. Der Druck liegt bei einem bar, ist also dem Luftdruck an der Erdoberfläche ähnlich.

In diesen hochliegenden Wolkenschichten haben nun zwei Teams mit Radioteleskopen unabhängig voneinander Phosphin entdeckt. Dieses Gas kann in der Natur nicht so ohne weiteres entstehen. Es besteht aus einem Phosphoratom, an das drei Wasserstoffatome gebunden sind. In einer Atmosphäre, in der ungebundener Sauerstoff vorhanden ist, kommt so ein Molekül nicht zustande, weil der Phosphor viel schneller mit dem Sauerstoff als mit dem Wasserstoff reagiert.

Ein Zeichen des Lebens

Auf der Erde kann Phosphin deshalb nur an Orten entstehen, an denen kein freier Sauerstoff in der Chemie mitmischt – im Untergrund von Mooren etwa. Auch im Darm von Fischen wurde Phosphin gefunden. Und im Kot von Pinguinen. Grundsätzlich aber ist Phosphin für Lebewesen, die auf Sauerstoff angewiesen sind, ein starkes Gift. Umgekehrt aber kann es für Lebewesen, deren Stoffwechsel keinen Sauerstoff benötigt, ein wichtiger Teil ihres Stoffwechsels sein. Bei der Suche nach Leben auf Planeten ohne Sauerstoffatmosphäre wird Phosphin deshalb von Astrobiologen als starker Biomarker eingeschätzt.

Venus im Fokus von Teleskopen

Im Juni 2017 richtete zunächst das James-Clerk-Maxwell-Teleskop auf Hawaii seine Radioantenne auf die Venus. Und stieß prompt auf Phosphin in den Venuswolken. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler blieben dem Ergebnis gegenüber aber skeptisch.

Sie begannen alle Wege zu prüfen, auf denen Phosphin auf der Venus auch ohne das Zutun von Alien-Mikroben erzeugt werden könnte: Blitze in der Atmosphäre, Vulkanausbrüche, die chemische Reaktion von aufgewirbelten Mineralien mit der Schwefelsäure der Wolken. Doch die Computersimulationen zeigten: Auf diesem Weg konnte höchsten ein Zehntausendstel der Menge an Phosphin erzeugt werden, die man im Radiolicht der Venus entdeckt hatte. Im März 2019 bestätigten dann auch Messungen mit dem ALMA-Teleskopverbund der Europäischen Südsternwarte in Chile das überraschend große Phosphin-Vorkommen in den Venuswolken.

Mikroorganismen in Venuswolken?

Seit Jahrzehnten wundern sich Astronomen bereits über unerklärliche, sich ständig verändernde dunkle Flecken in den Wolken der Venus, die sich zeigen, wenn die Wolkenhülle des Planeten im Bereich des UV-Lichts betrachtet wird. Dieses Phänomen nährte bereits Spekulationen über in den Venuswolken schwebende Mikroorganismen. Sollte es Venus-Mikroben tatsächlich geben, müssten sie einen äußerst raffinierten Weg gefunden haben, um mit bis zu 90 Prozent Schwefelsäuregehalt in den Wolkentröpfchen der Venus umgehen zu können.

Für irdische Mikroben sind bereits mehr als fünf Prozent Säuregehalt tödlich. Außerdem tendieren die Wolken-Tröpfchen dazu, im Lauf der Zeit größer zu werden und in die tieferen, heißen Wolkenschichten der Venus abzusinken und dort zu verdunsten. Doch Astrobiologen könnten sich vorstellen, dass das sogar fester Bestandteil des Lebenszyklus der Venusorganismen ist. Sie könnten beim Austrocknen Sporen bilden, die von Aufwinden in die Höhe getragen werden, um sich dort zu neuen Mikroben zu entwickeln.

Venus-Missionen

Was tatsächlich in den Venuswolken vor sich geht, werden nur Raumsonden feststellen können. Russland plant im Jahr 2026 oder 2031 die traditionsreiche Reihe seiner Venusflüge fortzusetzen. Die Sonde Venera-D könnte dann auch einen Ballon oder ein solarbetriebenes Fluggerät in die obere Venusatmosphäre entlassen, um nachzuschauen, ob die Venus-Mikroben tatsächlich existieren. Die NASA verfügt über entsprechende Konzepte und Russland wäre an einer Zusammenarbeit interessiert.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/leben-venus-101.html


Merkur-Sonde BepiColombo: Wertvoller Abstecher zur Venus – Flyby am 16. Oktober 2020

Die Raumsonde BepiColombo soll den Merkur erforschen. Auf dem Weg dahin holt sie an der Venus Schwung. Forscher lassen sich die Gelegenheit nicht entgehen.

Das die Forscher ihre Forschung kurz vor der Beobachtungskampange der Venus in einem Monat, präsentieren mag da wohl Zufall sein. Gibt den Forschern aber auch die Möglichkeit die Venus mit einem andere Augen zu betrachten. Eine Erklärung über das Anzeichen für Phosphin sollte man hier aber nicht erwaten. Trotzdem wird der Flyby von Bepicolombo am 16. Oktober an der Venus, interessant und natürlich Wertvoll

In gut einem Jahr werden auf der Erde viele Teleskope auf die Venus gerichtet werden. Denn am 15. Oktober 2020 ergibt sich eine seltene Gelegenheit, unseren Nachbarplaneten gleichzeitig aus verschiedenen Perspektiven zu beobachten, wenn die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo auf dem Weg zum Merkur mit einem Schwerkraftmanöver dort zum ersten Mal Schwung holt.

Die koordinierte Beobachtungskampagne war am Mittwoch ein Thema beim EPSC-DPS Joint Meeting, der Tagung von Planetenforschern, in Genf. Um 08:38 Uhr MESZ erreichte BepiColombo mit 10.000 Kilometern die größte Nähe zur Venus, erläuterte Yeon Joo Lee (TU Berlin). Die Sonde nähere sich von der Tagseite, sagte sie, und schwenke während des Vorbeiflugs zur Nachtseite. Dabei ergäben sich Überschneidungen sowohl mit der japanischen Sonde Akatsuki, die den Planeten seit 2015 umkreist, als auch mit erdgebundenen Observatorien: Mit Akatsuki, die sich zu dieser Zeit ziemlich genau über der Tag-Nacht-Grenze befinde, könne BepiColombo den Venusmittag bis -nachmittag in den Blick nehmen, mit den irdischen Teleskopen beobachtet sie den späten Morgen bis Mittag. Bisher seien das kanadisch-französische Observatorium CFHT und das Infrarotteleskop IRTF der NASA, beide auf Hawaii, an der Kampagne beteiligt. Lee hofft aber, dass noch mehr Observatorien hinzukommen werden.

ESA
Die wissenschaftlichen Ziele der insgesamt zwei Flybys (Bild: ESA)

Solange Astronomen auf Beobachtungen mit optischen Teleskopen von der Erde aus beschränkt waren, war die Venus ein frustrierendes Studienobjekt, ist ihre Oberfläche doch ständig von dichten Wolken verdeckt. Seit Raumsonden und Sensoren für andere Spektralbereiche zur Verfügung stehen, hat sich das Wissen über den Planeten deutlich erweitert. Dabei sind auch die einst als Hindernis empfundenen Wolken selbst in den Fokus gerückt. So misst Akatsuki die Höhe der Wolken und deren Schwankungen im zeitlichen Verlauf sowie deren Temperaturen, zum ersten Mal auch auf der Nachtseite. Eine offene Frage sei es, ob die tagsüber zu den Polen gerichtete Zirkulation der Luftmassen auch nachts erfolge, sagte Takeshi Imamura (University of Tokyo). Die bisherigen Daten deuteten darauf hin, dass diese Bewegung sich nachts in Richtung Äquator umkehre, erforderten aber noch genauere Analysen.

Auch erstmals in den Wolken beobachtete Muster wie Schwaden, Wirbel oder Scherwellen können noch nicht befriedigend erklärt werden. Im Januar 2019 habe sich ein Wirbel über zehn Tage gehalten, sagte Javier Peralta (ISAS/JAXA). Missionsleiter Masato Nakamura (JAXA) verwies auf eine bogenförmige Struktur, die fünf Tage lang beobachtet werden konnte und möglicherweise mit der Tag-Nacht-Grenze zusammenhing. Eine Nord-Süd-Asymmetrie bei den Winden, die von September 2016 bis April 2017 mit dem Ultraviolettdetektor bei 365 Nanometern beobachtet werden konnte, nicht aber bei 283 Nanometern, könnte von einer bislang noch unbekannten, absorbierenden Substanz verursacht worden sein, ebenso wie unerwartet hohe Kontraste in den Aufnahmen von den Wolken.

Eine ganz große Frage ist aber die nach der „Superrotation“: Die Atmosphäre der Venus rotiert 60-mal so schnell wie der Planet selbst. Durch die Sonnenstrahlung bewirkte thermische Gezeitenkräfte könnten hierbei eine Rolle spielen, vermutet Nakamura. Allerdings harrt auch die extrem langsame und zudem rückläufige, also gegen die Umlaufrichtung gerichtete Rotation der Oberfläche noch einer Erklärung. Irgend etwas muss in der Vergangenheit passiert sein, möglicherweise eine Kollision mit einem anderen Himmelskörper, die nicht nur die Rotation beeinflusst, sondern die Venus auch zu einem lebensfeindlichen Planeten gemacht hat.

Früher könnte es dort flüssiges Wasser bei Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad Celsius gegeben haben, vermutete Michael Way (Nasa Goddard Space Flight Center). Doch vor etwa einer Milliarde Jahren scheint es zu einer massiven Freisetzung von Kohlendioxid gekommen zu sein. Seitdem ist es mit einem atmosphärischen Druck von 90 bar und Temperaturen von etwa 460 Grad Celsius an der Oberfläche extrem ungemütlich auf dem Planeten, der hinsichtlich der Größe ansonsten im Sonnensystem der Erde am ähnlichsten ist.

Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/BepiColombo-unterwegs-zum-Merkur-Wertvoller-Abstecher-zur-Venus-4534359.html

Icarus startet erstes globales Forschungsprojekt

Die wissenschaftliche Pilotphase des erdumspannenden Tierbeobachtungssystems beginnt.

Eins meiner absoluten Lieblingsprojekte hat die mehrmonatige Testphase abgeschlossen. Mit „Icarus“ (International Cooperation for Animal Research Using Space) wollen die Wissenschaftler beispielsweise mehr über die Wanderrouten von Tieren herausfinden – etwa um Schutzzonen anzupassen, Klimaschutz – die folgen des Klimawandels zu dokumentieren oder auch Epidemien vorzubeugen. Zudem könnte „Icarus“ als Frühwarnsystem für Naturkatastrophen dienen: Schon länger gibt es Hinweise darauf, dass Tiere sich vor Ereignissen wie schweren Erdbeben auffällig verhalten, etwa unruhig werden.

Später noch mehr Projekte wären super: Haie, Pinguine usw. Und die Technik auf Satelliten bringen um die Abdeckung weiter zu herhöhen, um ein erdumspannendes Netz aufzubauen. Um auch Daten aus den Polarregionen zu erfassen.

„Die Datenübertragung vom Boden zur ISS funktioniert 10 bis 15 Mal besser als gedacht.“ Das höre ich gerne.

10. SEPTEMBER 2020

Mit dem satellitengestützten System zur Tierbeobachtung wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das kollektive Wissen der Tiere auf der Erde erforschen. Das Kooperationsprojekt der Max-Planck-Gesellschaft, der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat eine mehrmonatige Testphase erfolgreich abgeschlossen, in der die Tier-Sender sowie die Systemkomponenten am Boden und an Bord der Internationalen Raumstation ISS geprüft wurden. Ab Mitte September beginnt nun das erste Kontinent-übergreifende wissenschaftliche Pilotprojekt. Dabei wollen die Icarus-Wissenschaftler mehrere tausend Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika mit kleinen Sendern auf ihren Rücken vom Weltraum aus begleiten. Das Icarus-Projekt wurde gemeinsam mit 24 weiteren Kooperationsprojekten des Wettbewerbs „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder ausgezeichnet.

Ein Sojus-Kapsel nähert sich der ISS, im Vordergrund ist die stabförmige Icarus-Antenne zu sehen. Roskosmos

Icarus hat Mitte März 2020 seinen Testbetrieb aufgenommen. Während der technischen Testphase wurde unter anderem die Kommunikation zwischen dem Icarus-System und den Tier-Sendern simuliert sowie die Signalstärke und Übertragungszeit der Antenne überprüft.  Nachdem alle Tests erfolgreich absolviert sind, kann nun der wissenschaftliche Betrieb beginnen. „Die Datenübertragung vom Boden zur ISS funktioniert zehn bis 15-mal besser als gedacht“, erklärt der Mit-Initiator und Leiter von Icarus, Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz/Radolfzell und Professor an der Universität Konstanz. „Nun können wir mit unseren Forschungsprojekten loslegen.“

Herzstück von Icarus sind vier Gramm schwere Sender, die selbst auf kleinen Tieren wie Singvögeln angebracht werden können. Diese Messgeräte im Miniaturformat besitzen verschiedene Sensoren, die fortlaufend Verhaltens- und Gesundheitsdaten der Tiere erfassen. Auch Umweltbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Luftdruck können diese Sender aufzeichnen. Die Daten werden von einer Empfangsstation auf der ISS entschlüsselt und an die Bodenstation in Moskau übermittelt. Von dort laufen alle Daten in der Movebank zusammen, einer globalen Datenbank für Tierbewegungen.

Analyse des Zugverhaltens

Derzeit werden für eine Pilotstudie in Memmingen 5000 Sender produziert. Die Icarus-Wissenschaftler wollen damit ab Anfang September Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika ausstatten und das Zugverhalten der Vögel und ihre Überlebensstrategien untersuchen. Weitere 16 wissenschaftliche Projekte russischer Forscher sollen in den kommenden Monaten an den Start gehen. Darüber hinaus wollen weltweit hunderte Forschergruppen mit Icarus weitere gemeinsame Studien starten.

Einige Projekte von vielen die noch kommen werden. Haie und Pinguine möchte ich noch dazu haben. Quelle: https://www.icarus.mpg.de/4296/projekte

Mit dieser neuen digitalen Technik lassen sich aber nicht nur biologische Fragen beantworten – zum Beispiel, wohin Flughunde in Afrika fliegen und wo sie dabei auf Ebola-Viren treffen; oder wo Meeresschildkröten ihre Jugendjahre verbringen und wo die meisten davon ums Leben kommen. Icarus könnte auch für die Übertragung anderer Technik- oder Umweltdaten wie Baumwachstum, Meeresströmungen oder Gletscherschmelze eingesetzt werden. Aus den kombinierten Informationen tausender Tiere entsteht eine Zusammenschau über das Leben auf der Erde, das sogenannte ´Internet der Tiere´.

Die Technik könnte aber auch unseren Alltag verändern. „Icarus schickt ohne Zutun des Menschen kleine Datenpakete überall auf der Welt hin und her – ähnlich wie es bei der immer weiter voranschreitenden Vernetzung von Alltagsgegenständen der Fall sein wird, dem sogenannten Internet der Dinge. Icarus stellt damit ein völlig neues digitales Kommunikationssystem dar“, erklärt Martin Wikelski. Die Bedeutung von Icarus wird auch durch die Auszeichnung im Rahmen des Wettbewerbs „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder am 15. September in Berlin gewürdigt.

Quelle: https://www.icarus.mpg.de/de

ICARUS: Start des wissenschaftlichen Betriebs

Weltraumbasiertes Tierbeobachtungssystem ICARUS schließt Testphase erfolgreich ab und startet den wissenschaftlichen Betrieb mit einer weltumspannenden Studie zum Zugverhalten von Amseln und Drosseln – Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz

Globale Tierwanderungen vom Weltraum aus beobachten – dies wird ab sofort für Tierverhaltensforscherinnen und -forscher aller Länder möglich sein. Das weltraumbasierte Tierbeobachtungssystem ICARUS hat zum 31. August 2020 seinen Testbetrieb auf der Internationalen Raumstation (ISS) erfolgreich abgeschlossen und nimmt im September 2020 seinen wissenschaftlichen Betrieb auf. Erstes Forschungsprojekt wird eine Studie zum Zugverhalten von über 2.000 besenderten Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika sein. Mehrere hundert Forschungsgruppen weltweit haben bereits ihr Interesse an der Nutzung von ICARUS für gemeinsame Studien im Bereich der Tierverhaltensforschung angemeldet.

Mission Icarus: Forscher enthüllen das Wissen der Tiere

ICARUS ist ein gemeinsames Projekt des Konstanzer Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz in Kooperation mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wissenschaftlicher Leiter ist Prof. Dr. Martin Wikelski, Direktor am Konstanzer Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und Honorarprofessor an der Universität Konstanz. Das ICARUS-Projekt wird am 15. September 2020 im Rahmen des Wettbewerbes „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder in Berlin ausgezeichnet werden, gemeinsam mit 24 weiteren länderübergreifenden Kooperationsprojekten.

Fünfzehnmal bessere Datenübertragung als erwartet
„Die Datenübertragung vom Boden zur ISS funktioniert zehn bis fünfzehnmal besser als gedacht“, kommentiert Martin Wikelski den erfolgreichen Abschluss der viermonatigen Testphase: „Nun können wir mit unseren Forschungsprojekten loslegen“, freut sich Wikelski, der zudem Principal Investigator am Exzellenzcluster „Centre for the Advanced Study of Collective Behaviour“ der Universität Konstanz ist. Die ICARUS-Antenne war nach 17 Jahren Vorbereitung am 15. August 2018 an der Außenseite der Internationalen Raumstation angebracht worden. Nach der ersten Inbetriebnahme 2019 musste der Testbetrieb zunächst unterbrochen werden, um einen defekten On-Board-Computer auszutauschen. Mit neuem Computer konnte die viermonatige Testphase im Frühjahr/Sommer 2020 fortgesetzt und nun erfolgreich abgeschlossen werden.

Wie ICARUS funktioniert
Herzstück von ICARUS sind vier Gramm schwere Sender, die selbst an kleinen Tieren wie Singvögeln angebracht werden können. Diese Messgeräte im Miniaturformat erfassen fortlaufend Verhaltens- und Gesundheitsdaten der Tiere. Auch Umweltbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck können die Sender aufzeichnen. Über die im Weltraum positionierte ICARUS-Antenne können die Daten der besenderten Tiere aus allen Teilen der Welt empfangen werden – auch in entlegenen, schwer zugänglichen Regionen sowie auf den Weltmeeren. Damit wird erstmals eine kontinuierliche, weltumspannende Beobachtung von Tierwanderungen möglich, die wichtige Fragen über die ökologischen Zusammenhänge unseres Planeten beantworten kann und dabei hilft, die Tiere besser zu schützen. Alle erhobenen Daten laufen in der öffentlichen, frei zugänglichen Datenbank „Movebank“ für Tierbewegungen zusammen und können auch über die kostenlose App „Animal Tracker“ empfangen werden.

Faktenübersicht:
• Das weltraumbasierte Tierbeobachtungssystem ICARUS („International Cooperation for Animal Research Using Space“) hat zum 31. August 2020 seinen viermonatigen Testbetrieb auf der Internationalen Raumstation (ISS) erfolgreich abgeschlossen. Der wissenschaftliche Betrieb wird im September 2020 aufgenommen.
• Pilotprojekt: Studie zum Zugverhalten von über 2.000 besenderten Amseln und Drosseln in Europa, Russland und Nordamerika.
• ICARUS ist ein gemeinsames Projekt des Konstanzer Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz in Kooperation mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
• Wissenschaftlicher Leiter: Prof. Dr. Martin Wikelski, Direktor am Konstanzer Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und Honorarprofessor an der Universität Konstanz.
• Das ICARUS-Projekt wird am 15. September 2020 im Rahmen des Wettbewerbes „Brücken für die deutsch-russische Hochschulzusammenarbeit“ durch die Außenministerien beider Länder in Berlin ausgezeichnet werden, gemeinsam mit 24 weiteren länderübergreifenden Kooperationsprojekten.
• Weitere Informationen zu ICARUS unter: https://www.uni-konstanz.de/universitaet/aktuelles-und-medien/aktuelle-meldungen/aktuelles/ICARUS–Tierbeobachtung-aus-dem-Weltraum-13449/

Quelle: https://nachrichten.idw-online.de/2020/09/10/icarus-start-des-wissenschaftlichen-betriebs/?groupcolor=1